Ein Besuch bei Anne Frank – Amsterdam 2019

Alles über Anne - Ein Besuch im Anne Frank Haus - AstroLibrium

Alles über Anne – Ein Besuch im Anne Frank Haus

Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer des Holocaust gehören für mich zu den wichtigsten Orten, um sich mit der Vergangenheit auseinanderzusetzen. Direkt vor der Haustür liegt die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau. Ich bin regelmäßig dort. Nicht immer alleine, jedoch immer aus gutem Grund. Erlebnisberichte und aktuelle Bücher veranlassen mich immer wieder, dort auf Spurensuche zu gehen.

Der Schmerz“ von Marguerite Duras
Der Umweg von Luce d´Eramo – Eine Faschistin unter Nazis
Der Finsternis entgegen von Arne Molfenter und Rüdiger Strempel

Weitere Gedenkstätten, die mich begleiten sind die des ehemaligen KZ Flossenbürg, das alte jüdische Ghetto in Prag und der jüdische Friedhof des Benediktinerklosters St. Ottilien. Orte, die mir zeigen wie wichtig es ist, Erinnerungen aufrecht zu halten und gegen das Vergessen anzukämpfen. Wobei es gerade die Gedenkstätten der KZs sind, die von großer Bedeutung sind, weil gerade hier das Erinnern an die Opfer ausgelöscht werden sollte. So, wie sie selbst ausgelöscht wurden. In ihren Dimensionen unfassbar und in der Relevanz für die heutige Zeit ungebrochen. Es gibt allerdings auch die ganz unscheinbaren und kleinen Gedenkstätten. Das fängt bei Stolpersteinen an, setzt sich beim verweigerten Hitlergruß in der Münchener Drückebergergasse fort und führt zu Grabstätten, Inschriften und dem ganz individuellen Gedenken. Todesmarsch-Denkmal und Holocaust-Mahnmal sind hier indirekte Gedenkstätten. Neutral gewählte Orte. Das unterscheidet sie…

Heute stelle ich mir die Frage, welche Wirkung eine Gedenkstätte hat, die gerade mal 50 Quadratmeter misst. Heute stelle ich mir die Frage, ob es mir gelingen wird, in diesen beengten Verhältnisse und einem zu erwartenden hohen Besucherstrom einen Punkt der tiefen inneren Konzentration zu finden, der mich den Menschen näherbringt, die hier zu Opfern wurden. Und ich frage mich, mit welcher Erwartungshaltung ich jetzt einen Ort betrete, der auf der ganzen Welt bekannt ist, weil er als Versteck diente. Bis diejenigen, denen der Ort Zuflucht gewährte, verraten, deportiert und ermordet wurden. Lesend habe ich mich den Menschen, die sich hier verbargen, intensiv angenähert. Es waren zwei Jahre und ein Monat. Es waren 50 Quadratmeter. Es waren acht Menschen und sie waren hermetisch von der Umwelt abgeschottet. Es ist noch heute DIE Adresse des inneren Widerstands gegen die Nazi-Besatzer in den Niederlanden.

Das Anne-Frank-Haus. Prinsengracht 263. Amsterdam.

Das Tagebuch von Anne Frank ist mein Wegbegleiter. Die Innenansichten aus ihrer Feder beschreiben den Ort so, als hätte man sich selbst hinter der Tür versteckt, die an ein prall gefülltes Bücherregal erinnerte. Ihre Beschreibung der Lebensumstände in der Wohnung ist so lebendig, als würde man nach Hause kommen. Ich versuche mich nun dem Hinterhaus zugleich von mehreren Seiten zu nähern. Ich möchte Außenansichten hinzufügen. Ich weiß vom Kastanienbaum im Innenhof. Anne hat ihn täglich vor Augen gehabt. Er war draußen, sie gefangen im Inneren. „Anne Frank und der Baum“ ist ein Buch, das nicht nur diese Geschichte erzählt. Ich trage es im Herzen, weil es zwar den Baum nicht mehr gibt, seine unzähligen Samen jedoch die Zeit überdauert haben.

