„Die Seiten der Welt – Blutbuch“ – Das furiose Trilogie-Finale

Die Seiten der Welt - Blutbuch von Kai Meyer - Das Trilogie-Finale

Die Seiten der Welt – Blutbuch von Kai Meyer – Das Trilogie-Finale

Am Ende einer Trilogie stellt sich dem Rezensenten nicht mehr die Frage einer inhaltlichen Zusammenfassung des Schlussbandes. Auch geht es nicht mehr darum, Leser auf das Gesamtwerk neugierig zu machen, denn wer noch nicht mal den ersten Band einer Trilogie gelesen hat, wird sich durch die Rezension des Finales auch nicht plötzlich dazu verführen lassen, den ersten Schritt zu wagen. Für Einsteiger sind hier die Buchvorstellungen zum Auftakt und zum Mittelband entscheidend.

Hier entscheidet sich, ob das zu lesende Buch in das Beuteschema des Lesers passt, oder ob er besser einen großen Bogen um den ungelesenen Roman machen sollte. Und treue Leser, die bereits in den ersten beiden Bänden versunken waren, werden sowieso magisch in den Schlussband gezogen. Rezension hin oder her. Und wehe, man würde es wagen, hier zu spoilern und Teile des Inhalts vorwegzunehmen oder mal eben in den Raum werfen zu wollen, welche Romanfiguren am Ende auf der Strecke bleiben. Never. Sakrileg.

Erwarten Sie also nun bitte von dieser Rezension nichts von alledem. Sie schließt meinen ganz persönlichen und vielschichtigen zweijährigen Leseweg in der Fantasy-Trilogie Die Seiten der Welt von Kai Meyer ab. Hier wird nichts verraten, hier wird nichts zusammengefasst, hier wird nichts nacherzählt, hier gehe ich auf die Fragen ein, die sich mit der inhaltlichen Relevanz einer gesamten Trilogie auseinandersetzen und ganz grundsätzlich Aufschluss darüber geben, was sie mir bedeutet, wie ich mich in und zwischen den Zeilen gefühlt habe und was mit mir geschah, als ich am Ende des Lesens auf der letzten Seite angelangt war.

Die Seiten der Welt - Blutbuch von Kai Meyer - Das Trilogie-Finale

Die Seiten der Welt – Blutbuch von Kai Meyer – Das Trilogie-Finale

Es handelt sich hierbei um Fragen, die bei allen Mehrteilern von Interesse sind, denn am Ende des Lesetages stellt sich heraus, ob ein mehrjähriger Leseweg lediglich netter Zeitvertreib war und man besser andere Bücher gelesen hätte, oder ob der Autor den Erzählraum dreier Bücher tatsächlich benötigte, um sich selbst, die von ihm erdachte Handlung und sein „Personal“, also seine Romanfiguren, zum Ziel zu bringen. Und was gibt es schlimmeres, als nach drei Bänden festzustellen, dass wir es mit einem offenen oder unvollendeten, nicht durchdachten Ende zu tun zu haben?

Um die „Seiten der Welt“-Trilogie in mein Lesen einzuordnen werfe ich einen Blick zurück in meine Rezensionen, Artikel und Reportagen, die auf diesem Weg entstanden sind. Daraus leitet sich meine hohe Erwartung ab, die ich in mir trug, als ich mit nervös zitternden Händen das finale Blutbuch aufschlug und auf Nimmerwiederlesen darin verschwand.

Sehr viel hatte ich an der Seite von Furia Salamadra Fairfax erlebt, durch ganze erfundene Bücherwelten bin ich an ihrer Seite gewandert; habe gute Freunde gefunden; mich unsterblich in Charaktere verliebt; bin zum bibliomantischen Rebellen gegen das Establishment der Adamitischen Akademie geworden; ich musste lernen, Seitenherzen zu spalten; Bookboard zu fahren und Exlibiri zu beschützen. Ich fand mein Seelenbuch und spürte in jeder Zeile die überbordende Fantasie des Autors, wenn es darum ging, die Liebe zum geschriebenen Wort in einem Roman zur Kunstform zu erheben.

Die Seiten der Welt - Blutbuch von Kai Meyer - Das Trilogie-Finale

Die Seiten der Welt – Blutbuch von Kai Meyer – Das Trilogie-Finale

Die Seiten der Welt und Nachtland legen in geschriebener Form Zeugnis ab von meinem Leseweg. Eine Radioreportage aus der Tiefe des Rebellen-Untergrundes und ein Buchmesse-Interview mit Kai Meyer für Literatur Radio Bayern verdeutlichen das Ausmaß meiner Auseinandersetzung mit dieser Trilogie, die den Verlag Fischer FJB auch hinsichtlich flankierender Marketingkampagnen zu Höchstleistungen brachte.

Wurde dies durch „Die Seiten der Welt – Blutbuch“ belohnt, oder landete am Ende der Nachtrefugien nur ein weiterer Stein im Wasser, der zwar Wellen erzeugte, aber die groß angelegte Destinations-Trilogie ohne sichtbare Entwicklung der Protagonisten im literarischen Nirwana versiegen ließ? Ist Kai Meyer auf den Punkt gekommen? Hat er sein Ziel erreicht und das Vertrauen seiner Leser rechtfertigt. Gibt es ein tragfähiges Ende? Ein Ende, an das man angesichts unzähliger Cliffhanger kaum noch so richtig glauben wollte?

Und letztlich bleibt die Frage, was diese Trilogie von anderen Werken unterscheidet und welche Leitidee in uns verankert bleibt, wenn wir uns in einigen Jahren an diesen Leseweg erinnern und unseren Kindern davon erzählen. Wie lautet unsere Antwort auf die Frage „Die Seiten der Welt… jaaa. Das weiß ich noch genau. Das habe ich nie vergessen, weil…“ Und wenn wir ehrlich zu uns sind, können wir diese Frage bei einer Vielzahl von Büchern mit einigem Abstand nicht sehr plausibel beantworten.

Die Seiten der Welt - Blutbuch von Kai Meyer - Das Trilogie-Finale

Die Seiten der Welt – Blutbuch von Kai Meyer – Das Trilogie-Finale

Sind Sie bereit für die Antworten? Bereit für die volle Wahrheit über die „Seiten der Welt“-Trilogie von Kai Meyer? Ich habe einen Moment gebraucht, um meine Gedanken zu sortieren. Sie haben sich unmittelbar nach der letzten Seite dieser Trilogie aus dem Staub gemacht, sind wie eine Herde Wildpferde durch meine Bücherprärie galoppiert. Sie wurden in alle Winde zerstreut und befinden sich seit ein paar Tagen wieder hier. Wohlgeordnet und gezähmt.

Ja! Es mussten drei Bücher sein, um diesen Kosmos der Fantasie erlesbar zu machen. Nicht eine Seite zu viel. Kein Wort zu wenig. Alle Handlungsfäden, Spuren und Cliffhanger, die uns von Kai Meyer in den ersten Bänden präsentiert wurden waren lesenswichtig, essenziell und haben am Ende ihre klare Bestimmung gefunden. Jeder einzelne Charakter verlässt „Die Seiten der Welt“ verändert. Die gesamte Entwicklung der Geschichte spiegelt sich in ihren Erkenntnissen und Handlungen wider. Schicksal und Fügung werden zu Randnotizen. Furia beweist, dass man ganz alleine sein Glück erzwingen kann. Auch, wenn es gleichzeitig das größte persönliche Opfer bedeutet, das man in die Waagschale werfen kann.

