Alles, nur keine Vorsätze – Mit Mr. Rail in ein neues Jahr

AstroLibrium - Alles nur keine Vorsätze

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Ein literarischer Jahresrückblick? Sicher nicht? Meine Liste der besten Bücher des Jahres? Nein! Jedes Buch, das in der kleinen literarischen Sternwarte in einem Artikel verewigt wurde, ist eines von ihnen. Mein Buch des Jahres? Nein, auch darüber werde ich nicht nachdenken. Ich mag mein Lesen 2015 nicht auf ein Ranking reduzieren. Ich mag nicht werten, weil ich das ganze Jahr über nicht gewertet oder verglichen habe. Ich werde nicht jetzt beginnen aufzulisten, weil sich Bücher nicht überlisten lassen.

Was also dann?

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Ein gutes Bücherjahr?

Zweifelsohne. In buchiger Hinsicht haben viele Schätze das Licht der Welt erblickt. Der Philosophie meiner literarischen Sternwarte folgend habe ich sehr viele neue Fixsterne am Bücherhimmel entdeckt und sie in der Sternenkarte meines guten Lesens verewigt. Ich habe sie in meinem Schaufenster ausgestellt und lege für jede einzelne dieser Empfehlungen meine Hand ins Feuer. Ein sehr gutes Jahr obwohl ja der Buchhandel beklagt, es habe ihn nicht gegeben. Den absoluten Bestseller des Jahres.

Das Buch, das die Menschen in die Buchhandlungen treibt. Jenes Werk, das man besitzen muss und ohne das man nicht weiterlesen kann. Zu unterschiedlich waren die Interessen der Leser. Zu selten hat es ein Roman geschafft, die Grenzen der Genres zu sprengen und allumfassend Literaturliebhaber an sich zu binden. Ich brauche ihn nicht. Den absoluten Bestseller des Jahres. Ich liebe die Vielfalt und lebe im Genre-Reichtum. Ich habe mich dem Buch verschrieben, das für mich geschrieben scheint. Und ich habe diese Bücher gefunden!

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Ein gutes Lebensjahr?

Mit Sicherheit. Geprägt von guten Freunden, Wegbegleitern, Gesundheit und der Bestätigung, dass all meine Entscheidungen richtig waren, kann ich dieses Jahr nur als gutes Jahr bezeichnen. Warum auch nicht? Ich neige nicht zum Jammern. Bescheide mich mit wenig und stecke meine Ziele nicht zu hoch. Ich liebe meine kleine Sternwarte, fühle mich hier zuhause und genieße mein Lesen in vollen Zügen. Und meine Freunde wissen, was sie mir wert sind. Das muss ich nicht scheiben. Ich versuche das täglich zu zeigen.

Vorsätze für das neue Jahr?

Eigentlich nein. Wer vorsätzlich handelt, steht im Sinne des Gesetzes schnell mit dem Rücken zur Wand und kann sich nicht mit Fahrlässigkeit rausreden. Also nein. Ich mag fahrlässig sein. Ich möchte mich ungezielt überraschen und mich von Büchern finden lassen, die ich heute noch nicht im Visier habe. Als literarischer Sternwärter habe ich die Konstellation am Bücherhimmel im Blick und kann einiges voraussehen. Aber auch hier bleibt das Überraschungselement entscheidend.

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Und doch habe ich Ziele.

Ich möchte den Kids in St. Alban ein treuer Lese- und Wegbegleiter bleiben. Zeit und Bücher schenken, das ist mir wichtig. Ich werde die Stimme erheben. Bei Literatur Radio Bayern und auch sonst im Leben. Ich freue mich auf zwei Buchmessen, die ich mir ohne gute Lebensfreunde nicht mehr vorstellen kann. Ich möchte schreiben. Nicht nur auf AstroLibrium. Schreiben über meine Sicht der Dinge und die Veränderungen in diesem Jahr. Ich werde viel schreiben und vielleicht ist es überraschend zu sehen, wo ich dann zu lesen bin.

Ich möchte mit Euch spielen. Und das im wahrsten literarischen Wortsinn. Was wir dazu brauchen, haben wir stets greifbar. Unsere Bücher. Lasst Euch überraschen, wie das Spiel aussehen wird, das wir gemeinsam im Internet, aber auch im richtigen Leben miteinander spielen werden. Verspieltheit und Kreativität. Ich denke, das passt zu uns und genau hier liegen unsere wahren Stärken. Es dauert nicht mehr lange, bis dieses kleine Geheimnis gelüftet wird und ich bin mir mehr als sicher, dass Ihr mit Herzblut folgen werdet.

