„Deutschland – Erinnerungen einer Nation“ [Neil MacGregor]

Deutschland - Erinnerungen einer Nation

Deutschland – Erinnerungen einer Nation

Ich bin zugegebenermaßen ziemlich unbedeutend. Zumindest bin ich ganz bestimmt nicht vergleichbar mit einem ganzen Land oder sogar einer Nation. Auch, wenn meine eigene Familiengeschichte untrennbar mit der Geschichte meines Vaterlandes (ja, das darf man so sagen) verknüpft ist, so bin ich doch nur ein kleines Rädchen mit eigener Wahrnehmung, persönlichen und  familiären Erinnerungen, Traditionen, Anschauungen und einer ziemlich individuellen Lebensweise.

Ich überlege mir nun, was ich davon halten würde, wenn jemand – sagen wir mal, ein britischer Museumsdirektor – mir eine Ausstellung widmen, und seinen Landsleuten anhand einiger ausgewählter Exponate aus meiner Familienhistorie versuchen würde zu erklären, was es bedeutet, ein Deutscher zu sein. Hm. Amüsanter Gedanke und mit an großer Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Fehlschlag, da man von mir sicher nicht auf ein ganzes Land schließen kann.

Aber reizvoll ist es schon, denn allein die Vorstellung, dass ein neutraler Außenseiter versuchen würde, meine Erinnerungen in einer Kollektion zugänglich zu machen und daraus abzuleiten, wie ich so denke, lässt mich zu der Überzeugung kommen, dass ich mich in dieser Ausstellung meines Lebens selbst völlig neu entdecken würde. Vielleicht würde ich über Klischees lachen, denen ich begegne. Vielleicht würde ich mich darüber wundern, was aus anderer Perspektive so interessant und charakteristisch für mich sein könnte. Vielleicht würden die Besucher und ich selbst auf diese Weise viel voneinander lernen. Aber das ist natürlich nur ein Hirngespinst im Kleinen.

Deutschland - Erinnerungen einer Nation - Astrolibrium - Meine Exponate

Deutschland – Erinnerungen einer Nation – Meine Exponate

Was aber, wenn der schottische Direktor des „British Museum“ versuchen würde, den Deutschen eine solche Ausstellung zu widmen, um seinen britischen Landsleuten sowohl unsere Lebensweise, Wertvorstellungen und Erinnerungen näher zu bringen? Was nun? Würde es ihm gelingen, mit dieser bahnbrechenden Ausstellung Klischees zu überwinden, in seiner Heimat Großbritannien mehr Verständnis für unsere historisch gewachsene sozio-politische Gesellschaft im Spiegel der Geschichte zu wecken?

Und wie würden wir uns letztlich selbst sehen, wenn wir die Museumspforten hinter uns ließen, um einen Blick auf unser kollektives Gedächtnis zu werfen? Wohl gemerkt, aus der Perspektive eines Nicht-Deutschen konzipiert für Nicht-Deutsche. Würden wir uns erkennen? Würden wir uns anders wahrnehmen oder käme uns die gesamte Idee absurd und typisch britisch vor? Könnten wir über uns selbst lachen und auch besser verstehen, warum man wegen uns geweint hat?

Wären wir hart genug im Nehmen, oder sind wir inzwischen einen Schritt weiter und könnten sogar neutral zuschauen, wie wir im Schaukasten der Geschichte als Exponat zu sehen wären? Ein immer noch abstruser Gedanke? Nein, weit gefehlt, denn diese Ausstellung hat es tatsächlich gegeben und unter dem Namen Germany – Memories of a Nation für erhebliches Aufsehen gesorgt.

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Deutschland – Erinnerungen einer Nation

Zeit und Raum sind bei Ausstellungen limitierende Faktoren, um ihnen selbst einen Besuch abstatten zu können. Schade? In diesem ganz speziellen Fall eigentlich nicht, denn genau diese Ausstellung kommt zu uns! Als Buch und in einer brillant adaptierten Hörbuchfassung. Verfasst von jenem Museumsdirektor, der diese großartige Idee hatte, uns allen unsere Geschichte so aufzubereiten und zur Schau zu stellen, dass wir fast selbsterklärend Auskunft über den Mythos Deutschland geben können.

