Space Girls von Maiken Nielsen

Space Girls von Maiken Nielsen - AstroLibrium

Space Girls von Maiken Nielsen

50 Jahre – Der erste Mann auf dem Mond. Ein besonderes Jubiläum. Ein Meilenstein. Wissenschaft und Mensch in perfekter Symbiose und nach jahrelangen Vorbereitungen endlich Sieger über die Schwerkraft und die lebensfeindliche Umgebung im Weltall. So wird Geschichte geschrieben. Menschheitsgeschichte. Oder handelt es sich bei diesem epochalen Ereignis mal wieder nur um Männergeschichte? Das Weltraumprogramm ist eine Männerdomäne in den 1960er Jahren. Die NASA ist eine Ansammlung führender Wissenschaftler und Testpiloten, die sich auf die Mission vorbereiten. Mercury Seven. Sie gehen in die Geschichte ein. Sieben handverlesene Astronauten, die schon 1959 in Washington präsentiert werden und den Kern der bemannten Weltraumfahrt darstellten.

BEMANNT. Nicht befraut. Schon klar. Raumfahrt ist ein Männerding. Zumindest in diesen Jahren. Die NASA war ein Männerding und die Mondlandung 1969 war es auch. Alan P. Shepard. Einer der Mercury Seven – Astronauten. Einer der Wegbereiter. Neil Armstrong – Der erste Mensch (Mann) auf dem Mond. Nichts dran zu rütteln. Ehrlich? Und was ist mit Mercury 13? Nie etwas davon gehört? Dann wird es Zeit. Die „13“ sagt etwas über die Anzahl der Beteiligten an diesem Programm aus. Und das ist jetzt mehr als interessant, denn diese Mission ist ein FRAUENDING! Pilotinnen. Astronautinnen und Weltraumpionierinnen. Nur kurz nach Bekanntgabe der legendären „Seven“ fand ein zweites Auswahlverfahren statt. Das Ziel: Den Beweis anzutreten, dass Frauen die Tests ebenso gut bestehen würden, wie ihre männlichen Vorreiter. Space Girls. Heute ein fast verschwundener Baustein der Weltraumfahrt. Zeit, das Geheimnis zu lüften.

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Space Girls von Maiken Nielsen

„Wenn meine Mutter den Check-up-Test eines Footballteams besteht, heißt das nicht, dass sie Football spielen kann!“

Diese und ähnlich lautende Aussagen im Rahmen einer offiziellen Anhörung vor einem NASA-Subkomitee beendeten den Traum vieler Frauen, gleichberechtigter Teil der Weltraumgeschichte zu werden. Und das nachdem 13 von ihnen bewiesen hatten, dass sie die Eignungstests ihrer männlichen Kollegen mit vergleichbaren Ergebnissen absolvieren konnten. Der Beweis war erbracht und trotzdem traf jene Frauen die Keule männlicher Ignoranz. Ihre Geschichte wurde immer nur am Rande erwähnt. Die Folgen dieser Ablehnung jedoch spürten sie nachhaltig. Arbeitslosigkeit, weil sie unerlaubt am Auswahlverfahren teilgenommen hatten. Gesundheitliche Spätfolgen, weil sie in dieser Testreihe mit radioaktivem Material belastet wurden. Und menschliche Enttäuschung.

Zeit, ihre Geschichte zu erzählen. Zeit, das Mäntelchen des Schweigens zu lüften und den „Space Girls“ Ehre zu erweisen. Zeit, der Hamburger Autorin und Fliegerin Maiken Nielsen in ihren Roman zu folgen und Teil dieser legendären Mercury 13 Crew zu werden. Sie setzt den Pionierinnen ein literarisches Denkmal. Und gar nicht so ganz nebenbei zeichnet sie das Rollenbild der Frau in den 1960er Jahren am Beispiel dieser Männerdomäne exemplarisch auf. „Space Girls“, erschienen im Wunderlich Verlag, ist alles, nur kein Frauending. Ich habe das Buch gelesen und erweise dem Roman meine Referenz, weil ich ihn für relevant, lehrreich und in höchstem Maße unterhaltsam halte.

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Space Girls von Maiken Nielsen

Space Girls ist im klassischen Sinne ein historischer Roman, weil er dem verbrieften Setting fiktionale Charaktere hinzufügt, an deren Seite wir das Geschehen hautnah und unmittelbar erleben können. Maiken Nielsen hat hierdurch zweierlei erreicht. Einerseits legt sie kein reines Sachbuch oder eine trockene Dokumentation der Ereignisse vor und zum Zweiten gelingt es ihr, mit ihren Protagonistinnen gleichzeitig eine Ebene erzählbar zu machen, die ihren Roman zu einem komplexen Kaleidoskop der US-amerikanischen Weltraumgeschichte macht. Es sind die beiden deutschen Weltkriegsflüchtlinge Martha und ihre Tochter Juni, die den eigentlichen Erzählraum Mercury 13 erweitern. Hier wird der Anteil deutscher Wissenschaftler am US-Weltraumprogramm deutlich. Hier verwebt die Autorin ihre Fäden von Wernher von Braun zur Raketenforschung der Nazis, bis in die Zwangsarbeiterlager und die Entwicklung der V-2 Vernichtungswaffe. Hier erzählt sie von zwei Frauen, die das Land verlassen haben, weil sie um ihr Leben fürchten und Angst haben mussten, ebenso wie Junis Großvater im Arbeitslager liquidiert zu werden.

