Joe Biden – Versprich es mir – Bricks Books and Hope [2]

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Joe Biden – Versprich es mir – Bricks Books and Hope

Hail to the Chief, der offizielle Präsidialsalut für den Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika, wird am 20. Januar erstmals für den 46. Präsidenten Joe Biden über dem Capitol in Washington zu hören sein. Nach unsäglichen Vorfällen rund ums Allerheiligste der US-Demokratie, am Ende der von Skandalen überschatteten Wahlen und zum Abschluss der Amtszeit eines der größten Populisten unserer Zeit, betritt ein Player die Bühne der Großen dieser Welt, der kein unbeschriebenes Blatt mehr ist. Er war acht Jahre lang der Vizepräsident, oder „Running Mate“, von Barack Obama. Ihm hatte sein „Chief“ Kompetenzen eingeräumt, die für dieses Amt des Vize ungewöhnlich waren. Niemand schien zum Ende der zweiten Amtszeit Obamas besser geeignet, sein Nachfolger werden zu können. Doch dieses Ende ging Hand in Hand mit einem Ende, das den Berufspolitiker Joe Biden aus der Bahn warf. Sein Sohn Beau Biden starb im Mai 2015 an den Folgen eines Hirntumors. Keine Energie für einen Wahlkampf. Keine Kraft, die Familie einer solchen Nominierungs-Belastung auszusetzen. Doch jetzt ist er am Ziel. Wer ist dieser Joe Biden, auf dem so viele Hoffnungen ruhen?

Ein Buch, das Joe Biden selbst schrieb, mag uns dem Mann näherbringen, der sich auf die Fahne geschrieben hatte, eines Tages der Erste Mann im Staat zu werden. Das Weiße Haus sollte sein Hauptwohnsitz werden. Vom Untermieter zum alleinigen Mieter, das war der eigentlich vorgezeichnete Weg, den Joe Biden stets im Visier hatte, als er seinen Hut in den Ring warf, um im hohen Alter von 78 Jahren Präsident zu werden. In der Geschichte der USA der älteste je gewählte Erste Mann im Staat. Er schrieb seine Geschichte auf, als er auf jene Zeit als Vize zurückblicken konnte. Er schrieb sie nicht in Vorbereitung auf diese Wahl, oder als Statement gegen den gewählten Präsidenten, der sich nun aus der Hauptstadt wegstehlen muss. Joe schrieb eine Retrospektive, die einen intensiven Blick in sein Innenleben zulässt. „Versprich es mir – Über Hoffnung am Rande des Abgrunds„. Ich habe sein Buch in mein Projekt „Bricks Books and Hope“ aufgenommen, weil meine Hoffnungen auf eine Stärkung der Demokratie nicht nur in den USA, sondern auch in unserem Land, so eng mit seinem Namen verbunden sind.

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Joe Biden – Versprich es mir – Bricks Books and Hope

Versprich es mir kann durchaus als Mantra von Joe Biden verstanden werden. Es sind die Worte seines verstorbenen Sohnes, der sich selbst große Hoffnungen auf das höchste Amt im Staate machen durfte. Der erfolgreiche Staatsanwalt Beau Biden sollte eigentlich für das Amt des Gouverneurs von Maryland kandidieren, und dann…? Ja dann wäre wohl alles möglich gewesen. Ein Tumor verhinderte diesen Aufstieg, den der eigene Vater als „Wahlkampfhelfer“ sicher perfekt unterstützt hätte. Und so blieben nur noch diese Worte des Sohnes an seinen Vater, nicht aufzugeben und es selbst zu versuchen. Ein Motivationsschub, der nicht zu stoppen war. Ein Energieschub, dessen Schubkraft wir am 20. Januar sicherlich erkennen können. Joe Biden wird nicht alleine auf den Stufen des Capitols vereidigt werden. Das wird er in seiner Inaugurationsrede nicht unter den Tisch der Geschichte fallen lassen. Soviel ist jetzt schon sicher.

Ja, zugegeben, das klingt jetzt sehr pathetisch. Das klingt eher wie ein Slogan, den man gerne im Wahlkampf bemüht, um ein Narrativ der Bestimmung zu erzeugen. Wem das so vorkommt, der sollte dieses Buch lesen. Es ist ein privates Buch eines Vaters in einer Situation, die nicht auf einen erneuten Wahlkampf hindeutet. Es ist das Buch, in dem er seiner Familie den meisten Raum gewährt. Natürlich spielt auch seine Amtszeit als Vizepräsident eine große Rolle, natürlich schreibt er über das besondere Verhältnis zu Barack Obama und über die Befugnisse, die ihm in seiner Rolle eingeräumt wurden. Insgesamt jedoch gewährt dieses Buch einen Blick hinter die Kulissen der Politik. Der Kampf für politische Werte fußt immer auf dem Wertesystem, das man in der eigenen Familie vorlebt. Hier liegt eine der wesentlichen Stärken eines Mannes, der authentisch und ehrlich wirkt. Ein Mann, der einen untadeligen Ruf genießt und dem man vertrauen darf. Diese Erkenntnis beziehe ich nicht nur aus diesem Buch, sie basiert auf Worten, die Barack Obama in einer Autobiografie „Ein verheißenes Land“ über Joe Biden ins Feld führt.

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Joe Biden – Versprich es mir – Bricks Books and Hope

Hier steht der Mensch Joe Biden im Mittelpunkt, sein Charakter und ein Charisma mit dem er Menschen verbinden kann. Eckpunkte der Persönlichkeit sind wohl seine erlittenen Verluste. Die erste Ehefrau und seine Tochter starben bei einem Unfall, der erfolgreiche Politiker musste sich als alleinerziehender Vater um seine beiden Söhne Hunter und Beau kümmern und parallel dazu versuchen, auf dem politischen Parkett nicht unsichtbar zu werden. Und später dann verlor er eben auch noch einen seiner Söhne an einen bösartigen Tumor. Wenn Joe Biden zu Menschen spricht, die selbst Verluste erlitten haben, dann ist es nicht nur seine Empathie, die überzeugt. Es sind seine Verluste, die ihn den Menschen näherbringen. Dieses Buch erzählt eben diese Geschichte. Wie weitermachen, wenn man an die unsichtbare Grenze stößt? Wie in kritischen beruflichen Situationen nicht die Familie aus den Augen zu verlieren? Wie seiner Pflicht gerecht werden? Joe Biden und seine Weggefährten finden Antworten.

