„Der 1000-jährige Junge“ von Ross Welford

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Der 1000-jährige Junge von Ross Welford

Es ist schon immer das Spiel mit der Zeit gewesen, das uns Leser fasziniert. Wir träumen gerne davon, unsterblich zu sein, auf Zeitreise gehen zu dürfen, oder einfach auch mal die Zeit anhalten zu können. Einstein hat die Zeit relativiert. Wir messen Zeit nicht in Maßeinheiten, sondern eher willkürlich mit eigentlich vorsintflutlichen Uhren. Es ist heute sehr leicht, Zeit zu gewinnen, sie verstreichen zu lassen, sie zu verschwenden oder sie einfach mal spontan an unsere Lebensbedingungen anzupassen. Denken wir nur an die Winter- oder Sommerzeit. Zeit zieht sich wie ein Kaugummi oder vergeht wie im Flug. Jeder denkt, eine innere Uhr zu haben oder der Zeit hilflos ausgeliefert zu sein. In der Literatur ist es sogar möglich, durch die Zeit zu reisen.

H.G. Wells hat in unserer Fantasie tiefe Spuren hinterlassen, seitdem er mit seiner Zeitmaschine den Sprung in die Zukunft gewagt hat. Viele Autoren sind seinem guten Beispiel gefolgt und haben einen wahren Zeitreise-Tourismus-Boom ausgelöst. Zuletzt bin ich Matt Haig in seinen Roman „Wie man die Zeit anhält“ gefolgt und habe dabei sehr genossen, dass er hierbei nicht auf Zeit gespielt hat. Er lässt seinen Protagonisten durch die Jahrhunderte wandern, nicht unsterblich, jedoch nur in mäßigen Schritten der normalen Alterung unterworfen. So treffen wir im Hier und Jetzt auf einen Mann, der im Moment wie ein Vierzigjähriger auf uns wirkt, in Wahrheit jedoch über 400 Jahre alt ist. Was er mitbringt, ist ein großer Fundus an selbst erlebtem historischen Wissen, das ihn zum zeitlosen Zeitzeugen vergangener Epochen macht. Welch tiefgründiger Spaß.

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Der 1000-jährige Junge von Ross Welford

Als ich auf den Roman „Der 1000-jährige Junge“ von Ross Welford stieß, musste ich sofort an Matt Haig und die Grundidee seiner Geschichte denken. Sie unterscheidet sich natürlich grundlegend, allerdings ist die Ausgangssituation sehr ähnlich. Wir treffen auf einen elfjährigen Jungen, der im Hier und Jetzt eigentlich ganz normal wirkt. Er wirkt nicht, als wäre er etwas Besonderes. Durchschnitt. Dass er allerdings schon seit 1000 Jahren elf Jahre alt ist, das wissen nur wir. Wir Leser sind immer im Vorteil. Der Junge altert jedoch im Vergleich zu seinem Alter Ego aus dem Roman von Matt Haig nicht um einen Tag. Er war elf, als er zeitlos wurde, er blieb elf in den Zeitscheiben, die er erlebt hat und er ist elf als er nun einen folgenschweren Entschluss fasst.

Schluss mit lustig. Schluss mit der Zeitlosigkeit. Alfie Monk will älter werden. Wo Matt Haig für erwachsene Leser schreibt und seinen Protagonisten zu einem zeitlosen Liebenden und Suchenden nach Zuneigung macht, bleibt Ross Welford sprachlich und inhaltlich bei seiner Zielgruppe, den Lesern und Leserinnen ab dem 10. Lebensjahr. Sie sollen zu Wegbegleitern von Alfie Monk werden. Sie sollen seine Andersartigkeit sehen und verstehen. Sie sollen mit ihm gemeinsam nach Lösungen suchen, wie man endlich aus der Zeitschleife des Nichtalterns entfliehen kann. Und dabei sehen sie die Welt aus der Perspektive eines Alfie Monk, der genau ihre Sprache spricht. Denn altklug ist Alfie sicher nicht! Nur ist sein Erfahrungsschatz um 1000 Jahre größer. Amüsant.

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Der 1000-jährige Junge von Ross Welford

Die Geschichte von Alfie Monk hat Sogwirkung. Erst damit angefangen, kommt man aus dem Lesen nicht mehr heraus. Ross Welford spielt vorzüglich mit der Zeit und lässt auch hinsichtlich der Ursachen für das ewige Leben keine Frage offen. Er nimmt seine Leser an die Hand, erklärt seine „Untoten“, die Einschränkungen, die ein solches Leben mit sich bringt und lässt niemanden im Unklaren darüber, dass Alfie Monk sterblich ist. Sieht man ja an seiner Mutter. Dabei fing alles mit ein paar geheimnisvollen Glasperlen an, die Alfies Vater besitzt. Livperler. Lebensperlen. Der wohl wertvollste Besitz seiner Familie. Tja, und statt abzuwarten, bis der richtige Zeitpunkt gekommen war, hatte Alfie seine Livperler im Alter von elf Jahren eingenommen. Und schon war es passiert. 1000 Jahre lagen nun vor ihm…

„Manchmal schäme ich mich immer noch.
Bis dahin hatte ich elf Winter erlebt.
Und ich sollte über tausend Jahre lang elf bleiben.“

Das macht ihn anders. Innerlich. Und jetzt, ohne seine Mutter, die in einem Feuer ums Leben kommt und vor die Alternative gestellt, die nächsten 1000 Jahre als Elfjähriger in einem Kinderheim zu verbringen, zieht er die Notbremse. Was er jetzt braucht sind gute Freunde und Glück. Hier entwickelt Ross Welford einen zeitlosen Jugendroman, der es in sich hat. Voller Anekdoten über das ewige Leben als Elfjähriger (ein doofes Alter für das ewige Leben – es gäbe so viele spannendere Lebensphasen, denkt auch Alfie) und erweitert um die wundervolle zweite Erzählperspektive seines Freundes Aidan, besticht dieser Roman in seinen Bildern, die haften bleiben.

