„Aquila“ von Ursula Poznanski – Siena lässt grüßen

Aquila von Ursula Poznanski

Aquila“. So schallt es durch den Bücherwald. Der neue Psychothriller aus der Feder von Ursula Poznanski entwickelt sich zum literarischen Gassenhauer dieser Tage. Es würde bedeuten, Eulen nach Athen zu tragen, den Freunden der kleinen literarischen Sternwarte zu erklären, welche Bedeutung die Bücher der bekanntesten Löwenmähne des deutschsprachigen Buchmarktes für mich haben. Ursula Poznanski ist und bleibt die Fluchthelferin meines Lesens, weil ich in jedem ihrer bisherigen Bücher durch mein Lesen raste und zum Weltrekordler in literarischen Verfolgungsjagden mutierte. Meine Artikel zu ihren Werken legen davon ein mehr als deutliches Zeugnis ab.

Erebos, Saeculum, Layers und Elanus waren Meilensteine. Ein Radiointerview für Literatur Radio Bayern und mein Gastbeitrag auf dem Blog des Loewe Verlages sind wegweisend zu einer Autorin, die ebenso eloquent wie sympathisch ist.

Aquila ud mehr von Ursula Poznanski – AstroLibrium

Anders als bei den bisherigen Büchern finden Sie im Folgenden keine klassische Rezension. Ich finde es spannend, mich den Fragen des Loewe Verlages zu Aquilazu stellen und auf diese Art und Weise indirekt über mein Lesegefühl und seine Folgen Auskunft  geben zu können. Ohne jede Erinnerung an die letzten beiden Tage kommt Nika in ihrer Wohnung in Siena zu sich. Von ihrer Mitbewohnerin fehlt jede Spur und in Nika regt sich der Verdacht, dass etwa Schreckliches passiert sein muss. Warum? Nun, Nikas Zustand und die Indizien sprechen eine mehr als deutliche Sprache.

– Sie ist verdreckt und verletzt…
– Sie ist in der eigenen Wohnung gefangen…
– Ihr Handy ist verschwunden, der Laptop unbrauchbar…
– Den Badezimmerspiegel ziert der Schriftzug „Letzte Chance“…
– In ihrer Jeans findet sie einen Zettel mit unverständlichen Nachrichten

Als der Freund ihrer Mitbewohnerin Jenny erscheint, lichtet sich der erste Nebel in einer Mischung aus Eifersucht, Streit und Handgreiflichkeiten, die sich an jenem Abend abgespielt haben, an den sich Nika noch erinnern kann. Was nun beginnt, ist die wilde Jagd durch eine Stadt, die ihre Adlerklauen in die Psyche der jungen Studentin schlägt.

Aquila von Ursula Poznanski – Eine Spezial

Atemlos wie immer hat mich Ursula Poznanski auch diesmal am Ende ihres neuesten Thrillers an der Hand genommen und alle Rätsel gelöst, die mir schlaflose Nächte und ruhelose Tage bereitet haben. Es war deshalb sehr spannend für mich, mit den Fragen des Loewe Verlages auseinanderzusetzen, weil sie schon genau die Punkte berühren, die mich als Leser bewegt haben.

1. Eine fremde Stadt:

Nika begibt sich für ihr Studium auf das Abenteuer „Siena“ in eine fremde Stadt, ohne ihre Familie, ohne Freunde. Hand aufs Herz: Hast du das auch schon einmal gemacht oder würdest es gerne tun?

Allein auf mich gestellt in einer fremden Stadt? Klar. Im Laufe eines Lebens kommt das alleine schon aus beruflichen Gründen oder in Urlauben recht häufig vor. Und wenn es das Schicksal will, dass man aus der Eifel stammt, dann wird eine Reise nach München mit den ersten Arktisexpeditionen durchaus vergleichbar. Die neue Welt. Das Ende des bekannten Universums. Ich habe es tatsächlich überlebt, auch ohne Internet, GPS oder Handy. Das war damals alles Zukunftsmusik. Eine Welt der Telefonzellen, Stadtpläne, Walkmans und Musikkassetten. Hier wurde noch Auge in Auge gechattet (ohne Skype).

