„Für dich würde ich sterben“ von F. Scott Fitzgerald

„Für dich würde ich sterben“ von F. Scott Fitzgerald

Im Leben vereint – in den Büchern getrennt – in meinem Lesen wieder vereint. So wird mein Bücherregal zu einem magischen Ort, einem geschützten Raum und letztlich zu einem Literaturbiotop, in dem sich Zelda und F. Scott Fitzgerald wieder gefunden haben. Ich erlebe in den letzten Monaten die Omnipräsenz dieser außergewöhnlichen Menschen. Ich lese ihre Erzählungen, fühle die Gemeinsamkeiten ihrer Erlebnisse und deren Verarbeitung in ihren Texten. Ich erkenne sie in anderen Büchern wieder und bin begeistert, weil die Dynamik ihrer Sprache in absoluter Zeitlosigkeit pulsiert.

Himbeeren mit Sahne im Ritz“ von Zelda Fitzgerald, ein wundervoller Erzählband aus der Feder einer Schriftstellerin, die zeitlebens im Schatten ihres erfolgreichen und bewunderten Ehemannes stand, hat mein Lesen und mein Leben erobert. Obwohl ich mich früher nachhaltig geweigert habe Kurzgeschichten zu lesen, habe ich den Einstieg in die Denkwelt der Zelda Fitzgerald niemals bereut. Im eigentlichen Sinne hat sie mir ihren Ehemann schon hier ganz persönlich vorgestellt, weil ihr gemeinsames Leben in ihren Erzählungen mitschwingt. Viel Autobiografisches kann man finden, wenn man in aller Tiefe danach sucht.

„Für dich würde ich sterben“ von F. Scott Fitzgerald

Omnipräsent sind die beiden Schriftsteller, weil sie Paris bereits erobert hatten, als der noch völlig unbekannte Ernest Hemingway dort seine Zelte aufschlug, um die Welt der Literatur zu verändern. Die wilden Zwanziger Jahre in Paris hallen noch heute nach, wenn ich in Hemingways „Paris, ein Fest fürs Leben“ versinke, oder ihm und seinem Umfeld in Romanen, Biografien und Erzählungen aus dieser Zeit erneut begegne. Eine Zeit, in der literarisch alles möglich war, in der die Sprache neu erfunden wurde und in der sich auch Autoren neu erfanden. Zelda und F. Scott Fitzgerald bildeten in diesem Paris DAS magische Doppel, an dem es kein Vorbeikommen gab.

Sie waren das Auge des literarischen Orkans. Um sie drehte sich alles. Wonach alle Autoren-Newcomer in ihrem Schreiben strebten, sie hatten es bereits erreicht. Lesley M.M. Blume verdeutlicht dies in ihrem Buch „Und alle benehmen sich daneben“ (dtv) nachhaltig. Überall wo Hemingway damals auftauchte, F. Scott Fitzgerald war schon da und alles was Hemingway erreichen wollte, lag dem Konkurrenten schon zu Füßen. Der erste große Roman Hemingways, der seinen Durchbruch bringen sollte, erschien lange nach den ersten umjubelten Romanen seines Kontrahenten. Vor „Fiesta“ stand immer „Der große Gatsby. F. Scott schien der ewige Sieger dieses Literatur-Wettrennens zu sein. Ein Erfolgsautor, der mit seiner Frau das moderne Leben zelebrierte.

F. Scott Fitzgerald und Ernest Hemingway – Konkurrenten

Doch nach diesem beachtlichen Frühstart sollten sich die Zeiten ändern. Auch in der damaligen Zeit wurden Autoren gerne zu Opfern ihres eigenen Schreibens und des Schubladendenkens der großen Verleger. Erwartete man von F. Scott Fitzgerald genau das, wofür er und der schillernde Lebensstil seiner Frau standen, dann wollte man auch nichts anderes aus seiner Feder lesen oder verlegen. Nach dem Boom der Zwanziger Jahre wurde es schwer für ihn. Viele seiner neuen Geschichten, die nicht mehr viel mit jener unbeschwerten Pariser Zeit zu tun hatten blieben unverkäuflich. Seine Versuche, sich von den Flapper-Stories zu distanzieren scheiterten am Desinteresse der Verlage und leise Verzweiflung machte sich breit.

Für dich würde ich sterben (Hoffmann und Campe Verlag) ist insofern eine kleine literarische Sensation, weil in diesem Buch genau diese unveröffentlichten Geschichten erstmals das Licht der Bücherwelt erblicken. Dabei sind sie brillant, inspirierend und in jeder Hinsicht mit einer sprachlichen Zeitlosigkeit gesegnet, dass man niemals auf den Verfasser schließen könnte, wüsste man seinen Namen nicht. Jede dieser Erzählungen könnte heute entstanden sein. Ihre inhaltliche Relevanz hat nichts an Brisanz verloren. Es ist ein anderer  F. Scott Fitzgerald, der uns in seinem Schreiben der Dreißiger Jahre begegnet. Es ist ein nachdenklicher, nach dem Sinn des Lebens suchender Autor, der durch private Krisen und die zunehmenden psychischen Probleme seiner Lebensliebe Zelda gezeichnet ist.

