„Armstrong“ – Torben Kuhlmann revolutioniert die Raumfahrt

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

Nee… Schon klar. Mäuse!

Die Geschichte der modernen Fliegerei muss umgeschrieben werden, nur weil ein illustrierender Autor aus Hamburg es sich in den Kopf gesetzt hat, mal eben mit einem Pinselstrich die Luftfahrthistorie auf den Kopf zu stellen. Beweise für seine Thesen hat er keine. Lediglich ein paar Zeichnungen und eine ganz nett erzählte Geschichte. Mich kann Torben Kuhlmann jedoch nicht auf den Leim führen. Mich nicht!

Seine Story von „Lindbergh haben wir ihm fast geglaubt. Aber eben nur fast. Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus war aber wirklich täuschend echt erzählt, dass man auf sie hereinfallen musste. Allein die Zeichnungen des wild vor sich hin bastelnden Nagers ließen erste Zweifel an unserer Version der Luftfahrtgeschichte aufkommen. Und dann gab es da noch dieses authentische Tondokument, in dem ein gewisser Bastian Pastewka die Geschichte Kuhlmanns, als Hörbuch getarnt, in Umlauf brachte. Der Hörverlag ist nicht ganz unschuldig, wenn man mich fragt.

Wer hatte denn nun den Atlantik zuerst in einem Flugzeug überquert? Etwa jener Charles Lindbergh oder doch viel eher eine kleine Maus, die auf ihrer Flucht vor Eulen und den immer zahlreicher werdenden Mausefallen ihre Chance ergriff, und Non-Stop über den Atlantik flog und wohlbehalten in Amerika landete? Also ich sage, Lindbergh. Wenn nur nicht diese leisen Zweifel blieben, die Torben Kuhlmann ohne Unterlass in die Welt setzt. Und das auch noch in einem Bilderbuch vom beim NordSüd-Verlag, der ja eigentlich als seriös gilt.

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

Ich habe Torben Kuhlmann ja mal persönlich auf den Zahn gefühlt. Aber in diesem Interview hatte ich dann eher den Eindruck, er sei völlig von dem überzeugt, was er da so von sich gibt. Unter uns, er glaubt sogar daran, dass es eine Maulwurfstadt gibt, in der sich die blinden Buddeltierchen um ihre Umwelt Gedanken machen. Firlefanz. Man konnte nur hoffen, dass dem zweifellos hochbegabten Fabulisten das Handwerk gelegt würde, weil fast alle Kinder in meinem Umfeld begannen, seinen Geschichten Glauben zu schenken.

Das ist doch Gift für das Faktenwissen junger Menschen, wenn sie so sehr im Kern ihrer Fantasie berührt werden, dass sie letztlich alles für möglich halten. Da sollten wir als Eltern schon ein waches Auge auf die Lektüre unserer Kleinsten werfen. Wer weiß, wo das noch hinführt, wenn sie irgendwann in die Schule kommen und schon bei den ersten Fragen nach ihrer Allgemeinbildung steif und fest behaupten, Maulwürfe wären umweltfreundlich denkende Tierchen und Mäuse wären die ersten Flugpioniere in der Geschichte der bemannten (öhm… bemausten) Luftfahrt.

Und nun trifft mich ein weiterer Schlag aus der Ideenschmiede des liebenswerten Scharlatans! In der gleichen edlen Aufmachung wie seine vorherigen Werke, in feinen und satten Brauntönen gehalten, leicht abgegriffen und so authentisch wirkend, liegt jetzt das neueste Machwerk aus der Bilderbuchwelt von Torben Kuhlmann vor mir. Diesmal hat er den Bogen überspannt. Jetzt kommt man ihm auf die Schliche, denn er wagt sich an ein Thema, das er nicht einfach so und mal eben im Vorbeigehen neu erfinden kann.

