Die Bilderbuch-GlockenbachWelle

Bilderbuch-Glockenbachwelle - Mixtvision Verlag - AstroLibrium

Bilderbuch-Glockenbachwelle – Mixtvision Verlag

Herzlich willkommen zur dritten Ausgabe der GlockenbachWelle. Diesmal sind es Bilderbücher, die im Mittelpunkt unseres Podcasts stehen und was liegt da näher, als einen ganzen Bilderbuchverlag einzuladen? Mit dem Münchner Mixtvision Verlag ist heute nicht nur ein Branchenprimus und Gewinner des Deutschen Verlagspreises zu Gast, in Person von Sabine Ginster haben wir die kompetente Gesprächspartnerin für ein Herzensthema gefunden, das uns Erwachsene ständig herausfordert und inspiriert.

Was macht die Bedeutung von Bilderbüchern aus, wie können wir die Impulse aus Bilderbüchern ins tägliche Leben übertragen? Welche Rolle nehmen wir Erwachsenen in der Begleitung der jüngsten Lesenden ein? Wie gehen wir mit Altersempfehlungen um? Und natürlich, wie arbeitet ein Verlag, der sich diesen Büchern verschrieben hat?  Wie findet man in Coronazeiten neue Talente und Illustrator:innen und welche großen Entdeckungen konnte man in der weiten Welt der Kinder- und Jugendliteratur für sich verbuchen?

Diese Fragen beantworten wir im Gespräch mit Sabine Ginster, der Social-Media-Leiterin und Lektorin des Münchner Mixtvision Verlages.

Bilderbuch-Glockenbachwelle - Mixtvision Verlag - Astrolibrium

Bilderbuch-Glockenbachwelle – Mixtvision Verlag

Die dritte GlockenbachWelle – ein Bilderbuch von einer Welle

Eine Buchhändlerin, zwei Blogger:innen und eine Lektorin im Gespräch

Der Ort: Die Glockenbachbuchhandlung München – via SKYPE
Die Runde: Pamela Scholz (Buchhändlerin), Steffi Sack (Nur Lesen ist schöner), Arndt Stroscher (AstroLibrium) mit Sabine Ginster vom Mixtvision Verlag

Unterstützt von der Inhaberin der Glockenbachbuchhandlung Petra Schulz und mit Dank an Tom Dulovits für das digitale Remastern des Skype-Meetings. 

Bilderbuch-Glockenbachwelle - Mixtvision Verlag - Astrolibrium

Bilderbuch-Glockenbachwelle – Mixtvision Verlag

Drei besondere Bilderbücher aus dem Sortiment des Mixtvision Verlages stehen heute stellvertretend für die Vielfalt dieses Genres im Mittelpunkt unseres Gesprächs. Sie sind so unterschiedlich, wie Bilderbücher nur sein können. Sie sprechen uns auf ihre ganz eigene Art und Weise an, sind zum Teil absolute All-Ager und in einem Fall als Inspirationsquelle des Freestyle-Geistes von Kindern mehr als unverzichtbar für die kleine Bibliothek in den eigenen vier Wänden. Wir werden sie einzeln besprechen. Um sich die Bilder dieser Bücher zu vergegenwärtigen bieten sich unsere Rezensionen an.

Hier geht´s lang – Die Links führen zu unseren Buchvorstellungen:

Die große Wörterfabrik“ von Valeria Docampo und Agnès de Lestrade

Was wäre, wenn man für Wörter bezahlen müsste? Gäb es es dann wortreich und wortarm wirklich? Und wie könnte man jemanden von seiner Liebe überzeugen, wenn man zu arm wäre, die richtigen Worte aussprechen zu dürfen? Wäre der Preis für die Wörter zu hoch, gäbe es dann gar keine Liebe mehr? 

Als die Schweine ins Weltall flogen“ von Susanne Straßer

Denn plötzlich gibt es kein richtig oder falsch mehr, keine eindeutigen Antworten oder Erklärungen. Und dennoch geben die Bilder, die sich tatsächlich jeglicher Logik entziehen bzw. sich fernab der Realität abspielen, den Eltern Anlass, sich mit ihren Kindern über die Begrifflichkeiten auszutauschen… (Steffis Rezension)

Seesucht“ von Marlies van der Wel

Was hier „Seesucht“ heißt, trägt für viele Kinder und Jugendliche andere Namen. Der Transfer zu ihren Visionen und Träumen fällt leicht. Vielleicht ist es ihre Sportsucht, die Reitsucht, die Ballettsucht oder einfach die Sucht nach Freiheit. Darüber lässt sich nach diesem aufrüttelnden Bilderbuch trefflich reden. Wovon träumst Du?

Bilderbuch-Glockenbachwelle - Mixtvision Verlag - Astrolibrium

Bilderbuch-Glockenbachwelle – Mixtvision Verlag – Astrolibrium

Worauf Sie sich im Podcast freuen dürfen:

  • Drei ausgewählte Bilderbücher aus dem Mixtvision-Programm näher betrachtet. Die große Wörterfabrik, Als die Schweine ins Weltall flogen und Seesucht.
  • Buchempfehlungen und Persönliches aus dem Leben einer Lektorin.
  • Ein Bilderbuch-Schaufenster von Steffi und ein besonderer Malwettbewerb, dessen Gewinner:in heute gekürt wird (hier geht´s zum Bilderbuchfenster)
  • Bilderbuchtipps aus dem Leben einer Buchhändlerin von Pamela Scholz
  • Ein Kreuzverhör zu den wichtigen Fragen rund ums Bilderbuch und natürlich
  • die Vorschau auf unsere nächste Welle.
Bilderbuch-Glockenbachwelle - Tipps von Pamela Scholz - Astrolibrium

