Der Tag des Tagebuchs in der kleinen literarischen Sternwarte

Tag des Tagebuchs in der kleinen literarschen Sternwarte

Tag des Tagebuchs in der kleinen literarschen Sternwarte

„Ein Tagebuch schreiben ist fotografieren mit einem Bleistift.“

Eigentlich gleicht es ja einem Sakrileg, fremde Tagebücher zu lesen. Und doch tun wir es ohne Unterlass. Die geschichtliche Aufarbeitung der Vergangenheit greift immer wieder auf Tagebücher zurück, die eigentlich in der Hoffnung verfasst wurden, dass die Zeilen, die ihnen anvertraut wurden, absolut geheim bleiben. Gerade deshalb sind sie im Bereich der Quellenforschung so wertvoll. Ohne die Tagebücher der großen und kleinen Zeitzeugen geschichtlicher Epochen wären wir heute nicht in der Lage, fast live und unmittelbar, frei von Zensur ihren Schreibern über die Schulter zu schauen.

Tagebücher sind handschriftliche Zeitmaschinen, die in ihrer unmittelbaren Wirkung auf den Leser wirken, der dann doch mit zumeist etwas komischen Gefühl in den Seiten versinkt, die er niemals hätte zu Gesicht bekommen sollen. Hätte Anne Frank geahnt, wie viele Menschen auf der Welt sich durch ihr Tagebuch bewegen, sie hätte wohl das ein oder andere Bekenntnis ihres Lebens anders formuliert.

Hätte die Dame Sei Shōnagon vermutet, dass auch wir heute unser Haupt auf ihrem sagenhaften Kopfkissenbuch betten, sie wäre wohl vorsichtiger gewesen mit ihren faszinierenden Schilderungen vom japanischen Kaiserhof. Diese hermetisch versiegelte Welt ließ es nicht zu, dass Nachrichten bis zum gemeinen Volk vordrangen. Und doch haben ihre Zeilen, Weisheiten und Beschreibungen mehr als tausend Jahre überdauert und reichen uns heute die Hand zu einer Reise in die Vergangenheit.

Tag des Tagebuchs in der kleinen literarschen Sternwarte

Tag des Tagebuchs – Das Kopfkissenbuch von Sei Shonagon

„Tagebücher sind mehr als ein innerer Monolog.“

Mein Lesen wäre nicht das Lesen, wie ich es heute liebe, wäre es nicht flankiert von den Tagebüchern, die in der Literaturgeschichte  als unverzichtbar gelten. Sie berichten noch heute von den verlorenen Schlachten in den großen Kriegen der Vergangenheit, ziehen uns mit ihren ungeschminkten Beschreibungen in ihren Bann und unterscheiden sich in vielen Facetten von den Beruhigungspillen namens Feldpostbrief denen ihre Schreiber nicht den wahren Schrecken anvertrauten.

Und wenn sie es wagten, wurden diese Passagen von der Zensur geschwärzt. Und so trauen wir uns immer wieder. Mit einem recht mulmigen Gefühl im Magen lesen wir, was eigentlich nicht für unsere Augen bestimmt war. Wir reisen in eine Zeit, die wir besser nur lesend bereisen und erleben Innenansichten von Menschen, die ihre Zeilen aus gutem Grund vor der Öffentlichkeit verbargen.

Wichtige Tagebücher meines Lesens sind:

Tag des Tagebuchs in der kleinen literarschen Sternwarte - AstroLibrium

Tag des Tagebuchs – Anne Frank und Ernst Jünger

Selbst Romane mit fiktionalen Tagebüchern berühren junge und alte Leser:

Natürlich gibt es noch viele weitere Romane, in denen Tagebücher eine wichtige Rolle spielen. Sie spielen mit ihren Lesern, sind geheimnisvoll und verbergen häufig den Schlüssel zum Verständnis der Story. Die Innenansichten von Protagonisten wirken auf diese Art und Weise wie Psychogramme ihrer selbst. Ein faszinierendes Thema in und zwischen den Zeilen. Ganz wie im wahren Leben, haben wir doch sicher alle schon mal begonnen, ein eigenes Tagebuch zu führen. Habt Ihr noch nie die folgenden Worte auf eine bisher unbeschriebene Seite eures Lebens geschrieben:

„Liebes Tagebuch…“

Heute ist der Tag des Tagebuches. Was für ein Zufall. Ich habe zwar jetzt nicht vor, ein echtes Tagebuch zu beginnen, aber ich möchte euch dazu verführen, vielleicht den ein oder anderen literarischen Gedanken in einem besonderen Tagebuch zu verankern. Dabei soll es gar nicht so sehr um Tagebucheinträge im ursprünglichen Sinne gehen, sondern viel eher um eine kleine Hommage an die Wegbegleiter unseres Lesens.

Tag des Tagebuchs in der kleinen literarschen Sternwarte

Tag des Tagebuchs – Holunderschwestern von Teresa Simon

Wäre es nicht eine schöne Idee, in regelmäßigen Abständen schöne Zitate aus dem Buch festzuhalten, in dem man gerade versunken ist? Wäre es nicht lustig, diese Zitate unter dem entsprechenden Tagesdatum später wieder bestimmten Lebensphasen oder Ereignissen zuordnen zu können, die mit ihnen in Verbindung stehen? So würde aus einem kleinen Tagebuch eine Symbiose aus dem wahren Leben und der Literatur, die uns auf Schritt und Tritt begleitet.

Ich stelle gerne dieses Tagebuch zur Verfügung. Ich beginne ebenfalls damit, von einem bestimmten Tag an, Zitate oder interessante Leitgedanken aus meinen aktuellen Büchern in mein Buch-Tagebuch einzutragen. Immer nur in kleinen Schritten und dann können wir uns austauschen und vielleicht auch die beiden Tagebücher austauschen und schauen, wo unsere Gemeinsamkeiten liegen. Wenn Du Lust auf dieses besondere Tagebuch-Projekt hast, dann kommentiere doch einfach diesen Artikel.

Und das ist die literarische Aufgabe:

Tag des Tagebuchs in der kleinen literarschen Sternwarte

Tag des Tagebuchs – Eines meiner Tagebücher – Ausschnitt von 1983

Ich suche Bücher, in denen Tagebücher eine Rolle spielen. Nenne Titel und Autor, verlinke vielleicht eine Rezension, die Du verfasst hast und am Ende der Aktion lasse ich meine Glücksfee entscheiden, wer mich begleiten darf. Seid dabei. Macht einfach mit. Der Tag des Tagebuchs ist der beste Tag, ein neues Projekt zu beginnen.

Einsendeschluss - Dienstag 14. Juni um 20 Uhr

Einsendeschluss – Dienstag, 14. Juni – Mitternacht

Die Glücksfee hat entschieden und Ronja Grage wird meine Tagebuch-Begleiterin. Es gilt nur noch herauszufinden, für welches der beiden Exemplare sie sich entscheidet. Das Tagebuch mit Anker und Steuerrad bietet die meisten Seiten, das mit dem Blatt die größere Fläche. Danke an Euch alle für die grandiosen Tipps und nun liegt es nur noch bei Ronja, eine wichtige Entscheidung zu treffen. It´s your choice.

Herzlichen Glückwunsch Ronja...

Herzlichen Glückwunsch Ronja…

Advertisements

30 Gedanken zu „Der Tag des Tagebuchs in der kleinen literarischen Sternwarte

  1. Oh, was für eine schöne Aktion. Besonders jetzt zu Beginn meines Lesesommers, den ich sowieso schriftlich begleiten wollte – vor allem die Woche in Salamanca.
    Mir fallen spontan einige Bücher ein. Aber Pauli meint ich soll „Die Frauen der Rosenvilla“ von Teresa Simon nehmen, weil ihr das so gut gefallen hat. Da werden ganze Familiengeschichten durch wieder aufgetauchte Tagebuchseiten enthüllt. Sehr tolles Buch! Unsere Rezension dazu ist hier: https://samtpfotenleserei.wordpress.com/2015/12/04/pelzige-lektuere-die-frauen-der-rosenvilla-von-teresa-simon/

