Der Sänger von Lukas Hartmann

Der Sänger von Lukas Hartmann - AstroLibrium

Der Sänger von Lukas Hartmann

Es kommt mir vor, wie ein literarisches Déjà-vu. Eine Erinnerungstäuschung. Ich schlage den Roman „Der Sänger“ von Lukas Hartmann auf, beginne zu lesen und bin in einem Szenario gefangen, das ich im Juni 2018 so ausführlich beschrieben habe. Es ist mir wohlbekannt, was ich hier als Rahmenhandlung vorfinde, dass mich das ungute Gefühl beschleicht, in einem Buch zuhause zu sein. Nicht, weil es eine Geschichte aus meiner bibliophilen Vergangenheit doppelt, sondern weil ich mich im situativen Rahmen des Romans extrem gut auskenne. Fast, wie in meiner Westentasche. Es ist kein gutes Gefühl, wieder in diesem Szenario anzukommen. Beklemmung und Angst machen sich breit, weil ein gutes Ende der Geschichte ausgeschlossen ist. Und doch lasse ich mich auf sie ein. Möge der Rahmen abgesteckt sein, die Menschen sind andere. Wieder mal Opfer der Verfolgung durch die Nazi-Schergen des Dritten Reichs.

Diesmal folge ich Joseph Schmidt auf seiner Odyssee durch Europa. Er, der Sohn orthodoxer Juden aus Rumänien, selbst jedoch von der in die Wiege gelegten Religion weit entfernt, wird nun durch seine Herkunft definiert. Berufsverbot, Rassegesetze und Ausgrenzung treffen ihn hart. Die Fallhöhe ist gewaltig, gilt er doch als DIE Stimme der Zeit. Der deutsche Caruso. Der Star-Tenor, der die Welt begeistert und der doch kaum für die großen Opernbühnen geeignet scheint. Er ist zu klein. Im Gegensatz zu seiner Stimme. Die überragt alles. Doch den Heldentenor nimmt man ihm nicht ab. Ein Meter vierundfünfzig. Da braucht er schon ein Podest, um an die angebeteten Geliebten auf der Bühne heranzukommen. Das Radio ist seine Rettung. Und die Unterhaltungsmusik, der er fortan einen eigenen Stempel aufdrückt.

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Der Sänger von Lukas Hartmann

Sein Gesang wird weltbekannt. „Ein Lied zieht um die Welt“ wird zu seiner Melodie und mit ihr zieht auch er um die Welt. Die Machtübernahme der Nazis unterschätzt er gewaltig. Er ist berühmt. Ein Star. Was soll ihm passieren? Als Goebbels ihm anbietet, aus dem jüdischen Sänger einen Ehren-Arier zu machen, zögert Schmidt. Er hat Musik im Herzen, denkt nicht an die Politik und seinen Eltern mag er es nicht antun, sich vom geerbten Glauben loszusagen. Die braune Macht schlägt schnell zu. Auftrittsverbot. Im Radio ist er nicht mehr zu hören. Seine Stimme wird verbannt. Entartet, wie die Kunst seiner Leidensgenossen. Viel zu spät erkennt er, dass es nicht nur um die Musik allein geht. Es geht um sein Leben. Er ist in millionenfacher Gesellschaft. Es wird einsam um den Weltstar. Und seine Welt schrumpft in sich zusammen. Seine Flucht beginnt.

Der Reisende“ von Ulrich Alexander Boschwitz hat viel mit der Geschichte von Joseph Schmidt gemein. Auch er auf der Flucht. Auch er, der Schriftsteller, versuchte verzweifelt in den Nachbarländern Deutschlands Schutz zu finden. Die Nazis holten ihn ein. Und die Nachbarn? Schlossen die Grenzen, glaubten die „Märchen der Verfolgung der Juden“ nicht, sahen in Deutschland ein sicheres Herkunftsland, verweigerten Asyl und schauten sehenden Auges zu, bis sie schließlich selbst erobert wurden. Ulrich und Joseph hätten sich auf ihren Irrfahrten durchaus begegnen können. Sie teilten ein sehr rastloses Schicksal. Flüchtlinge, deren Leben keinen Pfifferling mehr wert war.

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Der Sänger von Lukas Hartmann

Lukas Hartmann erzählt in seinem Roman Der Sänger die Geschichte der Flucht von Joseph Schmidt. Und nicht zufällig beleuchtet der Autor zugleich die Rolle seines Heimatlandes zu Beginn der 1940er Jahre. Die Schweiz. Neutral. Umzingelt. Zwar frei und doch in Angststarre vor den waffenstarrenden Nazis, dass man in vorauseilendem Gehorsam alles unternimmt, um den übermächtigen Nachbarn nicht zu verärgern. Man igelt sich ein, schließt alle Grenzen, erklärt jüdische Flüchtlinge zu Illegalen und bringt diejenigen, die es trotzdem ins Land schaffen in Internierungslagern unter. Man schiebt die Verantwortung gegenüber dem eigenen Volk vor. Es fehlt der Mut. Es regiert Angst. Da muss und darf es Opfer geben. Nur keine falschen Signale ans Dritte Reich. Schön unauffällig bleiben. So lautet die Devise der Schweiz, die um ihre Devisen fürchtet. Der Schweizer Autor verliert all seine Neutralität, wenn er diese Haltung seiner Heimat zur Anklage bringt. 