Der Prachtband „Deutschland – Erinnerungen einer Nation“ von Neil MacGregor, erschienen bei C.H. Beck, wiegt schwer. Und dies nicht nur, weil dieses Buch mehr ist, als nur ein Ausstellungskatalog in gebundenem Format. Es ist mehr als nur der Extrakt dessen, was im British Museum zu bestaunen war. MacGregor hat hier nachhaltig festgehalten, was aus seiner Sicht in den Brennpunkt gerückt werden muss, wenn man heute an unser Deutschland denkt.

Er hat einen lebendigen Anachronismus geschaffen, der viele Fragen aufwirft, viel Spielraum für Interpretation lässt und das Bild einer Nation zeichnet, das in seiner Tiefe und Ausgewogenheit beeindruckender nicht sein kann. Frei von bekannten Klischees und Vorurteilen nähert er sich, nähert er seine Landsleute einer Nation an, mit der man in der jüngsten Vergangenheit mehr im Krieg als im gemeinsamen Brautbett lag. (Mal ganz ungeachtet der royalen Verstrickungen in den deutschen Hochadel.)

Deutschland - Erinnerungen einer Nation

Deutschland – Erinnerungen einer Nation

So finden wir uns also wieder in einem schweren aber nicht überfrachteten Buch. Kein Geschichtsunterricht wartet hier auf uns, sondern das bunte Kaleidoskop dessen, was uns alle ausmacht. Zumindest aus britischer Perspektive. Von Kunstwerken über die Musik, von ulkigen Gartenzwergen bis hin zum Mauerfall, von der Vertreibung besiegter Deutscher nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Teilung des Landes, vom Mauerfall bis zum legendären VW-Käfer. Vom Land der Dichter und Denker bis zum Holocaust. Von Weimar nach Weimar, wo man auf beide Seiten der Geschichte stößt. Vom gediegenen Meißner Porzellan bis hin zu unserer Denkmalskultur.

MacGregor liefert keine einfachen Antworten. Er zeigt auf. Regt an. Er startet eine Diskussion und beschreibt Deutschland in weichen und knallharten Tönen. Er verleitet Menschen aus anderen Ländern, sich an diesen Beispielen zu reiben und sich selbst zu hinterfragen, wie sie denn selbst mit diesen facettenreichen Themen umgehen, wo ihre kollektiven Erinnerungen zu finden sind, und wie sehr man geneigt ist, sich selbst zu belügen, wenn man in die Geschichte zurückblickt.

MacGregor bleibt im gewagten Ausstellungs-Spagat, wenn er unsere Kultur auf ein Schild der Bewunderung hebt, Dichter und Denker präsentiert und dann die Welt und uns selbst damit konfrontiert, dass eine solche Nation zum Holocaust fähig war. Er löst den Gewissenskonflikt nicht auf. Er zeigt, dass dies wohl überall geschehen kann, wenn die Geschichte den Raum lässt. Wenn ein Volk Kunst als entartet bezeichnet, wenn es Bücher und Bilder verbrennt, dann ist es bereits selbst entartet. Wer Erich Kästner und Paul Klee dem lodernden Scheiterhaufen der Leitkultur übergibt, der verbrennt zuletzt auch Menschen. Jedem das Seine. Ein ganz besonderes Kapitel dieser Ausstellung, des Buches und der Audio-Fassung. Nie wieder!

Deutschland - Erinnerungen einer Nation

Deutschland – Erinnerungen einer Nation

Er wundert sich, warum es bei uns noch Hansestädte gibt, obwohl der Staatenbund längst vergangen ist. Er schaut sich das Münchner Siegestor von beiden Seiten an und schmunzelt darüber, was dort zu lesen ist. Kein Siegestor. Eher das der Besiegten und wenn mal gesiegt wurde, dann standen die bayerischen Truppen immer auf der Seite der Franzosen. Und wieso heißt es eigentlich Freistaat? Ja, MacGregor weiß genau, wo er fündig wird. Wir lernen selbst unglaublich viel über uns und wundern uns, wie es gelingen konnte, aus unzähligen Kleinstaaten mit über 200 Währungen im Lauf der Zeit zu dem zu werden, was wir heute sind.

Und dabei wird er plastisch, greifbar und anschaulich. Nicht nur wir, auch geneigte Nicht-Deutsche erkennen auf hochwertigen Fotografien, Skizzen und Karten, was diese Nation einst zerrissen und dann wieder zusammengefügt hat. Er macht den Schrecken der Deutschen Teilung am Beispiel des Bahnhofs Friedrichsstraße deutlich und wundert sich, wie es in der Nähe von Dresden gelingen konnte, aus Porzellan kleine Wunder zu schaffen, während es in China nur für Teller und Tassen taugte.

