Vati von Monika Helfer

Vati von Monika Helfer - Astrolibrium

Vati von Monika Helfer

Als ich mich vor genau zwei Jahren ganz vorsichtig in den Roman „Die Bagage“ von Monika Helfer vorgewagt habe, konnte man nicht erwarten, welchen Siegeszug diese autobiografisch geprägte Familiengeschichte antreten würde. Die Leserschaft im deutschsprachigen Literaturraum war begeistert vom Buch und der Hörbuchfassung, die Monika Helfer durch die authentische Autorenlesung auf ein besonderes Level hob. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Kunde von diesem persönlichen Werk. Es folgte die Nominierung für den Österreichischen Buchpreis und nicht zuletzt konnte sie den erstmals vergebenen Publikumspreis zum Bayerischen Buchpreis gewinnen. Und all dies mit einer kleinteilig wirkenden, aber groß angelegten Geschichte über ihre eigene „Bagage„, der man sich blind anvertrauen konnte. Die Botschaft hallte lange nach und beschäftigte mich intensiv. Ich schrieb damals:

„Wir haben alles gehabt, und das meiste war uns nicht vergönnt.“

Als Monika Helfer am Ende ihrer Erzählung vor einem Gemälde des großen Pieter Bruegel steht und es aufmerksam betrachtet, verschwimmen die Ebenen zwischen der Erzählung und ihrer Wahrnehmung, Hier lässt sie ihre Bagage auferstehen, erweist ihr die Ehre und erweist allen, die je waren und sein werden ihre Referenz. Der würdevolle Umgang mit ihren Eltern, Onkeln, Tanten und ihren eigenen Kindern ist sehr bewegend und schützt uns fortan, den Begriff „Bagage“ mit negativer Betonung zu verwenden. 

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Vati von Monika Helfer

Jetzt ist sie wieder da. Jetzt knüpft sie weiter an ihrem bunten Erzählteppich, der sich in so mancher guten Lesestube zum prachtvollen Gobelin des einfachen Lebens im Kreise einer verschworenen Familiengemeinschaft entwickel hat. Monika Helfer knüpft an. Sie verwebt den Handlungsfaden, der sich im Ersten Weltkrieg zum schmerzhaften Knäuel verwirrte, mit den Folgen, unter denen ihre Mutter zeitlebens zu leiden hatte. Es waren die bösen Gerüchte von der fremdgehenden Mutter, die dafür sorgten, dass sich der eigene Vater von der kleinen Grete abwandte und kein Wort mit ihr sprach. In „Die Bagage“ stand die große Geschichte der Moosbruggers im Abseits der Gemeinschaft eines Bergdorfes im Mittelpunkt. Es war die Geschichte der schönen Maria, um die ihr Mann von allen beneidet wurde. Es war die Geschichte von Verletzung, Sehnsucht und Eifersucht, die sich Monika Helfer von der Seele schrieb. Und doch wollte ich am Ende mehr erfahren.

Wie sollte die Geschichte unter dem Vorbehalt der untreuen Mutter weitergehen? Was wurde aus der früh stigmatisierten Grete, die damit leben musste, von ihrem Vater ignoriert zu werden? Und wie letztlich würde das Leben von Monika Helfer dadurch von der Vergangenheit der „Bagage“ beeinflusst. Hier beginnt „VATI„. Hier springen wir mit Monika Helfer in eine Zeit, in der ein zweiter Krieg auf den ersten gefolgt war. Wir sind an der Seite von Grete, die ihren Weg geht und ihren Mann findet. Wir erleben sie als selbstbewusste Frau, eng eingebunden in die Wurzeln ihrer Geschwister. Was mit ihrer Mutter Maria begann, setzt sich nun bei Grete und ihrem Ehemann fort. Hier steht eine neue Geschichte plastisch vor unseren Augen. Hier entführt uns Monika Helfer in einen so sehr erhofften Zeitsprung bis hin zur Geschichte ihrer eigenen Eltern. Es ist jedoch ihr VATI„, von dem sie uns in Wahrheit erzählt.

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Vati von Monika Helfer

Hier beginnt Monika Helfers Erzählung aus erster Hand. Hatte sie sich zuvor noch auf das Hörensagen verlassen müssen, so ist sie hier die kleine Tochter, die miterlebt, mitfühlt, mitdenkt und mitleidet. Ihre Großeltern Maria und Josef leben nicht mehr. Ihre Mutter Grete (das damals vom eigenen Vater ignorierte Kind) steht mit beiden Beinen fest im Leben als sie ihren Josef kennenlernt. Vom zweiten Krieg verstümmelt, an den Folgen leidend und in ihr die Frau für sein Leben findend. So lernen wir die späteren Eltern von Monika Helfer kennen. Hier beginnt auch ihre Geschichte. Wir werden jetzt zu direkten Zeugen einer Geschichte, die sich im Familienalbum erstmals mit Bildern belegen lässt. Am Ende des Hörensagens über „Die Bagage“ erzählt nun die Tochter von ihrem „VATI„.

„Wir sagten Vati. Er wollte es so. Er meinte, es klinge modern.
Er wollte vor uns und durch uns einen Mann erfinden,
der in die neue Zeit hineinpasste.“

Wir lernen ihn als Kriegsversehrten kennen, sehen ihn als Leiter einer Einrichtung für Seinesgleichen. Das Kriegsopfererholungsheim wird auch für die kleine Monika zur Heimstätte. Es sind bewegende Bilder der Kriegsopfer und der Traumatisierungen, unter denen sie leiden, die sich Monika Helfer in ihr und unser Gedächtnis ruft. Hoch oben in den Bergen, weit fort von allem – auf der Tschengla – spielt sich ihre Kindheit ab. Hier lernt sie ihren Vater als büchersüchtigen Mann kennen, der mit viel Liebe die kleine Bibliothek des Heimes auf Vordermann bringt. Hier spüren wir ihren Zugang zu Büchern, den sie ins Blut gelegt bekam. Hier werden wir zu Zeugen einer Geschichte, die sich aus einem kleinen Idyll für die verletzten Körper und Seelen in einen Ort der Angst verwandelt. Die Zeit steht nicht still. Das Heim soll zu einem profitablen Hotel in den Bergen verwandelt werden. Ihr Vater fürchtet um seine Bücher und begeht einen folgenschweren Fehler. Und Monika ist die Komplizin seiner Tat.

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Vati von Monika Helfer

Was in Die Bagageeinem klaren Spannungsbogen folgte, wirkt in „VATI“ schon etwas kleinteiliger. Es sind Erinnerungsfragmente, die sich zu einem Bild fügen, das die Autorin selbst langsam zu entwickeln scheint. So scheinen Väter zu sein. Das liest sich absolut typisch für viele VaterTochterBeziehungen. Mütter hinterlassen oftmals tiefere Spuren im Leben. Sie ziehen sich wie rote Fäden durch die Entwicklung ihrer Töchter. Es sind intensive Bindungen. Väter treten da oft in den Hintergrund und sind immer nur an bestimmten Wegmarken von besonderer Bedeutung. Ein Vergleich dazu. Annie Ernaux schrieb sich ihr ganzes Leben von der Seele. Während andere Werke geschlossener und dichter wirkten, war Der Platz“ hier kleinteilig und fragmentarisch. So sind die Erinnerungen an Väter. Sie sind über ein ganzes Leben verstreut, ergeben keine geschlossene Geschichte, aber ohne sie würde man sich selbst nicht verstehen.