Sein Petent kann die Stimme nicht mehr erheben. Sie hat versagt. Sie wurde zum ersten Opfer der Flucht. Erkältet, heiser und einfach weg. Sein Kapital schweigt. Wenn Joseph Schmidt früher nur mit seiner Stimme bezahlen konnte, so bleibt ihm nun nichts mehr und er ist auf fremde Hilfe angewiesen. Wo er früher in den ersten Häusern jener Orte logierte, in denen seine Konzerte Menschen begeisterten, steigt er jetzt in billigen Absteigen ab. Ohne Statussymbole wird sein Status zum Symbol. Illegal, abzuschieben und als Prominenter keine Bevorzugung verdienend. Seine Krankheit schwächt ihn und das große Herz des kleinen Sängers schlägt in der Arrhythmie seiner Flucht. Selbst die Schallplatten, die er bei sich trägt, können ihn nicht retten. Seine Stimme verkommt zu einem vergangenen Schatz, der keine Bedeutung mehr hat.

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Der Sänger von Lukas Hartmann

Es erinnert an den Koffer mit den Bildern der Malerin Charlotte Salomon. Als man sie deportierte, hinterließ sie ihre Gemälde mit den Worten:

„C`est toute ma vie. Das ist mein ganzes Leben.“

Es erinnert an die jüdische Schriftstellerin Irène Némirovsky, die ihre Manuskripte ebenfalls in einem Koffer zurückließ, bevor sie nach Auschwitz deportiert wurde.

„Trennt euch niemals von diesem Koffer,
denn er enthält das Manuskript eurer Mutter.“

Es erinnert an Ulrich Alexander Boschwitz. Er starb 1942 im Alter von 27 Jahren. Im Gepäck an Bord des versenkten Schiffes: die letzte Fassung des Manuskripts zu „Der Reisende“.

Vieles vereint diese Opfer. Die Gemälde sind heute zu sehen. Die Romane kann man lesen. Die Musik ist zu hören. Es bleiben Pinselstriche, Worte und Gesang. Nichts aber wären diese Zeugen aus vergangener Zeit ohne die Autoren, die den Ermordeten ihre Geschichten zurückgeben. Nichts wäre all dies ohne den Hauch der Bedrohung, in der Flüchtlinge auch heute noch schweben. Auch unter ihnen sind unscheinbare Talente in Hülle und Fülle verborgen. Auch unter ihnen sind Menschen, die nicht abgewiesen und „zwischengelagert“ werden dürfen. Ich folge hier in meiner Einstellung den Worten aus „Der Sänger“ von Lukas Hartmann:

„Die Flüchtlinge tun uns die Ehre an, in unserem Land einen letzten Ort des Rechts und Erbarmens zu sehen. Wir sehen an den Flüchtlingen,
was uns bis jetzt wie durch ein Wunder erspart geblieben ist.“
 

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Der Sänger von Lukas Hartmann

Lukas Hartmann gelingt mit „Der Sänger“ ein authentisch empathischer Blick in die Vergangenheit, die uns täglich einzuholen scheint. Er erzählt nicht nur vom Irrweg des Sängers, er erweitert seinen Erzähltraum um Zeitzeugenaussagen, die als Belege der unmenschlichen Zustände dienen mögen. Eine wahre Geschichte in dieser Form in einen fiktionalen Erzählfluss münden zu lassen, gehört zu den großen Leistungen, die man in der Literatur leider viel zu selten findet. „Der Sänger“ erinnert nicht nur an einen der größten Sänger des letzten Jahrhunderts. Die Geschichte mahnt und würdigt. Hier spiegelt sich die Gegenwart im Gruselkabinett der Vergangenheit. Es bleibt zu hoffen, dass wir für die Zukunft lernen.

Vielleicht solltet Ihr am Ende dieser Rezension Joseph Schmidt eine kleine Weile zuhören. Wenn sein Lied um die Welt ging, dann kann es seine Geschichte auch.

Gegen das Vergessen“ – Ein Schwerpunkt der kleinen literarischen Sternwarte.

