Ich hatte einen Blog in Afrika – Eine Lesereise

Ich hatte einen Blog in Afrika - Eine Lesereise

Ich hatte einen Blog in Afrika – Eine Lesereise

Er nahm sogar den Computer mit auf Lese-Safari.
Drei gute Stifte,
Bücher für einen Monat,
und ein SmartPhone.

Er begann unsere Freundschaft mit einem Geschenk
und später machte er mir noch eins.
Ein unglaubliches Geschenk.

Einen flüchtigen Blick auf die Welt der Literatur
durch seine Augen. Und ich dachte:
“Ja, ich begreife… So war`s gemeint!”

So, oder so ähnlich sollte meine Geschichte beginnen. So, oder so ähnlich sollte man später über mich schreiben, wenn alles erzählt ist, was über meine Leidenschaft zu Büchern zu erzählen war. Genau so sollte sie beginnen. Meine kleine Geschichte über eine Lesereise in die Welt der Literatur über den “Dunklen Kontinent”.

Ich hatte einen Blog in Afrika. Ja… das würde mich sehr freuen… Deshalb fange ich genau so an und lade Sie herzlich ein, mir auf diesem Weg zu folgen. Keine Safari im eigentlichen Sinne. Keine Angst. Wir werden kein einziges Buch erlegen. Ich werde die gefundenen Buchschätze am Himmel über Afrika nur markieren und sie zu leuchtenden Fixsternen unseres Lesens machen. Leisten Sie mir doch Gesellschaft. Das Lagerfeuer weist Ihnen den Weg…

Wissen Sie… Ich hatte einen Blog in Afrika…

Ich hatte einen Blog in Afrika - Eine Lesereise

Ich hatte einen Blog in Afrika – Eine Lesereise

Seit Jahren begleitet mich ein absolutes Herzensbuch auf meinem Lebensweg. Es gibt mir Halt, inspiriert meine Fantasie und es verdeutlicht mir immer wieder, wie wichtig es ist, den eigenen Weg im Leben auch gegen Widerstände zu gehen. Am Kompass der eigenen Ideale ausgerichtet, die Richtung niemals aus den Augen zu verlieren und bittere Rückschläge zu verkraften, die Hoffnung nie zu verlieren und an die ewige Macht der Liebe zu glauben. All dies habe ich einer gewissen Tania Blixen zu verdanken.

Einer dänischen Autorin, die nicht durch ihre Erzählung Afrika – Dunkel lockende Welt berühmt würde, sondern viel mehr durch einen Hollywood-Streifen, der einem an manchen Stellen eher spröden Buch die Ebene der tiefen Romantik verlieh, die Tania Blixen beim Schreiben fast gänzlich ausklammerte, weil sie sich in ihrem Buch auf den Teil der Geschichte beschränkte, der ihr ganz alleine gehörte. Ihre tiefe Liebe zu Denys Finch Hatton findet man kaum wieder. Und wenn, dann verborgen zwischen den Zeilen.

Ich habe bisher noch nie über Tania Blixen geschrieben, weil es mir wohl zu heilig war, dieses Terrain zu betreten. Und doch schlummerte immer der tiefe Wunsch in mir, endlich selbst zu den Ngong-Bergen zu reisen, mein Camp dort aufzuschlagen und meinen Gedanken Freilauf zu gewähren. Dabei werden viele Bücher über Afrika meinen Weg kreuzen. Bücher über die koloniale Vergangenheit des dunklen Kontinents, aber auch Bücher darüber, was wir aus Afrika gemacht  haben. Bevor alles auf Lampedusa endet… Aber fangen wir dort an, wo mein Lesen über den Dunklen Kontinent begann

Es beginnt dort, wo alles begann. Bei Tania Blixen… Sie sind herzlich eingeladen, mir zu folgen, Ihre eigenen Bücher mitzubringen und so ein Kaleidoskop entstehen zu lassen, das uns Afrika ein wenig näher bringen kann. Von gestern bis heute…

„Reiten, Bogenschießen, die Wahrheit sagen.“ (Tania Blixen)