„Für dich würde ich sterben“ von F. Scott Fitzgerald

Und doch bereitet das Lesen seiner Erzählungen extrem großes Lesevergnügen. Er wirkt gereift, gewachsen und weitsichtig. Themen wie Liebe im Alter, Selbstmord und Misserfolg ziehen sich wie rote Fäden durch seine Texte. Dabei sind sie jedoch immer noch voller Strahlkraft, unglaublich intelligent, humorvoll und leicht lesbar. Was sie von früheren Geschichten unterscheidet, ist vielleicht die Tiefe der Erkenntnis, nach der hier gesucht wird und die Komplexität der inhaltlichen Konstruktion, die jede einzelne dieser Sequenzen wie eine vollwertige Geschichte wirken lässt. Fitzgerald steht hier nach wie vor für seinen Stil, den er Jahre zuvor geprägt hatte. Er beschreibt nichts Überflüssiges. Er verliert sich nicht in seitenfüllenden Details und das, was er letztlich zu Papier bringt ist der Extrakt einer ausgereiften Erzählung. Der Rest liegt in der Hand des Lesers.

Wir begegnen in seinen Geschichten den Gescheiterten und endlos Verliebten. Es sind die Suchenden und Zweifelnden, die sich hier einen Erzählraum erobern, der es in sich hat. Es sind die Gescheiterten, die wie Phönix aus der Asche auferstehen um sich selbst zu finden. Es sind Menschen, die im Zenit des Erfolgs erkennen, dass ihnen das Schicksal ein Bein gestellt hat. In „Spielschulden“ versucht ein verzweifelter Verleger seinen absoluten Bestseller zu retten. Eine kleine Indiskretion könnte seine Pleite sein. Es ist aber auch abstrus, dass ein Sachbuch über den parapsychologischen Kontakt zu einem Verstorbenen schon dadurch zur Farce wird, weil der Verleger dem Totgesagten persönlich begegnet. Jetzt heißt es handeln oder untergehen.

„Für dich würde ich sterben“ von F. Scott Fitzgerald

Wir begegnen den Verrückten und für verrückt Erklärten in einer Irrenanstalt und sind schon nach wenigen Seiten nicht mehr in der Lage zwischen gesund und krank zu unterscheiden. „Ein böser Traum“ endet zwar mit einem Erwachen, aber ob die Suche nach der wahren Liebe unter diesen Umständen erfolgreich ist, das bleibt fraglich. Hier strahlt die Erkrankung Zeldas in eine Kurzgeschichte hinein. Verunsicherung und tiefe Sorge um geliebte Menschen haben sich tief in den Text eingegraben. Zerrissenheit in Liebesfragen  könnte man eine der Motivlinien in den Erzählungen nennen. Liebe auf den ersten Blick bleibt „Die große Frage“ und das Niemandsland zwischen Pflicht und Kür wird zum Tummelplatz der Protagonisten.

Wer herzhaft lachen möchte, der sollte mit „Gracie auf See“ gehen. Wundervoll in seiner sprachlichen Ausgestaltung erleben wir die Bemühungen eines vom Vater eines wahren Mauerblümchens engagierten Werbefachmanns, die Unvermittelbare unter die Haube zu bugsieren. Ein fingierter Schönheitswettbewerb und ein desaströses Konzert machen aus dem Werbefeldzug in Sachen Gracie eine Posse im Stil von Pleiten, Pech und Pannen. Und doch gelingt dem Schriftsteller das Wunder der ewigen Liebe. Dieses Leitmotiv prägt das Buch. Ist Liebe eine Verrücktheit oder ein beseelter Zustand höchst zufriedener Menschen? Was kann und was darf man wagen? Wie weit geht Liebe? Es ist wohl die Frage seines Lebens an der Seite von Zelda, die ihn ewig beschäftigte.

„Für dich würde ich sterben“ von F. Scott Fitzgerald – Omnipräsenz

Für dich würde ich sterben“. Wie das Buch, so heißt auch die vielleicht nachhaltigste Geschichte der Kollektion. Was macht die Liebe aus einem Menschen? Kann man sich so sehr verlieben, dass man sich umbringt, weil man zu viel liebt? Wie begegnet man Männern, die in ihrer herzlosen Distanz Gefühle erzeugen, sie aber nicht erwidern? Es ist die ewig währende Geschichte von der Tragik der Liebe, die F. Scott Fitzgerald auf dem Gipfel eines Berges überhöht. Selbstmord oder nicht? Weiterleben oder nicht? Es sind Fragen, die auftauchen, wenn das Gefühl so groß und doch unerwidert bleibt. Was Fitzgerald hier über Liebe schreibt, lässt die Verliebten unserer Tage hoffen.

Das Leben war abwechselnd fröhlich und melancholisch,
aber es war immer das, wozu er es machte.

So ist es auch mit diesem Buch. Es ist traurig, lustig, romantisch, verzweifelt und steht sinnbildlich für das Leben, Streben und Lieben. Und egal, wie wir es lesen und empfinden, es ist immer das Buch zu dem er es machte. F. Scott Fitzgerald.