Es ist eine Geschichte der familiären Rituale, die für Zusammenhalt sorgen. Es sind gemeinsam verbrachte Feiertage, die für Auszeiten sorgen. Und es ist die Geschichte der Erkrankung seines Sohnes, die vor den Augen der Welt verborgen wurde. Es sind bewegende Bilder von Inkognito-Besuchen in Kliniken, von verzweifelten Versuchen in neuen Therapien neue Chancen zu entdecken. Und es ist die Geschichte einer Trauer, die nicht lähmt, sondern fokussiert. Hier liegen die Stärken dieses Buches. Hier sieht man Fingerzeige für die künftige Präsidentschaft. Hier sieht man, wie Kamala Harris als Vizepräsidentin mit Befugnissen ausgestattet wird. Joe Biden folgt hier dem Vorbild Barack Obamas. Biden ist kein populistischer Machtmensch, der nur sich im Zentrum sieht. Ein wichtiges Erbe. Hoffnung keimt auf…

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Joe Biden – Versprich es mir – Bricks Books and Hope

Und dann sind es, bei aller Bewunderung für das Buch, einfache Bilder, in denen Joe Biden falsch liegt, die stören. Wenn er, wie mit all seinen Enkeln, die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau besucht, Max Mannheimer begegnet und betont, dass jeder gewusst haben musste, was einst hier geschah, dann ist das lobenswert. Jedoch seiner jungen Enkelin die Häuser in der Nachbarschaft zu zeigen und zu sagen:

Sie wohnten so nah, dass sie das verbrannte Menschenfleisch
buchstäblich gerochen haben mussten!“

das zeugt dann doch eher von Unwissenheit. Wo heute Häuser stehen, waren einst Felder. Das Lager lag weit außerhalb der kleinen Stadt. Das machte auch die Flucht so schwer. Hier sollte man für sein Buch besser recherchieren. Besonders, weil das Werk internationale Aufmerksamkeit finden würde und man ja selbst beharrlich gegen einfach gestrickte Bilder der politischen Konkurrenz antritt. Es sind auch die Privilegien, die den neuen Präsidenten seit Jahrzehnten durchs Leben begleiten, die manchmal ein wenig sauer aufstoßen. Mit aller Vorsicht formuliert, ist der Verlust seines Sohnes Beau als dramatisch zu bezeichnen. Die Möglichkeiten, die Therapie und Diagnostik auf gleich zwei Kliniken zu verteilen, mit Regierungsmaschinen zu Krankenbesuchen zu fliegen und die besten Ärzte des Landes zu konsultieren, unterscheiden sich dramatisch von den Möglichkeiten der Menschen in seinem Land. Das sollte man nicht verdrängen.

Hier war der intensive Austausch während des Lesens mit Monika von „MonerlS bunte Welt“ sehr hilfreich, da er uns beide davor bewahrt hat, allzu unkritisch durch dieses Buch zu wandern. Ihre Rezension greift neben der Begeisterung für die neuen Zeiten in Washington ebenso kritische Passagen des autobiografischen Buches auf.

Trotz dieser Kritikpunkte überwiegt das Positive in diesem Buch. Es lässt hoffen, dass im Weißen Haus ein anderer Ton herrschen wird. Dass Ausgrenzung, Fakenews und Rassismus nicht mehr zum Programm gehören werden. Dass Frauenrechte gelebt und nicht negiert werden. Dass wir auf einen verlässlichen Partner blicken können, der eher verbindet, als spaltet. Ich bin ein Demokratie-Romantiker. Ich hoffe darauf, dass sich das politische Klima normalisiert. Und ich gehe an dieser Stelle eine Wette ein. In drei Jahren geht die Amtszeit von Joe Biden auf die Zielgerade. Eine Wiederwahl wird aufgrund seines Alters dann nicht mehr in Frage kommen. Und so denke ich, dass er sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem Weißen Haus zurückzieht und seine Vize zur ersten US-amerikanischen Präsidentin machen wird. Kamala Harris wird dann als amtierende Präsidentin in den nächsten Wahlkampf gehen. Ein wahres Horrorszenario für Populisten und jene, die es gerne werden wollen…

Ich beobachte aufmerksam. Nicht nur für Amerika, auch für unsere Demokratie.

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Joe Biden – Versprich es mir – Bricks Books and Hope

Genau deshalb, eben aufgrund der Signalwirkung für demokratische Werte und Prozesse, geht das Buch von Joe Biden nicht allein ins Rennen. Es wird flankiert von aktuellen Büchern über den Zustand einer Nation, die seit Jahrzehnten verlässlich an unserer Seite steht. Demokratie ist kein nationales Wertesystem. Darum gilt es mit aller Kraft einzutreten. Die Bücher meines Projekts sind:

Briefe an Obama – Das Porträt einer Nation
– Barack Obama – Ein verheißenes Land
Dave Eggers – Der größte Kapitän aller Zeiten – Eine Realsatire
Ruth Bader Ginsburg – 300 Statements der Supreme-Court-Richterin
– Joe Biden – Versprich es mir – Über die Hoffnung am Rande des Abgrunds
– Joe Biden – Ein Porträt von Evan Osnos

und aus unserer Sicht:

Demokratie – Eine deutsche Affäre von Hedwig Richter
Gegenwartsbewältigung von Max Czollek

Die mit Links unterlegten Titel habe ich bereits gelesen und gehört. Hier sehe ich die Ausgangspunkte meines Projekts, hier habe ich ausführlich beschrieben, was mich antreibt und worauf ich in der Zukunft hoffe. Diese Bücher sind die Pfeiler, die ich mit den Neuerscheinungen dieser Tage untermauern, abstützen und neu errichten möchte.

Genau an dieser Stelle wird es weitergehen… Mit Barack Obama!

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Kiribati – Eine Inselwelt versinkt im Meer

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Kiribati – Eine Inselwelt versinkt im Meer

Oft war ich im vergangenen Jahr an Bord der Polarstern. Expeditionen in die Welt der Arktis haben mich ins Epizentrum des Klimawandels geführt und mir gezeigt, dass die Konsequenzen der weltweiten Klimaerwärmung dramatisch sind. Und doch fühlt es sich noch immer so an, als wäre das alles weit entfernt. Was kümmert es uns, wenn in der Polarregion das ewige Eis langsam zu schmelzen beginnt? Was kümmert es denn uns, wenn dort der Meeresspiegel zu steigen beginnt und ist es nicht beruhigend, sich die Menschen anzuhören, die den Klimawandel beharrlich leugnen? Es ist eine extrem trügerische Sicherheit, in der wir uns wiegen. Es ist unsere Ignoranz, die uns erlaubt, Menschen, die für den Klimaschutz eintreten, als Aktivisten zu bezeichnen. Es ist das eigene Versagen im Denken und Handeln, das uns einfach weitermachen lässt. Haben wir die Zeichen der Zeit nicht verstanden, oder wollen wir sie nicht verstehen? Fragen, die mich bewegen, seit ich die Polarstern verlassen habe.

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Kiribati – Eine Inselwelt versinkt im Meer

Immerhin ist die Arktis doch weitgehend unbewohnt und wir haben doch sicher im Moment Wichtigeres zu tun, als uns auch noch um den Rest der Welt zu kümmern. Es gibt da doch auch gerade eine weltweite Pandemie, die uns beschäftigt. Aber auch die lässt sich trefflich leugnen. So sind wir. So ist der Mensch. Solange es uns nicht direkt betrifft, sind wir die großen Zweifler. Wehe aber, das Wasser steht uns selbst bis zum Hals. Dann rufen wir nach dem Staat und verlangen nach Hilfe. Ein bekanntes Muster, das gerade in diesen Tagen häufig zutage tritt. Was also hat die Arktis mit uns zu tun? Ich wollte der Polarregion den Rücken kehren und mich in der Welt umhören. Wo hat der Klimawandel schon begonnen, das Leben der Menschen zu beeinflussen? Haben wir uns deren Perspektive mal zu eigen gemacht und sind wir in der Lage uns in ihre Lage zu versetzen? Können wir den Versuch wagen, uns vorzustellen, wie wir denken würden, wenn wir selbst betroffen wären?

