Ein Versteck unter Feinden – Roxane van Iperen

Ein Versteck unter Feinden - Roxane van Iperen - Astrolibrium

Ein Versteck unter Feinden – Roxane van Iperen

Manchmal erzählen Häuser ihre Geschichten. Es sind Geschichten über diejenigen, die sie bewohnten, die sich zuhause fühlten oder in ihnen ihre Geheimnisse verbargen. Jeder Blick in ein altes Haus gleicht dem Blick in ein Tagebuch, in dem man zwar sehr genau sehen kann, wann etwas geschrieben wurde. Die Worte jedoch sind nicht mehr da. An ihre Stelle rücken Grundrisse, Erker, Fenster, Keller und Dachgeschosse. Den Rest muss man schon selbst herausfinden. Was würden diese Wände erzählen, wenn sie reden könnten? Wie viel Glück, wie viel Blut, wie viel Freude und Leid könnten sie bezeugen, wenn wir sie zum Sprechen bringen könnten. Ruinen und verfallene Häuser sind keineswegs die legendären Lost Places der Geschichte. Sie hüten ihr Geheimnis so lange, bis jemand kommt, der in den Mauern lesen kann. Jemand, der nicht an die Renovierung denkt, sondern an jenen Zustand, in dem man das Haus vor vielen Jahren vorgefunden hätte. Dann kann man sie hören. Die Geschichten.

Ich mag solche Geschichten. Ich mag die demaskierten Gebäude, die uns in ihre Zeit entführen. In die Zeit, in der sie nicht nur Wohnraum boten, sondern selbst Geschichte schrieben. Zuletzt entlockte ich mit Simon Stranger dem Bandenkloster im Trondheim unter der Nazi-Herrschaft in Norwegen seine Geheimnisse. Erst nach dem Krieg verriet das Hauptquartier der Gestapo-Schergen, was in seinen Räumen geschah. Hier spielte sich Grausames ab, aber ohne diese Geschichte wäre der lautstarke Aufruf „Vergesst unsere Namen nicht“ von Simon Stranger wohl ungehört verhallt. Hier erzählt uns ein Schreckensort der Diktatur seine Geschichte. Roxane van Iperen geht einen anderen Weg. Sie hört ihrem neuen Haus in Holland aufmerksam zu. Sie findet doppelte Böden, Hohlräume und verborgene Kammern. Sie beginnt zu recherchieren und entlockt ihrer neuen Heimat ihre Geheimnisse. „Das hohe Nest“ (`t Hooge Nest) beginnt zu reden.

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Ein Versteck unter Feinden – Roxane van Iperen

Ein Versteck unter Feinden entführt uns in die Niederlande. Roxane van Iperen erzählt die wahre Geschichte von zwei jüdischen Schwestern im Widerstand. Es beginnt, wie so oft im Leben: Zufällig. Die Familie erwirbt ein Häuschen im Grünen. Im Osten von Amsterdam, idyllisch gelegen im kleinen Örtchen Naarden. Das hohe Nest sollte Heimat und Biotop für die Familie werden. Ein verwilderter Garten, das schlichte Anwesen und die etwas geheimnisvolle Aura des Hauses entfalteten ihre eigene Magie. Als Roxane van Iperen jedoch bei der Renovierung Verstecke, doppelte Wände, Luken und vergilbte Zeitungen des Widerstandes aus dem Zweiten Weltkrieg findet, lassen ihr diese Entdeckungen keine Ruhe mehr. Sie beginnt, dem Haus seine Geheimnisse zu entreißen:

Langsam, aber sicher, Zimmer für Zimmer, finden die Puzzlestücke zueinander, bis die unglaubliche Geschichte, jetzt, sechs Jahre später, auf dem Papier steht: Dieses Haus ist größer als wir. Wir sind nur Passanten, die das Glück haben, es bewohnen zu dürfen.

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Ein Versteck unter Feinden – Roxane van Iperen

Was sich hier noch romantisch und ein wenig verklärt anhört, entwickelt sich sehr schnell zu einer Geschichte, die mehr erzählt, als nur eine jüdische Familiengeschichte in den Niederlanden. Roxane van Iperen erzählt vom jüdischen Leben, von Hoffnungen, Integration, Ängsten, Liebe und Werten. Sie beginnt im Jahr 1912 in Amsterdam. Und wie so viele Familiengeschichten beginnt auch diese mit einem Zufall. Und sie endet wie viele jüdische Geschichten in Bergen-Belsen. Was rund um den Nieuwmarkt beginnt, ist der Anfang einer Liebesgeschichte, der zwei Mädchen entspringen. Lien und Janny Brilleslijper kommen im Abstand von fünf Jahren zur Welt und wachsen in Amsterdam auf. Um all das zu verstehen, was später geschah, ermöglicht uns Roxane van Iperen einen umfangreichen Blick auf das jüdische Leben in Amsterdam. Sie beschreibt, wie abgeschottet das jüdische Viertel einerseits war, andererseits ist deutlich zu erkennen, wie sehr die niederländischen Juden in die Gesellschaft integriert waren.

Mit der Machtergreifung der Nazis im benachbarten Deutschland und mit den ersten Gerüchten über Judenverfolgungen und die diskriminierenden Nürnberger Gesetze ist es vorbei mit der Ruhe in den Niederlanden. Zwar fühlt man sich noch sicher, aber die ersten Flüchtlinge aus dem „Reichsgebiet“ verunsichern die Bevölkerung sehr. Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und der Besetzung ihrer Heimat beginnt dann auch das Martyrium der Familie Brilleslijper. Amsterdam unter Kontrolle. Judengesetze und Ausgrenzung aus Studium, Beruf und Gesellschaft. Wer kann, flieht. Wer nicht fliehen kann, geht in den Untergrund. Man sucht Verstecke. Jüdische Familien tauchen unter. Es formiert sich Widerstand und selbst die nichtjüdische Bevölkerung stellt sich am 24. Februar 1941 im „Februarstreik“ den Besatzern offen entgegen. Lien und Janny sind zu diesem Zeitpunkt schon im Widerstand gegen die Nazis aktiv.

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Ein Versteck unter Feinden – Roxane van Iperen

Als man auf der Suche nach einer verborgenen Zentrale auf das Hohe Nest stößt, wird aus dem unscheinbaren Haus das Zentrum des jüdischen Widerstandes in einem besetzten Land. Ein Versteck in Naarden. Der Hochburg der Nazigrößen ihrer Zeit. Ein Versteck unter Feinden. Roxane van Iperen blättert die Geschichte vor uns auf. Sie hat alle Mosaiksteinchen zusammengetragen. Es ist eine Geschichte der Entrechtung, der schleichenden und konsequenten Ausdünnung der jüdischen Bevölkerung. Es ist eine Geschichte von Mitläufern, Verrätern, Mittätern und Tätern. Es ist eine Geschichte von Mut und Zuversicht und es ist die Geschichte zweier junger Frauen, die das Hohe Nest zum Zufluchtsort geflüchteter Juden machen. Als ihr Versteck verraten wird, findet man dort sechzehn Menschen in ihrem Versteck. Was folgt, ist die Deportation.