Helfers „Vati“ ist „Der Platz“ von Annie Ernaux. Allerdings ist es keine Abrechnung mit ihrem Vater, die Monika Helfer im Sinn hat. Es ist die emotionale Annäherung, mit der sie sich selbst ein Bild von ihm zu machen scheint. Unvergessen bleiben Episoden in meiner Erinnerung, in denen er ihre möglichen zukünftigen Freunde durch ein sehr literarisches „Casting“ schickt. Sie sollen sich einfach eines seiner Bücher aussuchen und es aus dem Regal nehmen. Und nur wer hier sorgfältig und zärtlich mit einem der Bücher umgeht, bekommt seinen Segen. Das habe ich mir gut notiert. Für später. Wer im VATI-Buch einen ausschließlichen Vati-Report erwartet, wird angenehm überrascht sein, wie präsent die Bagage in diesem Buch ist. Es sind die Geschwister, Onkel und Tanten, die omnipräsent erscheinen. Es ist die Geschichte ihrer Mutter, die Monika zu einem bewegenden Ende bringt und es sind tiefste Einblicke in das eigene Leben, die sie uns gewährt.

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Vati von Monika Helfer

Auch diesmal habe ich gelesen und gehört. Ich kann der Stimme von Monika Helfer nicht widerstehen. Es klingt brüchig, vorsichtig und manchmal ein wenig distanziert in der Art und Weise, wie sie ihre Autorenlesung anlegt. Aber es ist wuchtig, nah und in ganz besonderer Weise authentisch, ihr selbst zuzuhören. Wer „Die Bagage“ liebte, muss bei VATI anknüpfen. Beide Bücher sind literarische Erinnerungsmonumente, die im Gedächtnis bleiben. Wer sich dieser Bagage verpflichtet fühlt, wird vielleicht in seinem eigenen Leben Parallelen sehen und ist in der Lage, Bilder zu korrigieren, die sich zu sehr festgebrannt haben. Zuletzt bleibt mir nur Ver- und Bewunderung für die großen Geschichten, die im Hause Köhlmeier – Helfer ihren Weg in die Welt finden. Es ist ein Schrifstellerpaar, das ich gerne paarweise genieße und als PaarWeise bezeichne… Und ich bin gespannt, was auf „VATI“ folgt.

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Monika Helfer und Michael Köhlmeier – PaarWeise

Das Finale vom „VATI“ ist ein im literarischen Sinn ein tragisch schönes Ende. In meinen kühnsten Träumen würde ich mir wünschen, es möge mich so ereilen.

Briefwechsel – Wir haben uns wirklich an allerhand gewöhnt

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Briefwechsel – Wir haben uns wirklich an allerhand gewöhnt

Gemach, gemach. Bevor Sie jetzt zögern und denken, ein Briefwechsel zwischen zwei deutschen Schriftstellerinnen sei nichts für Sie, geben Sie mir einfach eine Chance zu erklären, warum eine solche Korrespondenz so unglaublich interessant ist. Briefe lesen zu können, die eigentlich nicht für unsere Augen bestimmt waren, gehört sicher zu den intimsten Momenten einer literarischen Auseinandersetzung mit prominenten Personen. Sie zeigen die Wahrheiten hinter den aufgebauten Fassaden, mit deren Hilfe man sich vor der breiten Öffentlichkeit zu schützen versuchte. Und nicht nur das. Hier, im sicher geglaubten Biotop eines schriftlichen Dialogs und unter Ausschluss all jener, vor denen man sich ansonsten nicht frei äußern wollte, erhalten wir authentische Einblicke in das Seelenleben von Menschen, die sich im öffentlichen Leben anders zeigten. Dies mag einer der wesentlichen Aspekte sein, warum ich immer wieder zu Briefwechseln greife, und dann voller Neugier auf das künstlerische Schaffen der Schreibenden auch zu den Büchern finde, die sie uns hinterließen.

Briefe im Nachlass großer SchriftstellerInnen gehören zum unschätzbaren Fundus ihres Schaffens. Und bald gehören sie zu den Relikten einer längst vergangenen Zeit. Welche Autorengeneration schreibt sich noch Briefe? Wer kommuniziert im technisch geprägten Zeitalter des Internets handschriftlich? Wessen Stimmungslage kann man in der heutigen Zeit noch am ausgewählten Briefpapier, der schönen Briefmarke oder am geschwungenen Schriftbild erkennen? Müssen wir uns nicht langsam daran gewöhnen, zukünftig im Nachlass bedeutender AutorInnen nur Chatverläufe und E-Mails zu finden, die in aller Eile und formlos den schnellsten Weg zum Adressaten gefunden haben? So sollten wir jetzt mit den Letzten ihrer Art umgehen. Mit den letzten echten Briefwechseln zwischen Menschen, die sich auf diese Art und Weise gegenseitig versicherten, Liebe und Zeit in diese Zeilen investiert zu haben, die im Briefumschlag vor den neugierigen Augen der Welt und damit vor Indiskretion geschützt waren. .

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Briefwechsel – Wir haben uns wirklich an allerhand gewöhnt

Wenn Sie nun meinen Zugang zu solchen Briefwechseln nachvollziehen können, gehen wir doch einen Schritt weiter. Ich lasse mir einen solchen Briefwechsel gerne vorlesen. Es ist die große Kunst, in einem handschriftlichen Dialog nicht nur den Inhalt, sondern auch jede Nuance einer noch so kleinen Stimmungsschwankung offenzulegen. Dies gelingt nur durch die intensive Auseinandersetzung mit den VerfasserInnen dieser Briefe und der richtigen Einordnung in den zeitlichen und gesellschaftlichen Kontext, in dem sie geschrieben wurden. Hier liege ich mit meiner eigenen Erzählstimme oft falsch in der Tonlage, im Aufspüren kleinster sarkastischer Zwischentöne und Emotionen. Hier ziehe ich mich gerne zurück und überlasse das den wahren Profis. SchauspielerInnen, die nicht nur gelernt haben, fehlerfrei vorzulesen, sondern auch in Rollen zu schlüpfen, sich fallenzulassen und mitzuerleben. Das ist die hohe Kunst gelesener Briefwechsel!