Der Sänger von Lukas Hartmann - AstroLibrium

Der Sänger von Lukas Hartmann

Der Sänger“ / Lukas Hartmann / Hardcover / 288 Seiten / Diogenes Verlag / 22 Euro

„Krokodilwächter“ von Katrine Engberg – Buch und Hörbuch

Krokodilwächter von Katrine Engberg

Für mich gibt es sie ja eigentlich gar nicht. Diese Kategorisierungen von Thrillern in die Schubladen der regionalen Schauplätze. Typische Skandinavien-Thriller sind meist gar nicht so typisch und ein Kopenhagen-Thriller muss sich nicht zwangsläufig von den guten Krimis unterscheiden, die in anderen Hauptstädten angesiedelt sind. Assoziation verstellt mir hier oft den klaren Blick auf das eigentliche Geschehen. Nein. Für mich ist das eigentlich ganz einfach. Es gibt gute oder schlechte Thriller. Intelligent konstruierte oder an den Haaren der Opfer herbeigezogene. Thriller mit interessanten Protagonisten oder eben solche mit stereotypen Allerweltstypen, die in ihren Klischees verhaftet sind.

Nein. Ich denke nicht sofort an Schwermut, Kälte, landschaftliche Idylle, Alkohol, Lethargie, Kälte, Brutalität oder andere Ingredienzien, wenn ich einen Thriller lese, der mit einem Gütesiegel aus Skandinavien angepriesen wird. Ich schaue mir den Plot und sein Setting an, versuche herauszufinden, ob mich das Thema reizt und dann erst schlage ich erbarmungslos zu. Meine literarische Wünschelrute schlägt noch nicht aus, wenn allein schon ein Landstrich oder eine Stadt als Synonym für Spannung herhalten muss. Und so halte ich nun keinesfalls einen „Kopenhagen-Thriller“ in der Hand, den ich euch hier vorstellen möchte. Nein, es ist ein guter und lesenswerter Thriller, der als Auftakt einer neuen Serie im Diogenes Verlag erschienen ist.

Krokodilwächter von Katrine Engberg

Ich möchte euch den „Krokodilwächter“ von Katrine Engberg ans Herz legen. Ich kann an dieser Stelle versprechen, dass dieser Thriller für beschleunigten Puls sorgen wird. Kopenhagen hat sich die dänische Autorin als Schauplatz ausgesucht und damit aus meiner Sicht eine perfekte Wahl getroffen. Eigentlich scheinen Krokodile ja in der skandinavischen Metropole eher selten zu sein und nur im Zoo vorzukommen, aber ihr könnt euch darauf verlassen, dass Katrine Engberg diesen Titel nicht willkürlich für den Auftakt ihrer Krimi-Serie ausgewählt hat. Er steht jedoch nicht so sehr für das Reptil, in dessen Haut eigentlich niemand gerne stecken würde. Der Titel des Romans entwickelt sich erst gegen Ende der Geschichte zur einprägsamen Metapher für ein symbiotisches Verhältnis zwischen Opfer und Täter. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.

Die Ausgangssituation verspricht alleine schon für sich Hochspannung. Ein Mord erschüttert ein beschauliches Mehrfamilienhaus im Herzen der Stadt. Julie wohnt noch nicht so lange in Kopenhagen. Und nicht allein die Tatsache, dass sie ermordet wurde schockiert die Bewohner des Hauses, auch die Begleitumstände ihres Todes sind mehr als außergewöhnlich. Jemand hat sie nicht nur erstochen, sondern auch ein Kunstwerk aus filigranen Messerschnitten in ihrem Gesicht hinterlassen. Ob die junge Frau schon tot war, als ihr die Schnitte zugefügt wurden, ist nur eine der vielen offenen Fragen für die Ermittler der Kopenhagener Mordkommission.

Krokodilwächter von Katrine Engberg

Mit Jeppe Kørner und Anette Werner betritt ein besonderes und unverbrauchtes Ermittlerteam die Thrillerbühne der Weltliteratur. Beide zeichnen sich dadurch aus, völlig normal zu sein. Keine geplagten Seelen mit psychischen Ausfallerscheinungen in Stresssituationen begegnen uns hier, sondern Polizisten aus Fleisch und Blut. In ihrem greifbaren und authentischen Wesen ist die Authentizität dieses Thrillers begründet. In den Spannungssituationen eines beruflichen Alltags und den Wesensmerkmalen dieser beiden Ermittler zeigt sich die besondere Dynamik eines Berufes, der eigentlich nur mit Teamgeist bewältigt werden kann. Und genau dies sind die beiden Polizei-Assistenten nicht. Harmonisch ist anders. Methodisch aufeinander abgestimmt ebenso wenig.

Doch genau diese Diskrepanz ist der Brennstoff im Triebwerk dieses Thrillers. In kurzer Zeit zeigen sich erste Ermittlungserfolge. Der Personenkreis möglicher Täter ist nicht sonderlich groß. Profiler grenzen ihn plausibel ein und als sich bei der Besitzerin des Hauses, Esther de Laurenti, ein Thriller-Manuskript findet, scheinen sich die Kreise zu schließen. Wird doch in ihrem Buch der Mord an einer jungen Frau genauso verübt, wie es sich im Fall der jungen Julie zugetragen hat. Auch im Manuskript findet man ein junges Mädchen mit einem tödlichen Schnitt-Kunstwerk im Gesicht vor. Nun gilt es das Manuskript zu lesen und daraus weitere Schlüsse zu ziehen. Kørner und Werner legen los.

