50 Jahre Mondlandung – Ein Literaturereignis

Apollo 11 - 50 Jahre Mondlandung in der Literatur - AstroLibrium

Apollo 11 – 50 Jahre Mondlandung in der Literatur

Plötzlich war alles möglich. Es war der 21. Juli 1969 und Neil Armstrong stand als erster Mensch auf dem Mond. Ich hörte seine Worte „Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein riesiger Sprung für die Menschheit“ und blickte staunend in den Himmel. Die Welt aus dem All zu sehen, veränderte alles. 50 Jahre sind seitdem vergangen und heute blicken diejenigen, die es erlebt haben zurück und versuchen ihre Gefühle von einst weiterzugeben. Bücher helfen uns zu erklären, wo alles begann, was den Erfolg der Mission ermöglichte und wie uns der Wettlauf zum Mond veränderte. Ein ungewöhnliches Sachbuch veranschaulicht das gesamte Apollo-Programm und bietet dabei neben allen Fakten auch überraschende Einsichten. „Apollo – Der Wettlauf zum Mond“ von Zack Scott. Wir erfahren alles über die Missionen, die Astronauten und die technischen Quantensprünge, ohne die man es nicht zum Mond geschafft hätte.

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Apollo 11 – 50 Jahre Mondlandung in der Literatur

Schautafeln, Grafiken und schematische Darstellungen vermitteln einen direkten Eindruck von der Herausforderung, die eine Reise zum Mond darstellt. Hier überwiegt nicht der Text. Es ist die Symbolik, die besticht und Leser jeden Alters auf Stand bringt. Komplexe Sachverhalte werden in einfach zugänglichen Darstellungen veranschaulicht. Eine grandiose Dokumentation, die keine Fragen offenlässt. Ich startete meine Mission genau hier, blicke aber auch auf Jules Verne zurück. Seine „Reise von der Erde zum Mond“ ist 150 Jahre alt, absolut visionär und die Mutter aller Science-Fiction-Romane. Wer aufmerksam liest, wird schnell erkennen, wie nah Jules Verne an der Realität war. Drei Raumfahrer in einer Hochgeschwindigkeitskapsel, fast korrekte Berechnungen zur Umlaufbahn und das Wunder der Schwerelosigkeit geben diesem Erzählraum Tiefgang. Meine illustrierte Ausgabe aus den 1970er Jahren ist ein steter Quell der Inspiration.

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Apollo 11 – 50 Jahre Mondlandung in der Literatur

Vielleicht hat sich ja die NASA von Jules Verne verleiten lassen, den Mond in Angriff zu nehmen. Wer weiß. Es steht jedenfalls fest, dass der Wettlauf zum Mond damals die Welt in Atem hielt. Und da lassen es sich Verlage und Buchhandlungen nicht entgehen, diesen besonderen Tag bibliophil zu begehen. Unfassbare Neuerscheinungen sind auf dem Markt, die Auswahl ist groß und für jeden ist etwas dabei. Wenn ich also mal nicht im neuen Zack Scott oder im alten Jules Verne stecke dann bin ich in den Weiten eines literarischen Universums unterwegs, das zu diesem Anlass besonders viele Sterne am Firmament versammelt. Ich möchte euch hier ein paar Bücher empfehlen, die ihr lesen solltet, wenn ihr in die Jubiläums-Mondphase eintretet. Und es geht auf keinen Fall nur um Weltraumliteratur. 

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Apollo 11 – 50 Jahre Mondlandung in der Literatur

Wie wäre es mit Artemis von Andy Weir. Der Mond ist bewohnt, der Landeplatz von Apollo 11 ist ein Touristenmagnet und die Ausbeutung des Erdtrabanten löst eine Krise aus. Nachdem uns Andy Weir mit dem „Marsianer“ auf den roten Planeten geschossen hat, fokussiert er sich nun auf den Erdtrabanten. Was er jedoch hier anstellt und was er sich alles einfallen lässt, um der Sonderhandelszone Mond Schwerkraft zu verleihen ist beeindruckend. Wirtschafts-, Wissenschafts- und Weltraumthriller in einem Roman. Ich freue mich nach dem Buch und der Hörbuchadaption bereits auf die Verfilmung. Uhren mit Erdphasen-Anzeige wären auf jeden Fall perfekte Merchandising-Artikel.

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Auch Apollo11 von James Donovan ist empfehlenswert. Der Wettlauf zum Mond und der Erfolg einer fast unmöglichen Mission wird hier in Wort und Bild lebendig. Was Scott visualisiert, wird von Donovan multiperspektivisch erzählt. Es ist die menschliche Seite voller Zweifel und Wagemut, die er betont. Er versetzt sich in die Astronauten und Wissenschaftler hinein, reflektiert ihre Gedanken und Gefühle und verdeutlicht vor dem Hintergrund des technisch Machbaren die Erfolgsaussichten, die realistisch erschienen. Das Scheitern war wahrscheinlicher als der Erfolg. Pressemeldungen über den Tod der Astronauten waren vorbereitet, die Öffentlichkeit spielte eine große Rolle. Der Druck im Wettlauf mit Russland war enorm. Das fachlich fundierte Sachbuch hebt pünktlich zum Jubiläum ab und nimmt uns mit. In jeder Beziehung.