Und schon sind wir mittendrin in der Vorstellung der Hörbuch-Produktion: Wir haben uns wirklich an allerhand gewöhnt – Der Briefwechsel„. Die Schauspielerin und Sprecherin Sandra Quadflieg wagt sich in ihrem neuesten Projekt erneut an zwei große Frauen heran, die ihre Spuren in der Literatur hinterlassen haben. Christa Wolf und Sarah Kirsch. Auch hier sei vorausgeschickt, dass ich sicher nicht zu den intimen Kennern dieser beiden Schriftstellerinnen gehöre. Ich habe bisher kein Buch von ihnen gelesen und ihre Lebensbahnen haben mich literarisch nicht berührt. Aber genau dies zeichnet die Projekte von Sandra Quadflieg aus. Ihre Briefwechsel-Projekte sind nicht nur für die Connaisseure ihrer erwählten literarischen Protagonisten gedacht. Sie geht in die Vorleistung, recherchiert sich in diese Leben, ordnet ein, gewichtet, interpretiert und dann… Dann sucht sie sich eine Partnerin oder einen Partner, um gemeinsam vor dem Mikrofon eine längst untergegangene Welt wiederzubeleben.

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Briefwechsel – Wir haben uns wirklich an allerhand gewöhnt

Diesmal ist es die wundervolle Iris Berben, die mit Sandra Quadflieg in die Rollen der beiden großen deutschen Schriftstellerinnen schlüpft, um uns einen Dialog zu präsentieren, der fast dreißig Jahre lang währte. Ein Briefwechsel, in den man sich so schnell hineinhören kann, weil die Rahmenbedingungen ein so klar definiertes Bild der Freundschaft zwischen den beiden Autorinnen skizzieren, das neugierig macht. Beide wachsen in der DDR auf und finden dort zu ihren literarischen Stimmen. Doch während Christa Wolf ihren Platz in der ostdeutschen Literatur findet, bleibt Sarah Kirsch nach kritischen Äußerungen und mehreren Konflikten mit den Kulturorganen der DDR keine andere Wahl, als 1977 in den Westen auszureisen. Die Freundschaft zu Christa Wolf bleibt bestehen. Der Briefwechsel, der 1963 bginnt, setzt sich auch in den Jahren der Trennung fort und wird weitergeführt, bis die Mauer fällt, die Grenze verschwindet und beide Schriftstellerinnen in einem geeinten Land zusammenfinden könnten.

„Könnten“. Dieser Konjunktiv schmerzt. Er kündigt sich langsam und unerbittlich an. Was vor im Hintergrund der deutsch-deutschen Geschichte als Wiedervereinigung empfunden wird, gelingt den beiden Freundinnen nicht mehr. Zu tief ist der Graben, der durch einen nicht mehr aus der Welt zu schaffenden Verdacht zu einem Minenfeld des Misstrauens und der Missverständnisse wird. Waren Christa Wolf und ihr Ehemann im „real existierenden Sozialismus“ wirklich inoffizielle Mitarbeiter der STASI? Hatten sie in der DDR über ihre Kollegen Buch geführt und sie verraten? Konnte das sein? Hatten sie über Sarah Kirsch Bericht erstattet? Hier zerbricht, was dreißig Jahre hielt. Als die Grenzen fallen, türmt sich eine unüberwindbare neue Mauer zwischen ihnen auf.

Es ist schwer auszuhalten schreibt Sarah Kirsch in diesen Tagen. Nicht an Christa Wolf, sondern an deren Ehemann, weil sie ihrer Freundin nicht mehr schreiben will.

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Briefwechsel – Wir haben uns wirklich an allerhand gewöhnt

An diesem Scheideweg angelangt, liegen 30 Jahre Freundschaft und zahllose Briefe hinter den beiden Autorinnen und uns, den Zuhörern dieser Kopfkino auslösenden und bewegenden Inszenierung. Iris Berben ist Christa Wolf. Sandra Quadflieg ist Sarah Kirsch. Den beiden stimmgewaltigen Schauspielerinnen gelingt es, in jedem einzelnen Brief die Stimmung des Augenblicks zu beschwören. Durch ihren Vortrag, den Dialog einer grenzlosen Beziehung fühlt man sich hineingezogen in die Denk- und Fühlwelten der Briefschreiberinnen. Sie reiben sich aneinander, motivieren sich und stacheln sich an, wenn es um ihre Bücher geht. Sie tratschen verspielt und verschmitzt, wenn es mal wieder um eine Liebesbeziehung der liebeshungrigen Sarah Kirsch geht. Sie vergehen vor Sorge, wenn eine von ihnen erkrankt.

„Dass Du nicht bei den toten Mädchen bist, ist etwas, das mich sehr sehr freut. Schön, dass Du noch hiergeblieben bist, auf dem beknackten Planeten“ (Sarah)

Die gegenseitige emotionale Öffnung in den ersten Jahren der Freundschaft wird zu bewegenden Momenten des Gänsehaut-Zuhörens. Wenn Wölfe den Kirschen schreiben, fühlt man das feste Band zwischen ihnen. Und dann spürt man den Wandel im Land. Die Zeiten werden kraftlos. Man schreibt anders, als man redet und sucht das Gleichgewicht. Immer wieder bringen sie sich in gegenseitige Balance. Sie halten sich aneinander fest. Doch nach der Ausreise Sarahs driftet vieles auseinander. Man spürt die Angst, jemand könnte die Briefe mitlesen. Belanglosigkeiten nehmen mehr Raum in ihren Briefen ein. Dabei ist Sarah Kirsch die mutigere Schreiberin. Für sie wird es im Heimatland immer enger, während Christa sich arrangiert.

Wenn ich an meine Menschenrechte denke. Wir haben uns wirklich an allerhand gewöhnt! (Sarah)

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Briefwechsel – Wir haben uns wirklich an allerhand gewöhnt

Dies ist eine zutiefst empathische und literarische Hörbuchproduktion, die nicht nur von den Verfasserinnen der Briefe lebt. Sie wird ihnen gerecht. Getragen wird sie jedoch von zwei Frauen, die eine Frauenfreundschaft stimmlich neu definieren. Es sind Iris Berben und Sandra Quadflieg, die mitreißen, einreißen, verstimmen, zanken und turteln. Ihr Stimmenumschwung macht den Stimmungsumschwung so plastisch. In ihrem Dialog lebt das Zeitgefühl von zwei großen Zeitzeuginnen des Wandels auf. Und in ihrer Härte am Ende aller Briefe kann man ermessen, was die Politik aus Menschen machen kann. Wer noch nichts von Sarah Kirsch und Christa Wolf gelesen hat, wird hier neugierig. Wer ihre Geschichte und ihre Geschichten kennt, wird hier in der Tiefe der Gefühle fündig. Und wer ganz einfach große Stimmen in großen Dialogen erleben möchte, der ist genau hier ganz genau richtig. Ich wurde in jeder Beziehung fündig.

Wir haben uns wirklich an allerhand gewöhnt – Der Briefwechsel“ schließt an das ebenfalls von Sandra Quadflieg ins Leben gerufene Hörbuch Im Vertrauen / Briefe 1949 / 1975 an. Hier begegnen wir Hannah Arendt (gelesen von Katharina Thalbach) und ihrer Brieffreundin Mary McCarthy (gelesen von Sandra Quadflieg)…  Ich schrieb darüber in meinem Special zu Hannah Arendt:

Ein unglaublich tiefer Einblick in die Seelen zweier Seelenverwandter. Unter der Regie von Sandra Quadflieg entstand hier eine authentische Produktion, die rührt und bewegt zugleich. Katharina Thalbach (Hannah) und Sandra Quadflieg (Mary) schlüpfen nicht nur stimmlich in die Rollen ihrer Protagonistinnen. Man fühlt, dass es vibriert, atmet und bebt. Spannung, Sorge und Zuneigung werden mit Händen greifbar. Räumliche Distanz wird durch Worte zum Nichts. Ich blicke auf zweieinhalb Stunden eines Dialogs zurück, ohne den ich mir Hannah Arendt nicht ausmalen wollte. 

