Wieder fliegen lernen von Sam Bloom

Wieder fliegen lernen von Sam Bloom - Astrolibrium

Wieder fliegen lernen von Sam Bloom

Im Januar 2018 begegnete ich erstmals „Penguin Bloom und war nicht nur von der Geschichte der kleinen australischen Elster begeistert. Es war die Geschichte hinter dem Offensichtlichen, die mir den Atem raubte. Die Geschichte von Sam Bloom, (eigentlich Samantha) die nach einem Unfall querschnittgelähmt ist und der ein kleiner Vogel neuen Mut macht. Damals erzählte Sam’s Ehemann Cameron diese Geschichte. Sam lernten wir nur indirekt kennen. Hinter dem Vogel konnte man sich gut verstecken. Penguin stahl allen die Show. Nun, drei Jahre später, sitze ich vor dem Buch, das Sam Bloom selbst schrieb. „Wieder fliegen lernen„. Sie tritt aus dem Hintergrund ans Licht. Sie nimmt uns jetzt an die Hand und führt uns in ihre grundverschiedenen Leben. Das davor und das danach. Am Ende von „Penguin Bloom. Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete“ meldete sich Sam Bloom erstmals in diesem Buch zu Wort. Ihr Kampf um ein normales Leben steckte in den Anfängen, aber es zeichnete sich schon damals ab, dass wir noch mehr von ihr hören und lesen würden. Meine Rezension endete so:

Penguin Bloom – Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete

Das Ende gehört Samantha Bloom. Sie wendet sich in einem bemerkenswerten Brief an alle Menschen, die ihr Schicksal teilen. Sie wendet sich an alle Menschen, die zum Umfeld von Betroffenen gehören. Sie spricht ungeschönt über ihre Ängste, ihre Scham, den Ekel vor sich selbst, den Hass gegenüber Menschen, denen es besser geht und in letzter Konsequenz über die wenigen Wege, die uns bleiben, Menschen wirklich helfen zu können, die durch ihre Querschnittslähmung aus dem Querschnitt des Lebens fallen.

Die wahre Geschichte endet nicht mit dem Buch. Die wahre Geschichte ist auch die Geschichte des Loslassens. Wir können weiter daran teilhaben, wenn wir dem Account von Penguin Bloom „penguinthemagpie“ auf Instagram folgen. Die Blooms leben bei Sidney an einem Traumstrand. Samantha Bloom hat das Kajakfahren für sich entdeckt. Penguin Bloom verschwand, nachdem ihre Aufgabe erfüllt war, aber

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Wieder fliegen lernen von Sam Bloom

Diesem ABER von einst gesellt sich nun ein weiteres ABER hinzu… Sie hat ihren Weg ans Licht gefunden und wieder fliegen gelernt. Sam Bloom hat ihren Aufwind und das mediale Interesse an ihrer Geschichte genutzt, um sich neu zu erfinden. Dazu gehörte es, Hürden zu überwinden und Grenzen hinter sich zu lassen. Zu Menschen in vergleichbaren Situationen zu sprechen, auf Veranstaltungen aufzutreten und Präsenz zu zeigen, über sich selbst zu sprechen und öffentliche Reden zu halten. Vormals eher undenkbar, tastete sie sich langsam vor in eine neue Welt. „Wieder fliegen lernen“ ist das Ergebnis ihrer inneren Reise. Jetzt schreibt sie selbst, jetzt findet sie ihre Worte für das eigentlich unaussprechliche Geschehen. Jetzt geht Sam einen weiteren Schritt auf uns zu und öffnet sich in einer ungeschönten sympathisch ehrlichen Art und Weise, die uns fesselt und in ihren Bann zieht. Nein, erwarten Sie keinen Ratgeber für Menschen, die nach schweren Unfällen an den Rollstuhl gefesselt sind. Erwarten sie kein Buch, in dem Sie als Angehöriger von Menschen mit Handicap eine Checkliste der guten Taten und überlebenswichtigen Gesten an die Hand bekommen. Genau das ist es nicht, was Sam Bloom wollte. Sie taugt nicht zum Ratgeber. Sie ist Sam und das ist ihr Buch.

An der Seite ihrer Kinder und ihres Mannes hat sie Kraft geschöpft, ist sie an sich und der unausweichlichen Situation gewachsen und hat hier Grenzen überwunden, die für sie unüberwindbar schienen. Die leidenschaftliche Surferin, die nach dem Unfall nur schwer daran glauben konnte, sich sportlich zu betätigen und im Kajakfahren den Weg fand, erste kleine Erfolge zu feiern, ist inzwischen zweifache Para-Surfweltmeisterin. Auch das ist Teil ihrer Geschichte, die sie in ihrem Buch erzählt. Es bewegt extrem, zu erfahren, wie sehr ihr das erste Buch aus der Feder ihres Ehemanns geholfen hat und was ihr diese Liebeserklärung bedeutet. Es ist sehr emotional, nun aus ihrer Feder zu erfahren, was Cameron Bloom damals erzählte. „Wieder fliegen lernen“ ist dabei viel mehr als nur ein reiner Perspektivwechsel von Cam zu Sam. Dies ist die ungeschönte brutale Wahrheit aus Sicht der einzig Betroffenen. Was man ihr vorher zuschrieb, was man in sie hineininterpretierte und was man vermutete, wird nun zum Fakt. Sam bleibt kein Gefühl, keinen Zweifel und keinen Schmerz schuldig, um uns zu zeigen, wie man sich selbst aus einer katastrophalen Lage befreien kann, ohne jemals Frieden mit sich und dem Leben als Querschnittgelähmte schließen zu können.

