Der Clown sagte Nein – Mischa Damjan und Torben Kuhlmann

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Der Clown sagte Nein – Mischa Damjan und Torben Kuhlmann

Es ist schon ein besonderes Jubiläum, das in Zürich gefeiert wird. Der Schweizer Nordsüd Verlag wird sechzig. Sechs Jahrzehnte lang sind Kinder weltweit mit Kinder- und Bilderbüchern aus dieser Kreativschmiede der guten Gedanken aufgewachsen. In aller Munde waren die großen Geschichten, die dem Verlag ihren Stempel aufdrückten und umgekehrt. Der Regenbogenfisch, die Heule Eule, Lars – der kleine Eisbär und nicht zuletzt die legendären Mäusegeschichten aus der Feder von Torben Kuhlmann stehen heute stellvertretend für zahllose Bilderbuchwelten, in denen Klein und Groß im wundervollen Einvernehmen eintauchen können. Zeitlos erfolgreiche, zeitlos relevante Inspirationsquellen für die jüngsten Lesenden und Orte guter Erinnerungen für die älter gewordenen „Kinder“, die heute ihren Kindern mit diesen Büchern eine Freude machen.

Es ist wahrlich der beste Grund, dieses Jubiläum gebührend zu feiern. Wie könnte das besser gelingen, als der Tradition des Verlages zu folgen, einen echten Pionier der Bilderbuchgeschichte ins Feld zu führen und gleichzeitig der Gegenwart die Chance zu geben, uns bei der Neuinterpretation der Geschichte zur Seite zu stehen? Man nehme also das allererste Bilderbuch, das 1961 von der Schweiz aus die Welt eroberte, gönne dem damaligen Verleger Dimitrije Sidanski die verdiente Ehre, die von ihm unter dem Pseudonym Mischa Damjan verfasste Geschichte unverändert zu belassen, und gebe dem grandiosesten Illustrator des Verlages in der heutigen Zeit, Torben Kuhlmann den Auftrag das Bilderbuch neu zu illustrieren. Was dabei herauskommt? Eine Hommage an die traditionellen Bilderbücher aus der Schweiz, die Renaissance einer Geschichte, die niemals an Relevanz für Heranwachsende verliert und ein brillanter Bildersturm für alle Fans von Torben Kuhlmann…! Der Clown sagte Nein wird zur Bilderbuch-Festschrift.

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Der Clown sagte Nein – Mischa Damjan und Torben Kuhlmann

Und nicht nur das. Aus einer gediegenen Festschrift wird eine wahre Streitschrift, weil diese Geschichte von Gegensätzen und Widersprüchen lebt. Und genau das sollte in der Kindererziehung doch immer vermieden werden. Sicherlich im Jahr 1961, als es in den Kinderzimmern deutlich autoritärer zuging, als vielleicht heutzutage. Was wollte man da bitte mit einem renitenten Clown, der sich schon im Buchtitel verweigert? Ist es nicht lehrreicher, irgendeine Geschichte von Jasagern für künftige brave und folgsame Jasager:innen („gegendert“ wurde damals gottlob noch nicht, was auch die Frage nach einer Clownin gar nicht aufkommen ließ) auszuwählen und als Erziehungsmittel in die Hände der auch einst schon gestressten Eltern zu legen? (Man bedenke, die konnten die lieben Kleinen nicht einfach vor einem IPad parken oder in die KiTa bringen.) Was bitte sollte das? Konnte ein junger Verlag mit einer NEINsager-Geschichte überhaupt punkten, geschweige denn überleben? Ja. Es funktionierte…

Diese Geschichte kam an. Sie transportierte Werte und Wertvorstellungen in die guten Stuben von einst und vermittelte das Gefühl, wie wichtig es ist, sich treu zu bleiben und deutliche Grenzen zu ziehen, die man niemals übertreten würde. Das NEIN des Clowns wird hier nicht zur bloßen Verweigerungshaltung. Es ist der wahre Wendepunkt in einer Geschichte, die ohne diese Wende wohl in Selbstaufgabe geendet hätte. Für die wilden 1960er Jahre eine steile These. Zumindest für den Beginn des Jahrzehnts. Präsentiert die Geschichte doch ausgerechnet einen Clown, der sich der Autorität widersetzt und in der Folge seiner Auflehnung auch noch eine kleine Revolution im Zirkus auslöst. Da ist es schon wichtig, sich zu hinterfragen, ob man als Zirkusdirektor und Dompteur eigener Kinder plötzlich infrage gestellt werden möchte. Wer diesen Mut aufbringt, der wird mit Heranwachsenden belohnt, die auch starkem Gegenwind widerstehen können, weil sie wissen, wie man NEIN sagt, wenn das JA viel leichter wäre.