F. Scott Fitzgerald – Eine Erfolgsgeschichte

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„Himbeeren mit Sahne im Ritz“ – Erzählungen von Zelda Fitzgerald

Himbeeren mit Sahne im Ritz - Zelda Fitzgerald

Himbeeren mit Sahne im Ritz – Zelda Fitzgerald

Oh, ich war so standhaft. Ich war so standhaft, wie selten zuvor in meinem Lesen und habe zuletzt doch versagt, weil ich einfach nicht entsagen konnte. Wie ihr wisst, lese ich niemals Kurzgeschichten und meide Erzählbände oder Anthologien wie die literarische Pest. Für mich liegt die Würze selten in der Kürze und Ausnahmen lasse ich nur selten zu. Eine dieser deutlichen Abweichungen von meinem normalen Leseverhalten war die Buchverführung Pariser Symphonie von Irène Némirovsky. Ich schrieb ausführlich über diese Phase meines Lesens und hoffte schließlich über den Berg zu sein.

(Sie können gerne weiterlesen oder im Radio zuhören: hier)

Himbeereb mit Sahne im Ritz... Eine Extraportion Buchgenuss

Himbeeren mit Sahne im Ritz… Eine Extraportion Hörgenuss mit einem Klick

Weit gefehlt. Ich habe meine Rechnung ohne professionell vorgehende Suchtberater gemacht. Während des DVA/Manesse Pressetermins auf der Frankfurter Buchmesse 2016 präsentierten Sonja Grau und Tonia Kempe ein Buch, das auf den ersten Blick so aussah, als würde es mein Herz im Sturm erobern. Das Cover war so augenscheinlich verheißungsvoll und aussagekräftig, dass man auf einen Inhalt hoffen konnte, der mehr als nur einfache Mainstream-Unterhaltung war. Umrankt von einer Federstola blickt die junge Dame glamourös in den großformatigen Spiegel eines  Ballsaals. Dabei wird aus dem Blick in die Zukunft ein vielfach sich reflektierender Rückblick in die Vergangenheit eines luxuriösen Lebens. Ich war verliebt.

Himbeeren mit Sahne im Ritz - Zelda Fitzgerald

Himbeeren mit Sahne im Ritz – Zelda Fitzgerald

Doch dann hörte ich, wie Sonja Grau zu mir sagte: Es sind nur Kurzgeschichten von Zelda Fitzgerald, ganz sicher nichts für Dich“, wobei ihr Blick das Gegenteil zu sagen schien. Ich ließ die Finger von diesem Buch. Ich widerstand der Versuchung und ging nicht weiter auf die Herausforderung ein, die mich schon einmal in wilde Lesetage gestürzt hatte. Nein. Es sollte keine zweite Pariser Symphonie in meinem Lesen geben. Basta! Irgendwie war ich schon ein wenig stolz auf mich. Ich hatte es geschafft. Dachte ich zumindest. Was ich nicht ahnte war, wie sehr der Keim der Buchverführung wächst und manchmal erst Monate später zur Blüte reift.

Himbeeren mit Sahne im Ritz“ von Zelda Fitzgerald tauchte dann unvermittelt in meinem Leben auf, als ich es in der Buchhandlung meines Vertrauens entdeckte. Ich konnte meinen Blick nicht vom Cover trennen und hörte die scheinbar gar nicht so ernst gemeinten Worte „Das ist doch sicher nichts für Dich“, als wären sie gerade erst an mich gerichtet worden. Oh, ich war so standhaft. Nein. Kurzgeschichten bitte nicht mehr und ein Buch mit diesem Titel schon gar nicht. Und doch griff ich nach wenigen Tagen zum Telefon und begab mich, um meine Niederlage wissend, in die Falle. Die harmlose Frage nach Zelda Fitzgerald gipfelte in einer Lobeshymne auf den inhaltlichen Reiz des Buches und bevor ich eine Chance hatte anders zu reagieren formulierte mein zweites Ich bereits die jammervolle Bitte „Ich mag das so gerne lesen… ich kann nicht mehr ohne dieses Buch sein!“ Schluss mit Standhaftigkeit. Inkonsequenz mit voller Wucht.

Himbeeren mit Sahne im Ritz - Zelda Fitzgerald

Himbeeren mit Sahne im Ritz – Zelda Fitzgerald

Dann war es endlich da und fühlte sich an, wie ein heiß ersehnter Buchschatz. Als Brandbeschleuniger meiner Vorfreude diente derweilen der Prachtband „Schreiben Sie mir, oder ich sterbe“ (Piper Verlag) in dem ich zu allem literarischen Überdruss auch den Liebesbrief von Zelda an ihren Mann Scott F. Fitzgerald fand und mit jeder Faser meines Herzens zu fühlen begann, welch außergewöhnliche Beziehung die beiden so unterschiedlichen Liebenden miteinander verband. Sie lebten, liebten, stritten, weinten, reizten sich bis aufs Blut und schrieben gemeinsam, was das Zeug hielt. Sie waren im besten aller Sinne füreinander bestimmt:

„Meinst Du nicht, dass ich für Dich gemacht wurde? Ich empfinde so, als hättest Du mich in Auftrag gegeben… „ Zelda an Scott

Ebendieses Frauenbild finden wir fortan in den Kurzgeschichten aus ihrer Feder. Die Mädchen ihrer Erzählungen verbindet ihre lebenslange Suche nach dem richtigen Mann, der dann aber auch bitte nichts anderes zu tun hat, als ein sorgenfreies Leben in Saus und Braus zu ermöglichen. Starke Frauen sind es, die Zelda hier ins Rennen führt und denen sie moderne und selbstbewusste Züge einhaucht. Was auf den ersten Blick nur Oberflächlich wirkt, ist im tiefsten Inneren zerrissen, melancholisch und geplagt von unerfüllten Sehnsüchten. Man möchte sie allesamt so gerne in den Arm nehmen.

Himbeeren mit Sahne im Ritz - Zelda Fitzgerald

Himbeeren mit Sahne im Ritz – Zelda Fitzgerald

Dabei überzeugt Zelda Fitzgerald mit einer literarischen Leichtfüßigkeit, die tiefe Spuren hinterlässt. Sie schrieb so bildgewaltig und farbenfroh, wie sie malte. Sie tanzt durch ihre Wortgemälde und brilliert trotz oder gerade aufgrund der gewaltigen internen Konkurrenz ihres populären Ehemanns, der mit seinen Geschichten bereits unfassbare Honorare verdiente. Ein Grund, warum einige ihrer Geschichten unter seinem Namen in Magazinen und Zeitungen veröffentlicht wurden. Die Frische ihrer Geschichten und die unverbrauchten Beschreibungen lassen jedoch eher Zelda Fitzgerald zur Avantgarde der Roaring Twenties aufsteigen.

Ihre Mädchen und Frauen sind schillernde Persönlichkeiten mit doppeltem Boden und heben sich durch ihr vielschichtiges Charisma von der sehr blassen Männerwelt ab. Staffage, zu mehr taugen die Jungs im Leben nicht. Die Oberfläche verliert sich schnell und eine extrem zerbrechlich wirkende Tiefenausstrahlung verschafft sich Raum. Dabei skizziert Zelda Fitzgerald viel mehr als eine Zeiterscheinung. Sie zeichnet Frauen in der Welt von Männern, die sich lediglich einbilden, alles im Griff zu haben. Das fragile Bild, das sie von Amerika zeichnet ist hierbei ebenso zeitlos. Strahlkraft erlangt das Land nur durch inhaltsleere Unterhaltung. Einzig strahlend sind die Frauen, doch sie fordern den höchsten Preis, wenn man ihrer habhaft werden möchte. Es kann das Leben kosten.

Himbeeren mit Sahne im Ritz - Zelda Fitzgerald

Himbeeren mit Sahne im Ritz – Zelda Fitzgerald

Tanz und Rhythmus bestimmen diese Geschichten mit einer ganz eigenen Melodie. Manchmal ist die atmosphärische Dichte so greifbar, dass man den Theatervorhang zu fühlen scheint, der sich über allen Szenen öffnet. Frederick von Perikles Monioudis ist einer der wenigen aktuellen Romane, die hier sprachlich in aller Tiefe anknüpfen. Es ist ein Hochvergnügen, „Himbeeren mit Sahne im Ritz“ zu genießen. Es ist traurig und bewegend, „Miss Ella“ in den Abgesang ihrer vergangenen Liebe zu begleiten und es bereitet ein diebisches Vergnügen dem Rachefeldzug von Gracie Axelrod zu folgen, die als „Unsere Leinwandkönigin“ Geschichte machen sollte und bitter enttäuscht wurde.

Literaturwissenschaftlich relevant werden Zelda Fitzgeralds rein autobiografische Geschichten, in denen sie sich selbst und ihre Leidenschaft zu Scott F. Fitzgerald aufs Korn nimmt. „Zwei Verrückte“. Oh ja, wie das passt. Ihr Blick auf die gemeinsame und von Skandalen geprägte Zeit in Paris an der Seite von Ernest Hemingway ist absolut schonungslos und ehrlich. Selbstinszenierung, Verschwendungssucht, Alkoholexzesse und Ehebetrug. Alles was Larry und Lou hier erleben und erleiden steht sinnbildlich für die eigene Zeit in der Metropole der Liebe.

Himbeeren mit Sahne im Ritz - Zelda Fitzgerald

Himbeeren mit Sahne im Ritz – Zelda Fitzgerald

Ich empfehle eine riesige Portion Himbeeren mit Sahne im Ritz“ und bin mir schon jetzt mehr als sicher, dass ich Zelda und Scott bald erneut begegne. Im April erscheint „Und alle benehmen sich daneben – Wie Hemingway sich seine Legende erschuf“ von Lesley M.M. Blume bei dtv. Das Buch ist bereits für mich reserviert und ich möchte darauf wetten, dass ich zwei Menschen kenne, die sich hier kräftig danebenbenommen haben. Zelda & Scott.