Ein Buch begleitet mich nach Amsterdam. Alles über Anne – Das Leben der Anne Frank von Menno Metselaar und Piet van Ledden, herausgegeben in Zusammenarbeit mit dem Anne-Frank-Haus und erschienen im Carlsen Verlag. Dieses Buch wartet nun schon seit geraumer Zeit darauf, dass ich mich endlich auf den Weg mache. Es ist eine bebilderte und illustrierte Auseinandersetzung mit Annes Franks Lebensgeschichte, den Rahmenbedingungen und einer Zeit, in der wir nicht mit einem deutschen Mädchen mit jüdischen Wurzeln hätten tauschen wollen. Dieses Buch beantwortet alle Fragen. Es ist so gestaltet, dass junge Leser einen sehr guten Überblick über die Situation, das Haus, das Leben vor, im und nach dem Krieg und die bedrückende Enge erhalten, in der sich acht Menschen zwei Jahre lang vor der Verfolgung zu retten versuchten. 

Es sind nicht nur die emotionalen und empathischen Texte, die hier überzeugen. Es sind aufklappbare Zeittafeln, Haus- und Zimmerpläne, Informationen zum Leben im besetzten Land, zum Verlauf des Krieges und insbesondere zu den Menschen, die sich hier versteckt hielten. Für jüngere Leser sind motivierend eingeflochtene Fragen in den Text eingebaut. Verständnis wird zu Wissen. Wissen wird zu einer massiven Mauer im eigenen Kampf gegen Ausgrenzung. Und doch ist dieses Buch kein Sachbuch, weil es alles beschreibt und erklärt, nur keine Sachen. Und, wenn ich von jungen Lesern rede, dann schließe ich die ältere Zielgruppe nicht aus. Für mich ist dieses Buch der perfekte Wegbegleiter für einen Besuch in Amsterdam. Und nicht nur das. Auch das Verfestigen der vielleicht flüchtigen Eindrücke eines solchen Besuches gehört zum Portfolio dieses Buches.

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Die Eintrittskarten liegen schon lange in der Reisemappe. Nur online kann man sie bestellen. Nur mit einem zeitlichen Vorlauf von fast zwei Monaten hat man die Chance, sich Tag und Uhrzeit des Besuches auszusuchen. Der Strom der Menschen, die jeden Tag das Anne-Frank-Haus besuchen steigt stetig. Zeichen der Verunsicherung in einer Zeit des wieder erstarkenden braunen Gedankenguts. Anzeichen, dass Menschen auf mehreren Ebenen erleben, lesen und sehen wollen, um umfassend zu verstehen. Wir haben uns für einen Montag entschieden. In der Mitte unseres Urlaubs in Holland. Wir betreten das Haus mit gemischten Gefühlen. Allzu wach ist meine Erinnerung, in Prag angesichts tausender Namen deportierter Juden, Arm in Arm mit meiner Tochter Lena vor Gedenktafeln zu stehen, die neben den zahllosen Opfernamen Orte wie Dachau als Ziele für die Transporte verzeichneten. Die Juden in Prag verband vieles mit ihren verfolgten Leidensgenossen in Amsterdam. Angst wohl an erster Stelle.

Jetzt hier vor dem Anne Frank Haus zu stehen, ist ein anderes Gefühl. Es ist nicht leicht, sich emotional in den Besuch fallenzulassen. Zu viele Menschen haben sich hier eingefunden. Zu organisiert wirkt die sich viertelstündig aufbauende Warteschlange und zu unwirklich scheint der Gedanke zu sein mit einer Gruppe von Menschen ins Haus zu gehen, die größer ist, als die Gruppe der Versteckten damals war. Audioguides werden verteilt, Eintrittskarten kontrolliert, die Schlange setzt sich langsam in Bewegung und ich erwarte schon, am Ausgang anzukommen, ohne Anne Frank wirklich nahe gekommen zu sein. Und dann passiert es doch. Es kommt der Moment vor den eingeritzten Linien am Türrahmen, die zeigen, wie sehr Anne im Versteck gewachsen ist. Hier ist es sehr ruhig und die Gefühle schlagen zu. Nicht nur bei mir. Auch Lena fühlt, dasss hier Eltern und Kinder gelebt haben. Augenscheinlich ganz normal, aber doch unter Lebensgefahr.