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Der 1000-jährige Junge von Ross Welford

Freundschaft, blindes Vertrauen, die Sehnsucht nach einem anderen Leben, das Ausbrechen aus dem alltäglichen Muster, der Wunsch erwachsen zu werden und eine unglaubliche Lust an der Schönheit des Lebens machen den Roman zu einem absolut lesenswerten Genuss. Wer also erfahren möchte, wie ein elfjähriger Junge an originale handsignierte Bücher von Charles Dickens kommt, wen es interessiert, wie ein junger allwissender Zeitzeuge in einer Ausstellung zur Geschichte der Angelsachsen auffällig wird und wer mit einem 1000-jährigen Spannungsbogen zurechtkommt, dem sei diese Geschichte ans Herz gelegt. Und wer denkt, es hier mit einem Roman für Jungs zu tun zu haben, der darf sich auf Roxy freuen. Die gemeinsame Freundin von Alfie und Aidan hat es faustdick hinter den jungen Ohren und erweist sich als wahrer Wirbelwind in der zeitlosen Story.

Doch es ist Vorsicht geboten. Tiefgang gehört zu diesem Buch wie die Anekdoten zur Geschichte. Ross Welford bringt seine Leser schon sehr ins Grübeln. Der Roman hat seine tief angelegten Momente, wenn man sich mit Verlust, Trauer und der Illusion auseinandersetzt, wie es wäre, ewig elfjährig zu sein. Man kann dieses Buch mit gutem Gewissen seinen Kindern schenken. (Und es sich dann ganz heimlich ausleihen, um es selbst zu lesen). Dieser Lesespaß ist alterslos. Also zumindest, wenn man irgendwie im Herzen jung geblieben ist. In jedem steckt ein kleiner Alfie…

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Der 1000-jährige Junge von Ross Welford

Zeitlose Zeitreise-Romane bei AstroLibrium, die keine Zeitverschwendung sind:

Kunde von Nirgendwo“ – Eine Zeitreise mit William Morris
Blätterrauschen“ eine Zeitreise mit Holly-Jane Rahlens
Flügel aus Papier“ – Eine Zeitreise mit Marcin Szczygielski
Wie man die Zeit anhält“ von Matt Haig [Buch und Hörbuch]
Marmorkuss“ von Jennifer Benkau [Urban Mystery]
So nah und doch so fern“ – Eine Liebes-Zeitreise von Ann Brashares
Anne Frank – Wenn du jetzt bei mir wärst“ – Waldtraut Lewin
„Zeitreise mit Hamster“ von Ross Welford… Das steht noch in meinem SUB

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„Der geheime Garten“ von Frances Hodgson Burnett

Der geheime Garten - Frances H. Burnett - Astrolibrium

Der geheime Garten – Frances H. Burnett

„Die Beschäftigung mit Erde und Pflanzen
kann der Seele eine ähnliche Entlastung
und Ruhe geben wie die Meditation.“

Hermann Hesse

Der geheime Garten - Frances H. Burnett - Astrolibrium

Der geheime Garten – Frances H. Burnett

Ich bin sicher nicht der Leser mit dem grünen Daumen“. Und doch habe ich bereits einen literarischen Ausflug in eine Gartenlandschaft gewagt, der mir gezeigt hat, wie es sich auf Körper und Geist auswirken kann, wenn man sät, pflanzt und erntet. Oder sich ganz einfach an der bunten Blütenpracht berauscht, der man eine Heimat gegeben hat. Gärten können kontemplative Atmosphäre erzeugen, entschleunigen und den Geist vor Überlastung schützen. „Der Garten von Hermann Hesse“ sollte eigentlich mein letztes Gartenbuch sein. Dachte ich. Und nun stehe ich kurz davor, das Jahr 2019 zu meinem Lesejahr des Gartens auszurufen. Wie kommt es dazu?

Nun, die Literatur bringt viele Überraschungen mit sich. Während Hermann Hesse mir zeigte, wie kreativ man in der Gestaltung von Gartenwegen sein kann (er befestigte sie mit unaufgefordert zugeschickten Rezensionsexemplaren), las ich mich ohne ahnen zu können, was mich künftig erwarteten sollte, durch meine MinaLima-Bilbiothek. Von „Peter Pan“ über „Die Schöne und das Biest“. Bis mitten hinein ins „Dschungelbuch“ und „Die kleine Meerjungfrau“ führte mich mein Lesen in die Fantasiewelt der großen klassischen Kinder- und Jugendbücher. Als ich dann die Fortsetzung dieser magischen Buchreihe entdeckte, war es um mich geschehen. The Secret Garden von Frances Hodgson Burnett erblickte in London das Licht der Welt und schon auf der Frankfurter Buchmesse durfte ich einen ersten Blick auf das deutsche Cover werfen.

Der geheime Garten - Frances H. Burnett - Astrolibrium

Der geheime Garten – Frances H. Burnett

Der geheime Garten wird als Buchkunstwerk aus dem Hause Coppenrath Verlag diese MinaLima-Reihe auch bei uns fortsetzen. Grüner Daumen hin oder her. Es ist unausweichlich, mich in diesen Garten zu begeben. Zuerst erreichte mich ein geheimes Buchpaket aus London, um meine Neugier im Zaum zu halten. Dann erfuhr ich, was im neuen Jahr so auf mich zukommt. Und jetzt sitze ich wie angepflanzt in einer Oase der Literatur und entwickle mich zum Gärtner meines grünen Lesens. Schon 2019 wird nun die Verfilmung des Jugendbuch-Klassikers mit Colin Firth in der Hauptrolle in den Kinos zu sehen sein. Darüber hinaus hat Der Audio Verlag ein atmosphärisches Hörspiel im Programm, das dieses Abenteuer brillant in Szene setzt. Ich hatte keine Chance. Nach meinem Ausflug in die wundervolle Hörspielwelt von „Peter Pan“ wollte ich mich gerne hörend in den Garten begeben.