Es folgen Orte, die heute auf der Landkarte gegen das Vergessen jeder für sich den Holocaust symbolisieren. Westerbork, Auschwitz, Bergen-Belsen. Hier wird aus der Geschichte der beiden Schwestern mehr als die Beschreibung ihres Leidens und ihres Weges von einem Konzentrationslager ins nächste. Hier begegnen sie zum ersten Mal einer anderen jüdischen Familie, die sich in Amsterdam versteckt hatte. Hier treffen wir auf Menschen, deren Geschichte wir so gut kennen. Lien und Janny treffen auf Anne Frank und ihre Familie. Hier vereinten sich zwei Schicksalswege. Ich habe kaum weiterlesen können. Zu intensiv war meine eigene Auseinandersetzung mit dem Leben von Anne. Ich scharte die Bücher um mich, die ich über sie gelesen hatte. Ich nahm ihr Tagebuch zur Hand und ich versuchte mich für den Moment zu wappnen, in dem mir die beiden Brilleslijpers von den letzten Tagen mit Anne und Margot erzählten.

Vergebens. Alles Wappnen half nichts. Einer der traurigsten Momente meines Lesens.

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Ein Versteck unter Feinden – Roxane van Iperen

„Ein Versteck unter Feinden“ von Roxane van Iperen hat viele Lücken in meinem Wissen über den jüdischen Widerstand in den besetzten Niederlanden gefüllt. In jeder Beziehung ein absolut lesenswertes Buch über die Verfolgten, ihre Verfolger und ein kleines neutrales Land, das ideologisch vergewaltigt wurde. Die Autorin bleibt immer auf dem Boden der recherchierten Tatsachen. Sie hat es nicht nötig, zu dramatisieren, drückt nicht auf Tränendrüsen und emotionalisiert die Geschichte in keiner Weise. Sie stellt sich der Verantwortung, ein authentisches Zeitzeugnis abzulegen. Das spürt man ihrem sehr komplexen Schreiben an. Es ist ein zutiefst verantwortungsvolles Buch, das den Opfern des Nationalsozialismus gerecht wird. Es wirft Fragen auf, die wir heute nur für uns ganz alleine beantworten können. Hätten wir den Mut? Wären wir so selbstlos? Würden wir unser eigenes Leben hintanstellen? Würden wir uns für andere erheben?

Ich habe meine Antworten. Hier geht es zu meinem literarischen Kanon Gegen das Vergessen. Es ist wichtiger denn je, der Wahrheit ins Auge zu blicken und jeder Form von Rassismus und Antisemitismus die Stirn zu bieten.

Das besetzte Holland – Eine literarische Annäherung bei AstroLibrium.

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Ein Versteck unter Feinden – Roxane van Iperen

Die verlorene Tochter der Sternbergs – A.L. Correa

Die verlorene Tochter der Sternbergs - Armando Lucas Correa - Astrolibrium

Die verlorene Tochter der Sternbergs – Armando Lucas Correa

Das Schreiben gegen das Vergessen der Opfer des Holocaust ist ein Wagnis. Es besteht gerade bei Romanen die Gefahr, in eine verkitschte Darstellung der Verfolgung von Regimegegnern und ausgegrenzten Bevölkerungsgruppen abzudriften. Allzu oft ist die Realität des menschenverachtenden Nationalsozialismus dann nur die Kulisse, die ein Schriftsteller benötigt, um eine Herzschmerzgeschichte zu erzählen. Gerade in der heutigen Zeit, in der Zeitgeschichte zu Geschichte wird, weil die Zeitzeugen sich nicht mehr äußern können, wird die Grenze zum „Holokitsch“ und zur romantisierten Form der literarischen Aufarbeitung häufig überschritten. Ich stehe dieser Entwicklung sehr kritisch gegenüber und versuche weiterhin beharrlich, jene Romane zu finden, die den hohen Anforderungen an die seriöse Auseinandersetzung mit einem Genozid gerecht werden.

Die verlorene Tochter der Sternbergs von Armando Lucas Correa gehört in die Phalanx der Romane, die nicht nur das Etikett „nach einer wahren Geschichte“ tragen, sondern sich dieser authentischen Vorlage tatsächlich verschrieben haben, um uns die Geschichte zu erzählen, die ansonsten niemand mehr niederschreiben könnte. Es geht nicht um die Symptome einer menschenverachtenden Ideologie. Es geht nicht um eine herzzerreißende Erzählung, die ihre Leser zu Tränen rührt. Hier geht es nicht um eine Geschichte, die uns packen soll, Spannungsbögen zur Dramatisierung konstruiert und in deren Verlauf wir auch noch unterhalten werden. Ganz im Gegenteil. Correa bedient sich stilistisch einer wenig emotionalen und angenehm sachlichen Beschreibung, der man ohne Ablenkung folgen kann, um das wahre Ausmaß der Ereignisse zu ermessen.

Die verlorene Tochter der Sternbergs - Armando Lucas Correa - Astrolibrium

Die verlorene Tochter der Sternbergs – Armando Lucas Correa

Die Sternbergs werden im Berlin der 1930er Jahre von der Machtübernahme der Nazis überrollt, so wie es ihren jüdischen Mitbürgern ergeht. Es ist die schleichende Entrechtung, die wir an ihrem Beispiel erleben. Es sind die Einschränkungen im Alltag, die das Familienleben immer enger eingrenzen. Es ist die absolut fatale Hoffnung einer Familie, am Ende mit einem blauen Auge davonzukommen. Es ist die Fehleinschätzung der Eltern zweier kleiner Töchter, dass die Nazis nicht so weit gehen würden, wie man es in ihrem Umfeld behauptet. Erst als die Bücher des eigenen Buchladens in Flammen aufgehen und der eigene Ehemann ins Konzentrationslager verschleppt wird, sieht sich Amanda Sternberg in der Ausweglosigkeit der Situation dazu gezwungen, alles hinter sich zu lassen und mit ihren Töchtern zu fliehen.

Hier beginnt eine Odyssee, die den Entwurzelten alles nimmt, was ein normales Leben ausmacht. Hier wird eine Mutter vor die schwierigsten Entscheidungen gestellt, die man sich auch nur näherungsweise vorstellen kann. Eine Schiffspassage ist schon organisiert, alles verläuft nach Plan und doch scheitert die Flucht, wie so viele in dieser Zeit. Es gelingt Amanda nicht, ihre beiden Töchter ins sichere Kuba zu schicken. Im letzten Moment bringt sie es nicht übers Herz, sich von ihrer jüngsten Tochter Lina zu trennen und vertraut nur ihre sechsjährige Tochter Viera einem fremden Ehepaar an. Hier trennen sich die Lebenswege zweier Geschwister. Und nicht nur das. Das ist der Beginn einer Geschichte von Identitätsverlust, der Verleugnung des eigenen Glaubens und einer Zukunft, in der die Familienbande wie lose Enden in der Geschichte hängen.