Bilderbuch-Glockenbachwelle – Tipps von Pamela Scholz

Besonders interessant ist diesmal der Auftritt der Buchhändlerin Pamela Scholz, die nicht nur gemeinsam mit Sabine Ginster das schönste Malwettbewerb-Kinderbild auswählt, sondern ihre persönlichen Bilderbuch-Tipps in unser Lesen bringt. Hier wird ein Kreis geschlossen, der unsere Verneigung vor dem großen Lebenswerk von Eric Carle zum Ausdruck bringt… Die kleine Raupe Nimmersatt lebt weiter… 

Die Buchhändlerinnen-Tipps:

Sulwe“ von Lupita Nyong – Mentor Berlin
Alle Farben des Lebens“ von Lisa Aisato – Woow Books
Vielleicht“ von Kobi Yamada – Adrian Verlag

Die Wahl des schönsten Malwettbewerb-Bildes ist ein Gänsehautmoment. Es ist toll, dass der Mixtvision Verlag nicht nur den Gewinner mit einem Buch überraschen wird. Auch die anderen Kinder, deren Werke noch im Schaufenster zu bewundern sind, dürfen sich ein kleines Geschenk in der Glockenbachbuchhandlung abholen. Dann mal los mit Euch, Ihr kleinen großen Künstler:innen…

Bilderbuch-Glockenbachwelle - Mixtvision Verlag - Astrolibrium

Bilderbuch-Glockenbachwelle – Mixtvision Verlag

Mehr Informationen finden Sie auf unseren Social-Media-Kanälen unter dem Hashtag #GlockenbachWelle und auf den Projektseiten der Wellenreiter:innen…

Sehens- und lesenswert: Wenn Bilderbücher zu Wellenreitern werden von Steffi

Hier geht`s zu unseren Projektseiten:
GlockenbachbuchhandlungNur Lesen ist schöner und AstroLibrium
sowie Literatur Radio Hörbahn
 oder besuchen Sie den Mixtvision Verlag

Spätestens jetzt sollten Sie den Ritt wagen: Der dritte PodCast ist on Air

GlockenbachWelle bei Literatur Radio Hörbahn - Astrolibrium

GlockenbachWelle bei Literatur Radio Hörbahn – Mit einem Klick zum Podcast

Im Dschungel des menschlichen Miteinanders [Glockenbachwelle]

Glockenbachwelle - Im Dschungel des menschlichen Miteinanders - Astrolibrium

Glockenbachwelle – Im Dschungel des menschlichen Miteinanders

Herzlich willkommen zur zweiten Ausgabe unserer GlockenbachWelle. Aus gutem Grund diesmal nicht als Präsenztalk im Münchner Glockenbachviertel, sondern einem pandemischen Geschehen Rechnung tragend, als Aufzeichnung eines Skype-Meetings. Wir freuen uns sehr, dass Sie erneut mit uns auf dieser Literaturwelle reiten. Wir: Das sind die Glockenbachbuchhandlung in München, Literatur Radio Hörbahn, Steffi Sack vom Blog Nur Lesen ist schöner und meine Wenigkeit. Wir möchten zukunfitg in genau dieser Konstellation gemeinsam neue Akzente setzen, Impulse geben und als Symbiose aus Buchhandel, Radio und Literaturblogs auf interessante Bücher und ihre Autoren und Autorinnen aufmerksam machen. Los geht´s:

Die GlockenbachWelle - Astrolibrium

Die GlockenbachWelle

Die zweite GlockenbachWelle

Eine Buchhändlerin, zwei Blogger:innen und zwei Autorinnen im Gespräch…

Der Ort: Die Glockenbachbuchhandlung München – diesmal via SKYPE
Die Runde: Pamela Scholz (Buchhändlerin), Steffi Sack (Nur Lesen ist schöner), Arndt Stroscher (AstroLibrium) mit Henriette Kuhrt und Sarah Paulsen

Unterstützt von der Inhaberin der Glockenbachbuchhandlung Petra Schulz und mit Dank an Tom Dulovits für das digitale Remastern des Skype-Meetings. 

Das Buch: „Im Dschungel des menschlichen Miteinanders“ von Henriette Kuhrt und Sarah Paulsen. Ein Knigge für das 21. Jahrhundert erschienen im Goldmann Verlag.

Glockenbachwelle - Im Dschungel des menschlichen Miteinanders - Astrolibrium

Glockenbachwelle – Im Dschungel des menschlichen Miteinanders

Braucht es ein neues Regelwerk, um im Dschungel des menschlichen Miteinanders überleben zu können? Ist es an der Zeit, den „alten Knigge“ vom Sockel zu stoßen und den neuen Rollenbildern, Normen und Medien der Interaktion Rechnung zu tragen? Ist es nicht genau jetzt an der Zeit, sich ins „Trainingslager der untrainierten Tugenden“ zu begeben und miteinander nach Wegen zu suchen, die Fallstricke zu umgehen, die uns zum Opfer zahlloser Fettnäpfchen machen? Henriette Kuhrt und Sarah Paulsen sind sich einig. Wenn nicht jetzt, wann dann. So entstand das Gemeinschaftswerk, das sich als „Stabile Seitenlage für Krisen“ lesen lässt, aber auch geeignet ist, die Standards zu definieren, ohne die wir uns in unserer modernen Gesellschaft im Dschungel verirren.