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Wieder fliegen lernen von Sam Bloom

Und was ist mit Penguin Bloom, werden Sie fragen? Nun, die Rolle der kleinen Elster ist und bleibt dominant und allezeit sichtbar, auch in diesem Buch. Es war Penguin, die einen lebenswichtigen Impuls von außen setzte und damit schlicht und ergreifend auch einen Selbstmord verhinderte. Auch, wenn Penguin Bloom inzwischen weitergezogen ist, dieses Buch ist mit jeder Faser eine Hommage an das kleine Federknäuel. Es sind unglaubliche Fotos, die sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch ziehen, die uns zeigen, wie wichtig jener kleine verletzte Vogel für die ganze Familie war und ist. Seine Existenz allein schafft es, in der Folge Raum zu geben für die Bilder, die im vorherigen Buch ausgeblendet waren. Es sind die Bilder einer gebrochenen Frau nach dem Unfall. Es sind die Bilder aus der Klinik, aus der Reha und Bilder vom Weg zurück. Aber es ist auch ein Buch des DAVOR. Eine Samantha in Aktion, auf eigenen Beinen, reisend und in der Natur verwurzelt. Es ist dieser Kontrast, der ihre Geschichte so greifbar macht.

Sam Bloom erzählt direkt, auf den Punkt und unverblümt. Sie beschreibt ihre klare Reaktion auf Menschen, die sich ihr nur mitleidsvoll oder oberflächlich nähern. Sie geht ihren Weg weiter, obwohl sie nicht mehr gehen kann. Sie hinterlässt mehr Fußspuren in ihrer Geschichte, als manche Menschen, die auf eigenen Füßen stehen. Und doch wird sie bei aller erzählerischen Präzision und in ihrer fast spröde anmutenden Genialität im entscheidenden Moment sentimental und emotional, wenn es um ihre drei Söhne geht. Es ist ihr schlechtes Gewissen, das sich durch ihre Zeilen zieht. Es ist das Gefühl, als Mutter versagt zu haben und ihren Kindern eine normale Kindheit schuldig zu sein. Wir sind versucht, ihr laut zuzurufen, dass sie das nicht so sehen sollte. Aber dann müssen wir akzeptieren, dass dieser Schmerz, so bitter er ist, die Triebfeder für all die Kraft ist, die es braucht, um in dieser Situation Energie zu finden und wieder fliegen zu lernen.

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Wieder fliegen lernen von Sam Bloom

Wer „Penguin Bloom – Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete“ gelesen hat, kommt an „Wieder fliegen lernen – Meine Geschichte“ nicht vorbei. Wer sich traut, diesen Weg gemeinsam mit den Camerons zu gehen, wird literarisch und menschlich reich belohnt. Wer Klartext verträgt und auf beschönigendes Beiwerk verzichten kann, wird hier fündig, wenn es darum geht, das eigentlich Wichtige im Leben zu finden. Und wer sich schon damals unsterblich in die kleine australische Elster Penguin Bloom verliebt hat, findet hier die berührende Fortsetzung dieser Liebeserklärung.

Wobei man schon ehrlich bleiben muss. Auch Sam Bloom neigt keinesfalls dazu, Penguin in allzu schillernden Farben zu beschreiben…

„Verstehen Sie mich richtig: Penguin war kein Engel. Dafür kackte sie entschieden zu oft auf unseren Esstisch und unsere weißen Sofakissen.“

Beflügelt“ ist der Titel der Verfilmung der Geschichte von Samantha Bloom. Die grandiose Naomi Watts spielt die Hauptrolle in dem bewegenden Film, der derzeit bei Amazon Prime zu sehen ist. Auch Netflix hatte ihn erworben und wollte ihn ab dem 21. Januar ausstrahlen, hier gilt es allerdings das aktuelle Programm zu beobachten. In jeder Beziehung ein sehenswerter Film, der mit den Büchern eine Einheit ergibt, weil es im Vorfeld der Umsetzung des Filmprojektes zu wichtigen Begegnungen zwischen Sam Bloom und Naomi Watts kam. Schreibt mir doch, wenn Ihr Penguin Bloom schon kennt und wie Ihr dieser Geschichte weiter gefolgt seid. Guten Flug…

AVUS 100 – Ein rasantes Jahrhundert – DER BILDBAND

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AVUS 100 – Ein rasantes Jahrhundert – DER BILDBAND

AVUS 100 – Ein rasantes Jahrhundert

Ist es anachronistisch, im Jahrhundert der Elektro-Mobilität und des autonomen Fahrens auf die Geschichte einer Rennstrecke zurückzublicken, die von 1921 bis 1998 im Zeichen PS-starker Boliden stand? Ist es zeitgemäß, dieser Rennstrecke erneut den Nimbus der Unsterblichkeit zu verleihen und sie für ihr eigenes Jahrhundert im Wandel der Zeit zu feiern? Ist es korrekt, dies in einer Zeit zu tun, in der Fridays for Future die Welt bewegen und der Berliner Senat deutlich signalisiert, dass er an einer Ausstellung zum Jubiläum kein Interesse hat? Gibt es Zukunft ohne Geschichte? Sind die heutigen Prototypen einer schadstofffreien Zukunft denkbar ohne die vermeintlichen historischen „Dreckschleudern“ aus den Pionierzeiten des Rennsportes?

Was geht in uns vor, wenn wir den Begriff Silberpfeil hören? Was löst der Begriff „AVUS“ in uns aus? Und was würde uns verloren gehen, wenn diese magischen und in jeder Hinsicht zeitlosen Zauberwörter in Vergessenheit geraten würden? Diesen und vielen anderen Fragen widmeten sich Ulf Schulz und Sven Wedemeyer. Ihnen ist es zu verdanken, dass der AVUS (eigentlich Automobil- Verkehrs- und Übungsstraße) im Südwesten Berlins ein literarisch und optisch opulentes Denkmal gewidmet wurde. Sie haben die Geschichte einer Legende selbst in die Hand genommen, und mit dem liebevollen Blick in den Rückspiegel der Vergangenheit den Blick in die mobile Zukunft ermöglicht.

