Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte - Astrolibrium

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte

Wir schreiben den 27. Januar 2020. Weltweit wird an diesem Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Jahr 1945 gedacht. 75 Jahre ist es nun schon her und trotzdem kann man immer noch nicht zur Tagesordnung übergehen und so tun, als wäre inzwischen alles gesagt zu den nationalsozialistischen Massenmorden. Aber nein. Dem ist nicht so. Während einerseits die KZ-Gedenkstätten einen deutlichen Zuwachs der Besucherzahlen verzeichnen, verschärft sich der Ton in unserem Land zusehends. Das ist keine Vermutung, ich kann dies für mich belegen. Meine Artikel zur Erinnerung an alle Opfer des Nationalsozialismus werden zunehmend aggressiv kommentiert und weitgehend anonyme EMails zeugen von einer offenen Form des Antisemitismus, die mir in den letzten Jahren nicht begegnet ist…

Umso wichtiger ist es, auch am 75. Jahrestag der Befreiung der „Todesmaschine Auschwitz“ einen Zeitzeugenbericht vorzustellen, der über jeden Verdacht erhaben ist, frei erfunden zu sein. Ich kann nicht an diesen Tag denken, ohne an Zeitzeugen der Vernichtung zu denken, die heute nicht mehr zu uns sprechen können. Besonders Eva Mozes Kor, eine der wenigen Überlebenden der Mengele-Experimente, bleibt mir wohl immer im Gedächtnis, weil ihre Botschaft der Vergebung ihren Tod überstrahlt. Wer ihr jemals persönlich begegnet ist, wäre niemals auf die Idee gekommen „der Holocaust sei frei erfunden“. Die Überlebenden haben uns ihre Lebensgeschichten hinterlassen. Nur wenige können uns noch selbst erzählen, wie alles begann und wo es endete. Wir sind diejenigen, die darauf achten müssen, dass die Leugner des Schreckens aus den Höhlen kriechen und alte Automatismen bedienen, nur um sich selbst als Übermensch wiederbeleben zu können.

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte - Astrolibrium

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgtevon Jeremy Dronfield ist für den Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz von herausragender Relevanz. In vielfacher Hinsicht. Nicht nur, weil die wahre Geschichte den Lebens- und Leidensweg einer jüdischen Familie aus Wien erzählt. Nicht nur, weil diese Geschichte auf Fakten, Tagebüchern und Zeugenaussagen beruht. Nicht nur, weil sie also authentisch ist. Sie zeigt in besonderer Weise auf, was dieser Jahrestag der Befreiung für die Betroffenen damals bedeutete. Freiheit. Befreiung. Nichts klingt schöner. Und doch fühlte sich die Befreiung nicht so an, wie wir es uns vorstellen. Vor dem Anrücken der Alliierten lösten die Nazis ihre Lager zum Teil auf, erhöhten die Anzahl der Massenmorde und schickten die Überlebenden auf Todesmärsche in den Frost. Die Tage vor der Befreiung waren in jeder Hinsicht für die Inhaftierten unkalkulierbar. Und am Tag der Befreiung selbst war die Internierung nicht beendet. Und selbst, wenn man das Lager dann verlassen durfte, war man heimat- und besitzlos. Niemand wollte die Überlebenden zurück.

Ich habe viele Zeitzeugenberichte genau auf diesen Tag der Befreiung untersucht und darüber geschrieben. „27. Januar 1945 – Auschwitz ist frei. Aber was nun?“ Ein Artikel, der für die ergänzende Betrachtung der Authentizität des vorgestellten Buches relevant ist, weil alle Zeitzeugen hier dieselbe Sprache sprechen. Jedes Nazi-Opfer hat seine ganz eigene Geschichte. Viele scheinen wir zu kennen. Viele haben wir gelesen. Was jedoch das Buch „Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte“ gerade aus heutiger Sicht so außergewöhnlich lesenswert macht, ist die Tatsache, dass hier in einer unglaublichen Komplexität die Geschichte einer jüdischen Familie weitergegeben wird, die von Rettung, Überleben und Auslöschung erzählen kann. Eine Familie, die es nicht verhindern konnte, die volle Wucht der Nazi-Ideologie zu erleiden, die es aber im Vorfeld der Deportationen zumindest schaffte, zwei Kinder aus Österreich in Sicherheit zu bringen. Zwei Angehörige der Familie starben. Zwei überlebten den Holocaust. Eine sechsköpfige Familie, deren Familienfoto von Nazis für alle Zeit zerrissen wurde. Die losen Enden konnten nie wieder vereint werden.

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte - Astrolibrium

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte

Dieses Familienfoto finden wir, wenn wir die Schutzbroschur aufklappen. 1938 in Wien entstanden, sehen wir dort die Familie Kleinmann. Vater Gustav, Mutter Tini, zwei Töchter, zwei Söhne. Ihnen folgen wir auf der Grundlage von Tagebuchaufzeichnungen des Familienoberhauptes und Interviews mit den Überlebenden der Familie. Der Autor Jeremy Dronfield hat sich tief in die Familiengeschichte hineinrecherchiert. Er hat die Gespräche persönlich geführt, Mosaiksteine zusammengefügt und Primärquellen durch die Hinzuziehung sekundärer Dokumente untermauert. So entstand eine anschauliche und lebendig erzählte Familiengeschichte, die stellvertretend für die vielen unerzählten Geschichten des Holocaust steht. Was Jeremy Dronfield hier so lebendig wie in einem Roman erzählt, ist nicht leicht zu lesen. Hier schlägt uns die ganze ungeschönte Wucht der Menschenverachtung des Nazi-Regimes entgegen. Man kann sich dem Buch nicht entziehen. So grausam die Details, so unfassbar das Grauen auch ist.

Allein die schleichenden Anfänge der Judenverfolgung in Österreich machen uns hellhörig für jede Form von Antisemitismus, die uns heute begegnet. Es braucht nicht besonders viel Fantasie, um den Bogen weiterzuspinnen, um zu erkennen, wohin eine Gesellschaft abdriftet, die den Sprachjargon der Nazizeit wieder salonfähig macht. Wer heute die alten Automatismen bedient und sich erneut auf die Suche nach Underdogs der Gesellschaft macht, kann später jedoch nicht mehr sagen „Wir haben davon nichts gewusst!“ Geschichte wiederholt sich nur zu augenfällig. Das Lesen dieses Buches ist wesentlich für das Verständnis der Schlinge, die sich immer enger um die Kleinmanns zog. Ihre Lebensgeschichte beweist erneut, dass der Judenhass in der Gesellschaft tief verankert war und nur auf dieser Grundlage ein Genozid in diesem großen Stil realisiert werden konnte.

