Die Karte meiner Träume – Reif Larsen erobert die Kinos

Die Karte meiner Träume von Reif Larsen kommt ins Kino

Die Karte meiner Träume von Reif Larsen kommt ins Kino

Bei Film und Buch ist es immer wieder auch eine Glaubensfrage. Am 10. Juli 2014 wird sie uns erneut gestellt und die großen Fans des Romans Die Karte meiner Träume von Reif Larsen (Fischer Verlag) strömen in die Kinos, um ein großes Buch in Leinwandgröße zu erleben. Und was für ein Buch!

Doch wie wird der Film sein? Wird ein Traum erfüllt oder zerplatzt er wie eine buchige Seifenblase? Werfen wir einen Blick ins Buch, damit wir wissen, was man uns in einer aufwändigen filmischen Adaption im Kino präsentieren möchte. Vorhang auf für das Buch.

“Vielleicht kam es genau darauf bei der Lektüre von Romanen an. Vielleicht musste man Erwachsen sein, um diesen Drahtseilakt fertig zu bringen, zu glauben und gleichzeitig nicht zu glauben.”

die karte meiner träume reif larson kinostart spacer

Die gesamte Welt befindet sich am Scheideweg – das spürt auch das weltbekannte Smithonian Institute in Washington. Die Leitung des großen Museums klagt über ausbleibende Besucherströme, über die immer moderner und komplexer werdende Art der Darstellung wissenschaftlicher Inhalte und das weiter zunehmende Unverständnis der Menschen für die wichtigen Themen dieser Welt.

Bis eines Tages Zeichnungen und Karten eintreffen, eingereicht als Beitrag für den renommierten Baird Wissenschaftspreis, die in ihrer Schlichtheit und Aussagekraft alles bisher Gesehene in den Schatten stellen.

Es gilt nur noch den Preisträger zu informieren und ihm mitzuteilen, welche Ehre auf ihn wartet. Ein wissenschaftlicher Vortrag bei der Preisverleihung und eine einjährige Anstellung am Smithonian – es ist der Durchbruch für jeden Forscher – die Welt steht dem Gewinner offen. Und im Smithonian ist man fest davon überzeugt, dass der Auserwählte genau der Richtige ist, die Krise der Museumslandschaft endgültig zu beenden!

Die Karte meiner Träume - vom Traumbuch zum Traumfilm

Die Karte meiner Träume – vom Traumbuch zum Traumfilm

Wenn nicht… ja… wenn ….

…der Glückliche nicht gerade aus Divide käme, an der kontinentalen Wasserscheide im Nirgendwo von Montana gelegen, und durch die Nachricht selbst an den Scheideweg seines Lebens gebracht würde. Tecumseh Sparrow (TS) Spivet lebt mit seiner Familie auf einer kleinen Ranch und kartographiert seit er denken kann alle nur erdenklichen Dinge – geologische und topographische Sachverhalte, Menschen bei der alltäglichen Arbeit und die Anatomie von Insekten.

Und – ein nicht ganz unwesentliches Detail – T.S. Spivet ist gerade mal 12 Jahre alt.

Die Nachricht aus Washington erreicht ihn in einer schwierigen Lebensphase. Sein Bruder Layton starb durch eine Kugel – ein Unfall, den er mitverschuldet zu haben glaubt. Der Vater, ein Cowboy vom Scheitel bis zur Sohle, spült die Trauer mit reichlich Whiskey herunter. Die Mutter, eine erfolglose Wissenschaftlerin, zieht sich noch mehr in ihr Arbeitszimmer zurück und seine ältere Schwester Grace leidet unter dem Leben in der Wild-West-Provinz. Eine Familie im Umbruch.

Die Karte meiner Träume - Opulent, magisch, eine Schatzkiste

Die Karte meiner Träume – Opulent, magisch, eine Schatzkiste

T.S. Spivet beschließt, sich auf eigene Faust auf den langen und gefahrvollen Weg zu machen. Nur die wichtigsten Dinge im Gepäck, die Karte seiner Träume im Kopf und ein gestohlenes Notizbuch seiner Mutter in der Hand. In Divide, Montana, wird nicht nur das Wasser des Kontinents in Ost und West geschieden, in Atlantik und Pazifik, auch das Leben des jungen TS wird hier in neue und immer wieder überraschende Bahnen gelenkt.