Die bemannte Weltraumfahrt (oder sollte es auch hier „bemaust“ heißen)

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong“. Der Name ist Programm. Ich gehöre zu einer Generation, die vor dem TV-Gerät saß, als die Besatzung von Apollo XI (wer das nicht mehr lesen kann, das ist eine römische 11) auf dem Weg zum Mond war. Neil Armstrong und Buzz Aldrin waren die ersten beiden Menschen, die den Mond betraten. Unbestritten. „Ein kleiner Schritt für mich, ein großer Schritt für die Menschheit!“ Das waren Armstrongs Worte. Kein Zweifel. So war es – ganz genau so – ich habe es gesehen!

Und nun schlage ich das großformatige Bilderbuch von Torben Kuhlmann auf und spüre ganz nebenbei, wie meine Kinnlade vor Staunen auf der Tischplatte landet. Die allererste unbemannte Kinnlade, eine tolle Pionierleistung. Und das, während mein Kopf noch um den Tisch kreist. Ich staune erneut und versinke tief in den Illustrationen aus der Feder des Hamburger Künstlers und beginne wieder einmal, alle Zweifel über Bord zu werfen.

Ist das alles nur die pure Fantasie oder steckt mehr dahinter? Natürlich weiß ich, dass es Affen, Hunde und auch Mäuse waren, die vor dem Menschen versuchsweise ins All geschickt wurden. Aber kann es sein, dass es eine kleine Maus geschafft hatte, noch vor dem ersten Menschen ihre Pfote auf den Mond zu setzen? Kann es sein, dass eine Maus die ersten Spuren auf dem Mond hinterlassen hat und, dass die NASA all dies vor uns verheimlichen konnte?

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

Ist es echt möglich, dass die unglaubliche Fantasie und das meisterliche Können Torben Kuhlmmans die Geschichte der Weltraumfahrt revolutionieren? Oder ist es wieder ein ganz großer Wurf in unsere zu strukturierte und an puren Fakten orientierte Denkwelt? Ist es wieder ein Befreiungsschlag für den freien Geist? Ein Wohlfühlbuch der Imagination? Hat Torben Kuhlmann es erneut geschafft, aus großen Lesern Kinder zu machen und aus jungen Menschen wahre Forscherherzen mit großem Tatendrang zu formen?

Torben Kuhlmann fasziniert in seinem bisher umfangreichsten Bilderbuch von der ersten bis zur letzten Seite. Jede einzelne Zeichnung ein Gemälde, bei dem man gerne verweilen möchte. Das Umblättern fällt schwer, weil die Faszination für jedes Detail viel zu tief sitzt. Kinder begleiten diese mutige Maus auf ihrem wagemutigen Weg, bei dem es viele Hürden zu überwinden galt. Mäuseschwerelosigkeit, Mäusesauerstoffmangel und Mäusebeschleunigungskräfte.

Kindern beim Betrachten, Lesen von Armstrong zu zuzuschauen ist ein Privileg, das Kuhlmann uns schenkt. Wir treffen uns mit den Kleinsten genau in der Mitte. Beim ungläubigen Staunen und bewegen uns dann in ein Bilderbuch voller Abenteuer. Wir befinden uns auf Augenhöhe, können fantasieren, was das Zeug hält und werden am Ende der Geschichte in ein kleines privates Lexikon der wahren Pioniere entführt. Hier schließt Torben Kuhlmann den Kreis zur Realität mit einem Augenzwinkern, das uns zu sagen scheint: „Aber es könnte doch sein…“

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

Sollten doch noch Zweifel bleiben, Der Hörverlag beseitigt sie. Ein kleiner Schritt für Bastian Pastewka, ein großer Schritt für die Mausheit, so lässt sich beschreiben, was hier als sprachgewaltiges Hörbuch auf uns zukommt. Pastewaka schlüpft erneut in alle Rollen und verleiht dem Bilderbuch eine absolut unvergessliche Audio-Präsenz. Dabei erzählt er die Geschichte nicht nach, es hat eher den Anschein, er säße mit uns am Wohnzimmertisch und würde im gemeinsamen Betrachten des Bilderbuches genau die Lücken schließen, die in der Fantasie noch offen bleiben.