Er zeigt in diesem hochwertigen Buch auf, was uns so vielseitig macht und gibt uns unsere eigene Vergangenheit in die Hände, schmunzelnd, ohne erhobenen Zeigefinger und doch mit allem Schrecken, den unsere Vorfahren verbreitet haben. Vieles erscheint paradox. Vieles wie gewollt und nicht gekonnt und vieles unvergleichbar schön. Stolz oder Patriotismus kommen in „Deutschland – Erinnerungen einer Nation“ nicht auf. Es sind gelungene AHA-EFFEKTE, es ist das Staunen über Unbekanntes und der Blick in den Spiegel der Erinnerung, der auch uns beeindruckt. Der Fachmann staunt, der Laie wundert sich. Ein Buch, das jedem privaten Bücherregal und seinem Besitzer gut zu Gesicht steht.

Deutschland - Erinnerungen einer Nation

Deutschland – Erinnerungen einer Nation

Allerdings ist es nichts für unterwegs. Es ist einfach zu schwer. Kein S-Bahn-Buch. ABER. Auch hier findet sich ein ungewöhnlicher und guter Zugang. Das gleichnamige Hörbuch mit 11 CD´s, umfangreichem Booklet und einer Laufzeit von über 14 Stunden erweitert das Gelesene um die unerhörte Dimension der dichten Atmosphäre. Dies liegt einerseits am Sprecher Burghart Klaußner, der uns Deutschland – Erinnerungen einer Nation (Der Hörverlag) mit seiner Stimme in die Seele spricht.

Darüber hinaus ist das gesamte Hörbuch mit einer besonderen Klangfarbe unterlegt. Es trommelt, es knistert. Gewehrschüsse hallen durch den Raum, alte Radioaufnahmen werden lebendig und historische O-Töne erzeugen eine geschichtsträchtige Gänsehaut. „Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten.“ Hier hat das Hörbuch eine ganz eigene Daseinsberechtigung und gehört zu den Unterhaltsamsten seiner Art.

Mein Rat: Es muss beides sein. Die Kombination aus beiden Medien bringt das British Museum nach Hause. Zurücklehnen, zuhören, lesen, Bilder auf sich wirken lassen. Das ist unsere Geschichte, an der wir täglich selbst weiterschreiben. Wenn man dann Buch und Hörbuch auf den bibliophilen Gabentisch legt, kann man sich ganz sicher sein, dem geschichtsinteressierten Leser/Hörer die ganzen Erinnerungen einer Nation quasi zu Füßen gelegt zu haben.

Ein perfektes Geschenk „Gegen das Vergessen“ ist es noch dazu.

Deutschland - Erinnerungen einer Nation - Es geht weiter...

Deutschland – Erinnerungen einer Nation – Es geht weiter…

Dieses Projekt rund um Buch und Hörbuch hat Gedankenketten in mir ausgelöst. Meine Auseinandersetzung mit der Geschichte hat mit einem Exponat begonnen, ohne das meine ganze Familiengeschichte nicht zu erklären wäre. Weihnachten 1944 – Ein Ring, der alles veränderte. Ich schrieb ausführlich darüber. Und gibt es noch offene Fragen, die tief in mir toben, denen ich aber noch keine Zeilen gewidmet habe.

Was bedeutete die Teilung meines Landes für mich? Wie habe ich den Terror der RAF als Jugendlicher erlebt? Welche Momente der Zeitgeschichte haben mein Leben nachhaltig geprägt und nicht zuletzt, was wäre ich ohne die Wiedervereinigung dieses Landes? Wen hätte ich niemals kennengelernt, was würde mir fehlen und was geistert in mir herum, wenn ich den Fortbestand der Mauer als Gedankenspiel weitergehe?

