Als Opapi das Denken vergaß – Uticha Marmon

Als Opapi das Denken vergaß - Uticha Marmon gibt dem Erinnern Farbe

Als Opapi das Denken vergaß – Uticha Marmon gibt dem Erinnern Farbe

Ich tue mich schwer, einen Einstieg in diese Rezension zu finden, da ich persönlich sehr aufgewühlt bin. Man möge mir dies verzeihen. Aber diese Emotionalisierung mag man verstehen, wenn man sich vor die geneigten Augen hält, dass ich versuche, ein gerade erschienenes Kinder- und Jugendbuch vorzustellen, in dem es darum geht, wie ganz junge Menschen damit zurechtkommen können, wenn einer ihrer Angehörigen an Demenz erkrankt.

Ich habe meinen Vater an diese Erkrankung verloren. Alzheimer lautete damals die Diagnose und ich hatte Kinder darauf vorzubereiten, dass es wohl bald soweit ist, dass er sie nicht mehr erkennt. Dass er sich an vieles von früher besser erinnern wird, aber an gerade Geschehenes eben nicht mehr. Ich habe auf diesem Weg nicht alles richtig gemacht. Sicherlich nicht… Aber ich weiß wovon ich rede, wenn ich ein Buch in die Hand nehme, das sich im Bereich Belletristik mit Demenz auseinandersetzt.

Ist die Demenz hier nur Mittel zum Zweck, um schräge Situationskomik zu erzeugen und schrullige alte Menschen vorzuführen, oder handelt es sich tatsächlich um einen Versuch, sich der Situation des Vergessens in aller gebotenen Würde anzunähern? Und ist dieser Versuch gar geeignet, ihn gemeinsam mit Kindern zu lesen? Diese Fragen stelle ich mir und sie begleiten mich auf dem Leseweg durch diese Bücher.

Als Opapi das Denken vergaß - Uticha Marmon

Demenz in der Literatur –  Zwei weitere Empfehlungen auf einen Blick

Als Opapi das Denken vergaß von Uticha Marmon aus dem Hause Magellan Verlag stand nicht auf meiner Leseliste. Ich hätte im Moment vielleicht auch eher einen Bogen um dieses Buch gemacht. Zu schmerzhaft sind die Erinnerungen und sie kommen zurück, wenn ich lese… wenn ich denke und fühle… sehr oft… eigentlich sind sie immer da. Die Pressechefin des Verlags Katharina Nüßlein hat mir das Buch einfach so zugeschickt… Vielleicht war es der richtige Weg.. Ich hätte sonst gezögert.

Und nun lag es vor mir. Ein Buch mit einer Aufmachung, die vor Wärme und Würde nur so strotzte und mir Bilder zeigte, die ich vor Augen haben möchte, wenn ich lese. Einen alten Mann auf Reisen. Nicht er hält das junge Mädchen an der Hand – es scheint umgekehrt zu sein und so wie die Welt sich unaufhaltsam dreht, so ist aus dem Jungen im Matrosenanzug auf seinem langen Weg mit vielen maritimen Erinnerungen der alte Mann geworden, der nun nach Hause gebracht wird.

Liebe Verantwortliche vom Magellan Verlag – ich weiß nicht ob Sie sich vorstellen können, wie viel Würde allein dieses wundervolle  Buchcover ausstrahlt. Es ist für mich fast schon ein Lebensgemälde und ich danke von Herzen! Es steht im Einklang mit dem Inhalt des Kinderbuches und kann somit nur entstanden sein, nachdem die Botschaft des Romans den frühen Manuskriptseiten entschlüpft ist und sich bei allen Gestaltern dieses Projektes Platz in den Herzen verschafft hat.

Als Opapi das Denken vergaß - Uticha Marmon

Als Opapi das Denken vergaß – Uticha Marmon

Ziemlich aufgeregt begann ich mit dem Lesen, lernte die kleine Mia kennen, für die sich ihre kleine Welt von einem auf den anderen Tag verändert. Ihr Urgroßvater zieht bei der kleinen Familie in Hamburg ein. Liebevoll Opapi genannt bereitet man sich gemeinsam darauf vor, dem alten Mann in neuem Umfeld eine Heimat zu bieten. Der Grund liegt auf der Hand. Er wird immer vergesslicher und man kann es nicht verantworten, ihn alleine in seiner geliebten Wohnung zu lassen.