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Worum geht es also in „Der Clown sagte NEIN“? Es geht ganz einfach um Rollen, die Erwartungen, die man an sie knüpft und die wenigen Möglichkeiten, den Grenzen zu entfliehen, die mit diesen Rollenbildern verbunden sind. Der Clown Petronius spürt das deutlich. Jeden Abend. In jener Manege. Bis ihm die Clownsmütze platzt und er mit einem deutlichen NEIN zum Ausdruck bringt, dass es ihm keinen Spaß mehr macht, im Rampenlicht zu stehen und sich allabendlich zum Narren zu machen. Die Reaktionen? Sehr gemischt. Das Publikum lacht und nimmt ihn nicht ernst. Der Zirkusdirektor knallt mit der Peitsche und will wissen, was in den Clown gefahren ist. Die Antwort lautet:

„Ich will Geschichten erzählen!“

Mit einem Clown in der Sinnkrise käme man ja vielleicht noch zurecht. Als sich im Verlauf der Aufführung allerdings alle Zirkustiere weigern, ihre Dressurstücke zu zeigen, wird klar, dass der ganze Zirkus am Scheideweg steht. Hier verläuft die Zirkusrevolution allerdings gänzlich ohne Gewalt. Der inspirierende Funke zündet neue Ideen, die Tiere und der Clown finden zusammen, weil sie jetzt nicht mehr nur die Nummern der Show sind. Mitbestimmung, Selbstwertgefühl und die eigenen Träume beginnen für den Start einer neuen Welt zu sorgen. Und diese neue Welt existiert nicht auf den Trümmern des Zirkusses, sondern ist sogar mit ihm vereinbar. Was für eine Botschaft fürs Leben. Den eigenen Weg zu finden, bedeutet nicht, alles über Bord zu werfen. Neubeginn kann im wahren Leben auch ganz anders aussehen.

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Und nun kommt die zweite Ebene dieses Bilderbuchs zum Tragen. Die Bilder. Hier waren die Illustrationen der Erstausgabe eher abstrakt und unnahbar. Gian Casty galt 1961 als avantgardistischer Glasmaler, seine Bilder wirken jedoch heute wie aus einer Zeit gefallen, die Kinder kaum zu begeistern mag. Torben Kuhlmann hebt dieses Buch auf ein neues Level. Es sind warme, traumhafte und atmosphärische Zirkusbilder, mit denen er sich selbst treu bleibt. Sonst hätte auch der Zeichner Torben Kuhlmann sehr deutlich „NEIN“ gesagt. Von „Lindbergh“ über „Armstrong“, „Edison“ und „Einstein“ bis zu seiner „Maulwurfstadt„, wir haben uns inzwischen tausend Bilder seiner Bilder machen können. Wir wissen, wie er zeichnet, welchen Ausdruck er seinen Figuren mit auf die Reise gibt und wie detailverliebt dieser Künstler ist. Jede Illustration ein echtes Kunstwerk für sich. Im Dialog mit der Geschichte, ein Buchkunstwerk der besonderen Art. Ein Jubiläumsbilderbuch, zu dem man nicht NEIN sagen kann.

Ich schließe mich den Gratulanten an, zelebriere 60 Jahre NordSüd Verlag, weise auf all meine Rezensionen zu Büchern aus dieser Traumfabrik hin und verweise auch an dieser Stelle auf die JubiläumsanthologieBilderBuchBande“ mit mehr als dreißig der besten Geschichten aus sechzig Jahren NordSüd Verlag. Die Buchvorstellung folgt schon sehr bald… Genau hier. Werdet Teil der Bande. 

PS: Dreimal dürft Ihr raten, wer das Cover zur BilderBuchBande gezeichnet hat…

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Einstein von Torben Kuhlmann

Einstein von Torben Kuhlmann - AstroLibrium

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Das ist schon so eine Sache mit der Zeit. Mal rast sie davon, mal scheint sie kaum vergehen zu wollen und schleicht sich so dahin. Dann wieder hat man das Gefühl, sie hätte uns weit zurückgeworfen, nur um uns im nächsten Moment wieder in die Zukunft zu katapultieren. Es ist das subjektive Empfinden der Zeit, das uns immer wieder daran zweifeln lässt, ob unsere wertvollen Zeitmesser richtig funktionieren. Eigentlich messen Uhren ja keine Zeit. Sie zeigen sie nur an. Und so leben wir in einem ständigen Kampf zwischen gefühlter und angezeigter Zeit. Ein Kampf gegen Wecker, Normaluhren und Armbanduhren. Ein Kampf, den wir oft verlieren und zu spät zu einem Termin kommen, den wir gefühlt fast pünktlich erreicht hatten. Bei Büchern ist das vergleichbar.

Nehmen wir nur die Werke von Torben Kuhlmann. Seit vielen Jahren begeistert uns der Schriftsteller und Illustrator mit Bilderbüchern, die ihre ganz eigenen Wahrheiten zu erzählen scheinen. Und kaum hat man eines gelesen, wünscht man sich, die Zeit möge im Flug vergehen, bis ein neuer „Kuhlmann“ das Licht der Bilderbuchwelt erblickt. Und dann? Kaum ist es dann angekündigt, zieht sich die Zeit bis zum Erscheinen wie zäher Kaugummi und mag überhaupt nicht mehr vergehen. Während wir eines seiner Bücher lesen, steht sie dann wieder still und wir tauchen ab, während wir das Leben vergessen und  die Zeit verdrängen. Ein paar Tage danach haben wir schon wieder das Gefühl, es seien Jahre vergangen und Torben Kuhlmann habe schon ewig nichts mehr gezeichnet und geschrieben. Ich denke, die Fans des Multitalents kennen dieses Phänomen.

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Dabei hat sich das Warten immer gelohnt. Von „Lindbergh“ über „Armstrong“ bis zu „Edison“ und der „Maulwurfstadt„. Jedes seiner Bilderbücher stellt ein Highlight in meiner Bibliothek dar. Jedes seiner Werke relativiert populärwissenschaftliche Irrtümer und zeigt auf nachhaltige Art und Weise, warum es nicht immer Menschen waren, die als Pioniere in die Geschichte eingehen sollten. Kuhlmanns Mäuse haben die Welt in Wirklichkeit revolutioniert. Sie waren zuerst auf dem Mond, sie haben den Atlantik vor dem Menschen überflogen, sie haben das elektrische Licht erfunden und wer immer noch daran zweifelt, dem ist auch nicht mehr zu helfen. Es war an der Zeit, dass sich der Mäuse-Visionär endlich mit einem Thema beschäftigt, das uns täglich beschäftigt. Es war an der Zeit, endlich wieder einen echten Kuhlmann in Händen halten zu dürfen. Es ist an der Zeit, „Einstein“ zu feiern..