Krokodilwächter von Katrine Engberg

Schnell scheinen sich Motiv und Profil zu decken. Schnell findet man im Umfeld der Professorin einen möglichen Täter auf den alles passt, der jedoch ebenso schnell wie endgültig von der Bildfläche des Thrillers verschwindet. Ermordet. So nah dran. So weit entfernt. Und als dann auch noch Esther de Laurentis Thriller-Manuskript in den Tiefen des Internets wie von Geisterhand weitergeschrieben wird, stehen Kørner und Werner wieder am Anfang der Ermittlungen. Der Wechsel aus Handlungsfaden und Manuskript verleiht dem Buch eine besondere Dynamik. Man rätselt mit, kombiniert und entwickelt ganz eigene Theorien. Was Katrine Engberg natürlich nicht daran hindert, mit uns Katz und Maus zu spielen.

Ein Spiel auf hohem Niveau. Ein Spiel, das am Ende aller Ermittlungen keine Fragen offenlässt. Und ein Spiel, das weitere Leben kosten wird. Unser Kopenhagen-Streifzug führt uns in ganz besondere Kreise dieser pulsierenden Stadt. Er führt uns unweigerlich zu Geheimnissen, die ausreichenden Zündstoff für einen guten Page-Turner bieten. Im Moment des Erkennens, fallen uns kriminalistische Schuppen von den Augen. Katrine Engberg schreibt auf hohem Niveau. Sie konstruiert nicht wild vor sich hin und fabuliert keine Story, der es an Bodenhaftung fehlt. Der „Krokodilwächter“ hat es in sich. Zarte Leseseelen sollten nicht vor dem Thriller zurückschrecken. Blut fließt hier nur subtil und auch nur dann, wenn es für die Handlung erforderlich ist. Gewaltorgien zeichnen dieses Buch nicht aus. Es packt uns anders. Indirekt. Lesenswert.

Krokodilwächter von Katrine Engberg

Ich habe zu gleichen Teilen gelesen und gehört. Dietmar Bär macht aus dem Buch ein wahres Hörerlebnis. Er versteht es, uns die Handlung verstehen zu lassen und den Faden nicht zu verlieren. Und doch gelingt ihm eines nicht. Im Vorlesen verschwimmen die Grenzen zwischen dem eigentlichen Roman und dem eingeflochtenen Manuskript. Das Buch trennt diese beiden Stränge durch unterschiedliche Schriftarten. Ein zweiter Sprecher hätte hier gutgetan. Man muss zu genau hinhören, um die Grenze auszuloten. Dietmar Bär nuanciert seine Stimme meisterlich in der Produktion aus dem Hause Der Audio Verlag, aber hier hat das gebundene Diogenes-Werk einfach Vorteile, die sich stimmlich nicht aufholen lassen.

Ein besonderes Highlight zum Schluss. Die Schnitte auf dem Buchcover sind nicht nur aufgeprägt. Es sind tiefe Einschnitte in das Cover eines Thrillers, der auch für euch ein einschneidendes Erlebnis sein wird. Bleiben wir gespannt. Die Kopenhagen-Serie geht weiter.

Krokodilwächter von Katrine Engberg

„Der Weg des Bogens“ – Zielgenau mit Paulo Coelho

Paulo Coelho – Der Weg des Bogens

Kyūdō. Das klingt nach alter japanischer Kampfsportart, ist aber meilenweit davon entfernt, obwohl die Bewaffnung des Kyūdō-Schützen martialisch anmutet. Bogen und Pfeil sind seine Wegbegleiter und doch gleicht der Bewegungsablauf beim Schießen in Gänze eher einem zeremoniellen Akt, als einer sportlichen Betätigung mit kämpferisch anmutendem Hintergrund. Unterstrichen wird dies durch die eindrucksvolle traditionelle Bekleidung des Schützens, die ihn ohne Rüstung in Rock (Hakama) und Bluse (Gi) fast schutzlos erscheinen lässt. Fremdartig wirkt dieser kontemplativ zeremonielle Sport auf westliche Betrachter und es macht doch neugierig, was sich hinter all dem verbirgt.

Paulo Coelho entschlüsselt in seinem Buch Der Weg des Bogens zwar nicht die Hintergründe des Kyūdō, aber er transferiert die im Verborgenen zelebrierten und seit Jahrhunderten gehüteten Geheimnisse so, dass wir sie nicht nur verstehen, sondern in unser tägliches Leben übertragen können. Es ist nicht spirituell oder religiös, dient nicht der Kontemplation oder gar der Selbstfindung auf dem Jakobsweg, was Coelho uns mit dem an sich schmalen Text ins Leben schreibt. Sein Buch kann dazu beitragen, Lehren aus einem fremden Kulturkreis mit unseren Ansichten in Einklang zu bringen und dabei Fremdes nicht mehr fremd erscheinen zu lassen.