GlockenbachWelle - Bildbände, die Bände sprechen - Prestel Verlag - Astrolibrium

GlockenbachWelle – Bildbände, die Bände sprechen – Prestel Verlag

AVUS – ein rasantes Jahrhundert – DER Bildband erschienen im Prestel Verlag

288 Seiten
30 cm breit – 24 cm hoch
400 farbige Abbildungen
Ein Bildband, wie er im Buche steht…

AVUS 100 - Ein rasantes Jahrhundert - DER BILDBAND - Astrolibrium

AVUS 100 – Ein rasantes Jahrhundert – DER BILDBAND

Die Geschichte der AVUS stand im Mittelpunkt unserer fünften Glockenbachwelle. Wir sprachen über die Besonderheiten von Bildbänden in der heutigen Zeit, über das Wagnis solche hochwertigen und oft großformatigen Bücher zu verlegen, über die Risiken für den Buchhandel, diese Buchkunstwerke auf Büchertischen zu präsentieren und über vieles mehr rund um diese besondere Bücherwelt. Über den PodCast hinaus möchte ich an dieser Stelle einige Impressionen und Gedanken in die Welt setzen, die mich mit diesem Buch verbinden, und die im Radio-PodCast nicht thematisiert wurden. Mein Lesen begann schon lange vor dem Treffen in der Glockenbachbuchhandlung. Und so begann auch meine Recherche auf eine sehr persönliche Art und Weise….

Ich sprach im Vorfeld der Aufnahme lange mit Ulf Schulz. Er ist Enthusiast, Experte, Aficionado und AVUS-Infizierter von Kindesbeinen an. Seine Begeisterung trägt dieses Buchprojekt stellvertretend für das gesamte Team, das an diesem Jahrhundert-Bildband beteiligt war. Es gelingt den Autoren, ihr Werk nicht zu überfrachten, wobei man ständig das Gefühl hat, dass es doch so verlockend gewesen wäre, noch viel mehr zu erzählen und zu zeigen. Die konzentrierte Bescheidenheit und Fokussierung auf Wesentliches ist ein wesentlicher Erfolgsgarant des monumentalen Bildbandes. Hier ufert nichts aus. Es sind 100 Jahre, die von den Autoren an Momenten, Menschen, Rahmenbedingungen, Zeitströmungen und kulturellen Begleiterscheinungen festgemacht werden, sodass hier kein reines Rennsportbuch vorliegt, sondern ein zeitgeschichtlich relevantes Dokument über eine Legende, die heute im Stadtbild von Berlin kaum noch zu erkennen ist.

AVUS 100 - Ein rasantes Jahrhundert - DER BILDBAND - Astrolibrium

AVUS 100 – Ein rasantes Jahrhundert – DER BILDBAND

Dieses Buch hat in meinem Leben angedockt. Ich bin ein Kind des Nürburgrings. Mein Großvater sah die Silberpfeile und Stromlienrennwagen live auf der Strecke. Ich sammle seit frühester Kindheit Automodelle und nun ahne ich, dass es einen guten und literarischen Grund für diese Leidenschaft gab. Bin ich doch tatsächlich heute im Besitz ausgerechnet der Modelle, die auf dem Titelbild des Bildbandes zu sehen sind. Es war ein grandioses Gefühl, für diese Artikelbilder in meine Modellwelten einzutauchen und einen Bildband in Szene zu setzen, der ja eigentlich selbst eigene Geschichte in Szene setzt. Und wie ihm dies gelingt! Hier finden wahre Leidenschaften zusammen, nicht nur in optischer Hinsicht. Ich mag es, wenn ein Mythos zum Buch wird, die Autoren jedoch nicht sich selbst, sondern den Betrachtungsgegenstand wichtig nehmen. Nur so gelingt der Transfer, den man beabsichtigt. Die Tür zur Zukunft wird aufgestoßen, ohne jedoch mit der Tür ins Haus zu fallen oder sie lose in der Hand zu halten, weil die Verankerung in die Vergangenheit fehlt.

„AVUS 100 – Ein rasantes Jahrhundert“ ist ein Scharnier in die Zukunft. Teil einer Welt, die irgendwann nicht mehr nach Diesel oder Benzin riecht. Teil einer Welt, in der jedoch die Boliden und Traditions-Rennstrecken, die Pioniere des Autorennsports, die Entwickler der neuen Technologien, die es in die Serienproduktion geschafft haben, im kollektiven Gedächtnis einer Gesellschaft verankert sind, die sich zukunftsfähig nennt. Diese Botschaft transportiert „AVUS 100“ in seinen durchgehend starken Impressionen und Geschichten. Dabei ist dieses Buch in vielfacher Hinsicht ein absoluter Meilenstein. Es ist in Design und Ausstattung einzigartig. Moderne Illustrationen längst nostalgischer Boliden, Menschen, die diesen Sport und die Strecke prägten, die Bedeutung der AVUS für das eingeschlossene Westberlin, die waghalsige Steilkurve, die im Laufe der Jahre so viele Opfer forderte und waghalsige Frauen, die schon früh zeigten, dass Rennsport alles ist, nur keine Männersache (echte Bahnbrecherinnen) prägen den Prachtband

AVUS 100 - Ein rasantes Jahrhundert - DER BILDBAND - Astrolibrium

AVUS 100 – Ein rasantes Jahrhundert – DER BILDBAND

Jetzt ist die Grande Dame der Autorennstrecken also 100 Jahre alt. Enthusiasten aus aller Welt feiern sie rückblickend und als Symbol eines Aufbruchs. Man kann sich diesem Jubiläum in Einbeck annähern. Die Sonderausstellung „AVUS 100“ im PS. Speicher ist immer eine Reise wert. Ihr liegt der Bildband zugrunde. Wer also nicht im realen Leben verreisen mag oder kann, der hat im Buch die perfekte Alternative, völlig autonom und schadstoffarm in die Vergangenheit zu rasen, die legendäre Steilkurve in höchstem Tempo hinter sich zu lassen, die verfallenen Tribünen zu passieren und bei einem ausgiebigen Boxenstopp den neuesten Klatsch und Tratsch von der Strecke zu erfahren. Die Fotos und Illustrationen von „Automobilist“ runden das Leseerlebnis in jeder Beziehung ab. Gentlemen und Gentle-Ladies, start your engines. Die AVUS lebt in diesem Buch weiter. Wir sind froh, mit unserer GlockenbachWelle Teil dieser Geschichte zu sein.