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Kiribati – Eine Inselwelt versinkt im Meer

Folgt mir doch einfach mal nach Kiribati. Wohin bitte, werdet ihr fragen? Was hat jetzt ein „unbedeutender“ Inselstaat in Mikronesien inmitten des Pazifiks mit uns zu tun? Das ist ja noch weiter weg als der Nordpol. Mag sein. Aber hier, ungefähr genau in der Mitte zwischen Australien und Hawaii, treffen wir auf eine Bevölkerung, die bereits jetzt vom Klimawandel und der Erhöhung des Meeresspiegels unmittelbar betroffen ist. Hier leben, vereilt auf 32 Atolle mehr als 100 000 Menschen, denen das Wasser wahrhaftig bis zum Halse steht. Zeit, ein besonderes Buch zu Rate zu ziehen, um uns mal genau anzuschauen, was sich gerade dort ereignet und welche Kultur hier im Begriff ist, im tiefen Blau des Pazifiks zu versinken, „Kiribati. Eine Inselwelt versinkt im Meer“ von Alice Piciocchi und Andrea Angeli, erschienen im Sieveking Verlag, ist viel mehr als ein Reiseführer in eine weitgehend unbekannte Welt. Dies ist ein illustrierter Abgesang auf ein Paradies, das den Anfang machen wird, wenn sich die Welt wie wir sie kennen für die nächsten Generationen dramatisch und irreversibel verändert.

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Kiribati – Eine Inselwelt versinkt im Meer

Kiribatis Inselwelt machte in den vergangenen Jahren immer mehr Schlagzeilen. Die unmittelbare Bedrohung der einzelnen Inselgruppen durch steigende Wasserpegel veranlassten die Regierung dazu, ein 20 Quadratkilometer großes Stück Land auf den Fidschi-Inseln zu kaufen, um die Bewohner Kiribatis umzusiedeln. Als die Autoren des Buches davon hörten, beschlossen sie, das untergehende Inselparadies zu besuchen, um zu dokumentieren, welche Welt hier vom Untergang bedroht war. So entstand ein Reiseführer der besonderen Art. Liebevoll illustriert hält er dauerhaft fest, was bewahrt werden sollte. Man traf nicht auf verzweifelte Bewohner, die schon auf ihren gepackten Koffern saßen. Vielmehr begegneten die Autoren Menschen, die ihre Kultur zelebriert haben, wie sie es von ihren Urvätern und -müttern gelernt hatten. Sie gewährten ihnen einen tiefen Einblick in das Sozialgefüge, Riten und Bräuche, Religion, die Bedeutung ihrer Sprache, das besondere Frauenbild und die Perspektiven für die Zukunft.

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Kiribati – Eine Inselwelt versinkt im Meer

Dieses bibliophile Meisterwerk zeigt eindringlich, was geschieht, wenn Menschen, die im Einklang mit der Natur aufgewachsen sind, von dieser Natur verlassen werden. Was geschieht, wenn Fischer ihre Balance zwischen Ebbe und Flut verlieren, und sich nun auch noch damit abfinden müssen, dass immer begehrlichere internationale Blicke auf die frei werdenden Fischfanggebiete gerichtet werden? Wie leben Schulkinder im Paradies, wenn sie im Unterricht erfahren, dass die Geschichte der Arche Noah bald für sie zum Greifen nah sein könnte? Was nimmt man mit? Was gibt man auf? Welche Traditionen sind verschiffbar und welches Lebensgefühl ist unmittelbar mit dem Grund und Boden verbunden, auf dem man noch lebt? Der Reisebericht ist facettenreich und tiefgründig. Durch die Einfachheit der Illustrationen ist er auch hervorragend geeignet, um ihn mit Kindern zu erforschen. Das Staunen gehört zum Programm, wenn man die Seiten durchforstet. Wie lebt man auf Kiribati? Wie lacht, tanzt, angelt, singt und leidet man dort? Und wie, Himmels Willen, soll man das alles in Umzugskartons packen?

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Kiribati – Eine Inselwelt versinkt im Meer

Dieser Kultur- und Lebensalmanach ist ein Gesamtkunstwerk, das sich einer Welt verschrieben hat, die existenziell bedroht ist. Das Buch erzählt keine lineare Geschichte. Es ist kreisförmig um Themenbereiche angeordnet, die sich der Neugier der Leser von selbst erschließen. Ein umfangreiches Glossar, eine historische Zeitleiste und brillante Illustrationen runden das Leseerlebnis ab. „Kiribati. Eine Inselwelt versinkt im Meer“ kann auch als Sinnbild einer einsetzenden Völkerwanderung verstanden werden. Wir treffen eines Tages auf Menschen, deren kollektives Gedächtnis sich auf einige Koffer verteilt. Wir sollten ihnen nicht ahnungslos begegnen. Der Untergang ihrer Welt hat viel damit zu tun, wie wir unsere Welt verstanden haben. Werden wir Teil ihrer Erinnerung und lesen wir uns in eine Kultur, die scheinbar verloren ist… Wären da nicht die Leute von Kiribati, die in ihrem Inneren bewahren, was zurückgelassen werden muss.

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Ruth Bader Ginsburg – Bricks Books and Hope [1]

Ruth Bader Ginsburg - Bricks Books and Hope - Astrolibrium

Ruth Bader Ginsburg – Bricks Books and Hope

Ich möchte dieses neue Jahr mit einem ersten Artikel zu meinem Projekt „Bricks Books and Hope“ beginnen, das ich vor ein paar Wochen auf meinen Social-Media-Kanälen begonnen habe. Es geht um Demokratie. Es geht um Gleichberechtigung und richtet sich gegen alle populistischen Strömungen, die uns gerade begegnen. Ich habe mir die Vereinigten Staaten von Amerika als Referenz für mein Projekt ausgesucht, weil gerade dort die Folgen von toxischem Machtmissbrauch, Rassismus, Ausgrenzung und Benachteiligung sozialer Schichten besonders deutlich werden. Im Wahlkampf um das höchste Amt des Staates wurde alles sichtbar, was den Verlust in demokratische Werte charakterisiert. Und genau zu diesem Zeitpunkt erscheinen Bücher, die helfen können, das Vertrauen in eine neue Zeit wieder aufzubauen. Ich wage den Versuch, dies nicht nur mit diesen Büchern, sondern auch symbolisch mit Lego-Sets untermauern, die gut in dieses Bild der bröckelnden Säulen der Demokratie passen.