Hier erzählt die Schriftstellerin eine Geschichte auf unterschiedlichen Ebenen, die nicht nur historisch relevant ist, sondern die Motivation von Juni greifbar werden lässt, sich am Auswahlverfahren von Mercury 13 zu beteiligen. Sie folgt ihrem hingerichteten Großvater. Sie will in einer Rakete fliegen, an deren Entwicklung er bis zu einem Verrat beteiligt war. Sie wirft alles in die Waagschale. Hier skizziert die Autorin keine einfache Romanfigur. Sie stattet Juni mit allem aus, was man sich von einer Heldin im positiven Sinne erhofft. Ecken und Kanten, Kampfgeist bis zum Letzten und einen Charakter, an dem man sich während der gesamten Handlung orientieren kann. Wer Juni nicht mag, dem ist literarisch nicht weiterzuhelfen. Maiken Nielsen öffnet in „Space Girls“ gleich zwei Fässer, die man bei der NASA gerne ganz tief im Keller verstecken würde.

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Space Girls von Maiken Nielsen

Die Tatsache, dass die spätere Apollo-Mission auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht, die man der Nazi-Diktatur zu verdanken hat und, dass man der Leistung einiger hochtalentierter Frauen einen unverzeihlichen Riegel vorgeschoben hat. Beide Fässer beinhalten den Stoff, aus dem gute Romane gemacht sind. Perfekte Recherche, sicher verbriefte historische Personen und ganz eigene Protagonisten, die authentisch aus der Zeit in unsere Hände fallen. Der Blick, den sie uns durch diesen Roman auf die frühen Phasen der Weltraumfahrt gewährt, ist unschätzbar. Das Lesetempo wird von einer in jeder Beziehung bewundernswerten jungen Frau vorgegeben. An Junis Seite erleben wir Verzweiflung, Hoffnung, Niederlage und ein ungebrochenes Kämpferherz. Hätte es Juni wirklich gegeben, sie hätte es verdient ein legendäres Zitat in abgewandelter Form zur Erde zu schicken.

Dies ist ein kleiner Schritt für eine Frau, aber ein riesiger Sprung für die Frauen.

LESENSWERT. Kein Frauending. Gerade auch für Männer erhellender Lesestoff.

Damit ist der Roman auch ein deutlicher Fingerzeig auf die heutige Gesellschaft. Gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit, eine angemessen proportional gleiche Vertretung von Frauen in Spitzenpositionen und Gleichberechtigung im Rollenbild hätten sich wohl drastisch anders entwickelt, hätte man nicht erst im Jahr 1983 mit Sally Ride die erste US-Amerikanerin mit der Challenger in den Weltraum geschickt. Übrigens: Walentina Wladimirowna Tereschkowa hat dies als Kosmonautin bereits 20 Jahre zuvor erlebt. Sie war 1963 die erste Frau im Weltraum und auch die einzige Frau in der Geschichte, die allein flog, also ohne Begleitung männlicher Kollegen. Und all das, während wir uns eher an den ersten Affen oder den ersten Hund im Weltall erinnern. Albert und Laika. Lässt sich die Benachteiligung von Frauen besser dokumentieren? Ich denke nicht!

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Space Girls von Maiken Nielsen

Space Girls von Maiken Nielsen / Wunderlich Verlag / 432 Seiten / 22 Euro

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Space Girls von Maiken Nielsen

Und jetzt noch die Gewinner des Mondeulen-Specials zum 50. Jubiläum:

„Sarah aus dem Elbtal“ und „Mikka Liest“. Herzlichen Glückwunsch. Unsere Eulen machen sich auf den Weg. Und dann wird es schwerelos bei Euch. Habt Spaß.

50 Jahre Mondlandung – Ein Literaturereignis

Apollo 11 - 50 Jahre Mondlandung in der Literatur - AstroLibrium

Apollo 11 – 50 Jahre Mondlandung in der Literatur

Plötzlich war alles möglich. Es war der 21. Juli 1969 und Neil Armstrong stand als erster Mensch auf dem Mond. Ich hörte seine Worte „Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit“ und blickte staunend in den Himmel. Die Welt aus dem All zu sehen, veränderte alles. 50 Jahre sind seitdem vergangen und heute blicken diejenigen, die es erlebt haben zurück und versuchen ihre Gefühle von einst weiterzugeben. Bücher helfen uns zu erklären, wo alles begann, was den Erfolg der Mission ermöglichte und wie uns der Wettlauf zum Mond veränderte. Ein ungewöhnliches Sachbuch veranschaulicht das gesamte Apollo-Programm und bietet dabei neben allen Fakten auch überraschende Einsichten. „Apollo – Der Wettlauf zum Mond“ von Zack Scott. Wir erfahren alles über die Missionen, die Astronauten und die technischen Quantensprünge, ohne die man es nicht zum Mond geschafft hätte.