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte - Astrolibrium

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte

Wer sich auf dieses Buch einlässt, sollte gewappnet sein für eine Grenzerfahrung im Bereich der Literatur über den Holocaust. Man wird Wegbegleiter zweier Kinder, die in Sicherheit gebracht und gleichzeitig der Familie dauerhaft entfremdet werden. Im weiteren Verlauf der Geschichte erleben wir die Verzweiflung der Mutter und einer ihrer Töchter, denen es nicht gelingt zu fliehen. Bürokratische Grenzen der freien Länder im Angesicht der Judenverfolgung verhindern ihre Ausreise. Mit tödlichen Folgen, was uns an die heutigen Diskussionen zu sicheren Herkunftsländern erinnert. Gustav Kleinmann und sein Sohn Fritz werden deportiert und erleben die Vernichtungsmaschinerie einiger Konzentrationslager am eigenen Leib. Nur ihr Zusammenhalt und der pure Zufall retten ihnen das Leben. Doch Freiheit und die Befreiung aus Auschwitz haben nichts mit dem 27. Januar 1945 zu tun. Eine Geschichte, die vielfache Botschaften in sich trägt.

Ist eine solch tragische Familiengeschichte über den Holocaust und seine Folgen sakrosankt und darf nicht kritisiert werden? Sicherlich nicht. Sie ist unantastbar und wahr. Und doch sollte ein Historiker und Autor, der ein menschenverachtendes System beschreibt, das seine Gegner schon an Äußerlichkeiten festmacht und Untermenschen physiognomisch als „hässliche Juden“ vermessen lässt, bei Beschreibungen der Täter nicht in ein ähnliches Schema verfallen. Dronfield macht Täter an Äußerlichkeiten, wie Schweinegesicht, flachen Köpfen und charakterlosen Augen fest. Wenn man sich aber Fotos anschaut, die sie zeigen, ist es viel auffälliger, wie harmlos sie eigentlich wirken. Eine Beobachtung, die Hannah ArendtDie Banalität des Bösen“ nannte. Hier muss der Schriftsteller – gerade in einem solchen Buch – darauf achten, sich nicht angreifbar zu machen. Hier wird vieles zur Gratwanderung. Ebenso empfand ich einen Satz mehr als grenzwertig, wenn:

…er die Geschichten aus Birkenau hörte, besonders der schrecklichen Gerüchte der Geheimnisträger, die im Sonderkommando im Krematorium gedient hatten, heizten sie seine Fantasie auf grausame Weise an.

Ich denke, hier ist sprachlich mehr Vorsicht geboten. „Krematorien heizen Fantasie an“… schwer zu verdauen im Kontext.

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte - Astrolibrium

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte

Ich bin kritisch bei diesen Büchern. Ich will verhindern, dass neue Rechte sie in den Bereich der Unsachlichkeit abschieben können. Ich will ihren Inhalt wirken sehen, weil die Zeitzeugen nicht mehr selbst erzählen können. Wir können diese Geschichten und damit auch die Menschen in Erinnerung halten. Wir können sie lesen, sie empfehlen, in den Mittelpunkt unseres Interesses stellen und sie auch verteidigen. Dieses Buch ist es wert, verteidigt zu werden. Meine Kritik richtet sich nicht gegen den Kern des Erzählten. Es geht mir nur um den sorgsamen Gebrauch von Worten, Attributen und Prädikaten.

Wien. Wer bei „Mein Name ist Judith“ von Martin Horváth noch davon ausgehen durfte, dass Fiktionales erzählt wurde, der sollte die Geschichte der Kleinmanns im direkten Zusammenhang sehen. Im Kern beginnen beide im Jahr 1938 in Wien. Beide Familien, die erfundene Familie Klein und die wahrhaftige Familie Kleinmann, leben in der Leopoldstadt. Hier schließen beide Bücher einen Kreis, den nur aufmerksame und sensibilisierte Leser erkennen. Was bei Judith allzu unwirklich erscheint, wird in diesem Buch umso realer. Wer Distanz benötigt, sollte Judith kennenlernen. Wer die Wahrheit verkraften kann, muss den Weg mit Gustav und Fritz gehen. Beiden Familien zu folgen ist mutig. Sehr sogar…

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte - Astrolibrium

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte

Gegen das Vergessen bei Astrolibrium. Lebenslang verpflichtet. Dieser Artikel ist Eva Mozes Kor in liebevoller Erinnerung gewidmet. Shalom.

Der Junge, der seinem Vater nach Auschwitz folgte - Astrolibrium

Für Eva Mozes Kor

Handeln statt hoffen von Carola Rackete

Handeln statt hoffen von Carola Rackete - AstroLibrium

Handeln statt hoffen von Carola Rackete

Aus der Rede eines Mädchens vor Delegierten einer UN-Klimakonferenz:

Wir haben das gesamte Geld selbst aufgebracht, um die 6000 Meilen hierher zu reisen und Euch Erwachsenen zu sagen, dass Ihr Eure Lebensweise ändern müsst. Das, was ich hier sage, meine ich Wort für Wort. Ich kämpfe für meine Zukunft.

Ich bin hier, um im Namen aller zukünftigen Generationen zu sprechen. Ich bin hier, um im Namen der… Kinder dieser Welt zu sprechen, deren Schreie ungehört verhallen.

Ich bin hier, um für die Tiere zu sprechen, die überall auf diesem Planeten sterben, weil es für sie keinen Platz mehr gibt. Wir können es uns nicht mehr leisten, nicht gehört zu werden. Ich habe Angst davor in die Sonne zu gehen wegen der Ozonlöcher. Ich habe Angst die Luft einzuatmen, weil ich nicht weiß, welche Chemikalien darin vorkommen.

Vergesst nicht, warum Ihr solche Konferenzen besucht und für wen Ihr das tut. Wir sind Eure Kinder. Ihr entscheidet, in was für einer Welt wir aufwachsen werden.

Handeln statt hoffen von Carola Rackete - AstroLibrium

Handeln statt hoffen von Carola Rackete

Ja, diese Reden sind gerade unsere Wegbegleiter. Sie zeigen auf, was Jugendliche von den Regierenden dieser Welt erwarten. Die Worte aus der oben zitierten Rede sind in aller Munde. Sollte man denken. Wer sonst sollte sie gesagt haben, wenn nicht jenes Mädchen aus Schweden, das gerade drauf und dran ist, die Welt wie wir sie kennen zu verändern? Nein. Diese Rede stammt nicht von Greta Thunberg. Sie wurde bereits vor über 17 Jahren in Rio De Janeiro von der neunjährigen Kanadierin Severn Suzuki vor den Teilnehmern am „Earth Summit“, einer UN-Umweltkonferenz gehalten. Sie hat mit ihren Worten die Delegierten bewegt. Punkt. Das war´s. Ohne Social-Media und ohne die Wucht einer medialen Omnipräsenz verpuffte diese Rede im Nirwana der Ignoranz.