Hier bin ich nun. Das Original von MinaLima in Händen, auf die Verfilmung und die Übersetzung des Buches wartend und bereits am Ende des Hörens eines Hörspiels. Ja. Ich konnte nicht warten. Ich zog mich für eine gute Stunde zurück und hörte mich in die Welt der 10jährigen Mary Lennox hinein. Mehr als hundert Jahre alt ist die Geschichte und eigentlich könnte man annehmen, sie sei in die Jahre gekommen. Angestaubt oder zumindest leicht antiquiert. Mit unseren Heutigen schwer in Einklang zu bringen und für Kinder des 21. Jahrhunderts vielleicht wenig zeitgemäß. Weit gefehlt. Sehr weit. Ich bin mir inzwischen ganz sicher, dass ich die Lese- und Hörzeit in diesem geheimen Garten genau richtig investiert habe und noch investieren werde.

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Der geheime Garten – Frances H. Burnett

Heute lege ich mein Ohrenmerk auf die 2018 bei Der Audio Verlag veröffentlichte SWR 2 – Produktion aus dem Jahr 1999. Hörspiele sind cineastische Inszenierungen fürs Ohr. Ein vollständiges Ensemble muss seine Zuhörer schon von Beginn an mit der klar erkennbaren Rollenverteilung überzeugen. Hier bleibt kein Raum für „Mary sagte“ oder ähnliche Zuordnungen und Hilfen. Hier muss man Mary und andere Protagonisten sofort heraushören, als unverkennbar für die Folgehandlung einstufen, in jedem Aufzug der Handlung wiedererkennen und sogar aus dem Chor verschiedener und sich häufig überlagernder Stimmen klar identifizieren können. Gelingt dieser Spagat aus Hören und Inszenierung nicht, sorgt dies gerade bei jungen Zuhörern nur für Verwirrung. Es ist als würde man einen Film mit geschlossenen Augen verfolgen. Einzig ein Erzähler wird als Bindeglied zwischen Handlung und Schauspiel fürs Ohr eingeflochten. Ihm kommt hier eine große Verantwortung zu. Lenken, leiten, erklären, erläutern und überleiten. Regie und Inszenierung vermögen hier einen Kosmos zu gestalten, dem man folgen kann. In einigen Fällen jedoch gelingt diese Gratwanderung nur bedingt. Hier schon!

In „Der geheime Garten“ unter der Regie von Götz Fritsch haben wir es immerhin mit elf Charakteren zu tun, die für die Handlung von großer Bedeutung sind. Hier ist die Erzählerin Doris Schade unsere Vermittlerin zwischen Ohr und Roman. Dieses Hörspiel bringt uns junge Stimmen näher, die wir den heute erwachsenen Sprechern im ersten Moment des Hörens nicht zuordnen würden. Was schon vor fast zwanzig Jahren aufgenommen wurde, entwickelt allein schon hier einen frischen und zeitlosen Charme. Das Ensemble des Hörspiels besteht aus:

Doris Schade (Erzählerin)
Solvej Krause (Mary)
Samuel Teixeira (Colin)
Tobias Schmidt (Dickon)
Jaschka Lämmert (Martha)
Helga Grimme (Mrs. Medlock)
Peter Fricke (Sir Archibald Craven)
Fritz Lichtenhahn (Ben Weatherstaff)
Christine Davis (Mrs. Crawford)
Hans Treichler (Mr. Pitcher)
Klaus Hemmerle (Dr. Craven)
Joachim Hall (Roach)

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Der geheime Garten – Frances H. Burnett

Die Handlung des Romans wurde im Hörspiel natürlich verknappt und auf seinen wesentlichen inhaltlichen Kern reduziert. Und doch gelingt es, dieses komplexe und tief angelegte Jugendbuch authentisch zu erzählen. Die junge Mary, die verwaist in die englische Heimat zurückkehrt, bei ihrem verwitweten und verbitterten Onkel Archibald Zuflucht findet, und dort auf ein Haus voller Geheimnisse stößt, erweicht das Hörerherz. Sie verwandelt sich aus der verwöhnten kleinen Göre in ein neugieriges und fürsorglich denkendes junges Mädchen, als sie in ihrem Cousin Colin einen verletzlichen Jungen erkennt, dem es zu helfen gilt. Der geheime Garten wird für beide zu einem wichtigen Zufluchtsort und zum Sanatorium für die Seele. Hier entfaltet die Natur ihre Magie. Der Umgang mit Verlust und Trauer, sowie die Ängste eines übervorsichtigen Vaters lasten auf den Kinderseelen, bis sie den Garten für sich entdecken..

Solvej Krause und Samuel Teixeira verleihen ihren Figuren so viele Facetten, die diese Verletzungen verdeutlichen, dass man schon ab einem Alter von acht Jahren gut nachvollziehen kann, was in ihren Herzen vor sich geht. Trauer und Angst sind die Bestimmungsgrößen ihres Alltags. Eine eingebildete und verwöhnte Zicke trifft auf den eingebildeten kranken Jungen. Ein weiter Weg liegt vor ihnen. Freunde müssen erst zu Freunden werden, um helfen zu können. Das Wunder wartet am Ende des Gartens. Es ist die alte Botschaft von Frances Hodgson Burnett, die auch nach mehr als hundert Jahren noch zu uns durchdringt. Alleine schafft man es nicht aus Krisen zu entkommen und erst, wenn man sich anderen anvertraut, sich öffnet und zuhört, gelingt ein Wunder.