Die Literatur zu diesem  Projekt macht gerade Schlagzeilen. Die Autobiografie des ersten schwarzen Präsidenten in der Geschichte der USA, Barack Obama, entwickelt sich in diesen Tagen zum Bestseller. Bücher über den neu gewählten Präsidenten Joe Biden, der am 20. Januar sein Amt antreten wird, stoßen auf großes Interesse, und im Gefolge dieser Publikationen, die das Vor und Nach einem populistischen Präsidenten skizzieren, finden sich Werke, die unsere Aufmerksamkeit verdienen. Warum ich mich in Amerika aufhalte, um neues Vertrauen in unsere Demokratie aufzubauen? Weil ich sehe, dass unsere inländischen Populisten und Hetzer genau dort die Blaupause ihrer Politik der Verweigerung, des Schürens von Hass und der Selbstdarstellung vermuten, und sich wie Abziehbilder eines polarisierenden und egozentrischen Machtmenschen präsentieren.

Ruth Bader Ginsburg - Bricks Books and Hope - Astrolibrium

Ruth Bader Ginsburg – Bricks Books and Hope

Dies sind die wesentlichen literarischen Eckpfeiler meines Projekts:

Briefe an Obama – Das Porträt einer Nation
– Barack Obama – Ein verheißenes Land
Dave Eggers – Der größte Kapitän aller Zeiten – Eine Realsatire
– Ruth Bader Ginsburg – 300 Statements der Supreme-Court-Richterin
Joe Biden – Versprich es mir – Über die Hoffnung am Rande des Abgrunds
– Joe Biden – Ein Porträt von Evan Osnos

Die mit Links unterlegten Titel habe ich bereits gelesen und gehört. Hier sehe ich die Ausgangspunkte meines Projekts, hier habe ich ausführlich beschrieben, was mich antreibt und worauf ich in der Zukunft hoffe. Diese Bücher sind die Pfeiler, die ich mit den Neuerscheinungen dieser Tage untermauern, abstützen und neu errichten möchte. Und hier kommen eben auch Legosteine ins Spiel, weil eine Demokratie Symbole und Metaphern benötigt, um verstanden und wertgeschätzt zu werden. Da der noch im Amt befindliche Vormieter diese Symbole ziemlich runtergewirtschaftet und ihren Wert fast ruiniert hat, reiße ich sie ein und baue sie flankiert von den oben aufgeführten Büchern wieder auf. Das Weiße Haus und die Freiheitsstatue in New York liegen in tausenden Teilen vor mir und warten darauf, mit neuem demokratischem Leben gefüllt zu werden.

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Ruth Bader Ginsburg – Bricks Books and Hope

Dieses Projekt ist auch für mein eigenes Land relevant. Auch hier verlieren Bürger das Vertrauen in unsere Demokratie. Sie laufen Populisten in die Arme, die mit einfach gestrickten Wahrheiten und Sündenböcken locken, Fake-News kultivieren und in einer Gesellschaft Hass auf Menschen schüren, die anderer Herkunft und Religion sind. Hier zeigt sich, dass diese Populisten über keinerlei Rezeptur zur Bewältigung existenzieller Krisen verfügen. Ihr konsequentes NEIN beginnt gerade in der Bedeutungslosigkeit zu verpuffen. Das Einreißen dieser Lügengebäude ist eines der Ziele dieses Projekts und ich werde natürlich auch Bücher integrieren, die den Zustand meiner Heimat darstellen. Auch hier kommt ein Lego-Set zum Einsatz. Vielleicht gelingt es mir, uns allen und den Menschen in anderen Ländern, die Landkarte der Demokratie zu falten und die Werte, die auf dem Spiel stehen näher zusammenrücken zu lassen, um sie zu stärken und zu stützen. Vielleicht mögt ihr mitbauen, mitlesen, mitdiskutieren und Teil meiner Hoffnung werden, die mich in ein Jahr trägt, das in keiner Beziehung ein leichtes Jahr wird. Ich werde den Reichstag in Berlin, das Weiße Haus und die Freiheitsstatue vereinen.

Beginnen möchte ich heute mit einer besonderen Frau, die den Wertevorrat einer freiheitlichen Grundordnung auf der Grundlage der These, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind, so sehr verkörpert wie kaum eine andere Frau, die im Fokus einer Öffentlichkeit stand, die gerade im Begriff war, von diesen Werten abzurücken. Es war eine Richterin am höchsten Gericht der Vereinigten Staaten, dem Supreme Court, die während ihrer gesamten Amtszeit für die Gleichberechtigung aller Bürger ihres Landes eintrat. Ruth Bader Ginsburg. Wer kennt sie nicht, die kleine Dame mit der Hornbrille und dem etwas strengen Blick, die sich selbst nie in den Vordergrund drängte und zum Symbol des Widerstands gegen das menschenverachtende Verhalten des Präsidenten wurde, der nur darauf wartete, sie endlich sterben zu sehen. Wer kennt nicht die Bilder der weit über achtzigjährigen Richterin, die täglich im Fitnessstudio für ihre Gesundheit kämpfte, weil sie wusste, dass sich die Zusammensetzung des obersten Gerichtshofes nach ihrem Tod zugunsten der konservativen Republikaner verschieben würde. Es war diese Frau, die verbissen darum kämpfte, Donald Trumps Amtszeit zu überleben, um einem neuen (hoffentlich demokratischen) Präsidenten die Möglichkeit zu geben, ihre Nachfolge in ihrem Sinne dauerhaft weltoffen zu regeln. Es sollte ihr nicht gelingen.

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Ruth Bader Ginsburg – Bricks Books and Hope

1993 wurde Ruth Bader Ginsburg vom damaligen Präsidenten Bill Clinton in das höchste Richteramt berufen. Gemäß der Verfassung der USA erfolgt eine Berufung an den Supreme Court auf Lebenszeit und gehört somit zu den Entscheidungen, mit der längsten Wirkkraft eines amtierenden Präsidenten. Das oberste rechtsprechende Staatsorgan besteht aus neun RichterInnen und bestimmt mit seinen Grundsatzurteilen die verfassungsgemäße Richtlinie des ganzen Landes, wie kaum ein zweites Gremium. Für die Regierung kann ein solches oberstes Gericht ein Stolperstein sein, wenn sich die Mehrheitsverhältnisse zum gegnerischen Lager verschieben. Und genau das war Ruth Bader Ginsburg für Donald Trump. Ein Stolperstein, der ihm aus seiner Sicht ins eigene Nest gelegt wurde und der durch eine erzkonservative Richterin zu ersetzen war. Einziges Problem. Die alte Dame Ginsburg weigerte sich einfach, zu sterben.