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Diese Gefahr ist spürbar, Verdunkelte Räume, spartanische Einrichtung, Privatsphäre Fehlanzeige. Die Angst vor Entdeckung wird greifbar. Und draußen geht das Leben für die Besatzer und die nicht Verfolgten weiter. Ich muss zugestehen, dass ich mich bald vom Audioguide getrennt habe. Ich brauchte keine Informationen. Ich wollte fühlen, wo das Tagebuch der Anne Frank entstand. Das Buch „Alles über Anne“ ist im Museum omnipräsent. In vielen Sprachen liegt es aus und im Nachhinein muss ich sagen, dass es Besucher jeden Alters perfekt auf dieses besondere Gedenkstätte vorbereitet. Es ist auch danach sehr wichtig. Das sah ich am Abend in unserem Ferienhaus. Hier schrieb Lena ihre Gedanken nieder. Für Anne. Begleitet vom Buch, ein paar Porträt-Karten und den Fotos, die sie selbst gemacht hat. Der Tag bleibt im Gedächtnis. Tief.

Es sind Orte wie dieser, die es zu entdecken gilt, um Geschichte greifen zu können. Es gibt noch mehr Orte, die vor mir / uns liegen, um jedes Vergessen zu verhindern. Es sind Orte wie das Erinnerungszentrum Westerbork. Die Kinder mit Stern wurden in dieses Durchgangslager im besetzten Holland verbracht (wie Anne Frank), bevor man sie in die KZs deportierte und ermordete. Es gibt viele Erinnerungsorte, die ich für mich selbst aufarbeiten muss. Ich werde viel reisen. Ich werde Euch davon erzählen und ich werde nach weiteren Büchern gegen das Vergessen suchen, die mich begleiten. Vielen Dank für Eure Grüße an Anne, die ich mitnehmen durfte. Danke fürs Lesen. Und, wenn Ihr mögt, folgt meinen Spuren in Bücher, die sich mit diesem faszinierenden Mädchen und ihrem Schicksal beschäftigen. Es ist nie zu spät für Anne Frank.

Hinterhaus – Die Annäherung an einen Romanentwurf

Anne Frank - Liebe Kitty - Ihr Romanentwurf in Briefen - AstroLibrium

Ein Romanentwurf

Die Entstehungsgeschichten großer Romane sind oft ganz eigene Geschichten. Sie sind geeignet, eigene Bücher zu füllen, weil sie so spannend sind, wie die erdachte Erzählung selbst. Sie zeugen von der kreativen Energie, dem Wagemut und der Liebe zum geschrieben Wort, die aus einer Idee einen guten Roman entstehen lassen. Es ist oftmals ein steiniger Weg von der Initialzündung bis zur Schlussfassung eines Romans. Am Ende des Schreibens ist der Leidensweg vergessen. Die Isolation, der Verzicht und das Entsagen treten in den Hintergrund und stolze SchriftstellerInnen erheben sich wie ein Phoenix aus der Asche, um ihr Werk zu präsentieren. Der Applaus der Leser, eine gute Rezeption in der Presse und positive Rezensionen sind der wahre Lohn am Ende eines Schaffensprozesses, der Spuren hinterlassen hat.

Ein Roman ist für mich immer an seine Entstehungsgeschichte gebunden. Er ist niemals losgelöst vom situativen Kontext und der Lebenssituation seines Verfassers zu betrachten. Die Seele von SchriftstellerInnen, die sie umgebenden Universen und eine Umgebung, in der das Schreiben erst möglich wurde, werden hier zu den Ingredienzien einer lesenswerten Geschichte. Ich liebe diesen Blick hinter die Kulissen eines Romans und genieße es in die Welt der WortschöpferInnen einzutauchen, weil ich auf diese Art und Weise besser verstehen kann, was sie mir erzählen wollen. Ihre Berufung wird zu meiner Leidenschaft. Heute beleuchte ich die besondere Entstehungsgeschichte eines Romans. Ich möchte von einer Schriftstellerin erzählen, die vom Wunsch einen Roman zu schreiben angetrieben wurde. Sie ist weltbekannt, aber ihren Namen verrate ich erst später.

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Ein Romanentwurf

Man kann sie schon als Außenseiterin bezeichnen. Nicht, dass sie sich diese Rolle selbst ausgesucht hätte, aber manchmal wird man einfach an den Rand gedrängt. Das schärft die Perspektive und setzt kreative Kräfte frei, die vielleicht niemals ans Licht der Welt gekommen wären. Sie lebte zurückgezogen, fast sogar isoliert, umgeben von nur wenigen vertrauten Menschen, die ihr nur wenig Privatsphäre ließen. Und doch gelang es ihr, über Jahre hinweg ein Manuskript zu entwickeln, aus dem später ein Bestseller werden sollte. Und doch war das Resultat ihres Schreibens nicht so ausgefallen, wie sie es sich erhofft hatte. Die Schlussfassung ihres Werks unterschied sich deutlich von der Vision, die sie vor Augen hatte, als sie ihr umfassendes Manuskript neu sortierte, einer Straffung unterzog und Streichungen vornahm, weil ihre frühen Aufzeichnungen nicht in das endgültige Werk einfließen sollten.