Diese Hörbücher nicht zu hören, wäre ein Fehler. Zuhören öffnet unsere Herzen.

Briefwechsel - Wir haben uns wirklich an allerhand gewöhnt - sarah kirsch - christa wolf - astrolibrium

Sandra Quadflieg und Katharina Thalbach – Im Vertrauen

NOAH – Von einem, der überlebte – Takis Würger

NOAH - Von einem, der überlebte - Takis Würger - Astrolibrium

NOAH – Von einem, der überlebte – Takis Würger

Wenn Zeitzeugen sterben, wird aus Zeitgeschichte Geschichte. Wenn die Quellen zu schweigen beginnen, verlieren wir den wichtigsten Maßstab für den Wahrheitsgehalt dessen, was in Sekundärquellen berichtet wird. Wenn die Überlebenden des Holocaust nicht mehr zu uns sprechen, wenn wir ihnen keine Fragen mehr stellen, und wir ihren Warnungen nicht mehr folgen können, dann wird aus Geschichte Wissen aus zweiter Hand. Die Deutungshoheit über den real erlittenen Schrecken der Opfer liegt dann bei Menschen, die ihn nicht selbst erlebt haben. Im schlimmsten Fall bei Zweiflern, politisch motivierten Leugnern und Populisten, die uns glauben machen wollen, nichts habe sich so zugetragen, wie wir denken. Wenn die letzten Überlebenden gestorben sind, öffnen sich die Tore, unwidersprochen zu behaupten, den Holocaust habe es nie gegeben.

Nur jetzt, nur heute sind wir noch in der Lage, den Opfern des Nationalsozialismus zuzuhören, ihnen zu begegnen und aus ihren Geschichten zu lernen. Nur jetzt sind wir in der Lage, alles nur Menschenmögliche zu unternehmen und aufmerksam zuzuhören, wenn sie Zeugnis ablegen. Vielleicht ein letztes Mal. Zu viele Zeitzeugen des Holocaust sind in den letzten Jahren gestorben. Bis zuletzt erzählten sie kraftvoll ihre Geschichten vor Schülern, besuchten Gedenkstätten gegen den Naziterror und richteten flammende Appelle an uns, dafür zu sorgen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt. Sie gaben uns keine Schuld an den Verfolgungen von einst. Sie wollten nur, dass millionenfaches Sterben und Leid nicht umsonst sein sollten. Sie hofften, dass wir den Ausgegrenzten und Entwürdigten ihre Würde zurückgegeben würden. Sie hielten sich an uns fest, weil es nur in unseren Händen liegt, die Wahrheit für sie weiter in die Welt zu tragen, wenn sie es selbst nicht mehr können.

NOAH - Von einem, der überlebte - Takis Würger - Astrolibrium

NOAH – Von einem, der überlebte – Takis Würger

Auch Noah Klieger war einer von ihnen. Ein Überlebender. Ein verfolgter Jude, in dessen Geschichte das eigene Leben am seidenen Faden des Zufalls hing. Er sprach über seine Erlebnisse, er gab Interviews, diskutierte mit jungen Menschen und war bis zuletzt getrieben von der Mission, nichts möge in Vergessenheit geraten. Noah Klieger verstarb am 13. Dezember 2018 in Israel. Und heute? Schweigt er für immer? Gerät in Vergessenheit, was ihm damals in Auschwitz und in anderen Lagern widerfuhr? Nein. Einerseits kann man sein Zeugnis noch immer hören. Er gab Interviews, wurde gefilmt und schrieb selbst über sein Leben. Dass er niemals ganz in Vergessenheit gerät, ist sicherlich auch Takis Würger zu verdanken. Der Journalist und Schriftsteller hat ein Buch geschrieben, von dem man nicht behaupten kann, es sei ein „Buch über Noah KliegerNein. Es ist das Buch Noah, das er schrieb, weil er seine eigene Stimme in den Dienst eines Opfers des Holocaust stellte. Rechtzeitig, wie wir heute wissen.

Noah – Von einem, der überlebte

Warum jedoch sollten wir dieses Buch lesen? Man könnte sich Dokumentationen im Fernsehen und die Interviews mit Noah Klieger anschauen. Reicht das denn nicht aus? Eine schwere Frage, die eine komplexe Antwort verdient. Nein. Es reicht nicht aus. Ich habe sie mir angeschaut, die Momentaufnahmen seines Erinnerns. Als Erzähler seiner eigenen Geschichte musste Noah zugleich formulieren, erinnern, denken und abwägen. Das Narrativ des Überlebens passte sich dem zeitlichen Rahmen des Formates an und weist immer wieder leichte Veränderungen auf. Mal stehen die Wunder im Mittelpunkt. Wunder, denen er das Überleben zu verdanken hatte. Dann wieder sind es die Zufälle, die über Leben und Tod entschieden. Es bleiben eindringliche Momentaufnahmen, die unvergesslich sind. Takis Würger jedoch erweitert das Spektrum der Erinnerungen von Noah Klieger um die Dimension Zeit, die er mit dem Zeitzeugen verbrachte.

NOAH - Von einem, der überlebte - Takis Würger - Astrolibrium

NOAH – Von einem, der überlebte – Takis Würger

Es waren 2 1/2 Monate, die Takis Würger mit Noah Klieger in Tel Aviv verbrachte. Aus einer Momentaufnahme in Fernsehstudios oder Zeitungsinterviews wurde hier eine Dauerbelichtung der Erinnerung in der Dunkelkammer des Holocaust. Es ist jener nachhaltige Effekt, der sich in diesem Zeitzeugenbericht niederschlägt. Es ist nicht nur der Extrakt einer schnellen Verschlusszeit, den wir nacherleben dürfen. Es ist mehr. Im Nachwort zum Buch schreibt Alice Klieger, Noahs Nichte und letzte Blutsverwandte:

„Die Journalisten kamen normalerweise für einen Tag, oder eine Woche
und gingen wieder. Dieser war anders. Er blieb und hörte zu.“

Genau hier liegt das große Alleinstellungsmerkmal des nun vorliegenden Buches Noah – Von einem, der überlebteAus kürzester Distanz gelingt Takis Würger das Porträt eines Zeitzeugen, das nicht der Eile jeder Augenblicklichkeit unterworfen ist. Er beobachtete, hörte zu und schrieb dann, was sich hier dauerhaft verfestigt hatte. Takis Würger schrieb nicht seine Version der Geschichte. Er schrieb dazu:

„Dieses Buch ist Noahs Buch. Dies ist Noahs Geschichte. Er war dabei.
Er hat mich gebeten, das Zeugnis seines Lebens festzuhalten.
Seine Erinnerung. Das habe ich versucht.“ 

So sollten wir uns diesem Buch nähern. Es steht in der Tradition der mündlichen Überlieferung und Takis Würger ist Bote und Zeuge zugleich. Er geht behutsam mit der ihm anvertrauten Geschichte um, erzählt sie nicht aus der Sichtweise des Ich-Erzählers und wahrt dadurch eine Distanz, die es ermöglicht, das Unaussprechliche zu schreiben.