Zum ersten Mal traut sich Torben Kuhlmann an einen Nobelpreisträger heran. Es ist mehr als gewagt, die Wissenschafts-Geschichte neu zu schreiben. Es ist gewagt, in Bilderbüchern zum Bildersturm aufzurufen, Legenden vom Sockel zu stoßen und diese dann durch Mäuse zu ersetzen. Es ist gewagt, neue Legenden zu erfinden und sich in seinen Büchern derart weit aus dem Fenster zu lehnen. Noch gewagter jedoch scheint es, nun den unangefochtenen Meister der Relativitätstheorie und Nobelpreisträger des Jahres 1921 aufs Korn zu nehmen und ihm eine Maus unterzuschieben. Typisch Kuhlmann, könnte man sagen. Er macht auch vor den Größten der Großen nicht Halt.

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Einstein von Torben Kuhlmann

In „Einstein. Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit“ erleben wir eine Kuhlmann-Maus im Zustand riesiger Vorfreude. Das große Käsefest steht auf dem Plan. Ungeduldig macht sich die Maus im Jahr 1984 zum ersten Mal auf den Weg ins Mäuse- und Käseparadies Bern. Das Warten hatte sich elendig lange hingezogen. Die Zeit vor der riesigen Taschenuhr wollte kaum vergehen und als die Maus endlich in Bern angekommen war, erlebte sie den Schock ihres Lebens. Zu spät. Ein ganzer Tag zu spät. Statt Käse fand sie nur leere Kisten und Hallen vor. Was für ein Schlag in den kleinen Mäusemagen. Wer jedoch Torben Kuhlmanns Mäuse kennt, weiß, dass wir hier nicht am Ende einer Geschichte stehen, sondern gerade an ihrem Anfang. Hier gibt es kein Scheitern, hier gibt es kein „zu spät – Pech gehabt“. Hier gibt es nur den Moment, in dem sich die Maus die Frage stellt, ob sie die Zeit nicht um einen Tag zurückdrehen kann… Ein großes Abenteuer beginnt…

Torben Kuhlmann fabuliert und illustriert erneut auf höchstem Niveau. Er erreicht mit seiner Fantasie eine Zielgruppe, die heterogener und doch geschlossener gar nicht sein könnte. Kinder lassen sich von den warmen Bildern fesseln, Jugendliche sind vom ersten Augenblick durch den wissenschaftlichen Ansatz jenes Bilderbuchs gebannt und Erwachsene erleben ein Wechselbad der Gefühle, wenn sie mit der Mutter aller Fragen konfrontiert werden. „Warum?“ Die Maus erkundet das Geheimnis der Zeit, sie nähert sich experimentell, verstellt Uhren und beobachtet die Konsequenzen. Sie begegnet in Bern einem genialen Mäuse-Uhrmacher, der sie in die Geschichte der Uhren einweiht. Und doch weiß sie, dass es ihr niemals gelingen wird, das Käsefest zu erleben, indem sie die Uhrzeit verändert. Bleibt nur der gewagteste aller Gedanken. Eine Reise durch die Zeit.

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Einstein von Torben Kuhlmann

Torben Kuhlmann spielt mit allen Elementen einer fantastischen und doch auch wissenschaftlich angelegten Geschichte. Seine Ausflüge in die Theorie werden von der neugierigen Maus sofort in die Tat umgesetzt. Hier wird nicht nur gelötet, gebastelt und geschraubt, hier bedient sich die Maus der damals modernsten Technik, um ihren Sprung durch Raum und Zeit wagen zu können. H.G Wells und Die Zeitmaschine hat hier ein neues Mäuse-Level erreicht. Allerdings geht es nicht in die Zukunft. Es geht in die Vergangenheit. Zurück in der Geschichte. Ein Tag nur. Dann. Käsefest. So lautete jedenfalls der Plan. Am Ende der gewagten Reise ist jedoch nichts mehr, wie es zuvor einmal war. Wir schreiben das Jahr 1905 und die Maus ist ratlos, wie es ihr jetzt ohne elektronisches Superhirn gelingen könnte, wieder nach Hause zu kommen. Ganz ohne Computer scheint es unmöglich zu sein.

Jetzt hat uns Torben Kuhlmann genau da, wo er uns die ganze Zeit schon haben wollte. In einer Zeit, in der Wissenschaftler noch selbst denken mussten. In einer Zeit, die die Welt und die Technologie veränderte. In einer Zeit, über die wir heute nur noch staunen können. So öffnet er uns die Pforte zu einem Mitarbeiter des Patentamtes in Bern und verändert den Lauf der Zeit und dieser Geschichte. Die Maus trifft auf einen gewissen Albert Einstein. Torben Kuhlmann hat sich das gut ausgedacht. Er hat seine Geschichte brillant umgesetzt. Sein Mix aus wissenschaftlicher Geschichte und absolut an den Haaren herbeigezogener Mäuse-Legende ist faszinierend und brillant zugleich.