Last but not least: Die GlockenbachWelle goes Buchmesse. Alle Informationen zu unserem Messeauftritt vom 20. bis 24. Oktober am Bayernstand von XPLR-Media in Bavaria, in Kooperation mit dem Börsenverein des Buchhandels, Landesverband Bayern und der Bayerischen Staatskanzlei erfahren Sie auf unseren Social-Media-Kanälen, insbesondere auf Instagram. Wir sehen uns in Halle 3.1 Stand D 11.

AVUS 100 - Ein rasantes Jahrhundert - DER BILDBAND - Astrolibrium

AVUS 100 – Ein rasantes Jahrhundert – DER BILDBAND

Wir sind besonders stolz, Teil dieser besonderen Überschrift zu sein: Frankfurter Buchmesse: 5 bayerische Erfolgsstories, die Du nicht verpassen darfst. Und wir haben „AVUS 100“ bei uns am Stand. Am Buchmesse-Sonntag habt Ihr als Gäste der Frankfurter Buchmesse die Chance, diesen grandiosen Bildband bei uns vor Ort zu gewinnen. Wir halten Euch auf unseren Kanälen auf dem Laufenden, wie und wann. Bleibt am Ball…

UPDATE: Der Gewinner war der jüngste AVUS-Fan an unserem Stand. Mehr dazu auf Instagram… Jetzt ist das Buch wirklich ein Scharnier in die Zukunft, weil die Jugend der AVUS gewogen bleibt…

GlockenbachWelle - Bildbände, die Bände sprechen - Prestel Verlag - Astrolibrium

GlockenbachWelle – Bildbände, die Bände sprechen – Prestel Verlag

Bayerischer Buchpreis 2021 – Meine Partnerbuchhandlung

Bayerischer Buchpreis 2021 – Meine Partnerbuchhandlung auch zu AVUS 100

GlockenbachWelle – Bildbände, die Bände sprechen

GlockenbachWelle - Bildbände, die Bände sprechen - Prestel Verlag - Astrolibrium

GlockenbachWelle – Bildbände, die Bände sprechen – Prestel Verlag

Wir sind wieder da, wo wir hingehören. In der Glockenbachbuchhandlung tief im Herzen Münchens und wir sind stolz darauf, besondere Bücher, illustre Gäste und ein paar Neuigkeiten präsentieren zu können, die weitere Wellenschläge verursachen.

Die fünfte GlockenbachWelle – Bildbände, die Bände sprechen

Eine Buchhändlerin, zwei Blogger:innen und der Prestel Verlag im Gespräch für Literatur Radio Hörbahn

Der Ort: Die Glockenbachbuchhandlung München
Die Runde: Pamela Scholz (Buchhändlerin), Steffi Sack (Nur Lesen ist schöner), Arndt Stroscher (AstroLibrium) mit Pia Werner und Claudia Stäuble vom Prestel Verlag in München

Unterstützt von der Inhaberin der Glockenbachbuchhandlung Petra Schulz.

GlockenbachWelle - Bildbände, die Bände sprechen - Prestel Verlag - Astrolibrium

GlockenbachWelle – Bildbände, die Bände sprechen – Prestel Verlag

Was dürfen Sie von diesem Bildband-Podcast erwarten?

Wir sprechen über die Besonderheiten von Bildbänden in der heutigen Zeit, über das Wagnis solche hochwertigen und oft großformatigen Bücher zu verlegen, über die Risiken für den Buchhandel, diese Buchkunstwerke auf Büchertischen zu präsentieren und über vieles mehr rund um diese besondere Bücherwelt.

Dann werden Steffi und ich zwei Bildbände aus dem Prestel Verlag vorstellen, die es uns in ganz besonderer Weise angetan haben. Mountain Girls und AVUS 100 – Ein rasantes Jahrhundert. Unterschiedlicher können Bücher und Zielgruppen kaum sein. Anschließend lassen wir uns auf ein gewagtes „Blinddate mit Bildband“ ein. Die beiden Verlagsdamen haben eine Bildband-Neuerscheinung in ihrem Gepäck, die wir erst bei der Aufnahme des Podcasts sehen werden. Es wird spannend, ob sie uns auch hier begeistern können…. Herzlich willkommen zu unserem Dialog.

