Nacht ohne Sterne von Paula McLain

Nacht ohne Sterne von Paula McLain - AstroLibrium

Nacht ohne Sterne von Paula McLain

Schuster, bleib bei deinen Leisten. Das war mein erster Gedanke, als ich sah, dass sich die amerikanische Bestseller-Autorin Paula McLain mit Nacht ohne Sterne in ein Genre vorgewagt hatte, das ich niemals mit ihrem Namen in Verbindung gebracht hätte. Ich bin ein Fan ihres Schreibens, liebe die präzisen Charakterzeichnungen aus ihrer Feder und habe ihre historischen und zugleich biographischen Romane mit sehr viel Interesse gelesen. Ich folgte ihr mit „Madame Hemingway“ und „Hemingway & ich“ in das Eheleben des wohl größten Schriftstellers des 20. Jahrhunderts, lernte die Frauen an seiner Seite kennen, durchlebte mit ihnen die zerstörerische Zerrissenheit in seiner Gefühlswelt und seine toxische Männlichkeit. Ohne diese beiden Bücher wäre mein Bild von Ernest Hemingway ein anderes. Und zuletzt flog ich mit Paula McLain und ihrer „Lady Africa“ über einen Kontinent, den ich zuvor nur von der großen Tania Blixen so plastisch vor Augen geführt bekam. Biographisch geprägte Begegnungen und perfekt recherchierte historische Settings sind McLain´s absolutes Markenzeichen.

Und jetzt das. Glaubt man dem Klappentext (und ich kann vorwegnehmen, dass man dies schon aus Selbstschutz tun sollte) dann haben wir es bei „Nacht ohne Sterne“ mit einem literarischen Thriller zu tun, der sich mit vermissten Kindern, einer Ermittlerin mit einer dramatischen Vorgeschichte, mit den Folgen von Adoptionen und einer Reihe von Mädchen beschäftigt, die spurlos verschwunden sind.  Ein Genre-Sprung, den ich nicht erwartet hätte. Ein Thriller, der augenscheinlich in die dunkelsten Welten abtaucht, die von sexuellem Missbrauch, traumatisierten Eltern und Angehörigen und der ständigen Angst vor dem Verlust des eigenen Kindes gekennzeichnet sind. Ein Themenbereich, der bei vielen Lesern und besonders Leserinnen Triggerpunkte auslöst, die man ernst nehmen sollte. In dieser Hinsicht ist der Klappentext nichts anderes als eine faire und deutliche Warnung an die Menschen, die solche Geschichten lieber meiden, weil sie ihnen zu nah gehen.

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Nacht ohne Sterne von Paula McLain

Paula McLain steht für Tiefgang und Unterhaltung mit literarischen Anspruch. In mir erwachte sofort eine unbändige Neugier, was sie dazu veranlasst hatte, das Genre zu wechseln und wie sich ein Thriller aus ihrer Feder liest. Die Erwartungen waren so hoch wie die Messlatte, die sie selbst in schwindelerregende Höhen geschraubt hatte. Wir befinden uns in Mendocino und schreiben das Jahr 1993. Aus kriminaltechnischer Sicht ein dunkles Ermittlungszeitalter ohne Internet, Handy, Navigationssysteme und landesweite Datenbanken zum Abgleich genetischer Täterprofile. Intuition und wahre detektivische Handarbeit waren hier gefragt, wollte man Tätern auf die Spur kommen. Und genau das ist die Profession der Ermittlerin Anna Louise Hart. Eine Profession, die in ihrem Leben Spuren hinterlassen hat. Sie ist eine Getriebene, wenn es darum geht, mysteriöse Fälle zu lösen, in denen es um spurlos verschwundene, misshandelte oder entführte Kinder geht. Ein dramatischer eigener Verlust, das Scheitern ihrer Ehe und eigene Probleme mit den Traumatisierungen aus ihrer Jugend bringen sie an den Punkt, an dem nichts mehr geht.

Sie zieht sich aus San Francisco zurück, um sich eine Auszeit zu gönnen und zu sich selbst zurückzufinden. Es gibt nur einen einzigen Ort, an dem sie zur Ruhe und letztlich auch zu der alten Anna Louise Hart finden kann, die sie einmal war. Wäre da nicht ein verschwundenes Mädchen, das ganz Mendocino in Atem hält, wäre da nicht die Erinnerung an ein entführtes Mädchen in ihrer eigenen Jugendzeit in diesem Kaff und wäre da nicht ein weiterer Vermisstenfall in unmittelbarer Nachbarschaft, es hätte gelingen können. Reflexartig mutiert die ausgebrannte Ermittlerin zur Suchmaschine und bietet dem Sheriff, einem Jugendfreund aus alten Zeiten, ihre Hilfe an. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit. Kann es Anna mit ihrer legendären Intuition gelingen, die erst 15-jährige Cameron Curtis aufzuspüren? Kann sie diesen Fall lösen oder verlangt sie auch hier wieder zu viel von sich selbst und geht am eigenen Anspruch zugrunde?