Und schon beginnt mich die Sprache des Romans umzuhauen. Anders kann ich es nicht formulieren. Es gibt keinen heißen Brei, um den man gestelzt herum redet, es gibt keine unverständlichen Worthülsen, die wir Erwachsenen in solchen Situationen so gerne verwenden. Man begibt sich auf Mias Augenhöhe und erklärt ihr das Vergessen und die Demenz so, dass es ein Kind verstehen kann. Bildhaft, einfach und doch so liebevoll, dass sie für sich zu dem Entschluss kommt, genau die Richtige zu sein, ihrem Opapi beim Erinnern zu helfen.

Ihn daran zu erinnern, wie man sich die Schuhe zumacht, ihm zu sagen, dass man sich mit Handcreme nicht die Zähne putzt und wie man all das wiederfindet, was eben noch da war und nun plötzlich verschwunden ist. Und genau an diesem Punkt läuft „Als Opapi das Denken vergaß“ nicht in die falsche Richtung weiter und reiht kuriose Begebenheiten aneinander. NEIN – die Wärme und Einfachheit, mit der man Mia diese Krankheit näher gebracht hat sorgt nun dafür, dass dieses kleine Mädchen sich ihrem Urgroßvater öffnet und Fragen stellt, die sonst nie entstanden wären.

Als Opapi das Denken vergaß - Uticha Marmon

Als Opapi das Denken vergaß – Uticha Marmon

Die kindliche Naivität stellt sie auf eine Stufe mit einem würdevollen Menschen, der sich zwar nicht mehr so gut erinnern kann, aber davon erzählen mag, wie sich dies anfühlt. Als ob alle Erinnerungen mit schwarzer Farbe übermalt werden. Mia findet sich nicht damit ab… sie ist Kind genug und darf Kind genug bleiben, um eine ganz eigene Therapie zu beginnen, unbewusst und großherzig…

„Das ist ja zum Verrücktwerden, dachte Mia. Dieser Vergessenstroll ist ganz schön gerissen. Aber wenn er denkt, er kann hier so einfach reinkommen und Sachen überpinseln, dann täuscht er sich!“

Das Wunder dieses Romans liegt nicht in der Beschreibung von Problemen oder Realitäten, im Hinweis auf Konsequenzen oder Komplikationen. Das Wunder ist das Leben im Hier und Jetzt und die Vermittlung der Sinnhaftigkeit, sich nun als Kind auf Augenhöhe mit einem zum Kind gewordenen Greis zu begeben. Diese Gefühlsebene zu erreichen wird keinem Erwachsenen gelingen. Hier sind Kinder in all ihrer Unbefangenheit mehr als wichtig, wenn man sie denn Kinder sein lässt.

Als Opapi das Denken vergaß - Uticha Marmon

Als Opapi das Denken vergaß – Uticha Marmon

Als Mia sich dann mit Opapi aufs Fundbüro begibt, um nach seinen Erinnerungen und dem vergangenen Leben zu suchen, wird mir endgültig warm ums Herz. Die strahlende Botschaft Uticha Marmons finden wir Mias unglaublichen Worten wieder:

„Das Leben ist doch kein Turnbeutel“

Und damit ist für sie und letztlich auch für uns Leser klar: ein Leben kann nicht einfach verloren gehen, jedenfalls nicht so leicht, wie ein Turnbeutel, mit dem das ja alle naselang passiert. Ich bewundere dieses Buch für seine Tiefe und Ehrlichkeit, die vorgelebte Menschlichkeit und den Glauben an die Unbefangenheit. Ich bewundere die Autorin für das stilistische Erzählmittel, gleichzeitig mit Opapi einen kleinen Jungen auftauchen zu lassen, der für ein weiteres kleines Wunder im Roman verantwortlich ist. Aber dieses Wunder möchte ich rezensierend niemandem stehlen. Freut euch auch auf Berti… ihr werdet ihn mögen.

Ich hätte dieses Buch gerne vor vielen Jahren in Händen gehalten. Vielleicht wäre mir vieles besser gelungen in Zeiten der betroffenen Sprachlosigkeit. Vielleicht wäre es mir gelungen, mich auch auf kindliche Augenhöhe zu bringen, als dies noch möglich war und die schwarze Farbe von den Erinnerungen zu waschen. Vielleicht.

Als Opapi das Denken vergaß - Uticha Marmon

Als Opapi das Denken vergaß – Uticha Marmon

Das eigentliche Wunder dieses Romans ist, dass es kein Ratgeber- oder Problembuch ist, sondern eine wundervolle Kindergeschichte über das Altern in Würde und Anstand. Jedes Bild des Romans ist tragfähig, wenn das Gedächtnis auch nur ein wenig nachlässt. Und jedes der erzählten Bilder ist eine Basis für eine schwere Zeit, die bei dieser Krankheit unausweichlich scheint.