Unverzichtbarer Genuss für Fans der Bilderbücher. Hier ist nichts gedoppelt. Hier steht der pure Genuss im Vordergrund und alle Kinder, die immer noch nicht glauben mögen, dass eine Maus den Mond vor uns erobert hat, können mit dieser historischen Dokumentation ein wenig mehr aufs Glatteis der Fantasie geführt werden. Dabei ist Bastian Pastewka das fulminante Sprachrohr des Zeichenstiftes von Torben Kuhlmann.

Was mag da noch kommen? Wo wird es enden? Was haben wir von diesen Mäusen noch zu erwarten? Ich bin und bleibe gespannt. Angesichts der inhaltsfreien und häufig verkitschten Unterhaltung in unserer Zeit ist Torben Kuhlmann DER große Unterhalter im Bereich von All-Age-Bilderbüchern. Wenn ich einen Wunsch freihätte, ich würde mir sein Können sehr gerne im Kino anschauen. Und glaubt mir, dann könnten PIXAR und Disney sich warm anziehen. Diese Maus ist epochal.

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

Houston, wir haben ein Problem. Es maust gewaltig in der Milchstraße.

PS: Die kleine Maus hat nur im Hörbuch einen eigenen Namen. Das Buch ist schon darauf angelegt in tausend Mausesprachen übersetzt zu werden. Deshalb wird sie hier nur „Die kleine Maus“ genannt. Wenn jedoch Bastian Pastewka in ihre Rolle schlüpft, heißt sie… ups… Fast hätte ich es verraten… 😉

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

Die Überraschung des Jahres 2019

Armstrong von Torben Kuhlmann - Die Sonderausgabe - AstroLibrium

Armstrong von Torben Kuhlmann – Die Sonderausgabe

Was noch, fragte ich mich immer wieder. Heute sehe ich klarer. Ganz kurz vor dem Jubiläum zum fünfzigsten Jahrestag der ersten bemannten Mondlandung überraschte uns der NordSüd Verlag mit einer Sonderausgabe zu „Armstrong“. Der 21. Juli 1969 steht auf diese Art und Weise natürlich im Mittelpunkt eines Bilderbuchs, dessen Inhalt wir eigentlich sehr gut kennen. Wer jetzt aber denkt, bis auf das veränderte Cover habe sich nichts getan im bereits veröffentlichten Buch von Torben Kuhlmann, der sieht sich getäuscht. Denn während wir Menschen den Jahrestag gebührend feiern und den Tag als Meilenstein der menschlichen Erfindungsgabe begehen, legt Kuhlmann nach. Der Mensch? Nein, die Maus war tatsächlich zuerst auf dem Mond. Um dies zu belegen hat man der Jubiläumsausgabe sogar das offizielle Mission-Patch der Landung beigelegt.

Die Aufschrift Ein kleiner Schritt für eine Maus belegt darüber hinaus sogar das Plagiat, dessen sich ein gewisser Neil Armstrong bediente, als er die Mondoberfläche betrat. Nicht nur die technische Meisterleistung, auch das Zitat… alles geklaut. So sind die Menschen. Nichts kann man den Mäusen überlassen. Dabei sieht man auf diesem Jubiläumscover ganz deutlich, dass die Crew der Landefähre sehen konnte und wissen musste, dass sie kein Neuland betrat. Torben Kuhlmann hat dem Buch ein ganz neues Hintergrundkapitel zur Geschichte der Raumfahrt hinzugefügt. Man sollte sich die neue Sicht auf dieses besondere Kapitel der Eroberung des Weltalls nicht entgehen lassen. Spätestens, wenn unsere Augen am 21. Juli zum Mond blicken und weltweit Menschen diesen Tag zu ihrem Feiertag machen, sollte man das gestickte Abzeichen in die Hand nehmen und ganz kurz an Mäuse und ihre Geschichte der bemausten Weltraumfahrt denken.