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Es ist das Setting, das an herkömmliche Thriller erinnert und viel Potenzial in sich trägt, um eine nervenaufreibende und spannungsgeladene Geschichte zu erzählen. In den ersten Kapiteln jedoch erkenne ich mehr. Ich erkenne die Tiefe der Charaktere, in die sich Paula McLain hineinversetzt. Ich fühle die Wortgewalt ihrer Beschreibungen, mit denen sie sich Land und Leuten nähert. Sie nimmt sich den Raum, um jenen Raum zu geben, um die es hier geht. Empathie und die Folgen unsäglicher Verbrechen sind hier eng miteinander verbunden. An der Seite von Anna Louise Hart bewegen wir uns auf den Grenzlinien des Unfassbaren. Niemals flach, niemals schablonenhaft und nie ohne unmittelbare Auswirkungen auf unsere Denk- und Gefühlswelten. Sie geht den Ursachen auf den Grund, analysiert Opfer, mögliche Täter und die Angehörigen. Sie legt ihre Finger in alle Wunden, die durch Kindesmissbrauch aufgerissen werden. Sie beschreibt die Folgen von Adoptionen, den Identitätsverlust junger Menschen, deren leibliche Eltern versagt haben. Sie zieht ihre literarischen Schlingen aus Ursachen und Wirkungen immer enger zusammen, bis sich tiefste Beklemmung breitmacht. Sie wirkt wie eine Getriebene im Schreiben und damit ähnelt sie ihrer eigenen Ermittlerin.

Es ist die literarische Wucht ihrer bisherigen Romane, die hier zum Tragen kommt. Es sind die Abgründe der menschlichen Psyche, in die sie uns blicken lässt und es ist das Überraschende, das uns hier erschaudern lässt. Denn Paula McLain erzählt in all ihrer fiktionalen Fabulierkunst nicht nur fiktionale Vermisstenfälle. Sie beschreibt auch ein tatsächliches Verbrechen, eine tatsächliche Entführung, ein reales Opfer. Nicht im kleinen Mendocino, sondern nur wenige Meilen entfernt verschwindet die junge Polly Hannah Klaas. Es ist der zweite Fall in kurzer Zeit, der hier für Aufsehen sorgt. Paula McLain greif auf das Reale zurück, um ihren fiktionalen Fall zu konturieren. Hier greift sie auf Fakten zurück und beschreibt die unterschiedlichen Wege, wie eine Gemeinde nach ihren Kindern sucht. Es ist bewegend und berührend, in diesem Thriller erleben zu dürfen, was Zusammenhalt und Solidarität bewegen können. Anna Louise Hart sucht nach einem gemeinsamen Muster, nach einem Schema, nach einem Serientäter…

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Als ein dritter Fall hinzukommt verdichtet sich der Erzählraum zu einem Theater des Schreckens. Anna zieht mit größtem Einsatz in den Kampf, bewältigt dabei nicht nur ihre eigenen Traumatisierungen, sondern verliert auch nicht das Verschwinden des Mädchens in ihrer eigenen Jugendzeit aus den Augen. Kann sie in diesem Orkan aus Gewalt bestehen? Geht sie mit allen Strömungen der Ermittlung richtig um? Sie öffnet sich nicht nur dem traditionellen Profiling. Sie geht viele Schritte weiter und wagt einen Blick in die geheimnisvolle Welt des Mysteriösen. Wir folgen ihr durch die Wälder, den weiten Weg zurück zu ihrer eigenen Pflegefamilie in Mendocino und erkennen Muster, die immer deutlicher zutage treten. Und immer dann, wenn wir an ihrer Seite zweifeln und den Glauben verlieren, ist es die Autorin, die uns mit Sätzen wie diesen Hoffnung macht.

„Die Geister der Kinder, denen Sie geholfen haben, die hängen an Ihnen wie Sterne. Sie sind überall um Sie herum, sogar in diesem Augenblick.“

Warum man diesen Thriller lesen sollte? Weil das Sternbild der verlorenen Kinder so strahlend hell leuchtet, dass man es kaum ertragen kann, die „Nacht ohne Sterne“ zu erleben. Weil die Charaktere in diesem Roman so greifbar sind, dass man sich mit ihnen identifizieren kann, solange sie auf der Seite des Guten stehen. Weil es auch im wahren Leben Zufälle gibt, die Leben retten. Weil ein zugelaufener Hund mehr als nur ein Zeichen ist. Weil eine Hellseherin ihren Ruf verdient und weil dieser Roman nicht nur eine fiktionale, sondern eben auch reale Denk- und Streitschrift für jene zahllosen Opfer sexueller Gewalt gegen Kinder ist. Und doch bleiben Fragen. Darf man in einen Thriller einen echten Vermisstenfall integrieren? Warum schreibt Paula McLain dieses Buch so voller Kraft und Gefühl? Geht sie nicht auch mit sich selbst zu weit, wenn sie uns in den Strudeln der Gewaltspiralen in die Tiefe zieht? Keine Sorge. Diese Fragen bleiben nicht offen.

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Es ist ist „Anmerkung der Autorin“ in der Paula McLain letztlich die Maske lüftet und sich ihres Schutzschilds entledigt. Es sind Sätze, die dieses Buch zu einem Ereignis werden lassen. Es sind Worte, die sich einbrennen und dem Thriller einen neuen und völlig unerwarteten Sinn verleihen. Es ist ein Bekenntnis, das unerwartet kommt und sich tief in die Herzen der Lesenden einbrennt. Ich verneige mich vor diesem Roman und seiner Autorin. Es ist kein Genre-Sprung, den sie hier vollführt. Es ist die logische Konsequenz ihres Schreibens… Chapeau.