Die verlorene Tochter der Sternbergs - Armando Lucas Correa - Astrolibrium

Die verlorene Tochter der Sternbergs – Armando Lucas Correa

Es ist aber auch die Geschichte der wenigen aufrechten Helfer, die ihr Leben aufs Spiel setzen, um verfolgte Juden zu retten. Es ist die Geschichte Frankreichs, das sich als Zufluchtsort anbietet und tragischerweise zur Todesfalle mutiert. 1939 schien es so, als wäre der Nationalsozialismus weit weg. Für Amanda und ihre Tochter Lien jedoch rückt die Gefahr immer näher. Das kleine Örtchen, in dem sie Zuflucht und Anschluss finden, gerät nach dem Angriff der Wehrmacht auf Frankreich ins Zentrum der Gewalt. Correa erzählt komplex, verwebt diese Familiengeschichte mit den Geschehnissen im besetzten Frankreich und engt den Freiraum von Mutter und Tochter immer mehr ein. Als sich schließlich die SS bei Vergeltungsaktionen gegen die Zivilbevölkerung wendet, wird das Massaker von Oradour-sur-Glane zum Fanal für die beiden Sternbergs, aus dem es kaum ein Entrinnen geben kann.

Armando Lucas Correa bleibt in seinem Roman nicht an der Oberfläche. Er taucht in die Tiefe der Urängste von Eltern ein, denen es nicht gelingt, ihre eigenen Kinder zu retten. Er versetzt uns in die Lage der Menschen, die vor die Wahl gestellt werden, für fremde Kinder Verantwortung zu übernehmen oder sie ihrem Schicksal zu überlassen. Correa stellt in seinem Roman Wegweiser auf, an denen man sich zu entscheiden hat, ob der eigene moralische Kompass funktioniert oder ob wir vor Angst versagen würden. Bei aller Hoffnung, die man schöpfen kann, bei aller Großherzigkeit, die man auf diese Weise erlebt, muss man immer wieder die Augen vor der Realität verschließen, da die Rettung von Kindern in dieser Zeit mit dem Verlust ihrer Geschichte verbunden war. In vielen Überlebensberichten decken sich diese Erkenntnisse. Jüdische Kinder mussten katholisch werden, um sie zu tarnen. Sie mussten die Namen ändern, um zu überleben. Und danach? Nach dem Krieg? Nach dem Ende des Wahnsinns? Wird es die Chance geben, die Kinderfotos von einst wieder in das echte Familienalbum zu kleben?

Die verlorene Tochter der Sternbergs - Armando Lucas Correa - Astrolibrium

Die verlorene Tochter der Sternbergs – Armando Lucas Correa

Armando Lucas Correa lässt diese Frage nicht unbeantwortet. Er knüpft in seinem aufwühlenden Roman an die Geschichten vieler „Cut-Out-Children“ an, die aus ihren Stammbäumen ausgeschnitten werden mussten, um sie zu retten. Viele von ihnen sind wohl noch heute ahnungslos, weil sie adoptiert wurden und alle Verbindungen zu ihren eigentlichen Eltern in den Krematorien der Nazis in Rauch aufgingen. Wer die Identität verliert, hat keine eigene Geschichte zu erzählen. Wer am Ende seines Lebens nur am Ende des Lebens einer anderen Person angelangt, der ist auch heute noch ein Opfer einer Ideologie, die längst der Geschichte angehören sollte. Sollte! Diesen Fingerzeig auf unsere Zeit finden wir auch in Correas Buch. Namenlose Flüchtlinge gehören fast schon wieder zum Alltag unserer Zeit. Denken wir an ihre Stammbäume und Familien. Denken wir daran, wer diese Kinder von heute im Alter von 90 Jahren sind.

Diesen Zeitsprung wagt Armando Lucas Correa in seinem Roman Die verlorene Tochter der SternbergsEr verbindet Zeitebenen und Geschichte, in dem er sie neu schreibt. Er lässt uns staunen, wem wir im Jahr 2015 in New York begegnen. Er lässt uns fast atemlos dabei zuschauen, wie eine alte Dame auf Nachrichten reagiert, die in ihrem Leben nicht mehr damit gerechnet hätte, eine Geschichte zu entdecken, die sie seit mehr als 70 Jahren verdrängen wollte. Es sind Briefe aus der Vergangenheit, die sie über einen unglaublichen Umweg erreichen. Ein Wendepunkt in einer Geschichte, die so unglaublich ist, dass sie nur vom wahren Leben so geschrieben werden konnte. Er lässt uns verwundert die Augen reiben, als wir erkennen, dass die Lebensweisheit eines Vaters die Zeit überdauert hat und etwas verbindet, was für immer getrennt war:

Die verlorene Tochter der Sternbergs - Armando Lucas Correa - Astrolibrium

Die verlorene Tochter der Sternbergs – Armando Lucas Correa

Wenn du Angst hast und spürst, dass dein Herz rast, dann fang einfach an, die Herzschläge zu zählen. Zähle sie und konzentriere dich auf jeden Einzelnen…

Das Herzschlagfinale einer Geschichte, die sich in meinem Lesen und Schreiben Gegen das Vergessen einen wichtigen Platz erobert hat, und sich inmitten von Büchern wiederfindet, die von Kindern erzählen, denen nicht nur die Familien geraubt wurden, bewegt gerade in Zeiten eines aufflammenden Neo-Antisemitismus und bleibt nicht ohne Wirkung. Kinder ohne eigene Geschichte, keine Seltenheit:

Sonnenschein
Das Mädchen mit dem Poesiealbum
Junge ohne Namen

Mein Lesen geht weiter. Mein Schreiben setzt sich fort. Wir vergessen die Namen nicht, wir bleiben den Schicksalen auf der Spur. Wir erinnern… 

Die verlorene Tochter der Sternbergs - Armando Lucas Correa - Astrolibrium

Die verlorene Tochter der Sternbergs – Armando Lucas Correa

Hannah Arendt – Was für ein Leben – Drei sogar

Hannah Arendt - Was für ein Leben - Drei sogar - Astrolibrium

Hannah Arendt – Was für ein Leben – Drei sogar – Astrolibrium

Hannah Arendt (1906 – 1975), Ikone, Jahrhundertdenkerin, vergöttert, verfolgt und beschimpft. Intellektuelle mit hohem Spaltbarkeitsfaktor, unversöhnliche Kämpferin auf verlorenem Posten. Emigriert, immigriert, polyglott, heimatlos. Jüdische Professorin mit professioneller Haltung. Unverbiegbare, anlehnungsbedürftige, unerhört und verzweifelt Liebende. Zwischen den Fronten stehender Prototyp einer Influencerin mit Sprengkraft, Zeitzeugin des weltumfassenden Eichmann-Prozesses in Israel und Fettnapftreterin im Urteil über einen Massenmörder. Wie kann man sich dieser Frau nähern, die einerseits so unnahbar wie ein fremder Kontinent und andererseits so greifbar wie der rote Faden des Erinnerns an den Holocaust ist? Ich möchte ihren drei Leben begegnen. Ich will ihr durch Deutschland, Frankreich und die USA folgen. Mein Weg stellt eine Kreuzung dar, die drei Werke miteinander verbindet, die mir helfen sollen, eine Frau zu verstehen, die stets auf Unverständnis stieß.