Der geheime Garten - Frances H. Burnett - Astrolibrium

Der geheime Garten – Frances H. Burnett – Ab März beim Coppenrath Verlag

Gemeinsames Hören, vielleicht sogar im Garten, wird hier zum Erlebnis. Ich mag auf diesem Hörspiel aufbauend in das Buch mit dem Originaltext eintauchen. Ich werde mir die Literaturverfilmung anschauen und erlaube mir, Euch einfach mitzunehmen. Ein Jahr voller Gartenlesetage wartet auf uns und so wie ich mich kenne, wird sich noch so manche andere Geschichte diesem Weg anschließen. Es grünt so grün, wie unsere Bücher blühen… Ich glaub` jetzt hab` ich`s… Bis bald. Im Garten.

Der geheime Garten - Frances H. Burnett - 2019 als Film mit Colin Firth

Der geheime Garten – Frances H. Burnett – 2019 als Film mit Colin Firth – AstroLibrium

Mehr zu der MinaLima Bibliothek der Jugendbuchklassiker auf AstroLibrium.

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Die MinaLima Bibliothek bei AstroLibrium

„Die kleinen Wunder von Mayfair“ von Robert Dinsdale

Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale - Astrolibrium

Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale

Können wir uns auf etwas einigen? Können wir uns der rein inhaltlichen Seite eines Romans zuwenden und die Optik der Covergestaltung und den Titel beiseitelassen? In dieser Buchpräsentation habe ich mir zum Ziel gesetzt, einen Roman für Lesergruppen zugänglich zu machen, die ihn aufgrund seines Layouts und des Titels vielleicht nicht in ihre Hände nehmen würden. Es handelt sich hierbei keineswegs um ein bloßes Gefühl oder eine Vermutung. Die Annahme basiert auf Gesprächen mit Buchhändlern und den klaren Fragen an die Lesergruppe, an der das Buch deutlich vorbeirauscht. Ich spreche hier von Männern. Beziehungsweise von Lesern, die ständig auf der Suche nach einem Buch sind, das starke männliche Protagonisten in den Mittelpunkt stellt, an denen man sich reiben und mit denen man sich identifizieren kann. Romane für große Jungs eben.

Die kleinen Wunder von Mayfair“ von Robert Dinsdale tauchte vor einigen Wochen als wahrer Eye-Catcher in den Buchhandlungen auf. Ein lieblicher Titel in einer Zeit, in der man tiefenentspannt auf das Weihnachtsfest zurauschte. Dazu ein Klappentext, der ein junges Mädchen in den Mittelpunkt stellt, dessen verzweifelte Lage sie in einen der wundervollsten Spielzeugtempel von London führt. Sie ist ungewollt schwanger, erst 15 Jahre alt und wir schreiben das Jahr 1906. Skandal. Cathy katapultiert ihr Schicksal an den Rand einer konservativen Gesellschaft. Einziger Ausweg: Eine Zeitungsannonce.

»Fühlen Sie sich verloren? Ängstlich? Sind Sie im Herzen ein Kind geblieben? Dann sind Sie bei uns richtig. Keine Erfahrung erforderlich. Kost und Logis inbegriffen. Willkommen bei Londons größtem Spielwarenhändler.
Papa Jacks Emporium«

Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale - Astrolibrium

Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale

Hier trifft sie nicht nur auf Zinnsoldaten, Pappmaché-Bäume und fröhliche Vögel, sondern auf Papa Jack, den Besitzer des Emporiums und seine beiden Söhne Kaspar und Emil, die nicht nur um Zukunft des Spielzeugladens rivalisieren, sondern auch um die Zuneigung des schutzbedürftigen Mädchens. Hach. Klingt das romantisch. Und um diesen ersten Eindruck zu unterstreichen lässt man auf dem wundervollen Cover noch eine Ballerina mit auffälligem roten Tütü durch die Szenerie tanzen. Und nun stelle ich mir angesichts der bisher geschilderten offensichtlichen Verkaufsargumente für dieses Buch die Frage, welcher männliche Leser ab einem Alter von 16 Jahren hier zugreifen würde, weil er glaubt gefunden zu haben, wonach sein Abenteurerherz sucht? Keiner!

UND DAS – GENAU DAS – IST DER GRÖSSTE JAMMER DES LESEJAHRES. Hier wird in Design, Titelvergabe und Klappentext eine Zielgruppe für den Roman generiert, die sich sicherlich lesend sehr wohlfühlt in dieser fulminanten Geschichte. Andererseits schließt man jedoch mit genau diesen Äußerlichkeiten eine Zielgruppe aus, für die das Buch eine literarische Goldgrube wäre. Ich habe tief in dieser Grube geschürft. Ich bin der Zeitungsannonce gefolgt und habe mir das Originalcover und den originalen Titel ganz genau zu Gemüte geführt. Ein Spielzeugsoldat ersetzt hier bei „The Toymakers“ die zarte Ballerina und wird im ersten Augenschein der Handlung des Romans gerecht. Wir haben es hier nämlich mit einem Roman zu tun, der alle Maßstäbe sprengt und im Kern seiner Erzählebenen Magisches, Romantisches, aber eben auch zutiefst brutales Kriegerisches zu einem Kosmos vereint, in dem eine Ballerina fehl am Platz ist.

Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale - Astrolibrium

Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale

Womit wir es hier nämlich zu tun haben, ist einer der facettenreichsten Romane, die ich in den vergangenen Jahren lesen durfte. Ein Spielzeugladen, der magischer ist, als es erlaubt sein sollte. Eine Spielzeugmacherdynastie, deren Wunden aus einer verzweifelten Vergangenheit voller Verfolgung und Ausgrenzung durch die Macht der Fantasie geheilt wurden. Spielzeugarmeen, die seit Jahren im „Großen Krieg“ Schlacht um Schlacht miteinander austragen. Ein kaiserlicher Rittmeister, der als Prototyp der automatisierten Holzsoldaten den Rahmen des Vorstellbaren sprengt. Zwei Jungs, die miteinander konkurrieren und im Ergebnis die magischsten Spielsachen erfinden, ohne jedoch die Genialität ihres Vaters zu erreichen. Eine Philosophie, die uns Leser wieder zu Kindern werden lässt, weil nur diese unbefangene Perspektive das Leben rettet.