Auf die Idee, dies zu tun, kam sie durch eine Radiosendung. Ein Minister rief dazu auf, alle privaten Briefe und Tagebücher gut aufzuheben, damit sie in einer hoffentlich friedlichen Zukunft die Geschichte seines Landes und der Menschen erzählen könnten. Der Wunsch des Politikers basierte auf Veränderungen, die sich gerade abzeichneten, sich jedoch noch nicht konkret ausgewirkt hatten. Die Zukunft im Blick. Teil der eigenen Geschichtsschreibung zu werden. Das klang gut. Besonders für das junge Mädchen, in dessen Aufzeichnungen sich seit zwei Jahren so viel Energie freigesetzt hatte. Ja, sie wollte alles aufheben. Teil der Zukunft werden und aus ihrem Manuskript einen Roman herausfiltern, der von der Welt gelesen werden sollte.

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Ein Romanentwurf

Ein Briefroman sollte es werden. In der Unmittelbarkeit der direkten Rede und in der persönlichen Ansprache an fiktive Menschen lag ihre Stärke. Sie, die seit Jahren keine Post mehr bekommen hatte, kompensierte in ihrem Schreiben nicht nur das Fehlen von sozialen Kontakten, sondern öffnete sich für alle Menschen, die in der Lage waren, sich in die Rolle der Adressatin dieser Briefe zu versetzen. Eine brillante Idee. Also blätterte sie in ihrem Manuskript zurück, strich allzu ungelenke und jugendliche Passagen, setzte einen Schlussstrich unter eine gerade aufkommende Liebesbeziehung und beginnt frei im Herzen und motiviert vom Radioaufruf den Roman ihres Lebens zu schreiben.

In knapp zweieinhalb Monaten verknappte sie ihr vorheriges Manuskript auf 215 Seiten, blieb dabei aber eng an den Texten, die sie für ihren Roman auswählte. Heute kann man dies an den Datumsangaben der Briefe ablesen, die sie ohne Änderungen in die Schlussfassung übernahm. Die Briefe an ihre Freundin, die den Kern ihres Romans bildeten, blieben Teil eines groß angelegten Tagebuches, das im Geheimen entstehen musste. Der Krieg spielt eine große Rolle, die Besetzung des Heimatlandes und die um sich greifende Entrechtung von Menschen. Jene äußere Bedrohungssituation wird zum geschlossenen Erzählraum, dem man sich nicht entziehen kann. Die Zeit schien Druck auf die junge Autorin auszuüben. Auch in der endgültigen Fassung des Romans wirken manche Briefe noch ein wenig ungelenk, aber sie verraten bereits jetzt viel vom Talent der aufstrebenden Nachwuchsautorin.

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Ein Romanentwurf

„Das Hinterhaus“. Ihr Arbeitstitel für einen Roman, der uns an die Seite eines jungen Mädchens trägt, die in einem Versteck auf Befreiung hofft. Ein Mädchen, das umgeben von wenigen vertrauten Menschen in einem hermetisch verschlossenen Versteck in der täglichen Angst vor Entdeckung lebt. Ein klaustrophobischer Erzählraum, in dem es gilt Ruhe zu bewahren und unsichtbar zu bleiben. Hier öffnet die junge Autorin ihrer fiktiven Freundin ihr Herz und beginnt ihre Lebensgeschichte zu erzählen. Wir erfahren auf die unmittelbarste Art und Weise alles, was in dieser lebensbedrohlichen Situation in dieser jungen Frau vor sich geht. Ängste, Zweifel, Hoffnung, Träume und Fantasien schlagen sich aus dem Versteck bis zu unseren Herzen durch und bleiben haften. Am Ende hat man das Gefühl, in einer Zeitschleife wieder am Angang angelangt zu sein. Abrupt und unvermutet endet der Roman an der Stelle des Manuskripts, an der das Mädchen zum ersten Mal von der Idee schreibt, aus dem Tagebuch einen Roman zu extrahieren. 