Alles unterscheidet diese Trilogie von anderen Werken über die fantastischen Aspekte der Buchwelt. Die Fantasie des Autors hat sich Bahn gebrochen und uns auf den hohen Wellen seiner Vorstellungskraft reiten lassen. Belanglosigkeiten sind ihm fremd. Aus Kleinem wird Großes und keine seiner Figuren verschwindet unbeweint. Kai Meyer bleibt fair. Auch wenn wir im „Blutbuch“ lesend Verluste erleiden, wir bringen sie nicht sinnlos. Jede beim Lesen vergossene Träne fällt auf den Boden einer Zukunft, die ohne Opfer nicht existieren würde.

Die Seiten der Welt - Blutbuch von Kai Meyer - Das Trilogie-Finale

Die Seiten der Welt – Blutbuch von Kai Meyer – Das Trilogie-Finale

Patience, Furia und Duncan Mound sind meine persönlichen Helden dieser Reihe. Sie haben Nachhaltiges hinterlassen. Komplex angelegte Charaktere voller Ecken und Kanten, die plausibel und greifbar bleiben. Das zeichnet den Stab der Akteure aus, der von Kai Meyer ins Feld geführt wird. Er erzeugt Bilder, die mir unvergessen bleiben und bleibt seiner bisherigen Linie treu, seine Geschichte unmittelbar im Herzen seiner Leser zu verankern. Drei Seelenbücher hat er mir ins Herz geschrieben. Und dabei hat er sich im Schlussband selbst übertroffen.

Spielerisch und gar nicht nebenbei philosophiert er im Zentrum der Handlung über die Rolle eines Schriftstellers. Hier wächst der Leser an seiner Erkenntnis, was Fiktion, was Realität und was einfach nur bloßer Knalleffekt ist. In der Begegnung mit dem eigentlichen Verursacher des bibliomantischen Trubels liegt der wohl größte Aha-Moment dieser Trilogie. Dieses Erkennen lässt uns staunen und sehr intensiv darüber nachdenken, wie wir uns der Literatur zu nähern haben, was Kritik bewirkt und was ein verändertes Wort in einer Geschichte bewirken kann. Die Macht des geschriebenen Wortes – Kai Meyer hat ihr ein Denkmal gesetzt.

Was am Ende bleibt? Es bleibt ein Ende, das ein Ende ist. Ein Ende voller Emotion und ein Abschluss, der literarisch konsequenter nicht sein könnte. Ein Ende, das uns trotzdem davon träumen lässt, diese Geschichte möge nie ein Ende finden und doch versöhnen uns die letzten Zeilen mit jedem Cliiffhanger im Roman, weil die Seele des Lesers voller Emotionen zur Ruhe kommt. Diese Trilogie funktioniert bis in die letzte Faser ihrer selbst.

Die Jugend-Trilogie „Die Seiten der Welt“ ist im Finale erwachsen geworden.

Die Seiten der Welt - Blutbuch von Kai Meyer - Das Trilogie-Finale

Die Seiten der Welt – Blutbuch von Kai Meyer – Das Trilogie-Finale

Ein letztes Bild zum Schluss. Mein Bild, das künftig für diese Trilogie steht. Ein Bild, das Kai Meyer in meiner Fantasie verpflanzt hat und das auch noch Wochen nach dem Lesen in voller Blüte steht. Es ist das Bild zweier Schiffe. Kai Meyer verankert die Portalschiffe Fleur de Marie und Blanche de Cazalis in seinem „Blutbuch“. Diese beiden Schwesterschiffe, die zwischen den Seiten der Welt verkehren, haben sich tief in meine Seele eingebrannt. Dieses Bild steht für die gesamte Trilogie. Kai Meyer hat es nicht nur geschafft, diese Schaufelraddampfer zum Fliegen zu bringen.

Er hat sie zur Metapher der literarischen Seefahrt erhoben und für mich im direkten Vergleich zur Titanic und ihrem Schwesterschiff Olympic ein Stück Literaturgeschichte geschrieben. Er hat seine persönliche Titanic mit seinen eigenen Worten gehoben und den Portalschiffen eine Rolle zugeschrieben, die in einer bewegenden Rettungsmission gipfelt. Das ist fulminant und grandios. Besonders, wenn man diese Passage mit einer Leseschwester gemeinsam erlesen darf, die dabei hilft, beide Portalschiffe sicher in den Hafen zu bringen. Danke, Heike für diese grandiosen Lesemanöver.

All dies bleibt. Diese prachtvollen Bilder strahlen aus dieser Trilogie heraus. Und wenn man die beiden Schwesterschiffe betrachtet sieht man sie auch lange nach dem Lesen noch gemeinsam mit einem dritten Schiff durch das Büchermeer kreuzen. Die Hispaniola der „Schatzinsel“ gehört ebenso zur Flotte wie die nie gebaute Gigantic zur White Star Line gehörte. Ist hier die Verheißung auf mehr verborgen? Denn…

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Wie deuten wir den Kommentar des Autors unter einem Bild, das ich am Ende des Lesens auf meiner Facebook-Seite gepostet habe? Wie kommt man mit diesen Worten zurecht, wenn man sich gerade mit dem Ende von Die Seiten der Welt angefreundet hat? Wie nur…

Schön, dass Dir das vorläufige Ende gefallen hat…, Kai Meyer…

Die Seiten der Welt - Blutbuch von Kai Meyer - Das Trilogie-Finale

Die Seiten der Welt – Blutbuch von Kai Meyer – Das Trilogie-Finale

[FBM 15 Interview] Kai Meyer im bibliomantischen Gespräch

Kai Meyer im exklusiven Buchmesse-Interview

Kai Meyer im exklusiven Buchmesse-Interview

Er faltet Wort-Origamis, die den Staub von unseren Büchern entfernen. Er hat uns beigebracht, Seitenherzen zu spalten, um unsere wahre bibliomantische Energie zu entfalten. Er kennt einen Weg der es ermöglicht mit zwei Büchern der gleichen Auflage von einem Bücherort zum anderen zu reisen. Er schenkte uns gar eine sprechende Leselampe und einen ziemlich mürrischen Lesesessel, die uns auf Schritt und Tritt begleiteten. Er setzte gruselige Buchegel zur Belagerung ein und verteilte großzügig Lesezeichen als Eintrittskarten zu Libropolis, der wahren Hauptstadt der Bibliomantik.

Er reiste mit uns an die verborgenen Orte der reinen Buchmagie, machte uns zu treuen Wegbegleiter von Furia Salamandra Fairfax und jagte uns von einem bibliophilen Cliffhanger zum nächsten. Er ließ uns in den Nachtrefugien herumirren und nach den letzten Getreuen im Aufstand gegen die Adamitische Akademie suchen. Und er ließ uns in die Rolle des Exlibro Patience schlüpfen, der sich als absolut treue Seele erweist.

ER – Das ist Kai Meyer, der mit den ersten beiden Bänden seiner bibliomantischen Trilogie Die Seiten der Welt und Nachtland für Furore gesorgt hat. Er bediente sich magischer Online-Kampagnen seines Verlages Fischer FJB, um seinen Lesern die Wartezeit zu verkürzen. Er verteilte streng limitierte Fassungen seines Romans im Volk, signierte sich die Finger blutig und erfand eigene Notizbücher zu seinen Romanen.

Die Seiten der Welt - Nachtland - Radio freies Libropolis

Die Seiten der Welt – Nachtland – Radio freies Libropolis

Und letztlich veranlasste er mich zum tiefen Schreiben über seine Welt. Er brachte Kristina und mich dazu, Literatur Radio Bayern zu einem top-geheimen Widerstands-Sender zu machen, um den Aufstand gegen die Akademie zu unterstützen. Seitdem habe ich mir geschworen, IHN zu aufzuspüren und in ein Gespräch zu verwickeln, das ich heimlich für euch aufzeichnen wollte. Ich musste endlich herausfinden, was noch auf uns zukommt.