Die drei Leben der Hannah Arendt“ – Graphic Biography von Ken Krimstein
Im Vertrauen – Briefe 1949 – 1975“ Hannah Arendt und Mary McCarthy – Hörbuch
Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen“, Hannah Arendt

Drei Wege, die für mich zu einem Königsweg im Verständnis wurden. Wege, die in ihren unterschiedlichen Herangehensweisen Türen und Augen öffneten. Wege, die ich trotz der zu vermutenden Komplexität auf ein paar einfache Nenner bringen möchte, die meine Sichtweise zum Holocaust stark beeinflusst haben. Wege, die bis in die heutige Zeit reichen, weil eine Wiederholung der Geschichte nur dann erfolgen kann, wenn die Automatismen von einst wieder zu greifen beginnen. Hannah Arendt ist Grenzgängerin und Chefanklägerin der Humanität. Man sollte ihr sehr gut zuhören.

Hannah Arendt - Was für ein Leben - Drei sogar - Astrolibrium

Hannah Arendt – Was für ein Leben – Drei sogar

Die drei Leben der Hanna Arendt“ – Graphic Biography von Ken Krimstein

Was kann eine Graphic Novel bewegen? Wie kann sie sich einem Thema annähern, das augenscheinlich nicht für dieses literarische Gerne geeignet erscheint? Ich bin der Meinung, dass gerade dieser Widerspruch Neugierde weckt. Wer greift heute noch zur ausschweifenden Biografie? Wer taucht noch gerne in Sekundärliteratur voller Quellen- und Rechercheangaben ein? Kann man nicht einen Weg wählen, der plakativ und doch inhaltlich ausgewogen eine breitere Leserschicht anspricht? Ken Krimstein hat sich für diese ganz individuelle Herangehensweise entschieden. Ich möchte mich hier gerne als Maßstab dafür bezeichnen, warum das Experiment mehr als gelungen ist. Nein. Ich bin Hannah Arendt bisher literarisch nicht begegnet. Nein. Ich las bisher keine Zeile von ihr und hielt eine Auseinandersetzung mit ihr für wenig erfolgversprechend. Sie schien mir zu „elitär“, um ihren Gedanken folgen zu können. Die Hemmschwelle war zu groß. 

Und doch. Ich tauchte tief in den Illustrationen und Texten von Ken Krimstein ein. Ich hatte schon auf den ersten Seiten dieser Graphic Novel das Gefühl, dass Krimstein alle meine Bedenken kennen würde und schon in seiner Einleitung die Hemmschwellen auf mein Bodenlevel absenken konnte. Er setzt nicht voraus, dass man Hannah Arendt in- und auswendig kennt, bevor man sich seinem Buch widmet. Er ermöglichte mir eine unbefangene Annäherung. Krimstein akzeptiert mein Unwissen. Was er jedoch von mir erwartet, darauf darf er mit Fug und Recht bauen. Interesse und unvoreingenommenes Denken. Dafür bin ich zu haben. Er knüpft hier an so viele Schicksale an, die mir schon begegnet sind, wie die von Charlotte Salomon und Irène Némirovsky. Künstlerinnen, die von Nazis verfolgt, an den Rand der Gesellschaft gedrängt und ermordet wurden.

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Hannah Arendt – Was für ein Leben – Drei sogar

Was Hannah Arendt von ihnen unterscheidet, ist ihre Flucht nach Frankreich. Ihr erstes Leben in der deutschen Heimat endete 1933 mit der Machtübernahme der Nazis und führte sie als Emigrantin zuerst nach Paris dann in die USA. Was sie verbindet, ist die Tatsache, dass auch Paris kein sicheres Refugium war. So wie Charlotte Salomon Ihre Bilder in einem Koffer bei sich trug und sagte „C´est toute ma vie“ hatte auch ihre Leidensgefährtin Irène alles Wertvolle bei sich, als sie floh. „Trennt euch niemals von diesem Koffer, denn er enthält das Manuskript eurer Mutter.“ Und auch Hannah ist gedanklich bei einem Koffer, als sie nach dem Schicksal von Walter Benjamin gefragt wird. Sie erinnert sich daran „Wie er die schweren Koffer mit dem Passagen-Projekt die Berge hochgeschleppt hat… Wie er sagte, dass diese Dokumente ihm teurer seien als sein eigenes Leben.“ Nur, wer dies erlebt hat, weiß was Verfolgung heißt.

Doppelte Vertreibung, doppelte Entwurzelung, die Veränderung ihres Umfelds und der Menschen, die ihr nahestehen, der ideologische Sieg der braunen Kultur auch über die Liebe ihres Lebens, Martin Heidegger, all dies wird sie nicht mehr los. All dies wird sie verfolgen. Egal, wo sie ist. Die Wahrheit finden, für sie ein ekstatischer Genuss. Ihr Lebenscocktail besteht aus Leidenschaft, Liebe, Lügen und Philosophie. Sie bleibt eine Getriebene, die keine Opfer scheut, um das Licht der Erkenntnis zu erblicken. Grenzen gibt es für sie nicht. Als sie 1961 als Prozessbeobachterin in Israel weilt und Eichmann als bürokratisches und unauffälliges kleines Licht erlebt, erkennt sie die Banalität des Bösen. Weltweit hagelt es Kritik, weil sie zu verharmlosen scheint. Dabei gelingt ihr ein Bravourstück erster Güteklasse. Sie zeigt die Täter in ihrer lächerlichen Normalität und nicht als Übermenschen. Jeder kann schuldig sein. Auch der harmloseste Kleingeist.