Hier geht es zur literarischen Welt der Paula McLain bei AstroLibrium

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„Hemingway & ich“ von Paula McLain

Hemingway & ich von Paula McLain - AstroLibirum

Hemingway & ich von Paula McLain

Es gibt Schriftsteller, die sich in Lebensgefahr begeben müssen, um die volle Kraft ihrer Kreativität zu entdecken. Autoren, die auf dem Boden der brutalen Realität und im Angesicht des Todes den Adrenalinstoß bekommen, der ihre schöpferische Energie zur Explosion bringt. Die Klarheit des eigenen Blicks auf die Welt und die Vermeidung aller ablenkenden und romantisierenden Einflüsse gilt als eine der wichtigsten Bedingungen für das echte Schreiben. Ernest Hemingway ist hier sicher das Paradebeispiel. Es ist der Stierkampf in Spanien, die eigene Flucht vor den blutrünstigen Tieren in Pamplona, die seinen Roman „Fiesta“ erst möglich machten. Es ist seine Rolle als Reporter in den blutigen Kriegen seiner Zeit, die aus dem Kriegsberichterstatter einen Nobelpreisträger für Literatur machten.

Es waren der spanische Bürgerkrieg und die Machtübernahme General Francos, der Kampf einer internationalen Liga der Aufrechten gegen die Diktatur, die aus dem schon weltbekannten Autor eine wahre Legende machten. Ernest Hemingways Stunde schlug, als die Revolutionäre untergingen. Sein größter Roman „Wem die Stunde schlägt“ ist ohne den Blutgeruch im umkämpften Madrid nicht denkbar. Aber es waren nicht nur die großen Kriege, die er verzweifelt suchte, um sein Schreiben zu finden. Seine Kriege im privaten Leben trugen die Namen seiner Ehefrauen. Hadley, Pauline und Martha. Nur die letzte Ehefrau blieb bis zum Schluss. Mary. Was blieb ihr auch übrig? Hier brauchte es keine Scheidung. Eine Schrotflinte und ein Selbstmord reichten völlig aus. Der letzte Schuss in den lebenslangen Liebeskriegen Ernest Hemingways.

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Sich Hemingway anzunähern, bedeutet gleichzeitig mit der jeweiligen Ehefrau auf Tuchfühlung zu gehen, die in der betreffenden Lebensphase zu seinem Kriegsgegner mutierte. Ihre Perspektiven sind mehr als erhellend für das Verständnis eines der wohl größten Schriftsteller der Literaturgeschichte. Ich bin Hadley in „Madame Hemingway“ von Paula McLain begegnet. Ich traf auf sie in Hemingways eigenem Werk, „Paris, ein Fest fürs Leben“. Ich erlebte Pauline an seiner Seite im Roman „Und alle benehmen sich daneben“ von Lesley M.M. Blume und sah, wie der Ehe-Staffelstab an die jeweils neue Gefährtin übergeben wurde, die behaupten durfte „Als Hemingway mich liebte“ im Roman von Naomi Wood. Jedes Buch ein echter Kriegsbericht. Jedes Szenario nur Futter für seine Romane. Hemingway war ein Verräter. „Fiesta“ mag da als Beispiel im Gesamtwerk des gar nicht noblen Preisträgers dienen.

Und nun ist es erneut Paula McLain, die mir eine der Hemingway-Ladies in seine Ehekriegs-Bibliothek schreibt. „Hemingway & ich“. Man muss keines der anderen Bücher gelesen haben, um literarisch und biografisch anzukommen. Man muss keinen Hemingway-Roman gelesen haben, um hier gefesselt zu werden. Nein. Man muss nur neugierig genug sein, aus den Lebens- und Liebesumständen eines Schriftstellers auf sein Schreiben zu schließen, dann ist man hier genau richtig. Martha Gellhorn ist die ich“ in diesem Roman. Sie ist es, die als dritte Ehefrau Hemingways in die Geschichte einging. Sie ist es, die als einzige Ehefrau Hemingway verließ, bevor ihr der Staffelstab abgenommen wurde. Sie ist wohl mit Sicherheit die schillerndste Persönlichkeit, an der sich das große Ego Hemingway reiben durfte. Ihre Stunde schlug, als ihr Ehemann sie im Roman „Wem die Stunde schlägt“ verewigte. Aus der literarischen Liebeserklärung wurde schneller ein kalter Krieg, als sie es jemals für möglich gehalten hätte.

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Hemingway & ich von Paula McLain

McLain hat eine Charakterstudie jener Martha Gellhorn verfasst, die zeigt, wie sehr ein Buchtitel täuschen kann. Hier geht es nicht um Weggefährten, hier geht es nicht um die große Liebe eines Lebens, hier geht es um die Degradierung einer Frau, die selbst nur daran gemessen wurde, mit wem sie verheiratet war. Dabei war sie ebenbürtig. Im Leben wie im Schreiben. Zwei konkurrierende Geister, zwei schreibende Intellektuelle, ein gemeinsames Leben. Unmöglich. Dazu in den frühen 1930er Jahren, in denen eine Frau als Schriftstellerin einen extrem schweren Stand hatte. Martha Gellhorn sah sich immer als eigenständige Persönlichkeit. Die Ehe machte sie für die Öffentlichkeit nur zu einem Anhängsel. Schwer zu verkraften. Ein Schicksal, das sie mit Eleanor Roosevelt teilte, der sie in dieser Zeit begegnete und die sie sehr schätzte.