Himbeeren mit Sahne im Ritz - Zelda Fitzgerald

Himbeeren mit Sahne im Ritz – Zelda Fitzgerald

Im Leben vereint – in den Büchern getrennt – in meinem Lesen wieder vereint. So wird mein Bücherregal zu einem magischen Ort, einem geschützten Raum und letztlich zu einem Literaturbiotop, in dem sich Zelda und F. Scott Fitzgerald wieder gefunden haben.

F. Scott Fitzgerald – „Für dich würde ich sterben“ – Hoffmann und Campe

„Für dich würde ich sterben“ von F. Scott Fitzgerald

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„Raumpatrouille“ – Der Kosmos der Kindheit von Matthias Brandt

Raumpatrouille von Matthias Brandt

Raumpatrouille von Matthias Brandt

Herzlich willkommen in einer Vergangenheit, an die Sie sich vielleicht gut erinnern können, weil Sie ein Teil von ihr waren. Herzlich willkommen in einer Zeit ohne Internet, Handy, RedBull und Privatfernsehen. Ich spreche hier von der Zeit der Musikkassetten, Bonanza-Räder, Tri-Top-Getränkekonzentrate und Saba-TV-Geräte. Diese Zeit, in der das Fernsehen von Wim Thoelke, einer bezaubernden Jeannie, Percy Stuart und dem Briefträger Walter Sparbier dominiert wurde und Musik zum Download anders aussah.

„<James Last: Non Stop Dancing> stand auf der kleinen Plastikschachtel. Immer noch kaum zu glauben, dass hier so viel Musik drauf sein sollte, wie auf einer Langspielplatte, auf die bespielbaren passte sogar noch mehr.“

Willkommen in den späten sechziger und frühen siebziger Jahren. Es sind Jahre, in denen der erste Mensch den Mond betreten hatte, Deutschland kein einig Vaterland war und das beschauliche Bonn als Hauptstadt des westlichen Teils unseres Landes die politischen Geschicke lenkte. Das Palais Schaumburg, der Kanzlerpavillion und die Villa Hammerschmidt stehen noch heute für diese Epoche unserer Geschichte. Es ist aber auch die Zeit meiner Kindheit, die ich in der Eifel erlebte. Unweit dieses Zentrums der Macht wuchs ich eher beschaulich und gut behütet auf.

Raumpatrouille von Matthias Brandt

Raumpatrouille von Matthias Brandt

Dass zwischen 1969 und 1974 ein gleichaltriger Junge in Bonn aufwuchs, war mir damals gelinde gesagt egal. Ich war viel zu beschäftigt mit mir selbst, um mir auch noch Gedanken um einen gewissen Matthias zu machen. Als Sohn des Bundeskanzlers war er wie ein Wesen von einem anderen Stern. Willy Brandt kannte man selbst nur aus den Nachrichtensendungen im Fernsehen. Er wirkte staatstragend, wichtig und wurde auch von meinen Eltern fast ehrfürchtig bewundert. Ein großer Mann. Wie oft ich das in meiner Kindheit gehört habe. Wie aber sah die Kindheit von Matthias Brandt aus?

„Seit einiger Zeit patrouillierten Wachleute auf unserem Grundstück, man hatte ihnen sogar hinten beim Gemüsegarten, wo es in den Wald ging, eine Baracke gebaut, in der sie wohnten… Wie in unserem Schullandheim in der Eifel sah es dort aus.“

Und so überrascht es nicht, dass Matthias Brandt seine Geschichte erzählt, und nicht ich. Die Raumpatrouille ist eine sehr geschickt arrangierte Kollektion von 14 Geschichten aus seiner Kindheit, die nun bei Kiepenheuer und Witsch erschienen ist. Wer nun erwartet, das große politische Bonn hier wiederzufinden, die Hintergründe der wichtigen Entscheidungen oder geschichtliche Ereignisse aus Kindersicht vorgesetzt zu bekommen, der wird sich in einer anderen Welt wiederfinden, ohne enttäuscht zu sein. Denn Matthias Brandt gelingt es in seinen zarten Geschichten aus der Umlaufbahn der historischen Figur Willy Brandt heraus einen klaren Blick auf sich selbst zu werfen.

Raumpatrouille von Matthias Brandt

Raumpatrouille von Matthias Brandt

Matthias Brandt erzählt von Träumen und Sehnsucht, persönlichem Versagen und wildem Probieren, grandiosem Scheitern und dem Leben im goldenen Käfig. Mit keinem Wort erwähnt er den Begriff Kanzler. Sein Vater erscheint eigentlich nur ganz am Rand der Geschichten, obwohl sein Status Geschichte schrieb und den Rahmen definierte, in dem sich das Leben von Matthias entwickeln konnte. Bewacht von Sicherheitskräften, isoliert bei Kirmesbesuchen rebelliert der kleine Junge mit seinen Bordmitteln gegen die Vereinsamung und versucht Aufmerksamkeit zu erregen. Beides scheitert oft schon im Ansatz.