Was wäre ich ohne die entartete Kunst von einst? Wie würde „mein“ Lenbachhaus heute aussehen, wenn das Braune gesiegt hätte? Welche Bücher hätte ich nie gelesen, wenn die Scheiterhaufen noch heute loderten? Ich werde mich diesen Fragen widmen. Sehr intensiv und in aller Offenheit. Bleibt gespannt…

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39 Gedanken zu „„Deutschland – Erinnerungen einer Nation“ [Neil MacGregor]

  1. Danke Arndt, diese Vorstellung ist mal wieder eine besondere. Da werde ich wohl zuschlagen müssen, zumal ich ja vor wenigen Tagen schon einmal damit konfrontiert wurde. Die Sicht, insbesondere die eines Briten hat ganz bestimmt ihr eigenen Facetten, vielleicht ist das ein bisschen so wie bei Ken Follett und dessen Jahrhundert-Trilogie.

    Nur mit diesem Satz hier kann ich nicht gut umgehen.

    „Wenn ein Volk Kunst als entartet bezeichnet, wenn es Bücher und Bilder verbrennt, dann ist es bereits selbst entartet.“

    War es DAS VOLK? Oder war es ein zu stark und zu mächtig gewordener VÖLKISCHER Teil?

    Das VOLK manipulierbar ist, haben wir schmerzlich erfahren. Das VOLK gegen diese Ideologie kämpft, auch. Auch wenn es zu wenig waren. Das ENTARTETE VOLK hätte wohl nach dem Untergang kaum so schnell aufstehen können in Ost und West.

    Lieber Arndt, ich werde dann mal ein Bestellformular ausfüllen müssen.

    • Danke für deine Zeilen… und für mich war es das Volk. Es waren die Beesucher dieser Ausstellung „Entartete Kunst“… es waren die Mitläufer und den Begriff habe ich vor dem Hintergrund meiner Familiengeschichte absichtlich gewählt. Niemand will etwas gewusst haben. Diesen Deckmantel ziehe ich runter. Das heute wieder auf ein paar wenige treue Parteigänger runterzubrechen ist nicht meine Sicht.

      In diese Ausstellung wurde niemand geprügelt. Die Resonanz über alles, was nicht völkisch war war ohne Gleichen.

      Es war das Volk…. und viele Entartete haben sich sehr schnell wieder angepasst… das ist der gefährliche Teil der Mitläufer…

      • Und meine Sicht ist da auch nicht, die mit den wenigen Parteigängern. Auch zu den gefährlichen Anpassern stimme ich dir unumwunden zu.

        Ich würde aber gern mal an die erinnern, die die Schätze ihrer Bücherschränke nicht nur nicht dem Scheiterhaufen übergaben, sondern diese vor den eigentlich Entarteten versteckten und aufbewahrten. DAS Volk?

        Ew waren nicht nur Holländer, die Anne Frank versteckt hielten (andere, die sie verrieten), es waren nicht nur Dänen, die Karen Hansen (Figur aus Leon Uris´: EXODUS) eine Heimat gaben. Es waren auch Deutsche, die ihre Mitmenschen nicht vergaßen, ihnen über die Grenze halfen, oder die Nazigegener wie auch Juden vor der Verhaftung oder Deportation versteckten.

        DAS Volk sind auch die Bücherdiebin, Max, Rudi, Hans und Rosa… Das Symbol, wie Lisel das Buch vom Rand des Scheiterhaufens mitnimmt, auch wenn sie dort die Einzige ist…

        Gute Nacht, lieber Arndt.

        PS: Man kann nicht immer alle Seiten in einem Artikel beleuchten, aber gerade deshalb muss man mit absoluten, allumfassenden Begriffen auch etwas vorsitig sein.
        Das finde jedenfalls ich.

      • Ich neige nicht zu Pauschalverurteilungen, aber in der Kultur zur Zeit des NS-Regimes möchte ich es zur Sache eines ganzen Landes machen. Die Ausgrenzung und Entartung von Kunst vollzog sich nicht in geheimen Lagern im Osten.

        Sie war Teil des täglichen Lebens, Verlage, Buchhandel und die Gesellschaft haben mitgespielt. Keine Demonstrationen, keine Protestbürger. Verbannt aus Schulen seit 1933. Verbannt von den Straßen. Besucher der Ausstellungen sahen es. Studenten an den Unis erlebten es und die Masse war dabei hilfreich. Die Kinos und Theater transportierten es. Die Kultur rückte nicht im Geheimen nach Rechts. Von der Musik bis zum Lesen. Hier kann niemand sagen „Ich habe das nicht gewusst – ich war nicht dabei – hätte man nur ahnen können“.