Aquila von Ursula Poznanski

2. Stell dir vor:

Du wachst auf, bist in deiner Wohnung eingeschlossen. Ohne Schlüssel, Internet oder Telefon und kannst dich nicht erinnern, wie du in diese Situation gekommen bist. Wie befreist du dich aus deiner Lage?

Sehen wir es mal so: Die meisten Wohnungen in Mitteleuropa gelten ja im Allgemeinen nicht als besonders einbruchssicher. Wenn sie eines aber noch viel weniger sind, dann ausbruchssicher. Aus einer verschlossenen Wohnung zu entkommen, auch wenn diese in einem oberen Stockwerk liegt, ist eher unproblematisch. Wohnung bedeutet zugleich Einrichtung, Einrichtung bedeutet Alltagsgegenstände und das bedeutet Werkzeug. Ein einfaches Messer oder ein Schraubenzieher reichen aus, den Schlüsselzylinder an der Eingangstür zu entfernen und zu entwischen.

Darüber hinaus ist kein Fenster so verschlossen, dass es von innen nicht zu öffnen ist. Also zur Not Fenster auf und raus. Je nach Etage stellt sich nur die Frage, ob man hier springen kann oder sich das Abseilen an Betttüchern empfiehlt. Feel free. Es gibt mehr als nur einen Weg in die Freiheit.

3. Orientierung

Nika nutzt die Gebäude der Universität, Cafés, aber auch GPS zur Orientierung in Siena. Welche Möglichkeiten nutzt du, um dich in einer fremden Stadt zurecht zu finden.

Man nutzt das örtliche Informationsangebot vor Ort aus. Stadtpläne finden sich an allen Bushaltestellen. Den Weg ins Stadtzentrum zu finden ist dann ein Leichtes. Hier kommt man zur Not auch schwarzfahrend voran, was ja auch die Spannung erhöht. Danach ist es nur noch wichtig, die Touristeninformation zu finden und sich mit einem Stadtplan zu versorgen. Hotels helfen da erfahrungsgemäß ebenso aus und schon kann man seine Kreise ziehen. Und vielleicht hat man ja auch Glück und findet mit dem international so beliebten Hilfsmittel des aufgesetzten hilflosen Hundeblickes ja einen ortskundigen und hilfsbereiten Fremdenführer (oder in meinem Fall eben eine Fremdenführerin).

Ansonsten gilt bei absoluter Orientierungslosigkeit immer wieder das bewährte Prinzip der Semmeltüten-Navigation. Man wird kaum eine Bäckerei finden, die ihre Adresse nicht auf der Brötchentüte verewigt hätte. Prima für den Startpunkt einer Reise.

Aquila von Ursula Poznanski

4. Sprachbarriere

Deine Freundin ist verschwunden. Du willst sie bei der italienischen Polizei als vermisst melden. Wie schaffst du das trotz Sprachbarriere?

Gerade in Italien stelle ich mir das grundsätzlich nicht so schwierig vor. Die Polizei dort ist ebenso wenig auf den Kopf gefallen, wie die unsere, wenn ein Italiener versucht hier eine Vermisstenanzeige auf Italienisch aufzugeben. Ansonsten hilft in Italien das Code- Wort „Amanda Knox“ und schon wird die Polizei so hellhörig, dass sich der Rest schon fast von allein ergibt.

5. Ohrwurm

Irgendwie lösen die ersten Zeilen des Songs „Smells like teen spirit“ von Nirvana bei Nika sehr starke Emotionen aus. Welcher „Ohrwurm“ hat das zuletzt bei dir geschafft?

Ein Ohrwurm, der für nachhaltige Gänsehaut gesorgt hat. Revolverheld: Ich lass für dich das Licht an“, weil dieser Song meine romantische Ader in aller Tiefe berührt und mich natürlich auch an besondere Ereignisse im Jahr 2015 erinnert, ohne die ich nicht leben möchte.

6. Mit welchem Buch vergleichbar?

Italien, enge mittelalterliche Gassen, eine nervenaufreibende Spurensuche und die hitzige Jagd nach der Lösung eines Rätsels –  In welchem Buch hast du dich schon einmal auf eine ähnlich spannende Reise gewagt?