Glockenbachwelle - Im Dschungel des menschlichen Miteinanders - Astrolibrium

Glockenbachwelle – Im Dschungel des menschlichen Miteinanders

Worauf Sie sich freuen dürfen:

  • Zwei stilsichere Autorinnen als versierte Dschungel-Guides 
  • Eine überraschende „Schalte“ von München nach Berlin
  • Die Glockenbachbuchhandlung als Mission Control
  • Literaturtipps von Henriette Kurth, die es in sich haben
  • Shortcuts – kurze Fragen – kurze überraschende Antworten…
  • Ein besonderer Dschungel voller Lianen, Morast und Treibsand
  • Ein lange erwartetes Knigge-Update
  • Ein Dschungel-Talk über eine Pandemie, Sprache als verbaler Fingerabdruck, soziale Medien, einen besonderen Regenbogen, Sexismus, Rassismus und das große Minenfeld der Interaktion: Erziehung
  • Kritisch-Inspirierendes zu modernen Rollenbildern und Rollenverhalten
  • Das besondere Irritationspotenzial, das eher Männer betrifft
  • Sarah Paulsen, die auch mal etwas Gemeines sagen kann und Zustimmung erntet
  • Ein lang erwarteter Weckruf gegen Perfektionismus und
  • die von Pamela Scholz empfohlene Bücherkette zum „Dschungelbuch“

Hier geht´s direkt zur zweiten GlockenbachWelle bei Literatur Radio Hörbahn.

Glockenbachwelle - Im Dschungel des menschlichen Miteinanders - Astrolibrium

Glockenbachwelle – Im Dschungel des menschlichen Miteinanders

Zusatzinformationen:

Henriette Kurth empfiehlt aus dem Sortiment der Glockenbachbuchhandlung:

Glockenbachwelle - Im Dschungel des menschlichen Miteinanders - Astrolibrium

Glockenbachwelle – Im Dschungel des menschlichen Miteinanders

Pamela Scholz empfiehlt für das Lesen nach dem Dschungel:

Wir wünschen gutes Hören. einen inspirierenden Ritt auf der GlockenbachWelle und wären dankbar, Sie auch im Mai begrüßen zu dürfen. Schon kurz nach der Münchner Bücherschau Junior entsteht im Glockenbachviertel die erst Bilderbuchwelle. Es geht um die prägende Relevanz dieser ersten literarischen illustrierten Wegbegleiter für die Jüngsten unter dem Bücherhimmel. Im Gespräch mit uns: Sabine Ginster, die Social- Media-Leiterin des Münchner Mixtvision Verlages. Das wird ein Bilderbuchpodcast in einem besonderen Gewand, da es erstmals zur Welle auch ein Bilderbuchschaufenster in der Glockenbachbuchhandlung geben wird.

Glockenbachwelle - Im Dschungel des menschlichen Miteinanders - Astrolibrium

Glockenbachwelle – Im Dschungel des menschlichen Miteinanders

Mehr Informationen finden Sie auf unseren Social-Media-Kanälen unter dem Hashtag #GlockenbachWelle und auf den Projektseiten der Wellenreiter:innen…

Hier geht`s zu unseren Projektseiten:
GlockenbachbuchhandlungNur Lesen ist schöner und AstroLibrium
sowie Literatur Radio Hörbahn

Spätestens jetzt solltet ihr den Ritt wagen: Der zweite PodCast ist on Air

GlockenbachWelle bei Literatur Radio Hörbahn - Astrolibrium

GlockenbachWelle bei Literatur Radio Hörbahn

Bibliomanie – Bücherkrankheiten im Wandel der Zeit

Bibliomanie - Gustave Flaubert - AstroLibrium

Bibliomanie – Gustave Flaubert – Bücherkrankheiten

Er war gerade einmal fünfzehn Jahre alt, der gute Gustave Flaubert, als im Jahr 1836 sein Aufsehen erregendes Debüt entstand. In Bibliomanie erzählt uns dieser junge aufstrebende französische Romancier von der alles verzehrenden Passion eines Mönchs, der sein ganzes Leben dem Besitz von  Büchern verschrieben hat. Nicht dem Lesen wohlgemerkt. Das beherrscht er nur schleppend. Nein, es ist die Sucht, seltene Werke in seiner Bibliothek zu horten und sie somit dem Zugriff anderer Menschen zu entziehen. Der Inhalt ist völlig nebensächlich. Es ist der unstillbare Bücherwahn eines Büchernarren, mit dem uns Gustave Flaubert in seinem psychologisch tiefgründig und erschreckend realistisch erzählten Szenario konfrontiert. Und das in diesem Alter. Wir begleiten Giacomo auf seinen Streifzügen durch Barcelona und werden zu Komplizen seiner düsteren Machenschaften. Er ist zu allem bereit, wenn es darum geht, ein von ihm begehrtes Buch in seinen Besitz zu bekommen.

War es reine Fiktion, die Flaubert dazu trieb, von der Obsession des vom Wahnsinn getriebenen Büchernarren zu schreiben, oder folgte er schon in frühen Jahren seiner Vision, was aus dem wertvollen Kulturgut Buch werden würde, wenn es für jedermann zugänglich wäre. Eine dunkle Geschichte voller Geheimnisse und Fallstricke für einen Mönch, der alles aufs Spiel setzt, um seine Bibliothek zu erweitern. Eine wundervolle Neuausgabe aus dem Insel Verlag beschenkt uns nicht nur mit dem wuchtigen Text, das schmale Büchlein der Insel-Bücherei ist reichhaltig illustriert, fesselt schon beim Anblick des in Fesseln liegenden Covers und ist das perfekte Geschenk für bibliophil veranlagte Menschen, die jeden Verdacht einer Bücherkrankheit von sich weisen und behaupten, ganz normale Leser zu sein. Aber sind wir das? Blicken wir doch einfach in den Spiegel, den uns Gustave Flaubert vorhält und seien wir ehrlich. So schwer es auch fallen mag….

Bibliomanie - Gustave Flaubert - AstroLibrium

Bibliomanie – Gustave Flaubert

Als leidenschaftliche Leser möchten wir uns gerne bezeichnen, als Freunde und Liebhaber der Literatur – und doch stellen wir selbst in den tiefen Abgründen unserer buchigen Seele Veränderungen an uns fest, die man als Außenstehender durchaus als krankhaft bezeichnen könnte. Alles Humbug und Firlefanz, denkt Ihr sicherlich, oder ist doch ein Körnchen Wahrheit an der Sichtweise unbeteiligter Dritter?