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Einstein von Torben Kuhlmann

Wir gehen ihm erneut auf den Leim und landen in seiner literarischen Mäusefalle. So kann es doch gewesen sein. Warum eigentlich nicht?. Das klingt so logisch und wir kennen ja schon Mäuse, die auf dem Mond waren. Herrlich, wie es ihm erneut gelingt, uns eine Maus auf den Rücken zu binden. Seine Bilderbücher regen dazu an, sich in der Folge des Lesens und Staunens mit der Materie auseinanderzusetzen. Im Anhang findet sich ein atmosphärisch gestalteter Sachbuchteil zu Albert Einstein und zur Zeit. Lehrreich und interessant. Dieses Bilderbuch hat es erneut in sich. Zeitreisen werden intensiv auf den Prüfstand gestellt. Der Wert von Uhren und ihre Geschichte steht im Fokus der Betrachtung und nicht zuletzt öffnen sich Türen zu einer Wissenschaft, die uns immer noch rätselhaft erscheint. Ein Quantensprung für ein Bilderbuch.

Hier ist nichts relativ. Hier ist alles absolut. Absolut Kuhlmann. Jetzt sitze ich vor diesem Buch und wünsche mich in der Zeit zurück, um es erneut lesen zu können. In ein paar Tagen wird es mir wieder so vorkommen, als hätte Torben Kuhlmann schon ewig nichts neues mehr geschrieben. Hach, die Relativitätstheorie der Literatur ist und bleibt ein Buch mit sieben Siegeln Habt einfach Spaß mit „Einstein“…

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Einstein von Torben Kuhlmann

Mehr zu Zeitreisen und Albert Einstein findet ihr jederzeit auf AstroLibrium. Ich halte die Zeit für euch an, damit ihr die Buchvorstellungen ganz in Ruhe lesen könnt.

Neues vom Meister-Illustrator zum 60. Geburtstag vom NordSüd Verlag

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Der Clown sagte Nein – Mischa Damjan und Torben Kuhlmann

Edison – Torben Kuhlmann geht ein Licht auf

Edison von Torben Kuhlmann

Wir leben im Zeitalter der LEDs. Glühbirnen sind schon längst verboten und aus dem Handel verschwunden. Unsere Kinder können sich kaum noch daran erinnern, wie der Glühfaden in einer Glühbirne aussah, wie zart ihr Lichtschein war und wie zerbrechlich dieser dünne Faden wirkte, wenn der Leuchtkörper seine Leuchtkraft verloren hatte. Es ist eine neue Zeit, in der wir leben. Eine Zeit, die den großen Erfindungen von einst nun Schlagworte wie Energiesparpotenzial, Recyclingfähigkeit und Nachhaltigkeit zur Seite stellt. Besseres Licht soll es heute geben. Damals war es eher wichtig, dass man kein Petroleum oder Walöl mehr brauchte, um die gute Stube zu erleuchten. Damals war es nur wichtig, dass es hell wird. Eine Epoche des Lichts wurde eingeläutet. Heute bleiben davon jedoch zumeist nur die Namen der Erfinder in Erinnerung. Bell – Telefon. Eiffel – Turm. Litfaß – Säule. Tesla – Strom. Diesel – Motor. Edison – Glühlampe.

Edison von Torben Kuhlmann

Sie waren Pioniere ihrer Zeit. Sie haben das Leben der Menschheit verändert, haben vieles erleichtert und die Türen in die Zukunft aufgestoßen. Damit stehen diese Erfinder in einer Reihe mit anderen Pionieren, die ihren Mut in die Waagschale der Geschichte warfen, um die Menschheit einen entscheidenden Schritt nach vorne zu bringen. Ohne Charles Lindbergh keine Transatlantik-Flüge. Ohne Neil Armstrong keine Mondlandung. Das sind die Fakten. Das können wir überall nachlesen und daran kann man festhalten, wenn mal wieder an der Fähigkeit des Menschen gezweifelt wird, die Welt ein stückweit besser zu machen. Zweifel kommen hier nicht auf. Also eigentlich. Nun. Fast…

Edison von Torben Kuhlmann

Wäre da nicht ein still vor sich hin illustrierender Rebell, der sich ganz harmlos als Bilderbuchautor und Kommunikationsdesigner bezeichnet. Unverfänglich. Eigentlich. In Wahrheit jedoch verdreht er schon seit Jahren unseren kleinsten Lesern und auch uns den Kopf, indem er die Geschichte der Menschheit in harmlos wirkenden Bilderbüchern auf ebenjenen Kopf stellt. Fakten hin. Fakten her. Er stellt die großen Leistungen einer ganzen Spezies infrage. (Hinweis zu Schreibweise: infrage stellen bedeutet anzweifeln. In Frage stellen meint, Antworten zu einer offenen Frage suchen, oder einen bekannten Sachverhalt zur Diskussion stellen, ohne diesen zu bezweifeln. Exkurs – Ende). Hier ist schon wichtig, dass wir genau verstehen was uns in Kuhlmanns Bilderbüchern erwartet. In jedem Fall revolutioniert er mit seiner Fantasie die rein faktische Welt. Basta.