Paulo Coelho – Der Weg des Bogens

Der Weg des Bogens, übrigens die wörtliche Übersetzung des Begriffes Kyūdō, erzählt die Geschichte eines japanischen Jungen, der im Tischler seiner Stadt durch puren Zufall einen wahren Kyūdō-Meister erkennt. Tsetsuya lebt ein unauffälliges und bescheidenes Leben, niemand sah ihn zuvor mit einem Bogen, bis ein Fremder ihn zu einem Wettkampf herausfordert. Erst in diesem Moment erkennt der Junge, dass hinter dem bescheidenen Tischler eine der größten Kyūdō-Legenden des Landes verborgen ist. Was liegt da näher, als genau ihn darum zu bitten, sein Schüler werden zu dürfen?

Hier sind wir Leser mit dem Jungen auf Augenhöhe. Vielleicht haben wir schon mal einen solchen japanischen Bogenschützen gesehen und uns über das Zeitlupentempo seines Bewegungsablaufes gewundert, vielleicht haben wir uns schon mal gefragt, wie man so überhaupt sein Ziel treffen kann. Vielleicht haben wir es mit Tai-Chi verglichen, jenem inneren Schattenboxen, das viele Japaner ohne jeden Gegner zelebrieren. Und doch liegen viele Wahrheiten in der inneren Auseinandersetzung mit sich selbst, seinen Fähigkeiten und den unveränderbaren äußeren Rahmenbedingungen, die das eigene Leben beeinflussen.

Paulo Coelho – Der Weg des Bogens

Paulo Coelho gelingt mit Worten, was unsere Augen nicht leisten können. Er lässt uns in eine traditionelle und rituelle Reflektion eintauchen, in der die Einheit von Bogen, Pfeil und Ziel nur entstehen kann, wenn der Mensch in Balance ist. Dieser Balanceakt beruht auf Erkenntnis und Demut. Tugenden, die uns heute schnell verlorengehen und die schwer wiederzuerlangen sind. Wir sollten diesem wundervoll illustrierten Buch aus dem Hause Diogenes einfach vertrauen. Offenen Herzens, ohne Vorbehalte und voller Neugier auf das Unbekannte dem Wort und der Weisheit Tsetsuyas folgen und dessen Worte auf uns wirken lassen. Zitate pflastern immer den Weg von Paulo Coelho. Doch mir persönlich bleibt diesmal ein wenig mehr.

Im tiefen Dialog mit Coelhos „Handbuch des Kriegers des Lichts“ entwickelt „Der Weg des Bogens“ eine literarische Dynamik, die nicht entschleunigt oder reinigt, sie inspiriert durch die Komplexität der Gedanken, die pfeilschnell und zielsicher treffen. Es wird schnell klar, dass ein Krieger des Lichts besser durch Leben kommt, wenn er auch den Weg des Bogens verinnerlicht hat. Übung schult das Auge und die Hand. Und doch führt sie nicht zu Routine, denn es gilt dem Alltäglichen und Unbedachten zu entsagen, um bei vollem Bewusstsein und konzentriert die richtigen Ziele anvisieren zu können. In wenigen und hochkonzentriert gebündelten Worten ohne jede Ausschweifungen ist das Buch so japanisch, wie man es sich nur wünscht. Es schmiegt sich an meine Bibliothek der Bücher an, die ihre Weisheiten aus diesem Kulturkreis schöpften. Japan.

Paulo Coelho – Der Weg des Bogens

Es ist immer wieder Japan, das mich in der Literatur fasziniert. Es sind Traditionen, Werte und eine ganz besondere Lebensphilosophie, die sich wie ein roter Faden durch jene Bücher zieht, die mich mit Japan verbinden. Ich bettete mein müdes Haupt auf das „Kopfkissenbuch„, faltete Papier-Kraniche mit „Herr Origami„, durchbrach auf meiner Suche nach echter „Seide“ die Seeblockade um Japan und erlebte mit „Sadako“ einen wahren Meilenstein gegen das Vergessen der Opfer von Hiroshima. Und doch hat auch gerade Paulo Coelho gezeigt, dass er nicht nur mit Lebensweisheiten brillieren kann. In „Die Spionin“ zeigt er eine ganz andere Seite seines Schreibens. Biografisch nähert er sich Mata Hari und wer nicht weiß, wer diesen Roman geschrieben hat, würde nicht auf Coelho als Verfasser kommen. Auch hier sind es die Zitate, die sich einprägen. Tief.

Es sind wie immer die wichtigen Zitate, die am Ende des Lesens vom gemeinsamen Weg mit Paulo Coelho bleiben. Viele Zitate, die selbsterklärend sind. Andere, die man sich hart erarbeiten muss und einige, die so sehr polarisieren, dass man sich an ihnen reiben kann. Das ist Literatur… Das ist Coelho

Paulo Coelho – Der Weg des Bogens

Das macht ihn auch blogübergreifend so interessant. Er löst mit wenigen Worten in unterschiedlichen Menschen verschiedene Assoziationen aus. Es ist, als schriebe er in einer universellen Sprache, die keiner Übersetzung bedarf. Coelho kann sich auf seine Leser verlassen, da sie seine Worte richtig zu deuten wissen. Als Beweis für die These verweise ich einfach nur auf Literatwo. Ein Blog des Lichts, der den Bogen raus hat.