Ist es Euch noch nie passiert, und ich frage wirklich: noch nie, dass Ihr zum „Herr der Ringe-Wesen“ Gollum mutiert, wenn jemand ganz freundlich fragt: „Uii, schönes Buch, leihst Du mir das mal aus?“ Habt Ihr Euch jemals selbst im Spiegel betrachtet, wie sich Eure Mimik bei dieser Frage verzerrt, sich Euer Puls rapide beschleunigt, Ihr das Buch krampfhaft hinter dem Rücken versteckt und leicht sabbernd zur Antwort gebt „Meiiiiiin Schatz…“? Noch nie? Dann seid Ihr fein raus und könnt jetzt ganz unbeteiligt weiterlesen. Es betrifft Euch ja nicht. Nicht im Geringsten! Und solltet Ihr doch noch auf Begriffe oder Symptome stoßen, die Euch ein wenig nachdenklich machen – gar kein Problem… echt nicht… alles nicht so schlimm!

Bibliomanie - Gustave Flaubert - AstroLibrium

Bibliomanie – Gustave Flaubert

Bibliomanie und ihre Varianten

Unter diesem harmlos daherkommenden Begriff verstehen wir die übersteigerte Leidenschaft für Bücher, die durchaus Symptome einer Sucht aufweist. Meistens beginnt es mit dem Sammeln. Erst geordnet nach Interessen und Autoren, dann immer zielloser und ohne Bezug zu realen Umgebungsparametern, wie Wohnungsgröße oder verfügbare Regalmeter. Auch die vielleicht noch vorhandene Familie wird zusehends in den Hintergrund gedrängt. So fängt es meistens an. Ganz harmlos…

Galt das reine Sammeln von Büchern bis zum Ende des 17. Jahrhunderts noch als verwerflich, so wandelte sich das Bild und die Bibliophilie hielt als schöne Tugend Einzug in die aufgeklärten Gesellschaften. In der idyllischen Wohlstandsumgebung des Bildungsbürgertums wurden Bücher zusehends zum erschwinglichen Allgemeingut und die ersten großen Privatbibliotheken schossen aus dem Boden. Bibliophilie vollzieht sich nicht ungezielt und verständnislos – sie ist DAS Stilmittel der schönen und reinen Seite der Faszination für Literatur.  Wo das Schöne sich ausbreitet, da geht es jedoch meist Hand in Hand mit der dunklen Seite der Büchermacht. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hält die Bibliomanie mit all ihren denk- und undenkbaren Varianten Einzug in Europa. Zum ersten Mal werden kriminelle Auswüchse der Bücherleidenschaft bekannt und mit besonderer Schärfe bestraft.

Bibliomanie - Gustave Flaubert - AstroLibrium

Bibliomanie – Gustave Flaubert

Johann Georg Tinius zum Beispiel veruntreute Kirchengelder und beging Raubmorde, um seine ziellose Sammelleidenschaft zu finanzieren. 1823 wurde er zu 12 Jahren Haft ohne jede Chance auf Bewährung verurteilt. Der Comte de Lignerolles zog sich 1848 vollständig aus der Gesellschaft zurück, um sich seiner Geheim-Bibliothek zu widmen. In einer abgeschotteten Pariser Wohnung hortete er all seine Schätze, leugnete deren Existenz, behielt alle durchs Lesen erlangten Kenntnisse für sich und entzog somit der Gesellschaft in beträchtlichem Umfang den Anspruch auf Literatur und Bildung. Diese krankhaften Varianten der Bibliomanie finden danach auch Einzug in die einschlägige Fachliteratur. Hier entdecken wir folgende Begrifflichkeiten für Literatursucht:

  • Biblioklast: Menschen, die besessen davon sind, Bücher zu zerstören
  • Bibliopath: Jemand, den Bücher krank machen
  • Bibliophag: Menschen, die Bücher verschlingen
  • Bibliophobie: Die Angst vor Büchern
  • Biblioskop: Jemand, der Bücher nur durchblättert ohne sie zu lesen
  • Bibliotaph: Menschen, die ihre Bücher zwanghaft verstecken
  • Biblioverser: Jemand der Bücher zweckentfremdet nutzt

Zu dieser Zeit entstand auch das geflügelte Wort: „Wer nach Büchern giert, der mordet auch!“

Ich hoffe, Ihr konntet diesem recht theoretischen Teil unbeteiligt folgen und habt nicht einen Begriff gefunden, der Euch innerlich zusammenzucken lässt. Das würde mich sehr freuen. Es unterscheidet Euch aber von mir (ein wenig …denn phag bin ich ja schon)… Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung.

All diese Spielarten der Bibliomanie haben sich bis ins 21. Jahrhundert gerettet. Leicht abgewandelt, aber mehr als ernstzunehmen. Und es sind neuere Mutationen der krankhaften Sucht nach Büchern hinzugekommen. Vielleicht habt Ihr von den Begriffen und Symptomen bereits gehört? Aber nur vielleicht…

Bibliomanie - Gustave Flaubert - AstroLibrium

Bibliomanie – Gustave Flaubert

Bibliomanie – Auswüchse / Mutationen des 21. Jahrhunderts

Bücher-Messi
Bücher und Verlagskataloge breiten sich in rasender Geschwindigkeit in der Wohnung aus und verdrängen alle biologischen Lebensformen. Von Ordnung keine Rede mehr – der Besitzer fühlt sich jedoch wie in einer lebensfernen Symbiose zu seiner Umgebung.

Schutzumschlag-Bügler
Neurotische Hobbyrestauratoren, die jedem minimal beschädigten Schutzumschlag mit einem Dampfbügeleisen zu Leibe Rücken, Eselsohren plätten oder mit Sekundenkleber die Buchbindekunst revolutionieren.