Liebe, Empathie, Verantwortungsbewusstsein und Verzweiflung. Ein steter Kampf der Gefühle und eine junge Frau, die als ruhender Pol das gesamte Emporium beseelt. Und ein Drama, das sich schnell abzuzeichnen droht und in der Lage ist, die heile Welt für immer zu zerstören. Der Erste Weltkrieg fordert seine Opfer. Der Krieg verändert im Herzen der Menschen auch die Existenzberechtigung des Emporiums. Robert Dinsdale erreicht in seinem Erzählraum Weltkrieg eine Dimension, die man eher in Tagebüchern von Weltkriegsveteranen vermutet hätte. Gaskrieg, Traumatisierungen, die Diskrepanz zwischen dem, was man seinen Lieben zuhause anvertraut und dem echten Schrecken des Gemetzels und nicht zuletzt, die lebenslangen Folgen des Überlebens für den, der als einziger seiner Freunde zurückkehrt. Brillant, meisterhaft und voller Tiefgang.

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Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale

Eingebettet in die magische Welt des Emporiums spielt Robert Dinsdale hier mit den Elementen seines zauberhaften Fantasy-Dystopie-Historienspektakels. Dort, wo man Reales erwartet, schlägt die pure Magie zu, dort wachsen Bäume aus Papier in den Himmel und Kisten werden zu Höhlen voller Geheimnisse. Da wird aus einem alten Buch das verzauberte Tagebuch eines Weltkriegssoldaten, der seine Erlebnisse quasi live nach London schicken kann. Distanz schrumpft, die Söhne des Spielzeugmachers bekriegen sich im Leben, in ihren Träumen und Gefühlen. Der „Große Krieg“ findet für die beiden Jungs kein Ende. Niemals. Der Kampf um Cathy dominiert ihr Leben. Leser finden in Emil und Kaspar herausragende Identifikationsfiguren im Roman.

Charaktere, in die man sich lesenslang hineinversetzen kann. Man kann mit Emil in London bleiben, darunter leiden kriegsuntauglich zu sein und darauf hoffen, dass Cathy ihn endlich erhört. Man kann mit Kaspar in den Krieg ziehen und dort die Schrecken an der Front erleben. Man kann beide nach dem Krieg erleben und mit ihnen hoffen, dass es ihnen gelingt, das Emporium in eine neue Zeit zu retten. Und atemlos kann man der Spur des kaiserlichen Rittmeisters folgen, der eine Spielzeugarmee zu der Bedrohung mutieren lässt, die dem Roman ihren Stempel aufprägt. Die Grenzen zwischen Realem und Fantastischen ist fließend in diesem Roman. Es geht hier nicht um kleine Wunder. Es geht um das große Ganze. Den ganz großen Konflikt. Um Liebe und Krieg. Dinsdale schreibt sich in eine Liga mit den ganz Großen der Weltliteratur.

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Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale

Seine Beschreibung des Emporiums entspricht den Träumen eines Jules Verne. Die Magie der Spielzeugmacher wird jeden Fan von Harry Potter verzücken. Der Krieg dieses Buches ist in dieser Dimension bei Ernst Jünger spürbar. Und die tiefen Seelen einer Familienvergangenheit in Russland reichen an Tolstoi heran. Es wäre so schade, wenn dieses Buch nicht von allen Lesern entdeckt würde, die auf genau solche Bücher warten. Es wäre schade, diesen Roman auf eine Lovestory zu reduzieren. Es wäre für mich ein großer Verlust gewesen, wenn ich dem Cover und dem Titel alleine geglaubt und mich diesem Buchwunder verweigert hätte.

Vertraut mir, Jungs. Glaubt den herausragenden Rezensionen der Mädels. Es ist ein wundervolles Buch, das man ihnen ans Herz gelegt hat. Sie finden alles, was eine grandiose gefühlsbetonte und sehnsuchtsvolle Story zu bieten hat. Aber vertraut auch mir und wagt euch ins Emporium. Unverkitscht, psychologisch tief und im besten Sinne abenteuerlich wird Euch die Welt erscheinen, in die Ihr eintretet. Glaubt der Annonce in der Zeitung. Sie passt auch auf uns. Wir sind oftmals verloren, im Herzen ein Kind geblieben und ängstlich. Lasst uns „The Toymakers“ eine Chance geben. Vergesst die Ballerina. Zieht in den „Großen Krieg“ und rettet ein Mädchen und die letzten Reste einer Spielzeugwelt, die es nur in unserer Fantasie geben wird. Ihr werdet es niemals bereuen. Mein Wort drauf.

Und nicht nur meins… Siehe dazu Heikes Rezension bei Irve liest.

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Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale

Die Ziege auf dem Mond – Stefan Beuse und Sophie Greve

Die Ziege auf dem Mond von Stefan Beuse und Sophie Greve - Astrolibrium

Die Ziege auf dem Mond von Stefan Beuse und Sophie Greve

Was haben wir in unserem Lesen nicht schon alles erlebt, wenn es darum ging den kleinsten und jüngsten Lesern die großen Lebensweisheiten mit auf den Weg zu geben und ihnen spielerisch mit leicht erhobenem Zeigefinger die Richtung zu weisen? Es gab Märchen und Bilderbücher, Fabelwesen und schlaue Parabeln. Kindgerecht verpackt in buntesten Gewändern und immer mit einer Moral, auf die man später verweisen konnte, wenn wieder alles schiefgelaufen war. Kinderbücher sind und waren schon immer gute Erziehungshelfer. Neutrale Instanzen und ab und an sogar geeignet, mit ein wenig fein dosierter Angst zu besserem Verhalten anzuleiten.