Worauf Sie sich im Podcast freuen dürfen: 

  • Ein interessantes Gespräch über das Wesen von Bildbänden.
  • Persönliches von Pia Werner aus der Presseabteilung.
  • Erhellendes von Claudia Stäuble aus der Programmleitungsperspektive.
  • Was man so liest im Verlag, wenn man die eigenen Bücher nicht liest.
  • Der Versuch, eine Podcast-Gebärdensprache zu erfinden.
  • Mein Angebot, an einer besonderen Stelle in Zeitlupe weiterzusprechen.
  • Männerbücher, die keine reine Männersache sind.
  • Frauenbücher, die in jeder Beziehung ihren Mann stehen.
  • Steffi und die Mountain Girls – Ein Bildband-Gipfelsturm.
  • In der Steilkurve der AVUS mit Ulf Schulz, mit dem ich im Vorfeld ausführlich telefonieren konnte.
  • Bildband-Tipps und Hintergründiges zum Großformatigen von Pamela
  • Ein Blinddate mit Bildband, über das auch hier nichts verraten wird. Ein erster Link führt von Literatur Radio Hörbahn zur Buchseite beim Prestel Verlag.
  • Eine emotionale Einladung nach Frankfurt am Ende des Podcasts
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GlockenbachWelle – Bildbände, die Bände sprechen – Prestel Verlag

Besonders wertvoll ist erneut die Sichtweise von Buchhändlerin Pamela Scholz. Es sind nicht nur ihre Buchtipps, die das Bildband-Gespräch erweitern. Es sind Bücher, die in der Kette der vorgestellten Bildbände einfach empfohlen werden müssen.

Die Buchhändlerinnen-Tipps:

Wie Sie die Welt noch nie gesehen haben“ National Geographic
Der Atem der Berge“ – Bruckmann Verlag
Wilde Isar“ – Natur Bildband – Südbayern“ GDT 

Mehr Informationen finden Sie auf unseren Social-Media-Kanälen unter dem Hashtag #GlockenbachWelle und auf den Projektseiten der Wellenreiter:innen…

GlockenbachWelle - Bildbände, die Bände sprechen - Prestel Verlag - Astrolibrium

GlockenbachWelle – Bildbände, die Bände sprechen – Prestel Verlag

Hier geht`s zu unseren Projektseiten:
GlockenbachbuchhandlungNur Lesen ist schöner und AstroLibrium
sowie Literatur Radio Hörbahn
oder besuchen Sie den Prestel Verlag

Spätestens jetzt sollten Sie rasant in den Podcast starten…

GlockenbachWelle - Bildbände, die Bände sprechen - Prestel Verlag - Astrolibrium

GlockenbachWelle – Bildbände, die Bände sprechen – Prestel Verlag

Last but not least: Die GlockenbachWelle goes Buchmesse. Alle Informationen  zu unserem Messeauftritt vom 20. bis 24. Oktober am Bayernstand von XPLR-Media in Bavaria, in Kooperation mit dem Börsenverein des Buchhandels, Landesverband Bayern und der Bayerischen Staatskanzlei erfahren Sie auf unseren Social-Media-Accounts, insbesondere auf Instagram. Wir sehen uns in Halle 3.1 Stand D 11.

Wir sind besonders stolz, Teil dieser besonderen Überschrift zu sein: Frankfurter Buchmesse: 5 bayerische Erfolgsstories, die Du nicht verpassen darfst. Und ganz nebenbei sind wir für den Bayerischen Buchpreis am Start. Am selben Stand.

Zur Rezension von „AVUS 100 – Ein rasantes Jahrhundert“ geht´s hier entlang.

GlockenbachWelle bei Literatur Radio Hörbahn - Astrolibrium

Die GlockenbachWelle bei Literatur Radio Hörbahn – Ein Klick genügt…

Expedition Arktis von Esther Horvath

Expedition Arktis von Esther Horvath - Astrolibrium

Expedition Arktis von Esther Horvath

Polarliebe – Leidenschaftliche Briefe und Geschichten aus dem ewigen Eis“ von Sigri Sandberg und Anders Bache (Mare) war gerade gelesen und rezensiert, da erreichte mich ein schweres Buchpaket aus dem Prestel Verlag. „Expedition Arktis. Die größte Forschungsreise aller Zeiten“ von Esther Horvath schloss einen Kreis, der fortan Polarliebe und Polarstern miteinander verbinden sollte. Und so möchte ich die Forschungsreise dieses Hightech-Forschungs-Eisbrechers mit den letzten Worten einleiten, die aus der Polarliebe-Rezension in diese Buchvorstellung überleiten sollten:

Expedition Arktis von Esther Horvath - Astrolibrium

Expedition Arktis von Esther Horvath und Polarliebe

Meine Reise endet nicht hier. Am Tag, als ich die Polarliebe beendete, kehrte die „Polarstern“ in den Heimathafen Bremerhaven zurück. Die größte Polarexpedition aller Zeiten hatte sich nicht dem Entdecken von neuen Territorien verschrieben. Es war der Klimawandel, den man erforschen wollte. Und nun schließen sich erneut Kreise in meinem Lesen. Die Polarstern ließ sich im Packeis der Arktis festfrieren, um mit dem Eis zu driften. Ein Jahr lang. Mitten hinein ins Epizentrum der Klimakatastrophe. Auf der gleichen Route eines Fridtjof Nansen und seiner Fram. Nach „Polarliebe“ liegt es auf der Hand, auch der Polarstern zu folgen.

Es kann kein Zufall sein, dass genau jetzt Expedition Arktis von Esther Horvath erschienen ist. Der wissenschaftlich geprägte Bildband der preisgekrönten Fotografin (Mit ihrem Eisbärenfoto aus der Arktis hat Esther Horvath den 2020 World Press Photo Award gewonnen) wird um die Sichtweisen der Expeditionsteilnehmer, Wissenschaftler und weiterer renommierter Experten ergänzt und somit zu einem Expeditionsbericht der ganz besonderen Art.  Ich bin dem Prestel Verlag unglaublich dankbar, dass mich das Buch so schnell erreicht hat. Ich drifte jetzt davon. Aber niemals ab. Bis gleich an Bord der Polarstern.