Bücher-Zapper
Parallel-Leser, Gleichzeitig-Verschlinger, Überblick-Verlierer, die sich auf allen Ebenen einer Zeitachse durch mehrere Romane fressen. Ständige Auf- und Zuklappgeräusche pflastern ihren Leseweg und am Ende bleibt ein rudimentärer inhaltlicher Überblick bei gleichzeitigem automatisiertem Vergessen der Titel und Autoren.

SUB-Diabetiker
Menschen, die in einen Zuckerschock fallen, wenn ihr Stapel der Ungelesenen Bücher eine Maßzahl von 100 unterschreitet. Medikamentös nicht behandelbar und zu Risiken und Nebenwirkungen können nur Blogger und der nächste Buchhändler des absoluten Vertrauens Auskunft geben.

Signier-Junkies
Bibliotaphe Leser, die ihre Bücher wie ihren Augapfel hüten, sie keinesfalls an Freunde verleihen, sie niemals aus der Hand geben und doch jedem dahergelaufenen Autor mit tintetriefendem Füllfederhalter erlauben, das Titelblatt unleserlich zu verschmieren.

Book Diver
Menschen, die so massiv in die Handlung eines Romans eintauchen, dass die im Buch beschriebenen Gefühle aus dem Buch ans Tageslicht treten und Grundbedürfnisse wie Hunger, Durst, oder Lust (worauf auch immer) erzeugen. Selbst Szenarien werden so tief verinnerlicht, dass ein harmloses Freibad zur Arena von Panem mutiert. Vorsicht – diese Menschen sind beim Auftauchen meist ungenießbar, realitätsfremd und brechen am Ende eines Buches aus unerfindlichen Gründen und an den absolut unpassenden Orten in Tränen oder Gelächter aus.

Die literarische Heuschreckenplage
Ehemaliges Messephänomen auf Großevents, das seit 2020 in Frankfurt und Leipzig in Vergessenheit geraten ist. Ein Virus hat dieser Plage ein Ende bereitet. Verlagsstände wurden als herrenlose Maisfelder betrachtet und von mehreren bibliophagen Menschen schier leergefressen, geplündert und bis zur Unkenntlichkeit zerstört. Beliebt war dieser literarische Flash-Mob am letzten Tag einer Buchmesse (beliebte Ausrede: Es muss ja doch alles abgebaut werden). Häufige Nebenerscheinung jener Plage war das Auftreten biblioklaster Neigungen. („Besser kaputt als in der Hand eines Anderen“).

Leseexemplar-Kollektor
Unersättlicher Leser, der mehr Rezensionsexemplare hortet, als er in den nächsten 25 Jahren bewältigen, geschweige denn besprechen kann, dabei aber schon den Blick in die Neuerscheinungskataloge der nächsten Saison wirft, um immer aktuell zu sein. Auf dem besten Weg zum Biblioskop….

Bücherflüsterer
Menschen, denen das Talent in die Wiege gelegt wurde, JEDES (aber wirklich jedes) Thema sofort und ohne Umwege auf die literarische Ebene zu heben. Egal, wie sehr das Gegenüber versucht ein Gespräch einzuleiten – sinnlos – zwecklos – bereits der erste offensive Konter „Das kenn ich, darüber hab ich grad ein Buch gelesen, hör mal zu, ich erzähle schnell worum es da ging“ führt dazu, jeden Gesprächspartner mundtot zu machen.

Literatur-Muezzin
Leser, der mit allen multimedialen Mitteln den gesamten Erdkreis darüber informieren muss, in welches Buch er gerade seine Nase steckt. Instagram, Facebook oder Apple-Anwendungen und Twitter ersetzen hierbei Gebetstürme und Lautsprecheranlagen. Das Ergebnis bleibt gleich. Europa weiß ohne Zeitverzug, was Lieselotte Müller gerade liest. Und Europa dankt auf Knien für diese inhaltsreiche Information.

Bibliomanie - Gustave Flaubert - AstroLibrium

Bibliomanie – Gustave Flaubert

Schier endlos sind die heutigen Ausprägungen der Bibliomanie. Uns betreffen sie gottlob nicht.. Wir sind weit entfernt von diesen Abarten des Missbrauchs von Literatur und des ungezügelten Buchkonsums. Nein! Wir doch nicht. Und sollten wir doch eines Tages erste Symptome an uns erkennen, die als Alarmsignal zu werten sind, sollten wir uns eines vor Augen führen: Eines jedoch haben all diese Auswüchse gemeinsam. Sie sind in der Lage, das nicht so lesebegeisterte Umfeld eines Büchermenschen in einen Zustand der Bibliophobie zu versetzen. Ein schmaler Grat – und das meine ich ernst!

Wer weitere Krankheits-Mutationen der Bücherkrankheit kennenlernen möchte, dem möchte ich „Das Papierhaus“ von Carlos Maria Dominguez ans Herz legen. Private Bibliotheken, Ordnungssysteme, Kaufsucht und bibliophiler Kontrollverlust sind hier die Parameter, in denen sich das Leben eines Mannes bewegt, der plötzlich mit seinen Büchern verschwindet. Ein erhellend erschreckendes Buch einer Obsession.

Bibliomanie – Gustave Flaubert und Das Papierhaus von Dominguez

Die nicht sterben von Dana Grigorcea

Die nicht sterben von Dana Grigorcea - Astrolibrium

Die nicht sterben von Dana Grigorcea

Wenn man sich für einen Roman entscheidet, der in Rumänien angesiedelt ist, sollte man immer im Bewusstsein lesen, dass man sich in ein von der Weltgeschichte mehrfach zerrissenes, aufgeteiltes und von grausamen Machthabern gegeißeltes Land begibt. Man sollte sich sehr bewusst machen, dass sich bis zum heutigen Tag zahllose Wunden durch ganze Familiengeschichten ziehen, ihre Traditionen belasten und sich wie kaum sichtbare Demarkationslinien durch die Stammbäume dahinschlängeln. Viele Romane, die sich mit dem heutigen Rumänien beschäftigen versuchen zu erklären und zu heilen, zu bewältigen und zu zeigen, was sich nicht wiederholen darf. Die wenigsten dieser Romane sind unpolitisch, weil sie es einfach nicht sein können. Die rumänische Geschichte war immer ein Spiegelbild der Weltpolitik. Einzig im Reich der Legenden war man sicher. Nur hier konnte die geschundene rumänische Seele Zuflucht finden. Nur hier durfte sie davon träumen, dass alles auch ganz anders hätte kommen können.