Reif Larsen überzeugt mit seinem Gesamtkunstwerk aus Inhalt und grafischer Gestaltung ein breit gefächertes Publikum. Der Leser wird Zeuge einer unglaublichen Reise und blickt tief in das Innenleben seiner Protagonisten. „The Selected Works of T.S. Spivet“ schlug wie ein Blitz in der Verlagswelt ein. Das Manuskript erzielte bei einer Auktion knapp eine Million Dollar – ein ungewöhnlich hoher Preis für ein Debüt.

“Jeder Raum hat eine Raumpräsenz. Die Präsenz wenn man die gute Stube betrat. Teils lag es am Geruch… etwas nach Moder von den Photographien, aber vor allem roch es nach Präriestaub,” 

Dieses Buch hat eine Buchpräsenz – teils liegt es am ausgefallenen quadratischen Format, teils am Inhalt, teils an den unzähligen Karten an den Seitenrändern – aber vor allem, weil es uns in unseren Sehnsüchten nach Abenteuer und Suche nach dem eigenen Weg miteinander verbindet.

Die Karte meiner Träume - Reif Larson - Filmstart 10. Juli 2014

Die Karte meiner Träume – Reif Larsen – Filmstart 10. Juli 2014

Ob es auch eine opulente Leinwandpräsenz haben wird, das werden wir sehen. Die Voraussetzungen sind gut, die Kritiker sind bisher voll des Lobes und die Liebhaber des Romans werden mit einer riesigen Portion Vorfreude und Abenteuerlust in die Kinos strömen. Ich werde dabei sein und berichten.

Ich freue mich jedenfalls schon jetzt sehr darauf, wenn ich mit Popcorn und Coca Cola bewaffnet im Kino sitze und „Die Karte meiner Träume“ nicht nur vor meinem geistigen Auge vorüberzieht. Selten war ich so hoffnungsvoll gestimmt, eine filmische Adaption eines Romanstoffes zu erleben. Die Besetzung der Rollen entspricht meinen Vorstellungen, wobei ganz besonders Helena Bonham Carter (Harry Potter und Zimmer mit Aussicht) für mich die Idealbesetzung für T.S. Spivets Mutter ist.

Reif Larsen war am Projekt der Umsetzung seines Erfolgsromans nicht beteiligt. Regisseur Jean-Pierre Jeunet (Die fabelhafte Welt der Amélie) hatte dem Schriftsteller schnell klar gemacht, was er davon hält, wenn Autoren am Film mitwirken:

„Der Roman ist dein Baby. Aber nun bin ich der Lehrer deines Kindes, und du kannst nicht im Klassenzimmer bleiben.“

Pflichttermin für Buchfans - Die Karte meiner Träume im Kino - Ein Klick genügt

Pflichttermin für Buchfans – Die Karte meiner Träume im Kino – Ein Klick genügt

Jeunet verwirklichte sich den Traum dieses Films so unabhängig wie irgend möglich. Er behielt sich das Recht am „Final Cut“ vor und schon daran kann es scheitern, dass „Die Karte meiner Träume“ überhaupt in den US-Kinos gezeigt wird. Dort wird nämlich vor der Premiere heftig an den Originalen herumgeschnitten. Darüber hinaus drehte und dachte er seinen Film in 3D. Grandiose Landschaftsaufnahmen, das urbane Setting von Washington D.C. und brillante animierte Effekte, die T.S. Spivets Zeichnungen zum Leben erwecken und über die Leinwand fliegen lassen, waren hier Triebfedern der Fantasie.

Nach dem Lesen kommt nun das Schauen und ich hoffe, das Staunen stellt sich ein – ob drei- oder zweidimensional, entscheidet ihr dabei selbst. Die Fantasie der Leser ist tausenddimensional. Da sollten wir doch in nur drei Dimensionen nicht enttäuscht werden 😉

Auf geht`s zum Smithonian Institute… 

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4 Gedanken zu „Die Karte meiner Träume – Reif Larsen erobert die Kinos

  1. Bald geht es los. Ich habe das Buch dank dieser starken Rezi wieder in Erinnerung (ich mochte die Zeichnungen auch sehr gerne, habe es mir damals geliehen und konnte nun nicht mehr nachschauen) und gehe am Wochenende ins Kino. 3D ist angesagt und das mit „tausenddimensional“ ist toll gesagt!

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