Alles zu sachlich? Alles zu realistisch und zu technisch? Na dann! Ich kann auch anders. Wer gerne träumt, der folge einfach Torben Kuhlmann in die Bilderbuchwelt von „Armstrong“. Hier war es eine Maus, die den Mond zuerst betrat. Kein Zweifel. Ein Missions-Patch im Buch belegt die wundervoll illustrierte Geschichte in der ganz neuen Jubiläumsausgabe.

Apollo 11 - 50 Jahre Mondlandung in der Literatur - AstroLibrium

Apollo 11 – 50 Jahre Mondlandung in der Literatur

Die Aufschrift Ein kleiner Schritt für eine Maus belegt darüber hinaus sogar das Plagiat, dessen sich ein gewisser Neil Armstrong bediente, als er die Mondoberfläche betrat. Nicht nur die technische Meisterleistung, auch das Zitat… alles geklaut. So sind die Menschen. Nichts kann man den Mäusen überlassen. Dabei sieht man auf diesem Jubiläumscover ganz deutlich, dass die Crew der Landefähre sehen konnte und wissen musste, dass sie kein Neuland betrat. Torben Kuhlmann hat dem Buch ein ganz neues Hintergrundkapitel zur Geschichte der Raumfahrt hinzugefügt. Man sollte sich die neue Sicht auf dieses besondere Kapitel der Eroberung des Weltalls nicht entgehen lassen. Spätestens, wenn unsere Augen am 21. Juli zum Mond blicken und weltweit Menschen diesen Tag zu ihrem Feiertag machen, sollte man das gestickte Abzeichen in die Hand nehmen und ganz kurz an Mäuse und ihre Geschichte der bemausten Weltraumfahrt denken.

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Apollo 11 – 50 Jahre Mondlandung in der Literatur

Aber auch jenseits der Weltraummission hat der Mond Spuren in unserem Lesen hinterlassen. Romane rund um das Leben in bestimmte Mondphasen lassen unseren Erdtrabanten mal in weite Ferne rücken und manchmal ganz nah erscheinen. Romane, die Geschichten erzählen, in denen die Mondlandung als Metapher für die Annäherung von Menschen genutzt wird. Vom fulminanten Start in eine Umlaufbahn, den gewagten Touchdown bis zum Verlassen des innig geliebten Partners. Nicht jedoch ohne Ballast zurückzulassen. „Der Sommer meiner Mutter“ ist so konstruiert, erzählt und ist genau in der Zeit der Pionierleistung angesiedelt. Grandios. Meine kleine Mondleseliste hänge ich gerne an.

Der Mond und das Lesen bei AstroLibrium

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Raumpatrouille“ – Der Kosmos der Kindheit von Matthias Brandt
Das Mädchen, das den Mond trank“ von Kelly Barnhill
ARTEMIS“ – Leben auf dem Mond mit Andy Weir
Sonne, Mond und Sterne“ von Mario Alberto Zambrano
Armstrong“ – Torben Kuhlmann revolutioniert die Raumfahrt
Die Ziege auf dem Mond“ – Stefan Beuse & Sophie Greve
Der Sommer meiner Mutter“ von Ulrich Woelk

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Apollo 11 – 50 Jahre Mondlandung in der Literatur

Ich feiere das Jubiläum nicht alleine. Thomas Calliebe geht ab wie eine Rakete und hat die erste Mondlandung in den Mittelpunkt seines Kundenmagazins – ErLesen II. Quartal gestellt. Hier ergänzen sich meine Empfehlungen mit seinen extrem wertvollen Tipps zu diesem Jubeltag. Ein besonderes Schaufenster zu diesem Thema sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen. Was die Buchhandlung Calliebe in Groß-Gerau mit der Buchhandlung Lesezeichen in Germering und der Buchhandlung Bräunling in Puchheim verbindet? Ganz einfach. Wir treten gemeinsam den Beweis an, dass es nicht der Mensch oder die Maus war, die den Mond zuerst betrat. Es waren die kleinen Büchereulen aus meinem Nest, die als wahre Pioniere in die Geschichte eingegangen sind. (Fuß- oder Krallenspuren haben sie natürlich nicht hinterlassen).

Der Beweis? Wir bleiben ihn nicht schuldig. In den drei Herzensbuchhandlungen findet man OSA-Büchereulen (Owl-Space-Agency) aus der kleinen literarischen Sternwarte und es liegt nur an Euch, ob es Euch gelingt, eine dieser Weltraumeulen mit Helm und Sauerstoff-Rucksack in Euren Kosmos zu entführen. Auch bei mir habt Ihr die Chance. Kommentiert diesen Beitrag und erklärt dem Mondlandewesen Euren Landeplatz. „The Owl Has Landed“ ersetzt dann bald den legendären Spruch vom Adler. Viel Glück und schwereloses Lesen.

Apollo 11 - 50 Jahre Mondlandung in der Literatur - AstroLibrium

Apollo 11 – 50 Jahre Mondlandung in der Literatur

Büchereulen / Hörbucheulen / Space-Eulen made by Tina Stroscher (Danke). Und hier geht´s zum Außenposten bei Mikka liest das Leben. Die Eule ist gelandet.