NOAH - Von einem, der überlebte - Takis Würger - Astrolibrium

NOAH – Von einem, der überlebte – Takis Würger

Genau an dieser Stelle lasse ich euch inhaltlich mit dem Buch alleine. Genau hier muss jeder wissen, worauf er sich einlässt, einem Überlebenden in dessen Geschichte zu folgen. Auschwitz, Josef Mengele, Zwangsarbeit bis zur Vernichtung, Ravensbrück, Todesmärsche, Willkür und systematische Entrechtung sind die Wegmarken, die hier gesetzt sind und in denen sich das Leben von Noah Klieger abspielt. Es sind relevante Aspekte, die er beleuchtet. Die Hilflosigkeit, die brutale Gewalt und auch der Großmut einiger Weniger, die ihm geholfen haben. Es ist die Erkenntnis, nach dem Ende eines Vernichtungskrieges nicht frei zu sein. Es ist der nachvollziehbare Wunsch, endlich in einem Land leben zu wollen, in dem man sicher ist. Es ist die zionistische Perspektive des Überlebenden, die man verstehen kann. Und es ist die Geschichte einer weiteren Flucht an Bord eines Schiffes, das zum Synonym für nicht enden wollendes Leid steht: „Exodus„.

Wer diesen Weg mit Noah Klieger und Takis Würger geht, wird verstehen, warum diese Geschichte niemals vergessen werden darf. Hier ist nicht nur von Noah die Rede. An den Kreuzungen zwischen Leben und Tod wird auch jenen Menschen gedacht, die durch ihren Mut Leben gerettet haben. Hier zeigt sich wozu man fähig ist, wenn man es wirklich will. Die große Stärke dieses Buches und der große Unterschied zu Interviews mit Noah Klieger ist seine eigene Positionierung in diesem Medium. Bisher hatte er die Fragen zu beantworten. Hier stellt er sie. Hier wendet sich der Überlebende mit einem Fragenkatalog an uns, an seine Nachwelt, an alle Menschen. Und er fragt sich selbst, ohne Antworten zu finden:

„Wie kann ein normaler Menschen begreifen, dass er plötzlich in der Hölle ist?
Wie kann ein Mensch das verkraften?

„Wieso folgt ein Volk einem dahergelaufenen Anstreicher,
einem Österreicher, der aussieht wie eine Karikatur?“ 

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NOAH – Von einem, der überlebte – Takis Würger

Ich werde Noah Klieger nicht vergessen. Ich werde auch die Menschen nicht mehr vergessen, die seinen Schicksalsweg teilten. Eva Mozes Kor oder Max Mannheimer. Ich habe Überlebende des Holocaust kennengelernt, mit ihnen gesprochen und weiß wie sehr die offenen Fragen auch ihr Leben beeinflusst haben. Takis Würger hat sich in diesem Buch sehr weit zurückgenommen. Er lässt es für sich und Noah sprechen. In der Vergangenheit hat er viel Kritik für seine literarische Methodik eingesteckt. „Stella“ habe auch ich vor diesem Hintergrund kritisch hinterfragt. „Noah“ ist aus meiner Sicht ein wichtiges und großes Buch, weil es inhaltlich und methodisch über jeden Zweifel an seiner Entstehung und Intention erhaben ist. Es ist das Buch von Noah. Das sollten wir nicht vergessen. Ein wichtiger Beitrag gegen das Vergessen und die erfüllte Hoffnung von Noah Klieger, man möge sich erinnern. Das ist die Essenz dieses Werks.

Der Tradition der mündlichen Überlieferung folgt nicht nur Takis Würger, ihr folgt auch die aufwendige Umsetzung seines Buches in seiner Hörbuchfassung. Was sich eigentlich anfühlt, wie eine Geschichte, die von einem Sprecher erzählt werden müsste, wird zu einem mehrstimmigen Kanon, der sich in mir eingebrannt hat. Jedes der vier Buchkapitel wird von einem Sprecher gelesen. So entsteht ein bleibender Eindruck der Staffelübergabe jenes Erlebnisberichts von einem Menschen zum nächsten. Höhepunkt dieser Inszenierung ist der Teil, in dem sich Noahs Fragen Raum verschaffen. Es sind viele Stimmen, die diese Fragen stellvertretend für ihn stellen. Es sind letztlich wir selbst, die hier zu Fragenden werden. Hier wird deutlich, dass uns alle dieses Buch angeht. Es mag die Geschichte eines Einzelnen sein und doch ist es die Geschichte vieler, vor der wir uns nicht verschließen dürfen. Hier erreicht das Hörbuch eine ungekünstelte Wucht, die zeigt, was Stimmen bewegen können. Eine eigens den Nachworten gewidmete CD rundet diesen Gesamteindruck ab. Herausragend.

Noah – Von einem der überlebte“ – ungekürzte Lesung mit Aaron Altaras, Jannik Schümann, Sabin Tambrea, Adriana Altaras, Anna Thalbach, Takis Würger. Drei Stunden und 30 Minuten gegen das Vergessen vertiefen den Eindruck, den Noah Klieger selbst immer wieder in den Mittelpunkt stellte:

„Ich weiß, es ist schwer zu verkraften, 
aber es war so.“

NOAH - Von einem, der überlebte - Takis Würger - Astrolibrium

NOAH – Von einem, der überlebte – Takis Würger

Was wir scheinen – Hildegard E. Keller

Was wir scheinen - Hildegard E. Keller - Astrolibrium

Was wir scheinen – Hildegard E. Keller – Astrolibrium

Hannah Arendt (1906 – 1975), Ikone, Jahrhundertdenkerin, vergöttert, verfolgt und beschimpft. Intellektuelle mit hohem Spaltbarkeitsfaktor, unversöhnliche Kämpferin auf verlorenem Posten. Emigriert, immigriert, polyglott, heimatlos. Jüdische Professorin mit professioneller Haltung. Unverbiegbare, anlehnungsbedürftige, unerhört und verzweifelt Liebende. Zwischen den Fronten stehender Prototyp einer Influencerin mit Sprengkraft, Zeitzeugin des weltumfassenden Eichmann-Prozesses in Israel und Fettnapftreterin im Urteil über einen Massenmörder. Wie kann man sich dieser Frau nähern, die einerseits so unnahbar wie ein fremder Kontinent und andererseits so greifbar wie der rote Faden des Erinnerns an den Holocaust ist? Ich wollte ihren Leben begegnen. Im ersten Schritt sollten mir drei Bücher dabei helfen, eine Frau zu verstehen, die oft unverstanden blieb:

Was wir scheinen - Hildegard E. Keller - Hannnah arendt Astrolibrium

Was wir scheinen – Hildegard E. Keller

Die drei Leben der Hannah Arendt – Graphic Biography von Ken Krimstein
Im Vertrauen – Briefe 1949 – 1975 Hannah Arendt und Mary McCarthy – Hörbuch
Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen, Hannah Arendt

Drei Literaturwege, die für mich in einen Königsweg zur Annäherung an Hannah Arendt mündeten. Und doch fühlte sich dieses Lesen nicht ganz vollständig an, weil in den drei oben genannten Werken vieles verborgen blieb. Die polarisierende Diva hatte es erfolgreich verstanden, ihre private Seite zu verbergen, wenige Einblicke in die Welt ihrer Emotionen zu gewähren und ausschließlich ihre politisch-literarischen Ambitionen in den Vordergrund zu stellen. „Was wir scheinen“ von Hildegard E. Keller verspricht diese Lücke zu schließen. Ein Lebensroman über eine Frau, die nun in allen Facetten ihres Seins erlesbar sein würde. Als Tochter, Geliebte, Ehefrau, Professorin, Freundin und Witwe. Als vertriebene Getriebene und Opfer ihrer Standhaftigkeit. In der Fiktion liegt oftmals die große Chance, sich einem Menschen zu nähern und ihm dabei Raum zu lassen, der bisher unbeschrieben, unerzählt und unausgesprochen war.

Was wir scheinen - Hildegard E. Keller - Hannnah arendt Astrolibrium

Was wir scheinen – Hildegard E. Keller

Es ist ein Wagnis, einen Roman über das Leben und Schaffen einer umstrittenen historischen Person zu schreiben, da immer die Gefahr besteht, dass die damaligen Kontroversen um Hannah Arendt wiederbelebt werden und sich negav auf den Roman auswirken. Wer jemals ein Interview mit ihr gesehen hat, wird mir vielleicht  zustimmen, dass sie hier teilweise arrogant, distanziert, herb und wenig sympathisch wirkt. Könnte ein Roman jene bewusst erzeugten Bilder korrigieren, uns neugierig auf den Menschen hinter der Fassade der intellektuellen Kämpferin machen? Ich war gespannt darauf, zu erlesen, wie sich Hildegard E. Keller an die schillernde Hannah Arendt heranwagt, um sie für eine breite Leserschaft greifbar zu machen. Man merkt ihrer Geschichte schnell an, dass sie nicht das Ziel verfolgt, einer abstrakten Figur näherzukommen.

Schon im ersten Kapitel fühlte sich mein Lesen wie eine literarische Reanimation an. Als sei ich Augenzeuge, wie die Schriftstellerin mit ihrem Autorinnen-Defibrillator Kontakt zur Vergangenheit aufnimmt, zwei Elektroden aufsetzt und mit dem Ruf „Weg vom Tisch“ einen Impuls aussendet, der zum Wiedererwachen der Frau führt, die zu den umstrittensten Charakteren ihrer Zeit gehörte. Und schon verfliegt jedes Rauschen des bisher Gelesenen, Gehörten und Gesehenen. Wir begegnen der Totgeglaubten in einem Zugabteil und vernehmen ihre Gedanken, ihren inneren Monolog und fühlen die Träume, die sie begleiten. Hier beginnt eine Reise an der Seite von Hannah Arendt in immer wiederkehrenden Zeitschleifen, Rückblenden und Aufzügen. Hier, im Jahr 1975 beginnt meine persönliche Begegnung mit ihr. Und die erste Erkenntnis trifft mich wie ein leuchtender Blitz. Sie wirkt nahbar, natürlich und alles andere als unsympathisch.

Was wir scheinen - Hildegard E. Keller - Hannnah arendt Astrolibrium

Was wir scheinen – Hildegard E. Keller

Dies ist der Technik und der Erzählkunst von Hildegard E. Keller zu verdanken. Sie tritt Hannah Arendt nicht zu nah, lässt sie nicht als Ich-Erzählerin ihres eigenen Lebens auftreten, sondern bedient sich der personalen Erzählform, um aus der kurzen Distanz sehr tiefe Einblicke gewähren zu können. Die Autorin sagte kürzlich in einem Zoom-Meeting dazu: „Hannah will keinen Thron, sie will keinen Klappstuhl, sie will mit uns am Tisch sitzen.“ Man spürt, dass es ihr augenscheinlich darum geht, einen Menschen zu erzählen. Ihn von den Zwängen der Faktenlage zu befreien, und in einem Roman mit neuem Leben und einer Individualität zu versehen, die authentisch aber frei von formalen Vorschriften ist. Endlich, dachte ich mir. Endlich fallen die Schleier, die Hannah Arendt selbst blickdicht gewebt hatte. Nach aller Theorie endlich ein Treffen in der fiktionalen Realität eines Romans, der Hannah Arendt schon auf den ersten Seiten gerecht wird.

Hier packt mich die pure Neugier, endlich aus erster Literatur-Hand zu erfahren, wie Hannah Arendt ihr Leben sah. Wie sie zu den Menschen stand, die ihre Wege säumten, begleiteten und ihr dabei auch im Weg standen. Namen tauchen auf, die nur in ihren Erinnerungen so plastisch erscheinen können. Namen von Menschen, die sich im Arendt-Universum um sie drehten, wie die Planeten um die Sonne. Jaspers, Walter Benjamin, Martin Heidegger, Kurt Blumenfeld, Heinrich Blücher, Theodor W. Adorno, Günther Stern, Mary McCarthy und viele andere werden im Verlauf dieser Geschichte zu realen und fühlbaren Weggefährten eines facettenreichen Lebens. Wir erleben die Fluchten der Hannah Arendt, ihre Ängste und den inneren Kampf gegen die Nazis des Dritten Reichs. Die Kapitel wandern im Rhythmus eines Zuges zurück in der Zeit und kehren immer wieder zum letzten Fluchtpunkt im letzten Lebensjahr 1975 zurück.

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Was wir scheinen – Hildegard E. Keller

Jeder interessierte Lesende wird einen eigenen Weg durch diesen Roman finden. Jeder findet seine Ankerpunkte, die faszinieren und inspirieren. Ich war natürlich mehr als interessiert am Aspekt „Adolf Eichmann„. Für Hannah Arendt blieb er der Mann im Glaskasten. Für sie blieb er der Administrator des Holocaust, über den sie oft berichtet und geschrieben hatte. Seinen Prozess in Israel hatte sie beobachtet und die Welt fast in Aufruhr versetzt, als sie darüber schrieb, dass Eichmann nur ein blasser Buchhalter sei, nicht aber das monströse Monster, das man weltweit erwartet hatte. „Die Banalität des Bösen“ nannte sie ihn. Diese Begegnung prägte sie, dieser Eindruck ließ Hannah Arendt nicht mehr los und jahrzehntelang stand sie für die scheinbare „Verharmlosung“ eines Täters im Kreuzfeuer. Die Israel-Kapitel dieses Romans sind für mich plausibel und unfassbar dicht in ihrer erzählerischen Wucht. Der Wendepunkt im Leben dieser Kämpferin gegen Unterdrückung und Rassismus wurde für mich nie zuvor im Kontext der Realität so grandios beschrieben.