Sie sprach Recht. Widersprach vehement, wenn sie Abstimmungen mit den anderen RichterInnen verlor. Sie formulierte Meilenstein-Urteile und verfasste die Sichtweise der Minderheit im Falle einer Niederlage. Und selbst hieraus wurde gültiges Recht, weil man an den stichhaltigen Begründungen dieser grandiosen Verfassungsrichterin nicht mehr vorbeikam. Ihre Worte hatten Wucht. Ihr: ICH WIDERSPRECHE wurde zur Parole der Gleichberechtigung aller. Gleiche Bezahlung für Frauen im Beruf, Ungleichbehandlung von Frauen in der Berufswahl und viele weitere richtungsweisende Entscheidungen im Kampf gegen Ausgrenzung, Benachteiligung und Ungerechtigkeit tragen ihren Namen. Eine Frauenrechtlerin würde ich sie trotzdem nicht nennen. Sie widersprach selbst:

Der Begriff Frauenrechte ist etwas problematisch. Es geht um Menschenrechte. Es geht um das Recht aller Menschen auf den gleichen Schutz durch das Gesetz.

Ruth Bader Ginsburg - Bricks Books and Hope - Astrolibrium

Ruth Bader Ginsburg – Bricks Books and Hope

Dass sie genau in diesem Bereich ihre größten Erfolge erzielte, zeigt nur deutlich, dass Frauen in dieser Gesellschaft nicht gleichbehandelt wurden. Ruth Bader Ginsburg wurde zur Ikone der Emanzipation und gleichzeitig ein dauerhafter Dorn im Auge des mächtigen Patriarchats in einem Land, in dem die Gleichberechtigung nicht immer der Hauptgedanke einer gesellschaftlich fairen Partizipation an allen Prozessen war. Wer sich für ihre Statements interessiert, der sollte zu einem Buch greifen, in dem man ihr humanistisch geprägtes Vermächtnis unverfälscht würdigt. Ruth Bader Ginsburg – 300 Statements der berühmten Supreme-Court-Richterin“ (btb) lässt sie zu Wort kommen. Ihre Statements sind selbsterklärende leuchtende Fackeln der Gerechtigkeit. Sie sind keine leeren Slogans, dienen nicht der Selbstdarstellung und sollten von allen Menschen mit gesundem Gerechtigkeitsempfinden gewürdigt werden. Ihre Worte sind nicht national begrenzt relevant. Sie entsprechen dem Wertevorrat, den wir uns selbst im Grundgesetz auf die Fahne geschrieben haben. Hier gehen Demokratien Hand in Hand. Im Sinne der Formulierung „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ wäre die oberste Richterin der USA auch eine Lichtgestalt in unserem Land gewesen.

Ihr widme ich den Sockel der Freiheitsstatue dieses Projekts. Sie gehört sicherlich zu den tragenden Säulen einer Demokratie. Ihre Urteile haben Bestand. Sie verlor ihren Kampf gegen den Krebs am 18.September 2020. Donald Trump ließ kaum eine Stunde vergehen, bis er bekräftigte, so schnell wie möglich eine konservative Richterin an ihrer Stelle zu benennen. Am aufgebahrten Sarg von Ruth Bader Ginsburg wurde er von der wütenden Menschenmenge ausgebuht. Er verlor die Wahl. Er weigerte sich beharrlich, die Niederlage zu akzeptieren und kultiviert das Fake-Narrativ einer gestohlenen Wahl. Den letzten Willen der legendären Richterin bezeichnete er als Lüge.

„Mein inbrünstigster Wunsch ist, dass ich nicht ersetzt werde, bis ein neuer Präsident im Amt ist.“

Ich baue auf Ruth Bader Ginsburg. Bricks, Books and Hope baut auf ihre Worte und wird ihr Vermächtnis im Lauf dieses Projektes noch oft zitieren. Ich verneige mich. Hier geht es bald weiter. Darauf könnt ihr bauen. 

Ruth Bader Ginsburg - Bricks Books and Hope - Astrolibrium

Ruth Bader Ginsburg – Bricks Books and Hope

Pünktlich zur Amtseinführung: Das Joe-Biden-Special

Joe Biden - Versprich es mir - Bricks Books and Hope - Astrolibrium

Joe Biden – Versprich es mir – Bricks Books and Hope

Der Klang des Bleistiftes, der zu Boden fällt – Marie Gaté

Der Klang des Bleistiftes, der zu Boden fällt - Marie Gaté - Astrolibrium

Der Klang des Bleistiftes, der zu Boden fällt – Marie Gaté

Wie wäre es mit einer literarischen Praline, die in wundervoller Verpackung auf euch wartet und in ihrem Inneren mehrere Geschmacksexplosionen verbirgt? Könnt ihr euch vorstellen, wie es sich anfühlt, ganz langsam durch eine äußere Schicht aus Krokant in die Tiefen dieser Leckerei vorzudringen und dabei festzustellen, wie sich alle Zutaten in eurem Mund zu einer Komposition von größter Raffinesse vereinen? Und plötzlich stoßt ihr mit der Zunge überraschend auf einen ersten inneren Kern, der sich von den zuvor erkundeten delikaten Schichten unterscheidet. Er scheint extrem hart zu sein und bitter zu schmecken. Alles widerspricht der Komposition, die euch gerade noch so begeistert jubilieren ließ. Doch ihr könnt nicht mehr innehalten. Ihr zerbeißt den Kern und stoßt in ein geheimes Inneres vor, das euch die Tränen in die Augen treibt. Ihr beginnt euch zu ekeln und seid kurz davor, die sich auflösende Praline auszuspucken, bis ihr vorsichtig weitertastet und auch im Inneren dieses Kerns etwas Neues entdeckt, das sich bereits im ersten Moment der Berührung mit euren Geschmacksnerven als Zauber erweist.

Wenn ihr euch dies alles vorstellen könnt, dann seid ihr bereit, mir in ein Buch zu folgen, auf das jedes einzelne Bild meines gerade gezogenen Vergleichs zutrifft. Dann seid ihr bereit, einer Schriftstellerin zu begegnen, die aus den unterschiedlichsten und selten kombinierten Zutaten ein literarisches Konfekt geschaffen hat, das sich deutlich von der Einheitsware unterscheidet, die uns alltäglich begegnet. Ihr Rezept besteht aus Liebe, Zuneigung, Sehnsucht, unerfüllten Hoffnungen, Stolz, poetischer Strahlkraft und patriotischer Heimatliebe. Aber eben auch aus einem Kern, den man schlucken muss, um die Schönheit des Ganzen zu ermessen. Ein Kern aus Hass, Repressalien, Gewalt, Stacheldraht, Schützengräben, Giftgas, Granaten und Vernichtung. Dieses Innere liegt schwer im Magen und im Herzen. Für eine französische Autorin schmeckt dieser Kern deutsch. Und nicht nur für sie. Es ist der Granatkern einer gemeinsamen Geschichte, die nur dann nachhaltig überwunden werden kann, wenn wir bereit sind, diese Praline mit all unseren Sinnen zu probieren. Nur so stoßen wir gemeinsam in den wahren Kern einer zutiefst persönlichen Familiengeschichte vor, die niemals Geschichte wurde.