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Hannah Arendt – Was für ein Leben – Drei sogar

Als Hannah Arendt sich auch mit der internationalen jüdischen Gesellschaft anlegt und hinterfragt, warum sie die europäischen Juden im Stich ließ, verliert sie an Boden. Zu gewagt sind ihre Thesen. Zu früh kommen sie für eine Welt im Wandel, die sich nur zu gerne vor einer Mitschuld verstecken möchte. Wenige Freunde begleiten sie bis zum Ende. Mary McCarthy ist eine von ihnen. Eine Herzensbeziehung zweier Frauen, über alle Grenzen hinweg. Ken Krimstein gelingt mit seiner Graphic Novel ein Meisterwerk. Die Illustrationen skizzieren drei Leben. Seine Worte beschreiben sie. Gemeinsam sind sie in ihrer symbiotischen Wirkung ein Wegweiser zu Hannah Arendt, der animiert, sich intensiver mit ihr auseinanderzusetzen. Das ist gelungen. Ich muss mehr erfahren. Ich muss die Bilder des Buches „Die drei Leben der Hannah Arendt“ mit eigenen Bildern anreichern. Ich muss mir jetzt ein eigenes Bild von ihr machen. Es fühlt sich so an, als würde mich Ken Krimstein dazu einladen, seine Skizzen auszumalen. Ein bewegendes Gefühl.

Die Relevanz dieses Buches liegt in Schlüsselsätzen, wie diesem: „Wie Feuer sich aus Sauerstoff speist, tut dies der Totalitarismus aus der Unwahrheit.“ Zeitlos und bedeutend ist die Botschaft, die uns Hannah Arendt hinterlässt. Eine Botschaft, die wir ernstnehmen sollten, weil sich ansonsten wiederholt, was man nicht wiedergutmachen kann – auch nicht in drei Leben. Diese Graphic Biography ist ein Muss, wenn man sich mit Hannah Arendt auseinandersetzen will, wenn man Vergangenes verstehen möchte, Gegenwärtiges mitprägen will, um das Zukünftige zu verändern. Am Ende des Lesens pausierte ich nur kurz. Ich wollte hören, was Hannah zu erzählen hatte. Ich wollte dem Briefgeheimnis zum Trotz hören, was sie ihrer Freundin anvertraute. Ich griff zu:

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Hannah Arendt – Was für ein Leben – Drei sogar – Im Vertrauen – Briefe

Im Vertrauen / Briefe 1949 / 1975“. Hannah Arendt und Mary McCarthy. Ein Hörbuch wie eine Offenbarung. Briefe aus ihrem dritten Leben, dem in den USA, um im Rahmen von Ken Krimstein zu bleiben. Was wir hier hören dürfen, ist einer der brillantesten und bewegendsten Briefwechsel, den man sich nur vorstellen kann. Zwei kluge Frauen, die unterschiedlicher nicht sein konnten. Es waren Welten, die hier aufeinandertrafen. Eine Jüdin und eine Katholikin. Eine der deutschen Universitätstradition verhaftete Gelehrte und eine Frau aus dem Umfeld amerikanischer Elitecolleges. Eine verfolgte Heimatlose und eine sicher verwöhnte Aufstrebende. Schreibende waren beide. Künstlerinnen und Intellektuelle von Format. Der Beginn der Freundschaft, ein Missverständnis. Als dieses ausgeräumt war, begannen die Worte zu sprudeln. Hannah spürt man Vergangenes an, Mary das Künftige. Suchend sind sie beide. Intimes wird ausgetauscht. Liebe und Leid verbinden sie.  

Für Mary McCarthy war Hannah Arendt der einzige Mensch, dem sie beim Denken zuschaut. Hier werden Bilder von Ken Krimstein lebendig. Wo man bei den Briefen oft ohne Hintergrund fragend zögert, erhellen sie sich im Licht der Graphic Novel. Hörend bricht man in sich zusammen, wenn sich die Briefe dem Ende zuneigen. Man wünschte sich, Hannah hätte geahnt, an welcher Stelle der Tod die beiden Frauen trennen würde. Hörend lauscht man auf die endlichen Worte. Findet Wehmut, Hoffnung und Zuneigung. Ein unglaublich tiefer Einblick in die Seelen zweier Seelenverwandter. Unter der Regie von Sandra Quadflieg entstand hier eine authentische Produktion, die rührt und bewegt zugleich. Katharina Thalbach (Hannah) und Sandra Quadflieg (Mary) schlüpfen nicht nur stimmlich in die Rollen ihrer Protagonistinnen. Man fühlt, dass es vibriert, atmet und bebt. Spannung, Sorge und Zuneigung werden mit Händen greifbar. Räumliche Distanz wird durch Worte zum Nichts. Ich blicke auf zweieinhalb Stunden eines Dialogs zurück, ohne den ich mir Hannah Arendt nicht ausmalen wollte. Zuletzt lese ich sie selbst.

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Hannah Arendt – Was für ein Leben – Drei sogar – Eichmann in Jerusalem

Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen“. Hannah Arendt in Israel. Sie beobachtet den Prozess gegen den Designer der Endlösung. Sie schreibt über das Szenario, das weltweite Aufsehen, dass Adolf Eichmanns Entführung erregte. Sie wandert auf der Grenze zwischen Schauprozess und Gerechtigkeit, sie prangert zu Beginn des Berichts die schlechte Dolmetscherleistung an, die es dem Angeklagten im Verlauf des Prozesses erschwerte, der Anklage zu folgen. Sie klagt die ganze jüdische Welt an, gewusst und nichts unternommen zu haben. Sie erkennt einen Bürokraten, im eigentlichen Sinn ein kleines Rädchen. Banal. Er könnte jeder sein. Das polarisiert. Die Welt hatte einen Bösewicht erhofft. Und jetzt? Ein blasser Buchhalter des Todes. Und Hannah Arendt geht weiter. Sie beklagt den klaglosen Opfergang der Juden. Sie kann sich nicht mit dem Bild „wehrlos zur Schlachtbank geführt zu werden“ abfinden. Worte, die die Welt aufrütteln, bewegen, verletzen. Worte, die zu früh kommen, verstörend und maßlos wirken. Und doch eben Gedanken, ohne die eine künftige Welt nicht existieren könnte.

Dieses Buch aus der Feder des Großgeistes Hannah Arendt ist eine Offenbarung und eine Verpflichtung zugleich. Hier schließt sich der Kreis. Drei Leben lebte sie im vergangenen Jahrhundert. Drei Jahrhunderleben. Jedes Leben wäre ohne das andere nicht denkbar. Wir sollten uns bemühen, diese Leben nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Es wäre fatal für unsere Gegenwart. Es wäre fatal für die Zukunft.