Ich wollte wissen, ob es auch seine Eingebung war, den einzigartigen Negativ-Effekt zum wesentlichen Element der ersten beiden Buchcover zu machen. Ich wollte wissen, was seine Aussage im Internet bedeutete: „Ich habe jetzt Kapitel XXX des dritten Buches beendet und ich bin gespannt, wie die Leser darauf reagieren werden!“

Mit einem Klick zum Buchmesse-Interview mit Kai Meyer

Mit einem Klick zum Buchmesse-Interview mit Kai Meyer

Die Frankfurter Buchmesse war der perfekte Rahmen für einen geheimen Treffpunkt. Unerkannt und abgeschottet von der Außenwelt traf ich den grandiosen Schriftsteller Kai Meyer und wünsche euch allen erdenklichen bibliomantischen Spaß mit dem folgenden TOP-SECRET-INTERVIEW. Es ist sehr persönlich, voller Tiefgang und überraschend.

PS: Investigativ recherchiert – Der dritte Band der „Seiten der Welt – Trilogie“ trägt den Namen „Die Seiten der Welt – Blutbuch“ und erscheint im März 2016. Dabei ist es dann auch keine Überraschung, dass wir uns auf ein blutrotes Cover freuen dürfen. Pst… siehe Diashow… .

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Here we are… März 2016:

Seiten der Welt - Blutbuch von Kai Meyer - März 2016

Seiten der Welt – Blutbuch von Kai Meyer – März 2016

„Die Seiten der Welt – Nachtland“ von Kai Meyer

"Die Seiten der Welt - Nachtland" von Kai Meyer

„Die Seiten der Welt – Nachtland“ von Kai Meyer

Glauben Sie uns bitte, wir haben nicht besonders viel Zeit! Es war schwierig genug, die kleine literarische Sternwarte zu erreichen. Und wenn wir kein Sprungbuch gehabt hätten, dann wäre es uns niemals möglich gewesen, Sie vor einem großen Fehler zu bewahren. Es mag Ihnen sehr komisch vorkommen, dass wir nach Büchern riechen und aussehen, als wären wir gerade eben kopfüber durch die Seiten der Welt gefallen. Es mag so aussehen, als hätten wir Schreckliches erlebt. Aber das darf Sie jetzt nicht kümmern.

Wirklich nicht! Es gibt Wichtigeres als unser Schicksal. Die Zukunft des Lesens steht auf dem Spiel und nur deshalb haben wir den Sprung aus einem Buch gewagt, das uns gerade fest in seinen Seiten gefangen hält. Dabei hätten wir doch wissen müssen, worauf wir uns einlassen, denn als der Ruf erschallte, uns dem Widerstand gegen die allmächtige Adamitische Akademie anzuschließen, war es eigentlich schon fast zu spät und alle Bücher dieser Welt schwebten in der Gefahr, endgültig leergeschrieben zu werden.

Was? Sie haben nicht den Hauch einer Ahnung, wovon wir hier reden? Sie waren noch niemals in Libropolis? Sie besitzen gar kein eigenes Seelenbuch? Sie haben noch nichts von der unfassbaren Macht der Bibliomantik gehört? Oh. Das tut uns leid, aber dafür ist jetzt keine Zeit, weil wir gleich wieder zurück müssen, sonst… Ja, sonst laufen die Geschicke der gesamten Weltliteratur aus dem Ruder. Vielleicht lesen Sie einfach unsere Aufzeichnungen, die wir nach unserem ersten Abenteuer in „Die Seiten der Welt“ von Kai Meyer hinterlassen haben. Dann sind Sie auf dem aktuellen Stand und können verstehen, warum wir es gerade so eilig haben. Und Sie werden verstehen, warum es ein großer Fehler wäre, uns nicht zu folgen. Der größte Fehler Ihres Lesens!

"Die Seiten der Welt - Nachtland" von Kai Meyer

„Die Seiten der Welt – Nachtland“ von Kai Meyer

Wenn Sie selbst schon in Libropolis waren, ihnen bereits Exlibri begegnet sind, Sie genau wissen, was wir meinen, wenn wir von Buch-Origamis und dem Wald der toten Bücher sprechen und wenn Sie wissen, was es bedeutet, ein Seitenherz zu spalten, dann bleiben Sie um des Lesens Willen bitte hier und hören uns zu. Wir haben dann den gleichen Leseweg hinter uns und wissen sehr genau, wie schlimm es um die Sache der Bibliomantik bestellt ist. Wir sind gemeinsam durch die „Seiten der Welt“ gefallen und konnten uns am Ende des Lesens mit einigen treuen Gefährten nur knapp in Sicherheit bringen.

Aber uns war schon in diesem Moment klar, dass die unglaubliche Geschichte von Furia Salamdra Fairfax erst so richtig begonnen hatte, als wir den ersten Teil von „Die Seiten der Welt“ aus der magischen Feder von Kai Meyer atemlos beendet hatten. Nur wenige Monate ist es her, dass wir dieses geheime dunkle Buch mit goldener Prägung geschlossen haben, als nun der Ruf erschallte, sich dem Widerstand anzuschließen und uns das noch geheimere Exemplar von Die Seiten der Welt – Nachtland erreichte. Und groß war das Staunen, dass dieses Buch, in das wir einfach eintauchen mussten, sich so deutlich vom Äußeren seines Vorgängers unterschied.

Es wirkt, wie das fotografische Negativ des ersten Bandes und nach Versuchen in meiner Dunkelkammer bestätigte sich dieser Positiv-/Negativ-Verdacht, was Kai Meyer dazu veranlasste, in aller Welt herum zu posaunen, dass AstroLibrium das zweitgrößte Geheimnis der Bibliomantik gelöst habe. Na große Klasse. Dabei wollten wir doch im Verborgenen bleiben und genau dort mit dem Abenteuer beginnen, wo wir noch vor wenigen Wochen aus der Geschichte gefallen sind. An jenem Punkt, an dem die junge Bibliomantin Furia es mit wenigen Getreuen geschafft hatte, den ersten großen Angriff auf die Welt des Lesens abzuwehren. Tiefe Freundschaften waren entstanden, Verluste zu beklagen, aber die Schar der treuen Unentwegten, die sich mit dem jungen Mädchen den großen Mächten entgegenstellte wuchs beharrlich.

"Die Seiten der Welt - Nachtland" von Kai Meyer

„Die Seiten der Welt – Nachtland“ von Kai Meyer

Immer näher kamen wir den tyrannischen Drei Häusern, die danach trachten, das Lesen der Welt zu beherrschen. Nichts ist ihnen zu abwegig, um ihre Macht zu festigen. Sie erstreckt sich über die ganze Welt des Lesens und wer nicht gehorcht, der wird deportiert. Eigens geschaffene dunkle Refugien dienen als Gefängnisse für abtrünnige Bibliomanten und insbesondere für nichtsnutzige Exlibri, deren einziges Vergehen darin besteht, dass sie aus ihren Geschichten gefallen sind.

Skrupellos arbeiten die Häuser mit kriminellen Subjekten zusammen, die in ihren tiefen Festungen wertvolle literarische Artefakte verstecken und deren Leidenschaft es ist, Fabelwesen aus Büchern zu stehlen und sie auszustopfen. Einhörner können kein Lied mehr davon singen. Die gesamte Welt der Literatur hat sich in eine reine Diktatur verwandelt und das Zentrum der Macht greift zu immer brutaleren Methoden der totalen Unterdrückung.