Paula McLain begleitet das Literatur-Traumpaar durch die gemeinsamen Liebes- und Lebensphasen. Vom ersten Kennenlernen, über die erste stürmische Verliebtheit bis zu den dunklen Wolken aus Alkohol, Eifersucht und Missgunst, die jener Beziehung den Todesstoß versetzten. Es fällt nicht schwer, sich auf Marthas Seite zu schlagen. Im Kampf um mediale Aufmerksamkeit wirkt Hemingway wie ein an ADHS leidendes Kind. Neben ihm kann es keinen klugen Geist geben. Dominanz wird zur Bestimmungsgröße einer Beziehung. Es ist faszinierend, diesem Weg lesend zu folgen. Und im Wissen um die Lebensgeschichte Hemingways ahnt man natürlich nichts Gutes, wenn Konflikte zu Eisbergen werden. Ein Schriftsteller, der zeitlebens auf der Suche nach Adrenalin und Kontroverse ist kann keinen privaten Ruhepol dulden, der ebenso intellektuell ist wie er selbst.

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Hemingway & ich von Paula McLain

Hemingway & ich“, erschienen im Aufbau Verlag, ist mehr als nur ein Mosaikstein im Gesamtverständnis für einen großen Schriftsteller. Dieser Roman stellt Martha Gellhorn in den Mittelpunkt und man hat das Gefühl, dass dies nur allzu gerecht ist. Dabei geht Paula McLain keine blinde Allianz mit ihrer Protagonistin ein. Sie hinterfragt kritisch, ist unparteiisch und bleibt selbst im hässlichsten Konflikt weitgehend neutral. So wird man als Leser zum Zeugen der unwiderstehlichen Anziehungskraft zweier Magneten, die im Taumel der Leidenschaft die Umkehrung der Energie durchleiden müssen. Ich bin mit einer großen Erwartungshaltung in dieses Buch eigestiegen. Paula McLain hat mich im Lesen bisher nicht enttäuscht. Und auch diesmal ist es ihr nach „Madame Hemingway“ und „Lady Africa“ erneut gelungen, einen emotionalen und differenzierten literarischen Meilenstein in meinem Lesen zu verankern.

Es fällt mir leicht, dieses Buch zu empfehlen. Es steckt voller Zitate, die der großen Leidenschaft und der zunehmenden Zerrissenheit gerecht werden. Es ist spannend, im spanischen Bürgerkrieg mitzuerleben, wie sich ein großes Buch der Literaturgeschichte zu entwickeln beginnt. „Wem die Stunde schlägt“ erlangt in diesem Buch eine andere und neue Bedeutung. Ingrid Bergmann ist eine gute Besetzung in der Verfilmung. Eine bessere Wahl wäre jedoch Martha Gellhorn gewesen. Sie hätte sich selbst gespielt. Ein Gedanke, der mich nicht mehr loslässt, seit ich „Hemingway & ich“ beendet habe. Am Ende des Lesens schenke ich mir einen Whisky ein und erhebe mein Glas auf Martha Gellhorn. Ich denke, das würde ihr gefallen…

Eleanor Roosevelt verbindet dieses Buch mit dem neuen Roman von Amy Bloom. Es lohnt sich auf jeden Fall „Meine Zeit mit Eleanor“ zu lesen, wenn man Lorena Hickok kennenlernen möchte. Starke Frauen in Zeiten, in denen man schwache Frauen liebte.

Hemingway & ich von Paula McLain - AstroLibirum

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Mein Hemingway-Kosmos lädt zum Lesen ein. Herzlich willkommen.

Madame Hemingway von Paula McLain
Und alle benehmen sich daneben Lesley M.M. Blume
Als Hemingway mich liebte von Naomi Wood (Rezension bei Herzpotenzial)
Paris – Ein Fest fürs Leben von Ernest Hemingway
Fiesta“ von Ernest Hemingway
Die große Hörspieledition – Zum 120. Geburtstag

Hier geht´s zu meinen Weihnachtsempfehlungen und einer besonderen Aktion!

Hemingway & ich von Paula McLain - AstroLibirum

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Der neue Roman von Paula McLain:

Und jetzt das. Glaubt man dem Klappentext (und ich kann vorwegnehmen, dass man dies schon aus Selbstschutz tun sollte) dann haben wir es bei „Nacht ohne Sterne“ mit einem literarischen Thriller zu tun, der sich mit vermissten Kindern, einer Ermittlerin mit einer dramatischen Vorgeschichte, mit den Folgen von Adoptionen und einer Reihe von Mädchen beschäftigt, die spurlos verschwunden sind.  Ein Genre-Sprung, den ich nicht erwartet hätte.

Nacht ohne Sterne von Paula McLain - AstroLibrium

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Lady Africa von Paula McLain

Lady Africa von Paula McLain - AstroLibrium

Lady Africa von Paula McLain – AstroLibrium

„Miwanzo ist das Suaheliwort für Anfänge. Aber manchmal muss erst alles enden und jedes Licht zischend erlöschen, und man muss den Boden unter den Füßen verlieren, ehe man wirklich etwas Neues beginnen kann.“

Ein Zitat, wie in Stein gemeißelt und große Worte, die das Leben einer besonderen Frau, die zu einer besonderen Zeit auf einem besonderen Kontinent lebte, so treffend charakterisieren. Beryl Markham hat ihre Spuren in der Geschichte hinterlassen und doch benötigte sie so viele erloschene Lichter und Neuanfänge, um zu sich selbst zu finden. Die Bücher berichten noch heute über ihre Leistung als Pionierin der Lüfte. Als erster Mensch überfolg sie im September 1936 von England aus den Atlantik nonstop in Ost-West-Richtung. Eine Meisterleistung für die sie seither bewundert wird.