PS: Ein Special zum Thema „50 Jahre Mondlandung“ wird folgen. Mit einer großen Überraschung für Torben Kuhlmann. Ich werde seine Maus-These widerlegen. Nur die kleine literarische Sternwarte kann greifbar belegen, wer zuerst den Mond betrat. Bleibt gespannt.

Armstrong von Torben Kuhlmann - Die Sonderausgabe - AstroLibrium

Armstrong von Torben Kuhlmann – Die Sonderausgabe

2018 ging uns mit „EDISON“ von Torben Kuhlmann ein weiteres Mäuselicht auf.

Edison von Torben Kuhlmann

In „Einstein. Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit“ erleben wir eine Kuhlmann-Maus im Zustand riesiger Vorfreude. Das große Käsefest steht auf dem Plan. Ungeduldig macht sich die Maus im Jahr 1984 zum ersten Mal auf den Weg ins Mäuse- und Käseparadies Bern. Hier geht´s zum neuen Meisterwerk.

Einstein von Torben Kuhlmann - AstroLibrium

Einstein von Torben Kuhlmann

[Bilderbuch] „Maulwurfstadt“ von Torben Kuhlmann

Maulwurfstadt von Torben Kuhlmann

Maulwurfstadt von Torben Kuhlmann

Es gibt einen Autoren-Künstler-Tausendsassa, der mich mit nur zwei Büchern in absolut verschiedene Dimensionen meiner Wahrnehmung transportieren kann und dabei das Gefühl vermittelt, während meines Höhenfluges gleichzeitig in der Tiefe der Fantasie angekommen zu sein. Es gibt einen Film-Komponisten-Kopfkino-Designer, der mich mit einem selbst gebauten Leichtflugzeug über den Atlantik brachte und mir nun glaubhaft versichert, nur das Leben unter der Erde sei das wahre Abenteuer.

Es gibt jenen Illustrator und Kunstschaffenden der mich fliegen lässt, während ich mich am liebsten eingraben würde. Über welches Team ich hier schreibe? Nein, es sind nicht die gesamten kreativen Köpfe der PIXAR-Studios, die mich hier zum Fan ganz besonderer Bilderbuchwelten machen. Ich beschreibe kein vielköpfiges Kreativteam. Es ist Torben Kuhlmann ganz allein, dem dieses zeit- und alterslose Wunder gelingt.

Mit „Lindbergh – Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus hat er die Geschichte der Luftfahrt neu geschrieben und gemalt. Mein Artikel zu diesem kleinen Buchwunder aus dem NordSüd Verlag ist noch heute ein absoluter Gefühlslooping mit punktgenauer Herzenslandung. Ich habe mir damals sehr gerne den größten Bären der modernen Fliegerei aufbinden lassen, weil ich so sehr an die Kreativität einer kleinen Maus geglaubt habe. Und ich fliege noch heute, wenn ich das Buch neben mir liegen sehe.

Maulwurfstadt von Torben Kuhlmann

Maulwurfstadt von Torben Kuhlmann

Als ich Torben Kuhlmann dann auf der Frankfurter Buchmesse 2014 persönlich getroffen habe, signierte er gerade fleißig Lindbergh-Poster. Die Messe hatte ihre Tore noch nicht geöffnet, Torben bereitete sich schon auf eine seiner vielen „Lindbergh-Präsentationen“ vor und ließ sich doch in ein Gespräch verwickeln. Und ich sah schon die Abenteuerlust in seinen Künstleraugen, denn plötzlich sprach er nicht mehr vom Fliegen, sondern erzählte von seinen Maulwürfen.

Mit einem Klick wurde ein Videotrailer gestartet (ich muss nicht erwähnen, wer für Schnitt, Design, Animation, Filmmusik, Effekte und wahrscheinlich auch für das Catering verantwortlich zeichnete) und ich stand sprachlos am Verlagsstand und wollte zuerst nicht glauben, was ich hier sah. „Maulwurfstadt“ das noch geheime Bilderbuch-Projekt von Torben Kuhlmann zeigte sich mir in bewegten Bildern und in den gewohnt warmen satten Farben und ich begriff schnell, dass ich hier auf eine besondere Stadt gestoßen war.