  2. Ehrlich gesagt fällt mir da ganz spontan nur das Tagebuch der Anne Frank ein, aber ich werde noch mal nachdenken… Ah, siehst du, während ich hier tippe, fallen mir gerade noch die Kriegstagebücher von Astrid Lindgren ein (Ich glaube auf Deutsch heißen sie „Die Welt hat den Verstand verloren“) – ein sehr interessanter Einblick in den zweiten Weltkrieg aus einem Land, welches nicht direkt betroffen war. Eine Rezension habe ich noch nicht geschrieben. Ich habe das Buch allerdings auch im schwedischen Original und weiß nicht wie in der deutschen Übersetzung mit den Zeitungsausschnitten umgegangen wurde.
    Ich überlege aber noch mal weiter. Vielleicht fallen mir ja doch noch andere Bücher ein…

    • Aber das ist ein tolles Werk, denn Astrid Lindgren hat den Kriegen dieser Welt ihre ganz eigene Welt entgegengesetzt und gegen Dunkelheit und Angst angeschrieben. Für Kinder hat sie da viel bewegt…

  3. Jetzt hast Du mich kalt erwischt . Ich weiß, dass es in meinen Regalen neben dem Tagebuch der Anne Frank und Lenas Tagebuch noch andere Bücher – geschichtlich korrekt und auch fiktiv – gibt. Nur sticht mir gerade kein anderer Titel ins Auge. Dafür habe ich in zweiter Reihe eines wiederentdeckt.

    Ich habe ganz viele Jahre selbst Tagebuch geschrieben – da dürft ihr aber nicht lunzen! In den Kinderzimmern finden sich noch Gregs Tagebücher und die Dork Diaries. Sie sind lustig überspitzt und für die Kinder einfach toll.

    Mal sehen, wo sich noch so passende Exemplare verstecken….

    • Ha… Gregs Tagebücher sind ja wohl die legendärsten fiktiven Tagebücher, die heute in den Kinderzimmern leben und die Kleinen dazu animieren, selbst ihre erlebnisse aufzuschreiben.

      Die sind ganz groß…

  4. Ich habe einige, wirklich von der Optik her, oder ihrer Beschaffenheit, Notizbücher, die ganz laut schreien, dass sie ein Tagebuch meiner buchigen Erlebnisse sind 😉 Vielleicht sollte ich eher eins davon auswählen und es Dir/Euch gleichtun 😉 Ich muss mal in mich gehen…

    Wenn es um Bücher geht, in denen Tagebücher oder ein bestimmtes Tagebuch eine Rolle spielt, dann ist auch meins, was mich ja schon über die Hälte meines Lebens begleitet, das Tagebuch der Anne Frank. Ist einfach zu prägnant und prägend 🙂

    Wie gesagt, ich lasse mal meine bisher noch schlummernden Büchlein durch meine Hände gleiten…und wer weiß….vielleicht mach ich die Quereinsteigerin hier, ins Lesetagebuchführen!

  5. Ich wurde bei dir auf „Und was hat das mit mir zu tun“ von Sacha Batthyany aufmerksam. Wenn es da nicht um Tagebücher geht, dann weiß ich es nicht. Wie am Ende die handschriftlichen Aufzeichnungen von zwei Menschen miteinander kommunizieren, ohne dass sie sich in dieser Zeit des Massakers an den Juden begegnet sind, ist für mich der Grund, Tagebücher ganz genau zu lesen. Da hat echt niemand zensiert. Jetzt habe ich die ganze Zeit Tagebücher in Büchern im Kopf.

    • Das habe ich in meiner Auflistung ausgelassen in der Hoffnung, man findet dieses wichtige Buch, dass es ohne Tagebücher nie gegeben hätte. Eine unglaubliche Verbindung. Das ist wohl wahr.