Wie sie dieses Durchhaltevermögen, die Zähigkeit und die Leidenschaft erlangte, eine solche Leistung zu vollbringen, entzieht sich jedoch der breiten Öffentlichkeit. Erst wenn man sich auf ihre Spur begibt, ihrem Leben folgt und dann in ihrer Biografie über Namen stolpert, die sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt haben, beginnt man zu ahnen, mit wem man es zu tun hat, wenn man den Namen Beryl Markham ausspricht. Es ist weniger die Fliegerei, die ihr Leben dominiert. Es ist Afrika. Ein Kontinent, der sie prägte, verletzte, erlöste, zerstörte und befreite. Ihr endlos weites Afrika der erloschenen Feuer und lichthellen Anfänge.

Lady Africa von Paula McLain

Lady Africa von Paula McLain

Ein Afrika, das ihr nicht allein gehörte. Sie musste es teilen, sich ausliefern, anlehnen und lernen. Sie musste Vertrauen erwerben, investieren und Grenzen überwinden, die ihr allein schon aufgrund ihres Geschlechts gesteckt waren. Sie wuchs als Tochter von Pferdezüchtern in Kenia auf und hatte Land und Natur tiefer in sich aufgenommen als irgendeine Europäerin in dieser Zeit. Beryl war ein Kind Afrikas. Nicht mehr und nicht weniger. Sie war so wild wie das Land, facettenreich wie die Farben Nairobis aber eines war sie nie: Frei.

„Ich lernte beobachten, lernte auch, mich anderen Händen anzuvertrauen. Und ich lernte es, auf Wanderschaft zu gehen. Ich lernte, was jedes träumende Kind wissen muss – dass kein Horizont zu weit ist, um bis zu ihm und über ihn hinaus vorzustoßen. Diese Dinge lernte ich sofort.

Die meisten jedoch fielen mir schwerer.“

Lady Africa“ von Paula McLain (Aufbau Verlag) ist zugleich die aufrichtige Hommage und warmherzige Annäherung einer Autorin an eine Frau, deren Weg zur Lady mehr als dornig und gefährlich war. Ein Weg, der sie verzweifeln ließ und mehrfach wie eine Einbahnstraße ohne Perspektive wirkte. Ein Weg, der vom Scheitern ebenso bestimmt war, wie von der unglücklichen Liebe zu einem Mann, in den man sich nur unglücklich verlieben konnte. Paula McLain schreibt uns in ihrem neuen Buch nach Afrika und wagt dabei sehr viel, da sie uns in eine Zeit und eine Szenerie versetzt, die wir nur allzu gut kennen. Sie bringt uns nach Hause – Jenseits von Afrika.

Lady Africa von Paula McLain

Lady Africa von Paula McLain

Es ist das Afrika der frühen 1920er und 1930er Jahre. Das Afrika von Tania Blixen und Denys Finch Hatton. Im Gegensatz zu ihnen jedoch ist Beryl hier aufgewachsen und eins geworden mit den Menschen und Tieren des Landes. Sie ist nicht reich, lebt nicht in einer Villa und gehört nicht zur sogenannten Society unter den Kolonialherren. Sie überzeugt durch ihre Arbeit und geht eigene Wege. Als erste lizensierte weibliche Pferdetrainerin macht sie von sich Reden. In den Fußstapfen ihres Vaters versucht sie sich ein eigenes Leben aufzubauen, nachdem sie schon als junges Mädchen unverliebt heiraten musste, um überhaupt im Land bleiben zu können, nachdem ihre Eltern völlig abgebrannt alles verkaufen mussten.

Unverliebt bleibt sie, bis eine einzige Begegnung ihr Leben von heute auf morgen nachhaltig verändert. Und damit steht sie, wie wir als Kenner des Lebensberichts von Tania Blixen Jenseits von Afrika nur zu gut wissen, nicht allein. Denys Finch Hatton wäscht nicht nur die Haare verheirateter dänischer Ladies, er verdreht auch der jungen Beryl den Kopf. Für alle Zeiten. Paula McLain bringt uns zurück an den Fuß der Ngong Berge und erzählt aus einer völlig neuen Perspektive auch die Geschichte von Tania Blixen und bietet damit eine neue Sicht auf ein tragisches Leben, das uns in Buch und Film so sehr berührte. „Lady Africa“ ist eine literarische Heimkehr.

Doch in Denys trifft Beryl auf einen Mann, der sein Geld als Großwildjäger verdient, Afrika als sein eigenes Biotop betrachtet und alles sucht, nur keine Bindungen oder Verpflichtungen. Seine Freiheit ist ihm heilig. Seine unbändiger Wille, am Ende seines Lebens nicht am Ende des Lebensweges eines anderen Menschen zu enden ist sein Mantra. Daran scheiterte bereits Tania Blixen und auch die Gefühle von Beryl Markham scheinen daran zugrunde zu gehen. Er nimmt sie mit auf einen seiner Flüge über Afrika und entfacht in ihr die Leidenschaft fürs Fliegen. Das Einzige, was ihr von ihm bleiben sollte.