Die Agenten der Drei Häuser sind den Wenigen, die sich für die Freiheit des Lesens und die Bewahrung der guten bibliomantischen Kräfte einsetzen, schon auf der Spur. Aber der Widerstand wächst von Tag zu Tag und seine Vielfalt wird zur großen Gefahr für die mächtigen Häuser. Sechs Monate sind seit dem letzten Gefecht in „Die Seiten der Welt“ vergangen und die Getreuen um Furia, Finnian, Cat und Isis haben sich organisiert und holen zu ersten großen Schlägen gegen die Machthaber aus. Libropolis, die Hauptstadt der Bibliomantik ist ihr Ziel. Der Angriff steht kurz bevor.

"Die Seiten der Welt - Nachtland" von Kai Meyer

„Die Seiten der Welt – Nachtland“ von Kai Meyer

Und doch hat sich vieles verändert, denn nichts ist so dynamisch wie die Geschichte, wenn man die Bibliomantik beherrscht. Das geschriebene Wort ist wandelbar, und die Vergangenheit kann neu geschrieben werden. Nichts ist mehr wie es scheint. Aus Gefolgsleuten können Gegner werden und aus einem positiven Bild wird sehr leicht ein negatives. Nachtland entführt uns auf die dunkle Seite der Bibliomantik. Abseits von den leuchtenden Metropolen des guten Lesens, in denen die Literatur das Straßenbild beherrscht, finden wir uns auf der Schattenseite des Lesens wieder.

„Es war, als hätte eine höhere Macht dem Glück der Literatur eine Nachtseite gegenüberstellen wollen, ein Gegengewicht für all das Wunderbare, das aus Büchern geboren wurde.“

Buchsüchtige säumen die Straßen und vegetieren auf der Suche nach einem Fetzen Lesestoff vor sich hin. Das stete Verlangen nach Suchtbüchern bestimmt den Alltag der Verlorenen und oftmals ist die Endstation für alle Buchsüchtigen das letzte Aufflammen einer lebenslangen Lesewut, die sich hier ihrer Opfer bemächtigt hat. Ob die wenigen Widerständler hier in das Geheimnis eindringen können, das ihnen Zutritt zum Zentrum der Macht verschafft? Ob sie ausgerechnet hier zum entscheidenden Schlag gegen die Drei Häuser der Adamitischen Akademie ausholen können?

"Die Seiten der Welt - Nachtland" von Kai Meyer

„Die Seiten der Welt – Nachtland“ von Kai Meyer

Genau das werden wir herausfinden und müssen jetzt zurück in die Geschichte. Hier werden sich jetzt Freundschaften beweisen und die Loyalität jedes Einzelnen wird auf eine harte Probe gestellt. Es war die einzig richtige Entscheidung, sich dem Widerstand anzuschließen. Die Rettung des Lesens und die Befreiung gepeinigter Seelen stehen auf unseren Fahnen und doch wird das kein leichter Weg.

Wir begegnen der verzehrenden Flamme, die das traurige Schicksal der Bibliothek von Alexandria besiegelt hat. Wir nutzen eklige Buchegel, um unsere Feinde für einen kurzen Moment abzulenken. Wir fliegen auf Bookboards, um Verfolger abzuschütteln und begegnen den gefährlichen Tintlingen, die danach trachten uns in den „Seiten der Welt“ zu fesseln.

Und zuletzt erreichen wir das missratene Land. Die Nachtrefugien, in denen ewige Dunkelheit herrscht. Das Nachtland. Flackernde Nordlichter zeugen von letzten Resten bibliomantischer Macht und unendlich verästelte Blitze lassen diese Refugien in immer neuer Struktur erscheinen. Eine lesensunwürdige Welt, in der die letzten Geheimnisse der Bibliomantik verborgen sein können. Aber Vorsicht. Diese Reise kann auch einen mutigen Widerständler um den Verstand bringen. Kommen Sie mit? Sie werden mehr gebraucht, als sie es sich in Ihren kühnsten Träumen vorstellen können.

"Die Seiten der Welt - Nachtland" von Kai Meyer

„Die Seiten der Welt – Nachtland“ von Kai Meyer (Blitz von Kristina Puck)

Ob wir alleine unterwegs sind, fragen Sie? Nein. Natürlich nicht. Kai Meyer begleitet uns durch seine bibliomantischen Werke. Er ist wohl der wahre Verführer hinter den Kulissen, der mit seinem Schreiben das Hier und Heute für uns verändert. Er ist wohl das größte Geheimnis der Bibliomantik, aber dabei ist er mehr als fair zu uns. Er hat neue Charaktere mitgebracht, die uns ins Nachtland begleiten.

Eine Kallista namens Nassandra, die immer wenn es dunkel wird zum Baum wird und wurzelt; den desertierten Agenten der Akademie Duncan Mound und Patience, einen Exlibro, der aus einem Südstaatenroman gefallen ist und der wohl die treueste Seele der Bücherwelt in Gestalt eines Scharfschützen und Leibwächters für Furia ist. Aber auch die Gegenseite wartet mit einigen Überraschungen auf, die es in sich haben. Kai Meyer hält mit „Die Seiten der Welt – Nachtland“, was er mit „Die Seiten der Welt“ versprochen hat.

Waren wir schon atemlos vor Staunen über das Füllhorn seiner bibliophilen Fantasie, dann kann man das Lesen des zweiten Abenteuers rund um die Bibliomantik nur als Dauerzustand aus Gänsehaut, purem Lesefieber und Büchersucht bezeichnen. Tja und stark sein muss man obendrein, denn spätestens wenn wir Zeuge werden, wie Furia Salamadra Fairfax Buchstaben weint, wird uns das Leserherz nicht zum ersten Mal brechen.

"Die Seiten der Welt - Nachtland" von Kai Meyer

„Die Seiten der Welt – Nachtland“ von Kai Meyer

Wir müssen jetzt aber los. Folgen Sie uns. Wir sehen uns in Libropolis oder wenn es ganz schlecht läuft auf Portobello, dem Fragment eines Refugiums, aber das wäre ein schlechter Treffpunkt. Wobei… immer noch besser als keiner…! Und wenn wir es gemeinsam so weit geschafft haben, dann finden wir uns auch im dritten Teil von „Die Seiten der Welt“… Versprochen. Wir werden da sein. Blühende Fantasy

Freiheit für Libropolis…! Wir sind die einzigen Figuren, die es in Libropolis nicht gibt. Wir sind „Inlibri“ und gehen da jetzt wieder rein. Und einen ganz herzlichen Dank an Heike Dewald (Irve liest) und Julia Groß (Ruby`s Cinnamon Dreams) für den Beistand im harten Widerstandskampf für ein befreites Lesen!

Exklusiv:

Literatur Radio Bayern als Radio Freies Libropolis. Die Rezension fürs Ohr!

Die Seiten der Welt - Nachtland ab Freitag auf Literatur Radio Bayern

Die Seiten der Welt – Nachtland auf Literatur Radio Bayern – Reinhören

Und hier geht`s zum exklusiven Buchmesse-Interview mit Kai Meyer. Wie geht es weiter? Welcher Protagonist liegt ihm besonders am Herzen? In Frankfurt hat sich der Schöpfer von Libropolis meinen Fragen gestellt. Ein Interview mit Tiefgang.