Expedition Arktis von Esther Horvath - Astrolibrium

Expedition Arktis von Esther Horvath

Mehr als hundert Jahre nach Fridtjof Nansen, ist es nicht mehr die Polarliebe, die uns zum Nordpol treibt. Es ist nicht mehr Abenteuerlust oder der Wunsch, den Nordpol als erster Mensch zu betreten. Es sind nun die Sorgen um das Weltklima und die Angst vor den Folgen einer globalen Erwärmung, denen man in der Polarregion auf die Spur gehen will. Doch wie könnte es gelingen, dort über den Zeitraum eines ganzen Jahres, wissenschaftliche Daten zu erheben, um zu neuen Ergebnissen zu gelangen? Es war Fridtjof Nansen, der mit der Fram gezeigt hatte, wie der wissenschaftliche Husarenritt gelingen kann. Drift, lautet das Zauberwort. Sich mit dem Schiff auf einer Eisscholle im arktischen Strom festfrieren lassen und sich so ein Jahr lang mit dem Packeis treiben lassen. Was gewagt und gefährlich klingt, hat heute einen Namen. „Polarstern“. Der Forschungs-Eisbrecher ist das Herzstück der MOSAIC-Expedition (Multidisciplinary drifting Observatory for the Study of Arctic Climate), einem Driftobservatorium zur Untersuchung des Arktisklimas, das sich nach langer Vorbereitungszeit im September 2019 auf den Weg ins ewige Eis begab.

Heute jedoch ist eine solche Forschungsexpedition nicht mehr im Alleingang zu bewältigen. 82 internationale Institute, Begleitschiffe, Flugzeuge und Hubschrauber, die feste Crew der Polarstern und hunderte von Wissenschaftlern, die sich abwechselnd in das Abenteuer stürzten, zeigen, welcher Aufwand hier betrieben wurde, um das Klima und seine Wechselwirkungen im Epizentrum des Klimawandels zu erforschen. Es war eine logistische Meisterleistung, ein Kunststück der Navigation, die Teamleistung einer eigentlich heterogenen Forschungsgemeinschaft und ein einzigartiges Erlebnis für die Teilnehmer der „größten Forschungsreise aller Zeiten„. Der großformatige Bildband „Expedition Arktis“ gibt uns die Möglichkeit, zum Teil der Besatzung zu werden. Hier haben wir die Chance, nicht nur zu lesen oder Ergebnisse zu analysieren. Wir dürfen an Bord der Polarstern gehen, weil die Expeditionsfotografin Esther Horvath es sich zur Aufgabe gemacht hat, ihre Augen zu unseren Augen zu machen. Durch sie, durch ihre Kamera und durch ihr Talent, mit ihren Fotografien Geschichten zu erzählen, hat diese Expedition jegliche Distanz verloren. Näher waren wir der Arktis nie zuvor.

Expedition Arktis von Esther Horvath - Astrolibrium

Expedition Arktis von Esther Horvath

288 Seiten, Format: 24 cm (b) x 30 cm (h), 160 farbige Abbildungen (viele davon doppelseitig), Fakten basierte Informationen, Impressionen des Alltags auf dem Eis und an Bord, Kommentare der Crew und von Wissenschaftlern, ein Exkurs zum „Paten“ der Expedition, Fridtjof Nansen und das ausführliche Interview mit Esther Horvath, der Expeditionsfotografin. So könnte man das Buch „Expedition Arktis“ skizzieren. Aber das reicht nicht aus, um seine Wirkung zu beschreiben. Im hoch informativen Textteil zu klimatischen Veränderungen erhält man einen tiefen, und doch leicht verständlichen, Einblick in die dramatischen Veränderungen, auf die man während der einjährigen Reise gestoßen ist. Kipppunkte verlieren ihren rein abstrakten Charakter. Das ewige Eis, seine Qualität, sein Alter und seine Beschaffenheit erhalten besondere Bedeutung. Wir beginnen zu verstehen, dass es sich hier augenscheinlich nicht mehr um eine dauerhaft geschlossene Eisdecke handelt. Das muss man gesehen haben. Das muss man begreifen. Den Zugang zum Sehen und Begreifen findet man in diesem Bildband, der den Betrachter und Leser nicht mehr loslässt.

Hier erhält man einen lebendigen Einblick in die erheblichen Anstrengungen, die man aufbringen musste, um die Zukunft unserer Erde wissenschaftlich zu analysieren. Es sind die kleinen Geschichten an Bord der Polarstern, die uns verstehen lernen, was die Menschen der Expedition antreibt. Es sind Gefühle, die wir aufsaugen, damit wir in aller Klarheit begreifen, wie endlich die Schönheit der Arktis ist. Es ist eine Eisscholle, die zur unsicheren Heimat wird, es sind die Suchscheinwerfer der Polarstern, die dem Namen des Eisbrechers alle Ehre machen, es sind die Eisbärenwächter, ohne die man keinen Schritt wagen kann und es sind magische Momente auf dem Eis, die zeigen, in welcher Gefahr nicht nur wir sind. Eisbären auf der Suche nach Lebensraum und auf der Flucht vor der schmelzenden Lebensgrundlage. Eindringlich fotografiert von einer Fotografin, die viel mehr ist, als es die Berufsbezeichnung vermuten lässt.

Expedition Arktis von Esther Horvath - Astrolibrium

Expedition Arktis von Esther Horvath

Esther Horvath erzählt uns die Geschichte der Expedition mit ihren Fotografien. Sie sind nicht in Szene gesetzt, nicht inszeniert, es sind keine Schnappschüsse oder nebenbei entstandene Impressionen. Esther Horvath war die Bilderzählerin an Bord der Polarstern. Wie die Eisbärenwächter hat sie mit ihrer Kamera über die Menschen gewacht, die auf dem Eis arbeiteten und an Bord lebten. Sie wartete immer auf genau den einen Moment, in dem aus der Aufnahme eine Geschichte wurde. Mit gefrorenen Fingern den Auslöser zu betätigen und dann zu wissen, was man festgehalten hat, ist ihre Passion. Man spürt den Fotos an, wie sehr ihr die Menschen vertraut haben. Sie legt Zeugnis für sie ab. Und das spürt man. Manche Bilder wirken, als seien sie heilig. Das Interview mit Esther Horvath, deren Eisbären-Foto Weltruhm erlangt hat, muss man gelesen haben, um das Wunder dieser Bilder gänzlich fassen zu können.