In diesem Reich regiert noch heute der Fürst der Dunkelheit Graf Dracula, Vlad der Pfähler. Es sind Begriffe, wie Transsilvanien, Eichenpflock, Knoblauch, Blutsauger und ewiges Leben, die ihn nicht nur literarisch unsterblich gemacht haben. Auch, wenn dieser dunkle Graf heute für seine unbeschreibliche Grausamkeit bekannt ist, legendär ist er für seine Gerechtigkeit, die man ihm nachsagt. Ein ganzes Genre beherrscht die Lichtgestalt Transsilvaniens, die mit Tageslicht überhaupt nicht gut zurechtkommt. Viele Romanfiguren der Weltliteratur spiegeln sich in seinem Geist, wobei er doch eigentlich gar kein Spiegelbild erzeugt. Eines jedoch ist sicher. Wenn man sich mit Graf Dracula beschäftigt, befindet man sich literarisch in einem Fantasy-Roman. Eine Mischung aus sozialpolitischer Vergangenheitsbewältigung und transsilvanischer Legendenwelt wurde bisher nicht gewagt…. Ich sage bewusst: Bisher… Dana Grigorcea verändert alles.

Die nicht sterben von Dana Grigorcea - Astrolibrium

Die nicht sterben von Dana Grigorcea

Wer sich für ihren Roman Die nicht sterben entscheidet, sollte im Bewusstsein lesen, hier nicht nur auf einen einzigen Blutsauger zu treffen. Wer sich für diesen Roman entscheidet, sollte sich gedanklich von klaren Genre-Trennlinien verabschieden und bereit sein, literarisches Neuland zu betreten. Wer zu diesem Buch greift, wird mit zunehmender Lesedauer merken, dass es sich um einen unsterblichen Roman handelt, in dem sich die Welten der Fantasy und der Gesellschaftspolitik vermischen. Wir haben hier ein Buch, das selbst kein Spiegelbild wirft, das nachts hyperaktiv ist und dem man mit Knoblauch und Eichenpflock nicht beikommt, wenn man erst einmal begonnen hat, es zu lesen. Hier prallen das Transsilvanien der Vampire und das postkommunistische Rumänien in einem Clash of Literature aufeinander, der alle Grenzen verschiebt. Hier erleben wir an den Nachwehen der Diktatur des Ceaușescu-Regimes, was ein echter Blutsauger seinem Volk angetan hat. Dagegen wirkt Dracula wie ein wahrer Volksheld…

Dana Grigorcea entführt uns in ein schauriges Spiegelkabinett, in dem wir selten glauben, was wir zu lesen denken. Da ist die Ich-Erzählerin, die in Bildern denkt und lebt. Die sich das Rumänien ihrer Kindheit in Erinnerung ruft, und in Flashbacks Bilder einer Zeit heraufbeschwört, in der ihre Großmutter Margot eine zentrale Rolle einnimmt. Skurrile Bilder entwickeln sich vor unsern Augen. Eine enteignete Villa in der Walachei und ein Tross, der sie in regelmäßigen Abständen vom Kommunistenkitsch befreit und dem großbürgerlichen Leben zu neuem Glanz verhilft. Natürlich streng geheim und vor den Augen und dem Zugriff der viel geheimeren Securitate verborgen. Jetzt, nach der Rückkehr der Erzählerin aus Paris herrscht Trostlosigkeit in ihrer einstigen Heimat. Es sind Betonbauten, die zum Flächenbrand werden und es ist die Perspektivlosigkeit der Menschen, die ihre Erinnerungen an einst mit einem Grauschleier überziehen.

Die nicht sterben von Dana Grigorcea - Astrolibrium

Die nicht sterben von Dana Grigorcea

Es ist die Zeit nach dem Schrecken der Diktatur, die bekannte Automatismen ans Tageslicht bringt. Der Blick geht zurück, das „Früher war nicht alles schlecht“ wird im Umfeld der Großmutter kultiviert. Nur die Player müssen ausgetauscht werden. Er wird wieder laut, der „Ruf nach dem starken Mann„, der frischen Wind ins Land bringt und gleichzeitig mit den korrupten Politikern aufräumt, die sich nach dem Machtwechsel im neuen Rumänien festgebissen haben. Hier driftet Dana Grigorcea in ein morbides und zunehmend gewalttätiges Szenario ab, überschreitet die Grenzen des Genres und lässt uns mit staunenden Augen in der Familiengruft der Erzählerin eine gepfählte Leiche im Schweiße des frisch geschändeten Körpers entdecken. Und nicht nur das. Findet man doch ausgerechnet hier beim Versuch, den Mord aufzuklären die letzte Ruhestätte von Vlad dem Pfähler. Hier in der uralten Familiengruft. Ist er ein Vorfahre der Erzählerin? Sind sie verwandt? Von jetzt an ist es vorbei mit der Ruhe in der Ruhestätte.