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Apollo 11 – 50 Jahre Mondlandung in der Literatur

Schautafeln, Grafiken und schematische Darstellungen vermitteln einen direkten Eindruck von der Herausforderung, die eine Reise zum Mond darstellt. Hier überwiegt nicht der Text. Es ist die Symbolik, die besticht und Leser jeden Alters auf Stand bringt. Komplexe Sachverhalte werden in einfach zugänglichen Darstellungen veranschaulicht. Eine grandiose Dokumentation, die keine Fragen offenlässt. Ich startete meine Mission genau hier, blicke aber auch auf Jules Verne zurück. Seine „Reise von der Erde zum Mond“ ist 150 Jahre alt, absolut visionär und die Mutter aller Science-Fiction-Romane. Wer aufmerksam liest, wird schnell erkennen, wie nah Jules Verne an der Realität war. Drei Raumfahrer in einer Hochgeschwindigkeitskapsel, fast korrekte Berechnungen zur Umlaufbahn und das Wunder der Schwerelosigkeit geben diesem Erzählraum Tiefgang. Meine illustrierte Ausgabe aus den 1970er Jahren ist ein steter Quell der Inspiration.

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Apollo 11 – 50 Jahre Mondlandung in der Literatur

Vielleicht hat sich ja die NASA von Jules Verne verleiten lassen, den Mond in Angriff zu nehmen. Wer weiß. Es steht jedenfalls fest, dass der Wettlauf zum Mond damals die Welt in Atem hielt. Und da lassen es sich Verlage und Buchhandlungen nicht entgehen, diesen besonderen Tag bibliophil zu begehen. Unfassbare Neuerscheinungen sind auf dem Markt, die Auswahl ist groß und für jeden ist etwas dabei. Wenn ich also mal nicht im neuen Zack Scott oder im alten Jules Verne stecke dann bin ich in den Weiten eines literarischen Universums unterwegs, das zu diesem Anlass besonders viele Sterne am Firmament versammelt. Ich möchte euch hier ein paar Bücher empfehlen, die ihr lesen solltet, wenn ihr in die Jubiläums-Mondphase eintretet. Und es geht auf keinen Fall nur um Weltraumliteratur. 

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Apollo 11 – 50 Jahre Mondlandung in der Literatur

Wie wäre es mit Artemis von Andy Weir. Der Mond ist bewohnt, der Landeplatz von Apollo 11 ist ein Touristenmagnet und die Ausbeutung des Erdtrabanten löst eine Krise aus. Nachdem uns Andy Weir mit dem „Marsianer“ auf den roten Planeten geschossen hat, fokussiert er sich nun auf den Erdtrabanten. Was er jedoch hier anstellt und was er sich alles einfallen lässt, um der Sonderhandelszone Mond Schwerkraft zu verleihen ist beeindruckend. Wirtschafts-, Wissenschafts- und Weltraumthriller in einem Roman. Ich freue mich nach dem Buch und der Hörbuchadaption bereits auf die Verfilmung. Uhren mit Erdphasen-Anzeige wären auf jeden Fall perfekte Merchandising-Artikel.

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Apollo 11 – 50 Jahre Mondlandung in der Literatur

Auch Apollo11 von James Donovan ist empfehlenswert. Der Wettlauf zum Mond und der Erfolg einer fast unmöglichen Mission wird hier in Wort und Bild lebendig. Was Scott visualisiert, wird von Donovan multiperspektivisch erzählt. Es ist die menschliche Seite voller Zweifel und Wagemut, die er betont. Er versetzt sich in die Astronauten und Wissenschaftler hinein, reflektiert ihre Gedanken und Gefühle und verdeutlicht vor dem Hintergrund des technisch Machbaren die Erfolgsaussichten, die realistisch erschienen. Das Scheitern war wahrscheinlicher als der Erfolg. Pressemeldungen über den Tod der Astronauten waren vorbereitet, die Öffentlichkeit spielte eine große Rolle. Der Druck im Wettlauf mit Russland war enorm. Das fachlich fundierte Sachbuch hebt pünktlich zum Jubiläum ab und nimmt uns mit. In jeder Beziehung.

Alles zu sachlich? Alles zu realistisch und zu technisch? Na dann! Ich kann auch anders. Wer gerne träumt, der folge einfach Torben Kuhlmann in die Bilderbuchwelt von „Armstrong“. Hier war es eine Maus, die den Mond zuerst betrat. Kein Zweifel. Ein Missions-Patch im Buch belegt die wundervoll illustrierte Geschichte in der ganz neuen Jubiläumsausgabe.