Ursula Poznanski hat mit Aquila ein Thrillerniveau erreicht, das ich zuletzt bei Inferno von Dan Brown erlebt habe. Gedächtnisverlust, lebensbedrohendes Szenario und die Kulisse einer altehrwürdigen italienischen Stadt mit historischem Ambiente haben mich an der Seite von Robert Langdon durch Florenz rasen lassen. Auch er hatte nur zwei Tage aus dem Gedächtnis verloren und stand vor schier unlösbaren Aufgaben, die eng mit der Geschichte der Stadt verbunden waren. Hier geben sich nun Florenz und Siena die literarische Hand. Grandios.

Aquila von Ursula Poznanski – Das Hörbuch mit Laura Maire

Abschließend noch ein Wort zur Hörbuchfassung zu Aquila“ aus dem Hause Der Hörverlag. Hier spricht sich uns Laura Maire in einer brillanten Interpretation der völlig verunsicherten Nika ins Herz. Diese Stimme trägt das Hörbuch durch die Straßen von Siena. Man spürt die teilweise naive Hilflosigkeit, die zunehmende Überforderung und die innere Qual, angesichts der Vielzahl unbeantworteter Fragen schier zu verzweifeln. Laura Maire investiert viel, wenn sie Nika stimmlich mit Leben füllt. Besonders lebendig sind jene Passagen gelungen, in denen Nikas radebrechendes Italienisch mit dem allzu schnellen Italienisch der Menschen konfrontiert wird, die sie umgeben. Hier lässt Laura Maire ein Sprachflair entstehen, das einfach grandios ist und der Handlung zusätzliche Authentizität verleiht.

Ich hatte mir diese zarte Stimme so sehr für dieses Hörbuch gewünscht, weil sie eben auch zu Stärke erwachen kann, an Dringlichkeit zunimmt und Selbstbewusstsein entwickelt, wo man Nika schon fast aufgeben möchte. Diese Interpretation ist mehr als gelungen und bringt die literarische Strahlkraft von Ursula Poznanski auf den Punkt.

Lesen und / oder hören? Entscheiden Sie selbst. Hauptsache, Sie reisen nach Siena und erleben einen absolut rasanten Psychothriller, der am Ende keinerlei Fragen offen lässt. Und mir bleibt zu hoffen, dass ich irgendwann eine kleine Rolle in einem Roman von Ursula Poznanski spielen werde. Ich drücke mir selbst die Daumen, vermute aber schon jetzt, dass ich es maximal bis zur Leiche auf dem Seziertisch bringe. Das jedoch wäre schon ein Anfang…

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„ELANUS“ – Ursula Poznanski

Elanus von Ursula Poznanski

Elanus von Ursula Poznanski

SIE ist die Fluchthelferin meines Lesens. Das Leitthema in ihren Romanen Erebos, Saeculum und Layers hat mich zum Weltrekordler in Verfolgungsjagden gemacht. Ich habe keine Ahnung, wie viele Kilometer ich in ihren Büchern bereits auf der Flucht war und dabei dunkle Wälder, Häuser oder Straßenschluchten rastlos durchquert habe. Es müssen zahllose Wege sein, die ich mit ihr lief.

Ursula Poznanski – Autorin zahlloser Bestseller und Phänomen meines Lesens. Ich habe sie porträtiert, interviewt, habe ihre Romane gelesen, Artikel geschrieben und den Weg ihres Schreibens verfolgt. Immer wieder hat sie mich dabei aufs Neue überrascht, fasziniert und zum Staunen gebracht. Ungesehen würde ich ihre Bücher lesen, mich ihr anvertrauen und schon auf der ersten Seite wissen, dass ich nicht enttäuscht würde.

Ursula Poznanski hat mich noch nie im Stich gelassen, nie offene Fragen ungeklärt im luftleeren Raum stehen lassen oder Cliffhanger nur dazu benutzt, die Spannung nur künstlich hochzuhalten und sie dann am Ende eines Romans wirkungslos verpuffen zu lassen. Eigentlich müssten Sie jetzt gar nicht weiterlesen, wenn ich nun ihren neuesten, im Loewe Verlag erschienenen Jugendbuch-Thriller vorstelle. Nehmen Sie nur die klare Botschaft mit nach Hause: LESEN IST PFLICHT.