Hier beginnt es trefflich zu vampiren. Hier erlebt der Romantitel „Die nicht sterben“ eine wahre Renaissance in der engmaschig erzählten Geschichte. Hier beginnen die nächtlichen Begegnungen der Heimkehrerin mit einem geheimnisvollen Wesen, das ihr plötzlich nicht mehr fremd ist. Hier verschwimmen die Grenzen zwischen der Realität in unserer Wahrnehmung und der fantastischen Wahrnehmung der Protagonistin. Genau hier überschreiten wir freudig gespannt alle Grenzen des Erzählens, und folgen bis zu den magischen Worten der Schattengestalt an seine plötzlich aufgetauchte Nachfahrin:

„Wir sîn gelîchen Bluotes.“

Die nicht sterben von Dana Grigorcea - Astrolibrium

Die nicht sterben von Dana Grigorcea

Wirkt das abgedreht? Zu unrealistisch? Zu skurril? Oh nein, ganz im Gegenteil. Hier impft uns die brillante Erzählerin ihr Serum mitten in die Blutbahn. Es betäubt den Wahrheitssinn, lässt uns wundervoll fantasieren und entwickelt Nebenwirkungen, die in der Literatur durchaus erwünscht sind, aber leider allzu selten vorkommen. Wir driften ins Reich der Zwischenwelt und genießen die Anspielungen der Autorin auf das Reale, das uns so sehr einengt. Warum nicht? Warum sollte nicht eine Legende auferstehen und richten, was man in der jüngsten Vergangenheit vermasselt hat? Und, wenn schon richten, dann richtig. Das Motto der Nacht lautet.: Pfählen…

„Ich bin ein ewig lebender Vampir vom Blut des Fürsten Dracula,
ich bin die ewige Rache der Gerechten.“

So schallt es durch die nächtliche „Walachei“. Doch Vorsicht: wo gepfählt wird, da fallen Späne. Dana Grigorcea scheut nicht davor zurück, uns zurückscheuen zu lassen. Sie erspart uns keine Details, wenn es darum geht, das martialische Ritual vor Augen zu führen. Es ist, als würde sie den Teufel mit dem Beelzebub austreiben. Hier erreicht die Geschichte ein Level, das fernab aller literarischen Erzählformen liegt. In der Glorifizierung eines Blutsaugers als Rächer für jenen kommunistischen Blutsauger zeigen sich die ambivalenten Wechselwirkungen von Macht und Machtmissbrauch. In Wirklichkeit saugt jeder gerade seinem Nächsten das Blut aus. Die Machtverhältnisse verändern sich kaum. Der kleine Mann bleibt der kleine Mann. Hier malt die aus Paris zurückgekehrte Kunststudentin ein apokalyptisches Bild an die Wand und den Teufel gleich mit dazu.

Die nicht sterben von Dana Grigorcea - Astrolibrium

Die nicht sterben von Dana Grigorcea

Das literarische Impfserum von Dana Grigorcea ist hochwirksam. Ich habe noch kein geeignetes Gegenmittel gefunden und spüre die Nachwirkungen deutlich. Ich bin immunisiert gegen oberflächliche, eindimensional angelegte Literatur. Ich suche nach mehr. Ich bin extrem süchtig nach guten Erzählungen, deren Deutungshoheit nicht in Händen der Autoren oder Autorinnen liegt. Dana Grigorcea hat mich in ihrem Roman von der kurzen Leine gelassen, sie hat mir einen Nachtflug über ihr Rumänien gewährt, das ich so nicht kannte. Meine gelachten Tränen halten sich mit den geweinten die Waage. Wenn ihr Roman auch höchsten literarischen Ansprüchen gerecht wird, wenn wir ihn auch als erzählerisches Meisterwerk empfinden, in besonderer Weise – denke ich – wird er der rumänischen Seele gerecht, die nach Erlösung schreit.

Hier geht es zu meiner Rumänien-Bibliothek. Von Iris Wolff bis zu Catalin Dorian Florescu… Ein erlesenes Land lädt zum Verweilen ein… 

Die nicht sterben von Dana Grigorcea - Astrolibrium

Die nicht sterben von Dana Grigorcea

PS: Die Widmung im Buch verrät, dass hier ein Autorenehepaar am literarischen Werk ist. Nicht uninteressant für mich, habe ich doch Perikles Monioudis und seinen wundervollen Roman „Frederick“ ausführlich vorgestellt.

Die GlockenbachWelle – Eine Premiere

GlockenbachWelle - Astrolibrium - Glockenbachbuchhandlung

GlockenbachWelle

Herzlich willkommen zu einem besonderen literarischen Stapellauf. Nach langer und intensiver Vorbereitung laden wir euch ein, unserem neuen Interview-Format zu folgen. Wir, das sind die Glockenbachbuchhandlung in München, Literatur Radio Hörbahn und meine Wenigkeit. Wir wollen gemeinsam neue Akzente setzen, einen Impuls geben und in einer Symbiose aus Buchhandel, Radio und Literaturblog auf interessante Bücher und ihre Schöpfer*Innen aufmerksam machen. Dabei kommt es uns darauf an, nicht mehr das reine Interview in den Mittelpunkt zu stellen. Es ist mehr als wichtig für dieses Projekt, die Location und ihr Umfeld nicht nur zur Kulisse dieses Formats zu machen. Nein, hier tanzt der literarische Bär, hier spielt sich das Leben im Kontext der Bücher ab, die in einer inhabergeführten Buchhandlung liebevoll unter die Leute gebracht werden.

Und genau hier sind wir. Im Münchner Glockenbachviertel, einem der Stadtviertel mit großer Tradition. Hier wurde seit 1476 in einem Gießhaus in Form gegossen, was für das aufstrebende München so wichtig war. Der kleine Bach trägt schon seit 1575 den wohlklingenden Namen Glockenbach. Große und kleine Geschichten machen das Viertel zu einem Herzstück Münchens. Eine Tuchfabrik, ein alter Pestfriedhof und ein paar Bezeichnungen, die zur Recherche veranlassen, prägen dieses Viertel. Wer weiß heute schon noch, was ein Brechhaus ist oder was man unter dem Wort Pechwinkel versteht. Es dauerte schon seine Zeit, bis die fortschreitende Urbanisierung Münchens aus der Ansiedlung der Pechsieder ein Viertel mit neobarocken Häusern für die besser betuchten Bürger werden ließ. Und doch blieb es tief im Herzen ein Viertel der kleinen Leute, in dem sich München von einer anderen Seite zeigte. Ein bunter Ort für große und kleine Begegnungen, weltoffen und geprägt von Toleranz und Lebensfreude. Hier schlagen Freigeister ihre Zelte auf. Hier finden wir die Glockenbachbuchhandlung, die sich der Tradition des Viertels verschrieben hat.