Und jetzt schwingt sich allen Ernstes eine Ziege auf dem Mond auf, uns und den kritischen Nachwuchslesern Botschaften von Glück und Zufriedenheit näherzubringen? Ihnen die Angst zu nehmen, Neugier zu fördern und dabei mit einer Lebenshaltung auf Alltagssorgen und Kinderzweifel zu reagieren, die ihresgleichen sucht? Das kann doch nicht Euer Ernst sein. Eine Ziege. Bitte. Wir hatten Füchse, Bären, Hasen und ein paar Rehe. Allesamt niedlich, schlau und ansatzweise klug genug, um ihnen ihre Geschichte abzunehmen. Fabeln eben. Aber eine Ziege lockt doch niemanden hinter dem Ofen vor, der sich für flotte Lebensweisheiten in frischem Gewand interessiert. Tiger. Ja. Aber im Leben doch keine Ziege. Meckermeckermecker…

Die Ziege auf dem Mond von Stefan Beuse und Sophie Greve - Astrolibrium

Die Ziege auf dem Mond von Stefan Beuse und Sophie Greve

Was mögen sich Autor Stefan Beuse und Illustratorin Sophie Greve bloß gedacht haben, als sie ausgerechnet eine „Ziege auf dem Mond“ ansiedelten, um die Welt ein bisschen bunter zu machen und Kinderherzen höherschlagen zu lassen? War ihnen nicht klar, auf welch gefährliches Terrain sie sich, angesichts prominentester Bewohner vergleichbarer Erdtrabanten, begeben? Hatte nicht „Der kleine Prinz“ schon vor langer Zeit alles abgegrast, was man an Lebensweisheiten auf einem Asteroiden so auftreiben konnte? Und kann eine Ziege besser geeignet sein als ein Fuchs und eine sprechende Rose? No chance…

Was haben sie sich nur dabei gedacht? Kinder leben in ihrer eigenen Welt, haben Idole, von denen wir keinen Schimmer haben und eifern Fantasiegebilden und Träumen nach, die wir längst aus den Augen verloren haben. Kann es hier eine lustige Ziege mit den künstlichen Helden unserer Zeit aufnehmen? Wohl kaum. Das dachte ich jedenfalls als ich „Die Ziege auf dem Mond“ las. Und genau in diesem Moment wurde mir schon klar, wo die Ziege (pardon, der Hase) im Pfeffer liegt. Wir denken zu viel. Wir halten die Zeigefinger schon hoch, bevor wir eine Hilfestellung anbieten. Wir leben in unserer Welt ohne große Schnittmenge zur Fantasie der Kinder. Unsere Moral hat eigene Wege und Wertesysteme gefunden. Kompatibilität zur Welt der Kinder? Fraglich…

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Die Ziege auf dem Mond von Stefan Beuse und Sophie Greve

Hier kommt nun eine Ziege daher, die wir eigentlich für recht einfältig halten. Salz reicht eigentlich aus, das Leben von Ziegen zu einem guten Leben zu machen. Dies ist in jedem Streichelzoo augenscheinlich der Fall. Aber, wenn schon unsere Kinder in ihre eigene Welt verschwinden, wenn sie träumen, warum dann nicht die Ziege akzeptieren, die auf ihrem eigenen Mond lebt? Warum nicht? Also: Bedenken über Bord, Schleusen auf und Fantasiemodus: AN. Macht es Euch gemütlich, sorgt für gutes Leselicht und ein wenig leise Hintergrundmusik, und lasst Euch von Stefan Beuse und Sophie Greve in Wort und Bild vom Leben im Augenblick erzählen. Vielleicht solltet Ihr eine Uhr suchen, sie auf Viertel nach neun stellen und die Batterie wegwerfen. Das hilft echt weiter.

Dann seid Ihr in der gleichen Zeitzone angelangt, in der Die Ziege auf dem Mond lebt. Es ist Viertel nach neun. Immer. Punkt. Basta. Es ist das Leben im Hier und Jetzt. Das Leben im Augenblick und ein Leben in der Erinnerung an die gute alte Mutter Erde, von der in unregelmäßigen Abständen die sinnlosesten Dinge auf dem Mond landen. In einen großen Krater mit allem, was die Ziege nicht brauchen kann. Punkt. Basta. Fertig ist die Ziegosphäre Mond. Ein fast schwereloses Biotop für bunte Gedankenwelten und angstfreie Schwebezustände. Fehlt nur das passende Ziegen-Shirt zum Tag und schon kann es losgehen. Also das Leben auf dem Mond. Neil Armstrong hätte seine Freude gehabt.

Die Ziege auf dem Mond von Stefan Beuse und Sophie Greve - Astrolibrium

Die Ziege auf dem Mond von Stefan Beuse und Sophie Greve

Wer sich auf diese Ziege auf dem Mond einlässt, wird nicht enttäuscht. Die Magie dieses Buches entwickelt sich langsam aber gewaltig. Aus scheinbar losen Fäden wird ein Netz, das geeignet ist auch den größten Alltagssturz im wahren Leben aufzufangen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Wer zögert, verpasst das Leben. Wer alles verstehen möchte, versteht nichts. Wer nicht bereit ist, die Macht seiner Fantasie zu nutzen, wird im wahren Leben nichts bewegen. Und nicht zuletzt, wenn Du denkst eine Ziege sei nur eine Ziege, dann bitte schön. Wundere Dich nicht, wenn andere denken, auch ein Kind sei nichts anderes als ein Kind. Stefan Beuse und Sophie Greve haben in literarischer und illustratorischer Hinsicht ein kleines Wunder bewirkt. Man mag diese Ziege wirklich unterschätzen. Ihre Magie zu erkennen, öffnet die Tür zu einer Welt voller Antworten.

Angst verschwindet,
wenn man sich überwindet.
Und zwar jetzt. Sofort.
Um Viertel nach neun.

