„Der Marsianer“ von Andy Weir [Buch, Hörbuch und Film]

Der Marsianer von Andy Weir - Eine multimediale Betrachtung

Der Marsianer von Andy Weir – Eine multimediale Betrachtung

Da war es endlich wieder. Das große Lesegefühl meiner Jugendzeit. Tief versunken in Robinson Crusoe, allein auf einer einsamen Insel, nichts zu essen, kein Feuer und kein festes Dach über dem Kopf. Und dann die über allem stehende Angst vor den plötzlich auftauchenden Kannibalen. Wenn schon Menschen, dann doch bitte solche, die mir aus der literarischen Patsche helfen konnten. Unvergessene Momente unter der Decke mit Taschenlampe in einem der besten Bücher meines Lebens. Und bis heute war ich fest davon überzeugt, dass man das Gefühl von Einsamkeit kaum besser beschreiben kann und dass ein Stranden auf einer fremden Insel ungefähr das Schlimmste ist, was einem so passieren kann. Bis heute.

Da kannte ich allerdings Mark Watney noch nicht! Da waren auch Planeten noch unerreichbarer weit weg, selbst für einen literarischen Sternwärter. Was? Sie kennen Mark Watney nicht? Sorry, den kennt doch jeder, denn er beherrscht die weltweiten Schlagzeilen, taucht in allen Nachrichten auf, und ist der wohl bekannteste Mann der Welt. Zumindest im Roman Der Marsianer von Andy Weir (Heyne Verlag). Warum er so bekannt ist? Nun das ist ganz einfach zu erklären. Er ist die moderne Variante jenes Robinson Crusoe, nur dass seine kleine einsame Insel ziemlich weit von der Erde entfernt ist. So zwischen 56 und 401 Millionen Kilometer. Richtig gelesen. Es schwankt ein wenig, denn Mark Watney befindet sich auf dem MARS!

Und Mark Watney ist nach eigenem Bekunden „Im Arsch!“ Sagt man doch so, in einer absolut ausweglosen Situation. Und das ist sie. Ausweglos, im wahrsten Sinne des Wortes. Mark Watney ist allein. Zurückgeblieben nach einer gescheiterten Mission der NASA auf dem roten Planeten. Die anderen Besatzungsmitglieder mussten den Planeten in einem Sturm Hals über Kopf verlassen, hielten ihn für tot und ließen seine Leiche zurück. Tragisch nur, dass diese Leiche nun putzmunter durch den roten Sand stapft und sich mit dem Gedanken anfreunden muss, hier elendig zu krepieren.

Der Marsianer von Andy Weir - Eine multimediale Betrachtung - AstroLibrium

Der Marsianer von Andy Weir – Eine multimediale Betrachtung

Vorräte für ein paar Wochen, Sauerstoff und Wasser nur für ein knappes Zeitfenster, eine Wohnkuppel, die nur für eine Verweildauer von maximal 31 Tagen eingerichtet ist, einige wissenschaftliche Test-Einrichtungen, zwei mobile Rover, ein paar Raumanzüge für Mars-Spaziergänge und eine Handvoll echte Kartoffeln für ein Thanks-Giving-Essen mit der Crew. Das ist es auch schon. Zumindest auf den ersten Blick. Wenigstens hat er im Vergleich mit Robinson Crusoe nicht mit Kannibalen oder sonstigen Besuchern zu rechnen, wobei Crusoe wenigstens Sauerstoff und Wasser in rauen Mengen hatte. Wie man es auch nimmt: „Mark Watney ist im Arsch!“

Und von Rettung kann wirklich keine Rede sein. Würde sich genau am Tag der Erkenntnis, „im Arsch“ zu sein, ein Rettungsteam der NASA auf den Weg machen, wäre mit einer Ankunft in fast vier Jahren zu rechnen. Traumhaft! Das würde gerade einmal ausreichen, um sich auf die Suche nach den längst verblichenen sterblichen Überresten eines Astronauten zu machen, der schon seit ein paar Jährchen tot ist. Also mehr „im Arsch“ geht eigentlich kaum und Mark Watney realisiert seine Situation schnell. Kein Kontakt zur Erde und ganz auf sich allein gestellt beschließt er, nicht einfach so sang- und klanglos zu sterben, sondern den Kampf aufzunehmen.