Mit einem Klick zu meinem Buchmesse-Interview mit Kai Meyer

Mit einem Klick zu meinem Buchmesse-Interview mit Kai Meyer

Blühende Fantasy in der kleinen literarischen Sternwarte

Fantasy und AstroLibrium

Fantasy und AstroLibrium – Ein literarisches Special

Die meiste Zeit meines Lesens verbringe ich damit, jemand anderes zu sein. Es ist ganz allein meine Zeit, die ich dabei zwischen den Seiten von Büchern verbringe, um dem Alltag zu entfliehen und mich zu Gedankenflügen verführen zu lassen. Viele Genres der Literatur bieten diese Fluchtpunkte an und unglaublich gute Autoren betätigen sich seit Jahren erfolgreich als meine ganz persönlichen Fluchthelfer. Sie lassen mich auch durchatmen, wenn ich nach dem Auftauchen aus Büchern „Gegen das Vergessen“ nur noch Abstand und anspruchsvolle Unterhaltung suche.

Dabei lese ich nicht zum Zeitvertreib. Ich genieße jede Minute in einem guten Buch und fühle mich in die Szenarien und Welten ein, die mir eine Fluchtmöglichkeit bieten. Ich nutze meine Zeit und lasse mich dabei auch auf Zeitsprünge ein, denn für mich ist jedes Buch eine Zeitreise. Ob in die Vergangenheit oder Zukunft, das lasse ich einfach auf mich zukommen. Ich bin dabei lesend wirklich sehr flexibel, wenn ich mich in meiner kleinen literarischen Sternwarte beharrlich auf die Suche nach buchigen Fixsternen am Bücherhimmel begebe.

Besonders leidenschaftliche Fluchten finden in einem Genre statt, dass oftmals ein wenig belächelt oder gar unterschätzt wird. Die FANTASY ist dabei jedoch seit ewigen Zeiten als eigenständige literarische Richtung mehr als etabliert. Jules Verne und H.G. Wells waren ihre Wegbereiter und die Werke von J.R.R. Tolkien zeigen bis heute, was es bedeutet, wenn fantastische Gedankenketten Leser und Zuschauer zeitlos fesseln. Ich fliehe gerne in fantastische Welten und bekenne mich zu meiner Leidenschaft. Ich liebe die Fantasy und bleibe ihr treu, wie man an einigen ausgewählten Beispielen sieht.

AstroLibrium – Eine Insel der blühenden Fantasy.

Fantasy und AstroLibrium

Fantasy und AstroLibrium – Das Lied von Eis und Feuer – Game of Thrones

Was braucht man mehr, als eine völlig erfundene und in sich geschlossene Welt, die mich lesenslänglich gefangen nimmt und einfach nicht mehr loslässt? Was braucht es mehr, als einige verborgene Lagerfeuerplätze in meinem Westeros? Orte, an die ich mich zurückziehen und träumen kann? Träume von einer Welt, in der ich gedanklich schon seit Jahren lebe und lese. Von fremden Wesen, die das Land bedrohen, obwohl eine unüberwindliche Mauer aus Eis alles beschützt. Von Herrschern, die miteinander um den einzig wahren Eisernen Thron der Sieben Königslande kämpfen und von Orten, deren magische Ausstrahlung mich zu Sklaven meines Lesens macht.

Winterfell, Harrenhall, Königsmund, Hochherz. Die Flusslande und Schnellwasser, Dorne und Casterlystein. Verwunschene Orte, die ich seit den ersten Zeilen in George R.R. Martins Das Lied von Eis und Feuer so gut wie meine eigene Westentasche kenne und die Heimat von Protagonisten, als deren Weggefährte ich mich seit Jahren fühle. Die Buchreihe ist unvollendet. Die Zukunft ist völlig offen und unvorhersehbar. Die epische Verfilmung Game of Thrones droht, die bisher veröffentlichten Bücher bald einzuholen und der Autor selbst träumt wohl gerade von der Idee, die Buchwelt von der Filmwelt zu trennen. Dem wahren Fan von Westeros bleibt nichts erspart. Gut so!

Neben den eigentlichen Romanen der Serie, den Filmen und einigen tollen Büchern rund um die Welt der Starks und Lennisters, die mir einen neugierigen Blick hinter die Kulissen erlauben, kann ich nun auch noch in einem Folianten versinken, der mir mein Westeros – Die Welt von Eis und Feuer noch näher bringt. Sehr gediegen gestaltet wartet dieses Buch mit allem auf, was man als Wanderer wissen muss. Wir planen dort unsere Lagerfeuerplätze und treffen uns lesend immer wieder zu tiefen Gesprächen und wilden Spekulationen. Eine absolute Traumwelt der Fantasie, die dem blühenden Garten der Fantasy neue Dimensionen verleiht. Es ist noch nicht zu spät. Reitet mit…

Fantasy und AstroLibrium

Fantasy und AstroLibrium – Tolkien lebt – Excalibur lebt

Es verwundert nicht, dass viele Fantasy-Spuren beim Godfather dieses Genres J.R.R. Tolkien beginnen und zu ihm zurückführen. Mit seiner Saga „Der Herr der Ringe“ hat er nicht nur ein eigenes Universum geschaffen. Er entwickelte seine Welten so konsequent weiter, dass eigene Völker, Länder, Kulturen, Sprachen, ja sogar eine eigene Poesie entstand. Er flankierte seine Erzählung mit Prequels und Sequels, spielte mit der grenzenlosen Neugier seiner Leser und verlangte ihnen viel ab.

Tolkien ist nicht leicht zu lesen. Allein die Einleitung zum „Herrn der Ringe“ liest sich, als müsse man kurz vor einer Abi-Prüfung die Geschichte der Welt komprimiert auf 100 Seiten lesen und verstehen, bevor man sich der nächsten Aufgabe stellen kann. Zu viel ist es oft. Viel zu umfassend holt er oftmals aus und doch setzte er alle Maßstäbe, die man seither an Schriftsteller dieses Genres anlegt. Der Hobbit ist dabei zu einem besonders guten Freund in meinem Leseleben geworden. Mein großer Schatz aus der Feder des legendären Autors.

Frisch verfilmt und schon lange zu Ende erzählt, inspiriert das kleine Volk aus dem Auenland immer noch unsere Fantasie. Man muss nicht groß sein in dieser Welt, um wahre Größe zu zeigen. Zeitlos ist diese Botschaft und zeitlos bleibt das Werk Tolkiens. Umso größer ist die Freude dann, wenn längst verschollen geglaubte Werke aus seiner Feder auftauchen und seine niemals aussterbenden Fans beglücken. König Arthurs Untergang“ zeigt, wie intensiv sich Tolkien mit den uralten Sagen beschäftigte und wie dieses Epos wohl aussehen würde, wenn er es selbst in Stabreimform verfasst hätte.

Unsterblich, dieser Tolkien. Unsterblich, seine Werke. Unsterblich, die Fantasy.

Fantasy und AstroLibrium

Fantasy und AstroLibrium – Die Seiten der Welt setzen Maßstäbe

All diese Werke haben eine große Gemeinsamkeit. Sie verlangen von ihrem Leser alle Hingabe dieser Welt. Sie entziehen sich messbarer Kritik und lassen Zweifel an den vom Autor erdachten Welten nicht zu. Fantasy ist eben so. Wenn uns der Autor erklärt, dass es möglich ist mit zwei Büchern einer Ausgabe von einem Ort zum anderen reisen zu können, dann ist das so. Wenn er uns erzählt, es sei möglich besondere Fähigkeiten zu entwickeln, indem man das Seitenherz seines Seelenbuches spaltet, dann muss man das so hinnehmen und akzeptieren.