Ich sage mehr als Danke für dieses Buch und verziehe mich ein wenig in mein Album der Erinnerungen von damals. Viele dieser Worte schreibe ich mit nicht ganz trockenen Augen. Sorry dafür…

Für Dich, Dad…

als opapi das denken vergaß _uticha marmon_prädikat

Eine abschließende Bemerkung sei mir gestattet. Es ist nur ein Gedanke, der mich auf meiner Reise mit „Opapi“ und Mia begleitete. Es ist ein Gedanke, der mir in den „hellen Momenten“ meines Vaters oftmals kam. Per Definitionem wird durch Demenz und Alzheimer das Denkzentrum des Menschen zerstört und dadurch wird natürlich auch das abstrakte Denkvermögen dramatisch in Mitleidenschaft gezogen.

Im frühen Stadium der Erkrankung (und in dem befindet sich Opapi im Roman) sind das Vergessen aktueller Ereignisse und der dramatische Verlust alltäglicher Fähigkeiten augenscheinlich. Und trotzdem hatte ich in der mehr als berührenden Schilderung von Uticha Marmon immer einen Menschen vor mir, der fühlt und denkt. Der verzweifelt Zusammenhänge sucht und diese ganz langsam zu greifen bekommt, wenn man sie ihm reicht. Ich habe „Opapi“ im Roman als denkenden und fühlenden Menschen empfunden. Nicht als jemanden, der das Denken vergaß – und letztlich gedankenlos ist..

Er hat vergessen, wie man sich erinnert, aber sobald auch nur ein Hauch von Erinnerung auftauchte, waren auch Querverbindungen da – einfache zwar, aber sie waren da. „Als Opapi das Erinnern vergaß“ – dieser Titel hätte mir gut gefallen. Aber das ist wirklich nur ein Gedanke, den ich mir zu denken erlaube.

Editorial: Die See-Impression mit den Segelschiffen auf dem Titelbild des Artikels stammt natürlich aus der wundervollen Zeichenfeder von Peggy Steike. Danke für deine Farbe!

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17 Gedanken zu „Als Opapi das Denken vergaß – Uticha Marmon

  1. Lieber Arndt,
    ich würde dich gerade gerne in den Arm nehmen, dich einmal feste drücken und dir ganz lieb Danke sagen. Leider geht das aus der Ferne nicht…weswegen ich versuchen werde mit Worten auszudrücken, was ich gerade fühle….vor etwa zwei Monaten habe ich meinen geliebten Opa an Lungenkrebs verloren….alles ging sehr schnell, denn erst kurz vor Weihnachten kam die Diagnose…auf vieles haben wir uns eingestellt. Was würde passieren, wenn die Krankheit weiter fortschreitet? Wie würde sein Leben und unseres dann aussehen? Wäre es von Krankenhausbesuchen geprägt?…gäbe es noch ein „glückliches“ Familienleben, wenn man weiß, dass ein Familienmitglied so sehr leidet?
    Über sooo vieles habe ich mir Gedanken gemacht. Oft war ich abgelenkt – mit den Gedanken woanders. In den meisten Zeiten positiv, hoffnungsvoll und optimistisch, aber manchmal auch ganz unten am Boden…und in seinen letzten Tagen leider ganz weit weg…
    Dass es so schnell ging hatte niemand von uns geahnt und war es doch schlimm, so war es auch eine Erleichterung. Sein Leid hatte ein Ende und bis zum Schluß konnte er selbstständig atmen und war auf keine Maschinen angewiesen…er ist einfach friedlich eingeschlafen…
    …..seitdem und auch schon seit dem Krebstod meines Onkels vor anderthalb Jahren lese ich solche Bücher ganz anders…ich habe die Leichtigkeit verloren mit der ich vorher an solche Bücher herangegangen bin…ich werde nachdenklicher und nehme mir viel mehr Zeit alles zu verarbeiten…meinen Gedanken lasse ich freien Lauf und auch Emotionen jedweder Art werden einfach ausgelebt….
    Ich kann mir nicht im geringsten vorstellen, wie schlimm die Situation für dich und deine Familie gewesen ist…aber ich habe ein Bild davon, wie sehr es heute noch schmerzt….ich glaube, so etwas vergeht nie…Erinnerungen sind schmerzhaft…eigene und auch ander Leute Erinnerungen…so, wie wir es gerade auch bei Hana haben…
    Es sind Geschichten, die das Leben leider schreibt, die uns berühren. Nicht mehr loslassen und in uns etwas verändern…
    Jeder deiner Leser und Leserinnen wird dir deine Emotionalität verzeihen und viele von ihnen, werden genauso reagieren wie ich. Sie erinnern sich an ihre eigenen Schicksale und Erinnerungen und werden wehmütig und traurig….ja, auch mir kullern gerade die Tränen, während ich dir diese Zeilen hier schreibe…es ist mein Inneres, was gerade in mir vorgeht, welches ich dir hier ausbreite…es ist das, was deine Worte gerade bewirkt haben…
    …und es ist gut so. Erinnerungen muss man erhalten – auch wenn sie sehr schmerzhaft sind…daran können wir wachsen….
    …..wie gesagt….fühl dich ganz feste umärmelt…mein Buch kann ich morgen endlich abholen und ich bin sehr gespannt auf die Geschichte….
    …vielen DANK für deine bewegenden Worte und, dass du uns an deinem Leben teilhaben lässt…