„Dann muss mir eben die Wissenschaft den Arsch retten!“, so lautet die eindeutige Kampfansage an einen toten Planeten.

Der Marsianer von Andy Weir - Eine multimediale Betrachtung

Der Marsianer von Andy Weir – Eine multimediale Betrachtung

Andy Weir entwickelt in seinem Science-Fiction-Abenteuer „Der Marsianer“ einen fulminanten Wettlauf gegen die Zeit, der sich auf den unterschiedlichen Ebenen der Handlung abspielt. Denn neben allen Ressourcen, Vorräten und kreativen Ideen der Protagonisten fehlt ihnen das Wichtigste: ZEIT. Mark Watney versucht sie zu gewinnen, indem er den Mars kultiviert, Kartoffeln pflanzt, Sauerstoff und Wasser gewinnt, um so lange wie möglich am Leben zu bleiben, bis eine Rettungsmission seine Zwangsheimat erreicht.

Die NASA kämpft um jede Sekunde, die ein Zeitfenster ermöglicht, ihren Astronauten nach Hause zu bringen. Die Besatzung der Hermes, die Mark Watney auf dem Mars zurückgelassen hatte, lässt zu viel Zeit ungenutzt verlaufen, da man sie nicht darüber informiert, dass ihr Crew-Mitglied doch noch lebt. Sie sollen sich nicht zu viele Vorwürfe machen.

Erst als es dem „besten Botaniker des Planeten“gelingt, mit der NASA in Kontakt zu treten, werden alle Probleme zu einem Ganzen gebündelt. Und auch hier fehlt sie an allen möglichen marsianischen Ecken und Enden. Die Zeit. Kann Mark Watney lange genug überleben? Wird die NASA in der Lage sein, alle Rekorde zu brechen, um den Mars rechtzeitig zu erreichen und wie reagiert die Besatzung der Hermes auf diese Entwicklung? Die Welt schaut auf den Mars. „Rettet Mark Watney“ wird zum Mantra, das alle Menschen vereint. Koste es was es wolle, hier muss die Menschheit zeigen, was es bedeutet, ein einziges Leben zu retten.

Der Marsianer von Andy Weir - Eine multimediale Betrachtung - Das Buch

Der Marsianer von Andy Weir – Eine multimediale Betrachtung – Das Buch

DAS BUCH – „DER MARSIANER“ – Heyne Verlag

Ich habe die Reichweite meines Lesesessel verlängert, meine Vorräte gehortet, mich mit Getränken und einer warmen Decke bewaffnet, um mich dann gemeinsam mit Mark Watney durch seine Eingebungen rund um das Überleben auf dem Mars zu lesen. Die Erzählperspektive schafft eine unglaubliche Nähe zum wohl einsamsten Menschen der Weltgeschichte. Ich komme mir vor, als säße ich selbst im Zentrum von Mission-Control und würde ganz frei nach dem Motto „Houston, wir haben ein Problem“ die einzigen Schlüssel zur Rettung meines Astronauten in Händen halten.

Ich beginne Mars-Karten zu studieren, berechne mit Mark Watney den Vorrat an Sauerstoff und pflanze mit ihm auf äußerst unappetitliche Art und Weise die ersten Mars-Kartoffeln an. Ich komme mir vor, als wäre ich selbst auf dem Mars und spüre die enge der Wohnkuppel. Und doch macht sich keinerlei Panik breit, denn wenn Mark Watney im Funktionsmodus ist, dann wird aus jeder noch so tödlichen Bedrohungen ein gelöstes Problem. Er scheint mir zu schreiben, wenn er sein Logbuch verfasst und in dem Moment, in dem Andy Weir seine „Blende“ aufzieht und andere Schauplätze und Charaktere ins Spiel bringet, befinde ich mich inmitten der größten Rettungsaktion in der Geschichte der Menschheit.