Der Klang des Bleistiftes, der zu Boden fällt - Marie Gaté - Astrolibrium

Der Klang des Bleistiftes, der zu Boden fällt – Marie Gaté

Der Klang des Bleistiftes, der zu Boden fällt.“ So lautet der Titel eines Romans, der sich als autobiografischer Jahrhundertroman so erfreulich vom Mainstream abhebt, der uns in den Buchhandlungen begegnet. Es ist sicherlich der Titel, der neugierig machen kann. Es ist sicherlich auch das gediegene Äußere dieses Buches der Stroux Edition, dem man verfallen kann. Elemente einer Pralinenverpackung, die mir signalisierte, hier einer neuen Erzählstimme begegnen zu können. Marie Gaté. Ein Kind der Ardennen, könnte man sagen. Eine französische Weltbürgerin, die ihr Sprachtalent zur Berufung gemacht hat. Dolmetscherin, Übersetzerin und Autorin. Aufgewachsen in einer Region, die immer noch von den Spuren zweier Weltkriege durchzogen ist. Eine Französin, die ihre autobiografische Geschichte in einer Sprache schrieb, die für ihre Vorfahren nur die Sprache der Eroberer und Besatzer war. Auch eine deutsche Staatsbürgerin, aus deren Sicht die Geschichte ihrer Familie zur multiperspektivischen Kamerafahrt durch ein Jahrhundert der ambivalenten Beziehungen wird. Eine Schriftstellerin, die mit ihrer Vielsprachigkeit in der Herangehensweise an ein sensibles Thema sprachlos macht.

Es ist die Champagne, in die uns Marie Gaté entführt. Hier vertraut sie sich uns an und öffnet uns behutsam die Seiten ihres Familienalbums mit all den Erinnerungen und Gefühlen, die ein solcher Rückblick mit sich bringt. Wir begegnen ihren Großeltern zu einer Zeit, in der die Region rund um Reims zu den umkämpftesten Gebieten Europas gehörte. Wir treffen auf gezeichnete Menschen, die der Erste Weltkrieg zermürbt hat. Wir finden jedoch auch die ersten Muster einer Familiengeschichte, die von Achtung und Liebe skizziert ist. Sehnsucht spielt eine große Rolle und Sehnsucht wird zu einer der wichtigsten Bestimmungsgrößen im Leben der jungen Marie. Es ist die Schwester ihrer Großmutter, die Jahrzehnte später zu einer wichtigen Bezugsperson für sie wird. Es sind ihre Eltern, die Marie zeitweise zu jener Großtante Adrienne in Obhut geben. Und so werden wir zu den Zeugen der Generationsgeschichten, die von zwei Kriegen charakterisiert sind. Von niemals verheilenden Wunden, Schrecken und gegenseitig zugefügtem Leid. Und wir werden heimliche Zeugen einer nie erzählten Geschichte.

Der Klang des Bleistiftes, der zu Boden fällt - Marie Gaté - Astrolibrium

Der Klang des Bleistiftes, der zu Boden fällt – Marie Gaté

Es ist „Der Klang des Bleistiftes, der zu Boden fällt“, den die Großtante Adrienne der jungen Marie als ganz persönliche Geschichte schenkt. Es sind die magischen Momente an Adriennes Seite, die das Mädchen früh prägen und es sind all die Fragen, auf die Marie einfach keine Antworten findet. Warum hat Adrienne niemals geheiratet? Warum lebt sie allein und gibt es ein Geheimnis, das sie nicht preisgeben will? Im Lauf der Jahrzehnte wird aus Adrienne eine wesentliche Konstante für Marie. Und während wir erleben, wie aus dem Mädchen die Frau wird, ahnen wir schon, welchen Konflikten sie neuen Treibstoff verleiht, als ausgerechnet sie ihren ersten Freund mit nach Hause bringt. Einen deutschen Soldaten. Hier reißen nicht nur alte Wunden auf, hier wird im modernen Frankreich das besiegte Frankreich des Ersten Weltkriegs und das schwer verwundete des Zweiten Weltkriegs sichtbar. Es ist eine Mischung aus Ablehnung und Misstrauen, die dem jungen Deutschen begegnet. Und doch ist dies längst nicht alles. Das Geheimnis von Adrienne beginnt langsam, sich an die Oberfläche zu graben.

Hier befinden wir uns tief im Inneren der literarischen Praline. Es schmeckt überall nach Gift und Tod, nach Unterdrückung und Repressalien. Die Uhren gehen in diesem Ersten Weltkrieg falsch. Sie zeigen die deutsche Zeit an. Hier beginnt, was Adrienne erst am Ende ihres fast hundertjährigen Lebens erzählt. Hier beginnt, was sich als ein Muster von tiefer Sehnsucht durch ihr Leben zog. Eine Liebesgeschichte, die einfach unmöglich war. Eine Liebe, die man Kollaboration oder Fraternisierung genannt hätte. Eine Liebe, die jedoch die Zeit überdauert hat. In Marie und ihren eigenen Lieben hat sich der Kreis einer Geschichte geschlossen, die zum Opfer der Geschichte wurde. In ihr liegt der Schlüssel zur Heilung aller Wunden. In ihrem heutigen Schreiben liegt der Schlüssel zur Nachhaltigkeit eines Friedens, den unsere Großeltern und Eltern niemals für möglich gehalten hätten. Dem „Klang des Bleitstiftes, der zu Boden fällt“ kommt in diesem autobiografischen Roman eine metaphorische Bedeutung zu, an die ich wohl noch lange denken werde. Dieser Stift ist dieser Familie nie aus der Hand gefallen. Bei Marie Gaté ist das eindrucksvoll nachzulesen.

Das süße Herz dieser Praline verdrängt die Bitterstoffe und lässt die Tristesse dort, wo sie hingehört. In der Vergangenheit. Die Zukunft gehört nur uns. Ihr Geschmack ist ein Geschenk….

Der Klang des Bleistiftes, der zu Boden fällt - Marie Gaté - Astrolibrium

Der Klang des Bleistiftes, der zu Boden fällt – Marie Gaté

Ich wurde über die inhaltlichen Aspekte der Geschichte hinaus reich beschenkt. Immer wieder stelle ich mir die Frage: Was erwarte ich von einem Roman? Natürlich eine gute Erzählung, Spannung, Romantik und Tiefgang. Aber auch nie zuvor gelesene Impulse, die mich inspirieren. Schon auf den ersten Seiten des Romans gelang es der Autorin, mein Lesen zu unterbrechen und einen Zündfunken in mein Leben zu bringen, der einen Flächenbrand verursacht. Stellt euch einfach vor, ihr verliert einen Menschen aus eurem direkten Umfeld. „Welchem fehlenden Buchstaben des Alphabets würde er entsprechen?“ Darüber lohnt es sich intensiv nachzudenken. Wäre es ein Q, ohne das man gut zurechtkommt, oder verliert man einen lebenswichtigen Vokal, der absolut unersetzbar ist und uns fast sprachlos machen würde? Ein Gedanke, der sehr langsam Fahrt aufnimmt, sich dann aber mit dem eigenen Wertevorrat verbindet.