Torben Kuhlmann kommt in „Maulwurfstadt“ erstmals fast ohne Worte aus. Seine Bildsprache ist eindeutig und lässt doch so viel Spielraum für Interpretationen. Wir sehen uns zwar Maulwürfe an, die tief unter der Erde ihr eigenes Reich erschaffen, wir sehen ihre Arbeitskolonnen, die ihre Stollen in immer größere Tiefen treiben und wir sehen, wie eine kleine große eigene Welt entsteht, in Wirklichkeit schlüpfen wir jedoch in ihre Rollen, da uns Torben Kuhlmann mit den fleißigen (jedoch zumeist ziemlich blinden) Tierchen einen FABELhaften Spiegel vor Augen hält.

Maulwurfstadt von Torben Kuhlmann

Maulwurfstadt von Torben Kuhlmann

Wachstum scheint das Ziel zu sein. Schritt halten mit der immer größer werdenden Zahl an Maulwürfen und Ausbau auf Teufel komm raus! So erleben wir die Gesellschaft unter Tage. Vom wohnlich-gemütlichen Maulwurfsloch zu standardisierten Kleinkäfigen führt der Weg in die zunehmende Enge. Da muss man schon zusammenrücken, um mit dem wenigen verfügbaren Platz zurechtzukommen und schon befindet man sich im Dilemma begrenzter Ressourcen.

Aber was erzähl ich denn da? Ressourcen, Bevölkerungswachstum, Ausbeutung und Raubbau an der Natur… Das ist doch nichts, was Kinder interessiert. Und schließlich ist dies kein Bilderbuch für Erwachsene (richtig, ich bin nie erwachsen geworden), sondern für die kleinen und großen Bilderbuchfans, die in den Illustrationen eintauchen und auf Entdeckungsreise gehen. Also wirklich… echt nichts für die Kleinen… oder?

Wie man sich täuschen kann. Ich habe die „Maulwurfstadt“ mit Kids im Alter von 6 bis 8 Jahren erforscht und abgesehen vom ersten großen Staunen über die Bilder und der sehr detailverliebten Suche nach den kleinen und großen Fundstücken („Schau mal, der Maulwurf spielt Nintendo“) kamen sehr schnell die ersten richtig tiefen Kommentare und Bemerkungen. „Jetzt wird’s ungemütlich“… „Da möchte ich nicht wohnen… nur ein Klo für so viele Zimmer“ und „Da kommt ja niemand mehr durch – Stau, wie bei uns“…

Maulwurfstadt von Torben Kuhlmann

Maulwurfstadt von Torben Kuhlmann

Und schon waren wir Eins. Nicht mehr getrennt durch Alter oder Größe, sondern ganz klein unterwegs in den Tunneln unter den Maulwurfshügeln und ahnten von Bild zu Bild, welches Unheil dem größer werdenden Völkchen droht. Vieles erinnert an unseren Alltag. Vieles erinnert an unsere Blindheit und man merkt sehr schnell, dass es kommt, wie es kommen muss. Der Umweltkollaps steht bevor und das eben noch heile Gewässer der kleinen Schaufeltierchen beginnt zu kippen. Oder wie es einer unserer Kleinsten formulierte: „Bauz. Kaputt.“

Um 5 vor 12 greift Torben Kuhlmann ein. Sein Licht geht auch seinen Lesern und den Betrachtern seiner Bildergeschichte auf und es ist völlig klar, dass nicht nur die Maulwürfe den Bogen überspannt haben. Diesem Bilderbuch für alle Altersgruppen gelingt erneut, was bei „Lindbergh“ begonnen hat. Eine Idee greift, Gedanken setzen sich fest und man schaut ein wenig verblüfft aus dem eigenen Maulwurfshügel auf die eigene Welt.