Hannah Arendt - Was für ein Leben - Drei sogar - Astrolibrium

Hannah Arendt – Was für ein Leben – Drei sogar – Eine neue Bücherkette

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte - Astrolibrium

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte

Wir schreiben den 27. Januar 2020. Weltweit wird an diesem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Jahr 1945 gedacht. 75 Jahre ist es nun schon her und trotzdem kann man immer noch nicht zur Tagesordnung übergehen und so tun, als wäre inzwischen alles gesagt zu den nationalsozialistischen Massenmorden. Aber nein. Dem ist nicht so. Während einerseits die KZ-Gedenkstätten einen deutlichen Zuwachs der Besucherzahlen verzeichnen, verschärft sich der Ton in unserem Land zusehends. Das ist keine Vermutung, ich kann dies für mich belegen. Meine Artikel zur Erinnerung an alle Opfer des Nationalsozialismus werden zunehmend aggressiv kommentiert und weitgehend anonyme EMails zeugen von einer offenen Form des Antisemitismus, die mir in den letzten Jahren nicht begegnet ist…

Umso wichtiger ist es, auch am 75. Jahrestag der Befreiung der „Todesmaschine Auschwitz“ einen Zeitzeugenbericht vorzustellen, der über jeden Verdacht erhaben ist, frei erfunden zu sein. Ich kann nicht an diesen Tag denken, ohne an Zeitzeugen der Vernichtung zu denken, die heute nicht mehr zu uns sprechen können. Besonders Eva Mozes Kor, eine der wenigen Überlebenden der Mengele-Experimente, bleibt mir wohl immer im Gedächtnis, weil ihre Botschaft der Vergebung ihren Tod überstrahlt. Wer ihr jemals persönlich begegnet ist, wäre niemals auf die Idee gekommen „der Holocaust sei frei erfunden“. Die Überlebenden haben uns ihre Lebensgeschichten hinterlassen. Nur wenige können uns noch selbst erzählen, wie alles begann und wo es endete. Wir sind diejenigen, die darauf achten müssen, dass die Leugner des Schreckens aus den Höhlen kriechen und alte Automatismen bedienen, nur um sich selbst als Übermensch wiederbeleben zu können.

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Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgtevon Jeremy Dronfield ist für den Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz von herausragender Relevanz. In vielfacher Hinsicht. Nicht nur, weil die wahre Geschichte den Lebens- und Leidensweg einer jüdischen Familie aus Wien erzählt. Nicht nur, weil diese Geschichte auf Fakten, Tagebüchern und Zeugenaussagen beruht. Nicht nur, weil sie also authentisch ist. Sie zeigt in besonderer Weise auf, was dieser Jahrestag der Befreiung für die Betroffenen damals bedeutete. Freiheit. Befreiung. Nichts klingt schöner. Und doch fühlte sich die Befreiung nicht so an, wie wir es uns vorstellen. Vor dem Anrücken der Alliierten lösten die Nazis ihre Lager zum Teil auf, erhöhten die Anzahl der Massenmorde und schickten die Überlebenden auf Todesmärsche in den Frost. Die Tage vor der Befreiung waren in jeder Hinsicht für die Inhaftierten unkalkulierbar. Und am Tag der Befreiung selbst war die Internierung nicht beendet. Und selbst, wenn man das Lager dann verlassen durfte, war man heimat- und besitzlos. Niemand wollte die Überlebenden zurück.

Ich habe viele Zeitzeugenberichte genau auf diesen Tag der Befreiung untersucht und darüber geschrieben. „27. Januar 1945 – Auschwitz ist frei. Aber was nun?“ Ein Artikel, der für die ergänzende Betrachtung der Authentizität des vorgestellten Buches relevant ist, weil alle Zeitzeugen hier dieselbe Sprache sprechen. Jedes Nazi-Opfer hat seine ganz eigene Geschichte. Viele scheinen wir zu kennen. Viele haben wir gelesen. Was jedoch das Buch „Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte“ gerade aus heutiger Sicht so außergewöhnlich lesenswert macht, ist die Tatsache, dass hier in einer unglaublichen Komplexität die Geschichte einer jüdischen Familie weitergegeben wird, die von Rettung, Überleben und Auslöschung erzählen kann. Eine Familie, die es nicht verhindern konnte, die volle Wucht der Nazi-Ideologie zu erleiden, die es aber im Vorfeld der Deportationen zumindest schaffte, zwei Kinder aus Österreich in Sicherheit zu bringen. Zwei Angehörige der Familie starben. Zwei überlebten den Holocaust. Eine sechsköpfige Familie, deren Familienfoto von Nazis für alle Zeit zerrissen wurde. Die losen Enden konnten nie wieder vereint werden.

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Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte

Dieses Familienfoto finden wir, wenn wir die Schutzbroschur aufklappen. 1938 in Wien entstanden, sehen wir dort die Familie Kleinmann. Vater Gustav, Mutter Tini, zwei Töchter, zwei Söhne. Ihnen folgen wir auf der Grundlage von Tagebuchaufzeichnungen des Familienoberhauptes und Interviews mit den Überlebenden der Familie. Der Autor Jeremy Dronfield hat sich tief in die Familiengeschichte hineinrecherchiert. Er hat die Gespräche persönlich geführt, Mosaiksteine zusammengefügt und Primärquellen durch die Hinzuziehung sekundärer Dokumente untermauert. So entstand eine anschauliche und lebendig erzählte Familiengeschichte, die stellvertretend für die vielen unerzählten Geschichten des Holocaust steht. Was Jeremy Dronfield hier so lebendig wie in einem Roman erzählt, ist nicht leicht zu lesen. Hier schlägt uns die ganze ungeschönte Wucht der Menschenverachtung des Nazi-Regimes entgegen. Man kann sich dem Buch nicht entziehen. So grausam die Details, so unfassbar das Grauen auch ist.

Allein die schleichenden Anfänge der Judenverfolgung in Österreich machen uns hellhörig für jede Form von Antisemitismus, die uns heute begegnet. Es braucht nicht besonders viel Fantasie, um den Bogen weiterzuspinnen, um zu erkennen, wohin eine Gesellschaft abdriftet, die den Sprachjargon der Nazizeit wieder salonfähig macht. Wer heute die alten Automatismen bedient und sich erneut auf die Suche nach Underdogs der Gesellschaft macht, kann später jedoch nicht mehr sagen „Wir haben davon nichts gewusst!“ Geschichte wiederholt sich nur zu augenfällig. Das Lesen dieses Buches ist wesentlich für das Verständnis der Schlinge, die sich immer enger um die Kleinmanns zog. Ihre Lebensgeschichte beweist erneut, dass der Judenhass in der Gesellschaft tief verankert war und nur auf dieser Grundlage ein Genozid in diesem großen Stil realisiert werden konnte.

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte - Astrolibrium

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte

Wer sich auf dieses Buch einlässt, sollte gewappnet sein für eine Grenzerfahrung im Bereich der Literatur über den Holocaust. Man wird Wegbegleiter zweier Kinder, die in Sicherheit gebracht und gleichzeitig der Familie dauerhaft entfremdet werden. Im weiteren Verlauf der Geschichte erleben wir die Verzweiflung der Mutter und einer ihrer Töchter, denen es nicht gelingt zu fliehen. Bürokratische Grenzen der freien Länder im Angesicht der Judenverfolgung verhindern ihre Ausreise. Mit tödlichen Folgen, was uns an die heutigen Diskussionen zu sicheren Herkunftsländern erinnert. Gustav Kleinmann und sein Sohn Fritz werden deportiert und erleben die Vernichtungsmaschinerie einiger Konzentrationslager am eigenen Leib. Nur ihr Zusammenhalt und der pure Zufall retten ihnen das Leben. Doch Freiheit und die Befreiung aus Auschwitz haben nichts mit dem 27. Januar 1945 zu tun. Eine Geschichte, die vielfache Botschaften in sich trägt.