ELANUS von Ursula Poznanski

Elanus von Ursula Poznanski

Elanus von Ursula Poznanski

Sie sind ja noch da! OK, wenn Sie an dieser Stelle noch in meiner kleinen literarischen Sternwarte verweilen, sind Sie entweder noch kein treuer Leser von Ursula Poznanski, oder es macht Ihnen nichts, aber auch gar nichts aus, einer Lobeshymne zu folgen. Ich kann nicht anders. Ich flog durch diesen neuen Thriller und fand doch Unterschiede zu ihrem bisherigen Schreiben, die mich dazu veranlassen, mein bisheriges Bild der ganz persönlichen „Fluchthelferin“ ein wenig zu revidieren.

Wie bereitete ich mich auf ELANUS vor? Ganz einfach. Laufschuhe anziehen, einen Rucksack mit Notration auf den Rücken, Konditionstraining abschließen, Stadtpläne ins Smartphone einspeisen und schon kann es losgehen. Tempo aufnehmen und schauen, wie ich schnellstmöglich von A nach B gelange, dabei überlebe und möglichst zeitgleich mit dem Protagonisten unversehrt neue Schauplätze zu erreichen. Ich war bereit.

Und nun? Nichts da mit Flucht, keine Spur von überhöhtem Lesetempo und keine Schweißperlen auf meiner Stirn, weil ich wie ein Spitzensportler sprinten musste. Nein. Nichts von alledem. Dafür wartet „ELANUS“ mit Überraschungen auf, die ich so nicht auf dem Leseschirm hatte. Ich werde auf Wahrnehmungsebenen angesprochen, die ich mit gar nicht zugestehen wollte. Ich werde psychologisch verwickelt, an meiner ganz im Verborgenen liegenden voyeuristischen Ader gepackt und von Neugier geschüttelt, für die ich mich fast schon zu schämen glaubte.

Elanus von Ursula Poznanski

Elanus von Ursula Poznanski

Ich würde niemals andere Menschen überwachen, sie beobachten oder ihnen auch noch nachspionieren. Ich käme gar nicht auf die Idee, so etwas zu tun, aber es kann zu Situationen im Leben kommen, in denen es sehr ratsam sein kann, etwas mehr von den Menschen zu wissen, mit denen man täglich zu tun hat. Zumindest ist das die Sicht von Jona Wolfram. Der 17-jährige hochbegabte Wunderschüler, dessen Intelligenz ihn von seinen gleichaltrigen Mitschülern so weit abhebt, dass er schon jetzt ein Stipendium an einer Elite-Universität antritt, hat allerdings auch ein anderes Talent.

Er beherrscht die hohe Kunst, sich in kürzester Zeit überall unbeliebt zu machen. Mein, sonderlich sympathisch kommt der junge Mann nicht rüber. Jona polarisiert, zieht Neider an, wie die motzten das Licht und versucht durch Arroganz und Überheblichkeit einen Schutzwall um sein unsicheres Innenleben zu ziehen. Auch an der neuen Uni ist es nur eine Frage von Minuten, bis er den lebensälteren Studenten das Gefühl gibt, nur unterdurchschnittlich begabt zu sein. Das hat er drauf! Und wie.

Jona ist allerdings ehrlich zu sich selbst. Er kennt seine Schwäche nur zu gut, und ahnt, was auf ihn zukommt. Sein Verhalten zu ändern oder einfach mal freundlich und höflich zu sein – das lässt sein Verstand nicht zu. Jona Wolfram ist der Musterkandidat eines hochbegabten, nicht lebensfähigen Außenseiters. Mit einem Unterschied. Seine Verteidigungsstrategie gegen Ausgrenzung und Mobbing ist ausgefeilt. Sie ist greifbar und passt in einen Alu-Koffer. Seine Überlebensfähigkeit ist bestimmt durch Vorsprung an Wissen und Information. Jona Wolfram hat zusätzliche Augen und Ohren.

ELANUS

Elanus von Ursula Poznanski

Elanus von Ursula Poznanski

Sein Spion ist eine Hightech-Drohne. Jonas System ist ausgefeilt. Eine SMS reicht aus. Spyware installiert. Autopilot an. Verfolgungsmodus aktiviert. Und schon sucht sich ELANUS ihren Weg ganz allein, überträgt Video- und Tonsignal, zeigt das Privatleben der überwachten Menschen und versorgt Jona mit den Informationen, die für ihn nichts anders sind, als ein persönliches Frühwarnsystem bei drohenden Konflikten. Eine tolle Idee, gäbe es da nicht ein paar kleinere Probleme.