Darüber hinaus möchte ich den „Campus Libris“, eine literarische WG unter dem Dach von AstroLibrium weiter ausbauen und gemeinsam mit den Herzensbloggern, die bisher dort eingezogen sind, die einzelnen Bereiche des Campus mit Leben füllen. Auch hier darf man gespannt sein, was die Power mehrerer kreativer Büchermenschen so auf die buchigen Beine stellen wird. Wir werden weiter wachsen, haben Zimmer frei und entscheiden gemeinsam darüber, wer unser Lesen zukünftig bereichern wird. Die Dynamik ist bereits spürbar, aber da ist noch ganz viel Luft nach oben. Wir haben erst begonnen.

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In meinem Schreiben und Wirken „Gegen das Vergessen werde ich versuchen, Bücher aufzuspüren, die leider zusehends den Buchmarkt überfluten. HoloKitsch habe ich sie genannt und sie sind recht leicht zu erkennen. Nachdem die meisten Zeitzeugen des Holocaust ihre Stimme nicht mehr erheben können, entdecken Autoren und Verlage das größte Drama der Menschheitsgeschichte als geeignete Kulisse für Romane, denen man dann auch noch das Gütesiegel „Gegen das Vergessen“ verleiht.

Diese Romane jedoch benutzen den Holocaust als reine Kulisse für Geschichten, die in ihrer Unwahrscheinlichkeit bahnbrechend sind. Das Szenario eines Todeslagers wird der Dramaturgie des Romans angepasst und verkitscht, mit Klischees angereichert und letztlich auf das Niveau einer niveaulosen Schmonzette heruntergezogen. Die Liebe zwischen Opfer und Täter wird hier unter Missachtung der realen Gegebenheiten immer mehr zum Romanstoff. Sich mit Überlebenden zu unterhalten kann da die Augen öffnen. Wer bei lebensbedrohlichem Hunger, unter Zwangsarbeit und unsäglicher Todesgefahr, bei fehlender Hygiene und voller Angst den Kopf frei hatte für amouröse Empfindungen gegenüber einem Nazi, der hätte Geschichte geschrieben. Einen Roman dazu braucht die Welt nicht. Er wird der Realität und den Opfern nicht gerecht.

Eva Mozes Kor sagte mir: „Ich habe alle Energie bebraucht, um zu überleben!“

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Ihr seht, es wird ein spannendes Bücherjahr und ich freue mich schon jetzt darauf, viele bekannte Autoren in meinem Lesen willkommen zu heißen, denen ich schon lange nicht mehr begegnet bin. Alessandro Baricco wird endlich wieder bei mir sein, Henry James wird literarisch wieder auferstehen und neue Autoren werden sicher ihre Spuren hinterlassen. Die endgültigen Abschiede von Günter Grass und David Foster Wallace reißen tiefe buchige Wunden, denen ich mich auf meine eigene Art und Weise stelle. Ich lasse sie nicht verheilen. My way.

Ich danke Euch für die Wegbegleitung und kann es kaum erwarten, einige von Euch auf den zwei großen Buchmesse zu treffen. Wir machen aus dem Jahr 2016 eines der literarischsten und unterhaltsamsten Jahre unseres Lebens. Darauf freue ich mich so sehr. Vieles macht mich sehr zuversichtlich, dass uns dies gemeinsam gelingen wird. Ich wäre bereit. Und wenn es nach mir geht, könnten wir eigentlich loslegen. Gut, Euch hier zu haben und eines der tollsten Gefühle der Welt, von wichtigen Menschen durch diese Welt getragen zu werden.