Die Ziege auf dem Mond von Stefan Beuse und Sophie Greve - Astrolibrium

Die Ziege auf dem Mond von Stefan Beuse und Sophie Greve

Ein Wort zu Stefan Beuse sei mir erlaubt. Die handschriftliche Einladung zum Lesen um Viertel nach neun habe ich gerne angenommen. Unsere Begegnung in Frankfurt hat alte Erinnerungen wachgerufen. Er ist schuld. Punkt. Basta. Also daran, dass ich heute als Blogger mein literarisches Unwesen treibe. Und das kam so. Ich rezensierte im Jahr 2009 seinen Roman „Alles was du siehst“ bei Lovelybooks. Diese Rezension gewann sowohl den Community-Preis, als auch den sogenannten Leser-Kompass. Neben der Einladung zur Corine-Buchpreisverleihung waren eine ganzseitige Anzeige in der „Zeit“ und ein wertvolles Buchpaket als Hauptpreis ausgelobt.

Die Folgen. Drastisch. Einladungen zu Veranstaltungen mit Verlagen zum Thema „Social Reading“ usw. Visitenkarten und Kontaktaufnahmen durch Verlage und Autoren. Die Entscheidung, nicht mehr nur auf Lovelybooks zu rezensieren, sondern zu bloggen. Buchmessen. Literatur Radio. Und das alles. Den ersten Stein brachte damals Stefan Beuse ins Rollen. Mit einem Buch. So einfach ist das. Er ist schuld. Punkt. Danke.

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Stefan Beuse ist schuld – Eindeutig…

„Die kleine Meerjungfrau“ von Hans Christian Andersen

Die kleine Meerjungfrau von Hans Christian Andersen - AstroLibrium

Die kleine Meerjungfrau von Hans Christian Andersen

Neues aus der Kultbuchschmiede!

MinaLima. Miraphora Mina und Eduardo Lima. Das sind nicht nur die weltbekannten Grafikdesigner der Harry-Potter-Filme, sie haben auch im Buchlayout neue Maßstäbe gesetzt. Ihr Label ist inzwischen Programm und Kult zugleich. Nicht nur für Muggel und Hogwarts-Liebhaber, sondern auch für Fans der großen Jugendbuch-Klassiker in völlig neuem Gewand. Im Herzen Londons hat das kongeniale Grafik-Duo einen traumhaften Laden eröffnet, der den Pulsschlag jedes bibliophil veranlagten Menschen beschleunigt und literarische Schnappatmung verursacht.

Mit innovativen und in jeder Hinsicht interaktiv gestalteten Buchkunstwerken hat MinaLima inzwischen auch Deutschland im Sturm erobert. Dem Coppenrath Verlag ist es zu verdanken, dass sowohl die Eins-zu-Eins-Reproduktion als auch die Übersetzung der Lizenz-Ausgaben eine Qualität erreicht hat, die aus unserem Märchenleben einfach nicht mehr wegzudenken ist. Das Dschungelbuch, Peter Pan sowie Die Schöne und das Biest haben ihre Heimat in unseren Bücherregalen gefunden. Nicht nur literarisch haben sie viel zu bieten, denn neben den verwendeten Originaltexten warten die Werke mit einer eigenen Design- und Layout-Welt auf, die sie zu lebendigen Märchenerzählern werden lässt.

Die kleine Meerjungfrau von Hans Christian Andersen - AstroLibrium

Die kleine Meerjungfrau von Hans Christian Andersen

Illustrationen und Inlays, an denen man drehen kann, die sich aufklappen lassen und die beim Lesen fantastische Geheimnisse preisgeben, machen die Buchkunstwerke zu einzigartigen Lesenswegbegleitern für Jung und Alt. Ich bin nach Nimmerland geflogen, habe die verlorenen Jungs besucht, war mit Mowgli auf der Flucht vor Shir Khan, habe an der Seite von Belle die wahre Schönheit eines Monsters entdeckt und habe auf eine ganz besondere Art und Weise meine Jugendbücher von einst ganz neu erlebt. Jetzt ist es endlich soweit und wir dürfen uns auf den vierten Band dieser exklusiven Buchreihe freuen. Es wird märchenhaft, es wird verspielt, verträumt und sehr traditionell. Diesmal entführt uns MinaLima in die Märchenwelt des legendären dänischen Schriftstellers und Dichters Hans Christian Andersen.

Diesmal beschränkt man sich nicht auf eine in sich geschlossene Geschichte, es handelt sich bei dem neuen Buchkunstwerk unter dem Titel „Die kleine Meerjungfrau“ um ein buntes Potpourri der wohl bekanntesten Märchen aus der Feder des Erzählers, dem das Märchenhafte gar nicht in die Wiege gelegt wurde. Der Sohn eines verarmten Schuhmachers und einer alkoholkranken Wäscherin erlangte noch zu Lebzeiten echten Weltruhm und verstarb als international geschätzter und verehrter Dichter am 4. August 1875 in Kopenhagen. In seinen Märchen lebt er bis heute weiter. MinaLima hat sich 12 seiner wohl beliebtesten Märchen ausgesucht, um sie mit neuem Leben zu füllen.

Die kleine Meerjungfrau von Hans Christian Andersen - AstroLibrium

Die kleine Meerjungfrau von Hans Christian Andersen

Die Kollektion im Buch „Die kleine Meerjungfrau“ umfasst:

Die kleine Meerjungfrau
Die Nachtigall
Das hässliche Entlein
Der Schweinehirt
Das Feuerzeug
Die Prinzessin auf der Erbse
Des Kaisers neue Kleider
Die roten Schuhe
Däumelinchen
Der standhafte Zinnsoldat
Das Mädchen mit den Schwefelhölzern
Die Schneekönigin
 

Und damit nicht genug. Illustrationen und interaktive Elemente veredeln diese absolut hochwertige Ausgabe und setzen die Tradition der bisherigen MinaLima-Bücher dieser Klassiker-Reihe nahtlos fort. Dabei sind die Buchdesign- und Layout-Kunstwerke nicht nur schön anzuschauen. Sie verleiten zum Spielen. Sie verführen zum Innehalten und vermitteln einen märchenhaften Bücherspaß, der selbst gediegenste Pop-up-Bücher in den Schatten stellt. Die Auswahl der Märchen wird dem komplexen Lebenswerk Hans Christian Andersens mehr als gerecht. Mit diesem fast schon als Standardwerk eines „Märchenschöpfers“ anzusehenden Buch sind gemeinsame Lese- und Mitmachabende vorprogrammiert. Hier finden Familien eine gebundene Alternative zu den immer weiter grassierenden Smartphone-Apps, in denen Interaktion gleichzeitig die Abwendung vom eigentlichen Buch bedeutet.