Wenn Kai Meyer seine Leser in „Die Seiten der Welt“ hineinzaubert, dann verlangt er absolute Gefolgschaft und Lesertreue. Wenn er dann noch ganz persönlich beteuert, es sei möglich unter Bäumen zu liegen, an denen wundervolle Lesebändchen wachsen, Leselampen zu begegnen, die ihrem Besitzer ganz brav auf Schritt und Tritt folgen und Protagonisten sehen zu können, die aus ihren Büchern gefallen sind. Dann sind Zweifel nicht angebracht. Das ist wahre und große Fantasy. Man kann nicht in einem Lexikon nachschlagen, wie Libropolis, die Hauptstadt der Bibliomantik aussieht. Wir müssen nur glauben und uns einlassen. Ein mehr als schönes Lesegefühl.

Die Herausforderung für den Fantasy-Schriftsteller ist dabei riesig. Es gibt keine greifbaren Abholpunkte für seine Handlung. Er muss von Grund auf gestalten und wie ein kleiner Büchergott seine Wesen, Orte und Gedanken so zur Welt bringen, dass sie miteinander funktionieren und die Leserschaft begeistern. „Die Seiten der Welt“ halten was sie versprechen und sie werden in wenigen Tagen mit „Nachtland“ fortgesetzt. Hier wartet eine große Herausforderung auf uns, denn alleine schon die Gestaltung des Covers spielt mit unserer Fantasie. Klickt doch einfach auf die folgenden Begriffe. Ihr werdet sehen, was ihr davon habt: POSITIVNEGATIV… Zwei Bilder einer Bücherwelt der Fantasy.

Fantasy und AstroLibrium

Fantasy und AstroLibrium – Erstlingswerke mit viel Potenzial – Mikki Patrick

Ich lasse mich bei meinen Fluchten in die Welt der Fantasy allerdings nicht nur von den großen Autoren des Genres entführen, sondern bin wie bei allen Büchern nur am guten Inhalt interessiert. So stieß ich vor wenigen Tagen auf das Erstlingswerk von Mikki Patrick, erlebte ein wenig mit welchen Zweifeln und Hoffnungen sie in ihrer Welt eintauchte, schrieb und dem Erscheinen ihres Werkes entgegenfieberte. Jetzt sind ihre Anderswelt Chroniken Teil der großen Fantasy-Literaturlandschaft und warten darauf, gelesen zu werden.

Ich habe mich bereits auf den Weg gemacht. Begleitet von einem Glücksbringer und meinem kleinen in Leder gebundenen Notizbuch habe ich diese Welt betreten und lese ohne Vorbehalt. Jeder bekannte Schriftsteller hat mit einem „Erstling“ begonnen, jeder hat sein erstes gedrucktes Kind ins Leben geschickt und gehofft, es möge nicht von der Kritik zerrissen werden. Und wenn man sich einfach auf eine gute Geschichte einlässt, dann wird man von der frischen Sprache, plausibel angelegten Charakteren und Zitaten überrascht, die man vielleicht nicht erwartet hätte.

„Anderswelt“ hält mich im Moment noch gefangen. Ich werde natürlich weiter von meiner Reise berichten und bin bis dahin damit beschäftigt, eine junge Sterbliche zu begleiten, der ich dort begegnete. Ich muss darauf achten, dass man ihr die Wahrheit sagt, denn Lügen würden sie töten. Kira findet sich völlig unvermutet in einer Fantasy-Welt wieder und kann kaum glauben, welchen Wesen sie dort begegnet. In welcher Gefahr sie schwebt, wird ihr dabei erst klar, als ihre eigene Verwandlung beginnt. Hier geht es zum Anderswelt-Artikel…Ich bin am Ziel angelangt.

„Na toll… Sie befand sich in einem Raum mit Gimli, Lara Croft und Hellboy! Alias Solin, Ahima und Zarko! Was kam denn als Nächstes? Legolas oder doch Thor? Batman wäre auch cool. Kira konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen. Plötzlich ging ein heftiger Schmerz durch ihre Schultern. Sie schrie auf und…“

Fantasy und AstroLibrium

Fantasy und AstroLibrium – Ivo Pala erobert nicht nur Kinderherzen

Ich bin inzwischen wohl auch bekannt dafür, dass ich nicht immer nur meinem Gefühl vertraue, sondern besonders gerne Kinder und Jugendliche mit den Büchern konfrontiere, die genau für sie geschrieben wurden. Die unmittelbare Rückkopplung der eigentlichen Zielgruppe ist hierbei für mich ein sehr wichtiger Gradmesser, ob ein Buch angenommen wird und die Herzen bewegt, die Gedanken anregt und einfach inspiriert. Der Drache hinter dem Spiegel von Ivo Pala begleitete mich zu einer besonderen Lesenacht im Kinderheim St. Alban.

Diese Lesenächte haben inzwischen gute Tradition und ich kann nur empfehlen den Artikel zu diesem Event zu lesen, da man hier wirklich gut erkennen kann, was Fantasy mit der Fantasie junger Menschen anzustellen vermag. Wir haben vorgelesen, diskutiert und unter Anleitung der Künstlerin Peggy Steike auch gemalt. Wir ließen den Kindern den Freiraum, während des Zuhörens ihre eigenen Gedankenbilder und Impressionen zu Papier zu bringen. Das Ergebnis hat nicht nur uns, sondern auch den ansonsten sehr sprachgewaltigen Schriftsteller mehr als sprachlos gemacht. Drachenstark!!!

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Ich denke, man kann anhand dieses kleinen Fantasy-Specials erkennen, welchen Stellenwert dieses Genre in meinem Lesen einnimmt. Ohne die Fluchten in neue Welten mit unglaublichen Wesen, Gefahren, Abenteuern und wilden Liebesgeschichten am Rande des Vorstellbaren kann ich mir mein Lesen nicht vorstellen. Ich bin froh um die treuen Wegbegleiter, die mir auf diesem Leseweg die Hand reichen und mich nicht alleine lassen. Ich danke für jeden einzelnen Abend an den Lagerfeuern von Westeros und das tiefe Verständnis meiner Träume.

Ich werfe mich jetzt in meine goldene Rüstung, wappne mich mit einem magischen Schild, greife zu einem verwunschenen Schwert und jage meinen Träumen hinterher. Immer getreu dem Motto von George R.R. Martin. Wir sehen uns in Winterfell oder dort, wo das wahre Lesen tobt.

„Die mutigen Männer töteten keine Drachen.
Die mutigen Männer ritten auf ihnen!“

Fantasy und AstroLibrium - Eine dauerhafte Verbindung

Fantasy und AstroLibrium – Eine dauerhafte Verbindung

Bücher, Eulen, Abenteuer – Die Frankfurter Buchmesse 2014

Frankfurter Buchmesse 2014 - Bücher, Eulen, Abenteuer

Frankfurter Buchmesse 2014 – Bücher, Eulen, Abenteuer

Eine Buchmesse ist eine Buchmesse, ist eine Buchmesse… Eigentlich muss man gar nicht mehr sagen, denn das lebendige Paradies für bibliophile Menschen ist und bleibt unbeschreiblich. Nach intensiver Vorbereitung und präzisen Terminabsprachen mit all meinen Verlagen und Büchermenschen steht man dann plötzlich auf dem Messegelände und realisiert ganz langsam, dass man wieder da ist. Mittendrin, statt nur dabei.

Meine Buchmesse ist und bleibt Gefühls- und Herzenssache. Sie füllt mich aus und treibt mich durch das Bücherjahr. Sie fasziniert und inspiriert mich. Sie verbindet mich neu mit Menschen, Projekten und Büchern. Andererseits öffnet sie im realen Kontakt auch wieder die Augen für die tatsächliche Qualität von virtuellen Beziehungen, sei es auf Facebook, Instagram oder Twitter. Ein Prüfstand eben… Sowohl literarisch, als auch persönlich. Ich liebe diese Herausforderung und Vielschichtigkeit.