GlockenbachWelle - Astrolibrium - Glockenbachbuchhandlung

GlockenbachWelle

Wo sonst, wenn nicht hier könnten wir eine bessere literarische Welle erzeugen, auf der es sich gut reiten lässt? Wo sonst ließen sich Autoren und Autorinnen finden, die in der Nachbarschaft der Glockenbuchhandlung leben, hier schreiben und grübeln, in welche Bücherwelt sie uns bald entführen werden? Genau hier setzen wir an und am 19.03. feiert unser Format Premiere. Das erste Interview wird aufgezeichnet und kurze Zeit später auf der Plattform von Literatur Radio Hörbahn als PodCast verfügbar sein. Aber das reicht uns nicht aus. Wir möchten euch gerne in die Situation der Interviews mitnehmen, euch fühlen und sehen lassen, in welcher Atmosphäre sich die Gespräche abspielen. Wir werden auf unseren Facebook- und Instagram-Kanälen Impressionen, Videos und Outtakes veröffentlichen, die euch nicht nur zu Zuhörern unserer PodCasts machen.

Worauf ihr euch freuen könnt sind Interviews, in denen Schriftsteller*Innen nicht nur über ihre Werke Auskunft geben. Wir haben ein paar Eckpunkte im Format, mit denen sich unsere Gesprächspartner auseinandersetzen müssen:

  • Welche Bücher aus dem Bestand der Buchhandlung würden sie empfehlen?
  • Welchen Bezug haben sie zum Glockenbachviertel und zu München?
  • Wie reagieren die Kulturschaffenden auf unvermutete Fragen?
  • Und dann… Ja dann sprechen wir über das aktuelle Buch des Gastes!

Am Ende des Gesprächs kommt das reale Leben einer echten Buchhändlerin ins Spiel. Hier runden wir das Interview ab und lassen die Fachleute zu Wort kommen. In aller Tiefe widmen sich die Inhaberin der Glockenbachbuchhandlung Petra Schulz und ihre Mitarbeiterin Pamela Scholz genau den Fragen, mit denen sie täglich konfrontiert sind. Wenn Kunden das Buch gelesen haben, das wir aktuell vorstellen, welche Bücher sollte man dann lesen, wenn man vom inhaltlichen Fieber gepackt ist? Bücherketten im direkten Austausch mit Büchermenschen zu knüpfen gehört zu den Kernkompetenzen guter Buchhändler*Innen. Hier kommen sie zu Wort. Hier sprechen sie Empfehlungen aus, die sich sehen und lesen lassen können. Und auch das ist noch nicht alles!

GlockenbachWelle - Astrolibrium - Glockenbachbuchhandlung

GlockenbachWelle – Die Premiere – Am Götterbaum

In der Glockenbachbuchhandlung wird das jeweils aktuelle „GlockenbachWelle“- Buch natürlich entsprechend präsentiert und signierte Autogrammkarten der Autoren oder Autorinnen liegen für die Kundschaft bereit. So versuchen wir, einige Kreise aus der digitalen Welt in das reale Leben zu schließen. Impulse zu geben, das ist es wovon wir träumen. Und, wenn wir schon mal träumen, dann darf es auch erlaubt sein, davon zu träumen, wie sich unser Format nach einer Pandemie entwickeln kann. Auch, wenn wir sicherlich gerade in dieser Zeit adäquate Antworten auf Social Distancing suchen, wollen wir in der Zukunft diese Interviews auch gerne vor Zuhörern führen. Wir hoffen, dass dies keine reine Zukunftsmusik bleibt.

Ja, und womit fangen wir an? Die GlockenbachWelle erreicht „Am Götterbaum von Hans Pleschinski, erschienen im C.h. Beck Verlag. Ein Roman, der sich durch eine große Affinität zu München auszeichnet. Ein Stadtspaziergang durch die Weltstadt mit Herz, der nur einem Ziel dient: Einem längst vergessenen Literaturnobelpreisträger ein bleibendes Denkmal zu setzen. Denn genau das ist in München nicht gelungen. Es ist die Paul-Heyse-Unterführung am Hauptbahnhof, die an den großen Schriftsteller erinnert. Hat er das verdient? Gibt es keine andere Alternative? Könnte man aus seiner ehemaligen Münchner Villa nicht ein großes Kulturzentrum entstehen lassen? Fragen, mit denen sich drei engagierte Frauen beschäftigen, die vom Rathaus zum Königsplatz spazieren, um sich vor Ort vom Zustand dieser Villa zu überzeugen. Lokalkolorit trifft auf Literaturgeschichte. Unter dieser Überschrift wird sich Hans Pleschinski unseren Fragen stellen. Der Autor wohnt nahe bei der Glockenbachbuchhandlung und ist somit wahrlich der beste Premierengast, den man sich wünschen kann.

Werdet „GlockenbachWellen-Reiter“ – Schaut euch am Freitag auf den Kanälen der Glockenbachbuchhandlung oder von AstroLibrium die ersten Impressionen an. Danke fürs Lesen und Hören.

Hier geht`s zu unseren Projektseiten:
Glockenbachbuchhandlung und AstroLibrium
sowie Literatur Radio Hörbahn

Und hier geht´s ohne Umwege zum ersten PodCast. „Am Götterbaum“
Den aktuellen Hintergrundartikel zum PodCast findet ihr hier

GlockenbachWelle - Astrolibrium - Glockenbachbuchhandlung

GlockenbachWelle