      • Es sind Gedanken, die ich so, in dieser Form, noch nie ausgesprochen oder niedergeschrieben habe…und es hat gut getan, sie loszulassen…
        Ich weiß zwar, dass sie mich auf eine gewisse Art und Weise immer begleiten werden, aber ich lerne damit zu leben und umzugehen…
        …und es ist eine Herzensangelegenheit…nirgendwo anders würde ich sie so teilen…du hast dir einfach ein Weg in mein Herz geschrieben. 😉

  2. Ich habe jetzt ganz feste eine Umarmung gefühlt, für die ich von ganzem Herzen danke…

    Eine Episode aus meinem Leben mit Demenz:

    Mein Vater befand sich seit zwei Jahren im Pflegeheim, als sie geschah…

    Er hatte alles vergessen… sich, uns, seine Enkel… kein Erkennen – bei keinem Besuch. Nur das Fühlen und berühren erreichte ihn. Er war völlig verändert. Teilweise aggressiv, teilweise unter enormem Einfluss von Medikamenten.

    Ich verlor meinen Zugang… kein reden, kein Augenblick… er war völlig weg.

    Dann kam unser Bordercollie Schneeflocke in unser Leben und wir durften ihn mit ins Pflegeheim nehmen. Zwei Jahre keine Regung meines Vaters. Kein Zeichen.

    Der Hund legte sich zu seinen Füßen… und fixierte meinen Vater mit seinen Augen und in diesem Moment schaute der Mann, den es nicht mehr gab mich an und sagte

    „Arndt – ich kann mich doch hier nicht um einen Hund kümmern“

    Er war immer da… immer da drin… und es waren seine letzten bewussten Worte, die ich nie vergesse, weil er gezeigt hat, dass er mich erkannte und fühlte und alles…

    Er starb morgens friedlich in meinen Armen… sehr friedlich… Paps

  3. Pingback: Die Karte meines Lesens – Mr. Rail als Buch-Kartograph | AstroLibrium

    • Nein, nicht weinen…. dafür ist die Geschichte einfach viel zu schön, trotz der Umstände die tief reinspielen. Man kann Uticha Marmon vertrauen….

      Auch Kinder sind da in sehr guten Händen… Tempo-Tuch reiche…

  4. Wow… Ein schöner und sehr emotionaler Bericht.
    Leider zu einem nicht so erfreulichem Thema, mit dem ich mich jetzt gezwungener Weise auch auseinandersetzten muss…

    Danke Arndt für deine offenen Worte bezüglich deiner eigenen Geschichte!

    • Gerne, Cindy… ich wünschte, ich müsste nicht aus Erfahrung sprechen. Ich wünschte, Du müsstest Dich nicht damit beschäftigen…

      Aber so ist das Leben und ich bin dankbar auch die Worte von Uticha Marmon im Herzen zu haben, neben den dunklen Gedanken und Bildern von einst…

      Den Vergessenstroll besiegen…

      • Du sagst es… So ist das Leben… Und leider kann es nicht nur Sonnenschein geben…

  5. Puh…was für eine berührende Buchbesprechung. Mir geht es ähnlich wie dir, denn auch ich habe den wichtigsten Menschen an diese Krankheit verloren. Meine Oma…ich kann es gar nicht beschreiben, wie wichtig sie für mein Leben war. Obwohl sie noch lebt sage ich war. Und das ist für mich das schlimmste, denn alles was ich so an ihr geliebt habe, ist fast restlos verschwunden. Es ist, als wäre sie längst verschwunden…eben nur ohne ihre Hülle. Und obwohl ich beruflich fast jeden Tag mit dieser Krankheit zu tun habe, ist es für mich sehr schwierig damit umzugehen.
    Das Buch habe ich mir gestern gekauft und ich hoffe es wird nicht zu schwer.