Ich hatte einen Blog in Afrika - Eine Lesereise - Tania Blixen

Ich hatte einen Blog in Afrika – Eine Lesereise – Tania Blixen

Wer erinnert sich nicht an diese ersten Worte einer großen Erzählung:

„Ich hatte eine Farm in Afrika… Am Fuße der Ngong Berge…“

Tania Blixen lieferte 1937 mit ihrer Autobiografie „Afrika – Dunkel lockende Welt die Vorlage für den legendären Film „Jenseits von Afrika“. Im Zentrum steht dabei ihr Leben in einer kolonialen Männerwelt – auf sich ganz allein gestellt und verzweifelt gegen die Natur kämpfend, um ihren Traum von einer Kaffeeplantage zu verwirklichen.

Dabei wird ihr Leben in Kenia von ihrer unglücklich Liebe zu Denys Finch Hatton immer wieder auf harte Proben gestellt. Ihr emotionaler Besitzanspruch stößt auf das Herz eines Mannes, der alles will, nur keine formale Bindung. Zwei Leben taumeln in diesem Strudel der Emotionen durch eine ganz eigene Welt. Bis ein Flugzeug über dem dunklen Kontinent abstürzt…

Wer hat diese Bilder nicht im Herzen:

  • weiße Handschuhe, die abgelegt werden dürfen
  • ein Flug über Afrika
  • ein Grammophon, Mozart und ein paar wilde Affen
  • Haarewaschen im Camp
  • ein Club nur für Gentlemen, der von einer Frau erobert wird
  • der Kniefall für die Kikuyu

Und wem klingt das liebevolle „Memsahib“ nicht mehr in den Ohren…?

Ich werde sowohl über dieses Buch, als auch über den Film schreiben, werde mich mit weiteren Werken von Tania auseinandersetzen und einen weiten Bogen spannen, der erklären soll, warum die Faszination dieser Geschichte ungebrochen scheint. Ich werde Menschen zuhören, die Tania Blixen persönlich kannten und über sie schrieben. Meine Lesereise wird genau hier beginnen… Und dann geht es immer weiter.

Ich hatte einen Blog in Afrika - Eine Lesereise - Paula McLain

Ich hatte einen Blog in Afrika – Eine Lesereise – Paula McLain

Der Aufbau Verlag bringt mich mit „Lady Africa“ von Paula McLain erneut auf den dunklen Kontinent. Ich habe dort bereits eine gute Freundin fürs Lesen kennengelernt und nun darf ich sie wohl wiedersehen. Am Fuße der Ngong Berge. Ein erstes Buch in dem sich die Kreise zu schließen beginnen.

Lady Beryl Markham war nicht nur eine Freundin von Tania Blixen, sie war auch die erste Frau, die im Alleinflug den Atlantik überquerte. Das mehr als faszinierende Leben dieser unbezähmbaren Abenteurerin wird uns von Paula McLain erzählt.

Genau die Autorin, die uns schon mit „Madame Hemingway“ begeistert hat. Ich werde also am 21. August mit ihr nach Afrika fliegen und vertraue mich den Flugkünsten von Lady Markham an. Und ich denke, dass ich mit Denys Finch Hatton ein ernstes Wörtchen zu reden habe… Er hat ihr nicht nur das Fliegen beigebracht…!

Ich hatte einen Blog in Afrika - Eine Lesereise - Lady Beryl Markham

Ich hatte einen Blog in Afrika – Eine Lesereise – Lady Beryl Markham

Aber wie nähert man sich einem derart biografisch ausgerichteten Roman an? Am Beispiel von Lady Africa ist das eigentlich ganz leicht erklärt. Paula McLain schreibt über Beryl Markham, die in Tania Blixen eine Seelenverwandte und mit deren Geliebtem, Denys Finch Hatton, das größte Abenteuer ihres Lebens fand…

Ich höre mir einfach an, was Beryl selbst über ihr Leben schrieb. Westwärts mit der Nacht – Mein Leben als Fliegerin in Afrika (Piper) ist zwar schon lange nicht mehr im Handel, aber wohlbehütet in meiner kleinen Bibliothek zu finden. Autobiografie trifft auf biografischen Roman… Spannendes Lesen und ein erneuter Kreis, der sich zu schließen beginnt.