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Apollo 11 – 50 Jahre Mondlandung in der Literatur

Die Aufschrift Ein kleiner Schritt für eine Maus belegt darüber hinaus sogar das Plagiat, dessen sich ein gewisser Neil Armstrong bediente, als er die Mondoberfläche betrat. Nicht nur die technische Meisterleistung, auch das Zitat… alles geklaut. So sind die Menschen. Nichts kann man den Mäusen überlassen. Dabei sieht man auf diesem Jubiläumscover ganz deutlich, dass die Crew der Landefähre sehen konnte und wissen musste, dass sie kein Neuland betrat. Torben Kuhlmann hat dem Buch ein ganz neues Hintergrundkapitel zur Geschichte der Raumfahrt hinzugefügt. Man sollte sich die neue Sicht auf dieses besondere Kapitel der Eroberung des Weltalls nicht entgehen lassen. Spätestens, wenn unsere Augen am 21. Juli zum Mond blicken und weltweit Menschen diesen Tag zu ihrem Feiertag machen, sollte man das gestickte Abzeichen in die Hand nehmen und ganz kurz an Mäuse und ihre Geschichte der bemausten Weltraumfahrt denken.

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Apollo 11 – 50 Jahre Mondlandung in der Literatur

Aber auch jenseits der Weltraummission hat der Mond Spuren in unserem Lesen hinterlassen. Romane rund um das Leben in bestimmte Mondphasen lassen unseren Erdtrabanten mal in weite Ferne rücken und manchmal ganz nah erscheinen. Romane, die Geschichten erzählen, in denen die Mondlandung als Metapher für die Annäherung von Menschen genutzt wird. Vom fulminanten Start in eine Umlaufbahn, den gewagten Touchdown bis zum Verlassen des innig geliebten Partners. Nicht jedoch ohne Ballast zurückzulassen. „Der Sommer meiner Mutter“ ist so konstruiert, erzählt und ist genau in der Zeit der Pionierleistung angesiedelt. Grandios. Meine kleine Mondleseliste hänge ich gerne an.

Der Mond und das Lesen bei AstroLibrium

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Raumpatrouille“ – Der Kosmos der Kindheit von Matthias Brandt
Das Mädchen, das den Mond trank“ von Kelly Barnhill
ARTEMIS“ – Leben auf dem Mond mit Andy Weir
Sonne, Mond und Sterne“ von Mario Alberto Zambrano
Armstrong“ – Torben Kuhlmann revolutioniert die Raumfahrt
Die Ziege auf dem Mond“ – Stefan Beuse & Sophie Greve
Der Sommer meiner Mutter“ von Ulrich Woelk

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Apollo 11 – 50 Jahre Mondlandung in der Literatur

Ich feiere das Jubiläum nicht alleine. Thomas Calliebe geht ab wie eine Rakete und hat die erste Mondlandung in den Mittelpunkt seines Kundenmagazins – ErLesen II. Quartal gestellt. Hier ergänzen sich meine Empfehlungen mit seinen extrem wertvollen Tipps zu diesem Jubeltag. Ein besonderes Schaufenster zu diesem Thema sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Was die Buchhandlung Calliebe in Groß-Gerau mit der Buchhandlung Lesezeichen in Germering und der Buchhandlung Bräunling in Puchheim verbindet? Ganz einfach. Wir treten gemeinsam den Beweis an, dass es nicht der Mensch oder die Maus war, die den Mond zuerst betrat. Es waren die kleinen Büchereulen aus meinem Nest, die als wahre Pioniere in die Geschichte eingegangen sind. (Fuß- oder Krallenspuren haben sie natürlich nicht hinterlassen).

Der Beweis? Wir bleiben ihn nicht schuldig. In den drei Herzensbuchhandlungen findet man OSA-Büchereulen (Owl-Space-Agency) aus der kleinen literarischen Sternwarte und es liegt nur an Euch, ob es Euch gelingt, eine dieser Weltraumeulen mit Helm und Sauerstoff-Rucksack in Euren Kosmos zu entführen. Auch bei mir habt Ihr die Chance. Kommentiert diesen Beitrag und erklärt dem Mondlandewesen Euren Landeplatz. „The Owl Has Landed“ ersetzt dann bald den legendären Spruch vom Adler. Viel Glück und schwereloses Lesen.

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Apollo 11 – 50 Jahre Mondlandung in der Literatur

Büchereulen / Hörbucheulen / Space-Eulen made by Tina Stroscher (Danke). Und hier geht´s zum Außenposten bei Mikka liest das Leben. Die Eule ist gelandet.

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Space Girls von Maiken Nielsen

Hier geht´s zu den Space Girls und den Gewinnerinnen unserer Mondeulen…

„Der Sommer meiner Mutter“ von Ulrich Woelk

Der Somer meiner Mutter von Ulrich Woelk - Astrolibrium

Der Somer meiner Mutter von Ulrich Woelk

Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen,
aber ein großer Sprung für die Menschheit
!“

Der Adler war gelandet und mit diesen salbungsvollen Worten verließ Neil Armstrong am 21. Juli 1969 die Landefähre und betrat als erster Mensch die Mondoberfläche. Ich saß gebannt vor dem Fernseher, bewunderte die verwaschenen schwarzweißen Bilder und konnte vor Aufregung kaum mehr schlafen. Der ersten Mondlandung waren einige Apollo-Missionen vorangegangen. Testflüge, Annäherungen, Fast-Landungen und eine finale Mission mit dem Namen „Apollo 11“. Dass diese komplexe Expedition ins All im Jahr 2019, also passend zum 50. Jahrestag der ersten Mondlandung sinnbildlich für die Struktur eines sinnlichen Romans stehen würde, hätte man sicher nicht gedacht.