Edison von Torben Kuhlmann

Zum wiederholten Mal stelle ich mich nun seinen ketzerischen Schriften. Also mal unter uns. Im Mittelalter hätte man ihn sicher verbrannt. Aber das nur so am Rande. Ich habe Lindbergh und Armstrong gelesen und betrachtet. Ich konnte anfangs nicht glauben, was ich sah und las. Alles Mäusewerk? Die großen Leistungen der Pioniere in der Geschichte der Menschheit sollen nur möglich gewesen sein, weil Mäuse den Lauf der Welt verändert haben? Ich habe Torben Kuhlmann sogar für Literatur Radio Bayern dazu interviewt und den Eindruck gewonnen, dass er ganz genau weiß, wovon er hier schreibt und was er zeichnet. Doch anstatt endlich Ruhe zu geben, wagt er sich jetzt in die Sphäre der großen Erfindungen vor und will uns doch wohl nicht im Ernst erzählen, dass dem großen Thomas Alva Edison, dem Erfinder der Glühlampe, nur deshalb ein Licht aufgegangen ist, weil. Nein. Das kann nicht sein! Nicht erneut. Nicht schon wieder eine Maus.

Edison von Torben Kuhlmann

Oh doch. „Edison – Das Rätsel des verschwundenen Mauseschatzes“ (NordSüd Verlag) ist die konsequente Fortsetzung seiner Mäusetiraden. Werft alle eure Zweifel über Bord. Vergesst, was ihr jemals in der Schule gelernt habt und lasst euch auch auf dieses Abenteuer aus der Welt der Mäuse ein. Nach dem Flug über den Ozean und der Landung auf dem Mond geht es nun in die Unterwasserwelt, die auch heute noch eher im Dunkeln liegt. Torben Kuhlmann bringt Licht in die Sache. Er erzählt die grandiose Geschichte einer Maus, die sich auf die Suche nach einem Schatz macht, den ihr einer ihrer Vorfahren hinterlassen hat. Nur wie hinkommen? Der Ozeandampfer auf dem sich besagter Vorfahr befand, ist gesunken und liegt auf dem Meeresboden. Was kann also näherliegen, als mit Hilfe einer gelehrten Maus ein Unterseeboot zu konstruieren, und diesen Schatz zu bergen? Na dann. Besiegt die Zweifel und geht mit der Maus auf eine ganz besondere Tauchfahrt und entdeckt, was dies alles mit Edison zu tun hat.

Edison von Torben Kuhlmann

Meisterhaft illustriert. Wundervoll erzählt. Edison ist ein Bilderbuch-Wunder aus der Feder von Torben Kuhlmann. Wer sich in „Lindbergh“ verlor und mit „Armstrong“ ins Weltall startete, der muss nun unbedingt abtauchen. Es ist eine ganz eigene Liga in der Torben Kuhlmann zeichnet und schreibt. Es ist eine Liga, die ihn unvergleichbar im Bilderbuch-Kosmos macht. Diese drei großformatigen Bücher gehören in jede bibliophil veranlagte Familie. Gemeinsames Kinder- und Erwachsenenstaunen ist garantiert. Und wer an den Thesen von Torben Kuhlmann zweifelt, der soll doch bitte Sachbücher oder Wikipedia lesen. Ich hätte im Mittelalter bestimmt an seiner Seite gebrannt, weil ich ihm auf die Maus gegangen bin… öhm… auf den Leim…!

Torben Kuhlmann und seine Bilderbuchwelten

Ach ja. Wer nicht an Mäuse glaubt, der kann ja zu den Maulwürfen ziehen 😉

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Einstein von Torben Kuhlmann

In „Einstein. Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit“ erleben wir eine Kuhlmann-Maus im Zustand riesiger Vorfreude. Das große Käsefest steht auf dem Plan. Ungeduldig macht sich die Maus im Jahr 1984 zum ersten Mal auf den Weg ins Mäuse- und Käseparadies Bern. Hier geht´s zum neuen Meisterwerk.

„Armstrong“ – Torben Kuhlmann revolutioniert die Raumfahrt

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

Nee… Schon klar. Mäuse!

Die Geschichte der modernen Fliegerei muss umgeschrieben werden, nur weil ein illustrierender Autor aus Hamburg es sich in den Kopf gesetzt hat, mal eben mit einem Pinselstrich die Luftfahrthistorie auf den Kopf zu stellen. Beweise für seine Thesen hat er keine. Lediglich ein paar Zeichnungen und eine ganz nett erzählte Geschichte. Mich kann Torben Kuhlmann jedoch nicht auf den Leim führen. Mich nicht!

Seine Story von „Lindbergh haben wir ihm fast geglaubt. Aber eben nur fast. Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus war aber wirklich täuschend echt erzählt, dass man auf sie hereinfallen musste. Allein die Zeichnungen des wild vor sich hin bastelnden Nagers ließen erste Zweifel an unserer Version der Luftfahrtgeschichte aufkommen. Und dann gab es da noch dieses authentische Tondokument, in dem ein gewisser Bastian Pastewka die Geschichte Kuhlmanns, als Hörbuch getarnt, in Umlauf brachte. Der Hörverlag ist nicht ganz unschuldig, wenn man mich fragt.

Wer hatte denn nun den Atlantik zuerst in einem Flugzeug überquert? Etwa jener Charles Lindbergh oder doch viel eher eine kleine Maus, die auf ihrer Flucht vor Eulen und den immer zahlreicher werdenden Mausefallen ihre Chance ergriff, und Non-Stop über den Atlantik flog und wohlbehalten in Amerika landete? Also ich sage, Lindbergh. Wenn nur nicht diese leisen Zweifel blieben, die Torben Kuhlmann ohne Unterlass in die Welt setzt. Und das auch noch in einem Bilderbuch vom beim NordSüd-Verlag, der ja eigentlich als seriös gilt.