Heute sind wir, was man gemeinhin als Zeitgenossen bezeichnet. So habe ich den Roman von Marié Gaté gelesen. Wir gehören einer Generation an. Und doch sind wir mit völlig unterschiedlichen Narrativen aufgewachsen. Es sind verschiedene und nicht zu vergleichende Rollen, die unsere Länder in der Weltgeschichte gespielt haben. Hier gilt es anzusetzen und das Verbindende zu suchen. Es gilt, die Schuldfragen nicht zu dominant werden zu lassen, um die Heilung der Wunden nicht zu verhindern. Wir sind noch lange nicht am Ziel, stehen aber in der Tradition großer Politiker und Autoren, die sich tatsächlich und symbolisch über den Gräbern von einst die Hand gereicht haben. Den Beitrag, den Marie Gaté an dieser historischen Aufgabe geleistet hat, kann man nicht hoch genug einschätzen. Ich versuche durch meine Artikel einen eigenen kleinen Beitrag zu leisten, unser heutiges Leben in den historischen Kontext zu stellen und die Verantwortung als Vater an die nächste Generation weiterzugeben.

Der Klang des Bleistiftes, der zu Boden fällt - Marie Gaté - Astrolibrium

Der Klang des Bleistiftes, der zu Boden fällt – Marie Gaté

Ob mir das gelingt, das können andere besser beurteilen. Ich empfehle das Lesen meiner Artikelserie zum Ersten und zum Zweiten Weltkrieg. Und gerade im Bezug zu diesem Buch sind es folgende Rezensionen und Reflexionen, die mich zutiefst mit dem Schreiben von Marie Gaté verbinden:

Die Stunde, in der Europa erwachte
Die verborgene Chronik 
Die ewigen Stimmen aus Verdun
Elegie des großen Krieges
Der Wintersoldat

Chère Marie Gaté-Stallforth. Je vous remercie pour une histoire que je porterai dans mon cœur quand un jour je serai de retour à Verdun. Sans votre livre, ce serait comme toutes les consonnes manquantes de mon alphabet…

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Der Klang des Bleistiftes, der zu Boden fällt – Marie Gaté

Update: Ein Buch für euch: Schreibt einen Kommentar und verratet mir, auf welchen Buchstaben des Alphabets ihr verzichten könntet. Unter allen Kommentierenden werde ich den Roman von Marie Gaté verlosen und ihn mit einer signierten Karte der Autorin auf den Weg bringen. Einsendeschluss ist Sonntag, der 24. Januar 24 Uhr.

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Der Klang des Bleistiftes, der zu Boden fällt – Marie Gaté

Weihnachten 1945 – Ein Buch der Erinnerungen

Weihnachten 1945 - Ein Buch der Erinnerungen - Astrolibrium

Weihnachten 1945 – Ein Buch der Erinnerungen

Ein besonderes Weihnachtsfest steht uns bevor. Eines, von dem wir vor mehr als einem Jahr wohl nicht gedacht hätten, dass es real werden würde. Das ganze Land im Lockdown, die Geschäfte schon vor dem heiligen Fest geschlossen und eine Feier im Kreise der Familie wird durch Ausgangsbeschränkungen erschwert, wenn nicht sogar unmöglich gemacht. Wir finden Halt in den kleinen Biotopen, die wir selbst geschaffen haben, um den Turbulenzen des Alltags trotzen zu können. Ein schweres Jahr mit den Wunden einer weltweiten Pandemie liegt nun bald hinter uns. Hoffnungsschimmer sind rar in diesen Tagen, obwohl die Impfzentren allüberall aus dem Boden schießen. Heißt das, wir gehen nun in eine unbeschwerte Zukunft? Können wir uns nun beruhigen und davon ausgehen, dass wir im Jahr 2021 wieder reisen können, Buchmessen besuchen oder gar ohne Gesichtsmaske zum Bummeln durch volle Einkaufsmeilen flanieren?

Hoffnung ist ein wichtiger Ankerpunkt im Leben. Schönreden jedoch hilft uns nicht weiter. Ich gehe davon aus, dass wir auch im neuen Jahr mit einigen Einschränkungen zu leben haben, an die man sich erst gewöhnen muss. Oder an die wir uns fast schon gewöhnt haben. Homeoffice, Homeschooling, Social Distancing und andere moderne Krisenbewältigungs-Anglizismen werden uns wohl noch lange begleiten. Dabei ist klar, dass wir von niemandem, auch nicht von unserer Volksvertretung erwarten dürfen, ein Patentrezept zu besitzen, das wie eine Blaupause auf jede Gesundheitskrise passt. In kaum einer Zeit dieser jungen gemeinsamen Republik waren wohl die wirtschaftlichen gesundheitlichen, emotionalen und sozialen Herausforderungen so einschneidend wie heute. Das Miteinander wird auf harte Proben gestellt, nicht nur durch Gruppierungen, die sich der Gemeinschaft durch das beharrliche Leugnen des Coronavirus entziehen. Es bleibt sehr schwer, Halt zu suchen, zu geben und zu finden. Und doch schaffen wir es. Es gibt so viele positive Beispiele, die mich wirklich hoffen lassen, dass wir heil aus dieser Krise herauskommen. Gestärkt und solidarisch.

Weihnachten 1945 - Ein Buch der Erinnerungen - Astrolibrium

Weihnachten 1945 – Ein Buch der Erinnerungen

Wenn wir uns mit unseren Großeltern unterhalten (und ja, wir können das auf so vielfältige Art und Weise, trotz aller Einschränkungen, die wir gerade zu ihrem Schutz ins Leben gerufen haben), dann werden wir schnell in Erfahrung bringen, dass dieses Weihnachtsfest mit all seinen Restriktionen nicht zu den schwersten Weihnachten im Leben unserer Großeltern zählt. Es ist wirklich eminent wichtig, die Maßstäbe im Auge zu behalten, um jede Einschränkung, die diese Corona-Pandemie mit sich bringt, ein wenig relativieren zu können. Meine eigene, inzwischen fast neunzigjährige Mutter sagt mit Nachdruck zu ihren Enkeln:

„Wer nächtelang im Luftschutzbunker saß und nicht wusste, ob das eigene Haus am nächsten Tag noch steht, der lässt sich auch durch eine Ausgangssperre wegen Corona nicht beirren.“

Vielleicht sind es diese Perspektiven, die uns jetzt helfen, einerseits Mut zu fassen und andererseits endlich den „Arsch hoch zu bekommen“, um unsere Alten nachhaltig und ohne egozentrisch überlagerte Diskussion darüber, auf was wir gerade verzichten müssen, zu beschützen. Es gäbe uns gar nicht, ohne ihre Fähigkeiten, sich mit Wucht gegen alle Krisen zu stellen, die sie erlebt haben. (Und das ganz ohne Internet, Netflix, Social Media, Onlineshopping, und Smartphones). Selbst für mich wäre im zarten Alter von 15 Jahren ein kompletter Lockdown in der Eifel des Jahres 1977 eine ganz andere Hausnummer gewesen, als er das für Jugendliche in unserer Zeit ist. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die pausenlos sagen, es könnte ja noch schlimmer sein, aber es ist mir wichtig, Zeitscheiben miteinander zu vergleichen, bevor man sich und seine Kinder in eine dramatische Opferrolle begibt und aus dem Jammertal nicht mehr entkommt.