    Danke für diese sehr emotionale und bewegende Rezension.

    Liebe Grüße

    • Es wird schwer… denn einfacher wird es nie. Es öffnet aber einen Blick in die Vergangenheit und hat mit Bilder geschenkt, die mir helfen.

      Dein Bild mit der Hülle kenne ich. Es ist frustrierend und hatte immer das bescheuerte Gefühl, warum nicht Krebs – warum nicht bewusst sterben – warum so ausgelöscht – warum so verändert.

      Ich weiß, dass Außenstehende das nicht nachvollziehen können. Jahrelang eine leere Hülle ohne Rückkopplung zu erleben… puh… sorry… geht grad nicht mehr.

      Danke für deine offenen Zeilen und alle Kraft der Welt..

      Arndt

      • Jetzt muss ich mir die Tränchen verkneifen. Kennst du das, wenn ein Mensch genau dieses Gefühl ausdrücken kann, das tief in dir schlummert? Genau so ergeht es mir bei deiner Buchbesprechung und bei deinen lieben und offenen Kommentaren. Ich werde es wohl nie mit Worten beschreiben können…
        Danke!

  6. Kennst Du das, wie es ist, wenn jemand da „draußen“ zu spüren scheint und versteht, was Du in und zwischen den Zeilen auszudrücken versuchst. Weißt Du, wie man sich fühlt, wenn man solche Kommentare zu einer Buchbesprechung lesen darf.

    Du kennst das, weil du auch solche Worte findest.

    Liebe Grüße, Arndt

  7. Eine sehr emotionale Rezension, eine große Auszeichnung an die Autorin.
    Seit ein paar Tagen liegt das Buch auf meinem Lesetisch, aber ich habe mich noch nicht getraut den Buchdeckel aufzuklappen.

    Mit der Rezension und all diesen offenen Kommentaren machst du vielen Leseren Mut und verteilst zwischen den Zeilen viel Kraft.

    LG
    Karin

    • Emotionalität entsteht oft durch persönliche Erfahrungen, die ich beim Lesen von Büchern über Demenz nicht ausblenden kann.

      Das Buch hat viel ausgelöst und die Kommentare zu diesem Artikel habe ich als Privileg empfunden… Deinen ganz besonders.

  8. Lieber Arndt!

    Das ist eine Buchbesprechung, die mir sehr nahe ging. Es ist ein Buch, welches auch ich vor weingen Jahren gerne in den Händen gehalten hätte.
    Die Ur-Oma meiner Kinder war schon in den Anfängen einer Demenz, als wir zu ihr ins Haus gezogen sind. Es waren diese Anfänge, wo sie „nur“ Sachen vergessen hatte. Wo man sich noch nicht so die Gedanken macht, wie es mal sein wird.
    Die zwei Großen wurden geboren und wenige Zeit nach dem zweiten Kind, hatte man dann plötzlich noch eine 3. Person, auf die man acht geben musste. Wo es vorher nur Kleinigkeiten waren, die einen verwunderten, aber nicht beunruhigten, wurden es jetzt größere Dinge und die Schnelligkeit mit er die Krankheit fortschritt war von Tag zu Tag und Nacht zu Nacht spürbar.
    Doch, wie bringt man es den eigenen Kindern bei? Wie erklärt man ihnen etwas, was man selbst kaum versteht? Sicher, medizinisch kann man es erklären, aber medizinisch ist oft gefühlslos. Meine Kinder waren auch noch recht jung. Der Große 5 und die Mittlere 3. Ein riesiges Gefühlschaos tat sich auf, neben der Sorge, was als nächstes geschehen könnte.
    Man ist so nah dabei als Familie. Es gibt keine Pausen, denn die Krankheit kennt keine Pause. Es zermürbt einen, mich hat es auch wütend gemacht. Man ist oft so hilflos.

    Ich danke Dir für diesen Artikel, für die sehr persönliche Buchvorstellung.

    Wünsche Dir und deinen Lieben einen schönen 4. Advent!

    Grüße aus Sankt Augustin
    Mone

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