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Grüße dürfen und müssen sein… Also müsst Ihr da noch durch. Ich grüße:

Meinen Buchhändler des Vertrauens Thomas Calliebe.
Meine Biotop-Blogger des Herzens Julia, Anja und Heike.
Meine wundervollen Mitbewohner im Campus Libris.
Meine zweite und innere Stimme, Kristina.
Alle Kids in St. Alban und Schwester Anna.
Mein Fenster zur Frankfurter Buchmesse, Cindy.
Meine Charlottegegen das Vergessen, Peggy Steike.
Alle Verlagsmenschen, die mir so viel Fahrwasser verleihen.
Meine buchgefiederte „zweimal im Jahr Auffangstation“, Karin.
Meine Herzensautoren, ohne die mein Himmel sternenlos wäre.
Das ganze Team von Literatur Radio Bayern um Dr. Uwe Kullnick.
Alle Eulenhüter und Beschützer der kleinen flatterhaften Wesen von Mrs. Rail.
Alle Büchermenschen, denen ich auf Buchmessen über den Weg laufen darf.
Und alle Leser dieser kleinen literarischen Welt, die mir täglich das Gefühl geben, auf dem richtigen Weg zu sein. Und nicht zuletzt auf ein tolles Jahr: Für Lili!

PS: All jene, die ich hier nicht namentlich erwähnt habe trage ich im Herzen!

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33 Gedanken zu „Alles, nur keine Vorsätze – Mit Mr. Rail in ein neues Jahr

  1. There’s nothing left to say.

    Tiefe Herzensworten rein aus der Seele gesprudelt. Wie man es nicht anders von dir kennt und wie man es mag!
    Ich freue mich sehr, auch 2016 an deiner Seite zu sein, wo ich doch 2015 an genau dieser beende.

    „Es kommt mir vor, als ob er entweder sich als einen Teil der Bücher oder die Bücher als einen Teil von sich betrachtete.“

    So das einleitende Zitat im Prolog in „Das Haus der 20.000 Bücher“. Und Epilog des Jahres soll es sein. Du bist nicht nur Bücherfreund, du lebst deine Bücher genauso sehr, wie du sie liebst. Du bist ein Teil von ihnen und hütest sie in deinem persönlichen Haus der Bücher, in der kleinen Sternwarte, auf deren Campus ich nur zu gern eingezogen bin und mich in meiner kleinen Bohemia eingerichtet habe.
    Auf 2016, ein besonderes und hoffentlich gutes Jahr!

    Mögen die Spiele beginnen ❤

    *pling*

  2. Ein toller Rückblick, ohne Ranking – so, wie ich es mag. Alles was es in das Herz geschafft hat, hat seinen Platz. Da sind Wertungen unnötig.
    Ich bin froh, dass wir uns über den Weg gelaufen sind. Auch wenn es erst zum Ende 2015 war, so haben wir 2016 noch komplett vor uns. Ich freue mich auf jedes Projekt, dass kommt und werde dich mit meiner Chaostruppe stets begleiten. Vor allem deine Zeit in St. Alban werden wir voller Freude beobachten.
    Ich wünsche dir und deiner Familie einen guten Start ins neue Jahr und hoffe für uns alle, dass es ein tolles Jahr wird.

    Liebe Grüße von Yvonne, Paulinchen, Moon und Paolo

  3. Und wieder mal Worte die aus dem Herzen ins Herz gehen! Man merkt das dein Herzblut darin steckt ! Ich freue mich weiter ein Teil davon erlesen zu können .Ich weiß schon jetzt das ich nächstes Jahr nicht so oft zum lesen komme und das aus eimen der schönsten Gründe der Welt,denn ich werde zum ersten Mal Oma ,aber ich weiß ich werde keinen buchigen Schatz verpassen,dafür sorgt ihr dann 🙂 Ich freu mich auf das nächste Jahr und bleib so ein Herzensmensch!!!! Liebe Grüße aus dem Nest von Wilma und Albert 🙂

  4. Pst…bin gerade nicht im Nestchen sondern auf Arbeit. Da lese ich so schöne Worte und werde auch noch namentlich genannt. Da schwillt mir ja das Gefieder vor Stolz. 😉

    Vorsätze habe ich nicht wirklich, weil ich eben auch ich bin ind sie sowieso kurzerhand über den Horstrand hinaus werfen würde. Nur folgendes möchte ich gern. Ich möchte regelmässiger bloggen und ich möchte ganz liebe Herzblogger wiedersehen. Aber letzteres klappte mit dir ja schon sehr gut in den letzten Jahren. Wir finden uns…

    Ganz liebe Grüße aus der Auffangstation.
    Karin

    • Da stellt es mir doch die Federn hoch…. freue mich, dass du diese Worte gefunden hast. Und bei der nächsten Messe wird es das Selfie mit der besten Jungfotografin der Welt geben. Versprochen… Wir finden uns 😉