Aus Mark Watney wird die hundertfache Potenz des legendären Fernsehhelden MacGyver. Nichts ist unmöglich, nichts kann nicht noch schnell gebastelt werden und da, wo die Wissenschaft versagt, findet mein Astronaut einen Ausweg. Mir fehlt die wissenschaftliche Ausbildung, um seine Ideen zu überprüfen, aber ich will das auch gar nicht. Ich habe keine Zeit. Ich will lesen und einfach nur runter vom Mars. Das Buch entwickelt einen gigantischen Sogeffekt, der auch nicht aufhört, wenn man es schließt oder eine Pause einlegt. Man hat immer das Gefühl, man würde etwas verpassen.

Der Marsianer von Andy Weir - Eine multimediale Betrachtung - Das Hörbuch

Der Marsianer von Andy Weir – Eine multimediale Betrachtung – Das Hörbuch

DAS HÖRBUCH – „DER MARSIANER“ – random house audio

Wenn es das perfekte Szenario für ein Hörbuch gibt, dann dieses. Wenn es des intensiven Gefühls bedarf mit einer Romanfigur direkt verbunden zu sein, dann muss man „Der Marsianer“ hören. Mark Watney spricht uns direkt an. Es ist als würde man ganz persönlich mit ihm in Kontakt stehen. Die Stimme von Richard Barenberg wird zum Wegbegleiter in einsamsten Stunden und verleiht dem bisher nur Gelesenen eine unglaubliche Tiefe. Barenberg wird zu Watney. Er transportiert Humor, Sarkasmus und den unbedingten Willen zu überleben.

Man hört Richard Barenberg an, wenn er „im Arsch“ ist und merkt das Aufflackern von Hoffnung. Und wenn das Hörbuch die „Blende“ aufzieht und wir die NASA erleben oder an Bord der Hermes gehen, dann wird aus dieser Audio-Fassung eine Mischung aus O-Ton des Marsianers mit Live-Schaltungen in die Zentren des Wissens, die alles versuchen, um ihm zu helfen. Das ist mehr als nur eine Lesung. Noch bevor die NASA mit Mark Watney kommunizieren kann, sind wir als Hörer ganz nah dran an ihm.

Das Hörbuch liegt in einer gekürzten und einer vollständigen Fassung vor. Ich hörte gekürzt, was dem Hörerlebnis nicht geschadet hat. Das Hören flankierte mein Lesen. Beide Medien ergänzten sich und ich war froh, auch mal in meinem Mars-Rover zu entspannen und einfach nur zuhören zu können. Marstage sind auch für Leser sehr anstrengend. Den ein oder anderen Blick in den Himmel gönnte ich mir als Betreiber der kleinen literarischen Sternwarte AstroLibrium. Und dabei ertappte ich mich dabei, dass ich Mark zurufen wolle: „Du schaffst das“. Packend erzählt….

Der Marsianer von Andy Weir - Eine multimediale Betrachtung - Der Film

Der Marsianer von Andy Weir – Eine multimediale Betrachtung – Der Film

Der Film – „Der Marsianer“ – 3D – Scala Kino Fürstenfeldbruck

WOW. Mehr muss ich nicht sagen. Ich hatte das letzte Kapitel in Buch und Hörbuch beendet und betrat mit 3D-Brille unglaublich aufgeregt das Kino. Und auch hier war ich bestens vorbereitet. Getränke und viel Popcorn sollten mir helfen, die 132 Minuten auf dem lebensfeindlichen Planeten zu überleben. Der ständige Wechsel aus Problemen, Lösungen, Tempowechseln, Stagnation, Fortschritt und die unerschütterliche Zuversicht werden brillant von Matt Damon verkörpert. Natürlich überzeugt der Film durch seine Effekte, klare und herausragend eingesetzte 3D-Effekte, aber ihm gelingt noch mehr.

Er verleiht den Akteuren der NASA und der Crew der Hermes eine Tiefe, die im Buch manchmal zu wenig ausgeprägt scheint. Lesend und hörend ist Mark Watney extrem dominant. Er beherrscht die Szenerie und auch das Interesse der ganzen Welt an seiner Rettung wird zwar immer wieder eingestreut, die riesige Dimension dieser Medienpräsenz wird jedoch im Film erst richtig greifbar. Ein Prädikat, das nicht jede Literaturverfilmung für sich beanspruchen kann. Ich persönlich empfinde diesen Film als unverzichtbare Ergänzung zum Lesen und Hören. Nun ja, und erstmals habe ich das Gefühl, in der Kombination der drei Medien das Maximum an Genuss gefunden zu haben. Ich möchte kein Element missen.