Space Girls von Maiken Nielsen - AstroLibrium

Space Girls von Maiken Nielsen

Hier geht´s zu den Space Girls und den Gewinnerinnen unserer Mondeulen…

[Blogger & Buchhandel] – DER ROLLENTAUSCH – Teil 2

Die Gelegenheit ist günstig - Ich blogge dann mal - Eure Katrin

Die Gelegenheit ist günstig – Ich blogge dann mal – Eure Katrin

Rollentausch – Die Fortsetzung. Heute: Die bloggende Buchhändlerin. Nachdem Arndt am 2. Adventssamstag so fleißig bei uns in der Buchhandlung Lesezeichen Germering hospitiert hat, ist es nun an der Zeit, meinen Teil des „Rollentausches Blogger & Buchhandel“ einzulösen. Die Gelegenheit ist günstig, denn währed Arndt auf der Leipziger Buchmesse ist, passe ich ein klein wenig auf seine kleine literarische Sternwarte auf. Na, wenn der wüsste, was jetzt passiert. Ich blogge

Puuuh, gar nicht so einfach, liest man doch als Buchhändlerin Bücher so ganz anders als „Mr Rail“. Ich fliege viel schneller über die Seiten, Zeit für Anmerkungen bleibt nicht und viele Geschichten sind altbekannt und oft liest man nur „Anfang, Mitte, Schluss“. Nach 10% muss mich das Buch packen, sonst kommt das nächste dran.

Nichtsdestotrotz gibt es diese Bücher, die einem auch noch nach Jahren im Herzen bleiben, die man Immer auf Lager hat und so ziemlich jedem ans Herz legen kann, (fast) egal welches Genre der Kunde ansonsten liest. Lange habe ich überlegt, welches meiner Herzensbücher ich für AstroLibrium besprechen soll – es haben sich über die Jahre doch so einige angesammelt.

Blogger und Buchhandel - Zwo Punkt Null _Rollentausch

Blogger und Buchhandel – Zwo Punkt Null _Rollentausch

Schlussendlich habe ich mich für eine Doppelbesprechung entschieden.

Von einer meiner Herzensbuchautoren kam druckfrisch im Januar 2016 ein neues Buch heraus. Die Spannung war groß, wird es die hohen Erwartungen erfüllen, die ich beim Lesen automatisch haben werde? Alles begann 2012. Aber lest selbst:

Das Herzbuch: „Die geheime Tochter“ von Shilpi Somaya Gowda

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Als ich das Buch 2012 vom Verlag geschickt bekam, war ich skeptisch. Das Cover sah mir doch recht weichgespült aus – aber gemäß des eigenen Ehrgeizes, in jedes Buch mindestens. reinzugucken, fing ich eines morgens an zu lesen. Ich weiß noch, es war ein kalter Frühlingstag und ich hatte frei.

Ich las über eine Kavita, eine Frau, die zur Geburt ihrer Tochter in den Wald geht, das Kind auf die Welt bringt und sofort nach der Geburt in ein Waisenhaus in der nächsten Stadt bringt. Ihrem Mann erzählt sie, das Kind sei tot geboren, es war eine Tochter. Ihren Mann bekümmert die Trauer seiner Frau, doch er ist froh, sind Töchter doch nur eine Last und bringen die Familie nicht voran. Das ganze spielt in Indien, irgendwann in den 1990-ger Jahren.

Szenenwechsel: Somer ist eine glücklich verheiratete, erfolgreiche Ärztin deren Leben nicht gegensätzlicher als das von Kavita sein könnte. Zu ihrem Glück fehlt ihr nur noch ein Kind – doch sie kann keines bekommen. Mit ihrem indischen Mann, einem Inder – dessen Kultur ihr jedoch bis jetzt fremd ist – entscheidet sie sich für die Adoption eines indischen Waisenmädchens. Denn Liebe, so ist sie ganz sicher, wird alle Probleme überwinden, die die Adoption eines Kindes aus einer ihr fremden Kultur mit sich bringt. Kommt ihr Mann doch schließlich auch aus Indien.

Im Wechsel werden nun die Lebenswege der beiden Frauen erzählt, und natürlich erfahren wir auch wie es Asha – der Tochter in ihrem Leben ergehen wird.

Kann man sich sein Glück von Familie zusammenbasteln, nur weil man auf der „Sonnenseite“ geboren wurde? Wird Kavitas Leben besser, als sie den heiß ersehnten Sohn auf die Welt bringt? Und wie geht Asha damit um, in einer völlig fremden Kultur aufzuwachsen, erzogen von einer Mutter die sie liebt, der ihre Kultur aber fremd ist?

Das alles ist unglaublich glaubwürdig und nachvollziehbar erzählt. Man fiebert mit, wie Kavita und ihr Mann langsam den indischen Aufstieg schaffen und es von einer Hütte im Dorf zu einem gewissen Wohlstand in der Stadt hocharbeiten, man bangt, ob die Liebe von Somer und ihrem Mann stark genug ist, um zu akzeptieren, dass Asha ihrem Vater immer näher stehen wird als ihr, ihrer „Mutter“?

Restlos überzeugt hat mich Gowda aber in dem Moment, wo sie die fast erwachsene Asha zum ersten Mal nach Indien schickt und sie mit ihrer indischen Stieffamilie konfrontiert, die sie herzlich aufnimmt.