Ich memoriere für mich, was die Frankfurter Buchmesse 2014 in mir ausgelöst, welche Gedankengänge sie losgetreten und welche Inspirationen sie freigesetzt hat. Ich schreibe dies allerdings nicht nur für mich, da ich festgestellt habe, wie sehr man den Impressionen aus Frankfurt auf meiner Facebookseite gefolgt ist. Demnach ist meine Messe auch eure Messe und ich versuche einfach mal, ein paar strukturierte Gedanken festzuhalten. Rückblick und Ausblick zugleich – und Standortbestimmung in vielerlei Hinsicht. Das ist und das war Frankfurt… Schlaglichter:

Frankfurter Buchmesse 2014 - AstroLibrium eult rum

Frankfurter Buchmesse 2014 – AstroLibrium eult rum

Euliges:

Mit zwanzig Eulen im Gepäck bin ich losgezogen. Die kleinen grünen Flatterbiester haben sich zum roten Faden meines persönlichen Lesensweges gemausert und in meinem Umfeld viele gute Freunde gefunden. Sie haben nun auch die Messe erobert, gute Zuhause gefunden und auch bei Verlagen ein wenig für Furore gesorgt.

Der „H“-Wurf von Mrs. Rail war zumindest für ein paar Tage in Frankfurt vereint, doch nun nach Abschluss der Messe sieht man die Bilder der Flattereulen in ihrer jeweils neuen Umgebung. Deutschlandweit hat es den Wurf verteilt und doch ist es so, dass wir uns immer wieder sehen werden. Vielleicht stehen die Eulchen ein wenig symbolisch für diese Verbundenheit und sorgen dafür, dass wir ab und zu an diesem unsichtbaren Band ziehen und in Verbindung bleiben.

Ich wünsche allen neuen „Eulenpflegern“ viel Spaß und Leseglück mit den kleinen Kerlchen. Die Namensgebung blieb traditionell und so ist der Anfangsbuchstabe „H“ von euch übernommen worden und inzwischen gibt es tatsächlich die ersten Jungs unter den Büchereulen. Huhugo, Heinrich und Horatio. Sie gesellen sich zu vielen Hedwigs, Heidis, Hetties und Hannas. Eine bunte Flügelschar. So bunt, wie die Schar der Menschen, die sie nun beherbergen dürfen.

Frankfurter Buchmesse 2014 - Herzensbücher für das neue Jahr

Frankfurter Buchmesse 2014 – Maulwurfstadt und Die Nachtwanderin

Herzensbücher 2015:

Natürlich ist jeder Weg auf der Buchmesse von der Suche nach neuen literarischen Schätzen bestimmt und die Freude ist groß, wenn man zuhause den Blick lesehungrig in die Zukunft richten kann. Unerwartete Neuerscheinungen bilden eine unglaublich schöne Bücherkette mit lang erwarteten Fortsetzungen beliebter Reihen. Ich weiß schon jetzt, dass mein Lesejahr 2015 viele ganz besondere Highlights erleben wird.

Neben einer von mir sehr herbeigesehnten Biografie meines Herzensautors David Foster Wallace wird ein kleines Bändchen mit einem bisher verschollenen Essay von David bei Kiepenheuer und Witsch erscheinen. „The Planet Trillaphon“ beschreibt den Umgang mit der eigenen Depression, die David letztlich in den Suizid trieb. So wie einst „Das hier ist Wasser“ wird dieses Büchlein zweisprachig erscheinen und es schließt eine große Lücke im Lebenswerk des großen Autors von „Unendlicher Spaß“.

Nachdem Torben Kuhlmann mit  „Lindbergh – Die abenteuerliche Geschichte einer fliegenden Maus“ die Buchwelt in Staunen versetzt hat, folgt nun im nächsten Jahr mit „Maulwurfstadt – Moletown“ der nächste große Wurf des genialen Multitalents. Ich durfte die ersten fertigen Zeichnungen sehen, das Konzept erschnuppern und auch den sympathischen Wort- und Bildkünstler persönlich kennenlernen und ich verspreche euch, dass niemand mehr eine Maulwurffalle im Rasen versenkt, der dieses wundervolle Buch aus dem NordSüd Verlag in Händen hielt.

Mit „Die Nachtwanderin“ von Einar Turkowski geht der Mixtvision Verlag einen einzigartigen Weg. 250 limitierte Exemplare der traumhaft illustrierten Geschichte sind bereits erhältlich. In wertvoller Schatulle, mit signiertem Originaldruck und in unglaublich wertvoller Aufmachung kann man bereits jetzt seinen Lesensschatz um ein wertvolles Buch erweitern, bevor es dann im Herbst 2015 in einer normalen Buchhandelsausgabe erscheint. Ich werde das Projekt ganz persönlich begleiten, andere Werke des Autors und Zeichners vorstellen und mit euch gemeinsam sehr intensiv durch die Nacht wandern. Es wird magisch… versprochen.

Frankfurter Buchmesse 2014 - Mr. Rail im Gespräch

Frankfurter Buchmesse 2014 – Mr. Rail im Gespräch

Interviews:

Interviews sind für mich das Salz in der Suppe einer Buchmesse und so hatte ich auch in diesem Jahr wieder einige Schriftsteller „vor der Flinte“ deren Bücher mich in der Vergangenheit sehr beschäftigt und beflügelt haben. Es waren intensive und interessante Gespräche, die mir erneut tiefe Einblicke in die Autorenseele ermöglicht haben. Aber auch Hintergründe zu Inhalten, Entstehungsgeschichten und zur Intention des Schreibens haben sich mir eindringlich erschlossen.

Die Messegespräche werden in der nächsten Zeit Zug um Zug veröffentlicht und ihr könnt euch auf interessante Schriftsteller, tiefe Inhalte, interessante Einblicke und kleine Geheimnisse freuen. Und natürlich könnt ihr persönlich erleben, was die Schriftsteller auf die traditionelle Schlussfrage in meinen Interviews geantwortet haben: „Welche Frage würden sie in einem Interview gerne einmal beantworten? Einziges Problem… Sie wurde ihnen noch nie gestellt!“ Glaubt mir, das wird lustig.

Freut euch auf: Christine Fehér, die bald den Buxtehuder Bullen in ihrer Wohnung unterbringen darf. Jürgen Seidel, der seine jugendlichen Leser durch hohe Erzähldichte herausfordern möchte. Stefan Bachmann, der mit schweizer-englischem Dialekt gar nicht seltsam auf meine Fragen geantwortet hat. Petra Hartlieb, die sich auch nicht aus der Ruhe bringen ließ, als ein Leser mich bat, ihr Buch zu signieren und Kai Meyer, der in Wirklichkeit gar kein Seitenherz spalten kann. Dafür aber Leserherzen am laufenden Meter bricht!

Frankfurter Buchmesse 2014 - Kuriositäten

Frankfurter Buchmesse 2014 – Kuriositäten

Kurioses:

Natürlich bietet eine Buchmesse auch unglaublich viel Platz für Kuriositäten und amüsante Pannen. Was haben wir gelacht und geschmunzelt über die großen und kleinen Skurrilitäten des Messe-Alltags. Da stellt ein Verlag das neue Buch von Hape Kerkeling genau so am Stand aus, wie es im Buchhandel präsentiert wird. Auf einer Palette in einem Karton gestapelt und der Marketingstrategie folgend, für den Verkauf „niederschwellig“ präsentiert. Man soll einfach schnell zugreifen in der Buchhandlung. Dass sich aber auch Messebesucher niederschwellig verhalten und diese Paletten plündern, das stand wohl nicht auf dem Plan – war aber auch nicht zu verhindern. Feldtest gelungen… oder so.