Ein Gesamtkunstwerk, in dem die Fotografin vielleicht zugleich Abschied nimmt vom ewigen Eis. Man habe dem Eis beim Sterben zuschauen können. Eine Botschaft, die niemanden kalt lassen kann, weil das Eis seine schützende Funktion immer mehr einzubüßen droht. Gerade deshalb auch ein Bildband, den man mit Kindern betrachten sollte. Später kommt dann das Textverständnis dazu. Aber zuerst kann das Abenteuer faszinieren und Interesse dafür wecken, warum man sich für die Rettung der Umwelt engagiert. Ich liebe dieses Buch. Ich liebe die Reminiszenz an Nansen, der auch auf der Polarstern omnipräsent war. Man achte nur auf das Foto auf dem Tischchen in der Messe. Ich mag den Facettenreichtum der Expeditionsgeschichte. Der Gedanke, wie sich die Forscher fühlten, nach einem Jahr der Eisquarantäne wieder einen Kontinent zu betreten, der von Corona und tatsächlicher Quarantäne verändert war, hat mich im Herzen berührt. Diese Perspektivwechsel gelingen nur im Flutlicht einer ewigen Nacht auf ewigem Eis. Dieses Buch ist der Polarstern der wissenschaftlichen Bildbände.

Expedition Arktis von Esther Horvath - Astrolibrium

Expedition Arktis von Esther Horvath

Morgen unbedingt anschauen:

Der Tag für die Veröffentlichung dieser Rezension ist bewusst gewählt. Am 16.11. wird die High-End-Dokumentation „Expedition Arktis“ in der ARD ausgestrahlt. Schaut euch die Doku unbedingt an, sie wird anschließend in der Mediathek zu sehen sein, und dann könnt ihr euch die größte Forschungsreise aller Zeiten als Bildband ins Bücherregal eures Lebens holen. Polarliebe und Polarstern. Literatur zum Fest.

Hier geht´s zum Logbuch des Expeditionsleiters: Markus Rex – Eingefroren am Nordpol“ – Eine andere Sicht auf die Expedition.

Eingefroren am Nordpol von Markus Rex - AstroLibrium

Eingefroren am Nordpol von Markus Rex

Penguin Bloom – Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete

Penguin Bloom – Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete

„Die »Hoffnung« ist ein Federding.“ (Emily Dickinson)

Penguin Bloom – Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete

Gibt es Bücher, die Leben retten können? Lebensratgeber, Trostspender oder auch Auswegweiser? Gibt es Bücher, die ihren Leser aus einem Jammertal der Hilflosigkeit befreien können, weil sie einen Silberstreif am Horizont beschreiben, der lange Zeit im Verborgenen lag? Gibt es solche Bücher? Ich denke schon. Es bedarf eines Impulses von außen, um die eigene Sichtweise zu verändern. Es bedarf der Inspiration, um sich selbst wieder einzunorden, den eigenen Kompass fürs Leben zu finden. Dabei sind es aus meiner Sicht in den seltensten Fällen die schlanken Ratgeber für alle Lebenslagen, die uns überall begegnen. Es sind vielmehr Lebens- und Erfahrungsberichte von jenen Menschen, die aus eigenem und damit aus berufenem Munde von sich selbst erzählen.

Es sind Geschichten vom Rand des Abgrunds. Kurz vor dem freien Fall. Es sind die Geschichten von Menschen, die am eigenen Körper erfahren haben, was es heißt, eine Krise zu überstehen oder sich der Hoffnungslosigkeit zu stellen. Geschichten, die dazu veranlassen, die Perspektive zu wechseln und zu erkennen, dass es doch möglich sein kann, das Unmögliche zu schaffen. Geschichten, die mit Vorbehalten aufräumen und in aller Deutlichkeit Klartext reden. Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben, haben auch keine Worte zu verlieren. Sie investieren sie. Oftmals in uns.

Penguin Bloom – Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete

Penguin Bloom. Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete“ von Cameron Bloom und Bradley Trevor Greive – Knaus Verlag – erzählt eine solche Geschichte. Es handelt sich um eine Geschichte, die uns alle angeht. Nicht nur weil wir selbst einmal betroffen sein könnten, sondern weil wir in unserem alltäglichen Leben Menschen begegnen, die froh und dankbar wären, wenn wir diese Geschichte einer kleinen australischen Elster kennen würden. Wie begegnen wir jemandem, der aus unserer Sicht an einen Rollstuhl gefesselt ist (was für ein Wort)? Wie gelingt es uns, die Hürde des Mitleids hinter uns zu lassen. Was wird vom Betroffenen als Hilfe wahrgenommen, was nur als Worthülse und was verschlimmert die Situation sogar, weil wir wieder unbewusst unbedacht handeln? Das kann uns nur jemand erzählen, der sich in der Situation befindet. Jemand, der sein Schicksal meistern konnte oder aus nächster Nähe miterleben durfte, welcher Wunder es manchmal bedarf, um ein Leben zu retten.

Hier ist es der Ehemann von Samantha Bloom, der die Geschichte seiner Familie erzählt. Sam, Cameron und die gemeinsamen Söhne Rueben, Noah und Oliver konnte man als perfekte und glückliche Familie mit einem wundervollen Leben betrachten. Die Eltern verliebt wie am ersten Tag und die drei Jungs im gemeinsamen Nest wachsen in einer zutiefst vertrauten und liebevollen Umgebung auf. Sport, Naturverbundenheit und Agilität zeichnen sie aus. Ein Urlaub in Thailand zerstört das Glück mit einem Sturz ins Bodenlose.