Linda zum Beispiel. Sie rückt in den Fokus der Privatüberwachung, weil sie hübsch ist und Jana keine andere Idee hat, wie er sich ihr nähern könnte. Also sammelt er fleißig Informationen über sie. Autopilot – an. Oder Marlene Eine Mitstudentin, die zufällig zum ELANUS-Opfer wird, weil Jona einige Menschen an seiner UNI verunsichern möchte. Oder seine Gastfamilie, der es einfach nicht gelingt, Jona in ihren Alltag zu integrieren, weil er zu sehr nach normalem Leben aussieht. Und natürlich einen Dozenten der Uni, den Jona in einer sehr kompromittierenden Situation mit einer Studentin beobachtet.

Als Jona mit seinem Überwachungswissen in die Offensive geht, realisiert er sehr schnell, dass er anscheinend in ein Wespennest gestochen hat. Und die Verflechtung der scheinbar zufälligen Ereignisse, deren Zeuge er durch ELANUS wird, zieht sich wie ein roter Faden durch sein Leben an der Elite-UNI. Ein Selbstmord bringt das Fass zum Überlaufen und aus dem Jäger wird der Gejagte. Wem kann Jona noch vertrauen? Was hat er wirklich aufgedeckt und kann er sich mit ELANUS verteidigen, wenn er selbst in den Fokus gerät? Jonas schnelle Auffassungsgabe ist jetzt gefragt und zum ersten Mal in seinem Leben ahnt er, was es bedeutet, Freunde zu haben. Zu spät?

Elanus von Ursula Poznanski

Elanus von Ursula Poznanski

Jedenfalls nicht zu spät für mich, um zu realisieren, dass ich genau jetzt die richtige Entscheidung getroffen hatte, indem ich meine Lese-Laufschuhe bereits trug. Es war so klar. Ich hatte es ja kommen sehen, denn nun beginnt das Wespennest aktiv zu werden und auszuschwärmen. Das Ziel all derer, die Jona mit ELANUS aufgeschreckt hatte ist klar. Jetzt hilft nur noch die Flucht und schon wird Ursula Poznanski zur Fluchthelferin meines Lesens.

Diesmal jedoch bin ich nicht allein, denn am Himmel über mir, dort, wo es niemand vermutet, fliegt die zuverlässige Drohne namens ELANUS, die Jona und mich konstant im Auge behält. Ich hoffe, dass ihr Akku so lange hält, bis wir das letzte Geheimnis der Elite-Universität gelüftet haben. Eine Flucht mit umgekehrten Vorzeichen, was sie nicht minder lebensgefährlich macht.

Lesensgefährlich ist ELANUS auf jeden Fall. Ursula Poznanski greift hier ein heißes Thema gekonnt auf und verstrickt ihre Leser in ein Geflecht aus Zufällen und zerstörten Plänen. Sie nimmt uns mit auf eine Gratwanderung der Wahrnehmung. Wem oder was können wir vertrauen? Ist jede Beobachtung der Schlüssel zur Lösung oder neigt man dazu, Dinge falsch zu interpretieren? Und letztlich bleibt eine große Frage für uns alle: Kann man sich Freundschaft erschleichen? Ein Hose-Runter-Roman vom Feinsten.

Denn Leser und Protagonisten müssen feststellen, dass man manchmal die Hose runterlassen muss, um sich Freundschaft und Vertrauen zu verdienen. Aber lest einfach selbst. Ich kann nicht weiterschreiben. Ich bin noch auf der Flucht. Halte durch, ELANUS

Und wer noch nicht genug hat... „AQUILA“ beschleunigt den Puls weiter…

Elanus von Ursula Poznanski

Layers und Elanus von Ursula Poznanski

[FBM 15 Interview] Mit Ursula Poznanski auf der Flucht

Ursula Poznanski - Das Buchmesse-Interview - Frankfurt 2015

Ursula Poznanski – Das Buchmesse-Interview – Frankfurt 2015

SIE ist die Fluchthelferin meines Lesens. Das Leitthema in ihren Romanen Erebos, Saeculum und Layers hat mich zum Weltrekordler in Verfolgungsjagden gemacht. Ich habe keine Ahnung, wie viele Kilometer ich in ihren Büchern bereits auf der Flucht war und dabei dunkle Wälder, Häuser oder Straßenschluchten rastlos durchquert habe. Es müssen zahllose Wege sein, die ich mit ihr lief.