1992. Mehr muss ich eigentlich nicht sagen, wenn ich den Versuch starte, den heute so intensiv verunglimpften Klima-Aktivisten und Aktivistinnen in der kleinen literarischen Sternwarte Gehör zu verschaffen. Mehr muss ich nicht sagen, um zu verdeutlichen, wie berechtigt die Vorwürfe an die Weltpolitik sind. Ergebnislose Konferenzen, Staaten, die sich hier verabschieden und die Veränderung des Weltklimas als Lappalie bezeichnen. Absichtserklärungen ohne Konsequenzen. Regierungsprogramme ohne Biss und doch immer bereit, mit dem Finger auf andere zu zeigen. Aber wehe, jemand legt den Finger in diese Wunde. Wehe man versucht uns aus der Komfortzone zu argumentieren. Und wehe, es handelt sich bei den handelnden Figuren, die diesen Weg konsequent gehen, auch noch um Mädchen oder Frauen. Doppelt geeignet, um Ignoranz zu erzeugen. Es gibt keinen menschengemachten Klimawandel und Frauen sollen bitte tun, was sie am besten können. Also alles, nur nicht Einfluss nehmen. Oder sich einmischen. Oder den Mund aufmachen.

Handeln statt hoffen von Carola Rackete - AstroLibrium

Handeln statt hoffen von Carola Rackete

Kommt uns doch bekannt vor. Ohne Suffragetten kein Frauenwahlrecht. Ohne ein Aufbegehren gegen die männerdominierte Welt, keine Veränderung. Ohne Revolution mit zivilem Ungehorsam, Hungerstreik unter Inkaufnahme von Haftstrafen keine neuen Impulse in einer Männerdomäne. Und heute? Quotenfrauen. Unterrepräsentiert und in weiten Teilen der Gesellschaft unsichtbar. Wer sich dann auch noch traut, seinen Mund aufzumachen und sich für jene einzusetzen, die sprachlos sind, der wird zum Opfer und wie die sprichwörtliche Sau durchs Dorf gehetzt. Greta Thunberg ist ein gutes Beispiel, welchem Shitstorm man ausgesetzt wird, wenn man das Establishment (also Wirtschaft und Politik) stört. Weitere Beispiele? Nehmen wir doch einfach mal Carola Rackete.

Sea-Watch 3-Kapitänin, Retterin zahlloser Flüchtlinge im Mittelmeer, Aktivistin und Kämpferin für Umwelt- und Menschenrechte. Auf Lampedusa verhaftet, als Mittelsmann (sorry, Frau) zwischen Schlepper- und Schleuserbanden kriminalisiert und der illegalen Anlandung von Flüchtlingen in italienischen Hoheitsgewässern angeklagt. Vorurteil und Urteil sollten Hand in Hand gehen. Kapitänin ohne Patent, Beugung des Seerechts und kriegerischer Akt. Vorwürfe im Einklang mit Verunglimpfung und Rufmord. Nebelkerzen der internationalen Ablenkung, weil man, wie immer in solchen Fällen, lieber polemisch wird, anstatt sich mit Ursachen und Wirkungen auseinanderzusetzen. Jetzt hat Carola Rackete ein Buch geschrieben und dem Hörbuch die Stimme geliehen. Hier spricht sie das Schlusswort. Ich habe gelesen und gehört. Kritisch, jedoch frei von Ressentiments und Vorverurteilungen. Aufmerksam und selbstkritisch. Meine Aufmerksamkeit hat sie sich verdient. Sie wendet sich mit einem lauten Appell an uns alle:

Handeln statt hoffen von Carola Rackete - AstroLibrium

Handeln statt hoffen von Carola Rackete

Handeln statt hoffen. Aufruf an die letzte Generation.

Ich fühle mich angesprochen. Ich gehöre vielleicht nicht zur letzten Generation, habe aber meinen Teil dazu beigetragen, dieser Generation zwei Menschen beizusteuern. In dieser Beziehung trage ich Verantwortung. Carola Rackete lässt mich das spüren. Auf jeder einzelnen Seite. Mit jedem einzelnen Wort. Ich lese, höre und verfolge gleichzeitig die täglichen Nachrichten zum Klimawandel. Ich versuche jedem Argument der Autorin ein „Aber“ entgegenzusetzen und werde immer leiser in meinen Entgegnungen. Wenn ihr heute Aktionismus vorgeworfen wird, dann verweise ich nur auf das einleitende Zitat zu diesem Artikel. Wenn das Aktionismus ist, dann muss sich die Weltgemeinschaft mit dem Vorwurf der konsequenten Passivität intensiv auseinandersetzen. Carola Rackete leitet aus nachweisbaren Studien zum Klimawandel ab, stellt Zusammenhänge dar, die augenscheinlich sind, aber auf Blindheit stoßen. Sie verbindet Klimagerechtigkeit und Menschenrechte mit Flüchtlingsströmen und deren Auswirkungen. Ihre konsequente Bewertung, „mit dem Hoffen aufzuhören“ muss man angesichts der Realität teilen. Ihre Argumentation ist schlüssig, bestechend und basiert auf wissenschaftlichen Fakten, die nur jene leugnen, die persönliche Nachteile befürchten, wenn der drohende Ökozid ein Umdenken in der Gesellschaft verursacht.

Mir gehen im ersten Teil ihres Buches sehr schnell die „Abers“ aus. Ihre Position zur Rettung von Menschenleben auf hoher See entspricht meinem humanistischen und juristischen Weltbild. Seenotretter zu den verantwortlichen der Flüchtlingskrise machen zu wollen, entspricht dem üblichen Reflex der Besitzstandswahrung. „Sollen die doch bleiben, wo sie herkommen.“ Ein oft gehörtes Argument, verbunden mit der Angst vor angeblicher Überfremdung. Die Weltgeschichte ist voll von Flüchtlingsströmen und die Argumente gegen eine Aufnahme von Menschen in Not gleichen sich frappierend. Hier greifen die altbekannten Automatismen. Meine Komfortzone. Meine Mauer. Mein Besitz und meine Angst, die ich gerne schüren lasse. Populisten lachen sich ins Fäustchen und Betroffene werden pauschal kriminalisiert. Carola Rackete bringt es im Klartext auf den Punkt. Sie spart nicht mit Anklage. Sie spart nicht mit Schuldzuweisungen, und sie spart nicht mit dem Aufzeigen von möglichen Lösungsansätzen.

Handeln statt hoffen von Carola Rackete - AstroLibrium

Handeln statt hoffen von Carola Rackete

Hier gehe ich nicht konform mit ihr. ABER: Ich billige ihr eine gewisse Radikalität im Konflikt zwischen Zuschauen und Handeln zu. Hier geht sie mit Greta Thunberg Hand in Hand. Die rote Linie ist gezogen. Sie ist überschritten. Zuschauen und auf andere zu zeigen ist obsolet und outet diejenigen, die als Gewinnler vom Stillstand profitieren. Mich beschäftigen die Impulse, die Carola Rackete setzt. Sie zeigen die Ausweglosigkeit der Situation. Die Ordnung stören, sich der Politik und den Konzernen zu widersetzen, eine Form zivilen Widerstands und Ungehorsams zu kultivieren, nicht über den Tellerrand zu blicken, sondern den Teller wegzuwerfen und neu zu beginnen, Initiativen wie Fridays for Future und Extinction Rebellion zu unterstützen. Hier geht für mich vieles unter in einem Wust pseudodemokratischer Ideen, die einer gerechteren Welt dienen sollen. Im Großen und Ganzen empfinde ich ihre Impulse als wichtige Zündfunken einer Debatte, die politisch einseitig und falsch geführt wird.