  6. Tagebücher sind sehr oft Hüter von Geheimnissen. Sie sollten es bleiben, und auch die nächsten Verwandten dürften sie nicht lesen. Am besten ist es, wenn keiner von ihrer Existenz weiß. Die Tagebücher von Ernst Jünger warten dagegen darauf, gelesen zu werden. Sie gehören zur Literatur. Ob man sie mag oder auch nicht.
    Ich melde mich hier bloß mal als Neuzugang.
    Und nehme mir den Blog für später vor. Jetzt möchte ich noch auf die Tagebücher von Max Beckmann hinweisen:
    Max Beckmann, Tagebücher 1940 – 1950, erschienen 1955. Mit einem Vorwort von seiner Frau Mathilde Quappi Beckmann.
    Das Buch enthält für jeden Tag einen kurzen Eintrag, zum einen knappe Notiz über seine Arbeit, aber auch längere Passagen:
    Montag, 19. Oktober 1942. „Am Traum d. Soldaten“, und grün blaue holländische Landschaft.
    Äußerste Empfindung ist bereits Gestaltung, transzendent der Wille ist Genie, oder höchste Form der Seele.
    Beckmanns Bilder begleiten mich viele Jahrzehnte. Sie geben letztlich die gleiche Botschaft weiter wie sein Tagebuch. Sie sind konzentriert auf das Wesentliche, undi durchdrungen von einer unglaublichen Ausdruckskraft und Bedeutungsfülle.
    Herzliche Grüße
    cortin

    • Lieber Conrad, dieses Lebenszeichen ehrt mich sehr, besteht es doch aus mehr als hundert Worten, in denen ich derzeit tief versunken bin.

      Auf Max Beckmann bin ich nun sehr neugierig. Wie ich schon sagte, es gibt so viele Inseln, die ich noch zu erkunden habe.

      Auf ein baldiges Wiedersehen.

      Arndt

  7. Huhu Arndt,
    eigentlich wollte ich ja schon längst bei dir vorbeigeschaut haben, aber erst war ich vom Stau am Sonntag so geschafft… Und gestern hielt mich dann Smeralda Dina auf… Aber dazu gibt es nachher auf meinem Blog mehr… Smeralda wartet schon auf die Welt…
    Aber ich habe viel nachgedacht… Und ja Tagebücher faszinieren uns ungemein… Als Autor kann man so den Leser einen weiteren Teil der Geschichte nahebringen ohne ihn richtig erzählen zu müssen, man schafft eine Art Distanz oder bewirkt genau das Gegenteil davon… Tagebücher oder ähnliche Strukturen sind ein wunderbares Werkzeug, sei es im realen Leben oder „nur“ in der Fiktion… So habe ich in einer meiner selbstgeschriebenen Geschichten auf eine Art Internettagebuch zurückgegriffen. Es ist ein großartiges Medium das den Leser und Autoren gleichermaßen fasziniert…
    So lass uns an „Die Seiten der Welt“ denken, wo es ohne ein gewisses Tagebuch die bibliomantische Welt vielleicht gar nicht geben würde…
    „Das kastilische Erbe“ von Ulrike Schweikert beschäftigt sich mit dem Buch einer gewissen „La Caminata“… Wer den Roman von Ulrike zuende liest, wird erfahren, dass dieses Buch der „La Caminata“ eigentlich nichts anderes als ein Tagebuch ist… Egal welche Erzählform es angenommen hat… Die Freiheit des Tagebuchschreibers…
    In „Rabenherz“ von Anja Ukpai präsentiert die Autorin uns immer wieder kleine Schnipsel aus den Tagebüchern des Rabenlords, um uns so tiefer in die Vergangenheit ziehen zu können, obwohl wir eigentlich im Hier und Jetzt leben…
    Die kontrovers diskutierte Jugendbuchreihe „Changers“ beschäftigt sich nicht mit einem Tagebuch im herkömmlichen Sinne… Hier gibt es einen Chip unter der Haut, der alle Gedanken auffängt, die einem später bei der Entscheidung helfen sollen, in welchem Körper man sein Leben verbringen will… Eine Art Tagebuch, aber irgendwie auch nicht, da man sich zwar irgendwie Gedanken darüber macht, aber irgendwie auch nicht, was dieser kleine Chip aufzeichnet…
    Wenn wir schon bei Tagebücher der fiktiven Welt sind, sollte man Tom Riddles wohl nicht vergessen… Was wäre „Die Kammer des Schreckens“ ohne diesen Horcrux…?
    Und vor zwei Tagen beendete ich erst „Der geheime Zirkel – Gemmas Visionen“ von Libba Bray… Die erfährt wer sie wirklich ist, durch ein Tagebuch, das versteckt hinter einem Stein im Wald lag… Eine Vision hilft ihr es zu finden.
    In der großen Literatur der Wahrheit frage ich mich oft, wo beginnt ein Tagebuch und wo endet es…
    Für mich haben manche Bücher den Stellenwert eines Tagebuches, auch wenn es eigentlich Nacherzählungen sind… Wie „Wir Kinder von Bergen-Belsen“ oder „Ich habe den Todesengel überlebt“… „Der Junge auf der Holzkiste“… Für mich sind diese Bücher zwar keine Tagebücher in der herkömmlichen Art, da sie meist durch eine zweite Person aufgeschrieben wurden, aber dennoch sind es irgendwie meine Tagebücher im Regal…
    Und das Büchlein um das sich Jodi Picoults „Bis ans Ende der Geschichte“ dreht, ist für mich auch eine Art Tagebuch… Auch wenn ich nun wieder in der Fiktion bin… Für mich spielt es keine Rolle, womit sich ein Tagebuch füllt oder auf welche Art es genau entsteht…
    Ansonsten wäre das einzige „echte“ Tagebuch an meiner Seite das von Anne Frank… Und damit habe ich das Gefühl, würde ich den anderen Geschehnissen ihre Echtheit abtragen…