Penguin Bloom – Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete

Samantha stürzt von einem Aussichtsturm. Sechs Meter freier Fall. Ein morsches Geländer gab keinen Halt. Die Zeit blieb stehen. Die Folgen: Querschnittslähmung, der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns, dauerhafte heftigste Kopfschmerzen und Schmerzen selbst in den gefühllosesten Körperregionen. Die Erkenntnis, nie wieder im Leben laufen zu können, traf Samantha wie ein Todesurteil. Aus dem Leben gerissen, aus der Familie gerissen, als Mutter wertlos zu sein, als hilfsbedürftiges Anhängsel das Glück der gesamten Familie zu beeinträchtigen. Das sind nur einige der Empfindungen, die Sam Bloom an den Rand der Selbstaufgabe brachten. An den Rand des Abgrunds. An den Rand der Selbstmordgedanken, obwohl ihr Mann und ihre Söhne alles versucht hatten, ihr liebevoll und behutsam Halt zu geben.

„Und dann kam Penguin zu uns.“

Als Sam Bloom aus ihrem Nest stürzte, fiel ein kleines australisches Elsterküken in das Nest der Blooms. Einer der Söhne fand das verletzte Vogelkind und brachte es ins Haus. Manchmal fallen Wunder vom Himmel. Manchmal tragen Engel Federn und brauchen selbst Hilfe. Manchmal ist es einfach unerklärlich, wie das Leben spielt. Doch manchmal muss man einfach auch Wunder annehmen und so tauften sie die Elster auf den Namen „Penguin“. Nicht viel später setzten sie den Familiennamen Bloom dazu, weil die drei Jungs jetzt ein gefiedertes kleines Schwesterchen hatten, das nicht nur ihr Leben verändern sollte.

Der Rest ist die Geschichte dieses Bildbandes. Penguin Bloom wurde nicht nur Teil der Familie. Die kleine Elster entwickelte sich zur besten Therapeutin für Samantha. Es ist ein Privileg, sich der Geschichte so unmittelbar nähern zu dürfen. Cameron Bloom hat das gemeinsame Leben in brillanten Bildern festgehalten. Penguin entwickelte sich zum Kitt, der die Familie zusammenhielt und vom Abgrund entfernte. Die Konzentration auf einen kleinen Vogel, der Hilfe brauchte, gab allem wieder einen Sinn. Und Penguin gab alles zurück. Die kleine verrückte Elster wurde zur Lebensgefährtin und Zuhörerin von Sam. Penguin Bloom verwandelte das Selbstmitleid einer Familie in eine Offensive des Glücks. Man richtete einen Instagram-Account für Penguin ein und wunderte sich über die unglaubliche Resonanz. Als sich die ersten Verleger meldeten, war es nur ein kleiner Schritt aus dem Leben heraus in ein Buch.

Der Profifotograf Cameron Bloom fand gemeinsam mit dem Autor Bradley Trevor Greive die passenden Worte zu den Bildern. Wobei die Philosophie des Instagram-Accounts nicht verändert wurde. Die Bilder erzählen nicht die Geschichte einer kranken Frau. Sie stehen für Penguin Bloom und die Lebensfreude, die dieser Vogel ins Haus brachte. Die Worte neben den Bildern verbinden beide Geschichten zu einem Bild, das unvergessen bleibt. Dieses Buch ist beschwingt und fröhlich, es ist zutiefst traurig und offen. Es ist hoffnungsvoll und wirkt wie ein tatsächlich greifbarer Silberstreif an einem Horizont, der zuvor wolkenverhangen war.

Penguin Bloom – Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete

Das Ende gehört Samantha Bloom. Sie wendet sich in einem bemerkenswerten Brief an alle Menschen, die ihr Schicksal teilen. Sie wendet sich an alle Menschen, die zum Umfeld von Betroffenen gehören. Sie spricht ungeschönt über ihre Ängste, ihre Scham, den Ekel vor sich selbst, den Hass gegenüber Menschen, denen es besser geht und in letzter Konsequenz über die wenigen Wege, die uns bleiben, Menschen wirklich helfen zu können, die durch ihre Querschnittslähmung aus dem Querschnitt des Lebens fallen.

Die wahre Geschichte endet nicht mit dem Buch. Die wahre Geschichte ist auch die Geschichte des Loslassens. Wir können weiter daran teilhaben, wenn wir dem Account von Penguin Bloompenguinthemagpie“ auf Instagram folgen. Die Blooms leben bei Sidney an einem Traumstrand. Samantha Bloom hat das Kajakfahren für sich entdeckt. Penguin Bloom verschwand, nachdem ihre Aufgabe erfüllt war, aber

Penguin Bloom – Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete

Zehn Prozent der Erlöse aus dem Verkauf des Buches gehen an Organisationen wie Wings for Life, die sich der Erforschung von Rückenmarksverletzungen und der Suche nach Heilmethoden verschrieben haben. Diese Rezension kann man auch hören!

Penguin Bloom – Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete – Die Rezension fürs Ohr

Wer „Penguin Bloom – Der kleine Vogel, der unsere Familie rettete“ gelesen hat, kommt an „Wieder fliegen lernen – Meine Geschichte“ nicht vorbei. Wer sich traut, diesen Weg gemeinsam mit den Camerons zu gehen, wird literarisch und menschlich reich belohnt. Wer Klartext verträgt und auf beschönigendes Beiwerk verzichten kann, wird hier fündig, wenn es darum geht, das eigentlich Wichtige im Leben zu finden. Und wer sich schon damals unsterblich in die kleine australische Elster Penguin Bloom verliebt hat, findet hier die berührende Fortsetzung dieser Liebeserklärung.

Wieder fliegen lernen von Sam Bloom - Astrolibrium

Wieder fliegen lernen von Sam Bloom