Heiligabend in der kleinen literarischen Sternwarte

Ein besonderes Weihnachtsfest

Ein besonderes Weihnachtsfest

Der Heiligabend in der kleinen literarischen Sternwarte wird wohl so gefeiert, wie ihr das auch von euch zuhause kennt. Der letzte Atemhauch der Vorbereitungen hat sich gottlob in Wohlgefallen aufgelöst, die Geschenke sind liebevoll eingepackt und alle warten schon sehnsüchtig auf die Familienrituale an diesem ganz besonderen Tag. Es ist vielleicht auch die Zeit für eine Rückschau auf vergangene Weihnachten, Gedanken an Menschen, die nicht mehr unter uns weilen oder ganz einfach das Schwelgen in den immer präsenten Kindheitserinnerungen, das uns unter dem Tannenbaum selbst wieder zu Kindern werden lässt.

So begehen wir unser heiliges Fest. Es geht uns gut. Soviel ist sicher. Wir genießen unsere Fünfsamkeit, die sich ständig zu erweitern scheint, je älter der Nachwuchs wird. Wir haben Glück gehabt in diesem Jahr. Das wollen wir festhalten und selbst mitwirken an der Stabilität dieses Gefüges. Wir sind gesund. Jetzt wieder und wir versuchen auch hier das Glück mit Händen zu greifen, weil wir wissen wie viel Glück wir hatten und wie knapp es in diesem Jahr war. Wir sind glücklich. Wir leben und fühlen.

Ja, so feiern wir unser Fest. Man darf sich in aller Bescheidenheit des Lebens freuen und die Tage genießen, in denen man gemeinsam das Staunen kultiviert. Wir schenken uns Aufmerksamkeiten, Zeit und kleine Gaben. Wir erfreuen uns an der Freude, die wir bereiten. Wir strahlen innerlich und sind im Lot. Balance ist schwer zu finden in solchen Tagen. Das Gleichgewicht zu halten oft noch schwieriger. Und doch ist es wichtig, sich klarzumachen, wie gut es uns geht.

Ein besonderes Weihnachtsfest - Unser Bruder Wolf

Ein besonderes Weihnachtsfest – Unser Bruder Wolf

Sorgen gibt es. Ja. Wo nicht? Da ist ein Hund, der unser Leben seit Jahren hütet und mit scheinbar letzter Kraft das Eigene bewahrt. Jetzt haben wir zu hüten und zu wachen und darauf zu achten, dass er Teil unserer Herde bleibt. Aber er ist da. Das kann man feiern. Man muss es sogar. Wir haben dieses Glück und halten es fest. Für Flöckchen. Und sonst? Was lässt mich zweifeln, bangen, verzagen? Nichts derweil! Das Jammern scheint so leicht in diesen Tagen. Alles ist schlecht und andere sind schuld. Die eigene Haustür bleibt ungekehrt. Nur andere sind im Fokus. Entweder voller Neid oder gar voll Hass. Weil andere eben anders sind.

Wir haben Glück. Wir sehen es anders. Gutmenschen sind so. Ich lasse mich gerne so beleidigen. Es gibt schlimmere Worte in diesen Tagen. Ich halte mich an den beiden Wortstämmen fest. Gut und Mensch. Mehr will ich nicht. Ich will und kann die Welt nicht verändern. Ich kann nur wachsam bleiben und darauf achten, dass die Welt nicht mich verändert. Besinnliche Weihnachten kann nur feiern, wer sich besinnen mag, den Sinn sucht und nicht verzweifelt, weil er sich so gut versteckt. Ich habe Glück. Ich habe einen Sinn.

Die Fluchten in die Literatur sind wichtig in diesen Tagen. Hier kann ich Reize wohl dosieren und dafür sorgen, dass sie mich nicht überfluten. Hier kann ich festhalten, was für mich wesentlich ist. Ich kann gute Gedanken kultivieren, pflegen, hüten und wahren. Ich kann weitergeben, was mir wichtig ist und tief in mir drin nach Wurzeln suchen, die ich mit dem neu Erlesenen verbinden kann. Das Fundament ist stabil, die Wurzeln sind fest und ein Entwurzeln steht nicht auf dem Plan.

Ein besonderes Weihnachtsfest

Ein besonderes Weihnachtsfest

Es geht mir gut. Ich habe Glück.

Ist es nicht das, was man sich ganz im Geheimen einmal zugestehen sollte? Ist es nicht das, was erst Kraft verleiht, dorthin zu blicken, wo es anders ist. Muss man selbst nicht völlig frei von falschen Gefühlen sein, um da zu helfen, wo es wichtig scheint? Ich habe nur für mich einen Weg gefunden. Kein Patentrezept. Ich mag mit einem Lächeln in die Welt gehen und dann bewegen, was zu bewegen ist. Doch wenn die eigenen vier Wände nicht in Frieden leben, was soll ich dann da draußen? Die Augen kann man nur offen haben, wenn man sie vor sich selbst nicht verschließt.

Heute ist Weihnachten. Ein Grund zum Feiern. Ein Tag zum Sammeln und die Stunde für die Seele, ganz gemütlich zu baumeln. Ich ruhe tief in mir. Ich habe alles, was mein Herz begehrt. Ist das so falsch, sich das in diesen Stunden einzugestehen? Hier bin ich meine eigene Tankstelle, mein eigener Kraftraum, meine eigene Solarzelle. Im Jammer liegt kein Potenzial. Zuversicht gibt Kraft und Hoffnung verleiht Flügel. Ich pflege diese Gedanken gerade heute. Bescheiden und doch glücklich. Die Momentaufnahme gönne ich mir von Herzen.

Nur auf der Basis meines Glücks bin ich in der Lage zu erkennen, wie wichtig es doch ist, nichts als selbstverständlich hinzunehmen. Ich wünsche euch ein sehr glückliches und zutiefst friedliches Weihnachtsfest im Kreise eurer Lieben.

Ein besonderes Weihnachtsfest - AstroLibrium

Ein besonderes Weihnachtsfest – AstroLibrium

Ein wenig Glück mag ich noch weitergeben, bevor das Jahr sein Ende findet. Bis zum 26. Dezember habt ihr noch Zeit, das 24-teilige literarische Rätsel der kleinen literarischen Sternwarte zu lösen und ein Buch-Starterpaket 2017 zu gewinnen.  

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8 Gedanken zu „Heiligabend in der kleinen literarischen Sternwarte

  1. Lieber Arndt,

    ich wünsche dir von Herzen schöne, besinnliche Weihnachten und sende dir ganz viele Grüße aus der schönen (im Moment leider recht nassen) Eifel in deine kleine Sternenwarte!

    Kommt gut ins neue Jahr.

    Ganz viele liebe Grüße,

    Vanessa

  2. Lieber Flocke, pass gut auf dich auf und lass auch deine Familie gut auf dich aufpassen. Denn du bist für deine Lieben so wichtig wie ich für die meinen. Deshalb meistern wir beider auch das neue Jahr, auch wenn wir nicht mehr die Jüngsten sind.
    Viele Grüße von deiner Pauli

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