Das Buch ist an keiner Stelle kitschig, die Beschreibungen des indischen Lebens lassen einen fast den Duft und Geschmack des Landes riechen und schmecken, mit all seinen (Wohl)Gerüchen und trotz der schrecklichen Tatsache, dass in Indien Tausende von Kinder abgetrieben werden, weil es Mädchen sind (die Autoren berichtet hierzu ausführlich im Nachwort), verurteilt sie die Menschen und ihr Leben nicht.

Bis zum Schluß hatte ich Angst, dass jetzt noch die große „Wir retten als reiche Amerikaner die indische Familie, weil wir deren Tochter adoptiert haben“- Aktion kommt. Aber Shilpi Gowda hat einen ganz feines Gespür für ihre Protagonisten und ihre Geschichte was bewirkt, dass das Buch einem auch noch nach dem Ende lange im Gedächtnis bleiben wird.

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Ihr seht, das Buch hat mich gepackt – ich habe es seit Erscheinen oft verkauft und verschenkt – dementsprechend war die Vorfreude los, als der Kiepenheuer Verlag für Januar 2016 (fast 4 Jahre nach Erscheinen der „Geheimen Tochter“) ein neues Buch von Shilpi Somaya Gowda angekündigt hat. Ich habe den Verlag halb närrisch gemacht, damit er mir vorab ein Exemplar zukommen lässt – und „Hurra – kurz vor Weihnachten lag es dann in meinem Emailpostkasten.

Eigentlich wollte ich mir das Buch für den Urlaub aufheben, um es ganz in Ruhe genießen zu können, aber die Neugier war zu groß. Gleichzeitig hatte ich Angst – kann das Buch so gut sein wie „Die geheime Tochter“? Der Titel „Der goldene Sohn“ klang nach einem „Abklatsch“ seines erfolgreichen Vorgängers und auch das Cover… naja…. Ich gebe zu, ein bisschen bang war mir auf den ersten Seiten schon……

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Nach 2 Tagen hatte ich den „Goldenen Sohn“ ausgelesen……

Auch die Geschichte von Anil und seiner Kinderfreundin Leena spielt in einem Dorf in Indien (hatte ich erwähnt, dass die Autorin eine Tochter indischer Migranten ist?) Anil ist der älteste Sohn und soll deswegen in die Fußstapfen seines Vaters treten der in seinem Dorf die Rolle eines Friedensrichters hatte. Leena, eine für indische Verhältnisse draufgängerisches und neugieriges Mädchen soll den Mann heiraten, den ihre Eltern nach besten Wissen und Gewissen für sie ausgesucht haben. Eine Rolle, die den Frauen ihres Dorfes seit Generationen zugedacht ist und in die sie sich auch recht glücklich fügt. Sie freut sich auf ihre Leben, wenngleich ihr auch der Abschied von ihrer Familie und ihrem Jugendfreund sehr schwer fällt.

Anil sah sich noch nie als der Erbe seines Vaters – er ist sehr gut in der Schule und die Medizin ist seine große Leidenschaft. Er ergattert nicht nur einen Studienplatz in der nahegelegenen Stadt, er bekommt auch ein Stipendium für eine Assistentenstelle an einer Klinik in Dallas. Auch wenn er seiner Mutter das Herz bricht, schlüpft er nach dem Tod des Vaters nicht in die ihm zugedachte Rolle sondern geht in die USA um dort ein erfolgreicher Arzt zu werden.

Er genießt die Freiheit in seiner neuen Heimat und auch im Job ist er sehr erfolgreich. Die Beziehung zu einem amerikanischen Mädchen verschweigt er seine Mutter aber trotzdem Denn auch wenn in den USA alles viel freier und fortschrittlicher scheint, so bleibt er dennoch innerhalb seines indischen Freundeskreises.

Leena indes hat mit ihrem Mann großes Pech. Ungeliebt und ausgenutzt flüchtet sie nach einer Zeit der Ehe aus ihrem neuen Heim und geht zurück zu ihren Eltern. Dort wird sie zwar herzlich aufgenommen, das Dorf jedoch grenzt sie als „geschiedene“ Ehefrau die ihren Mann verlassen hat dennoch aus.

Auch Anils Leben bekommt einen Dämpfer, als ihm in der Klinik ein schwerer Fehler unterläuft. Er macht sich Vorwürfe und auch die Beziehung zu seiner amerikanischen Freundin zerbricht. Er beschließt sich eine Auszeit zu nehmen und nach Indien in sein Dorf zurückzukehren…. als geübter Leser denkt man nun, man weiß wie es ausgeht – aber weit gefehlt: es kommt anders und noch viel besser! Aber das müsst ihr selbst Lesen.

Was mich an diesem Buch so fasziniert hat ist die Fähigkeit der Autorin sich in ihre Hauptpersonen hineinzuversetzen. Sie lässt den Leser daran teilhaben wie es ist in beiden Welten zu Hause und dennoch nirgendwo daheim zu sein.

Genauso wie in der „Geheimen Tochter“ bewertet Gowda die Umstände nicht, sie beschreibt sie und trotz mancher Dinge, die unserer Kultur fremd scheinen, bekommt man bis zu einem gewissen Grad Verständnis für das Handeln und Verhalten auch wenn man nicht immer alles gut heißt.