Der Sommer meiner Mutter“ von Ulrich Woelk ist nun mit Sicherheit kein Raumfahrt- oder Mondlandungsroman. Beileibe nicht. Wobei man bei genauer Betrachtung denken muss, dass sich der Autor sehr gut überlegt hat, welches historisches Szenario er dem Roman zur Seite gestellt hat, um ihn mit entsprechender Schubkraft zu versorgen. Wir befinden uns im Kölner Vorland. Wir befinden uns im Jahr 1969 und wir befinden uns in einer Zeit der klar definierten mittelständischen Frauenbilder. Heim und Herd sind hier die wesentlichen Bestimmungsgrößen für den Alltag der von ihren Ehemännern perfekt versorgten und gehegten Ehefrauen. Die damalige Job-Description war recht simpel. In jeder Beziehung verlässlich, treusorgend und gute Mutter. Reicht aus.

Der Somer meiner Mutter von Ulrich Woelk - Astrolibrium

Der Somer meiner Mutter von Ulrich Woelk

Zumindest im Kölner Umland änderte sich wenig, auch wenn die ganze Welt gerade einen Wandel durchlebte. Die Familie Ahrens ist hier sicher ein gutes Beispiel. Sie sind es, denen wir in diesem Sommer begegnen. Konservativ, finanziell abgesichert und im besten Sinne eine ganz normale Familie – zumindest was man damals unter „im besten Sinne“ verstehen konnte. Alles läuft (wie gleichzeitig bei einer Weltraummission) in sehr geregelten Bahnen. Vater Walter bringt das Geld nach Hause, Mutter Eva versorgt ihre Lieben und der elfjährige Tobias (zugleich auch der Ich-Erzähler des Romans) fiebert in freudiger Erwartung der Mondlandung entgegen. Ein behütetes Elternhaus, mehr kann man sich kaum wünschen.

Ulrich Woelk bringt diesen kleinen Kosmos gehörig durcheinander. Dazu benötigt er in seinem atmosphärischen Erzählraum nur neue Nachbarn, die so anders sind, wie man es nur sein kann. Zumindest neben der Familie Ahrens. So wie der Mond sich von der guten Erde unterscheidet, so sehr wirkt sich die Anziehungskraft der Leinhards auf ihre neuen Nachbarn aus. Und diese Leinhards bringen Schwung in den Laden. Auf der einen Seite Kommunisten, andererseits aber auch Verfechter einer eher schwerelosen Leichtigkeit, in der selbst die berufstätige Uschi Leinhard ihren Lebensinhalt findet. Hier prallen Welten aufeinander, während sich zeitgleich die Welt auf den Mond zubewegt.

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Der Somer meiner Mutter von Ulrich Woelk

Wie die Landekapsel an der Spitze der Weltraumrakete, schlägt Rosa, die Tochter der Leinhards, im Leben von Tobias auf. Und nicht nur das. Sie erobert den Jungen mit Haut und Haaren, verkörpert die erste ungezielte Leidenschaft des Jungen und wird zu seiner allerersten großen Liebe. Landung geglückt. Planet Tobias in erobert. Wie er das aus seiner Warte erzählt, ist pubertierend herrlich naiv und von allem Glück und der Verwirrung eines Heranwachsenden geprägt. Tobias Welt gerät in jeglicher Hinsicht ins Wanken. Womit er jedoch niemals gerechnet hätte, sind die Veränderung, die er an der eigenen Mutter wahrnimmt. Eva eignet sich das Motto der ersten Mondlandung an und startet durch.

Per aspera ad astra – Über raue Pfade gelangt man zu den Sternen. In ihrer neuen Nachbarin Uschi erkennt sie, was sie selbst hätte werden können, wenn sie in der Lage wäre, sich von ihrer Trägerrakete abzukoppeln. Durch Uschi werden Sehnsüchte wach, die bisher unter der Decke der treusorgenden Ehefrau und Mutter verborgen waren. Im schwülen und dunstigen Sommer entdeckt sie neue Seiten an sich selbst. Wie in einer Weltraummission stabilisiert sich zuerst die Flugbahn, Annäherungen werden geprobt, Testläufe gemacht und die Fühler in neue Welten ausgestreckt. Doch was im Juli 1969 auf der Mondoberfläche gelingt, droht bei Eva zu scheitern. Nur darf sie auf keinen Fall „Houston, wir haben ein Problem“ rufen. Der Skandal wäre zu groß. Undenkbar, was ihr da widerfährt. Während alle in den Himmel starren, durchlebt sie, was aus Sicht von Tobias als „Der Sommer meiner Mutter“ in die Familiengeschichte eingeht und seine Welt für immer verändert. Mehr als Rosa, mehr als die Mondlandung und mehr als alles Vorstellbare.