Lady Africa von Paula McLain

Lady Africa von Paula McLain

„Beinahe zehn Jahre hatte ich mir das hier gewünscht… genau das. Denys las weiter, seine Stimme hob und senkte sich, während ein Nachtfalter, der sich in den Vorhängen verfangen hatte, für einen Moment den Kampf aufgab und merkte, dass er frei war.“

Paula McLain hat mit ihrem Buch „Madame Hemingway bereits mit einer starken Charakterstudie überzeugt, in „Lady Africa“ ist sie aus meiner Sicht noch tiefer in die Frau eingetaucht, über die sie schreibt. Angst, Liebe und Verzweiflung werden spürbar und die Natur der Traumlandschaft baut sich spielerisch vor dem geistigen Auge des Lesers auf. Und doch ist es ein großes Wagnis, genau diese Geschichte zu erzählen, so wie jede Heimkehr an einen bekannten Ort ein Wagnis ist. Sie beschreibt Menschen und Orte, die wir kennen, sie beschreibt Gefühle, die wir bereits aus der Sicht von Tania Blixen erlesen durften und sie erzählt von einem Land, das wir aus dieser Phase seiner Geschichte so greifbar und fühlbar verinnerlicht haben.

Und doch gelingt es Paula McLain eine eigene Geschichte zu erzählen, die uns ein lang ersehntes Fenster in unser vergangenes Lesen öffnet. Sie scheint Beryl Markham nachzuleben, sie empathisch zu denken und zu fühlen. Und genau mit diesem Roman erweist sie der Frau, über die sie hier schreibt den wohl größten Liebesdienst, den eine Autorin erweisen kann. Das eigene Buch von Beryl Markham über ihre Zeit in Afrika „Westwärts mit der Nacht“ stand immer im Schatten der Erzählung von Tania Blixen. Es ist nicht mehr erhältlich und durch „Lady Africa“ bringt Paula McLain eine verlorene Geschichte in brillanter Form ins Gedächtnis der Leser.

Lady Africa von Paula McLain

Lady Africa von Paula McLain

„Westwärts mit der Nacht“ ist Teil meiner kleinen Afrika-Bibliothek und ich kann mit Fug und Recht behaupten, dass Paula McLain ihre Protagonistin so gezeichnet hat, dass es Beryl selbst heute gefallen würde, wie wir sie kennenlernen dürfen. Ihr eigenes Buch ist brillant zu lesen. Es ist unendlich weit, wo Tania Blixen ihren Fokus auf Details richtet. Es ist offen und Beryl schreibt mehr als direkt über ihre unglückliche Liebe, das Leben und ihre Leidenschaft für einen Kontinent, der ihr letztlich die Flügel verlieh, um über den Atlantik zu fliegen.

Lady Africa“ ist ein biografischer Roman von Format. Er brilliert mit den Momenten des Wiedererkennens und überzeugt durch seine frische Perspektive des Neuerlebens. Für Liebhaber von Tania Blixen ein MUSS. Für Freunde großer Gefühle unverzichtbar und für alle Fans des Films „Out of Africa“, die den Absturz von Denys Finch Hatton niemals ganz verwunden haben, eine wundervolle Liebeserklärung an einen Mann, der vor den ihm zufliegenden Herzen davonflog.

„Die Dornbäume kannten weder Kummer noch Angst. Die Sternbilder kämpften nicht oder hielten sich zurück, ebenso wenig wie die milchig schimmernde Mondsichel. Alles war vorübergehend und endlos zugleich. Diese Zeit mit Denys würde verblassen und für immer andauern.“

Beryl Markham - Westwärts mit der Nacht

Beryl Markham – Westwärts mit der Nacht – Ein Zitat über Denys Finch Hatton

Folgen Sie meiner Artikelserie unter der Überschrift Ich hatte einen Blog in Afrika und spannen Sie mit mir einen literarischen Bogen, der im kolonialen Afrika beginnt und bei Flüchtlingen endet, die vor Lampedusa ertrinken. Romane, Biografien, Reportagen und Kinderbücher sollen zeigen, wie Afrika heute in der Literatur wahrgenommen wird.

Lesen Sie gut.

Und wer das Buch noch bei Tageslicht anschauen möchte, der sollte bei Heike auf Irve liest vorbeischauen.Sie hat Beryl in ihrem Blogbiotop ein warmes Zuhause gegeben.

Ich hatte einen Blog in Afrika - Eine Leserreise

Ich hatte einen Blog in Afrika – Eine Leserreise

Der neue Roman von Paula McLain:

Und jetzt das. Glaubt man dem Klappentext (und ich kann vorwegnehmen, dass man dies schon aus Selbstschutz tun sollte) dann haben wir es bei „Nacht ohne Sterne“ mit einem literarischen Thriller zu tun, der sich mit vermissten Kindern, einer Ermittlerin mit einer dramatischen Vorgeschichte, mit den Folgen von Adoptionen und einer Reihe von Mädchen beschäftigt, die spurlos verschwunden sind.  Ein Genre-Sprung, den ich nicht erwartet hätte.