Weihnachten 1945 - Ein Buch der Erinnerungen - Astrolibrium

Weihnachten 1945 – Ein Buch der Erinnerungen

Wie war das? Das schwerste Weihnachtsfest seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs? Ein Satz den man in letzter Zeit recht häufig hört. Diejenigen, die dieses Weihnachten selbst erlebt haben, werden sich wohl verwundert die ergrauten Augen reiben. Vielleicht ist es gerade jetzt an der Zeit, mit unseren Eltern und Großeltern über genau diese Zeit zu sprechen, über die sie eigentlich viel zu wenig erzählt haben. Vielleicht hilft auch ein Buch, das sich genau mit diesem ersten Weihnachtsfest im Frieden beschäftigt. Es ist nicht verkehrt, zurückzublicken, um danach im Vorwärtsgang die richtige Entscheidung für die eigene Geisteshaltung angesichts solcher Krisen zu treffen.

Weihnachten 1945 – Ein Buch der Erinnerungen“ (Claus Hinrch Cassdorf Hrsg.)

Die „dtv-Verlagsgesellschaft“ hat sicherlich nicht grundlos den folgenden Slogan Große Autoren – große Schriftauf die Rückseite des Taschenbuches gedruckt. Beides trifft zu. Beides ist sinnvoll, weil alleine schon der Großdruck es ermöglicht, die Lesenden mit einzubeziehen, die sich noch persönlich an diese Zeit erinnern können. Wir haben es hier nicht mit einem Opferbuch zu tun. Hier wird nicht gejammert. Hier finden sich starke Stimmen, die schon klar betonen, dass dieses Jahr 1945 das Ende eines Sturms darstellte, den Nazi-Deutschland damals selbst heraufbeschworen hatte. Eine Sichtweise, die man nie vergessen sollte, bevor man sich den Schicksalen derer annimmt, die jetzt verzweifelt auf die Heimkehr der Söhne und Männer aus dem Krieg warteten, der gerade erst verloren wurde. Ein Land in Trümmern atmete zum ersten Mal seit 1939 auf. Und dieses Aufatmen schmeckte sehr bitter, wurde man sich doch immer mehr bewusst, was man angerichtet hatte. Ein Gefühl, das sich auch in meiner eigenen Familie Raum verschaffte. Schuldlos waren nur sehr wenige. Wissend waren die meisten. Verdrängt hatten es plötzlich alle. Vom Holocaust bis zur Kriegstreiberei, immer mehr kam unmissverständlich an die Oberfläche.

Weihnachten 1945 - Ein Buch der Erinnerungen - Astrolibrium

Weihnachten 1945 – Ein Buch der Erinnerungen

24 Perspektiven warten in diesem Buch darauf, von uns eingenommen zu werden. 24 Persönlichkeiten, an die sich unsere Eltern und Großeltern (und wir uns wohl auch) noch sehr gut erinnern werden, schrieben hier ganz persönliche Erinnerungen nieder. Sie erzählen differenziert, maßvoll und voller Empathie, wie sie das Weihnachtsfest im Jahr 1945 verlebten. Sie schreiben aus der Perspektive von Exilanten, die geflüchtet waren und nun in die Heimat zurückkehrten und nichts wiedererkannten, was sie einst zurückgelassen hatten. Sie schreiben aus der Sichtweise jener Jugendlichen, die vom Geist der Nazi-Diktatur verblendet waren und nun auf den Trümmern ihres Lebens ein neues und freies Land aufbauen wollten. Sie schreiben als Waisen, die zu dieser Zeit bereits ihre Familie verloren hatten, und die alleine sicherlich nicht zurechtgekommen wären. Es sind intime und extrem persönliche Einsichten, die sie uns gewähren.

Sie erzählen nicht vom großen Ganzen. Sie berichten kleinteilig von den Biotopen, in denen sie sich wiederfanden. Sie berichten vom kargen Weihnachtsmahl, von Abenden der Kälte ohne Licht. Von zerbombten Häusern und Trauer um die Toten der Familie. In ihren kleinen Geschenken von Eltern und Freunden finden sie Hoffnung, Tannenbäume sind aus Papier gebastelt. Ein Weihnachtsbraten hatte nichts mit dem gemein, was wir heute unter einem Stück Fleisch verstehen und eine Suppe wurde schon zum Festmahl, wenn sie Fettaugen enthielt. Es ist die Stunde Null, die wir hier am Heiligabend erleben. Und doch strahlt aus all diesen Erzählungen auch die Zuversicht hervor, einen Wandel herbeiführen zu können und eine Zukunft anders zu gestalten. Pläne werden gemacht, in kleinen Schritten wird das Morgen skizziert. Ein Silberstreif am Horizont.

Weihnachten 1945 - Ein Buch der Erinnerungen - Astrolibrium

Weihnachten 1945 – Ein Buch der Erinnerungen

Es sind lesenswerte Texte, die sich zu diesem Erinnerungsbuch verketten, und uns zum Teil eines Weihnachtsfestes werden lassen, das aus heutiger Sicht kaum zu begreifen und kaum zu greifen ist. Es sind Texte von Heinrich Böll, Heinrich Albertz, Christine Brückner, Klaus von Bismarck, Leonie Ossowski, Annemarie Renger, Luise Rinser, Siegfried Lenz, Hildegard Hamm-Brücher, Walter Scheel und vielen mehr, die uns im wahrsten Sinne des Wortes mitnehmen. Beiträge, die mir persönlich gezeigt haben, wie sehr sich dieses Weihnachtsfest vom letzten Weihnachtsfest des Krieges im Jahr 1944 unterschied. In meiner eigenen Familienchronik war das Jahr vor dem Kriegsende das Ereignis, das meine Großeltern dauerhaft traumatisiert hatte. Ich schrieb darüber. Vielleicht möchtet ihr diese Gedanken lesen, wenn ihr am Ende dieses Textes angelangt seid.

Weihnachten 1944. Ein Ring, der alles veränderte…

Ich wünsche uns allen ein friedvolles Weihnachtsfest mit schönen Momenten, die dann später für unsere Kinder zu guten Erinnerungen werden. Ich wünsche uns, dass diese Erinnerungen eine Zeit ins Gedächtnis rufen, die nicht leicht war, in der wir uns jedoch verantwortungsbewusst und liebevoll um unsere Nächsten gekümmert haben. In diesen Momenten beginnen die Augenblicke, in denen ihr diese Erinnerungen gestaltet und sie zu Bausteinen im Gewölbe eurer Familiengeschichte macht. Lasst sie tragfähig und kunterbunt werden. Eure Kinder werden euch das nicht vergessen. Frohes Fest.

Weihnachten 1945 - Ein Buch der Erinnerungen - Astrolibrium

Weihnachten 1945 – Ein Buch der Erinnerungen