Ich bin gerne mit Torben Kuhlmann geflogen und ich habe gerne mit ihm im Dreck gewühlt. So manche gefährliche Situationen mussten überstanden werden. In beiden Büchern. Ob jedoch die Maulwürfe am Ende die Reißleine zum richtigen Zeitpunkt ziehen, das muss man schon selbst herausfinden. Und vielleicht spürt man dann als Mensch, wie die Reißleine ganz zart auch am eigenen Pullover zieht. Denn letztlich haben wir eines mit den Maulwürfen gemeinsam.

Diese eine Welt… ob über- oder unterirdisch… es gibt keine zweite.

Maulwurfstadt von Torben Kuhlmann

Maulwurfstadt von Torben Kuhlmann

Eine Schlussbemerkung sei mir noch gestattet. Bilderbücher sind kein Selbstzweck, sie sind in den seltensten Fällen geeignet, unsere Kleinsten völlig alleine zu lassen und darauf zu hoffen, dass die tiefen Aussagen und Botschaften dieser Bücher selbständig gefunden und auch angenommen werden. Transfer benötigt immer eines Impulses von außen. Diese Transferleistung ist eine der wesentlichen Leistungen von Eltern und gut geschulten Erziehern in Kindergärten. Wenn dieser lesenswichtige Impuls nicht kommt, bleibt ein tief angelegtes Bilderbuch eben nur bunt. Maulwürfe bleiben Maulwürfe, eine Wiese bleibt eine Wiese.

Nur durch uns Lebens- und Lesensbegleiter wird aus dem Maulwurf ein Mensch und aus der Wiese die ganze Welt. Bilderbücher transportieren alle Botschaften, die in der heutigen Zeit unverzichtbar sind. Sei bunt, akzeptiere andere, sei schlau und verzichte auf Gewalt. Diese Vermittlung von Werten kann verpuffen, wenn wir den Blick unserer Kinder nicht aus dem Buch heraus auf das wahre Leben lenken. Bilderbücher gehören absolut nicht in den Bereich der Beschäftigungstherapie für Kinder. Das merkt man an den Fragen, die entstehen, wenn man sich gemeinsam in die Bildwelten begibt.

Torben Kuhlmann erzählt von Ökologie und vom verantwortungsvollen Umgang mit der Umwelt. In Lindbergh folgen wir einer  Maus, die vor lebensgefährlicher Gewalt von allen Seiten fliehen muss. Ich werde bald einige dieser bildhaften Geschichten vorstellen. Sie erzählen von Integration, Akzeptanz und Freundschaft. Wir sollten auf Augenhöhe lesen und betrachten und nur, wenn wir dies gemeinsam mit unseren Kindern versuchen, werden wir eine gemeinsame Sprache sprechen.

Maulwurfstadt von Torben Kuhlmann

Maulwurfstadt – Mit einem Klick zur Bilderbuchwelt von Mr. Rail

Bilderbücher gehören in die Mitte unseres Lebens. Auf den großen Familientisch. In diesem Zirkel schließt sich der Kreis, der beim Autor beginnt und niemals bei uns enden wird. Bilderbuchkreisläufe sind unendlich.

Und weiter geht´s mit „Armstrong„… Der ersten Maus auf dem Mond!

Armstrong von Torben Kuhlmann

Armstrong von Torben Kuhlmann

2018 geht uns mit „EDISON“ von Torben Kuhlmann ein weiteres Mäuselicht auf.

Edison von Torben Kuhlmann

In „Einstein. Die fantastische Reise einer Maus durch Raum und Zeit“ erleben wir eine Kuhlmann-Maus im Zustand riesiger Vorfreude. Das große Käsefest steht auf dem Plan. Ungeduldig macht sich die Maus im Jahr 1984 zum ersten Mal auf den Weg ins Mäuse- und Käseparadies Bern. Hier geht´s zum neuen Meisterwerk.

Einstein von Torben Kuhlmann - AstroLibrium

Einstein von Torben Kuhlmann