        Die von dir beschriebenen Ausnahmen bringen mich nicht dazu, von Teilen des Volkes zu sprechen. Das macht es mir zu einfach. Wenige können die Ehre der Masse nicht wiederherstellen.

        Gerade in der heutigen Zeit muss man der Masse zeigen, dass sie verurteilt wird, wenn sie als Masse funktioniert. Da gibt es kein Pardon.

        Deine wenigen Ausnahmen, auch wenn es zum Teil Romanfiguren aus der Bücherdiebin sind, halte ich in Ehren, aber sie standen gegen ein ganzes Volk, ein Regime und eine Gesellschaft. Ausnahmen. Wenige. Sie waschen die Masse nicht mehr rein. Meine Sicht der Dinge.

  2. Du schreibst so über dieses Buch, dass man am liebsten direkt in den Buchladen laufen würde. Zumindest aber muss der Weihnachtswunschzettel erweitert werden… Danke für die Vorstellung und deine Worte.

  3. Und danke für den Anstoß zu einem langen, intensiven Gespräch! Das folgte nämlich mit meinem Mann, nachdem ich Deinen Artikel verschlungen habe und mir ebenso durch den Kopf ging, was wäre wenn… Ich habe ja schon mal gesagt, dass ich durch meinen Vater, meinen Opa, meine Tante sehr lebhafte Erinnerungen direkt mitbekommen habe, ob nun durch alte Fotos oder wirklich sehr eindrückliche Geschichten. Und da sind die unterschiedlichen Facetten der Geschichte ganz nah.
    Dein Bericht hier über das Buch und das Hörbuch und ganz besonders auch Dein Empfinden und Erleben, hat wie gesagt zu einem sehr intensiven Gespräch angeregt! Toll!!!

    Liebste Grüße
    Bine

    • Ich hätte sehr gerne zugehört… das kannst du mir glauben. Dieses „Was wäre wenn“ ist eine gute Ausgangssituation für ein Gespräch auf Augenhöhe und bring manchmal so einiges ans Tageslicht, was zuvor noch im Verborgenen lag.

  4. Opa hat nie viel erwähnt, insbesondere nicht von der Gefangenschaft in der Sowjetunion. Und der andere Opa starb als ich noch nicht 6 Jahre alt war. Mances wissen wir seit wenigen Jahren aus alten Briefen von 1936 bis 1954 nach Übersee.
    Ich würde dir davon in Leipzig erzählen, falls du dazu Zeit aufbringst und es dich interessiert. Ich nehme an, wir haben da ziemlich unterschiedliche Erfahrungen.

    Ansonsten liegt ein dickes Buch für 39,90 vor mir und das Hörbuch habe ich auch bestellt.
    Daran hast du nicht wenig Mitschuld. So um die 50 , die adere Hälfte muss TinSoldier schultern.

    • Ich bedaure das zutiefst… ich reiße Löcher in den Haushalt und die unterschiedlichen Erfahrungen bereichern unser Land. Das meinte ich, wenn ich schrieb, dass mir die Wiedervereinigung viel bedeutet.

      Ich erlebte Berlin geteilt, ich habe die ersten ehemaligen NVA-Soldaten in der Bundeswehr mit integriert. Das schult ungemein.

      Meine Großeltern kamen kurz vor dem Grenzschluss aus Thüringen zurück nach Trier. Fast wäre ich eben auch auf deiner Seite geboren…

      So nah liegt Geschichte beisammen. Machen wir doch in Leipzig eine Podiumsdiskussion draus und lassen die Jugend staunen…

      Arndt

  5. Jeden Abend eine Stück. Das Hörbuch läuft, ich lese mit, gelegentlich halte ich an um was zu googeln… Die Idee beides zu „konsumieren“, kann ich nur gutheißen.

    Ohne unsere obige „Diskussion“ hier nun fortsetzen zu wollen, ich lese gerade den ersten Teil von Scholl-Latours „Mein Leben“. (Ein zweiter Teil kommt nicht mehr, es sei denn, einer schreibt eine Biografie). Dieses Buch bestärkt mich in meiner Auffassung, bietet aber auch Aussagen, die sich mit deiner Ansicht decken. Vielleicht führt der uns ein wenig zusammen?

    Viele Grüße in die Nacht.
    Uwe

    • Ich sollte Peter erneut lesen. Eine gute Idee eigentlich.