Ebenso kurios ist es, wenn 150 geladene Blogger beim Random House Blog`n Talk auf eine Handvoll tapfere Autoren losgelassen werden, die einerseits ihr Glück kaum fassen können, andererseits aber auch fast von der Blogger-Stampede überrollt werden. Und dies, während sich zwei ältere Herrschaften am Messestand niederlassen und ein Päuschen einlegen. Völlig unerkannt und gelassen beobachten sie, was da vor sich geht und feixen sich eins. Ist ja auch mehr als amüsant, dass ausgerechnet in der Herde der Literaturblogger die wahren Könige des historischen Romans Iny Lorentz sozusagen inkognito verschnaufen können. Wir haben uns jedenfalls sehr gut unterhalten…

Bemerkenswert war die Aktion am Stand von Heye Kalender. Goldbarren stapelten sich und für ein kleines Facebook-Like wanderte ein sehr wertvoll aufgemachter Kalender in den Rucksack des glücklichen Messebesuchers. 400 Kalender waren es und als ich Cindy, meiner Gastgeberin in Frankfurt, abends meine fette Beute zeigte versuchten wir gemeinsam ein Experiment. Von Zuhause aus wurde die Heye-Seite geliked, eine kleine Nachricht verfasst und gehofft. Am nächsten Tag jedoch waren alle Goldbarren restlos weg. Schade dachte ich, bis eine der Kalender-Ladies sich zu mir durcharbeitete und meinte… „Die Nachricht ist angekommen und ich habe natürlich einen Kalender für Frau Roth aufgehoben!“ Glaubt mir… Das ist so außergewöhnlich im Messetrubel, man muss es einfach erzählen. Herzensmenschen auch an den Ständen. Großes Kino.

Frankfurter buchmesse 2014 - Büchermenschen

Frankfurter Buchmesse 2014 – Büchermenschen

Menschen:

Menschen und Buchmessen gehören ganz einfach zusammen. Bibliophile Scharen bevölkern die Messehallen und auch Blogger wagen sich nach Monaten des intensiven Schreibens wieder unters normale Volk. Und auch die User sozialer Netzwerke suchen nach Gleichgesinnten und Freunden. Treffen stehen da hoch im Kurs und ganz besonders das diesjährige Lovelybooks-Treffen sprengte mit fast 400 Teilnehmern die bisherigen Messetreffen. War klasse und reich beschenkt mit einer prall gefüllten Goodie-Bag konnten immerhin 200 glückliche Lovelybookinisten das Treffen verlassen.

Erfreulich ist es dabei immer wieder auf Menschen zu treffen, die sich so verhalten und geben, wie man sie aus der Kommunikation in den sozialen Netzwerken kennt. Keine Überraschung ist auch das genaue Gegenteil. Umso erfreulicher ist die großer Zahl der „alten“ und neuen Freunde, die immer wieder und in aller Offenheit den großen Stellenwert sozialer Netzwerke im persönlichen Kontakt untermauern. Das reale Leben ist ein guter Test für die Authentizität von Menschen, die Netzwerke bevölkern. Und nach unserem ersten persönlichen Messe-Treffen gehört Mara Giese von Buzzaldrins Bücher für mich so richtig zum realen Leben. Ich habe diesen Austausch wahrlich genossen!

Besonders amüsant war ein ungeplanter gemeinsamer Termin mit Steffi Hasse von his & her books beim Arena Verlag. Auch wenn sie immer wieder darauf beharrt, diese Gemeinsamkeit gekapert zu haben, muss ich widersprechen. Ihr Lächeln hat mich und meinen Termin erobert und da wir völlig unterschiedliche Leseschwerpunkte haben, war es doch naheliegend, das gesamte Vorschauprogramm 2015 auf diese charmante Art und Weise unter uns aufzuteilen! Synergieeffekt nennt man das! Nicht Kaperbloggen! Was für ein Vergnügen, Steffi!!!

Ich danke euch für jedes einzelne Lächeln, jedes tiefe Gespräch, die vielfältigen Begegnungen und die Ehrlichkeit, die ich erfahren durfte. Es ist ein Privileg, über lange Jahre Freundschaften auch auf Distanz pflegen zu dürfen. Besonders bedanken möchte ich mich an dieser Stelle bei Cindy Roth, die mir nicht nur ein Dach über dem Kopf angeboten hat in Offenbach. Ich habe mich zuhause gefühlt und nach langen Messetagen erzählen, entspannen und auch zuhören dürfen. Ich habe eine gute Freundin gewonnen. Das mach mich stolz und glücklich.

Frankfurter Buchmesse 2014 - UNSER Erinnern ist dabei

Frankfurter Buchmesse 2014 – UNSER Erinnern ist dabei

Gegen das Vergessen:

Ein Projekt hat mich auf die Buchmesse begleitet, wobei es manchmal so schien, als sei es mir vorausgeeilt. Das Schreiben Gegen das Vergessen des Holocaust und seiner Opfer, die Auseinandersetzung mit den Auswirkungen der Shoa auf unsere heutige Zeit und die Bestrebungen, gemeinsam mit Peggy Steike, ein positives Erinnern losgelöst von der schier erdrückenden Dimension der Zahlen zu ermöglichen, hat Wirkung gezeigt. Verlage suchen gezielt Bücher aus, die dieses Projekt begleiten können und Freunde sprechen mich auf Schritt und Tritt darauf an.

Auch das Jahr 2015 wird sich diesem Thema verschreiben und ich danke schon jetzt den Pressevertretern „meiner“ Verlage, die viel mehr als ihre Bücher in die Waagschale werfen, um dieses Schreiben mit neuen Büchern zu füttern. Dabei sind wir alle vorsichtig, denn nachdem die letzten Zeitzeugen und Überlebenden des Holocaust so langsam auf ewig verstummen, scheinen sich Autoren weltweit die Freiheit herauszunehmen, fiktive Geschichten zu verfassen und sie mit dem Zusatz „Nach einer wahren Begebenheit“ zu bewerben.

Wenn die Überlebenden nicht mehr widersprechen können, so werden wir unsere Stimmen erheben, wenn wir auf erste Auswüchse des sogenannten „HOLO-KITSCH“ stoßen. Eine pure Verharmlosung, Verkitschung, Romantisierung oder schlichte Verfälschung nachweislicher Fakten werden wir nicht akzeptieren.

Frankfurter Buchmesse - Mr. Rails Fazit

Frankfurter Buchmesse – Mr. Rails Fazit

Mein Fazit:

Es war meine Messe, die ohne euch nicht meine Messe geworden wäre. Es wird mein Lesen, das ohne euch nicht mein Lesen würde. Es ist meine Leidenschaft, die ich ohne euch nicht teilen könnte. Es sind meine Bücher, die ohne euch nicht die Bücher meines Lebens wären. Es ist meine Begeisterung, die ohne euch keine Wellen schlagen könnte und es ist mein Erinnern, das ohne euch zum Vergessen verurteilt wäre.

Ich denke, ich muss nicht viel mehr schreiben, was es mir bedeutet hat, euch zu treffen und nun weiter zu schreiben, was mich bewegt, fasziniert, fesselt und in seinen Bann zieht. Ich wünsche uns allen eine wundervolle Nach-Messe-Zeit. Leipzig im Visier, Frankfurt im Sinn, Bücher und Menschen im Herzen…

So mein Motto für die nächsten Monate. Und dann sehen wir uns in Leipzig!