Ist eine solch tragische Familiengeschichte über den Holocaust und seine Folgen sakrosankt und darf nicht kritisiert werden? Sicherlich nicht. Sie ist unantastbar und wahr. Und doch sollte ein Historiker und Autor, der ein menschenverachtendes System beschreibt, das seine Gegner schon an Äußerlichkeiten festmacht und Untermenschen physiognomisch als „hässliche Juden“ vermessen lässt, bei Beschreibungen der Täter nicht in ein ähnliches Schema verfallen. Dronfield macht Täter an Äußerlichkeiten, wie Schweinegesicht, flachen Köpfen und charakterlosen Augen fest. Wenn man sich aber Fotos anschaut, die sie zeigen, ist es viel auffälliger, wie harmlos sie eigentlich wirken. Eine Beobachtung, die Hannah ArendtDie Banalität des Bösen“ nannte. Hier muss der Schriftsteller – gerade in einem solchen Buch – darauf achten, sich nicht angreifbar zu machen. Hier wird vieles zur Gratwanderung. Ebenso empfand ich einen Satz mehr als grenzwertig, wenn:

…er die Geschichten aus Birkenau hörte, besonders der schrecklichen Gerüchte der Geheimnisträger, die im Sonderkommando im Krematorium gedient hatten, heizten sie seine Fantasie auf grausame Weise an.

Ich denke, hier ist sprachlich mehr Vorsicht geboten. „Krematorien heizen Fantasie an“… schwer zu verdauen im Kontext.

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Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte

Ich bin kritisch bei diesen Büchern. Ich will verhindern, dass neue Rechte sie in den Bereich der Unsachlichkeit abschieben können. Ich will ihren Inhalt wirken sehen, weil die Zeitzeugen nicht mehr selbst erzählen können. Wir können diese Geschichten und damit auch die Menschen in Erinnerung halten. Wir können sie lesen, sie empfehlen, in den Mittelpunkt unseres Interesses stellen und sie auch verteidigen. Dieses Buch ist es wert, verteidigt zu werden. Meine Kritik richtet sich nicht gegen den Kern des Erzählten. Es geht mir nur um den sorgsamen Gebrauch von Worten, Attributen und Prädikaten.

Wien. Wer bei „Mein Name ist Judith“ von Martin Horváth noch davon ausgehen durfte, dass Fiktionales erzählt wurde, der sollte die Geschichte der Kleinmanns im direkten Zusammenhang sehen. Im Kern beginnen beide im Jahr 1938 in Wien. Beide Familien, die erfundene Familie Klein und die wahrhaftige Familie Kleinmann, leben in der Leopoldstadt. Hier schließen beide Bücher einen Kreis, den nur aufmerksame und sensibilisierte Leser erkennen. Was bei Judith allzu unwirklich erscheint, wird in diesem Buch umso realer. Wer Distanz benötigt, sollte Judith kennenlernen. Wer die Wahrheit verkraften kann, muss den Weg mit Gustav und Fritz gehen. Beiden Familien zu folgen ist mutig. Sehr sogar…

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Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte

Gegen das Vergessen bei Astrolibrium. Lebenslang verpflichtet. Dieser Artikel ist Eva Mozes Kor in liebevoller Erinnerung gewidmet. Shalom.

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Für Eva Mozes Kor

Mein Name ist Judith von Martin Horváth

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Mein Name ist Judith von Martin Horváth

Wenn ich über verlorene Mädchen schreibe, ist es mir meist schwer ums Herz. In meinem Lesen bin ich vielen realen und fiktiven Schicksalen begegnet, die mir speziell als Vater sehr nah gegangen sind. Ich habe diesen Lost Girls eine eigene Kategorie in der kleinen literarischen Sternwarte gewidmet und habe die Suche nach ihnen nie ganz aufgegeben. Zu viele Geschichten erzählen von ihnen. Zu viele Mädchen gehen in und zwischen den Zeitfalten der Weltgeschichte verloren. Insbesondere in den dunklen und menschenunwürdigen Epochen der jüngeren Vergangenheit verlieren sich ihre Spuren. Deportationen, Genozide und die Auslöschung ganzer Familienstammbäume zeichnen dafür verantwortlich, dass sie verloren bleiben. Namenlos zumeist, ohne Identität, ohne eigene Geschichte. Ich schrieb sehr viel darüber…

Das Mädchen mit dem Poesiealbum steht stellvertretend für die realen Schicksale, die zur Zeit der Judenverfolgung unter dem Nazi-Regime zu beklagen sind. Holocaust. Ein schrecklicher Begriff für das Unaussprechliche. Mir ist bewusst, dass der Fokus auf den „Verlorenen Mädchen“ niemals die anderen Opfer ausblenden darf. Und doch bin ich, gerade als Vater einer wundervollen Tochter, emotional besonders betroffen, wenn ich ihnen begegne. Sie verdeutlichen die Wucht der Auslöschung ganzer Generationen. Sie mahnen uns und stehen für alles, was wir heute nicht mehr erleben wollen. Hier ist die literarische Aufarbeitung der Vergangenheit von besonderer Wichtigkeit. Und wem die realen Schicksale zu nahegehen, der sollte in der anspruchsvollen Fiktionalisierung eine Chance sehen, sich anzunähern. Lesen gegen die Namenlosigkeit und das ewige Vergessen ist ein gehaltvolles und wichtiges Lesen.

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Mein Name ist Judith von Martin Horváth

Ich möchte Euch heute ein besonderes Mädchen vorstellen. Und, so unglaublich diese Geschichte auch klingen mag, sie ist doch in der Lage, uns einen emotionalen und nachhaltigen Zugang zu einem Opfer des Nationalsozialismus zu gewähren. Diese unschuldige Seele erlangt im Roman von Martin Horváth eine Dimension, die in einer fiktionalisierten Figur selten zu finden ist. Sie überschreitet Grenzen des Vorstellbaren. Genau hier liegt die Stärke dieses Romans. Hier liegt die Stärke eines Romans. Denn Literatur darf alles. Sie darf Ebenen verschwimmen lassen, Illusionen und Traumbilder zur Realität erheben und Wege aufzeigen, die unser Verstand verweigert. Literatur ist hier Wegbereiter eines neuen Denkens. Dieses Mädchen wird zum Synonym für diese gewagte und doch gelungene Form der Auseinandersetzung mit einer Vergangenheit, die auch heute noch nach uns greift. Gebt diesem Mädchen eine Chance.