Danke für den japanischen „Schnee“ zum Bogen. Eine Lachenweinenlawine.

Der Weg des Bogens und Schnee – Von Blog zu Blog

So schließt sich mit dieser einhundertsten Buchvorstellung 2017 der Kreis eines ganz besonderen Lesejahres. Wie könnte man ein solches Traumjahr besser enden, wie es besser in ein neues übergleiten lassen, als mit einem gespannten Bogen aus der Feder von Paulo Coelho. Der Bogen ist das Synonym meiner Leidenschaft für die Welt der Literatur und der Pfeil steht für jedes Buch, das mich einerseits trifft, das ich mit der kleinen literarischen Sternwarte allerdings sofort wieder in die Sehne einlege und auf ein neues Ziel abschieße. Seid ihr dieses Ziel, ist es meine eigene Suche nach dem Buch der Bücher oder ist es letzlich gar nicht so wichtig? Suchen wir doch gemeinsam nach Antworten. Leb` wohl 2017, du warst ein erlesenes Jahr und herzlich willkommen 2018.

Ich hab´ dich im Visier...

Paulo Coelho – Der Weg des Bogens – Das neue Jahr im Visier

„Die Spionin“ – Paulo Coelho entschleiert Mata Hari

Die Spionin von Paulo Coelho

Die Spionin von Paulo Coelho

Neunundneunzig Jahre sind vergangen seit jenem 15. Oktober 1917. Ein einsames Feld. Eine Stadt im Großraum Paris. Vincennes. Ein Erschießungskommando und eine Frau, die auf ihre Hinrichtung wartet. In schwarz gekleidet mit auffälligem Hut und ohne die bei solchen Anlässen üblichen verbundenen Augen oder Fesseln. Weit und breit ist kein Pfahl zu sehen, an den sie gefesselt ist. Aufrecht schaut sie dem zwölfschüssigen Tod ins Auge. Als der Exekutionsbefehl erfolgt und sich die Schüsse ihren Weg bahnen sackt der Körper der Getroffenen einfach in sich zusammen. Nichts Theatralisches hat dieser Tod. Und doch beginnt genau hier die Legendenbildung um eine der populärsten Frauen ihrer Zeit.

MATA HARI

„Auge des Tages, Aufgang der Sonne“, so lautet die javanische Übersetzung eines Namens, der bis in unsere heutige Zeit überdauert hat. Rein faktisch jedoch sind es nur romantisierte und von Spielfilmen geprägte Assoziationen, die uns an die Frau erinnern, die als Spionin im Ersten Weltkrieg zum Tode verurteilt und erschossen wurde. Es blieb ihr Name. Es blieben ihre unzähligen Porträts aus dem Paris der unbeschwerten Jahre vor dem Krieg und es blieb der oberflächliche Eindruck einer freizügigen, verführerisch und erotisch auftretenden Tänzerin, die ihren Lebensunterhalt verdiente, indem sie sich und ihren Körper verkaufte.

Die Spionin von Paulo Coelho

Die Spionin von Paulo Coelho

Mehr ist heute nicht mehr bekannt. Reicht ja auch, sollte man meinen und historische Fakten kann man getrost beiseite schieben, wenn man doch eine vage Vorstellung von einem Menschen hat, den die Geschichte von der Bildfläche geschossen hat. Dass sich genau hinter diesem realen Menschen eine gänzlich andere Geschichte verbirgt, als die von uns assoziierte, spielt eigentliche keine Rolle. Spionin, Nackttänzerin, Prostituierte. Wir wissen Bescheid. Es ist wie so oft, wenn von der Realität nur die matte Oberfläche bleibt, auf der sich dann unsere Fantasien austoben können.

Dass ausgerechnet Paulo Coelho mit seinem durchaus biografischen Roman Die Spionin antritt, um jener Mata Hari die Schleier erneut vom Körper zu reißen und ein ganz neues Bild von ihr zu entwerfen, hat mich schon mehr als überrascht. Ich bin nicht der größte Freund des brasilianischen Schriftstellers. Ich mag einige seiner Zitate, liebe sein Handbuch des Kriegers des Lichts, befürchte in seinen Romanen jedoch eine Überfrachtung mit zitierfähigen Lebensweisheiten. Und doch hat mich das Thema mehr als interessiert und ich spionierte der Spionin nach. Ein Glücksgriff.

Die Spionin von Paulo Coelho

Die Spionin von Paulo Coelho

So untypisch das Thema für Coelho erscheint, so untypisch beginnt er den Roman. Mit einem historisch verbrieften Augenzeugenbericht der Exekution und einem Bild, das die Hinrichtung Mata Haris zeigen soll. Wir sind auf Augenhöhe, als die Spionin in sich zusammensinkt und stirbt. Wir sind bereit, auch das Folgende als authentisch zu lesen. Der letzte Brief aus ihrer Feder findet seinen Weg zu ihrem Anwalt. Ein Vermächtnis im Angesicht des Todes. Auch das scheint verbrieft zu sein. Was Coelho dann erdenkt, ist brillant und gewagt zugleich.