Blogger und Buchhandel - Der Rollentausch

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Ich bin mir sicher, dass auch „Der goldene Sohn“ eine Platz in meinem Herzbuch-Regal bekommen wird. Und wenn ihr jetzt neugierig auf die anderen Herzbücher von mir und meinen Kolleginnen seid, dann rate ich Euch, die Buchhandlung Eures Vertrauens aufzusuchen und nach mehr „Herzensbüchern“ von mir und meinen Kollegen zu fragen. Sofern Mr. Rail Euren SuB mit seinen Besprechungen nicht schon in ungeahnte Höhen getrieben hat.

Lieber Arndt, ich danke dir für diese wunderbare Gelegenheit in die Rolle einer „Bloggerin“ zu schlüpfen um andere an meinen Lieblingsbüchern teilhaben zu lassen. Wenngleich ich auch nicht 9 Stunden wie du in unserem Geschäft daran gearbeitet habe, so weiß ich nun noch mehr, wieviel Herzblut in deinen Rezensionen und wieviel Arbeit im intensiven Lesen deiner Bücher steckt. Danke, dass du uns daran teilhaben lässt!!!!

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Blogger und Buchhandel – Zwo Punkt Null – Rollentausch – Wir fangen an…

Das Lob der guten Buchhandlung [Ein besonderer Rollentausch]

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„Das Lob der guten Buchhandlung“ ist ein zugleich bibliophiles als auch liebevolles Essay aus der Feder des britischen Schriftstellers Mark Forsyth, in dem er beschreibt, warum es unverzichtbar für einen Leser ist, Buchhandlungen aufzusuchen. Sein hierbei von Donald Rumsfeld entliehener Denkansatz besteht in wesentlichen Grundzügen aus einem didaktischen Dreiklang des Wissens und Nicht-Wissens, den er auf die Welt des Lesens anpasst.

Es gibt Dinge, von denen wir wissen, dass wir sie wissen. Ich weiß sehr wohl, dass ich „Krieg und Frieden“ von Tolstoi gelesen habe, also muss ich nicht mehr gezielt nach diesem Buch Ausschau halten, da es für mich etwas bekanntes Bekanntes ist. Es gibt Dinge von denen wir wissen, dass wir sie nicht wissen. Ich weiß, dass ich „Shades of Grey“ nicht gelesen habe (was auch so bleiben wird) und demnach muss ich mich auch nicht auf die Suche nach dieser Trilogie begeben. Sie ist damit etwas bekanntes Unbekanntes für mich.

Aber es gibt auch unbekanntes Unbekanntes. Bücher, von denen wir nicht wissen, dass sie jemals geschrieben wurden und nach denen wir demnach auch vergeblich im Internet suchen würden, da wir ja überhaupt nicht wissen wonach wir suchen sollten. Und genau hier bringt Mark Forsyth unsere guten alten Buchhandlungen ins Spiel und schließt den Kreis des Lesens. Wenn nicht hier, wo denn dann finden, was wir gar nicht gesucht haben? Wo einem Buch über den Weg laufen, das uns magisch auflauert und zupackt, wenn wir es gar nicht erwarten?

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Hier fesselt uns bereits „Das Lob der guten Buchhandlung“ als Paradox in sich, da wir ja gar nicht wussten, dass es dieses literarische Kleinod überhaupt gibt, bis es uns von einem guten Freund unerwartet überreicht wird. Unbekanntes Unbekanntes erobert unser bibliophiles Herz im Sturm und führt uns zielsicher zurück in die eigene Buchhandlung des Herzens, um zu finden, was es gar nicht geben kann. Ein Buch, das uns gefangen nimmt.

So und nicht anders fühlte ich mich bei meinem ersten Rollentausch, den ich mir im Rahmen der von Thomas Calliebe und mir ins Leben gerufenen Aktion Blogger & Buchhandel ausgedacht hatte. Blogger schlüpfen in die Rolle ihrer Buchhändlern und diese wiederum schreiben einen Blogartikel für ihren jeweiligen Tauschpartner. Gesagt, getan und mitten hinein in die Buchhandlung Lesezeichen Germering, die mich hier mit offenen Armen als bloggender Praktikant aufgenommen hat.

Buchhändlerin Katrin Schmidt hatte mich zwar vorgewarnt, aber der Verlockung des bibliophilen Essays folgend, musste ich als LiteraturBlogger doch zumindest einmal in meinem Leben Teil eines solchen Tempels der geheimen Wünsche werden und mir die Welt einer Buchhandlung von der anderen Seite des Büchertresens aus ansehen. Sie fühlen, schmecken und auch riechen. Und das am 5. Dezember, also einem langen Samstag in einer Tankstelle der Inspiration in bester Lage.

Blogger und Buchhandel - Der Rollentausch

Blogger und Buchhandel – Der Rollentausch

Erwarten Sie an dieser Stelle bitte nicht, dass ich Ihnen nun tiefe Einblicke in meine heldenhaften Leistungen an diesem Tag gewähre. Denken Sie bitte nicht, ich wäre nun in der Lage, auch nur einen leisen Hauch von dem zu beschreiben was den Alltag eines Buchhändlers ausmacht, oder mir erlauben, einige Momentaufnahmen zum Standard zu erheben. Denken Sie nur nicht, ich wäre jetzt in der Lage zu urteilen, zu werten oder zu kritisieren. Nein. Ich kann Sie nur an meinen Gefühlen teilhaben lassen, die mich durch diesen Tag begleitet haben. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Subjektiv und neutral. Und doch geprägt von meinen Vorstellungen, wie ich diesen Beruf leben würde.