Ich möchte mich davon nicht ablenken lassen. Ich suche das Gespräch mit jungen Menschen. Ich habe viel zu lernen, habe viel gelernt und persönlich keinen spürbaren Beitrag zum Erhalt unserer Umwelt geleistet. Ich war nicht am Hambacher Forst, habe es nicht geschafft in meiner Jugend spürbare Kraft gegen Ressourcenmissbrauch auf unserem Globus zu entwickeln. Ich muss vor meiner Haustüre kehren und darf es mir nicht so leichtmachen, auf andere zu zeigen. Handeln statt hoffen. Ein Buch, das mir viel gegeben hat. Angesichts der aktuellen Nachrichtenlage, nach der Wissenschaftler weltweit auf eine Erderwärmung von bis zu 3 Grad bis zum Jahr 2100 hinweisen, wird die Zwangslage deutlich. Warten und hoffen, zuschauen und ablenken können wir uns nicht mehr leisten. In Demokratien zivile Impulse zur Störung der Ordnung zu initiieren ist wesentlich leichter, als dies in autokratischen politischen Systemen zu versuchen.

Weltweiten Herausforderungen kann man letztlich nur weltweit begegnen. Es ist nur unerlässlich, die wesentlichen Impulse zur Veränderung nicht zu unterdrücken, sie nicht ins Lächerliche zu ziehen oder gar zu kriminalisieren. Die Zeit läuft. Aye, Käptn.

Handeln statt hoffen von Carola Rackete - AstroLibrium

Handeln statt hoffen von Carola Rackete

PS: Ein Schlussgedanke zur Kriminalisierung von Seenotrettern

Wer Seenotretter mit Schleppern gemein macht und ihnen Mitschuld gibt an den Flüchtlingsströmen nach Europa, der begeht einen Denkfehler. Wenn sich keine Retter auf dem Mittelmeer befinden, ebbt der Strom der Hilfesuchenden nicht ab, da Ursachen für Migration nicht behoben sind und es den kriminellen Menschenschleppern völlig egal ist, ob die Flüchtlinge gerettet werden. Wer hier eine Schuldumkehr betreibt, sollte mal darüber nachdenken, ob wir auf Autobahnen nur deshalb so schnell fahren, weil wir um das System der Notfallversorgung mit Notarztwagen, Rettungshubschrauber, Klinik und Rehabilitation wissen. Tragen jetzt also die Ärzte in diesem Land eine Mitschuld an der hohen Zahl der durch Raser verursachten Unfalltoten? Kriminalisiert, wen Ihr wollt, aber lasst die Kirche im Dorf, wenn Eure Komfortzone in Gefahr gerät.

Handeln statt hoffen von Carola Rackete - AstroLibrium

Handeln statt hoffen von Carola Rackete und eine gute Frage nach Helden

„Handeln statt hoffen – Aufruf an die letzte Generation“ von Carola Rackete
Buch: Droemer-Knaur / 176 Seiten / gebunden / 16 Euro
Hörbuch: Der Hörverlag / 4 CDs / ungekürzte Lesung / Gelesen von Jodie Ahlborn und Carola Rackete / 3 Std. 53 Min. / 16 Euro

Sag ihr, ich war bei den Sternen von Dani Atkins

Sag ihr, ich war bei den Sternen von Dani Atkins - AstroLibrium

Sag ihr, ich war bei den Sternen von Dani Atkins

Was? Das liest Du? Du? Das waren die ersten Reaktionen, als das Cover des Romans Sag ihr, ich war bei den Sternen auf der Timeline meiner Facebook-Seite auftauchte. Gebanntem Staunen folgten neugierige Nachfragen, wie ich denn auf dieses Buch von Dani Atkins gestoßen sei, und was mich dazu bewogen hätte, ein Buch zu lesen, das augenscheinlich eher für die weibliche Leserschaft geschrieben sei. Noch dazu, weil in den Tiefen des Internets wohl ausschließlich Rezensionen zu finden sind, die feminine Züge tragen. Tja, ich bin vielleicht immer für Überraschungen gut, hier jedoch waren es einige feste Faktoren, die mich zu den Sternen reisen ließen.

Erstens habe ich meinen Blog, so wie es der Name schon sagt, als kleine literarische Sternwarte, der Suche nach literarischen Fixsternen am Bücherhimmel gewidmet. Man findet also eine Vielzahl von Büchern, die aus den Schubladen der üblichen Kategorien gesprungen sind und mein Lesen geprägt haben. Allein schon meine Literaturreise zu den „Verlorenen Mädchen“ zeigt, dass ich mich sehr frei fühle, auch klischeebelastete Romane in den Kanon meines Lesens aufzunehmen. Zweitens ist es das Thema, dem ich aufgrund persönlicher Erfahrungen sehr offen gegenüberstehe. Das Koma. Ich bin ein gebranntes Kind, weil ich lange auf mein schlafendes Kind warten musste und dann realisierte, was sich für dieses Mädchen verändert hatte, während der Schneewittchen-Schlaf den Mantel des Schweigens über ein Leben gedeckt hatte.

Sag ihr, ich war bei den Sternen von Dani Atkins - Astrolibrium

Sag ihr, ich war bei den Sternen von Dani Atkins

Und so hatte ich einen Roman in meiner Hand, der gleich zwei Ebenen berührte. Eine junge Frau, glücklich verlobt, schwanger und kurz vor der Hochzeit stehend, wird durch eine Unachtsamkeit aus dem Leben gerissen. Ein Unfall. Tiefe Bewusstlosigkeit. Das Koma. Während sie endlos zu schlafen scheint und keine Regung zeigen kann, ist das Leben der Menschen aus ihrem Umfeld nicht zu stoppen. Ohne Maddie. Die Lage: Hoffnungs- und perspektivlos. Aus dem Koma wird ein Dauerkoma. Hier interessierten mich die Sichtweisen und Gefühle des Verlobten, der an Maddies Seite blieb. Ryan ist Tag und Nacht in der Klinik. Erst langsam wird auch er vom wahren Leben aufgesaugt und muss sich Beruf und Zukunft stellen. Seine Gefühlslage, die in Rückblenden immer präziser nachempfindbar wird, empfand ich als brillant erzählt. 

Um ihn jedoch geht es in der Story nur am Rande. Es ist ein Verlorenes Mädchen, das mich immer tiefer in diese Geschichte zog. Es ist ein Urkonflikt, den Dani Atkins in ihrem Roman konstruiert, ohne dass er an irgendeiner Stelle konstruiert und aufgesetzt wirkt. Ihr gelingt ein emotionaler Spannungsbogen, der aus zwei Perspektiven die Sicht auf das Leben eines Mädchens ermöglicht, dass zu Welt kam, während seine Mutter im Koma lag. Hope. Hier geht der Roman auf seine Gefühls-Achterbahnfahrt. Ein Vater im Niemandsland zwischen dem Warten auf das Aufwachen seiner Lebensliebe und einer Herausforderung, der er sich alleine stellen muss. Alleinerziehend wider Willen. Nächte an der Seite einer Schlafenden im Krankenhaus und Tage im Alltag eines Erziehenden. Eine Gratwanderung, die mich fesselte.