Paulo Coelho schlüpft in die Rolle seiner Protagonistin und schreibt ihren letzten Brief. Nicht mehr und nicht weniger. Er hat umfassend recherchiert und sich Zugang zu Dokumenten verschafft, die erst seit wenigen Jahren zugänglich sind. Und er hat seine wichtigste Gabe als Schriftsteller in und zwischen den Zeilen kultiviert: seine Empathie. Voller Zuversicht auf Rettung folgen wir nun den Worten Mata Haris, die im Gefängnis auf ihre Begnadigung hofft. Zu gut sind ihre Beziehungen in die höchsten Kreise. Zu gut ist ihre Verflechtung in die französischen Haute-Vollée und zu gering ist ihre Schuld, um als Spionin liquidiert zu werden. Zumindest aus ihrer Sicht.

Die Spionin von Paulo Coelho

Die Spionin von Paulo Coelho

Der literarische Kunstgriff Coelhos sorgt dafür, dass wir uns in eine Frau fühlen und denken können, die wir vorher nur als Schlagzeile kannten. Sie blickt zurück, fühlt in die Vergangenheit und rekapituliert ihren Weg von der verzweifelten und mittellosen Mutter zu einer unabhängigen Künstlerin, die jeden Mann um den Verstand bringen konnte. Es ist aber nicht nur ein Selbstporträt, das hier entsteht. Coelho entwickelt ein Kaleidoskop Frankreichs um die Jahrhundertwende und gewährt einen faszinierenden Einblick in die rasende technische Entwicklung, die das Leben aller Menschen beeinflusste.

Auf diese Art und Weise werden wir zu Zeugen des rasanten Aufstiegs Mata Haris als freizügige Tänzerin, der die Reichen und Mächtigen zu Füßen lagen und fast jeden Wunsch von den Lippen ablasen, wenn sie ihre Verführungskünste richtig dosierte. Der Niedergang folgt mit zunehmendem Alter, denn nichts ist schnelllebiger als die Jugend. Und hier beginnt ihre Verstrickung in die Politik. Hier beginnt sie sich mit Gerüchten ins Gespräch zu bringen, die sie nur aus den höchsten Kreisen erfahren haben kann. Aber zur Spionin reicht es lange nicht. Eher zum Bauernopfer auf dem Altar der Eitelkeiten.

Die Spionin von Paulo Coelho

Die Spionin von Paulo Coelho

Paulo Coelho betont, dass der Roman an der wahren Geschichte orientiert ist. Es handelt sich vor dem Hintergrund seiner freien Erfindungsgabe nicht um eine Biografie. Dazu sind seine Dialoge und die Charakterisierung seiner Protagonistin zu sehr an den Gefühlen festgemacht, die sie für seine Leser erst greifbar machen. Coelho gelingt es, eine geheimnisvolle Frau zu entmystifizieren. Das schadet ihrem Andenken nicht. Sein Roman wird ihr gerechter, als so manche biografisch angehauchte Anwandlung, die für die zeitlose und dauerhafte Vergewaltigung einer Frau steht, die sich selbst investierte, um ihre Freiheit zu finden.

Ein ungewöhnlicher Roman. Ein spannender und psychologischer Roman und ein faszinierendes Sittenbild eines hochtechnisierten Patriarchats, in dem Frauen nur einen Wert hatten, wenn man sich mit ihnen hemmungslos vergnügen konnte. Mata Hari hatte dieser Gesellschaft den Spiegel vorgehalten und dadurch vielleicht mehr bewirkt, als es auf den ersten Blick scheint. Die egozentrische Tänzerin allerdings zur Vorreiterin einer modernen Frauenbewegung zu erheben ist schon aufgrund der Begrifflichkeit ein mehr als sarkastischer Denkansatz. Coelho trifft es auf den Punkt, wenn er sagt:

„Sie war eine der ersten Frauen des 20. Jahrhunderts,
die von Männern des 19. Jahrhunderts hingerichtet wurde.“

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Coelhos letzter Kunstgriff ist gewaltig. Er wechselt die Perspektive und verfasst den letzten Brief des Romans. Ein Brief, an Mata Hari adressiert aus der Feder des Anwalts stammend, der sie verteidigen sollte. Was zu Lebezeiten nicht gelang, scheint nun zu ihrer Rehabilitätion beizutragen. Zumindest in unseren Herzen…

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Die Leipzig-Interviews 2016

Radioaktiv auf der Leipziger Buchmesse 2016

Radioaktiv auf der Leipziger Buchmesse 2016

Vor wenigen Stunden hat die Leipziger Buchmesse 2016 ihre Pforten geschlossen und schon sind die Interviews der kleinen literarischen Sternwarte bei Literatur Radio Bayern zu hören. Es handelt sich hierbei um besondere Gespräche, die in der Liebe zur Literatur begründet sind und gemeinsame Lesenswege beschreiben. Sie schließen Kreise, die in zwei Fällen bereits vor einigen Jahren vorgezeichnet wurden. Drei Messe-Interviews, die es in sich haben. Gespräche, die literarischer nicht sein könnten und die persönliche Ebene spielt hier eine mehr als große Rolle.