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

Ich habe Torben Kuhlmann ja mal persönlich auf den Zahn gefühlt. Aber in diesem Interview hatte ich dann eher den Eindruck, er sei völlig von dem überzeugt, was er da so von sich gibt. Unter uns, er glaubt sogar daran, dass es eine Maulwurfstadt gibt, in der sich die blinden Buddeltierchen um ihre Umwelt Gedanken machen. Firlefanz. Man konnte nur hoffen, dass dem zweifellos hochbegabten Fabulisten das Handwerk gelegt würde, weil fast alle Kinder in meinem Umfeld begannen, seinen Geschichten Glauben zu schenken.

Das ist doch Gift für das Faktenwissen junger Menschen, wenn sie so sehr im Kern ihrer Fantasie berührt werden, dass sie letztlich alles für möglich halten. Da sollten wir als Eltern schon ein waches Auge auf die Lektüre unserer Kleinsten werfen. Wer weiß, wo das noch hinführt, wenn sie irgendwann in die Schule kommen und schon bei den ersten Fragen nach ihrer Allgemeinbildung steif und fest behaupten, Maulwürfe wären umweltfreundlich denkende Tierchen und Mäuse wären die ersten Flugpioniere in der Geschichte der bemannten (öhm… bemausten) Luftfahrt.

Und nun trifft mich ein weiterer Schlag aus der Ideenschmiede des liebenswerten Scharlatans! In der gleichen edlen Aufmachung wie seine vorherigen Werke, in feinen und satten Brauntönen gehalten, leicht abgegriffen und so authentisch wirkend, liegt jetzt das neueste Machwerk aus der Bilderbuchwelt von Torben Kuhlmann vor mir. Diesmal hat er den Bogen überspannt. Jetzt kommt man ihm auf die Schliche, denn er wagt sich an ein Thema, das er nicht einfach so und mal eben im Vorbeigehen neu erfinden kann.

Die bemannte Weltraumfahrt (oder sollte es auch hier „bemaust“ heißen)

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong“. Der Name ist Programm. Ich gehöre zu einer Generation, die vor dem TV-Gerät saß, als die Besatzung von Apollo XI (wer das nicht mehr lesen kann, das ist eine römische 11) auf dem Weg zum Mond war. Neil Armstrong und Buzz Aldrin waren die ersten beiden Menschen, die den Mond betraten. Unbestritten. „Ein kleiner Schritt für mich, ein großer Schritt für die Menschheit!“ Das waren Armstrongs Worte. Kein Zweifel. So war es – ganz genau so – ich habe es gesehen!

Und nun schlage ich das großformatige Bilderbuch von Torben Kuhlmann auf und spüre ganz nebenbei, wie meine Kinnlade vor Staunen auf der Tischplatte landet. Die allererste unbemannte Kinnlade, eine tolle Pionierleistung. Und das, während mein Kopf noch um den Tisch kreist. Ich staune erneut und versinke tief in den Illustrationen aus der Feder des Hamburger Künstlers und beginne wieder einmal, alle Zweifel über Bord zu werfen.

Ist das alles nur die pure Fantasie oder steckt mehr dahinter? Natürlich weiß ich, dass es Affen, Hunde und auch Mäuse waren, die vor dem Menschen versuchsweise ins All geschickt wurden. Aber kann es sein, dass es eine kleine Maus geschafft hatte, noch vor dem ersten Menschen ihre Pfote auf den Mond zu setzen? Kann es sein, dass eine Maus die ersten Spuren auf dem Mond hinterlassen hat und, dass die NASA all dies vor uns verheimlichen konnte?

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

Ist es echt möglich, dass die unglaubliche Fantasie und das meisterliche Können Torben Kuhlmmans die Geschichte der Weltraumfahrt revolutionieren? Oder ist es wieder ein ganz großer Wurf in unsere zu strukturierte und an puren Fakten orientierte Denkwelt? Ist es wieder ein Befreiungsschlag für den freien Geist? Ein Wohlfühlbuch der Imagination? Hat Torben Kuhlmann es erneut geschafft, aus großen Lesern Kinder zu machen und aus jungen Menschen wahre Forscherherzen mit großem Tatendrang zu formen?

Torben Kuhlmann fasziniert in seinem bisher umfangreichsten Bilderbuch von der ersten bis zur letzten Seite. Jede einzelne Zeichnung ein Gemälde, bei dem man gerne verweilen möchte. Das Umblättern fällt schwer, weil die Faszination für jedes Detail viel zu tief sitzt. Kinder begleiten diese mutige Maus auf ihrem wagemutigen Weg, bei dem es viele Hürden zu überwinden galt. Mäuseschwerelosigkeit, Mäusesauerstoffmangel und Mäusebeschleunigungskräfte.

Kindern beim Betrachten, Lesen von Armstrong zu zuzuschauen ist ein Privileg, das Kuhlmann uns schenkt. Wir treffen uns mit den Kleinsten genau in der Mitte. Beim ungläubigen Staunen und bewegen uns dann in ein Bilderbuch voller Abenteuer. Wir befinden uns auf Augenhöhe, können fantasieren, was das Zeug hält und werden am Ende der Geschichte in ein kleines privates Lexikon der wahren Pioniere entführt. Hier schließt Torben Kuhlmann den Kreis zur Realität mit einem Augenzwinkern, das uns zu sagen scheint: „Aber es könnte doch sein…“

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

Sollten doch noch Zweifel bleiben, Der Hörverlag beseitigt sie. Ein kleiner Schritt für Bastian Pastewka, ein großer Schritt für die Mausheit, so lässt sich beschreiben, was hier als sprachgewaltiges Hörbuch auf uns zukommt. Pastewaka schlüpft erneut in alle Rollen und verleiht dem Bilderbuch eine absolut unvergessliche Audio-Präsenz. Dabei erzählt er die Geschichte nicht nach, es hat eher den Anschein, er säße mit uns am Wohnzimmertisch und würde im gemeinsamen Betrachten des Bilderbuches genau die Lücken schließen, die in der Fantasie noch offen bleiben.