Sag ihr, ich war bei den Sternen von Dani Atkins - AstroLibrium

Sag ihr, ich war bei den Sternen von Dani Atkins

Damit nicht genug. Dani Atkins hat diese Ausgangssituation nicht ersonnen, um eine tragische Vater-Tochter-Geschichte zu schreiben. Sie dreht am Schicksalsrad, bis uns die Zentrifugalkraft an den Rand ihres Erzählraums drückt. Sechs Jahre nach dem Unfall erwacht Maddie plötzlich aus dem Koma. Es kommt ihr vor, als wären es nur ein paar Tage gewesen, in denen sie abwesend war. Doch langsam erkennt sie die wahren Ausmaße des Ganzen. Ihr Verlobter: inzwischen verheiratet. Ihr totgeglaubtes Kind nun schon sechs Jahre alt und im Glauben, ihre leibliche Mutter sei verstorben. Und Chloe, die Maddies Plätze eingenommen hat, lebt als Ehefrau und Mutter fröhlich in den Tag hinein.

Sprengstoff genug, um einen Roman auf den Weg zu bringen, der alle Facetten für ein großes Drama besitzt. Wie kann man mit dem Mädchen umgehen? Wie sich damit abfinden, dass eine Liebe nicht mehr gelebt werden kann? Wie begegnen sich Maddie und Chloe auf diesem Schlachtfeld? Dani Atkins erzählt ihre Story aus der Perspektive dieser beiden Frauen. Sie erzählt nicht rührselig, schwülstig oder verkitscht. Sie bringt auf den Punkt, was im freien Raum schwebt. Sie lässt Ryan als Randerscheinung der Geschichte nicht so verblassen, dass er als Nebenfigur wirkt. Und sie vermeidet es, im Verlauf der Geschichte Fragen offen zu lassen. Es ist dicht, plausibel, emotional und in keiner Weise kitschig. Wer sich auf die Ausgangslage einlässt, findet eine Geschichte, die zu fesseln weiß.

Sag ihr, ich war bei den Sternen von Dani Atkins - AstroLibrium

Sag ihr, ich war bei den Sternen von Dani Atkins

Und doch schlägt der Mann in mir ganz plötzlich zu. Ich denke mir, weniger wäre in mancherlei Beziehung mehr gewesen. Atkins überflutet das gesamte Umfeld ihrer nun schon ausreichend geplagten Protagonisten mit weiteren Schicksalsschlägen, die mich denken ließen, es würde nur noch ein dementer Hund fehlen. Too much, an manchen Stellen. Auch der deutsche Titel fühlt sich an, als sei er an den Haaren herbeigezogen, dabei klingt der Originaltitel absolut einfach. „While I Was Sleeping“. Dazu noch der im Kontext des Romans einprägsame Satz auf dem Cover: „Was, wenn jemand anderer dein Glück bis ans Ende deiner Tage leben würde?“ Hätte mir wohl besser gefallen und klarer auf den eigentlichen Schwerpunkt des Romans hingewiesen. Doch war der Buchtitel „Während ich schlief“ bereits vergeben… also mussten Sterne her…

Und das alles bei mir? Das habe ich gelesen? Ja und nochmal ja! Gerade für mich ein besonderes Buch, weil es nicht die männliche Sicht in den Mittelpunkt stellt. Hier ist das Leben von Maddie, die nicht Mutter und Ehefrau sein darf, ebenso wichtig, wie der Gewissenkonflikt von Chloe, die sich vorkommt, ein fremdes Glück gestohlen zu haben und der eigentlichen Bestimmung im Weg zu stehen. Ob es beiden gelingt, einen Weg zu finden, der Hope nicht zu einem verlorenen Mädchen werden lässt? Ob wir in dieser Geschichte eine außergewöhnliche Zukunft für besondere Menschen finden? Das kann man nachlesen. Im Roman. Ich empfehle jedoch, sich darauf vorzubereiten, dass Dani Atkins bis zum Ende aus dem Vollen schöpft und nicht damit aufhört, am Schicksalsrad zu drehen. Ihre Twists sind grandios. Nichts für schwache Herzen. Am Ende weiß man, dass die Autorin in der Konstruktion ihrer Story nichts dem Zufall überlassen hat.

Sag ihr, ich war bei den Sternen von Dani Atkins - AstroLibrium

Sag ihr, ich war bei den Sternen von Dani Atkins

Was wirkt nach? Was nehme ich mit? Es ist insbesondere der Blick auf Ryan, der für mich das Lesen prägte. Wie lange kann man hoffnungslos kämpfen? Wie lange hält man durch? Wann wird man vom Alltag aufgefressen und wo kann man dem Point-of-No-Return nicht mehr entgehen? Dani Atkins zeichnet ein differenziertes Bild dieses Mannes, der sich lange treu bleibt. Wie man selbst handeln, denken und fühlen würde? Das ist die Denksportaufgabe, die sie gerade uns Männern mit auf den Weg gibt. Also doch kein reines Frauending, dieses Buch… Ganz und gar nicht.

PS: Das Erwachen meiner Tochter aus dem mehrwöchigen Koma; die Wartezeit bis sie endlich wieder atmete; das perverse Gefühl des Neids auf eine Welt, die sich ohne eine kleine Unwucht einfach weiterdrehte; das Leben im Funktionieren-Modus; Zweifel und Hoffnung als Kontrahenten in einem brutalen Gefecht; das eiserne Durchhalten im luftleeren Raum. Auch davon hat Dani Atkins in ihrem Roman unbeabsichtigt erzählt. Jeder, der eine ähnliche Situation erlebt hat, wird sich hier wiederfinden. Und niemand kann sich vorstellen, wie alles verlaufen wäre, wenn ein solches Koma mehrere Jahre lang gedauert hätte. Ich bin froh, am Ende des Buches schnell aufgewacht zu sein. Ich habe meine inzwischen gesunde Tochter angeschaut und dafür gedankt, dass niemand unser Schicksalsrad bis zum Anschlag weitergedreht hat.