Das Briefmarkensammeln wird zum Fiasko, weil statt fremder Länder nur der senile Ex-Präsident im Album landet, bei dem Matthias schon mal zum Kakao eingeladen wird. Der Fahrradausflug mit einem Herrn Wehner mutiert zu Vaters symbolträchtigem Sturz und die Übernachtung bei einem Freund suggeriert ihm das wahre und freie Leben, das ihn sogleich wieder abschreckt, weil er das Alleinsein liebt, und es nicht als Einsamkeit empfindet. Die Liebe zu seinem Hund und die Zuneigung seiner Mutter sind Konstanten in einem Leben ohne väterliche Wärme. Seine Angst sucht nach Ventilen.

„Den größten Außenseiter mit zu quälen, war die einfachste Art, zu sein wie die  anderen, und das war mein brennendster Wunsch.“

Raumpatrouille von Matthias Brandt

Raumpatrouille von Matthias Brandt

Auf diese Art und Weise zeichnet Matthias Brandt ein Panorama dieser Zeit. Die „Raumpatrouille“ liefert kaum biografische Indizien für das Leben seines Vaters. Willy existiert nur kommend und gehend, entfernt und kalt. Und doch ergibt dieses Puzzle der nicht chronologisch sortierten Geschichten das Bild einer sehr einseitigen Beziehung, aus der auch Väter von heute noch lernen können. Aus maximaler emotionaler Distanz heraus beschreibt der sehr erfolgreiche Schauspieler, warum er sich niemals über den Namen Brandt definierte.

Dieses Buch ist kein Befreiungsschlag. Die Geschichten sind der ungeschönte Blick auf das eigene Leben und Schwächen, für die man nicht immer selbst verantwortlich ist. Und doch gelingt es Matthias Brandt nicht, mit seinem Vater zu brechen, oder ihn in schlechtem Licht zu präsentieren. Als schicksalhaft nimmt er die Kindheit unter diesen Rahmenbedingungen hin. Vorwurfsvoll klingt jedoch keine der Geschichten. Ein Kreis scheint sich in der letzten Geschichte „Was ist“ zu schließen. Man spürt, wie sehr der Sohn versucht, seinem Vater die Hand zu reichen, obwohl er ihm immer fremd blieb.

Der Blick in die Augen seines Vaters, der ihm in einem seltenen Moment des Lebens aus einem Buch vorliest, zeigt Nähe und Distanz zugleich. Ambivalenz wird greifbar:

„Ich sah… Augen, deren Farbe ich immer noch nicht herausgefunden hatte.“

Raumpatrouille von Matthias Brandt

Raumpatrouille von Matthias Brandt

Und wenn Sie sich nicht an diese Zeit erinnern? Wenn Sie zu jung sind, um all dies selbst erlebt zu haben? Ist dieses Buch relevant genug, um auch Leser zu begeistern, die nicht zu den Zeitzeugen der Kanzlerschaft von Willy Brandt gehören? Ist es zeitlos genug, um nachhaltiges Interesse zu wecken? „Auerhaus“ von Bov Bjerg hat deutlich bewiesen, dass Leser aller Altersgruppen einen Blick in unsere Vergangenheit werfen und nach Werten und Maßstäben suchen, die uns heute fast schon fremd sind. Diese ganz persönliche Sentimental Journey ist dann relevant, wenn sie Gefühle und Fakten vermittelt, die sich auf die Gefühls- und Denkwelt der Leser auswirkt.

„Auerhaus“ ist ein Roman. Gerade deshalb ist es uns so leicht gefallen einen Zugriff auf Handlung und Protagonisten zu finden, unsere Haltung zu Freundschaft am Roman zu reiben und zu reflektieren, was wir in Menschen investieren, die wir Freunde nennen. „Raumpatrouille“ ist nicht fiktiv. Diese Geschichten von Matthias Brandt bleiben nicht in der Umlaufbahn. Sie landen zeitlos auf unserem Denkplaneten. Auch heute ist vielen Vätern vieles wichtiger, als der Kontakt zu ihren Kindern. Sie sind staatstragend, ohne Staaten zu tragen. Matthias Brandt hat sich von seinem Vater gelöst. Und das mit sehr guten Erinnerungen, die schmerzen und helfen. Ein kleiner Schritt für den Leser, ein großer Schritt für Matthias Brandt. Der Adler ist gelandet.

Gehen Sie auf „Raumpatrouille„. Eine kleine große Geschichtenstunde.

Raumpatrouille von Matthias Brandt und Auerhaus von Bov Bjerg

Raumpatrouille von Matthias Brandt und Auerhaus von Bov Bjerg

Die „Pariser Symphonie“ von Irène Némirovsky

Pariser Symphonie von Irène Némirovsky

Pariser Symphonie von Irène Némirovsky

Sich selbst treu zu bleiben ist eine meiner größten Maxime. Auch als Blogger und Leser. So kennt man mich. Kurzum, ich lese niemals Kurzgeschichten, vermeide das Eintauchen in Erzählbänden oder Anthologien und bevorzuge komplexe und inhaltlich in sich geschlossene Bücher. Das war schon immer so, denn Kurzgeschichten kommen mir unvollendet vor, sie wirken eher wie Fingerübungen und immer dann, wenn ich Blut geleckt habe mehr zu erfahren, sind sie auch schon am Ende angelangt.