  5. Da hast du tolle Worte gefunden.😉
    Danke für alles. Es war ein tolles Jahr mit dir und deiner sternenwarte.
    Freue mich schon auf das kommende Jahr und was uns hier alles erwarten wird.
    Verziehe mich jetzt an unser Fenster und verweilen dort. Ich Weiss genau.. gedanklich bist du dabei

  6. Möge 2016 das Jahr der Begegnung werden!!!
    Danke, für diesen einmaligen Rück- und Ausblick, der wieder mal zeigt, wie sehr dein Herz für die Literatur und deine Leser schlägt. Danke auch für die wundervollen Bücher, die sich durch dich in unsere Bücherregale und Herzen geschlichen haben. Du bist immer eine sichere Bank, auch wenn ich mal ein Buch verschenken möchte, das ich nicht selbst gelesen habe.

    Da ich im Herzen noch klein bin, freue ich mich besonders über die Ankündigung im nächsten Jahr mit dir spielen zu können. Das wird sicher ein großer Spaß! 😉

    Was bleibt zu sagen: 2016 kann kommen und mit dem neuen Jahr auch all die verrückten und genialen Sachen, die du dir bestimmt schon wieder ausgedacht hast.
    Danke – für dich und deine Worte!

  7. N`Abend….
    ….danke für deine Worte, dein offenes Ohr, deine offene Tür und das Zuhause, dass du nicht nur den Büchern, sondern auch uns hier gibst…Es ist immer wieder schön hier her zu kommen, eine Zeit zu verweilen, Spuren zu hinterlassen und sich hier ein wenig auszutauschen….wie du freu auch ich mich schon auf Leipzig 2016 – dieses Mal auf jeden Fall mit Julia ❤ …ein paar tolle, buchige Tage….hachz…was will man mehr? Obwohl bereits 2015 sehr buchig gewesen ist, denke ich 2016 wird noch besser….wieder soooo viele tolle Neuerscheinungen, Lesungstermine, Messeerlebnisse, die auf uns warten…ich bin gespannt und freue mich sehr darauf mit dir mitzugehen! 🙂 bin immer da und oft hier, wenn auch manchmal nur sehr still…
    …wünsche dir und deinen Lieben einen wundervollen Jahresausklang und von Herzen alles Liebe fürs neue Jahr! :*

  8. Lieber Arndt,

    Worte, die ganz tief unter die Haut gehen!

    Danke für ein wundervolles Jahr, in dem du viele von uns zueinander geführt hast, die vielen Eindrücke, die du mit uns geteilt hast und vor allem für deine Freundschaft. Bin ganz gerührt… Ich freue mich auf ein spannendes kreatives 2016 und lass mich gern von deinen Ideen überraschen bzw. mitreißen…

    Von Herzen

    Anja

  9. Worte zum Jahresende, wie sie schöner und treffender nicht sein Könnten. Aufessen Punkt gebracht und dabei berührt. Und wie immer zum Nachdenken angeregt.
    Wir freuen uns, Dich im nächsten Jahr zu „verfolgen“, den gefährlichen Menschen in Sachen Buch!!!
    Gut so – weiter so!!

    Spielen mit Worten – und natürlich Taten!
    Wir freuen uns – 2016 wir oberbuchig!

  10. Ich habe deine Worte gelesen, und ich verfolge auch im nächsten Jahr gern deine Projekte, deine Bücher, und deine Worte. Ich bin viel zu gerührt um passende Worte zu finden.
    Deshalb,…

    Liebe Grüße, wir lesen und sehen uns, oder so ähnlich.

  11. Lieber Arndt,

    was für zauberhafte Zeilen. Auf ein neues Jahr voller literarischer Überraschungen. 365 Tage voller Bücher, unter deren Buchdeckel sich uns die spannensten Entdeckungsreisen offenbaren und um wertvolles Wissen bereichern. Auf tosende Achterbahnfahrten im Gefühlskarussell und Spaziergänge über den Rummelplatz des Lebens. Auf gemeinsame Erkundungstouren durch München und die Gänge der Leipziger Buchmesse. Auf ein Jahr voller Begegnungen, mit Herzensmenschen und Herzensbüchern. Wie schön, dass es dich und die kleine literarische Sternwarte gibt und dass sich unsere Wege gekreuzt haben.

    Herzliche Stöbergrüße aus Franken,

    Steffi

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