„Das Lob der guten Buchhandlung“ ist viel mehr als ein Essay, denn es steht hier für mich sinnbildlich über diesem Tag. Angefangen mit der einzigartigen Atmosphäre, die mich beim Betreten der Buchhandlung faszinierte. Nicht als Kunde war ich nun hier. Ich fühlte mich, dem gesamten Team sei Dank, als Teil des Ganzen. Und da für mich alles neu war, stürzte ich mich gerne mitten ins Getümmel. Ein Abenteuer für einen Tag.

Hier sollte ich „meine“ Buchhandlung kurz beschreiben. Sie ist wunderschön. Das darf ich so sagen. Das Sortiment spiegelt meinen Geschmack in weiten Teilen wider, die Mischung aus Literatur und NonBook-Artikeln lässt das Gefühl eines bibliophilen Wunderlands entstehen und die kleinen Zettel mit den persönlichen Empfehlungen des Teams verleihen sehr vielen Büchern eine ganz persönliche Note. Und mitten im Laden thront die Burg der letzten Gefährten. Ein augenscheinlich uneinnehmbares Kastell, in dessen Innenhof das Team der Buchhandlung Lesezeichen Germering den Ansturm der lesehungrigen Kunden erwartet.

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Umgeben von der Wand der abzuholenden Bücher, einem Kassentresen und einer Arbeitsfläche für zu verpackende Bücher verteidigt die ganze Truppe um Katrin Schmidt diese letzte aufrechte Bastion des besten Lesens. Niemals würde ich persönlich eine solche Trutzburg in einen Laden setzen. Verkaufsprofis würden dies als zu abwehrend und zu geschlossen bewerten. Offen sollen diese Servicebereiche sein. Zugänglich und aufgelockert. Keine Distanz soll aufkommen… Aber was war das hier?

Wenn man jedoch diese Trutzburg aufmerksam beobachtet, erschließt sich die unglaubliche Philosophie, die sich dahinter verbirgt. Es ist das wohl liebenswerteste und offenste Kastell, das ich je in Augenschein nehmen konnte. Jeder Blick wird erwidert, jeder kleinen Begrüßung folgt ein vielstimmiges Echo und da, wo sonst die Burgen über geschlossene und gut bewachte Zugbrücken verfügen, planen diese Buchhändlerinnen ihre gut gezielten und hilfsbereiten Ausfälle aus den offenen Toren ihres Kastells.

Wie bei einem geschützten Bienenschwarm sind sie immer dort zur Stelle, wo sich auch nur die kleinste Blüte einer Frage zu entfalten scheint. Ein letzter Posten bewacht die Kasse und berät von dort, während das Team mit bester Laune in den Tiefen des Ladens lacht, sucht, zur Hilfe eilt, unlösbare Fragen beantwortet, recherchiert und ganz nebenbei auch noch die Neuzugänge in den großen Regalen verteilt. Diese kleine Burg inmitten dieser Buchhandlung ist wie ein Wegweiser des Willkommens und hier wird gar nichts verteidigt. Hier wird erobert: Leserherzen.

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Und genau diese zu erobernden Herzen haben es in sich. Viele Kunden betreten die Buchhandlung völlig zielorientiert, suchen nicht, lassen sich kaum inspirieren, sondern sind auf dem direkten Weg zu einem ganz gezielt ausgewählten Buch. Da bleibt wenig Zeit für Beratung, manchmal scheint sie auch nicht gewünscht. Zugreifen, bezahlen und ab geht die Post. Nur gut, dass der Weg nicht direkt zum Online-Giganten führt. Andere Kunden hingegen fordern den Buch-Therapeuten alles ab. Hier wird gesucht nach den perfekten Weihnachtsgeschenken für die ganze Familie. Nicht allzu dick, auch nicht zu dünn, bitte keine Buchreihe, ein wenig Fantasy, gut recherchiert, vielleicht in Dresden spielend und beste Unterhaltung soll es sein.

Und während ich noch im Geiste meinen Blog durchforste, beginnen die Quellen zu sprudeln. Gute Vorschläge mit Querverweisen werden unterbreitet, Bücherketten werden gezogen, frei nach dem Motto „Wer dies hier gelesen hat, wird auch jenes lieben“ und kulturelle Zusammenhänge werden ganz locker auf den Punkt gebracht. Ob Katrin Schmidt, ihre Kollegin Helen Hoff oder die anderen fleißigen Bücherbienen im Laden, sie alle verfügen über ein unglaublich vielschichtiges Spektrum an bibliophilem Wissen und Erfahrung, wer ihnen hier als Kunde gegenübersteht.

Und immer wenn ich staunend zuhöre und von meinem Praktikum erzähle höre ich den einen Satz: „Den Damen darf man blind vertrauen.“ Und parallel werden Bücher zu festlichen Geschenken, liebevolle Kleinigkeiten mutieren zu herzlichsten Mitbringseln und über allem schwingt die gute Laune mit. Die seltenen Minuten der Ruhe verbringt man an der Kaffeemaschine oder stärkt sich mit Schokolade. Wohl das Zaubermittel an solchen Tagen. Und ich? Ich staune.