(Diese Rezenion können Sie auch hören: HIER)

Die Pariser Symphonie von Irène Némirovsky - Ein Ohrenschmaus

Die Pariser Symphonie von Irène Némirovsky – Ein Ohrenschmaus

Darüber hinaus wirken die Protagonisten meist schablonenhaft, eher skizziert, als gezeichnet und im Rohentwurf bleiben sie blass und schemenhaft. Also: ich lese keine Kurzgeschichten. Das war auch noch so, als ich der Einladung zum DVA – Manesse – Bloggertreffen auf der Leipziger Buchmesse folgte. Unverrückbar. Ich doch nicht. Als dann jedoch eine Leseprobe mit einem unglaublich schönen schwarz-weißen Cover die Runde machte, war meine Neugier geweckt. Allerdings nicht für mich selbst.

Die „Pariser Symphonie“ von Irène Némirovsky passte nur allzu gut zu Julia Groß und ihrem Lebensschwerpunkt „Paris“ auf Ruby´s Cinnamon Dreams. Ich steckte die Leseprobe erwartungsvoll ein, schickte Julia ein erstes Bild und erntete ein vorfreudiges „Wuuuuzaaaaa!“ Was ungefähr soviel heißt, wie „Ja, das könnte mich interessieren.“ Ein paar Tage nach der Leipziger Buchmesse ereilte mich dann ein trauriges Schicksal. Meinem Buchbegleiter gingen überraschend die Seiten aus und ich erinnerte mich an jene Leseprobe aus Leipzig, die eigentlich nur darauf wartete, nach Plauen geschickt zu werden.

Pariser Symphonie von Irène Némirovsky

Pariser Symphonie von Irène Némirovsky

Was soll ich sagen? Die „Pariser Symphonie“ griff nach mir. Und es handelte sich um Kurzgeschichten. Schade, dachte ich, aber in Ermangelung von Lesestoff las ich die drei Geschichten aus der Feder von Irène Némirovsky. Ich legte die Leseprobe beiseite. Ich begann intensiv zu grübeln und zu fühlen. Nahm sie dann wieder zur Hand und las sie erneut. Kurzgeschichten. Es sind doch nur Kurzgeschichten, sagte ich mir. Nichts für mich. Fingerübungen. Und doch…

Und doch pflanzte mir die Autorin bereits mit der ersten Geschichte „Geister“ ein ganz besonderes Gefühl von Sehnsucht ins Leserherz. Hier brauchte es keine großen Worte, hier war es eben das Minimalistische, das mich in seinen Bann zog. Dabei wirkt die Geschichte auf den ersten Blick unausgegoren, als sei sie nie über den Status eines Manuskriptes hinausgewachsen. Genau hier jedoch liegt ihre Stärke, denn ich war es plötzlich, der hier weiterdenken durfte, musste und sollte.

Sprachlich erinnerte mich der Abgesang auf den verlorenen Familiensitz „Monjeu“ an die unvergleichliche Tania Blixen. Ebenso wie sie um ihre Farm am Fuß der Ngong Berge trauert, erlebe ich hier eine Frau, die im Rückblick auf ihr Leben um ihr „Monjeu“ trauert. Ein längst vergangenes Leben mit einer vergangenen und nicht gelebten Liebe. Und beides kommt unvermutet und geisterhaft zurück. Kein Spuk, keine Illusion. Es ist eher Übersinnliches, was hier die Sinne des Lesers einhüllt und dem Begriff Sehnsucht das Bild von „Monjeu“ (Meine Freude) an die Seite stellt.

Pariser Symphonie von Irène Némirovsky

Pariser Symphonie von Irène Némirovsky

Mondieu Monjeu, kann ich nur sagen. Das Buch fand seinen Weg zu Julia. Das Buch fand seinen Weg zu mir. Keine Kurzgeschichten? Das war gestern. Und das sollte lesend auch nicht die letzte Überraschung bleiben, die ich in der „Pariser Symphonie“ erlebte. Eine Geschichte nach der anderen ergriff Besitz von mir. Eine schleichende Melancholie umnebelt mich, ich kämpfe gegen tiefe Verluste, Betrug, Herzensbrüche und vergebene Chancen an. Und dies alles verbunden durch das unsichtbare Band, das den Namen Paris trägt.

Ein Paris in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Ein Paris in Aufruhr, in Erwartung und letztlich ein Land, das seine wechselhafte Stimmung auf die Menschen überträgt. Und doch spielen sich die Geschichten in Iréne Némirovskys Figuren ab. Ganz tief in ihnen, was meinen Vorbehalt des Schablonenhaften schnell auflöste. Irène Némirovski gelingt es im Daumenkino-Stakkato Bilder zu erzeugen, die das Gefühl vermitteln, nicht viel mehr erfahren zu wollen. Spielerisch leicht und doch tragisch zugleich wirken die Szenen.