Hier geht´s zu den „Verlorenen Mädchen“ von AstroLibrium…

Sag ihr, ich war bei den Sternen von Dani Atkins - AstroLibrium

Sag ihr, ich war bei den Sternen von Dani Atkins und die verlorenen Mädchen

Sag ihr, ich war bei den Sternen“ von Dani Atkins / Taschenbuch / 432 Seiten / 9,99 Euro / Verlagsgruppe Droemer-Knaur / dt. von Sonja Rebernik-Heidegger

Die geteilten Jahre von Matthias Lisse

Die geteilten Jahre von Matthias Lisse - AstroLibrium

Die geteilten Jahre von Matthias Lisse

Es gibt Geschichten, die mehr als erzählenswert sind. Es gibt Jahrestage, die nach genau solchen Geschichten rufen. Und es gibt Menschen, die sich zwar als Zeitzeugen bezeichnen können, denen jedoch ein intimer Blick eines Einzelnen hinter die Kulissen der Geschichte bisher vorenthalten blieb. 30 Jahre ist es nun schon her, seit die Mauer ihren Geist aufgeben musste. 30 Jahre Wiedervereinigung. 30 Jahre, in denen langsam zusammenwuchs, was zusammengehört. Viele von uns haben die Ereignisse aus dem Jahr 1989 noch bildlich vor Augen. Wir erinnern uns nicht nur an Berlin, wir sehen nicht nur Menschen auf der Mauer stehen und feiern. Wir erinnern uns an Demonstrationen, friedlichen Widerstand, eine Bürgerrechtsbewegung und die bewegenden Ereignisse in der Deutschen Botschaft in Prag. Initialzündungen, Impulse und Tropfen, die das Fass überlaufen ließen. Sicher haben wir schon viele Dokus zum Thema gesehen, viel dazu gelesen und gehört. Und trotzdem ist noch viel zu erzählen.

Es ist ein Roman, der meine ganze Aufmerksamkeit forderte. Die geteilten Jahre von Matthias Lisse. Vielleicht muss ich ein wenig ausholen, um die Relevanz dieses Buches für mein Lesen zu erklären. Vielleicht geht es auch ohne Umschweife. Er, der Autor dieses Romans, hat sich einen anderen Namen gemacht. Unter dem Pseudonym Mac P. Lorne schreibt er höchst erfolgreiche und anspruchsvolle historische Romane. Die Liste seiner Erfolge ist lang. Seine Pentalogie über Robin Hood, seine fundierten und brillant erzählten Geschichten über Sir Frances Drake oder John Holland und der neueste Roman aus seiner Feder „Der Herzog von Aquitanien“ sprechen Bände. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Er recherchiert, bereist Schauplätze und überzeugt mit jedem neuen Buch selbst die kritischsten Leser.

Die geteilten Jahre von Matthias Lisse - AstroLibrium

Die geteilten Jahre von Matthias Lisse

Und nun? Ein Roman, der unter seinem echten Namen erscheint. Eine Geschichte, die aus der aktuellen Zeitgeschichte stammt. Ein autobiografisches Werk, das nicht nur eine Geschichte erzählt. Es erzählt seine Geschichte. Die vom Aufwachsen in der DDR. Die Geschichte eines Menschen, der sich nicht vereinnahmen lassen wollte. Der nicht mit dem ideologischen Strom schwamm und erkannte, dass seine Heimat ihn um sein Leben betrog. Ein Mensch, der es sich nicht leicht machte mit seinen Entscheidungen. Und ein Mensch, der nicht alleine war, weil die Frau an seiner Seite der Einbahnstraße in die Zukunft ebenso wenig folgen wollte, wie er.

Es ist die Geschichte langsam aufkommender Zweifel, die uns Leser sofort fesselt und in ihren Bann zieht. Es ist keine leichte Entscheidung, das gemeinsame Glück dort zu suchen, wo die eigene Heimat Grenzzäune, Selbstschussanlagen und Todesstreifen errichtet hatte. Ja, wird man vielleicht sagen. Solche Geschichten kennen wir. Sie sind keine Einzelfälle und irgendwo wiederholen sie sich. Mag sein. „Die geteilten Jahre“ in den Einheitsbrei der Einheitsfeier zu werfen, wäre jedoch ein fataler Irrtum, weil gerade diese Geschichte Türen zu einer Vergangenheit öffnet, die so noch nicht erzählt wurde. Ich habe staunend gelesen und Bilder gesehen, die ich zwar kannte, die mir bisher nur aus anderen Perspektiven erkennbar waren. Matthias vereint hier sein schriftstellerisch herausragendes Können mit der besonderen Fähigkeit, die Geschichte seiner eigenen Familie zu fiktionalisieren, die nötige Distanz aufzubauen und dann nichts anderes als die Wahrheit zu erzählen.

Die geteilten Jahre von Matthias Lisse - AstroLibrium

Die geteilten Jahre von Matthias Lisse

Ich könnte dieses Buch rezensieren, Handlungsfäden aufnehmen, Bilder werten und in mein bisheriges Lesen einsortieren. Ich könnte interpretieren und empfehlen. Ja, ich könnte die bewegendsten Passagen des Romans hervorheben und ihn euch ans Herz legen. Ich habe mich für einen anderen Weg entschieden. Ich habe mich einfach mal in Frankfurt verabredet. Ich wollte mich überraschen lassen, was mir der Mensch Matthias Lisse zu erzählen hatte. Ich wollte auch ein stückweit Mac P. Lorne begegnen, dem ich inzwischen blind durch seine Romanwelten folge. Ich wollte meine Distanz zum Roman überbrücken. Ich hatte viele Fragen und wurde nicht nur überrascht, Matthias Lisse zu begegnen, sondern auch seiner Ehefrau gegenüberzusitzen. Der Frau, die für mich im Roman „Die geteilten Jahre“ und in der wahren Geschichte als Frau, Lebenspartnerin und Mutter Unglaubliches geleitstet hat.

So zogen wir uns zu einem Gespräch zurück, das kein Interview sein sollte, das mir aber meine offenen Fragen für diesen Artikel beantworten konnte. Aufschlussreich und erhellend waren die Momente in der Interviewkabine und pünktlich zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung kann ich aus dem Vollen schöpfen. Matthias Lisse wurde darum gebeten, diesen Roman zu schreiben. Eigentlich hatte er das nie vor. Zu persönlich und auch zu schmerzhaft waren die Erlebnisse. Im Nachhinein betont er jedoch spontan, er würde jedes einzelne Wort genauso wieder schreiben. Dieser Roman hat ihn nicht mit der Vergangenheit versöhnt, aber doch befreiend gewirkt. Eine zweite Befreiung nach der Flucht aus einer Diktatur. Ein aktiver Verarbeitungsprozess, der ihm vieles deutlich gemacht hat. Insbesondere die unglaubliche Leistung seiner Ehefrau, die auf sich allein gestellt mit der kleinen Tochter nach Prag floh.

Die geteilten Jahre von Matthias Lisse - AstroLibrium

Die geteilten Jahre von Matthias Lisse

Ich hatte den Eindruck, dass Matthias Lisse als Mac P. Lorne über die Tyrannei in seinen historischen Geschichten unbefangener schreiben konnte, als in den Kapiteln der geteilten Jahre, in denen die agierenden Politiker der DDR zu Wort kommen. Er hat für diese Passagen intensiver recherchiert, als jemals zuvor. Ich denke, er wollte es auf den Punkt bringen, was sich genau in geheimen Sitzungen abspielte. Die Entfremdung der Machthaber vom eigenen Volk, das Menschenverachtende ihrer Sichtweise und die absolute Willkür von Entscheidungen. Man fühlt die Abscheu, die Matthias Lisse heute empfindet, wenn er diese Wahrheiten reflektiert. Hass jedoch ist ihm fremd. Ja, er hätte gerne mehr geschrieben. Das wahre Leben hätte das Format jedoch gesprengt und so musste er (der über Robin Hood tausende Seiten schrieb) sein eigenes Leben auf 450 Seiten unterbringen.