Unverzichtbarer Genuss für Fans der Bilderbücher. Hier ist nichts gedoppelt. Hier steht der pure Genuss im Vordergrund und alle Kinder, die immer noch nicht glauben mögen, dass eine Maus den Mond vor uns erobert hat, können mit dieser historischen Dokumentation ein wenig mehr aufs Glatteis der Fantasie geführt werden. Dabei ist Bastian Pastewka das fulminante Sprachrohr des Zeichenstiftes von Torben Kuhlmann.

Was mag da noch kommen? Wo wird es enden? Was haben wir von diesen Mäusen noch zu erwarten? Ich bin und bleibe gespannt. Angesichts der inhaltsfreien und häufig verkitschten Unterhaltung in unserer Zeit ist Torben Kuhlmann DER große Unterhalter im Bereich von All-Age-Bilderbüchern. Wenn ich einen Wunsch freihätte, ich würde mir sein Können sehr gerne im Kino anschauen. Und glaubt mir, dann könnten PIXAR und Disney sich warm anziehen. Diese Maus ist epochal.

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

Houston, wir haben ein Problem. Es maust gewaltig in der Milchstraße.

PS: Die kleine Maus hat nur im Hörbuch einen eigenen Namen. Das Buch ist schon darauf angelegt in tausend Mausesprachen übersetzt zu werden. Deshalb wird sie hier nur „Die kleine Maus“ genannt. Wenn jedoch Bastian Pastewka in ihre Rolle schlüpft, heißt sie… ups… Fast hätte ich es verraten… 😉

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

Die Überraschung des Jahres 2019

Armstrong von Torben Kuhlmann - Die Sonderausgabe - AstroLibrium

Armstrong von Torben Kuhlmann – Die Sonderausgabe

Was noch, fragte ich mich immer wieder. Heute sehe ich klarer. Ganz kurz vor dem Jubiläum zum fünfzigsten Jahrestag der ersten bemannten Mondlandung überraschte uns der NordSüd Verlag mit einer Sonderausgabe zu „Armstrong“. Der 21. Juli 1969 steht auf diese Art und Weise natürlich im Mittelpunkt eines Bilderbuchs, dessen Inhalt wir eigentlich sehr gut kennen. Wer jetzt aber denkt, bis auf das veränderte Cover habe sich nichts getan im bereits veröffentlichten Buch von Torben Kuhlmann, der sieht sich getäuscht. Denn während wir Menschen den Jahrestag gebührend feiern und den Tag als Meilenstein der menschlichen Erfindungsgabe begehen, legt Kuhlmann nach. Der Mensch? Nein, die Maus war tatsächlich zuerst auf dem Mond. Um dies zu belegen hat man der Jubiläumsausgabe sogar das offizielle Mission-Patch der Landung beigelegt.

Die Aufschrift Ein kleiner Schritt für eine Maus belegt darüber hinaus sogar das Plagiat, dessen sich ein gewisser Neil Armstrong bediente, als er die Mondoberfläche betrat. Nicht nur die technische Meisterleistung, auch das Zitat… alles geklaut. So sind die Menschen. Nichts kann man den Mäusen überlassen. Dabei sieht man auf diesem Jubiläumscover ganz deutlich, dass die Crew der Landefähre sehen konnte und wissen musste, dass sie kein Neuland betrat. Torben Kuhlmann hat dem Buch ein ganz neues Hintergrundkapitel zur Geschichte der Raumfahrt hinzugefügt. Man sollte sich die neue Sicht auf dieses besondere Kapitel der Eroberung des Weltalls nicht entgehen lassen. Spätestens, wenn unsere Augen am 21. Juli zum Mond blicken und weltweit Menschen diesen Tag zu ihrem Feiertag machen, sollte man das gestickte Abzeichen in die Hand nehmen und ganz kurz an Mäuse und ihre Geschichte der bemausten Weltraumfahrt denken.

PS: Ein Special zum Thema „50 Jahre Mondlandung“ wird folgen. Mit einer großen Überraschung für Torben Kuhlmann. Ich werde seine Maus-These widerlegen. Nur die kleine literarische Sternwarte kann greifbar belegen, wer zuerst den Mond betrat. Bleibt gespannt.

Armstrong von Torben Kuhlmann - Die Sonderausgabe - AstroLibrium

Armstrong von Torben Kuhlmann – Die Sonderausgabe

2018 ging uns mit „EDISON“ von Torben Kuhlmann ein weiteres Mäuselicht auf.

Edison von Torben Kuhlmann

In „Einstein. Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit“ erleben wir eine Kuhlmann-Maus im Zustand riesiger Vorfreude. Das große Käsefest steht auf dem Plan. Ungeduldig macht sich die Maus im Jahr 1984 zum ersten Mal auf den Weg ins Mäuse- und Käseparadies Bern. Hier geht´s zum neuen Meisterwerk.