„Was wir scheinen“ rückt Hannah Arendt und ihr Leben in ein neues Licht. Jener abstrakten Diva einer längst vergangenen Zeit eine so intensive Vitalität einzuhauchen, ist eine herausragende literarische Leistung. Ich entdeckte völlig unbekannte Seiten an der Frau, über die ich schon einiges zu wissen glaubte. Die Lyrikerin Arendt wurde mir zum ersten Mal so intensiv, poetisch und feinfühlig nähergebracht. Bereichernd und im Zusammenhang mit dem erneut erwachenden rechtsradikalen Gedankengut in unseren Tagen, ist dieser Roman in jeder Hinsicht als besonders lesenswert zu betrachten. Hier liest man sich nicht in eine biografische Welt voller Fakten und Daten hinein. Wir sind im Herzen einer empathischen Lebensgeschichte gefangen, die nicht nur Aficionados von Hannah Arendt begeistern wird. Mir scheint, „Was wir scheinen“ ist ein größerer Wurf im literarischen Kalender dieses Jahres und stellt einen diametralen Gegensatz zu Hannahs Sicht auf ihr eigenes Leben dar.

„Was wir sind und scheinen,
ach wen geht es an.
Was wir tun und meinen,
Niemand stoß` sich dran.“

Hannah Arendt saß weder auf einem Thron noch auf einem Klappstuhl, sondern mit mir am Tisch, während ich mit ihr ein Leben durchschritt, das zuvor aus drei Leben bestand. Dieses vierte Leben, Was wir scheinen, gehört nun zu meinem Königsweg des Lesens und Hörens dazu.

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Was wir scheinen – Hildegard E. Keller

Joe Biden – Versprich es mir – Bricks Books and Hope [2]

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Joe Biden – Versprich es mir – Bricks Books and Hope

Hail to the Chief, der offizielle Präsidialsalut für den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, wird am 20. Januar erstmals für den 46. Präsidenten Joe Biden über dem Capitol in Washington zu hören sein. Nach unsäglichen Vorfällen rund ums Allerheiligste der US-Demokratie, am Ende der von Skandalen überschatteten Wahlen und zum Abschluss der Amtszeit eines der größten Populisten unserer Zeit, betritt ein Player die Bühne der Großen dieser Welt, der kein unbeschriebenes Blatt mehr ist. Er war acht Jahre lang der Vizepräsident, oder „Running Mate“, von Barack Obama. Ihm hatte sein „Chief“ Kompetenzen eingeräumt, die für dieses Amt des Vize ungewöhnlich waren. Niemand schien zum Ende der zweiten Amtszeit Obamas besser geeignet, sein Nachfolger werden zu können. Doch dieses Ende ging Hand in Hand mit einem Ende, das den Berufspolitiker Joe Biden aus der Bahn warf. Sein Sohn Beau Biden starb im Mai 2015 an den Folgen eines Hirntumors. Keine Energie für einen Wahlkampf. Keine Kraft, die Familie einer solchen Nominierungs-Belastung auszusetzen. Doch jetzt ist er am Ziel. Wer ist dieser Joe Biden, auf dem so viele Hoffnungen ruhen?

Ein Buch, das Joe Biden selbst schrieb, mag uns dem Mann näherbringen, der sich auf die Fahne geschrieben hatte, eines Tages der Erste Mann im Staat zu werden. Das Weiße Haus sollte sein Hauptwohnsitz werden. Vom Untermieter zum alleinigen Mieter, das war der eigentlich vorgezeichnete Weg, den Joe Biden stets im Visier hatte, als er seinen Hut in den Ring warf, um im hohen Alter von 78 Jahren Präsident zu werden. In der Geschichte der USA der älteste je gewählte Erste Mann im Staat. Er schrieb seine Geschichte auf, als er auf jene Zeit als Vize zurückblicken konnte. Er schrieb sie nicht in Vorbereitung auf diese Wahl, oder als Statement gegen den gewählten Präsidenten, der sich nun aus der Hauptstadt wegstehlen muss. Joe schrieb eine Retrospektive, die einen intensiven Blick in sein Innenleben zulässt. „Versprich es mir – Über Hoffnung am Rande des Abgrunds„. Ich habe sein Buch in mein Projekt „Bricks Books and Hope“ aufgenommen, weil meine Hoffnungen auf eine Stärkung der Demokratie nicht nur in den USA, sondern auch in unserem Land, so eng mit seinem Namen verbunden sind.

Joe Biden - Versprich es mir - Bricks Books and Hope - Astrolibrium

Joe Biden – Versprich es mir – Bricks Books and Hope

Versprich es mir kann durchaus als Mantra von Joe Biden verstanden werden. Es sind die Worte seines verstorbenen Sohnes, der sich selbst große Hoffnungen auf das höchste Amt im Staate machen durfte. Der erfolgreiche Staatsanwalt Beau Biden sollte eigentlich für das Amt des Gouverneurs von Maryland kandidieren, und dann…? Ja dann wäre wohl alles möglich gewesen. Ein Tumor verhinderte diesen Aufstieg, den der eigene Vater als „Wahlkampfhelfer“ sicher perfekt unterstützt hätte. Und so blieben nur noch diese Worte des Sohnes an seinen Vater, nicht aufzugeben und es selbst zu versuchen. Ein Motivationsschub, der nicht zu stoppen war. Ein Energieschub, dessen Schubkraft wir am 20. Januar sicherlich erkennen können. Joe Biden wird nicht alleine auf den Stufen des Capitols vereidigt werden. Das wird er in seiner Inaugurationsrede nicht unter den Tisch der Geschichte fallen lassen. Soviel ist jetzt schon sicher.

Ja, zugegeben, das klingt jetzt sehr pathetisch. Das klingt eher wie ein Slogan, den man gerne im Wahlkampf bemüht, um ein Narrativ der Bestimmung zu erzeugen. Wem das so vorkommt, der sollte dieses Buch lesen. Es ist ein privates Buch eines Vaters in einer Situation, die nicht auf einen erneuten Wahlkampf hindeutet. Es ist das Buch, in dem er seiner Familie den meisten Raum gewährt. Natürlich spielt auch seine Amtszeit als Vizepräsident eine große Rolle, natürlich schreibt er über das besondere Verhältnis zu Barack Obama und über die Befugnisse, die ihm in seiner Rolle eingeräumt wurden. Insgesamt jedoch gewährt dieses Buch einen Blick hinter die Kulissen der Politik. Der Kampf für politische Werte fußt immer auf dem Wertesystem, das man in der eigenen Familie vorlebt. Hier liegt eine der wesentlichen Stärken eines Mannes, der authentisch und ehrlich wirkt. Ein Mann, der einen untadeligen Ruf genießt und dem man vertrauen darf. Diese Erkenntnis beziehe ich nicht nur aus diesem Buch, sie basiert auf Worten, die Barack Obama in einer Autobiografie „Ein verheißenes Land“ über Joe Biden ins Feld führt.