Matthias Lisse ruht bei unserem Gespräch tief in sich selbst. Er antwortet präzise und blendet Emotionen aus. Ich denke mir, die Distanz des Autors zum Buch rettet ihn auch hier vor reinen Gefühlsbildern. Allein die Anwesenheit seiner Ehefrau macht aus einem ganz einfachen Gespräch über einen Roman ein atmosphärisches Ereignis. Sie sagt kaum etwas. Anfangs. Sie hört zu und es arbeitet intensiv in ihr. Es brodelt extrem in ihr. Es ist insbesondere auch ihre Geschichte über die wir reden. Die Geschichte der Mutter, die zu spät in Prag ankommt. Die den Befreiungsschrei der Flüchtlinge aus der Ferne hört, die erleben muss, wie die Befreiten durch einen Kordon zu Bussen geleitet werden, während sie mit ihrer Tochter nur zuschauen kann. Die Geschichte einer Frau, die doch noch einen Weg findet. Die dabei das Leben und die Gesundheit ihrer Tochter riskiert, sie dabei fast verliert und heute weiß, wie lebensgefährlich ihre Entscheidungen waren.

Die geteilten Jahre von Matthias Lisse - AstroLibrium

Die geteilten Jahre von Matthias Lisse

Über diesem Gespräch hängt sehr viel Unausgesprochenes. Fühlbares. Es würde Jahre dauern, diese Flucht nachvollziehen zu können. Es würde tausende von Seiten brauchen, um alles zu erzählen. Und doch braucht es bei den Antworten von Matthias Lisse zu meiner Frage, wie man sich in einer solchen Situation trennen konnte und wie groß das blinde Verständnis sein musste, sich ohne Handy, SMS oder Telefon (wie es heute für uns selbstverständlich ist) wiederzufinden, nur in die Augen seiner Ehefrau zu schauen und man versteht. Sie hätte ihn überall gefunden. Er hätte überall auf sie und die gemeinsame Tochter gewartet. Hier wird das große Wagnis einer faktisch erzählten Flucht zu einem persönlichen Vertrauensbeweis, ja zu einer Liebeserklärung der ganz besonderen Art. 

Was wir aus diesem Buch lernen können? Was ist für unser Leben relevant? Meiner Meinung nach sind es keine einfachen Lehren, die wir ziehen können. Wagnis, Mut und Vertrauen basieren auf gemeinsamen Lebensentscheidungen und -wegen. Wenn man den richtigen Menschen an seiner Seite hat, können auch getrennte Wege zum Erfolg führen. Dann wird das Unvorstellbare greifbar. Dann wird es auch erzählenswert, weil man hier nicht die Vergangenheit wiederbelebt, sondern der Zukunft den Weg weist. In tiefer Erinnerung bleibt mir die Dankbarkeit der Lisses für eine kleine Handreichung. Es war ein amerikanischer GI, der einer flüchtenden Frau und ihrem Kind die Hand reichte und den Weg in die hermetisch abgeriegelte deutsche Botschaft ermöglichte. Hilfe, die mit Sicherheit gegen seine Befehle verstieß. Wer immer sich fragt, wie man Menschen helfen kann, die wir pauschal Flüchtlinge nennen, der sollte „Die geteilten Jahre“ lesen und darüber nachdenken, dass man kein Übermensch sein muss, um Leben zu retten. Es reicht völlig aus, Mensch zu sein und jenen die Hand zu geben, die Unmenschliches erleiden müssen. Na, macht´s klick?

Danke für einen unvergesslichen Moment jenseits „Der geteilten Jahre“.

Die geteilten Jahre von Matthias Lisse - AstroLibrium

Die geteilten Jahre von Matthias Lisse

„Die kleinen Wunder von Mayfair“ von Robert Dinsdale

Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale - Astrolibrium

Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale

Können wir uns auf etwas einigen? Können wir uns der rein inhaltlichen Seite eines Romans zuwenden und die Optik der Covergestaltung und den Titel beiseitelassen? In dieser Buchpräsentation habe ich mir zum Ziel gesetzt, einen Roman für Lesergruppen zugänglich zu machen, die ihn aufgrund seines Layouts und des Titels vielleicht nicht in ihre Hände nehmen würden. Es handelt sich hierbei keineswegs um ein bloßes Gefühl oder eine Vermutung. Die Annahme basiert auf Gesprächen mit Buchhändlern und den klaren Fragen an die Lesergruppe, an der das Buch deutlich vorbeirauscht. Ich spreche hier von Männern. Beziehungsweise von Lesern, die ständig auf der Suche nach einem Buch sind, das starke männliche Protagonisten in den Mittelpunkt stellt, an denen man sich reiben und mit denen man sich identifizieren kann. Romane für große Jungs eben.

Die kleinen Wunder von Mayfair“ von Robert Dinsdale tauchte vor einigen Wochen als wahrer Eye-Catcher in den Buchhandlungen auf. Ein lieblicher Titel in einer Zeit, in der man tiefenentspannt auf das Weihnachtsfest zurauschte. Dazu ein Klappentext, der ein junges Mädchen in den Mittelpunkt stellt, dessen verzweifelte Lage sie in einen der wundervollsten Spielzeugtempel von London führt. Sie ist ungewollt schwanger, erst 15 Jahre alt und wir schreiben das Jahr 1906. Skandal. Cathy katapultiert ihr Schicksal an den Rand einer konservativen Gesellschaft. Einziger Ausweg: Eine Zeitungsannonce.

»Fühlen Sie sich verloren? Ängstlich? Sind Sie im Herzen ein Kind geblieben? Dann sind Sie bei uns richtig. Keine Erfahrung erforderlich. Kost und Logis inbegriffen. Willkommen bei Londons größtem Spielwarenhändler.
Papa Jacks Emporium«

Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale - Astrolibrium

Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale

Hier trifft sie nicht nur auf Zinnsoldaten, Pappmaché-Bäume und fröhliche Vögel, sondern auf Papa Jack, den Besitzer des Emporiums und seine beiden Söhne Kaspar und Emil, die nicht nur um Zukunft des Spielzeugladens rivalisieren, sondern auch um die Zuneigung des schutzbedürftigen Mädchens. Hach. Klingt das romantisch. Und um diesen ersten Eindruck zu unterstreichen lässt man auf dem wundervollen Cover noch eine Ballerina mit auffälligem roten Tütü durch die Szenerie tanzen. Und nun stelle ich mir angesichts der bisher geschilderten offensichtlichen Verkaufsargumente für dieses Buch die Frage, welcher männliche Leser ab einem Alter von 16 Jahren hier zugreifen würde, weil er glaubt gefunden zu haben, wonach sein Abenteurerherz sucht? Keiner!