Sie hat mich mit einer scheinbar harmlosen Datenbrille ausgestattet und mir einen jungen Protagonisten zur Seite gestellt, der auf sich allein gestellt war, als die Welt über ihm zusammenbrach. Sie hat mir gezeigt, dass die Wahrheit oftmals vielschichtig ist und ständig hinterfragt werden muss. Sie hat mich dazu gebracht, Flyer zu verteilen und mich vor Reiterstandbildern dabei anstarren zu lassen. Und sie brachte mich auf Trab. Literarisch gesehen, natürlich.

SIE – Das ist Ursula Poznanski. Thriller Autorin von Format, die es vermag, ihre Leser ohne Blutrausch-Orgien zu fesseln und dabei doch von der ersten bis zur letzten Seite ihrer Romane treu an ihrer Seite zu bleiben. Sie bringt Erwachsene dazu, sich in die Jugendbuchabteilungen zu schleichen, um nach Thrillern Ausschau zu halten, die zwar fesseln, aber nicht traumatisieren.

Ursula Poznanski - Das Phänomen - Mit einem Klick zum Artikel

Ursula Poznanski – Das Phänomen – Mit einem Klick zum Gastbeitrag beim Loewe Verlag

Sie veranlasste mich dazu, in einem Gastbeitrag für den Loewe Verlag der Frage nachzugehen „Sind Ursula Poznanskis Jugendthriller die Erwachsenenbücher von morgen?“ Das Feedeback auch auf diesen Artikel zeigt mir deutlich, dass Leser jeden Alters ihr vertrauen. Und das hat einen guten Grund:

Ursula Poznanski ist und schreibt fair. Sie holt nicht weit in die Vergangenheit eines ganzen Kontinents aus, nur um die Seiten von einem Mord zum nächsten zu füllen. Sie benötigt keine 28 Romanfiguren, die alle so schräg sind, als wären sie eben einem Kuriositätenkabinett entsprungen, und sie führt uns keine Ermittler vor Augen, die selbst psychisch „sowas von einen an der Klatsche haben“, dass sie im normalen Leben schon lange nicht mehr bei der Polizei wären.

Ich freue mich daraufUrsula Poznanski  auf der Frankfurter Buchmesse mit meinem Mikrofon verfolgen zu dürfen. Literatur Radio Bayern wird sich an ihre Fersen heften und versuchen, ein gnadenloses Flucht-Interview mit ihr zu führen. Mich interessieren ihre Pläne, Leitideen und Gedanken zur Entwicklung des Thrillers. Und vieles mehr.

Mit einem Klick zum Buchmesse-Interview mit Ursula Poznanski

Mit einem Klick zum Buchmesse-Interview mit Ursula Poznanski

Folgen Sie mir bitte, wenn ich Schicht für Schicht von dem ans Tageslicht bringe, was Ursula Poznanski in Layers so vielschichtig beschrieben hat.

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Hier geht es weiter mit Ursula Poznanski. „ELANUS – Die Überwachung mit einer Drohne wird für den Überwacher zum lebensgefährlichen Ritt auf der Rasierklinge.

Und wer noch nicht genug hat... „AQUILA“ beschleunigt den Puls weiter…

Elanus von Ursula Poznanski

Elanus von Ursula Poznanski

[Jugend-Thriller] Layers von Ursula Poznanski

Layers von Ursula Poznanski

Layers von Ursula Poznanski

Es ist ein wundervolles Gefühl, wenn sich Rezensionen fast von selbst schreiben. Es ist ein grandioses Gefühl, Bücher zu lesen, die so sehnsüchtig erwartet werden und dazu noch aus der Feder von Schriftstellern stammen, die der hohen Erwartung an ihre Romane bisher immer und immer wieder entsprochen haben. Eigentlich müsste ich nur schreiben:

Ursula Poznanski hält, was sie lesenslang versprochen hat!