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Joe Biden – Versprich es mir – Bricks Books and Hope

Hier steht der Mensch Joe Biden im Mittelpunkt, sein Charakter und ein Charisma mit dem er Menschen verbinden kann. Eckpunkte der Persönlichkeit sind wohl seine erlittenen Verluste. Die erste Ehefrau und seine Tochter starben bei einem Unfall, der erfolgreiche Politiker musste sich als alleinerziehender Vater um seine beiden Söhne Hunter und Beau kümmern und parallel dazu versuchen, auf dem politischen Parkett nicht unsichtbar zu werden. Und später dann verlor er eben auch noch einen seiner Söhne an einen bösartigen Tumor. Wenn Joe Biden zu Menschen spricht, die selbst Verluste erlitten haben, dann ist es nicht nur seine Empathie, die überzeugt. Es sind seine Verluste, die ihn den Menschen näherbringen. Dieses Buch erzählt eben diese Geschichte. Wie weitermachen, wenn man an die unsichtbare Grenze stößt? Wie in kritischen beruflichen Situationen nicht die Familie aus den Augen zu verlieren? Wie seiner Pflicht gerecht werden? Joe Biden und seine Weggefährten finden Antworten.

Es ist eine Geschichte der familiären Rituale, die für Zusammenhalt sorgen. Es sind gemeinsam verbrachte Feiertage, die für Auszeiten sorgen. Und es ist die Geschichte der Erkrankung seines Sohnes, die vor den Augen der Welt verborgen wurde. Es sind bewegende Bilder von Inkognito-Besuchen in Kliniken, von verzweifelten Versuchen in neuen Therapien neue Chancen zu entdecken. Und es ist die Geschichte einer Trauer, die nicht lähmt, sondern fokussiert. Hier liegen die Stärken dieses Buches. Hier sieht man Fingerzeige für die künftige Präsidentschaft. Hier sieht man, wie Kamala Harris als Vizepräsidentin mit Befugnissen ausgestattet wird. Joe Biden folgt hier dem Vorbild Barack Obamas. Biden ist kein populistischer Machtmensch, der nur sich im Zentrum sieht. Ein wichtiges Erbe. Hoffnung keimt auf…

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Und dann sind es, bei aller Bewunderung für das Buch, einfache Bilder, in denen Joe Biden falsch liegt, die stören. Wenn er, wie mit all seinen Enkeln, die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau besucht, Max Mannheimer begegnet und betont, dass jeder gewusst haben musste, was einst hier geschah, dann ist das lobenswert. Jedoch seiner jungen Enkelin die Häuser in der Nachbarschaft zu zeigen und zu sagen:

Sie wohnten so nah, dass sie das verbrannte Menschenfleisch
buchstäblich gerochen haben mussten!“

das zeugt dann doch eher von Unwissenheit. Wo heute Häuser stehen, waren einst Felder. Das Lager lag weit außerhalb der kleinen Stadt. Das machte auch die Flucht so schwer. Hier sollte man für sein Buch besser recherchieren. Besonders, weil das Werk internationale Aufmerksamkeit finden würde und man ja selbst beharrlich gegen einfach gestrickte Bilder der politischen Konkurrenz antritt. Es sind auch die Privilegien, die den neuen Präsidenten seit Jahrzehnten durchs Leben begleiten, die manchmal ein wenig sauer aufstoßen. Mit aller Vorsicht formuliert, ist der Verlust seines Sohnes Beau als dramatisch zu bezeichnen. Die Möglichkeiten, die Therapie und Diagnostik auf gleich zwei Kliniken zu verteilen, mit Regierungsmaschinen zu Krankenbesuchen zu fliegen und die besten Ärzte des Landes zu konsultieren, unterscheiden sich dramatisch von den Möglichkeiten der Menschen in seinem Land. Das sollte man nicht verdrängen.

Hier war der intensive Austausch während des Lesens mit Monika von „MonerlS bunte Welt“ sehr hilfreich, da er uns beide davor bewahrt hat, allzu unkritisch durch dieses Buch zu wandern. Ihre Rezension greift neben der Begeisterung für die neuen Zeiten in Washington ebenso kritische Passagen des autobiografischen Buches auf.

Trotz dieser Kritikpunkte überwiegt das Positive in diesem Buch. Es lässt hoffen, dass im Weißen Haus ein anderer Ton herrschen wird. Dass Ausgrenzung, Fakenews und Rassismus nicht mehr zum Programm gehören werden. Dass Frauenrechte gelebt und nicht negiert werden. Dass wir auf einen verlässlichen Partner blicken können, der eher verbindet, als spaltet. Ich bin ein Demokratie-Romantiker. Ich hoffe darauf, dass sich das politische Klima normalisiert. Und ich gehe an dieser Stelle eine Wette ein. In drei Jahren geht die Amtszeit von Joe Biden auf die Zielgerade. Eine Wiederwahl wird aufgrund seines Alters dann nicht mehr in Frage kommen. Und so denke ich, dass er sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem Weißen Haus zurückzieht und seine Vize zur ersten US-amerikanischen Präsidentin machen wird. Kamala Harris wird dann als amtierende Präsidentin in den nächsten Wahlkampf gehen. Ein wahres Horrorszenario für Populisten und jene, die es gerne werden wollen…

Ich beobachte aufmerksam. Nicht nur für Amerika, auch für unsere Demokratie.

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Joe Biden – Versprich es mir – Bricks Books and Hope

Genau deshalb, eben aufgrund der Signalwirkung für demokratische Werte und Prozesse, geht das Buch von Joe Biden nicht allein ins Rennen. Es wird flankiert von aktuellen Büchern über den Zustand einer Nation, die seit Jahrzehnten verlässlich an unserer Seite steht. Demokratie ist kein nationales Wertesystem. Darum gilt es mit aller Kraft einzutreten. Die Bücher meines Projekts sind:

Briefe an Obama – Das Porträt einer Nation
– Barack Obama – Ein verheißenes Land
Dave Eggers – Der größte Kapitän aller Zeiten – Eine Realsatire
Ruth Bader Ginsburg – 300 Statements der Supreme-Court-Richterin
– Joe Biden – Versprich es mir – Über die Hoffnung am Rande des Abgrunds
– Joe Biden – Ein Porträt von Evan Osnos

und aus unserer Sicht:

Demokratie – Eine deutsche Affäre von Hedwig Richter
Gegenwartsbewältigung von Max Czollek

Die mit Links unterlegten Titel habe ich bereits gelesen und gehört. Hier sehe ich die Ausgangspunkte meines Projekts, hier habe ich ausführlich beschrieben, was mich antreibt und worauf ich in der Zukunft hoffe. Diese Bücher sind die Pfeiler, die ich mit den Neuerscheinungen dieser Tage untermauern, abstützen und neu errichten möchte.

Genau an dieser Stelle wird es weitergehen… Mit Barack Obama!

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