Einstein von Torben Kuhlmann - AstroLibrium

Einstein von Torben Kuhlmann

[FBM 15 Interview] Flugstunde mit Torben Kuhlmann

Torben Kuhlmann - Das Buchmesse-Interview - AstroLibrium

Torben Kuhlmann – Das Buchmesse-Interview – Frankfurt 2015

Er ist mein Pionier der Lüfte, der es sogar versteht, sich unter der Erde einzugraben, um dort im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte zu schreiben. Er braucht nur wenige Worte, um seine Leser in seinen Bann zu ziehen. Manchmal kommt er sogar gänzlich ohne das geschriebene Wort aus, da er über ein ganz besonderes Talent verfügt, das seinesgleichen sucht. Er kann zeichnen und illustrieren wie kaum ein Zweiter in diesem Land.

Er malt seine Geschichten in unser Herz. Er entwirft Szenarien, die aus jedem seiner Bücher viel mehr als nur Bilderbücher machen. Er trifft ganz junge Menschen in ihrem kreativen Denken und fasziniert ältere Leser, indem er sie wieder Kind sein lässt. Seine Geschichten tragen sich dabei selbst, unterhalten, berühren und vermitteln dabei schon fast spielerisch Botschaften von einer besonderen Strahlkraft.

Er – Das ist Torben Kuhlmann. Der Schöpfer von Lindbergh – Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus und der Maulwurfstadt. Der Künstler, der die gesamte Geschichte der Fliegerei so völlig auf den Kopf gestellt hat und eine kleine erfindungsreiche Maus zum wahren Pionier der Lüfte erhoben hat. Der Erzähler, der uns all seinen Lesern von Emigration und der Suche nach einem Leben in Sicherheit berichtet. Aktueller kann ein Buch gerade eigentlich nicht sein.

Maulwurfstadt von Torben Kuhlmann

Maulwurfstadt und Lindbergh von Torben Kuhlmann

„Lindbergh“ – Vielleicht auch gerade jetzt im Kontext unserer Zeit ein Bilderbuch über Flucht, über eine Maus, die allen Fallen entrinnen möchte, die extra für sie aus dem Boden schießen und die den Eulen entfliehen möchte, die tägliche Lebensgefahr für sie bedeuten. Und wenn wir genau dies erkannt haben, dann vermag Torben Kuhlmann uns in seiner „Maulwurfstadt“ den Spiegel vorzuhalten, in dem wir erkennen, wie leicht ein ökologisches Gleichgewicht kippt.

Er ist mit seiner bahnbrechenden Erfolgsgeschichte „Lindbergh“, NordSüd Verlag, für den diesjährigen Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert. Ich grabe mich nicht ein, schwinge mich nicht in ein selbstgebautes Flugzeug, sondern treffe ihn wenige Stunden vor der Bekanntgabe des Jugendliteratur-Preises auf der Frankfurter Buchmesse 2015 zu einem Interview für Literatur Radio Bayern.

Mit einem Klick zum Buchmesseinterview mit Torben Kuhlmann

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Torben Kuhlmann. Maus oder Maulwurf? Flieger oder Gräber? Blind oder wagemutig? Was ist er selbst? Wo würde er gerne Leben und was treibt ihn an? Und vor allem: Was kommt noch auf uns zu? Folgen Sie uns und bleiben Sie einfach in Hörweite, wenn ich auf Bilderbuchfühlung gehe. Hier geht`s zum Interview

Torben Kuhlmann - Lindbergh - Das Hörbuch

Torben Kuhlmann – Lindbergh – Das Hörbuch

Apropos HörweiteEin Nachtrag aus dem „OFF“:

Das Hörbuch zu „Lindbergh“ (Der Hörverlag) ist ein ganz besonderes Meisterwerk mit eigenständiger Daseinsberechtigung. Torben Kuhlmann hat mir nach dem Interview, erklärt, wie ein Bilderbuch zum Hörbuch werden kann, was es eigentlich erzählt und wie der geniale Sprecher und Schauspieler Bastian Pastewka dem Abenteuer der kleinen Maus seinen ganz eigenen Stempel aufdrückt. Hier profitiert „Lindbergh“ davon, dass Torben Kuhlmann seine ganze Geschichte vor dem ersten Pinselstrich schriftlich fixiert hatte. So bestand die einmalige Möglichkeit, eine Hörbuchfassung aus der Perspektive des Zeichners zu adaptieren, die den Inhalt des Bilderbuchs nicht doppelt, sondern uns durch die Augen von Torben selbst in die Handlung hineinzieht.

Was Bastian Pastewka hier in seinen Rollen als Zeichner und Erzähler leistet ist ganz großes Hörbuchkino. Ich empfehle das Hörbuch mit Kindern gemeinsam zu hören und dabei das Bilderbuch zu genießen! Ein Traum…

Und so geht es weiter… Der Blick in den „Giftschrank“: Armstrong

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

PS: Den Jugendliteraturpreis 2015 hat Lindbergh leider nicht gewonnen. Aber das kann doch eine Maus nicht erschüttern – und die Nominierung allein ist schon ein tolles Prädikat. Da beißt die Maus keinen Faden ab!

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2018 geht uns mit „EDISON“ von Torben Kuhlmann ein weiteres Mäuselicht auf.

Edison von Torben Kuhlmann

In „Einstein. Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit“ erleben wir eine Kuhlmann-Maus im Zustand riesiger Vorfreude. Das große Käsefest steht auf dem Plan. Ungeduldig macht sich die Maus im Jahr 1984 zum ersten Mal auf den Weg ins Mäuse- und Käseparadies Bern. Hier geht´s zum neuen Meisterwerk.

Einstein von Torben Kuhlmann - AstroLibrium

Einstein von Torben Kuhlmann