UND DAS – GENAU DAS – IST DER GRÖSSTE JAMMER DES LESEJAHRES. Hier wird in Design, Titelvergabe und Klappentext eine Zielgruppe für den Roman generiert, die sich sicherlich lesend sehr wohlfühlt in dieser fulminanten Geschichte. Andererseits schließt man jedoch mit genau diesen Äußerlichkeiten eine Zielgruppe aus, für die das Buch eine literarische Goldgrube wäre. Ich habe tief in dieser Grube geschürft. Ich bin der Zeitungsannonce gefolgt und habe mir das Originalcover und den originalen Titel ganz genau zu Gemüte geführt. Ein Spielzeugsoldat ersetzt hier bei „The Toymakers“ die zarte Ballerina und wird im ersten Augenschein der Handlung des Romans gerecht. Wir haben es hier nämlich mit einem Roman zu tun, der alle Maßstäbe sprengt und im Kern seiner Erzählebenen Magisches, Romantisches, aber eben auch zutiefst brutales Kriegerisches zu einem Kosmos vereint, in dem eine Ballerina fehl am Platz ist.

Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale - Astrolibrium

Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale

Womit wir es hier nämlich zu tun haben, ist einer der facettenreichsten Romane, die ich in den vergangenen Jahren lesen durfte. Ein Spielzeugladen, der magischer ist, als es erlaubt sein sollte. Eine Spielzeugmacherdynastie, deren Wunden aus einer verzweifelten Vergangenheit voller Verfolgung und Ausgrenzung durch die Macht der Fantasie geheilt wurden. Spielzeugarmeen, die seit Jahren im „Großen Krieg“ Schlacht um Schlacht miteinander austragen. Ein kaiserlicher Rittmeister, der als Prototyp der automatisierten Holzsoldaten den Rahmen des Vorstellbaren sprengt. Zwei Jungs, die miteinander konkurrieren und im Ergebnis die magischsten Spielsachen erfinden, ohne jedoch die Genialität ihres Vaters zu erreichen. Eine Philosophie, die uns Leser wieder zu Kindern werden lässt, weil nur diese unbefangene Perspektive das Leben rettet.

Liebe, Empathie, Verantwortungsbewusstsein und Verzweiflung. Ein steter Kampf der Gefühle und eine junge Frau, die als ruhender Pol das gesamte Emporium beseelt. Und ein Drama, das sich schnell abzuzeichnen droht und in der Lage ist, die heile Welt für immer zu zerstören. Der Erste Weltkrieg fordert seine Opfer. Der Krieg verändert im Herzen der Menschen auch die Existenzberechtigung des Emporiums. Robert Dinsdale erreicht in seinem Erzählraum Weltkrieg eine Dimension, die man eher in Tagebüchern von Weltkriegsveteranen vermutet hätte. Gaskrieg, Traumatisierungen, die Diskrepanz zwischen dem, was man seinen Lieben zuhause anvertraut und dem echten Schrecken des Gemetzels und nicht zuletzt, die lebenslangen Folgen des Überlebens für den, der als einziger seiner Freunde zurückkehrt. Brillant, meisterhaft und voller Tiefgang.

Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale - Astrolibrium

Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale

Eingebettet in die magische Welt des Emporiums spielt Robert Dinsdale hier mit den Elementen seines zauberhaften Fantasy-Dystopie-Historienspektakels. Dort, wo man Reales erwartet, schlägt die pure Magie zu, dort wachsen Bäume aus Papier in den Himmel und Kisten werden zu Höhlen voller Geheimnisse. Da wird aus einem alten Buch das verzauberte Tagebuch eines Weltkriegssoldaten, der seine Erlebnisse quasi live nach London schicken kann. Distanz schrumpft, die Söhne des Spielzeugmachers bekriegen sich im Leben, in ihren Träumen und Gefühlen. Der „Große Krieg“ findet für die beiden Jungs kein Ende. Niemals. Der Kampf um Cathy dominiert ihr Leben. Leser finden in Emil und Kaspar herausragende Identifikationsfiguren im Roman.

Charaktere, in die man sich lesenslang hineinversetzen kann. Man kann mit Emil in London bleiben, darunter leiden kriegsuntauglich zu sein und darauf hoffen, dass Cathy ihn endlich erhört. Man kann mit Kaspar in den Krieg ziehen und dort die Schrecken an der Front erleben. Man kann beide nach dem Krieg erleben und mit ihnen hoffen, dass es ihnen gelingt, das Emporium in eine neue Zeit zu retten. Und atemlos kann man der Spur des kaiserlichen Rittmeisters folgen, der eine Spielzeugarmee zu der Bedrohung mutieren lässt, die dem Roman ihren Stempel aufprägt. Die Grenzen zwischen Realem und Fantastischen ist fließend in diesem Roman. Es geht hier nicht um kleine Wunder. Es geht um das große Ganze. Den ganz großen Konflikt. Um Liebe und Krieg. Dinsdale schreibt sich in eine Liga mit den ganz Großen der Weltliteratur.

Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale - Astrolibrium

Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale

Seine Beschreibung des Emporiums entspricht den Träumen eines Jules Verne. Die Magie der Spielzeugmacher wird jeden Fan von Harry Potter verzücken. Der Krieg dieses Buches ist in dieser Dimension bei Ernst Jünger spürbar. Und die tiefen Seelen einer Familienvergangenheit in Russland reichen an Tolstoi heran. Es wäre so schade, wenn dieses Buch nicht von allen Lesern entdeckt würde, die auf genau solche Bücher warten. Es wäre schade, diesen Roman auf eine Lovestory zu reduzieren. Es wäre für mich ein großer Verlust gewesen, wenn ich dem Cover und dem Titel alleine geglaubt und mich diesem Buchwunder verweigert hätte.

Vertraut mir, Jungs. Glaubt den herausragenden Rezensionen der Mädels. Es ist ein wundervolles Buch, das man ihnen ans Herz gelegt hat. Sie finden alles, was eine grandiose gefühlsbetonte und sehnsuchtsvolle Story zu bieten hat. Aber vertraut auch mir und wagt euch ins Emporium. Unverkitscht, psychologisch tief und im besten Sinne abenteuerlich wird Euch die Welt erscheinen, in die Ihr eintretet. Glaubt der Annonce in der Zeitung. Sie passt auch auf uns. Wir sind oftmals verloren, im Herzen ein Kind geblieben und ängstlich. Lasst uns „The Toymakers“ eine Chance geben. Vergesst die Ballerina. Zieht in den „Großen Krieg“ und rettet ein Mädchen und die letzten Reste einer Spielzeugwelt, die es nur in unserer Fantasie geben wird. Ihr werdet es niemals bereuen. Mein Wort drauf.

Und nicht nur meins… Siehe dazu Heikes Rezension bei Irve liest.

Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale - Astrolibrium

Die kleinen Wunder von Mayfair von Robert Dinsdale