Wer denkt, man müsse sich den Film nicht unbedingt anschauen, weil man ja alles gelesen hat, der unterliegt einem gewaltigen Irrtum. Regisseur Ridley Scott hat mir in jeder Hinsicht etwas Besonderes geschenkt. Kleine Momente mit ganz großem Gefühl, Akteure in absoluter Bestform (Jean Bean und Matt Damon). Naja und eben ein Ende, das im Vergleich zum Roman mit einer Überraschung aufwartet.

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Wenn ihr Mark Watney auf den Mars folgt, deckt euch bitte mit Vorräten ein, bunkert Getränke und vergesst bloß euren Staubpinsel nicht. Er wird euch gute Dienste leisten. Verlängert eure Lesezeit, auch wenn ihr das Gefühl habt, dass irgendwo ein Lese-Leck entstanden ist und euch die Zeilen nur so durch die Finger rieseln, wie roter Marssand. Und verabschiedet euch vom Gedanken, in absehbarer Zeit wieder Kartoffeln essen zu wollen. Aber das erwähne ich nur am Rande. Guten Flug. Rettet Mark Watney.

Guten Raumflug in allen medialen Dimensionen...

Guten Raumflug in allen medialen Dimensionen…

T.C. Boyle bereitet in Die Terranauten“ eine solche Mission vor. Lesenswert.

Die Terranauten von T.C. Boyle

„Der Marsianer“ spielt auch eine große Rolle bei der Oscar-Verleihung 2016.

Literaturverfilmungen und die Oscarverleihung 2016

Literaturverfilmungen und die Oscarverleihung 2016

 

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49 Gedanken zu „„Der Marsianer“ von Andy Weir [Buch, Hörbuch und Film]

  1. Ein Wahnsinns-Highlight am Print-, Audio- und Kinohimmel. Gelesen habe ich den Marsianer noch nicht, aber ungekürzt gehört (und ich fand keine einzige Sekunde davon überflüssig – ist ja nicht immer so) und gesehen. Auch der Film war der Hammer. Ich bin sehr kritisch, was Literaturverfilmungen betrifft, aber hier ist eine sehr überzeugende Umsetzung gelungen. Dennoch, wer nur den Film kennt, kennt nicht wirklich alles….diese feinen Schwingungen, diese tiefen Emotionen, diese Kleinigkeiten, die im Buch und der ungekürzten Hörbuchversion volle Aufmerksamkeit erhalten….es lohnt sich, mit dem gesamten Triple Bekanntschaft zu machen.. Auch wer Weirs Werk kennt, wird in der Verfilmung noch lohnenswerte Ergänzungen entdecken, vor allem durch die Umsetzung in 3D!!

    „Der Marsianer“…I love it! Alles töfte!!!

    • Blub blub…jaaaa….ich hab ihn vorsichtshalber angezogen. Dachte mir schon, dass es hoch hinaus geht. 😉 Und den Postminister hab ich auch dabei – quasi zur Unterstützung. Ich habe ihn gerade befreit…ich danke dir und melde mich deswegen morgen nochmal – in der Hoffnung, dass mein Handy bis dahin wieder aufgetaucht ist und einem Ankunftsfoto nichts im Wege steht *schnief* – heute ist auf jeden Fall der bisher köstlichste Text im Adventskalender…und Hermes ist ein ausgezeichneter Name für ein Reneulchen ❤

  2. Schnell den X-wing-fighter gestartet und zur Rettung geeilt. Zum Glück ist meiner modifiziert und blitzschnell in Raum und Zeit unterwegs. Ich bauche keine Jahre um zur Ren-Eulen – Rettung auf dem Mars zu landen. Aber ein paar pommes wären schon schön 😊

  3. Puh, dass war jetzt eine lange Reise. Leider hat mir jemand den X-Wing-Fighter weggeschnappt und ich musste so ein zweitklassiges Raumgefährt nehmen. Einen Winnebago (Weltraumwohnmobil). Ich sag Dir, dass Gefährt ist echt nur gut, wenn man so ne Dose Superzeug reinkippt. Aber davon habe ich nur noch eine, für den Rückflug, damit wir schnell wieder zu Hause sind.
    Naja, auf den Weg hier hini habe ich dann den Todesstern gerammt, der nun kaputt ist. Aber was soll es. Komm an Bord, damit du erst einmal was Ordentliches zu essen bekommst, war bestimmt schlimm, die ganze Zeit nur Kartoffeln zu essen. Dann kippen wir jetzt das Superzeug in den Tank und auf geht es in Hyperlichtgeschwindigkeit zur Erde zurück.