Nacht ohne Sterne von Paula McLain - AstroLibrium

Nacht ohne Sterne von Paula McLain

Ich hatte einen Blog in Afrika – Eine Lesereise

Ich hatte einen Blog in Afrika - Eine Lesereise

Ich hatte einen Blog in Afrika – Eine Lesereise

Er nahm sogar den Computer mit auf Lese-Safari.
Drei gute Stifte,
Bücher für einen Monat,
und ein SmartPhone.

Er begann unsere Freundschaft mit einem Geschenk
und später machte er mir noch eins.
Ein unglaubliches Geschenk.

Einen flüchtigen Blick auf die Welt der Literatur
durch seine Augen. Und ich dachte:
“Ja, ich begreife… So war`s gemeint!”

So, oder so ähnlich sollte meine Geschichte beginnen. So, oder so ähnlich sollte man später über mich schreiben, wenn alles erzählt ist, was über meine Leidenschaft zu Büchern zu erzählen war. Genau so sollte sie beginnen. Meine kleine Geschichte über eine Lesereise in die Welt der Literatur über den “Dunklen Kontinent”.

Ich hatte einen Blog in Afrika. Ja… das würde mich sehr freuen… Deshalb fange ich genau so an und lade Sie herzlich ein, mir auf diesem Weg zu folgen. Keine Safari im eigentlichen Sinne. Keine Angst. Wir werden kein einziges Buch erlegen. Ich werde die gefundenen Buchschätze am Himmel über Afrika nur markieren und sie zu leuchtenden Fixsternen unseres Lesens machen. Leisten Sie mir doch Gesellschaft. Das Lagerfeuer weist Ihnen den Weg…

Wissen Sie… Ich hatte einen Blog in Afrika…

Ich hatte einen Blog in Afrika - Eine Lesereise

Ich hatte einen Blog in Afrika – Eine Lesereise

Seit Jahren begleitet mich ein absolutes Herzensbuch auf meinem Lebensweg. Es gibt mir Halt, inspiriert meine Fantasie und es verdeutlicht mir immer wieder, wie wichtig es ist, den eigenen Weg im Leben auch gegen Widerstände zu gehen. Am Kompass der eigenen Ideale ausgerichtet, die Richtung niemals aus den Augen zu verlieren und bittere Rückschläge zu verkraften, die Hoffnung nie zu verlieren und an die ewige Macht der Liebe zu glauben. All dies habe ich einer gewissen Tania Blixen zu verdanken.

Einer dänischen Autorin, die nicht durch ihre Erzählung Afrika – Dunkel lockende Welt berühmt würde, sondern viel mehr durch einen Hollywood-Streifen, der einem an manchen Stellen eher spröden Buch die Ebene der tiefen Romantik verlieh, die Tania Blixen beim Schreiben fast gänzlich ausklammerte, weil sie sich in ihrem Buch auf den Teil der Geschichte beschränkte, der ihr ganz alleine gehörte. Ihre tiefe Liebe zu Denys Finch Hatton findet man kaum wieder. Und wenn, dann verborgen zwischen den Zeilen.

Ich habe bisher noch nie über Tania Blixen geschrieben, weil es mir wohl zu heilig war, dieses Terrain zu betreten. Und doch schlummerte immer der tiefe Wunsch in mir, endlich selbst zu den Ngong-Bergen zu reisen, mein Camp dort aufzuschlagen und meinen Gedanken Freilauf zu gewähren. Dabei werden viele Bücher über Afrika meinen Weg kreuzen. Bücher über die koloniale Vergangenheit des dunklen Kontinents, aber auch Bücher darüber, was wir aus Afrika gemacht  haben. Bevor alles auf Lampedusa endet… Aber fangen wir dort an, wo mein Lesen über den Dunklen Kontinent begann

Es beginnt dort, wo alles begann. Bei Tania Blixen… Sie sind herzlich eingeladen, mir zu folgen, Ihre eigenen Bücher mitzubringen und so ein Kaleidoskop entstehen zu lassen, das uns Afrika ein wenig näher bringen kann. Von gestern bis heute…

„Reiten, Bogenschießen, die Wahrheit sagen.“ (Tania Blixen)

Ich hatte einen Blog in Afrika - Eine Lesereise - Tania Blixen

Ich hatte einen Blog in Afrika – Eine Lesereise – Tania Blixen

Wer erinnert sich nicht an diese ersten Worte einer großen Erzählung:

„Ich hatte eine Farm in Afrika… Am Fuße der Ngong Berge…“

Tania Blixen lieferte 1937 mit ihrer Autobiografie „Afrika – Dunkel lockende Welt die Vorlage für den legendären Film „Jenseits von Afrika“. Im Zentrum steht dabei ihr Leben in einer kolonialen Männerwelt – auf sich ganz allein gestellt und verzweifelt gegen die Natur kämpfend, um ihren Traum von einer Kaffeeplantage zu verwirklichen.

Dabei wird ihr Leben in Kenia von ihrer unglücklich Liebe zu Denys Finch Hatton immer wieder auf harte Proben gestellt. Ihr emotionaler Besitzanspruch stößt auf das Herz eines Mannes, der alles will, nur keine formale Bindung. Zwei Leben taumeln in diesem Strudel der Emotionen durch eine ganz eigene Welt. Bis ein Flugzeug über dem dunklen Kontinent abstürzt…

Wer hat diese Bilder nicht im Herzen:

  • weiße Handschuhe, die abgelegt werden dürfen
  • ein Flug über Afrika
  • ein Grammophon, Mozart und ein paar wilde Affen
  • Haarewaschen im Camp
  • ein Club nur für Gentlemen, der von einer Frau erobert wird
  • der Kniefall für die Kikuyu

Und wem klingt das liebevolle „Memsahib“ nicht mehr in den Ohren…?