Der Somer meiner Mutter von Ulrich Woelk - Astrolibrium

Der Somer meiner Mutter von Ulrich Woelk

Ich habe diese Zeit gut in Erinnerung. Mein Familienbild stimmt weitgehend mit jener Lebensweise der Ahrens überein. Ich konnte mich gut in Tobias hineindenken. Was er damals erlebte, war Initialzündung und Rohrkrepierer zugleich. Eine Zeit, in der man so schnell erwachsen wird, wie man es sich nicht vorstellen kann. Ulrich Woelk hat einen provinziellen, weltoffenen, erotischen und wissenschaftlichen Roman geschrieben. Der Mond steht für den Aufbruch. Die Landefähre für die Menschen und die Erde für alles, was man hinter sich lassen muss, wenn sich das Leben ändern soll. Ohne Opfer kann man den Fortschritt vergessen. Das Opfer, das dieser Roman kostet ist gigantisch.

Der Sommer meiner Mutter“, erschienen im Beck Verlag, entfaltet auch Sogwirkung, wenn man die Mondlandung nicht aus dem selbst Erlebten in Erinnerung hat. Mich hat die tiefe Charakterzeichnung der kleinen Rosa fasziniert. Ich wäre ihr im Jahr 1969 mit Haut und Haaren verfallen. Ich kann nur empfehlen, sich dem Countdown dieses guten Romans auszusetzen. Ein brillanter Mix aus Coming-of-Age- und Initiationsroman. Sowohl aus Sicht von Tobias, als auch aus der Perspektive seiner Mutter.

Drei.. Zwei… Eins… Zündung…

Der Somer meiner Mutter von Ulrich Woelk - Astrolibrium

Der Somer meiner Mutter von Ulrich Woelk

Bleiben Sie doch noch ein wenig. Es gibt viel zu entdecken:

Sommer-Literatur bei AstroLibrium

1913 – Der Sommer des Jahrhunderts“ geht weiter
Der endlose Sommer“ – Ein Requiem von Madame Nielsen
Bird und ich und der Sommer, in dem ich fliegen lernte“ von Crystal Chan

Der Mond und das Leben bei AstroLibrium

Raumpatrouille“ – Der Kosmos der Kindheit von Matthias Brandt
Das Mädchen, das den Mond trank“ von Kelly Barnhill
ARTEMIS“ – Leben auf dem Mond mit Andy Weir
Sonne, Mond und Sterne“ von Mario Alberto Zambrano
Armstrong“ – Torben Kuhlmann revolutioniert die Raumfahrt
Die Ziege auf dem Mond“ – Stefan Beuse & Sophie Greve

Der Somer meiner Mutter von Ulrich Woelk - Astrolibrium

Der Somer meiner Mutter von Ulrich Woelk

„Armstrong“ – Torben Kuhlmann revolutioniert die Raumfahrt

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

Nee… Schon klar. Mäuse!

Die Geschichte der modernen Fliegerei muss umgeschrieben werden, nur weil ein illustrierender Autor aus Hamburg es sich in den Kopf gesetzt hat, mal eben mit einem Pinselstrich die Luftfahrthistorie auf den Kopf zu stellen. Beweise für seine Thesen hat er keine. Lediglich ein paar Zeichnungen und eine ganz nett erzählte Geschichte. Mich kann Torben Kuhlmann jedoch nicht auf den Leim führen. Mich nicht!

Seine Story von „Lindbergh haben wir ihm fast geglaubt. Aber eben nur fast. Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus war aber wirklich täuschend echt erzählt, dass man auf sie hereinfallen musste. Allein die Zeichnungen des wild vor sich hin bastelnden Nagers ließen erste Zweifel an unserer Version der Luftfahrtgeschichte aufkommen. Und dann gab es da noch dieses authentische Tondokument, in dem ein gewisser Bastian Pastewka die Geschichte Kuhlmanns, als Hörbuch getarnt, in Umlauf brachte. Der Hörverlag ist nicht ganz unschuldig, wenn man mich fragt.

Wer hatte denn nun den Atlantik zuerst in einem Flugzeug überquert? Etwa jener Charles Lindbergh oder doch viel eher eine kleine Maus, die auf ihrer Flucht vor Eulen und den immer zahlreicher werdenden Mausefallen ihre Chance ergriff, und Non-Stop über den Atlantik flog und wohlbehalten in Amerika landete? Also ich sage, Lindbergh. Wenn nur nicht diese leisen Zweifel blieben, die Torben Kuhlmann ohne Unterlass in die Welt setzt. Und das auch noch in einem Bilderbuch vom beim NordSüd-Verlag, der ja eigentlich als seriös gilt.

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

Ich habe Torben Kuhlmann ja mal persönlich auf den Zahn gefühlt. Aber in diesem Interview hatte ich dann eher den Eindruck, er sei völlig von dem überzeugt, was er da so von sich gibt. Unter uns, er glaubt sogar daran, dass es eine Maulwurfstadt gibt, in der sich die blinden Buddeltierchen um ihre Umwelt Gedanken machen. Firlefanz. Man konnte nur hoffen, dass dem zweifellos hochbegabten Fabulisten das Handwerk gelegt würde, weil fast alle Kinder in meinem Umfeld begannen, seinen Geschichten Glauben zu schenken.