  4. Oje, oje oje,

    Wie kann man den da ein Eulchen vergessen.. Manoman, der arme Flattermann.
    Houston we have a Problem sag ich da…
    Kurz überlegen.. Die ESOC ist ja um die Ecke… Ich helfen bestimmt. Steht doch für Eulen Space Operation Center 🙂
    Die haben bestimmt das passende Fortbewegungsmittel für mich…
    Bin schon auf dem Weg 🙂

  5. Nur keine Sorge, Eulchen! Habe den Minister für außerplanetare Angelegenheiten angerufen. Er schickt mir gleich ein Raumtaxi, dann werde ich umsteigen zu Major Cliff Allister McLane, Leutnant Tamara Jagellovsk, Leutnant Mario de Monti und dem Rest der Orion-Besatzung, nötigenfalls kämpfen wir mit den Frogs und eliminieren Supernovas, aber – wir holen Dich ‚raus!

  6. Ach herrje,dieses Jahr kommen die kleinen Flatterbiester ja in sehr knifflige Situationen.ENtbehrt nicht der Situationskomik.Hmmmmmm,Raumschiffe in Eulengröße gibt es hier ja jede Menge (ein Hoch auf meine StarWarsfans hier) Hmmmm ,welches schick ich denn nun ,ach ich nehm mein Lieblingsteil und modifiziere eben Jabbas Segelbarke (bin dann mal eben im McGuyver -Modus) Rettung ist unterwegs!!! 🙂 🙂

  7. Morgens um 9 Uhr in einem verschlafenen Nesten mitten in der Lüneburger Heide. Leise rieselt der Regen. Die Bewohner des Hauses, ja sogar die mit Fell, schlummer friedlich ins Wochenende. Alle, bis auf die kleinste Bewohnerin.
    World, die kleine Eule flatter aufgeregt vor dem Laptop herum. Sie hebt ab und saust schnell wie der Blitz, quer durchs Haus. Im Vorbeiflug verwirbelt sie das Fell der Hunde sooo schnell ist sie!
    Etwas zu flott für eine gute Landung, setzt sie auf dem Kissen ihrer Hüterin auf, rollt unsanft gegen ihre Nase. Auf dem Kissen vollführt sie fast einen kleinen Tanz. Sie hüpft wie wild hoch und runter und kann sich vor Aufregung kaum halten.

    “ Auuuuufstehen lohoooOOOOOOSSSSS AUFSTEHEN ! Komm schon du verschlafenes Hüterding, wir haben eine wichtige Mission. Ich brauche dich jetzt wach und konzentriert.
    JETZT SOFORT!! “

    Tina, die Hüterin reibt sich verschlafen die Augen, betastet ihre Nase, ob noch alles heile ist. Ein Blick auf die Uhr, die Augen verdrehn sich. Vorsichtig schiebt sie die kleine Eule etwas weg um sie müde ansehen zu können.
    “ Eulchen? Was ist denn schon wieder los? Ich bin müde. Der Tripp nach Afrika war anstregend. Ich hab freies Wochenende und wollte heute mal so richtig richtig richtig ausschlafen. Was ist schon wieder ?