Mein Name ist Judith“. Mit diesen Worten stellt sich uns ein 10-jähriges Mädchen vor, das aus der Zeit gefallen scheint. Wir begegnen Judith im Wien des Jahres 2023. Über der Stadt hängt nach terroristischen Anschlägen der Schatten des Ausnahmezustands. Panzer auf den Brücken. Polizei an allen Ecken und Enden. Angst geht um. Der Autor León Kortner verlor bei einem der Anschläge Frau und Tochter. Seine Welt ist aus den Fugen geraten. Nun versucht er, einen Roman über eine jüdische Familie zu schreiben, die in seinem Haus eine Buchhandlung betrieb, bis sie von den Nazis vertrieben wurde. Ein Verlorener schreibt über Verlorene. Über Menschen, die zwar ihr Leben retten und ins Ausland fliehen konnten, die aber doch ein Opfer brachten, das bis heute an ihnen nagt. Sie haben die jüngste Tochter zurückgelassen. Ihr Schicksal ist ungeklärt. Judith Klein, ihr Name.

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Mein Name ist Judith von Martin Horváth

Als plötzlich ein Mädchen in der Küche von León Kortner auftaucht, sich als Judith vorstellt und in jeder Hinsicht wie eine Scheingestalt aus dem letzten Jahrhundert wirkt, kommt der Schriftsteller völlig aus dem Tritt. Sie ist zehn Jahre alt. Sie trägt altmodisch wirkende Kleidung und besteht beharrlich darauf, dass der Buchladen im Erdgeschoss ihren Eltern gehört. Nur, da ist nichts mehr. Keine Spur von der alten Buchhandlung. In tiefster Verwirrung, ob er träumt oder ob alles real ist, beschäftigt sich León Kortner mit dem Mädchen. Judith nimmt einerseits die Rolle seiner toten Tochter ein, andererseits fühlt sich León in der Lage, ihr die Geschichte ihrer verlorenen Familie zu erzählen. Ein schmerzhafter Prozess, der von Ausflüchten über Lügen bis hin zur Wahrheit führt. Die Wahrheit, die auch den Verbleib von Judith Klein erklärt.

León Kortner nimmt die Rolle des unzuverlässigen Erzählers ein. Er bezweifelt, in seinen Wahrnehmungen richtig zu liegen. Er gesteht sich selbst zu, dass Judith nur ein Geist sein kann. Ich mag diese unzuverlässige Perspektive nicht, weil sie einem Autor jede Fluchtmöglichkeit aus einem Roman ermöglicht. Martin Horváth jedoch zelebriert diese Sichtweise so intensiv, dass Realität, Trugbilder und Träume zu einem plastisch wirkenden Bild verschmelzen. Letztlich ist es egal, ob es Judith in dieser Form gibt. Wir lernen sie kennen, wir lernen die Geschichte der Kleins kennen. Schnell schließen sich alle Kreise zu den Geschichten verlorener Kinder in Zeiten von Verfolgung, Flucht und Krieg. Sehr schnell wird deutlich, was Judith mit so vielen Mädchen gemeinsam hat, die man vor dem Zugriff der Nazis retten wollte.

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Mein Name ist Judith von Martin Horváth

Mein Name ist Judith von Martin Horváth ist ein äußerst ungewöhnlicher, jedoch nicht minder fesselnder Roman über Verlust, Einsamkeit und niemals verheilte Wunden aus der Vergangenheit. Wer am Verstand von León Kortner zweifelt, der sollte auch am kollektiven Verstand der Menschheit zweifeln. Aus der Geschichte zu lernen, gehört zu den absoluten Fremdwörtern unserer Gesellschaft. Auch im Wien des Jahres 2023 wird Fremdenhass zur Methode. Terror, Ideologien und Ausgrenzung bestimmen den Alltag. Daneben wirkt die Geschichte dieses Mädchens, das wie in einer Zeitschleife gefangen ist und verzweifelt nach seiner verlorenen Geschichte sucht, wie eine kleine Unwucht in der Unendlichkeit. Und doch dominiert Judith diesen Roman. Sie stellt ihre Fragen wohl für alle Kinder dieser Welt, die im Niemandsland gestrandet sind.

Martin Horváth streut Geschichten in seinen Roman ein, die sich wie ein Buch im Buch lesen. Es sind die Verarbeitungstexte von Judiths Bruder, der sich nur schreibend und ganz in sich zurückgezogen mit dem Verlust der kleinen Judith, seiner Schwester, beschäftigen konnte. Es sind diese Texte, die schwer im Magen liegen. Sie strahlen im Buch wie leuchtende Fackeln gegen das Vergessen. Wir werden von Seite zu Seite zu Zeugen eines Heilungsprozesses in der Psyche von León Kortner. Hier zeigt sich, dass man über Verlust reden und schreiben muss. Man darf nichts verschweigen, denn nur, wenn man etwas totschweigt, wird es vergessen werden. Ein sinnstarker Roman, dem eine Dynamik innewohnt, die nicht mehr lockerlässt. Ein Roman voller Bilder, die mich verstört, zerstört und wieder aufgerichtet haben.

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Mein Name ist Judith von Martin Horváth

Mein Name ist Judith“ von Martin Horváth ist eine literarische Ausnahmeerscheinung auf ganzer Linie. Sprachlich präzise und doch verträumt und verwundert. In seiner vom Autor gewählten Perspektive absolut einzigartig und in der Botschaft signifikant. Wenn man an Judiths Existenz glaubt, dann sieht man tausende von Kindern vor sich, denen wir Antworten schulden. Kinder, die uns in einer Parallelwelt begleiten. Fast können wir sie sehen, in den Wohnungen, in denen sie einst lebten. In den Städten, aus denen sie vertrieben wurden. Verlorene Kinder. Verlorene Mädchen. Es würde mich beruhigen zu wissen, dass ihre Schicksale zählbar sind. Das ist nicht der Fall. Freundet Euch mit der kleinen Judith an und passt auf sie auf. Sie ist einzigartig!

Bücher im Dialog. Verlorene Mädchen und versteckte Kinder im Holocaust.

Ich war ein Glückskind
Sonnenschein
Das Tagebuch der Anne Frank
Das versteckte Kind
Lienekes Hefte
Versteckt unter der Erde
Das Mädchen mit dem Poesiealbum
Kinder mit Stern

Mein Name ist Judith von Martin Horváth - Astrolibrium

Mein Name ist Judith von Martin Horváth

Bald werde ich mich auf einem anderen Kontinent mit verlorenen Kindern unserer Zeit auseinandersetzen. Ihre Zahl scheint wieder zu wachsen. Ob wir je ihre Fragen beantworten können? In welcher Sprache auch immer. Bald sind es mexikanische und andere südamerikanische Kinder, die auf der Suche nach ihren Eltern an einer Grenze stranden, an der man heute gerne eine Mauer errichten würde. Trump lässt grüßen.

Das „Archiv der velorenen Kinder“ – hier geht´s zur Rezension…

Das Archiv der verlorenen Kinder - Bald auf AstroLibrium

Das Archiv der verlorenen Kinder – Bald auf AstroLibrium