    So verlinke ich auch keine Rezension, da ich nicht wüsste welche hier vor den anderen stehen könnte…
    Ich glaube diese Nacht auf italienischen Gedenkseiten hat meinem Kopf interessante Ansichten vermittelt…

    • Vielfältig ist dein Ansatz. Vielfältig sind die Werke, die du anführst. Picoult stimmt definitiv. Eine tagebuchartige Verarbeitung im Zentrum des Romans. Und alle Erlebnisberichte gegen das Vergessen haben wir gemeinsam. Bleibt die Frage ob ein Tagebuch für dich reichen würde.

      • Vermutlich wären es schnell sehr viele Tagebücher… Weshalb ich bisher nie angefangen habe eins zu führen…
        Mal sehen, ob ich damit anfangen werde… Dann hätten die vielen Notizbücher mal eine sinnvolle Verwendung…

  8. Als nächstes will ich die Tagebuch Aufzeichnungen von Astrid Lindgren lesen. Der Untertitel ‚die Menschheit hat den Verstand verloren ‚ verspricht nicht nur Schönes, aber diese Frau war so vielschichtig, dass ich mir dafür Zeit nehmen will.

  9. Guten Abend mein Lieber,
    ich habe bereits am Sonntag diesen wundervollen Artikel gelesen und das tolle Notizbuch bestaunt! Jetzt sitze ich endlich mal am Laptop und kann auch kommentieren….
    Habe früher auch sehr viel Tagebuch geschrieben – inzwischen nicht mehr. Schreibe mir nur von Zeit zu Zeit mal etwas auf. Allerdings habe ich mich jetzt von einer Freundin anstecken lassen und führe so etwas ähnliches wie ein Hobonichi. Das macht sehr, sehr viel Spaß. Vor allem, da man sich da eher künstlerisch austobt und nicht immer etwas geschrieben wird….
    …so viele Tagebücher wurden schon genannt….
    ….mir fallen noch zwei Bücher ein, die zwar keine Tagebücher im klassischen Sinne sind, aber doch in die Richtung gehen. Zwei Bücher, die mich verzaubert haben, die mich berührt haben, mich traurig, nachdenklich, wütend und verständnisvoll gemacht haben. Zwei Bücher, die aus meinem Regal nicht mehr wegzudenken sind….
    Zum Einen ist das „Das Blubbern von Glück“ von Barry Jonsberg – eigentlich soll die 12-jährige Candice Phee nur einen kurzen Aufsatz über sich schreiben mit Ideen von A bis Z – doch sie nutzt diese Schulaufgabe auf eine unglaublich eindrucksvolle und ehrliche Art um aus ihrem Leben zu erzählen. So entstehen wunderbare Kapitel. 26 Stück – von A bis Z eben – in denen sie ihr Leben erzählt. Es wirkt wie ein Tagebuch…wahrhaftig, nah und zum größten Teil unglücklich…und das, obwohl Candice es sich zur Aufgabe gemacht hat möglichst alle Menschen glücklich zu machen….ein tolles Buch, welches inzwischen auch als Hörbuch in meiner Bibliothek zu finden ist! 🙂