Das ist doch Gift für das Faktenwissen junger Menschen, wenn sie so sehr im Kern ihrer Fantasie berührt werden, dass sie letztlich alles für möglich halten. Da sollten wir als Eltern schon ein waches Auge auf die Lektüre unserer Kleinsten werfen. Wer weiß, wo das noch hinführt, wenn sie irgendwann in die Schule kommen und schon bei den ersten Fragen nach ihrer Allgemeinbildung steif und fest behaupten, Maulwürfe wären umweltfreundlich denkende Tierchen und Mäuse wären die ersten Flugpioniere in der Geschichte der bemannten (öhm… bemausten) Luftfahrt.

Und nun trifft mich ein weiterer Schlag aus der Ideenschmiede des liebenswerten Scharlatans! In der gleichen edlen Aufmachung wie seine vorherigen Werke, in feinen und satten Brauntönen gehalten, leicht abgegriffen und so authentisch wirkend, liegt jetzt das neueste Machwerk aus der Bilderbuchwelt von Torben Kuhlmann vor mir. Diesmal hat er den Bogen überspannt. Jetzt kommt man ihm auf die Schliche, denn er wagt sich an ein Thema, das er nicht einfach so und mal eben im Vorbeigehen neu erfinden kann.

Die bemannte Weltraumfahrt (oder sollte es auch hier „bemaust“ heißen)

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong“. Der Name ist Programm. Ich gehöre zu einer Generation, die vor dem TV-Gerät saß, als die Besatzung von Apollo XI (wer das nicht mehr lesen kann, das ist eine römische 11) auf dem Weg zum Mond war. Neil Armstrong und Buzz Aldrin waren die ersten beiden Menschen, die den Mond betraten. Unbestritten. „Ein kleiner Schritt für mich, ein großer Schritt für die Menschheit!“ Das waren Armstrongs Worte. Kein Zweifel. So war es – ganz genau so – ich habe es gesehen!

Und nun schlage ich das großformatige Bilderbuch von Torben Kuhlmann auf und spüre ganz nebenbei, wie meine Kinnlade vor Staunen auf der Tischplatte landet. Die allererste unbemannte Kinnlade, eine tolle Pionierleistung. Und das, während mein Kopf noch um den Tisch kreist. Ich staune erneut und versinke tief in den Illustrationen aus der Feder des Hamburger Künstlers und beginne wieder einmal, alle Zweifel über Bord zu werfen.

Ist das alles nur die pure Fantasie oder steckt mehr dahinter? Natürlich weiß ich, dass es Affen, Hunde und auch Mäuse waren, die vor dem Menschen versuchsweise ins All geschickt wurden. Aber kann es sein, dass es eine kleine Maus geschafft hatte, noch vor dem ersten Menschen ihre Pfote auf den Mond zu setzen? Kann es sein, dass eine Maus die ersten Spuren auf dem Mond hinterlassen hat und, dass die NASA all dies vor uns verheimlichen konnte?

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

Ist es echt möglich, dass die unglaubliche Fantasie und das meisterliche Können Torben Kuhlmmans die Geschichte der Weltraumfahrt revolutionieren? Oder ist es wieder ein ganz großer Wurf in unsere zu strukturierte und an puren Fakten orientierte Denkwelt? Ist es wieder ein Befreiungsschlag für den freien Geist? Ein Wohlfühlbuch der Imagination? Hat Torben Kuhlmann es erneut geschafft, aus großen Lesern Kinder zu machen und aus jungen Menschen wahre Forscherherzen mit großem Tatendrang zu formen?

Torben Kuhlmann fasziniert in seinem bisher umfangreichsten Bilderbuch von der ersten bis zur letzten Seite. Jede einzelne Zeichnung ein Gemälde, bei dem man gerne verweilen möchte. Das Umblättern fällt schwer, weil die Faszination für jedes Detail viel zu tief sitzt. Kinder begleiten diese mutige Maus auf ihrem wagemutigen Weg, bei dem es viele Hürden zu überwinden galt. Mäuseschwerelosigkeit, Mäusesauerstoffmangel und Mäusebeschleunigungskräfte.

Kindern beim Betrachten, Lesen von Armstrong zu zuzuschauen ist ein Privileg, das Kuhlmann uns schenkt. Wir treffen uns mit den Kleinsten genau in der Mitte. Beim ungläubigen Staunen und bewegen uns dann in ein Bilderbuch voller Abenteuer. Wir befinden uns auf Augenhöhe, können fantasieren, was das Zeug hält und werden am Ende der Geschichte in ein kleines privates Lexikon der wahren Pioniere entführt. Hier schließt Torben Kuhlmann den Kreis zur Realität mit einem Augenzwinkern, das uns zu sagen scheint: „Aber es könnte doch sein…“

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

Sollten doch noch Zweifel bleiben, Der Hörverlag beseitigt sie. Ein kleiner Schritt für Bastian Pastewka, ein großer Schritt für die Mausheit, so lässt sich beschreiben, was hier als sprachgewaltiges Hörbuch auf uns zukommt. Pastewaka schlüpft erneut in alle Rollen und verleiht dem Bilderbuch eine absolut unvergessliche Audio-Präsenz. Dabei erzählt er die Geschichte nicht nach, es hat eher den Anschein, er säße mit uns am Wohnzimmertisch und würde im gemeinsamen Betrachten des Bilderbuches genau die Lücken schließen, die in der Fantasie noch offen bleiben.