    “ Hier geht es um das Schicksal, um Fügung und vielleicht um die ganz ganz große Liebe. Weisst du noch unsere ständige Diskussion um meinen Namen? Ich möchte Mrs World genannt werden. Du bestehst auf „Eulchen“ oder noch viel schlimmer auf „Eulili“ und wenn ich mich nicht an die Regeln halte sogar auf “ Madam Eulili“. Ich kann das gar nicht aussprechen ohne mich zu schütteln. Würdelos ist das!
    Ich trage einen großen Namen. Ich bin die, die die Welt bereisen möchte, andere Kulturen erforschen will, Abenteuer erleben will. Ich habe große Fähigkeiten mitbekommen. Mein Papahüter gab mir nicht umsonst diesen großen allumfassenden Namen.
    Ich bin World! MRS. WORLD!! “

    „Bitte Eulchen, nicht um diese Zeit DIESE Diskussion. Ich nehme dich in jedes Flugzeug mit, in das ich steige. Du darfst sogar mit obwohl die Kinder nicht dürfen! Ich unterstütze aber nicht jeden Höhenflug. Das mit der Scherpe werden wir jetzt auch nicht weiter besprechen. Nein und basta!“

    “ Du schon wieder…grummel…hier geht es um etwas ganz anderes. Das Schicksal und so. Dem kannst du als gute Hüterin nicht im Wege stehen. Du hast auch Verspflichtungen.
    Da oben im Himmel und noch viel höher, da wo sonst nie eine Eule ihre Flügel spannen würde und dann noch etwas höher…genau da fliegt, genau jetzt, eine Eule durch das große All.
    Verstehst du?
    Nicht nur eine Eule…nein, eine Rentier-Eule. IM ALL ! IM UNIVERSUM
    Verstehst du ?
    Ich, die Mrs. World, sitzt hier unten und da oben fliegt vielleicht MEIN Mr. Universe.
    Du musst doch erkennen was es bedeuten könnte?
    Das kann nur Fügung sein. Ich muss es herausfinden. Los heb deinen verschlafenen Hintern jetzt aus dem Bett, von mir aus futter dein Müsli aber dann…hörst du DANN schaffst du uns gefälligst dahin. Ich muss mir diese Eule ansehen. Muss mit eigenen Augen sehen, mit Eulenherzchen fühlen ob es MEIN Mr. Universum ist.
    Stell dir mal vor : Mr. Univers & Mrs. World
    Mehr geht doch gar nicht. “

    „Okay Eulchen, ich erkenne die Dringlichkeit. Was aber wenn du ihn siehst und festellst ER ist es doch nicht?

    “ Dann ist auch alles gut. Dann würden wir ja zumindest dem Hüterpapa Sorgen ersparen und ein wundervolles Wesen retten. Denn DAS ist ER auf jeden Fall!“

    und so stand die Hüterin auf, wühlte in alten Koffern bis sie die passende Ausrüstung fand. Zum Glück sammelt sie seit ihrer Kindheit alle magisch besselten Kleidungsstücke, was sich nun als äusserst sinnvoll erweist.

    Ob sich nun eine große Liebesgeschichte anbahnt?
    Wir werden es sehen…das Herz der kleinen Eule Mrs. World, schlägt auf jeden Fall ein paar Takte schneller…

  8. Beam me up….ich habe eine VIR zu retten!!! Was scheren mich Asteroidenfelder und schwarze Löcher! Einen echten Jedi-Ritter hält NICHTS auf!!!! Im Zweifel schwing ich -bssss bssss- mein Laserschwert!!! Keine Panik, Eulchen, wir schaffen das! Soooo, hab Dich! Ab durch die Schleusen und in meinen Delta-Flyer. Und jetzt geht’s nach hause….Du wirst erwartet!

  9. Sternzeit 12122015 – Enterprise im Anflug zur Eulenrettung. Das Beamen funktioniert nicht, dann müssen wir runter. Käptn, ich kann sie schon sehen… Schnell, schnell, ihr scheint es nicht gut zu gehen… Totaler Pommesoverkill. So, jetzt 5 m nach rechts tragen, jetzt müsste das Hochbeamen klappen… Hurra, die Enterprise hat uns. Jetzt schnell nach Hause…. ☺

  10. Paulinchen, komm! Wir müssen meine Geschwister-Eule retten!

    Nein, du hast mit dem Hund gespielt und gesagt, ich bin pummelig.

    Stell dich nicht so an. Ich bin auch etwas rund. Das macht uns kuschelig. Ich brauche wirklich deine Hilfe.

    Was soll ich tun?