Über Denys Finch Hatton schrieb Beryl Markham den folgenden Satz, der mich sehr bewegt hat:

„Denys war der oberste, der Schlußstein [sic] im Scheitelpunkt eines Gewölbes, dessen andere Steine die Leben anderer Menschen waren… und wird der Gipfelstein zertrümmert, so stürzt der Wölbungsbogen zusammen.“

Ja… Das hätte Denys gefallen..

Ich hatte einen Blog in Afrika - Eine Lesereise - Afrika heute

Ich hatte einen Blog in Afrika – Eine Lesereise – Afrika heute

Abseits der kolonialen Romantik werde ich aber auch der kleinen Frida folgen, die sich in unserer Zeit auf ihre ganz eigene Suche nach Afrika begibt. Ein kleines mutiges Mädchen, das seinen Zielen beharrlich folgt. Auch, wenn das Ziel Afrika heißt!

Kleines Afrikavon Antje Damm (Tulipan Verlag) wird mir einen völlig neuen Zugang zum Fernweh vermitteln, denn Frida wird fündig. Aber der Traum von der weiten Welt wartet am Ende ihrer Reise nicht mit Elefanten auf sie. Eine Reise, die sich besonders aus der Perspektive junger Leser lohnt. Eine gemeinsame Reise wartet auf uns.

Am Ziel meiner Reise nach Afrika werde ich allerdings kein romantisches Bild von Safaris, Kolonialismus oder Luxustourismus zeichnen. Das Ziel der Reise begleitet uns durch die Horror-Nachrichten dieser Tage. Ich werde vor Lampedusa verzweifelt um das Leben einer jungen afrikanischen Frau kämpfen.

Sag nicht, dass du Angst hast von Giuseppe Catozzella (Knaus Verlag) wird mich dorthin begleiten und auch Peggy Steike wird in Bildern sprechen. Keine leichte Reise. Emotionen und Tragödien werden ihre Wegmarken sein. Afrika von gestern bis heute. Viele weitere Bücher, die bereits vor mir liegen, werden sich anschließen. Es wird eine spannende, traurige, romantische und bewegende Reise, die ich wage.

Reisen Sie mit. Bringen Sie Ihre Afrika-Bücher mit in unser Camp des guten Lesens und erzählen Sie uns, warum sie so unverzichtbar sind für dieses Kaleidoskop. Nur so kann ein komplexer Blick auf eine magische Welt entstehen, die so viele Spuren in den Herzen ihrer Leser hinterlassen hat. Afrika…. 

Ich hatte einen Blog in Afrika - Eine Lesereise - Hier geht es weiter

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5 Gedanken zu „Ich hatte einen Blog in Afrika – Eine Lesereise

  1. Oh, das klingt spannend. Ich entdecke gerade auch den afrikanischen Kontinent literarisch. Ich kann „Die geheimen Leben der Frauen des Baba SEGI“ von Lola Shoneyin sehr empfehlen. Das Buch zeichnet ein freches, erstaunlich modernes Bild von einer polygamen Ehe im heutigen Nigeria.
    Auch „Black Mamba Boy“ von Nadifa Mohamed gefiel mir; ist aber durch den historischen Bezug etwas schwieriger zugänglich. Nun habe ich hier noch „Die Spur des Bienenfressers“ von Nii Parkes liegen, das mich nach Ghana führen wird. Vor kurzem war ich auf einer Lesung von Parkes, die mich sehr neugierig machte.
    „Lady Africa“ habe ich übrigens auch schon auf die Wunschliste gesetzt. Ich liebe Biografien von ungewöhnlichen Frauen sehr.
    Vielleicht trifft man sich ja mal auf der Afrikareise.

    Alles Liebe.
    Kerstin Scheuer

    • Black Mamba Boy folgt nich, Lady Africa kommt noch, deine anderen Tipps habe ich notiert. Das klingt gut. Und gleich geht esmit Tania Blixen so richtig los…

      Danke für den lieben Kommentar…

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