    ….ein weiteres trauriges Buch ist „Love Letters to the Dead“ von Ava Dellaira…dort sind es viele Briefe an verstorbene Persönlichkeiten, in denen ein Mädchen ihre Geschichte erzählt. Ihre Geschichte nach dem Tod ihrer geliebten Schwester, den sie nicht verkraften kann…so stark und authentisch, laut und leise, einfach wundervoll. In einer ganz bezaubernden Sprache mit starken Sätzen, die nachhallen und im Gedächtnis bleiben. Definitiv das Buch mit den meisten Post-Its in meinem Regal! Ein Buch, das mich zum Weinen gebracht hat, zum Nachdenken und an manchen Stellen zum Schmunzeln gebracht hat. Oft war ich aber auch wütend und sauer, konnte einiges nicht nachvollziehen und habe sie doch verstanden. Klingt vielleicht komisch – ist aber so…
    …zwei Bücher, die unterschiedlicher nicht sein können – mir aber doch beim Thema Tagebuch gleich einfallen! Einmal ein Aufsatz – einmal viele Briefe…ganz intim und verletzlich…

    …jetzt habe ich doch viel mehr geschrieben, als ich eigentlich wollte und sitze schon seit 20 Minuten hier. Aber so ist das eben, wenn man von Herzensbüchern schwärmt! 🙂

    Danke für die Möglichkeit dir von diesen beiden Herzensbüchern zu erzählen….kennst du sie denn vielleicht schon?

    • Ganz intim und verletzlich… eine wundervolle Überschrift für das Lesen in Tagebüchern. die beiden Genannten kenne ich noch nicht, aber sie klingen nach tiefen und interessanten Lesestunden.

      Danke fürs Erzählen, ich habe dir gerne zugehört…

  10. Der Tag des Tagebuchs bei AstroLibrium:

    Die Glücksfee hat entschieden und Ronja Grage wird meine Tagebuch-Begleiterin.

    Es gilt nur noch herauszufinden, für welches der beiden Exemplare sie sich entscheidet. Das Tagebuch mit Anker und Steuerrad bietet mehr Seiten, das mit dem Blatt die größere Fläche. Danke an Euch alle für die grandiosen Tipps und nun liegt es nur noch bei Ronja, eine wichtige Entscheidung zu treffen. It´s your choice.

    Ronja, lass es uns bitte durch einen Kommentar wissen, für welches Tagebuch Du Dich entscheidest…

  11. Mir sind grade ein bisschen die Worte ausgegangen…
    Musste sie erst einmal im Wörterbuch wiederfinden…

    Ich freu mich wahnsinnig und obwohl mich die große Fläche reizt, habe ich mich doch fürs Steuerrad entschieden… Um mich beim manövrieren durch die Seiten zu unterstützen… sodass daraus ein Logbuch des Lesens werden wird…

    Und jetzt… Worte… fehlen… Freu mich…!

  12. Pingback: Der Nachlass Domenico Minettis von Dietmar Gnedt | AstroLibrium

  13. Pingback: „Mein geheimes Tagebuch“ von Klaartje de Zwarte-Walvisch | AstroLibrium

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s