Mache ich aber nicht. Denn so wie „Layers“, der neue Thriller von Ursula Poznanski im tiefen Untergrund beginnt, hat auch meine Lesereise an ihrer Seite in den U-Bahn-Schächten meines alltäglichen Pendelns begonnen. Und von Seite zu Seite begann ich meine Umgebung im Untergrund aufmerksamer zu beobachten. Vielschichtig stellt sich ein U-Bahnhof dar. Mehr als vielschichtig sind die Wahrnehmungen an einem solchen Ort. Vielschichtig ist sicherlich auch das passende Synonym für diesen neuen Roman der Schriftstellerin von „Erebos“, „Saeculum“ und vielen weiteren Erfolgsbüchern.

Layers von Ursula Poznanski

Layers von Ursula Poznanski

LAYERS – Es beginnt im Untergrund und nur, wenn wir uns ganz vorsichtig bis zum Ende lesen, erblicken wir das Tageslicht am Ende des Tunnels. Folgt Ursula Poznanski in ihren neuen Thriller, erschienen im Loewe Verlag, und werft einen tiefen Blick auf die vielschichtigen Hintergründe, die sie zum Roman verrät. Eine speziell gestaltete Layers Seite lädt in einen Roman ein, der Dorian in unser Lesen treten lässt.

Dorian teilt das Schicksal vieler Obdachloser seiner Stadt. Ziellos umhertreibend gibt er sich der täglichen Suche nach einem sicheren Schlafplatz hin und vorsichtig tastet er sich von einer warmen Mahlzeit zur nächsten vor. Zukunft: Null. Perspektive: Null. Hoffnung: Null. Alter: 17. Und doch unterscheidet ihn so viel von den Menschen, die ohne festen Wohnsitz ihr Leben im Untergrund der Städte fristen.

Die Flucht vor dem übermächtigen Vater, vor dessen Erwartungsdruck und die nie bewältigte Trauer um die verstorbene Mutter trieben Dorian auf diesen Weg. Besser ein Weg ohne Ziel, als das bisherige Leben einfach weiter zu leben. Und fast hätte er sich seinen Traum von Unabhängigkeit bewahrt, wäre er nicht einfach so eingeschlafen. Im U-Bahnhof. Und hätte er nicht nach dem Aufwachen einem Toten in die Augen geschaut und läge nicht Dorians Taschenmesser in der Blutlache, die das Opfer umgibt.

Layers von Ursula Poznanski

Layers von Ursula Poznanski

Dass er das Opfer kennt – egal. Dass der Tote ihn bestehlen wollte – jetzt egal. Dorian sitzt mächtig in der Klemme. Unauffällig wollte er bleiben. Um jeden Preis und nun hat er scheinbar jemanden umgebracht, ohne sich daran erinnern zu können. Aber völlig egal. Dorian muss fliehen. Doch wie aus dem Nichts reicht ihm ein Unbekannter die Hand und führt ihn auf einen Weg, der nicht nur Rettung aus dem Untergrund oder vor der Polizei sein kann.

Er bekommt eine Chance. Und Dorian ist nicht allein.

Er findet sich unversehens in der Villa eines reichen Mannes wieder, der sich wohl in ganz besonderer Weise des Schicksals von Straßenkindern angenommen hat. Raoul Bornheim hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Jugendlichen eine neue Heimat und eine Aufgabe in seinen wohltätigen Organisationen zu geben. Dorian ist fasziniert und kommt schnell in der Villa zurecht, findet Freunde und lernt mit Stella sogar ein Mädchen kennen, das allein den Aufenthalt lohnt.

Layers von Ursula Poznanski

Layers von Ursula Poznanski

Die Aufgaben sind anfangs einfach. Flyer verteilen, die für die wohlmeinenden Ziele der Organisationen werben. Nichts dabei. Nur ein paar Regeln beachten. Nichts weiter. Immer am gleichen Ort bleiben. Sich nicht eigenständig entfernen. Sich von Fremden begaffen lassen. Was soll`s? Und doch kommen Dorian von Tag zu Tag einige Dinge merkwürdig vor. Gar nicht zufällige Bemerkungen von scheinbar zufälligen Passanten, die mehr von ihm zu wissen scheinen, verunsichern ihn. Aber die ganze vielschichtige Wahrheit enthüllt sich nicht.