Blogger und Buchhandel - Der Rollentausch

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Natürlich feiere auch ich mein kleines Bücherfest, wenn es mir gelingt das ein oder andere Buch zu empfehlen, Menschen anzustecken oder einfach neugierig zu machen. Natürlich freut es mich zu hören, dass mich Kunden als „gefährlich“ bezeichnen. Und ja, es ist ein Highlight, wenn mehrere Exemplare von S – Das Schiff des Theseus in Händen der werten Kundschaft den Buchladen verlassen. Besondere Momente gibt es viele. Den Kunden, der in Vorbereitung seines Besuches bei der Layers-Lesung von Ursula Poznanski gleich mehrere Exemplare zum Signieren erwirbt und mit einem Original-Autogramm von der Buchmesse nach Hause geht. Strahlend natürlich.

Hier rücken Blog und Buchhandel ganz eng zusammen. Hier zehre ich von meinem Erlebten, von der Detailtiefe meines Schreibens, von meinen Interviews und dem Lesen in meiner kleinen Sternwarte. Hier entstehen Synergien, die dem Kunden helfen, seinen Weg zu finden. Hier kommen auch erste Ideen für Projekte zur Welt, die wir uns auf die gegenseitigen Fahnen geschrieben haben. Bleibt gespannt. Es wird spielerisch schön.

Was bleibt als Fazit? Dank! Dank, dass ich dieses Tausch-Experiment wagen durfte, dass man mich so nahm, wie ich bin, dass ich Teil sein konnte und vieles sehen durfte, was doch immer verborgen ist. Dank für liebevolle Geschenke für das Kinderheim St. Alban und die dortige Lesenacht am 19. Dezember. Ich sehe die Augen der Kids schon jetzt leuchten. Und vielen Dank für das mir vermittelte Gefühl, ich hätte mich ganz gut geschlagen. (ich liebe diesen Facebook-Beitrag sehr) Und doch bleibt das letzte Wort dem Essay gewidmet. „Das Lob der guten Buchhandlung“ muss wohl in Germering geschrieben worden sein.

Ihr seid grandios,
Euer Raily

Blogger und Buchhandel - Der Rollentausch

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[Blogger & Buchhandel 2.0] – DER ROLLENTAUSCH

Blogger und Buchhandel - Zwo Punkt Null

Blogger und Buchhandel – Zwo Punkt Null

Als „Neue Liebe“ hat das Börsenblatt in seinem Artikel unsere gemeinsame Aktion zur kreativen Vernetzung von Literaturbloggern und Buchhändlern bezeichnet. Die Idee hat Fuß gefasst und unter der Überschrift Mein Schaufenster ist der Spiegel Deines Lesens entstanden in den letzten Monaten viele gemeinsame literarische Auslagen, die ihr Ziel nicht verfehlten: Den Leser von mehreren Seiten anzusprechen und Lust aufs Lesen zu machen. Und mit einigem Stolz blicken wir auf die Nominierung unserer Idee für den Virenschleuder-Preis 2015 und die absolut unglaubliche Unterstützung, die wir hier erfahren. Sogar auf die Shortlist haben wir es geschafft!

Nun ist es aber endlich an der Zeit, die „Zweite Stufe“ der Idee zu zünden. Wir haben uns einander angenähert, erste Projekte in kleinen Partnerschaften kultiviert und dabei auch die jeweils andere Seite besser kennengelernt. Die literarische Empathie ist nun der Start für einen weiteren Schritt. Seid ihr bereit?

Blogger und Buchhandel - Zwo Punkt Null - Rollentausch

Blogger und Buchhandel – Zwo Punkt Null – Rollentausch

„Blogger und Buchhändler – Zwo Punkt Null – Der Rollentausch“

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Blogger und Buchhandel – Zwo Punkt Null – Rollentausch

Liebe Buchhändler,

Eure Schaufenster sind eine Augenweide; die Fragen, die in unserer gemeinsamen Gruppe an uns Blogger herangetragen werden zeigen, dass auch wir mit guten Tipps gesucht werden; ihr zeigt jeden Tag mit höchstem Einsatz, was ihr an der Bücherfront bewegt; ihr lasst euch nicht aus der Ruhe bringen, wenn Schulhefte und Schulbücher die Macht zu übernehmen scheinen, und ganz nebenbei organisiert ihr Lesungen und beantwortet auch die unmöglichsten Kundenfragen. Hut ab!

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ABER:

Könnt ihr auch rezensieren? Könnt ihr Artikel schreiben, die mehr sind als nur ein Satz mit einer schnellen Empfehlung für Zwischendurch? Könnt ihr solche Rezensionen layouten und mit Leseeindrücken versehen, die auf das Buch neugierig machen? Könnt ihr Bücherketten ziehen, um Lesern zu zeigen, dass sie auf der richtigen Spur nach neuen Herzensbüchern sind? Und könnt ihr dann auch nach Feierabend auf Fragen eingehen, die ein Blogger so ganz nebenbei beantworten muss?

Könnt ihr das?