Ich werde sowohl über dieses Buch, als auch über den Film schreiben, werde mich mit weiteren Werken von Tania auseinandersetzen und einen weiten Bogen spannen, der erklären soll, warum die Faszination dieser Geschichte ungebrochen scheint. Ich werde Menschen zuhören, die Tania Blixen persönlich kannten und über sie schrieben. Meine Lesereise wird genau hier beginnen… Und dann geht es immer weiter.

Ich hatte einen Blog in Afrika - Eine Lesereise - Paula McLain

Ich hatte einen Blog in Afrika – Eine Lesereise – Paula McLain

Der Aufbau Verlag bringt mich mit „Lady Africa“ von Paula McLain erneut auf den dunklen Kontinent. Ich habe dort bereits eine gute Freundin fürs Lesen kennengelernt und nun darf ich sie wohl wiedersehen. Am Fuße der Ngong Berge. Ein erstes Buch in dem sich die Kreise zu schließen beginnen.

Lady Beryl Markham war nicht nur eine Freundin von Tania Blixen, sie war auch die erste Frau, die im Alleinflug den Atlantik überquerte. Das mehr als faszinierende Leben dieser unbezähmbaren Abenteurerin wird uns von Paula McLain erzählt.

Genau die Autorin, die uns schon mit „Madame Hemingway“ begeistert hat. Ich werde also am 21. August mit ihr nach Afrika fliegen und vertraue mich den Flugkünsten von Lady Markham an. Und ich denke, dass ich mit Denys Finch Hatton ein ernstes Wörtchen zu reden habe… Er hat ihr nicht nur das Fliegen beigebracht…!

Ich hatte einen Blog in Afrika - Eine Lesereise - Lady Beryl Markham

Ich hatte einen Blog in Afrika – Eine Lesereise – Lady Beryl Markham

Aber wie nähert man sich einem derart biografisch ausgerichteten Roman an? Am Beispiel von Lady Africa ist das eigentlich ganz leicht erklärt. Paula McLain schreibt über Beryl Markham, die in Tania Blixen eine Seelenverwandte und mit deren Geliebtem, Denys Finch Hatton, das größte Abenteuer ihres Lebens fand…

Ich höre mir einfach an, was Beryl selbst über ihr Leben schrieb. Westwärts mit der Nacht – Mein Leben als Fliegerin in Afrika (Piper) ist zwar schon lange nicht mehr im Handel, aber wohlbehütet in meiner kleinen Bibliothek zu finden. Autobiografie trifft auf biografischen Roman… Spannendes Lesen und ein erneuter Kreis, der sich zu schließen beginnt.

Über Denys Finch Hatton schrieb Beryl Markham den folgenden Satz, der mich sehr bewegt hat:

„Denys war der oberste, der Schlußstein [sic] im Scheitelpunkt eines Gewölbes, dessen andere Steine die Leben anderer Menschen waren… und wird der Gipfelstein zertrümmert, so stürzt der Wölbungsbogen zusammen.“

Ja… Das hätte Denys gefallen..

Ich hatte einen Blog in Afrika - Eine Lesereise - Afrika heute

Ich hatte einen Blog in Afrika – Eine Lesereise – Afrika heute

Abseits der kolonialen Romantik werde ich aber auch der kleinen Frida folgen, die sich in unserer Zeit auf ihre ganz eigene Suche nach Afrika begibt. Ein kleines mutiges Mädchen, das seinen Zielen beharrlich folgt. Auch, wenn das Ziel Afrika heißt!

Kleines Afrikavon Antje Damm (Tulipan Verlag) wird mir einen völlig neuen Zugang zum Fernweh vermitteln, denn Frida wird fündig. Aber der Traum von der weiten Welt wartet am Ende ihrer Reise nicht mit Elefanten auf sie. Eine Reise, die sich besonders aus der Perspektive junger Leser lohnt. Eine gemeinsame Reise wartet auf uns.

Am Ziel meiner Reise nach Afrika werde ich allerdings kein romantisches Bild von Safaris, Kolonialismus oder Luxustourismus zeichnen. Das Ziel der Reise begleitet uns durch die Horror-Nachrichten dieser Tage. Ich werde vor Lampedusa verzweifelt um das Leben einer jungen afrikanischen Frau kämpfen.

Sag nicht, dass du Angst hast von Giuseppe Catozzella (Knaus Verlag) wird mich dorthin begleiten und auch Peggy Steike wird in Bildern sprechen. Keine leichte Reise. Emotionen und Tragödien werden ihre Wegmarken sein. Afrika von gestern bis heute. Viele weitere Bücher, die bereits vor mir liegen, werden sich anschließen. Es wird eine spannende, traurige, romantische und bewegende Reise, die ich wage.

Reisen Sie mit. Bringen Sie Ihre Afrika-Bücher mit in unser Camp des guten Lesens und erzählen Sie uns, warum sie so unverzichtbar sind für dieses Kaleidoskop. Nur so kann ein komplexer Blick auf eine magische Welt entstehen, die so viele Spuren in den Herzen ihrer Leser hinterlassen hat. Afrika…. 

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