      Und das Hörbuch zur Geschichte läuft immer wieder und einzelne Kapitel wiederhole ich wieder und wieder. Die Perspektive von außen gefällt mir zu gut.

      • Das ist natürlich unbedingt zu bejahen, die Außenperspektive.
        Allerdings läuft man ein wenig Gefahr, dass auf die letzten 200 Jahr im Allgemeinen und die letzten 90 Jahr im Besonderen zu betrachten. Insofern bin ich vor allem die „älteren“ Erinnerungen gespannt.
        Bis bald.
        Uwe

      • Alte und junge Erinnerungen ergeben hierbei doch ein deutliches Muster… das beeindruckt mich… das ist auch in meiner Familie so… einiges wiederholt sich grundsätzlich. Dabei kann ich den Einfluss meiner Ahnen nur ahnen… 😉

  6. Schnell komm ich rette dich. Sowas sollst du nicht sehen. Schlimm genug das das so viele Kinder und erwachsene gesehen und mit erlebten. Mach die Augen zu kleine Eule und lass dich von mir da raus führen. Ja gut so nur weiter fliegen hier geht’s raus……… Komm lass dich mal ganz fest drücken. Ist ja schrecklich was du sehen müsstest. Vielleicht kannst du ja mit deinem neuen Freund was gutes tun und dich angagieren das so was nie wieder passiert. Das wäre doch toll oder ?

  7. Pingback: Klee & Kandinsky – Nachbarn, Freunde, Konkurrenten | AstroLibrium

  8. Ach herrje, jetzt bin ich doch hier gelandet und weiß jetzt warum wir Eulen hier nicht vorkommen – die Germanen tragen Eulen nach Athen!
    Zurzeit wollen ja alle hier in Deutschland rein. Das ist aber nicht immer so einfach, weil nach dem „Sommermärchen“ wird hier über „Leitkultur“ geredet und „Obergrenzen“ gefordert und einige sagen „Wir schaffen das!“. Verstehe doch einer wie dieser MacGregor dieses Volk, ich stelle vorsorglich einen Antrag auf Asyl …..

  9. Viel mit Politik am Hut habe ich jetzt nicht, aber da ihr kleinen Eulen so einen wichtigen Platz in der Welt einnehmt und man euch überall findet – sogar auf Ausflügen nach Berlin – solltet ihr gefälligst auch in diesem Buch vorkommen!
    Aber soll ich euch was sagen: die meisten Demonstrationen bringen leider nichts… Von vielen hört die Menschheit gar nichts, außer ihr stört irgendwas wichtiges oder ihr randaliert… Aber das würde ja in die falsche Richtung gehen… Dann würdet ihr höchstens als Querulanten ins Buch aufgenommen und das könnt ihr ja nicht wollen.
    Viel erfolgreicher wäre, ihr schnappt euch Zettel, Stift und was ihr noch alles so braucht, schreibt eure eigene Geschichte auf! Und bringt die in Umlauf! Am besten bastelt und malt ihr noch Plakate oder Flugblätter! Universitäten sollen da ein guter Verteilungsplatz sein!
    Nur nicht erwischen lassen… Ich würde euch ja gerne dabei helfen… In die Fußstapfen der Geschwister Scholl wollen wir nur nicht treten… In Freiheit und mit dem Kopf auf den Schultern können wir mehr erreichen.
    Und jetzt ab ans Schreiben! Ich stehe mit Rat und Tat zur Seite! Geschriebenes bleibt erhalten, Gesprochenes verändert sich und wandelt sich oft zu Gunsten eurer Gegner…

  10. ich bin auf direktem Weg hier hin geren-eult.. Mann, Mann… Ich les Demo und denk dran, was grad hier in Duisburg Thema ist…hat grad hier etwas komischen Beigeschmack, so das mit dem „wir sind das Volk“ und so… Aaaber, Erinnerungen mag ich. Gerade so lebhafte, auch wenn sie schlimme, düstere Dinge ans Licht holen! Siehe oben 😉

    Also, liebes Ren-Eulchen, wenn Du nicht davor zurückscheust, auch bei uns daheim mit Erinnerungen überflutet zu werden, die denen aus dem Artikel hier nicht unähnlich sind, bei uns ist ein warmes, muckeliges Plätzchen zwischen zwei Geschwistern von Dir frei, was nur darauf wartet, gefüllt zu werden (und auch, damit Hanni und Watson ENDLICH Ruhe geben, ständig dieses Tick, Trick und Track wären auch drei…stöhn… auch Erinnerungen, die es bei uns gibt…) Und die beiden haben auch schon Erinnerungen an ihre Zeit bei uns 🙂 Sind ja bei allen Ereignissen live und in Farbe dabei!