Als er aufsteigt und wichtigere Aufgaben übernehmen darf, beginnt sich Lage um Lage dieser Schichten wie bei einer Zwiebel zu häuten und Dorian dringt in den Kern des Geheimnisses ein, das ihn umgibt. Bote ist er nun. Und die „Geschenke“ die er bestimmten Menschen aushändigen soll sind scheinbar viel mehr als harmlos und die Reaktionen der auf diese Weise Beschenkten sind sehr unterschiedlich. Als Dorian sich gezwungen sieht, eine der Schachteln zu öffnen entdeckt er mit ihrem Inhalt etwas, das er niemals hätte sehen dürfen.

Eine Datenbrille, die mehr zeigt als die Realität. Sie überdeckt die Wirklichkeit mit einer weiteren aus einer Vielzahl von Informationen. Mit ihr sieht man anders und wird selbst anders gesehen. Als Dorian bemerkt, dass die Brille einen Countdown anzeigt, zählt er eins und eins zusammen und wird zum Gejagten seiner unbekannten Gönner. Die Flucht verläuft mehrdimensional. Er braucht die Brille um das Geheimnis zu ergründen, aber jedesmal wenn er einen Blick durch ihre Gläser wirft wird er für seine Gegner sichtbar.

Layers von Ursula Poznanski

Layers von Ursula Poznanski

Ursula Poznanski hat mit „Layers“ einen extrem spannenden Jugendthriller über Realität, Wahrnehmung, Freundschaft, Vertrauen und das selbstbestimmte Leben junger Menschen geschrieben. Ihre Ausgangssituation ist packend und sie vermag das schon hohe Anfangstempo von Seite zu Seite zu steigern. Und dabei gelingt es ihr, den wirklichen Schwerpunkt von „Layers“ tief im Leser zu verankern. Was ist Moral? Kann man Moral erzwingen und welche Wege führen selbst den wohltätigsten Menschen ins unmoralische Abseits? Ein Spiel mit der augenscheinlichen Sympathie für mögliche Beweggründe eines Täters beginnt und konkurriert mit dem Kampf ums nackte Leben.

Virtuelle Realität verschiebt die Maßstäbe der eigenen Wahrnehmung und Flucht wird zum dominierenden Thema von „Layers„. 

Damit bleibt sich Ursula Poznanski treu. Ich habe keine Ahnung, wie viele Kilometer ich in ihren Büchern bereits auf der Flucht war und dabei dunkle Wälder, Häuser oder Straßenschluchten rastlos durchquert habe. Es müssen zahllose Wege sein, die ich mit ihr lief. Diesmal hat sie eine neue Richtung eingeschlagen. Einen Weg, der manipuliert werden kann. Einen Weg, dem man auch mit eigenen Augen nicht trauen darf. Und doch verlässt Ursula Poznanski weder „ihren“ Dorian noch ihre Leser. Das macht man nicht. Nicht, wenn man Ursula Poznanski ist.

Die Fluchthelferin meines Lesens...

Ursula Poznanski - Das Phänomen - Mit einem Klick zum Artikel

Ursula Poznanski – Das Phänomen – Mit einem Klick zum Artikel

Pst… nicht weitersagen… Über das Phänomen „Ursula Poznanski“ schrieb ich in einem Gastbeitrag auf dem Blog des Loewe Verlages:

„Da bleibt Ursula Poznanski fair. Sie benötigt keine 28 Romanfiguren, die alle so schräg sind, als wären sie eben einem Kuriositätenkabinett entsprungen, und sie führt uns keine Ermittler vor Augen, die selbst psychisch „sowas von einen an der Klatsche haben“, dass sie im normalen Leben schon lange nicht mehr bei der Polizei wären.“

Hier geht es weiter… (Und ein Interview für Literatur Radio Bayern ist veröffentlicht)

Und wer noch nicht genug hat... „AQUILA“ beschleunigt den Puls weiter…

Layers von Ursula Poznanski

Layers von Ursula Poznanski

Landezone der Artikelspringer im Advent 2015

advent astrolibrium 2015_Zielgebiet

Hier geht es weiter mit Ursula Poznanski. „ELANUS – Die Überwachung mit einer Drohne wird für den Überwacher zum lebensgefährlichen Ritt auf der Rasierklinge.

Elanus von Ursula Poznanski

Elanus von Ursula Poznanski