Unverzichtbarer Genuss für Fans der Bilderbücher. Hier ist nichts gedoppelt. Hier steht der pure Genuss im Vordergrund und alle Kinder, die immer noch nicht glauben mögen, dass eine Maus den Mond vor uns erobert hat, können mit dieser historischen Dokumentation ein wenig mehr aufs Glatteis der Fantasie geführt werden. Dabei ist Bastian Pastewka das fulminante Sprachrohr des Zeichenstiftes von Torben Kuhlmann.

Was mag da noch kommen? Wo wird es enden? Was haben wir von diesen Mäusen noch zu erwarten? Ich bin und bleibe gespannt. Angesichts der inhaltsfreien und häufig verkitschten Unterhaltung in unserer Zeit ist Torben Kuhlmann DER große Unterhalter im Bereich von All-Age-Bilderbüchern. Wenn ich einen Wunsch freihätte, ich würde mir sein Können sehr gerne im Kino anschauen. Und glaubt mir, dann könnten PIXAR und Disney sich warm anziehen. Diese Maus ist epochal.

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

Houston, wir haben ein Problem. Es maust gewaltig in der Milchstraße.

PS: Die kleine Maus hat nur im Hörbuch einen eigenen Namen. Das Buch ist schon darauf angelegt in tausend Mausesprachen übersetzt zu werden. Deshalb wird sie hier nur „Die kleine Maus“ genannt. Wenn jedoch Bastian Pastewka in ihre Rolle schlüpft, heißt sie… ups… Fast hätte ich es verraten… 😉

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

Die Überraschung des Jahres 2019

Armstrong von Torben Kuhlmann - Die Sonderausgabe - AstroLibrium

Armstrong von Torben Kuhlmann – Die Sonderausgabe

Was noch, fragte ich mich immer wieder. Heute sehe ich klarer. Ganz kurz vor dem Jubiläum zum fünfzigsten Jahrestag der ersten bemannten Mondlandung überraschte uns der NordSüd Verlag mit einer Sonderausgabe zu „Armstrong“. Der 21. Juli 1969 steht auf diese Art und Weise natürlich im Mittelpunkt eines Bilderbuchs, dessen Inhalt wir eigentlich sehr gut kennen. Wer jetzt aber denkt, bis auf das veränderte Cover habe sich nichts getan im bereits veröffentlichten Buch von Torben Kuhlmann, der sieht sich getäuscht. Denn während wir Menschen den Jahrestag gebührend feiern und den Tag als Meilenstein der menschlichen Erfindungsgabe begehen, legt Kuhlmann nach. Der Mensch? Nein, die Maus war tatsächlich zuerst auf dem Mond. Um dies zu belegen hat man der Jubiläumsausgabe sogar das offizielle Mission-Patch der Landung beigelegt.

Die Aufschrift Ein kleiner Schritt für eine Maus belegt darüber hinaus sogar das Plagiat, dessen sich ein gewisser Neil Armstrong bediente, als er die Mondoberfläche betrat. Nicht nur die technische Meisterleistung, auch das Zitat… alles geklaut. So sind die Menschen. Nichts kann man den Mäusen überlassen. Dabei sieht man auf diesem Jubiläumscover ganz deutlich, dass die Crew der Landefähre sehen konnte und wissen musste, dass sie kein Neuland betrat. Torben Kuhlmann hat dem Buch ein ganz neues Hintergrundkapitel zur Geschichte der Raumfahrt hinzugefügt. Man sollte sich die neue Sicht auf dieses besondere Kapitel der Eroberung des Weltalls nicht entgehen lassen. Spätestens, wenn unsere Augen am 21. Juli zum Mond blicken und weltweit Menschen diesen Tag zu ihrem Feiertag machen, sollte man das gestickte Abzeichen in die Hand nehmen und ganz kurz an Mäuse und ihre Geschichte der bemausten Weltraumfahrt denken.

PS: Ein Special zum Thema „50 Jahre Mondlandung“ wird folgen. Mit einer großen Überraschung für Torben Kuhlmann. Ich werde seine Maus-These widerlegen. Nur die kleine literarische Sternwarte kann greifbar belegen, wer zuerst den Mond betrat. Bleibt gespannt.

Armstrong von Torben Kuhlmann - Die Sonderausgabe - AstroLibrium

Armstrong von Torben Kuhlmann – Die Sonderausgabe

2018 ging uns mit „EDISON“ von Torben Kuhlmann ein weiteres Mäuselicht auf.

Edison von Torben Kuhlmann