    Es wäre wirklich schön, ein Erinnerungsreneulchen in unserer Mitte zu haben…

    Liebste Grüße
    Bine

  11. Jippi! Dieses Mal habe ich sofort gewusst, wo es hin geht! Immerhin habe ich das Buch direkt auf meinen Wunschzettel für Weihnachten geschrieben. Und ich habe die kleine Hoffnung, dass es sich in einem der geheimen Kartons im Arbeitszimmer meines Mannes verbirgt. 🙂

  12. PLUMPS!!!!!!!!!!…..ich bin auch gelandet. War heute irgendwie eine harte Landung! *aua*
    eine sehr interessante Rezension, klingt nach wirklich wichtiger, interessanter Lektüre. Werde mir das gleich mal genauer angucken. Eignet sich vielleicht auch super als Weihnachtsgeschenk….oder für die Wunschliste…ach egal – auf irgendeine Liste wird das Buch schon kommen! Dafür werde ich gleich mal sorgen!!! ….und ich muss auch mal ein bisschen protestieren hier: Was hast du dir nur gedacht die Rentiereulchen in soooo viele verschiedene Artikel springen zu lassen?!? Wolltest uns wieder neugierig machen oder wie?!?! Hmmmm??? Damit wir noch mehr Bücher kaufen oder was?! 😀
    Mit dem kleinen, süßen Protesteulchen komm ich bestimmt gut klar – schließlich habe ich jahrelange Übung mit meiner Schwester hinter mir! Die schafft es nämlich so oft wie keine zweite ihren Willen durchzusetzen!!! Immer wieder sehr, sehr interessant.
    Übrigens habe ich auch schon Demonstrationserfahrungen sammeln können. An unserer Uni haben wir für mehr Räume, bessere Übungsräume und so weiter protestiert. Da sind solche Mittel durchaus auch sinnvoll und bringen tatsächlich was. Bei manchen anderen Demonstrationen muss ich mit dem Kopf schütteln. Demonstrationen sind ein wichtiges – nicht nur politisches – Mittel um für seine Meinung einzutreten, aber man sollte sich gut überlegen, ob ein Protest wirklich was bewegen kann. Wenn ja, dann bin ich dabei! (….wobei ich auch nicht hunderte Kilometer bis zur nächsten Demo fahren würde….da muss ich dich leider enttäuschen liebes Eulchen!)

  13. Frauchen hat gesagt, solange Moon noch nicht da ist, darf ich zum Spielen in die Sternenwarte gehen. Da waren zwei Eulchen und sind einfach weggehüpft. Ich bin ihnen bis hier gefolgt, aber nun sind sie wieder weg.

    Wenn wir das gewusst hätten, dann hätten wir heute mitgemacht. Bei zwei Eulen müssten wir nicht teilen ;-). Aber wir haben ja schon Glück gehabt und wünschen allen Teilnehmern ebenso viel Glück!

  14. Ihr habt uns gefunden und mit uns gemeinsam einen Skandal aufgedeckt. „Deutschland – Erinnerungen einer Nation“ von C.H.Beck Literatur und Der Hörverlag ist lückenhaft.

    Kein Wort von uns legendären Büchereulen, keine Erwähnung der Rentier-Eulen und keine Bilder von uns. Wir protestieren und ziehen durch die Straßen. Hocherhobenen Hauptes gründen wir die EULIDA und flattern so lange, bis wir da drin sind.

    Und unser Protestzug wird angeführt von Ronja, die uns sicher in ihrer Bücherstöberecke ein Demo-Büro einrichtet. Ich bin auf dem Weg zu dir Ronja. Und dann legen wir los…

    Und morgen springen wir nicht in einen Artikel, sondern besuchen eine tolle Buchhandlung… Warum? Na das bleibt unser Geheimnis bis das fünfte Türchen sich öffnet….

    https://astrolibrium.wordpress.com/railway/advent-2015/

  15. Pingback: Das Lenbachhaus – Der Kraftraum meines Geistes | AstroLibrium

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