    Organisiere einen Luftballon, der so groß ist, dass er uns tragen kann und jede Menge Helium. Wir müssen zum Mars.

    Meinst du nicht, dass Frauchen langsam misstrauisch wird bei all den Aktionen?

    Quatsch! Die vertraut uns völlig und Arndt würde uns nicht auf Missionen schicken, bei denen was passiert!

  11. So, jetzt habe ich es auch geschafft zu springen. Danke für den Tipp mit der roten Erde. Ich habe geraden den dicken Mann mit weißem Bart und roter Zipfelmütze getroffen, doch den Tierchen vor seinem Gefährt wurde es zu heiß und die wollten mich nicht mitnehmen…. Ich muss schon sagen, die Luft ist ganz schön dünn hier oben. Ich mag es ja warm, aber hier ist es selbst mir zu brenzlig…

    Wie kommen wir bloß hier weg, ich muss mal schnell meinen kleinen Freund Charly Lindbergh anrufen, ober Rat weiß….der ist doch ein toller Bastler, da muss es einfach etwas geben….nach Amerika hat er es ja auch geschafft….

  12. Ich gebe zu, heute war es schwierig. Mir war zwar bei den 4 Jahren Reisezeit klar, dass es was mit dem Mars zu tun haben muss, aber da SciFi nicht mein Ding ist hat es etwas gedauert. Und jetzt muss ich die ganze Zeit „Space Taxi“ von TRaumschriff Surprise denken – ob Till Schweiger das Teil wohl noch hat und Dich retten kommt, Eulchen??? Ich versuche mal, ihn anzurufen. Halte durch!

  13. Houston, wir haben ein Problem…

    Ja, das war wohl das Motto des Tages. Da hatte man wohl eine Rentier-Eule auf einem Planeten vergessen und auch noch ein paar dumme Sprüche hinterhergeschoben. Aber wer die Artikelspringer kennt, der weiß, dass sie zäh und hart im Nehmen sind.

    Aber es war knapp. Kurz bevor die Kartoffeln ausgingen, kam die Kavallerie von der kleinen literarischen Sternwarte. Und hier wurden dann alle Science Fiction Welten vermischt und zeitweise waren mehr Star Wars Raumschiffe unterwegs, als der Mars je zuvor gesehen hat.

    Ach ja… „Der Marsianer“ war das gesuchte Buch, in dessen Artikel ihr landen solltet und es auch ohne jede Ausnahme geschafft habt. Respekt und Raumhelm ab…

    Und bei aller Technik-Kreativität hat es eine Springerin geschafft, die kleine Eule zu retten. Anja Schmidt hat nicht die Sternenflotte alarmiert. Sie kam auf die Idee, Charly Lindbergh zu bemühen und dieser Tüftler hat es echt geschafft und wird im nächsten Jahr darüber ein Buch schreiben…. das wird lustig…

    Herzlichen Dank für eure tolle Rettungsaktion und schon morgen geht es weiter…

    Mit einer ganz neuen Disziplin… Artikel-Weitsprung… das wird toll… versprochen. Wir verlassen die Sternwarte durch die 13. Tür…

    https://astrolibrium.wordpress.com/railway/advent-2015/

  14. Muhaaa…..

    Hey, Erdlinge…. Liebe Grüße vom Roten Planeten….

    Das habt ihr ja toll hingekriegt… Die Golden Globes wurden gestern verliehen und wir haben hier sofort die Kartoffelernte unterbrochen, um das zu feiern.

    „Der Marsianer“ von Andy Weir wurde zum besten Film gewählt und Matt Damon bekam die fette Kugel für die Rolle von Mark Watney…

    ABER…. In der Kategorie „Beste Komödie – Bestes Musical“.

    Habt ihr einen an der Waffel? Hier könnt ihr gerne lesen, was ich über das Buch vom Heyne Verlag und über die Hörbuchfassung von Der Hörverlag schrieb. Sucht doch mal bitte nach Komödie und Musical in den Rezensionen oder der Vorstellung des Films.

    Aber wir haben beschlossen, das trotzdem zu feiern und der Auszeichnung gerecht zu werden… Wir singen einfach und tanzen lustig rum:

    „Old Mark Watney hat ne Farm…hia hia ho….“

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