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Die kleine Meerjungfrau von Hans Christian Andersen

Insofern sind diese Bücher antizyklisch zur aktuellen Entwicklung von Medien, in denen man den immer kürzer werdenden Aufmerksamkeitsspannen jugendlicher Leser gerecht wird. Hier finden wir eine sinnvolle Alternative, die uns mit unseren Kindern an einem Tisch versammelt und gemeinsam in die Märchenwelt eintauchen lässt. Auch in diesem Buch benötigt man keine stundenlangen Konzentrationsphasen, aber es kämpft mit seinen einzigartigen Mitteln dagegen an, nach kurzer Zeit beiseitegelegt zu werden. Hier liegt es jedoch auch am grundlegenden Interesse der Eltern und Großeltern, sich einfach die Zeit für gemeinsame Märchenstunden zu nehmen. Diese wertvollen Bücher sollten nicht der Selbstbeschäftigung der kleinsten Leser dienen. Sie stellen eine mehr als dringend benötigte Gegenbewegung dar, die unsere Wahrnehmung von Büchern in jeder Beziehung nachhaltig verändern kann.

Märchen können das Lesen retten und so wird „Die kleine Meerjungfrau“ alleine für sich schon zum Synonym für ein lesensrettendes Buch. Sie rettet den Prinzen, der im Meer zu ertrinken droht und bringt ihn ans rettende Ufer. Der junge Prinz jedoch hat keine Ahnung, dass er von einem Meereswesen gerettet wurde. Verzweifelt wendet sich die kleine Meerjungfrau an die Meerhexe und gibt ihr bisheriges Leben auf, um die Liebe ihres Lebens zu finden. Ein Trank verleiht ihr Beine, raubt ihr aber für alle Zeiten die Stimme und die Möglichkeit, zu ihren Verwandten unter Wasser zurückzukehren. In Märchen jedoch ist es oft wie im wahren Leben. Ein Happy End ist nicht programmiert. Das gemeinsame Leben mit dem Prinzen bleibt der Meerjungfrau verwehrt, doch bringt sie ein weiteres Opfer in die Nähe der Menschen, nach denen sie sich so sehr sehnt.

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Die kleine Meerjungfrau von Hans Christian Andersen

„Die kleine Meerjungfrau“ könnte auch uns retten. Das Buch kann unser Leben im tiefsten Kern des Seins bereichern. Und doch droht die Gefahr es nicht wahrzunehmen. Damit würde es das Schicksal der kleinen Meerjungfrau teilen. Dabei verdanken wir der Märchenwelt, die unsere Jugend umgab so viel Moral, so viel Inspiration und Fantasie. Wir sollten dies alles weitergeben und uns nicht in elektronischen Medien verlieren, die uns nur ablenken, anstatt uns zu beschenken. „Die kleine Meerjungfrau“ und weitere elf Märchen sind die besten Argumente für das gedruckte Wort in gebundener Form.

Und keine Sorge. Diesem vierten Band aus der Londoner Bücherschmiede folgt schon Mitte März 2019 ein weiteres Kunstwerk. Im Pressegespräch beim Coppenrath Verlag durfte ich einen ersten Blick auf das Cover werfen und war fasziniert und begeistert. Es ist wieder einmal ein Jugendbuch-Klassiker, der uns eine der ganz großen Geschichten von Frances Hodgson Burnett in Erinnerung bringt. „Der geheime Garten“ erzählt die Geschichte der jungen Mary Lennox, die nach dem Tod ihrer Eltern auf dem Gut ihres Onkels aufwächst. „Misselthwaite“ wird zum Synonym für den geheimen Garten, den Mary dort entdeckt. Heimlich kümmert sie sich um diesen seit Jahren verborgenen und verwilderten Garten und rettet so nicht nur sich selbst. Ich freue mich schon jetzt darauf, die Geschichte der britischen Autorin für mich zu entdecken. Mehr als hundert Jahre ist diese Erzählung alt, ein wenig verwildert und überwuchert. Bald wird sie freigelegt. Ich kann nur dazu raten, diese Bücher gut aufzuheben. Wertsteigerung garantiert.

Die kleine Meerjungfrau von Hans Christian Andersen - AstroLibrium

Der geheime Garten und Die Meerjungfrau

Im englischen Original hat mich der Prachtband „The Secret Garden“ schon jetzt erreicht. Ganz frisch aus dem House of MinaLima im Londoner Stadtteil Soho bei mir eingetroffen, wartet es auf sein deutsches Geschwisterbuch. Ich gehe schon mal in den Garten. Ich muss Fantasie-Beete von geistigem Unkraut befreien. Das Jahr 2019 steht ganz im Zeichen dieses Romans. Buch, Hörbuch und Verfilmung gehen Hand in Hand.

Und ihr könnt für Weihnachten aus dem Vollen schöpfen. Meine Tipps 2018.

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Im Garten sehen wir uns wieder. Buch, Hörbuch und Film

Jetzt habt ihr auch das letzte Fundwort meiner Weihnachtsaktion Blind Date mit Buch und Chris entdeckt. Hier geht´s zum Rätsel. Viel Spaß und Glück dabei.

Chris von AstroLibrium

Chris von AstroLibrium und ein besonderes Blind Date mit Buch