Zu jedem Interview findet ihr den Link zur Buchvorstellung bei AstroLibrium und eine kleine atmosphärische Diashow, die euch miterleben lässt, was wir dort erleben durften. Wir. Ja, ihr habt ganz richtig gelesen, denn ich wurde aus gutem Grund von Bianca begleitet, weil… Aber hört doch einfach selbst…

AstroLibrium und Literatwo – Zwei Blogs, ein Mikrofon, drei Autoren. Genießt es, so wie wir es genossen haben…

Radioaktiv auf der Leipziger Buchmesse 2016

Perikles Monioudis – Frederick – dtv – Das Interview

Frederick von Perikles Monioudis - Das Interview - Bald

Frederick von Perikles Monioudis – Mit einem Klick zum Interview

Große Momente des Lesens durfte ich in meinem Herzen einschließen. Unvergesslich bleibt für mich jener eine Tag, an dem Frederick seine Schwester Adele zum ersten Mal zum Tanz bittet. Das erste Mal ohne Bühne. Der erste Tanz der einstigen Wunderkinder nur zum Spaß. Nur ein Tanz. Einfach so. Monioudis braucht keine großen Worte, um seine Leser hier zu Zeugen eines großen Moments jenseits des Tanzes als Profession werden zu lassen. Literatur ist es hier, was wir lesen dürfen.

Perikles Monioudis spricht über die pure Lust am Schreiben, seine eigene Suche nach Perfektion, die Faszination Fred Astaire und gewährt tiefe Einblicke in sein Leben als Schriftsteller. Hört einfach zu. Es lohnt sich.

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Radioaktiv auf der Leipziger Buchmesse 2016

Catalin Dorian Florescu – „Der Mann, der das Glück bringt“ – Das Interview

Catalin Dorian Florescu - Der Mann, der das Glück bringt - Das Interview - Bald

Catalin Dorian Florescu – Der Mann, der das Glück bringt – Mit einem Klick zum Interview

Das Interview für Literatur Radio Bayern auf der diesjährigen Leipziger Buchmesse stellte den wichtigen Abschluss dieser Lesereise dar. Vor fünf Jahren begegneten wir uns zuletzt. Seitdem hofften wir auf eine Fortsetzung. Für Bianca und mich ein ganz besonderer Moment, Catalin erneut zu einem Roman aus seiner Feder in ein Gespräch verwickeln zu dürfen. Wir gaben ihm den Raum, den er als Erzähler ausfüllt. Persönlich, kompetent und unglaublich tiefgründig…

Es war nicht die erste Begegnung mit dem Schriftsteller Catalin Dorian Florescu. Ein Rückblick, der sehr lohnenswert ist. Hier schließen sich literarische Kreise.

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Radioaktiv auf der Leipziger Buchmesse 2016

Benedict Wells – „Vom Ende der Einsamkeit“ – Literatwo – Das Interview

Vom Ende der Einsamkeit - Benedict Wells - Das Interview - Bald

Vom Ende der Einsamkeit – Benedict Wells – Mit einem Klick zum Interview

Er gibt keine Radio-Interviews. Er geht nicht in Talk-Shows. Er will nicht bekannter werden, als seine Bücher. Einen Hype um seine Person lässt er nicht zu. Er ist sprerrig. Er zieht sich weit hinter seine Bücher zurück. Die persönliche Begegnung mit Lesern ist ihm unglaublich wichtig.

Das sagt er selbst. Benedict Wells in einem Radio-Interview. Eine kleine Sensation, aber auch hier die logische Konsequenz einer ersten Begegnung vor vier Jahren. Wer sich von uns am wenigsten verändert hat, was unsere Fragen bei ihm auslösten und wie er auf das Notizbuch reagiert hat, das ihn nun begleitet… Ihr könnt es mit eigenen Ohren hören. Hier endete die Einsamkeit… es wurde sehr dreisam…

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Ich danke Perikles Monioudis, Catalin Dorian Florescu und Benedict Wells für die literarische und persönliche Offenheit in diesen Interviews, die eigentlich gar keine sind. Es sind Buchgespräche und Momentaufnahmen innerhalb der Literatur. Und doch sind sie viel mehr, wie man ganz leicht hören kann. Sie sind Stationen auf Lesewegen, die ewig währen mögen. Schreibt! Wir werden da sein.

Und ein besonderer Herzensdank an Bianca und Literatwo. Das ging nur zweisam und wird fortgesetzt. Mein Wort drauf.