Ob es alte Jungfern sind, die sich scheinbar glücklich schätzen, ein Leben ohne die ach so komplizierte Liebe gelebt zu haben, oder ob wir hier zwei gute Freunde erleben, die angesichts des drohenden Krieges den größten Fehler ihres Lebens begehen, alle Geschichten wirken greifbar und irgendwie vertraut. Der zweite Blick, der Nachhall, die tiefe Melancholie und Traurigkeit, die fast alles überstrahlt, setzt sich fest und macht nachdenklich. Viele dieser Geschichten sind für mich Lieben auf den zweiten Blick.

Pariser Symphonie von Irène Némirovsky

Pariser Symphonie von Irène Némirovsky

Es sind Geschichten einer längst verlorenen Zeit. Es sind aufrichtige Versuche, die davon erzählen, was geschieht, wenn man seine Chancen verpasst. Wenn Lieben nicht geliebt werden, wenn Schicksalhaftes unerfüllt bleibt und wenn Wege nicht zueinander führen. Alle Geschichten sind von drohendem oder erlittenem Verlust charakterisiert. Sie stimmen nachdenklich und rütteln auf. Die Autorin scheint sehr darum zu kämpfen, ihre Figuren nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Sie leben auch nach der jeweils kurzen Erzählung weiter.

Ich recherchierte, was sie dazu bewogen haben könnte und stieß auf den absoluten Wendepunkt meines Lesens. Irène Némirovsky wurde 1942 nach Auschwitz-Birkenau deportiert und starb dort völlig entkräftet. Ihr Mann folgte ihr schon drei Monate später. Sie konnte dem Schicksal nicht entgehen, dem sie in ihren Geschichten Beine machte. Sie hat ihre Figuren gerettet. Ihr selbst gelang dies nicht.

Und nun bleibt mir ein Werk, das von diesen Gedanken an eine Autorin geprägt ist. Ich lese die Geschichten nun anders, nähere mich mehr als behutsam an und sehe die aufkommende Angst einer Autorin, die zu ahnen scheint, dass ihre Welt versinkt. Der Abgesang auf Paris in der Geschichte, die diesem Buch seinen Namen gab, steht hier sinnbildlich für das, was bald vergangen sein wird. Das Herz zerreißt beim Lesen. Und doch gelingt ihr mit diesen kurzen Episoden etwas Unglaubliches. Sie lebt durch ihre Geschichten weiter.

Pariser Symphonie von Irène Némirovsky

Pariser Symphonie von Irène Némirovsky

Das schönste Cover des Jahres ummantelt eines der ganz besonderen Bücher meines Lesens. Intensive Diskussionen mit Julia haben uns beiden neue Sichtweisen vermittelt, andere Interpretationen erschlossen und die Liebe zu diesem Buch verfestigt. Lasst Euch verzaubern. Lasst Euch von der Magie einer Autorin fesseln, die in und mit ihren Texten dem Schicksal begegnet. Ich werde die Biografie über Irène Némirovsky lesen. Ich muss mehr erfahren und werde darüber berichten.

So lange schwelge ich in den Erinnerungen an die elf Geschichten. An elf Leben, elf Lieben, elf Chancen und elf Kapitel eines Buches, das mein Lebensbuch bereichert  hat. Erneut begleiten mich die Bilder des ungarischen Fotografen Brassai. Nicht zum ersten Mal ermöglichen sie mir einen Blick auf das malerische Paris der Worte, das die Autorin erzeugt. Bücher gehen ihren Weg nie allein. Niemals.

Nein. Ich lese keine Kurzgeschichten. Ich mag meine Geschichten gerne bis zum Ende durchdacht und ausformuliert. Ich mag keine bloßen Fragmente oder Teile von Manuskripten lesen. Wie sehr habe ich mich diesmal geirrt. Denn hier darf ich mich ausleben. Hier denke ich selbst weiter, hier forme ich die Charaktere und hier habe ich den Raum, den ich dringend benötige, um meine Melancholie in die Welt zu schreien. Ich bin noch nicht am Ende angelangt. Mein Weg an der Seite von Iréne Némirovsky wird weitergehen. Und ich bin nicht allein.

Was aus der „Pariser Symphonie“ und Julia wurde? Schaut doch selbst

Pariser Symphonie von Irène Némirovsky - Hier geht es bakd weiter...

Pariser Symphonie von Irène Némirovsky – Hier geht es weiter… Die Biografie

Die Bücherkette auf AstroLibrium bringt Sie mit nur einem Klick zu den Büchern, die mit der Pariser Symphonie von Irène Némirovsky in Verbindung stehen. Hier steht natürlich der große Roman Die Liebenden im Chamäleon Club von Francine Prose, in dem das Leben von Brassaï in Wortbildern gefeiert wird, an erster Stelle..

Pariser Symphonie von Irène Némirovsky und die Bolder von Brassaï

Pariser Symphonie von Irène Némirovsky und die Bilder von Brassaï

Und hier geht es zur Verkettung meiner Bücher mit der „Pariser Symphonie“ und zu einem neuen Artikelüber ihr Schreiben: „Der Ball„.

Pariser Symphonie von Irène Némirovsky - Die Bücherkette

Pariser Symphonie von Irène Némirovsky – Die Bücherkette