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Liebe Blogger,

Eure Buchvorstellungen sind ebenfalls eine Augenweide; ihr formuliert euch das Blaue vom Himmel, um Menschen davon zu überzeugen, dass genau dieses eine Buch genau jetzt gelesen werden muss; ihr spart nicht mit Worten, weil ihr es könnt und den Platz dafür habt; niemand redet euch rein und ihr seid Redakteur, Reporter und Kritiker in einer Person; Ihr beantwortet mitten in der Nacht in allen Facebook-Gruppen dieser Welt sämtliche Fragen zu vorgestellten Büchern und zu euren Leseerfahrungen, zum Leseweg und euren Gefühlen. Ihr tragt die Seele eurer Bücher auf der Zunge.

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ABER:

Könnt ihr auch so richtig Buchhandel? Werdet ihr dem Massenansturm in einer der schönen Buchhandlungen gerecht, wenn keine Zeit für lange Beratungen bleibt? Könnt ihr dabei kurz und knapp überzeugen; eure Meinung auf den Punkt bringen? Menschen beraten, die überhaupt nicht für sich selbst nach Büchern suchen, sondern einfach nur ein passendes Geschenk für jemanden kaufen wollen, der schon alles hat? Und könnt ihr ganz nebenbei noch Bücher als Geschenk einpacken, Schulhefte durch die Gegend wuchten und am Telefon die Frage beantworten: „Ich suche das Kochbuch, von dem gestern im Fernsehen berichtet wurde. Sie wissen schon… Das Grüne!“

Könnt ihr das?

KLAR… werden jetzt alle Buchhändler und Blogger sagen. Das haben wir drauf, ABER – habt ihr es schon mal ausprobiert? So richtig? Mit einem Partner an der Seite, der sich auskennt?

Macht mit beim „Blogger & Buchhändler – Rollentausch“.

Geht in unserer Gruppe und im freien Leben auf die Suche nach dem Partner, mit dem ihr gerne tauschen möchtet. Bildet kleine Teams aus Buchhändler und Blogger und wechselt für einen Tag und für einen Artikel die Seiten. Stellt euch dieser kleinen Challenge und lasst euren Herzensbuchhändler eine Rezension für euch verfassen und stellt euch im Gegenzug für einen Tag als „Bloggerpraktikant“ in den Buchladen!“

Und dann berichtet gemeinsam über diese Erfahrung, schreibt Artikel, macht Fotos und bleibt eines dabei: Lustig, aufgeschlossen und bücherverrückt. Na? Buch geleckt? (öhm… sorry Blut, meine ich). Und wenn ihr euch findet und berichtet, Fotos postet und Artikel veröffentlicht, dann verlinkt genau hierhin, damit ich euren Rollentausch genau mitplotten kann.

Ach so… Mit gutem Beispiel voran und so! Na klar.

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Blogger und Buchhandel – Zwo Punkt Null – Rollentausch – Wir fangen an…

Wir legen los.

Wir, das sind Katrin Schmidt, das gesamte Team der Buchhandlung Lesezeichen in Germering und Praktikant Rail. Allein schon aufgrund der räumlichen Nähe bietet sich dieser Tausch an, obwohl ich natürlich sehr gerne bei Thomas Calliebe praktiziert hätte, aber das ist regional gesehen kaum zu realisieren. Die Buchhandlung Calliebe steht allerdings bereits als Rollentausch-Partner in den Startlöchern. Doch Vorsicht ist die Mutter der Blogger-Kiste! Ich zitiere Thomas: „BloggerInnen-Praktikumstage sind keine Herrentage!“

Also:

Buchhändlerin Katrin wird meine Leser mit einer wundervollen Rezension beglücken, die AstroLibrium alle Ehre macht. Sie wird reich bebildert und nicht sparsam mit Worten sein. Ein aktuelles Buch ihrer Wahl wird DER Gastbeitrag des Jahres, weil Katrin in die Rolle des literarischen Sternwärters schlüpft.

Blogger Raily wird Praktikant. Ich werde an einem langen Samstag vor Weihnachten alles tun, was man von einem Praktikanten im Buchhandel erwarten kann. Ich werde die Geschenke weihnachtlich verpacken (und wenn ich etwas nicht kann, dann das), werde Fragen beantworten, Telefondienst machen, feine Plätzchen verteilen, gut aufpassen, dass nichts verschwindet, was nicht verschwinden darf und sehr brav die Anweisungen der Chefin befolgen.

Und darüber wird natürlich berichtet. Ein mediales Pingpong-Spiel ist hier zwischen Buchhändler und Blogger vorprogrammiert und ihr seid alle mit im Boot, wenn es darum geht, unsere Beiträge oder Artikel zu genießen. Und auch auf Literatur Radio Bayern wird natürlich gesendet. Unerhört? Nein… Ganz im Gegenteil!

Blogger und Buchhandel - Zwo Punkt Null - Rollentausch

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MACHT MIT. Schließt euch uns an. Sucht euren idealen Partner für den „Blogger und Buchhändler Rollentausch“ und haltet uns auf dem Laufenden. Und natürlich geht die Aktion Mein Schaufenster ist der Spiegel Deines Lesens parallel weiter.

Und die Virenschleuder-Shortlists aller Nominierungen findet ihr genau hier.

Mit einem Klick zum Leitarikel "Blogger & Buchhandel"

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Ihr wollt wirklich wissen, wie es war: Na dann – hier meine Rollentausch-Reportage

Blogger und Buchhandel - Der Rollentausch

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