Mittwoch 29. März 1944
Liebe Kitty,

Stell Dir mal vor, wie interessant es wäre, wenn ich einen Roman über das Hinterhaus herausbringen würde; allein vom Titel her würden die Leute denken, es sei ein Detektivroman. Aber jetzt im Ernst. Es muss ungefähr zehn Jahre nach dem Krieg schon komisch wirken, wenn wir erzählen, wie wir als Juden hier gelebt, gegessen und geredet haben. Auch wenn ich Dir viel von uns erzähle, weißt Du nur ein ganz kleines bisschen von unserer Geschichte.

Deine Anne

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Anne Frank – Liebe Kitty – Ihr Romanentwurf in Briefen

Ihr Name: Anne Frank. Ihr Geburtstag der 12. Juni 1929, also heute vor 90 Jahren. Verraten und entdeckt im Hinterhof des Hauses an der Prinsengracht 263, Amsterdam, am 4. August 1944. Mit ihren Eltern ins Lager Westerbork verbracht, nach Auschwitz deportiert, von dort ins KZ Bergen-Belsen verlegt. Verstorben: im Februar oder Anfang März 1945, nur einen Monat vor der Befreiung des Konzentrationslagers durch britische Truppen.

Verzeiht mir, dass ich jetzt ein wenig angegriffen bin. Ihr Tagebuch ist seit Jahren einer der wichtigsten Wegbegleiter im Lesen und Schreiben gegen das Vergessen der Opfer des Holocaust. Anne Frank nimmt einen wichtigen Platz in meinem Leben und in meiner Auseinandersetzung mit Ausgrenzung und systematischem Genozid ein. Ja, ich fühle mich ihr verpflichtet. Nun, zu ihrem Geburtstag ein Buch in Händen zu halten, das ihr den größten Wunsch ihres jungen Lebens erfüllt, ist ein ganz besonderes emotional zu nennender Moment.

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Anne Frank – Liebe Kitty – Ihr Romanentwurf in Briefen

Anne Frank Liebe Kitty. Ihr Romanentwurf in Briefen“ entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Secession Verlag und dem Anne Frank Haus in Amsterdam. Übersetzt wurde das Buch aus dem Niederländischen von Waltraud Hüsmert. Mit einem Essay von Waltraud Nussbaum, Literaturwissenschaftlerin und damalige Schulfreundin von Anne Frank. Nie zuvor wurde dieser Roman aus ihrem gesamten Tagebuch editiert und als eigenständiger Text veröffentlicht. Zu ihrem 90. Geburtstag schließt sich jener Kreis, der durch nationalistische Rassisten für immer zum Schweigen gebracht werden sollte.

Liebe Anne. Ein großartiger Roman. Prädikat: Besonders lesenswert. Ein Fixstern am Firmament der nie verlöschenden Literatursterne in der kleinen literarischen Sternwarte. Und jetzt zitiere ich zum Ende dieses Artikels einen meiner Lieblingsschriftsteller David Foster Wallace:

„Weinen Sie ruhig, ich verrat`s schon nicht…“

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Anne Frank – Liebe Kitty – Ihr Romanentwurf in Briefen

Ich werde das Anne Frank Haus in diesem Jahr besuchen. Amsterdam stand schon lange auf der Wunschliste der wichtigen Reiseziele. In Gedanken werde ich Euch ganz einfach mitnehmen. Alleine schaffe ich das nicht. Ich werde berichten. Gerne könnt ihr mir Grüße und Geburtstagswünsche für Anne Frank in den Kommentaren hinterlassen. Ich werde sie bei mir haben, wenn ich das Hinterhaus betrete…

Folgt mir in die Prinsengracht. Mein Artikel zum Besuch im Anne Frank Haus.

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Alles über Anne – Ein Besuch – Anne Frank Haus

Anne Frank Liebe Kitty – Ihr Romanentwurf in Briefen / dt. von Waltraud Hüsmert / 208 Seiten / Secession Verlag / Nachwort von Prof. Dr. Laureen Nussbaum / 18 Euro

Weitere Artikel zu Anne Frank und zum Holocaust in meiner kleinen literarischen Sternwarte. Zum Beispiel „Kinder mit Stern„. Lesen Sie gut.